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Hallo HiFo-Freunde,

zu diesem Foto aus meiner Sammlung fehlt mir die genaue Ortsangabe.

Über Informationen zum Thema würde ich mich freuen.


Wochenendgrüße

Klaus aus Bonn


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Richtfunk-Relaisstation zur Entlastung des Fernsprechnetzes der Bahn. Der Turm soll in der Eifel gestanden haben

http://img228.imageshack.us/img228/6638/sf0400215arichtfunkac5.jpg

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Besucher sind auf meiner Homepage immer herzlich willkommen:
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Hallo Klaus,

sieht mir nicht nach Richtfunk aus. Woher stammt deine Information ? Was da so sichtbar ist, sind Dipole mit einem einfachen Reflektor, solche Antennen haben eine große Öffnungsbreite, also maximal eine Richtwirkung von ca 60 Grad. Die Vervielfachung der Dipole läßt auf eine höhere Sendeleistung schließen - oder im Empfangsfall auf eine höhere Empfindlichkeit.
Für meinen Geschmack ist das eher ein militärisches Objekt, z.B. eine Über-Horizont-Radarantenne, wie sie z.B. schon im zweiten Weltkrieg genutzt wurden. Die damaligen (ersten) Radargeräte der deutschen Wehrmacht sahen verteufelt ähnlich aus und schließlich ist diese Technik in leicht verbeserter Form in den fünfziger Jahren im "kalten" Krieg genutzt worden.
Kann die Info "Bahnrichtfunk" nicht auch eine schützende Legende sein, um die ja nun mal von ihren Baumaßen her nicht zu verbergende Antenne einem gewissen Geheimschutz zu unterwerfen ?

Schöne Grüße

Wilhelm Hesse
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Herzlichen Dank an den Eisenbahnfreund Peter,

der mir per Mail mitgeteilt hat, dass diese Antenne in der Nähe von Kelberg auf dem Hochkelberg in der Eifel stand.

Ende der 70er Anfang der 80er Jahre war diese Antenne dann irgendwann weg und es wurde ein "normaler" Antennenmast aufgestellt.

Im DB-Jubiläumsband von 1985 ist sie auch abgebildet.


Grüße aus Bonn

Klaus

Jetzt habe ich gedacht, ich könnte mit der Antwort glänzen, da ist mir doch jemand zuvorgekommen ;-)

Ich hatte mich über die Größe der Antennenstrahler (Dipole) gewundert. Bei Richtfunk denkt man an Frequenzen im Gigahertz (GHz)-Bereich und dafür wären diese Gebilde sehr überdimensioniert. Dann kam mir in Erinnerung, daß man bei "DB's" wohl früher auch Richtfunk im 2m-Band (so um 160 Mhz herum) betrieben hatte. Dafür wären die Dipole immer noch etwas groß, aber schon näher dran.
Nach einigem Suchen bin ich dann fündig geworden:

Ich weiß nicht, ob Sie, Herr Wedde, über Zugriff auf ein Archiv der Zeitschrift "Signal und Draht" (früher "Das Stellwerk") verfügen. Ich nehme es fast an, da Sie uns ja immer wieder mit regelrechten Schätzen aus der Eisenbahn-Fernmeldetechnik versorgen (bitte mehr davon !!) und gerade dieses Gebietr ist ja mehr "Hobby im Hobby" als daß es ads Steckenpferd vieler Eisenbahnfans wäre.

Im "Signal und Draht"-Jahrgang 1962 findet sich jedenfalls im Heft 7 ein sehr umfangreicher und historisch interessanter Artikel "Das Signal- und Fernmeldewesen sowie die Nachrichtenverarbeitung der Deutschen Bundesbahn seit 1945". Dieser Artikel ist des Umfanges wegen zweigeteilt. Der erste Teil (im Heft 6/1962) beschreibt die Entwicklungen in der Signaltechnik und der hier genannte zweite Teil die in der Fernmeldetechnik. Auf Seite 161 findet sich hier ein kurzer Absatz "28.7 UKW-Richtfunkverbindungen". Hier wird davon gesprochen, daß die Richtfunkstrecke von München nach hamburg mit nur sechs (!) Relaisstellen eingerichtet wurde. (Anm.: Das schließt Frequenzen im GHz-Bereich schon aus) und daß "das längste Teilstück das vom Hoherodskopf auf dem Vogelberg bis zum Hochkelberg (Eifel) 163 km beträgt und mit nur 30 Watt Sendeleistung überbrückt wird." Weiter wird ausgeführt, daß dafür Frequenzen im Beereichj 41 bis 48 Mhz Verwendung finden. Dieses Netz wurde 1952 errichtet "und ist noch heute (1962!) in Betrieb. Seine Tage sind jedoch gezählt, weil der Bereich ... jetzt für Rundfunkdienste vorgesehen ist". Die niedrigen Frequenzen erklären jedenfalls die mächtigen Abmessunngen der Antennen. Wenn ich mich nicht täusche liegen in dem Frequenzbereich heute (besser: schon seit langem)die analogen Fernsehkanäle.

Nun stellt sich eine neue Frage

geschrieben von: Dienstfzler

Datum: 23.09.06 20:19

> (...) Hier wird davon
> gesprochen, daß die Richtfunkstrecke von München
> nach hamburg mit nur sechs (!) Relaisstellen
> eingerichtet wurde.

