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Windleitblech mit Tritt – Zusammenfassung (6 B)

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 21.05.06 10:46

Mit diesem Rätsel hat uns Rolf Schulze vorgestern auf ein interessantes und kaum bekanntes Detail bei der Baureihe 44 hingewiesen: Eine Trittstufe am Windleitblech.

Ich versuche mal, die diversen Zuschriften ein wenig zu ordnen, die Ergebnisse zusammenzufassen und zu bebildern:

1. Das Windleitblech mit Trittstufe befand sich immer nur auf der rechten Seite der Lok. Der Tritt diente möglicherweise dazu, besser an den Oberflächenvorwärmer heranzukommen (Die Erklärung von Berhard T. war ja wirklich Spitze, aber ich habe da so meine Zweifel ;-)))

2. Mindestens folgende Loks sind damit ausgerüstet gewesen:

Bild 1
44 599, von der Rolf in seinem Ursprungsbeitrag ein Bild als 044 599 im schweren Güterzugdienst auf der Moselstrecke zeigte.
Ich füge noch ein Bild aus ihrer Vohwinkler Zeit hinzu, wo man deutlich erkennt, dass der Tritt nur am Windleitblech auf der rechten Seite vorhanden war. 44 599 am 20.11.67 im Bw Wuppertal Vohwinkel.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b01-44_599.jpg

Von Niek Opdam kam der Hinweis auf 44 1565, Foto 204 im EK-Baureihenbuch über die 44. Da die Lok schon am 02.04.68 beim Rheine abgestellt wurde (ausgem.: 02.10.68), kann ich leider nicht mit eigenen Bildern dienen.

Bild 2
44 1696. Der erste Hinweis kam von Egon Ehlberg. Zwischenzeitlich gab’s bereits hier ein Bild von Hartmut Riedemann, und auch ich kann noch eines beisteuern: 044 696 am 25.07.72 in ihrem Heimat-Bw Ottbergen.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b02-044_696.jpg

Bild 2a
Als Ausschnitt noch einmal der etwas anders geformte Tritt am Windleitleitblech:
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b02a-044_696.jpg

Bild 3
44 595, genannt vom Frankfurter, war bisher die einzige Maschine dieser Art, die ich kannte – aber dank HiFo lernt man ja ständig dazu ;-)
Den Tritt hatte sie auch noch am 23.05.71, als ich sie im Bw Ehrang erwischte. Ausführung wie bei 44 599.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b03-044_595.jpg

Bild 4
44 480 hat ebenfalls der Frankfurter auf einer älteren Bellingrodt Aufnahme gefunden. Als ich sie am 08.08.73 im Bw Braunschweig als 044 480 vor die Flinte kriegte, hatte sie den Tritt allerdings nicht mehr.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b04-044_480.jpg

Bild 5
44 1184 wurde uns als bisher letzte Nummer von 03 1008 gemeldet. Auch diese Lok muss den Tritt irgendwann wieder eingebüßt haben, denn bei meiner Aufnahme vom 07.04.71 im Bw Ehrang war davon nichts mehr zu sehen.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b05-044_184.jpg

Bild 6 (Edit/Nachtrag, 12:00 Uhr)
44 385 Und Niek hat noch einen Jumbo mit Tritt gefunden, siehe unten. Herzlichen Dank an Niek für seine unermüdliche Suche.
Daraufhin habe ich meinen Beitrag gleich noch um ein Bild von der "richtigen" Seite ergänzt. Es zeigt 044 385 ebenfalls am 07.04.71 im Bw Ehrang.
http://www.bundesbahnzeit.de/dso/WL_mit_Tritt/b06-044_385.jpg

Interessantes Thema, vielen Dank an alle, die sich mit Bildern und Informationen eingebracht haben.

Schönen Sonntag noch,

Ulrich B.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:05:21:12:02:57.

