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 04 - Historisches Forum 

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Hallo HiFo-Freunde,

in diesen dunklen Tagen vor Weihnachten erinnere ich mich oft an Begebenheiten in meiner frühen Kindheit.
So fiel mir wieder ein, dass ich anfangs der 50er Jahre an bestimmten Tagen im November abends an zwei Fenstern
Kerzen aufstellen durfte, was ich als kleiner Knirps natürlich voller Stolz - unter Aufsicht der Mutter - erledigt habe.
Am Fenster sah ich dann auch die Kerzen in den Wohnungen der Nachbarhäuser brennen. - Warum hat man das gemacht ?

In meiner Sammlung fand ich dazu das Foto eines Schienenstrangs mit einem Begleittext.

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Zum Heimkehrer-Tag 1955:

Der Weg nach Hause

Am 26. und 27. November, am Tag der Treue, gedenken in allen Ländern der Bundesrepublik Männer, Frauen und Kinder
der noch nicht Heimgekehrten. Wieder werden in den Fenstern der Häuser Kerzen brennen, die dem Dank für glückliche Heimkehr,
dem Gedenken an die in Gefangenschaft verstorbenen und dem Ruf an die noch nicht Heimgekehrten Ausdruck geben sollen.

Unendlich weit dehnt sich der Schienenstrang in den Ländern um Deutschland bis an die Grenzen. Es ist der Weg nach Hause,
nach dem sich noch viele sehnen und an dessen Ende wartend viele Mütter, Frauen und Kinder stehen.

Über Eure Erlebnisberichte würde ich mich freuen.


Wochenendgrüße

Klaus aus Bonn


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Ein Schienenstrang symbolisierte den Weg nach Hause

http://img91.imageshack.us/img91/9937/sf0135aex1.jpg

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Besucher sind auf meiner ergänzten Homepage herzlich willkommen:
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wieder etwas gelernt

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 25.11.06 19:29

weder dieser Gedenktag noch der Brauch mit den Kerzen ist mir geläufig!

Text und Bild machen mich doch sehr nachdenklich....

Re: wieder etwas gelernt

geschrieben von: 52 2006

Datum: 25.11.06 19:43

Heute sind die Kerzen aus Plastik, elektrisch beleuchtet, stehen auf einem dreieckigen Holzgestell und es gibt sie am Anfang der Adventszeit bei Aldi. Die Bedeutung wird aber wohl nicht (mehr) die selbe sein.

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de (temporär offline) + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.
Ja, ich erinnere mich auch an diese beiden Tage. Mir wurde erklärt, dass das "den Soldaten in Rußland hilft, den Weg nachhause zu finden".

Angesichts der eigenen familiären Vergangenheit und dem völligen Fehlen von Gefallenen in der anderweitig grundlich auf fast Null reduzierten Familie habe ich das nie verstanden.

das ganze läuft wohl auf der gleichen Ebene ab wie heute die stigen Versuche, Terroristische Pläne für Großattentate in Deutschland aufzudecken und wirksam zu publizieren.

Es ist im Volk leicht eingängige, miese Demagogie auf niedrigstem Niveau.

Gruß
Will
Hallo Klaus,

wunderschöner, zum Nachdenken anregender Beitrag, wirklich toll. Aber gleich jetzt kommt so ein Kasper, der die Stimmung wieder kaputtmacht. Ich (BJ. 59) kann mich an besinnliche Abende rund um den Adventskranz erinnern, wo auch darüber gesprochen wurde. Im Nachbar-reihen-haus wohnten Sudetendeutsche, die wegen der anscheinend penetrant vorgetragenen Tätigkeit des Haushaltvorstandes im Vertriebenenverband auch spöttisch Berufsflüchtlinge genannt wurden, die sich darüber aufregten, daß die Regierung diesen "Brauch" abschaffen wollten, da anscheinend zu viele Wohnungen abfackelten. Praktischer Nutzen vor Symbolik.
Und noch ein Wort an Stefan, in meiner Kindheit hatten wir echte Kerzen am Baum, die brannten zwei mal und dann war Schluß. Elektrische Beleuchtung hat durchaus ihre Reize.

Gruß aus Essen

Du kannst gerne...

geschrieben von: wr4üe

Datum: 25.11.06 20:14

... gerne ein paar Kerzen für die KSK ins Fenster stecken, die unser Land am Hindukusch verteidigt durch das Beleidigen und Verprügeln illegal verschleppter Menschen.

Alles wiederholt sich dank deutscher Perfektion.

Gruß
Will

owt (o.w.T)

geschrieben von: StellwerkPsf

Datum: 25.11.06 20:23

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:25:20:54:46.