Wieso nimmt man denn nicht die Luftlinie für die Verbindung? Das sollte bei RiFu doch gehen. Die Eifel liegt schon mehrere hundert Kilometer "neben" der direkten Strecke.

Grüße vom Dienstfzler
Hallo Richtfunker,

jetzt noch eine kleine Erklärung aus dem Aufsatz "Z-GHz-Richtfunkeinrichtungen für das Fernsprechgroßnetz der Deutschen Bundesbahn" von Ing. Hans Kerssenboom, erschienen in Elsners Taschenbuch für den fernmelde- und signaltechnischen Eisenbahndienst 1964:

"Die DB betreibt seit 1952 ein UKW-Richtfunknetz (f = 41-68 MHz), das von Hamburg bis München acht BD Sitze verbindet. (Anm.: Hamburg, München und 6 weitere Relaisstationen = 8 BD) Dieses Netz muß jedoch im Laufe der folgenden Jahre abgebaut werden, weil der Frequenzbereich überbesetzt und für andere Dienste bestimmt ist ... Es wird durch ein modernes 7-GHz-Richtfunknetz ... ersetzt."

Zu den Türmen des neuen RiFu-Netzes heißt es:

"Im Gegensatz zu den Fernmeldetürmen dem Bundespost, die eine Vielzahl von Antennen auf mehreren Plattformen aufnehmen, sind die Türme der DB nur für eine beschränkte Anzahl von Antennen bestimmt. Außer UKW-Antennen für das 2- und 4-m-Band für örtlichen Flm- und Kraftwagenfunk ist Platz für maximal vier Parabolantennen-Kraftwagenfunk ist Platz für maximal vier Parabolantennen von 2m Ø vorgesehen. Die Forderung, daß die Turmspitzen keine größeren Schwankungen als 0,5° aufweisen dürfen, beeinflußte wesentlich die Konstruktion. Bei den üblichen schlanken Turmbauarten und bei Erfüllung obiger Forderung wären die Türme festigkeitsmäßig überdimensioniert. Der neeu Entwurf sieht eine dreistielige Rohrkonstruktion ist sehr weit ausladendem Fuß vor. Die drei Trumfundamente bilden ein gleichseitiges Dreieck von 11 m Seitenlänge. Nach oben verjüngen sich die Seiten auf 2,2 m die Plattform von 3,30 m Durchmesser kann bis zu vier Parabolantennen und zusätzlich einem Rohrmast für die UKW-Antennen aufnehmen."

Grüße vom Dienstfzler

Re: Nun stellt sich eine neue Frage

geschrieben von: Basa Dahlhausen

Datum: 24.09.06 22:52

Das ist richtig, aber:
Ich nehme an, daß man deshalb den "krummen weg" bzw. Umweg genommen hat, weil es ja nicht in erster Linie eine Verbindung Hamburg-München sein sollte, sondern diese Richtfunkstrecke die überlasteten Kabel-Fernverbindungen (Fh-Leitungen) zwischen den Knotenbasa (Mehrzahl "Basen" ?)entlasten sollte. Da könnte die Basa Köln (943) von der Eifel aus gut angebunden gewesen sein. Ich kenne leider nicht alle 6 Standorte (gehen auch aus dem Artikel nich hervor), ich nehme aber an daß die Richtfunkstrecke zB auch über Essen lief (ebenfalls Knotenbasa, Kennziffer 944) wo es einen sehr imposanten Gittermast für Richtfunk gab.

Re: Nun stellt sich eine neue Frage

geschrieben von: Dienstfzler

Datum: 25.09.06 09:27

Hallo Basa Dahlhausen,

> Ich nehme an, daß man deshalb den "krummen weg"
> bzw. Umweg genommen hat, weil es ja nicht in
> erster Linie eine Verbindung Hamburg-München sein
> sollte, sondern diese Richtfunkstrecke die
> überlasteten Kabel-Fernverbindungen (Fh-Leitungen)
> zwischen den Knotenbasa (Mehrzahl "Basen"
> ?)entlasten sollte. Da könnte die Basa Köln (943)
> von der Eifel aus gut angebunden gewesen sein. Ich
> kenne leider nicht alle 6 Standorte (gehen auch
> aus dem Artikel nich hervor), ich nehme aber an
> daß die Richtfunkstrecke zB auch über Essen lief
> (ebenfalls Knotenbasa, Kennziffer 944) wo es einen
> sehr imposanten Gittermast für Richtfunk gab.

Ich kenne die Standorte auch nicht, aber da neben Hamburg und München 6 weitere BDen angeschlossen waren (s. Beitrag unten) konnte man natürlich nicht die Luftlinie wählen.

Viele Grüße vom Dienstfzler
Danke für diesen Hinweis ! Auf "Elsners Taschenbuch" hätte ich auch kommen können.. Aber alle durchgucken, die hier auf dem Schrank stehen - hätte zu lange gedauert.
Ich habe in Signal und Draht 1957 oder 58 eine Skizze der gesamten Richtfunkstrecke gefunden, die im Zickzack quer durch die Republik läuft bzw. lief. Wenn ich wüßte wie hier als Scan einstellen ...
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Hallo Basa Dahlhausen,

schön, dass es auf Basis meines Beitrages zu solch einem interessanten Informationsaustausch gekommen ist.
Zu den genannten Zeitschriften habe ich keinen Zugriff.
Ich hoffe, ich kann für Sie zum Thema "Funk" noch etwas in meinem Archiv finden.

Bis dahin grüße ich alle "Funk-Interessierten"


Klaus aus Bonn