044 385 ist auch eine!

geschrieben von: Niek Opdam

Datum: 21.05.06 11:29

Dieses Bild ist eine kleine Ausschnit der Umschlagzeite der EJ Specialausgabe: Eisenbahnen im Moseltal teil I und ist ein schönes Bild einer Doppeltraktion mit Gz bei Neef, aufgenommen im September 1971.

http://img135.imageshack.us/img135/6871/044385tritt2dg.jpg

Ich kann da bei 044385 nichts anderes als einen Tritt erkennen. Gibt's noch andere Bilder von dieser Lok?
Weiterhin fällt auf das der Tritt grundsätzlich am rechten Blech positioniert ist (?)

Grüsse

Niek

Die Aussage von Niek "Adlerauge" Opdam ... (m 2 B)

geschrieben von: 03 1008

Datum: 21.05.06 11:58

kann ich (hoffentlich) mit diesen beiden Bildern untermauern:

http://img163.imageshack.us/img163/1089/044385bullay3005707hj.jpg

http://img235.imageshack.us/img235/3743/044385dbullay3005708nm.jpg

044 385 am 30.05.1970 bei Bullay.

Re: 044 385 ist auch eine!

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 21.05.06 12:04

Hallo Niek,

danke für Deinen Hinweis, ich habe meinen Beitrag gleich noch um diese Lok ergänzt.

Gruß nach Holland,

Ulrich B.

44 487........

geschrieben von: Niek Opdam

Datum: 21.05.06 12:22

Hallo Ulrich und HiFo Gemeinde,

Ich kann's auch nicht helfen: 044487 (Foto Nelkenbrecher, Ausschnit von grosseres Bild; EJ Spezial 1983 Dampflokomotiven fotografiert von Jürgen Nelkenbrecher(+) zeigt 044487 in Lauf, 12.10.72 mit ein Tritt der schweren Ausführung, wie immer am rechten Blech.
Hat Jemand noch ein eigenes Bild davon?

Niek

http://img236.imageshack.us/img236/3927/44487tritt3pl.jpg

Die suche geht weiter......



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:05:21:12:58:21.

Re: 44 487........

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 21.05.06 12:35

Hej Niek,

das wird ja immer besser! Natürlich habe ich auch Bilder von der 044 487, aber alle von der linken Seite, wo man zwar den Tritt eindeutig sieht (wenn man drauf achtet), aber ich kann ja jetzt nicht alle 30 min meinen Beitrag um ein Bild ergänzen ... ;-))

Ulrich B.

Re: 44 487........

geschrieben von: Niek Opdam

Datum: 21.05.06 13:04

Brauchst du auch nicht, aber es ist ein interessantes Thema wobei einige Frage noch immer nicht gelösst sind: 1.Der Grund und 2.warum am rechten Blech? Es wäre interessant um herauszufinden ob die bleche ausgetäuscht worden sind, da einige Loks offensichtlich die Tritte verloren haben. Auch bleibt da die Frage ob vielleicht andere Baureihen auch solche Tritte am Blech gehabt haben. Mit welche Baureihen waren die Bleche der 44er identisch?

Grüsse

Niek

Wirklich interessant

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 21.05.06 14:21

Hallo Ulrich,

da habe ich ja was losgetreten! Schön, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, die Bilder zu scannen. (Wer, wenn nicht Du?) ;-)
Nachdem es also nicht nur eine einzelne Lok war, stellt sich mir die Frage, ob es eine Gemeinsamkeit bei all dieser 44ern gibt, z.B. in der Form, daß sie alle mal ein und dasselbe Bw durchlaufen haben o.ä. So, wie die bauliche Ausführung aussieht, glaube ich nicht an eine AW-Arbeit, da wurde doch wohl eher ohne Zeichnung gearbeitet.
Aber das wird sich wohl leider nicht mehr aufklären lassen.