Hallo ???

geschrieben von: Vau60

Datum: 25.11.06 20:28

Bin ich von Dir vollkommen falsch verstanden worden, oder was????? Wir haben zu Hause darüber gesprochen, das ist ja wohl mehr, als in den meisten Familien passiert ist. Die Botschaft Deines ersten Beitrages habe ich durchaus klar und deutlich verstanden, Deine anscheinend persöhnlich vorhandene Betroffenheit ist deshalb mehr als verständlich.
Du prügelst aber auf den Falschen ein, ein klein wenig beleidigend ist Dein Beitrag für mich deshalb auch.
Mir so eine Einstellung zu unterstellen find ich nicht gut, und trotzdem

Gruß aus Essen

Re: Was soll das?

geschrieben von: wr4üe

Datum: 25.11.06 20:32

Ich denke lieber an meine Großmütter, Großväter und andere verwandte, deren Todestag und Todesart meist nicht bekannt ist, wohl immer aber der Ort, schön mit deutscher Gründlichkeit notiert.

Und an die vielen Familien, die von den "Kriegshelden" so gründlich vernichtet worden sind, dass niemand mehr übrig ist, um an sie zu denken. Vielleicht war Dein Urgroßvater einen von denen, die in Rußland gegen Alte, Frauen und Kinder mit Granaten, Maschinenpistolen und Flammenwerfern wüteten? Nein, natürlich nicht, nicht der eigene, nur die der anderen...

Gruß
Will, dessen einer Großvater ein hochdekorierter Held des WK1 war, was ihm nicht half.

Re: Was soll das?

geschrieben von: Vau60

Datum: 25.11.06 20:36

ob so ein Kommentar hier hin gehört, wer weiß.
Wenn aber ein persönlch Betroffener sich äußert, das ist absolut ok.
Ich finde aber, das man darüber offen sprechen können muß, so etwas darf heute keine Tabu mehr sein, das darf man doch so nicht so sagen ist auch der falsche Weg.

Gruß aus Essen



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:25:20:39:30.

owt (o.w.T)

geschrieben von: StellwerkPsf

Datum: 25.11.06 21:06

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2008:10:25:20:54:27.
(...) der großen Erfindung haftet stets die Tragik an,
daß sie dem Frieden, aber auch dem Kriege dienen kann...

Auszüge aus Reinhard Mays Eisenbahnballade sollten Euch beide versöhnen helfen...

(...)
Und es begann das dunkelste Kapitel der Nation,
Das dunkelste des Flügelrades: Die Deportation.
In Gütewaggons eingeschlossen, eingepfercht wie Vieh,
Verhungert und verzweifelt, nackt und frierend standen sie,
Hilflose Frau'n und Manner, Greise und Kinder sogar,
Auf der bittren Reise, deren Ziel das Todeslager war.


(...)
Und dann kamen die Züge mit den Heimkehrern besetzt,
Verwundet und zerschunden, abgerissen, abgewetzt.
Wie viele Dramen spielten sich auf den Bahnsteigen ab!
Suchen und Freudentränen, wo's ein Wiedersehen gab,
Warten, Hoffen und Fragen, wird er diesmal dabei sein?
Viele kamen vergebens, und viele gingen allein.


Ohne weitere Worte.

Gruß in die warme Stube,
Hendrik



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:25:21:19:57.

Sehr gut Hendrik! (o.w.T)

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 25.11.06 21:27

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Hier in Kolumbien...

geschrieben von: 01 Fan

Datum: 25.11.06 23:29

Hallo,
ist ein schoener Brauch.
Hier in Kolumbien ist jedes Jahr am 7.12. die "Noche de las velitas". Das heisst die Nacht der Kerzen. Viele Leute stellen dann brennende Kerzen auf den Balkon oder aussen ans Fensterbrett, was eine ganz besondere Vor-Weihnachts Stimmung bringt und gerade die Kinder begeistert.

Gruss 01 Fan
Hallo Klaus,

ich danke Dir, sowohl für das Bild, als auch dafür, dass Du mir einen Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte in Erinnerung gerufen hast.

Viele Grüße

Hans-Joachim

Interessant,..

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 26.11.06 07:14

.. diese Version kannte ich noch nicht - oder nicht mehr. Wahrscheinlich auch, weil wir keine Vermissten hatten.

Bei uns wurden allerdings auch Kerzen ins Fenster gestellt - aber als Zeichen der Verbundenheit mit den Verwandten in "der Zone", die ja nicht so einfach mal zu Besuch kommen konnten. Vor allem nach 1961 !