Viele Grüße
Rolf

Vorsicht mit der Nummer!

geschrieben von: 03 1008

Datum: 21.05.06 14:23

Hallo Niek,

toll was Du alles herausfindest! Aber Vorsicht: Die 044 487 war die ex 44 1482. Deshalb ist Deine Überschrift (44 487) streng genommen nicht korrekt. Eine verwertbare Aufnahme der 044 487 habe ich leider nicht. Die Lok war ab Februar 1967 in Weiden.

Viele Grüße, Helmut

Gemeinsamkeiten? . . .

geschrieben von: Hartmut Riedemann

Datum: 21.05.06 14:45

. . . Rolf sprach es schon an, ob es Gemeinsamkeiten bei diesen Lok gegeben hat.

Ich bin ja auch geneigt, bei solchen Dingen nach einer Systematik zu suchen, also habe ich es mal angepackt.

Wir haben bisher [acht/neun/elf] zwölf Maschinen indentifiziert, ich habe dazu mal in die Stationierungen geschaut, wobei wir sicherlich davon ausehen müssen, dass diese Tritte wohl schon aus den 50er Jahren stammen, spätestens Anfang der 60er Jahre, wie einige Fotos nahe legen.

44 385: Bw Mannheim bis 1958, dann bis 1965 Bw Seelze
44 480: Bw Bebra 1942 - 1963, dann Bw Crailsheim
44 595: Bw Hanau 1948 - 1961, dann Bw Ehrang
44 599: Bw Bebra 1944 - 1960, dann Bw Wt-Vohwinkel
44 943: Bw Hagen-Vorhalle 1943 - 1965, dann Hamm
44 1065: Bw Altenhundem 1951 - 1965, dann Bw Hamm
44 1184: Bw Dillenburg 1954 - 1965, dann Bw Ehrang
44 1264: Bw Bebra ca. 1950 - bis Umbau Öl 1958, bis ca. 63/64, dann Bw Kassel
44 1482: Bw Bebra 1951 - 1961, dann Bw Kassel
44 1565: Bw Kassel 50er + 60er Jahre, bis 1968, dann Bw Rheine
44 1665: Bw Nürnberg Rbf bis 1956, dann Bw Wt-Vohwinkel bis 1965, dann Bw Altenhundem
44 1696: Bw Göttingen Vbf 1950 - 1965, dann Bw Minden


Eine strenge Systematik ist da nicht erkennbar, obwohl [die Nord-Süd-Strecke überwiegt] sich zwei Relationen heraus schälen (schwierige Mittelgebirgsstrecken):
1. Wuppertal/Hagen - Altenhundem - Dillenburg - Hanau
2. Seelze - Göttingen - Kassel/Bebra

Aber vielleicht ist es auch keine Sache eines einzelnen Bw gewesen. Gibt es unterschiedliche Bauarten des Vorwärmers, ältere/neuere Ausführung, oder abweichende Armaturen?

Das wäre dann die andere Systematik, die ich mir vorstellen kann. Eine abweichende Ausrüstung, die den Tritt erforderlich macht, um eine Bedienung zu ermöglichen.

Hat jemand eine oder mehrere gute Ideen?

Beste Grüße
Hartmut


Edit: 44 1264 hinzugefügt
Edit 2: 44 1065 + 44 1665 hinzugefügt



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:05:24:10:29:11.

Eine hab' ich noch . . .

geschrieben von: Hartmut Riedemann

Datum: 21.05.06 14:59

. . . und zwar 44 1264, bisher die einzige ölgefeuerte 44.

Im EJ, Sonderausgabe Baureihe 043, gibt es auf Seite 7 ein Foto von J. Claus aus dem Frühjahr 1961, dass zumindest die beiden senkrechten Streben des Tritts sehr deutlich erkennen läßt. Die waagerechte Strebe scheint allerdings schon zu fehlen.

Im Beitrag oben ergänze ich diese Lok noch.