Noch en Gude,
Manfred

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Die Kerzen im Fenster hatten nichts mit Kriegsverherrlichung o.ä. zu tun, wie mancher Diskussionsbeitrag hier andeutet, sondern sollten einfach nur an die im Jahre 1955 (zehn Jahre nach Kriegsende!) immer noch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft sitzenden 10.000 ehemaligen deutschen Soldaten (Söhne, Väter, Großväter...) erinnern (sowie an weitere 20.000 politisch inhaftierte Zivilisten) und ihnen symbolisch den Weg nach Hause weisen.

Bundeskanzler Adenauer vereinbarte im September 1955 auf seiner berühmt gewordenen Reise in die Sowjetunion die "Heimkehr der Zehntausend" (und der Zivilgefangenen) sowie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland. Die ersten 600 Heimkehrer der "Zehntausend" kamen am 7. Oktober 1955 in Friedland an.

Andreas


http://home.arcor.de/mathias.happke/efwismar/pics/banner.gif

Lieber Will, hast Du Pöbeleien nötig???

geschrieben von: Heinz Lindemann

Datum: 26.11.06 15:17

wr4üe schrieb:
-------------------------------------------------------
> das ganze läuft wohl auf der gleichen Ebene ab wie
> heute die stigen Versuche, Terroristische Pläne
> für Großattentate in Deutschland aufzudecken und
> wirksam zu publizieren.
>
> Es ist im Volk leicht eingängige, miese Demagogie
> auf niedrigstem Niveau.
>
> Gruß
> Will

Genau das trifft auf DICH zu, lieber Will.---

Ich empfand es damals nicht als Kriegshetze, für Heimkehrer und "Brüder und Schwestern in der Ostzone" Kerzen in die Fenster zu stellen.

Es gab gottseidank keine "Achtundsechziger" (zur Erklärung: Amerikahaus-Brandstifter und gewaltbesessene Chaoten).

In GANZ Deutschland gab und gibt es einen Patriotismus, der nichts mit Geringschätzung Anderer oder gar Gewalt zu tun hat.
Die WM war ein gutes Zeugnis davon.

Hätte man den "Exclusiv-Friedenseigentümern" (... seit dem "Weltjugendtreffen" 1964 in der DDR)
zuliebe eine "Staatsangehörigkeit: DDR" anerkannt, statt des gemeinsamen "deutsch"...

das möge jeder sich selbst ausmalen, auch die Beziehungen zu unseren "Freunden" in West-Europa...

Terrorismus zu bekämpfen, vor allem aber, seine "gutmenschendeln" Sympathisanten aufgeschlossen zu machen für die Realität des Zusammenlebens in einer Demokratie - daran kann ich nichts Anrüchiges finden.

Mögen die Kerzen der Adventszeit nicht Tranfunzeln der Rührseligkeit sein, sondern ein Zeichen der Verbundenheit mit denen, die wir lieben, in der Familie und sonstwo auf der Welt...

Herzliche Grüße
Heinz

Deine Worte klingen gut...

geschrieben von: wr4üe

Datum: 26.11.06 15:23

... sind aber genau das populistische Galaber, was niemand wiederlegen kann, weil es inhaltsleere Allgemeineplätze sind.

An die Einen denken heisst in Deiner Darstellung, die Anderen zu verschweigen. Und genau das ist mit der Kerzenaktion geschehen.

Natürlich sind Terroristen böse - und jeder, die die Anti-Terror-Politik der Regierungen kritisiert, ist also ein Böser.

Ein einfaches Lebensbild, dessen Diskussionn hier nun wirklich nicht mehr hingehört und mit mir auch nicht zu machen ist.

Mache das mit der BILD ab.

Will

Dieser Nationalmasochismus...

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 26.11.06 17:35

-ist zum Kotzen! Wenn es damals so unsolidarisch in Deutschland zugegangen wäre wie mancherorts hier gedacht wird, wäre hier jetzt überall Rußland. Ein bischen Verbundenheit mit den EIGENEN Landsleuten würde manchen nichts schaden. Gerade diese Art von Pamphletismus wie "Kerzen für die KSK" etc. ist etwas was Bildzeitungsniveau auszeichnet. Viele unserer Großväter sind in den Gulags verreckt, während ihre Frauen und Kinder von den Russen geschändet wurden. Das ist keine Propaganda, sondern Realität! Ich selbst arbeite in einem Altersheim als Krankenpfleger und habe letztes Jahr die Reaktionen zum Jubiläum des "Tages der Befreiung" miterleben können, als 80-jährige Frauen plötzlich in Tränen ausbrachen beim Fernsehen. Unter diesem Aspekt zollt die Karte tiefen Respekt vor der Einstellung unserer Elterngeneration und manche Kommentare von oben sind einfach nur noch zynisch und verachtend! zombie.
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