Beste Grüße
Hartmut

noch weitere: 44 1065 und 44 1665

geschrieben von: Niek Opdam

Datum: 21.05.06 20:08

Im EK Buch Eisenbahnraritäten in Farbe von Karl Bellingrodt, bearbeitet durch J.Ebel stehen die folgende Tritt 44er:
Seite 40 mit "grosser" Tritt: 44 1065 mit Schürze vom Bw Altenhundem (mai 1955)
seite 49: Vohwinkeler 44 1665 im winter 64/65.

Da wird es sicher nog mehrere gegeben haben. also in 1955 waren einige der Tritte zumindestens schon anwesend.

Grüsse

Niek

Handgriff statt Fußtritt ? – neuer Denkansatz

geschrieben von: ulrich budde

Datum: 22.05.06 09:05

Nun haben wir ja schon eine ganze Reihe von Loks herausgefunden, die dieses ominöse Bauteil besaßen. Aber, wie Niek berechtigt anmerkte, wir wissen immer noch nicht, wozu dieser Bügel unter dem rechten Windleitblech eigentlich diente. Bisher sind wir, warum auch immer, von einem Fußtritt ausgegangen. Aber was gab es da oben hinter dem rechten Windleitblech zu tun?

Beim Nachdenken darüber bin ich geistig mal einen Schritt zurückgegangen und habe mir vorgestellt, wie man überhaupt dort hochklettert: Das Windleitblech steht ja weiter vom Kessel ab, als das Umlaufblech breit ist. D.h., man muss sich erst einmal seitlich am Umlaufblech vorbeihangeln, die Hände an der Oberkante des WL-Blechs, die Fußspitzen auf dem Umlauf, der Rücken zum "Abgrund". Dann mit einem klobigen Arbeitsschuh Größe 45/46 einen Fuß in den dafür relativ kleinen Tritt setzen und sich hochziehen. Das ist nicht nur unter dem Aspekt der Arbeitssicherheit ein Horrorszenario, sondern widerspricht auch der allgemeinen menschlichen Erfahrung, dass man auf einem Bein schlecht stehen, geschweige denn arbeiten kann!

Was aber, wenn der Bügel unter dem Windleitblech ein Handgriff ist? Wenn man mit beiden Beinen auf dem Kolbenstangenschutzrohr steht, müsste sich ein durchschnittlich großer Mann locker mit einer Hand an diesem Griff festhalten können und hätte dann noch eine Hand frei für einfache Arbeiten.

Ich weiß nicht, ob beim Ersatz der großen Windleitbleche (Bauart Wagner) durch die kleinen der Bauart Witte im gleichen Zuge auch die ja ursprünglich vorn liegenden Pumpen zur Kesselmitte verlegt wurden. Gab es anfangs vielleicht noch mehr solche Loks wie 44 672, also mit kleinen Blechen und vorn liegenden Pumpen? So eine Luftpumpe war schließlich ein bedienungsintensives Bauteil; ich kann mir gut vorstellen, dass in bestimmten Bw / BD / Regionen solche selbstgestrickten Aufsteige-Hilfen kreiert wurden, um schneller an dieses sensible Bauteil heranzukommen.

Was sagen unsere Dampflok-Experten zu dieser rein theoretischen Überlegung?

Schönen Tag noch,

Ulrich B.

Gedacht habe ich daran auch schon ...

geschrieben von: Bernhard Terjung

Datum: 22.05.06 09:34

... nur sprechen für mich zwei Aspekte dagegen:

1. Für einen Handgriff taugt allenfalls die dünne, runde Variante von 044 696, die andere ist einfach zu dick und "greif-feindlich"
2. Die letzte "Pumpenlok" der DB, 044 672 hatte keinen Griff/Fußtritt am Windleitblech.

Interessant finde ich Hartmut Riedemanns Hinweis, dass viele dieser Loks in den 50ern einmal in Bebra oder Kassel stationiert waren. Hat vielleicht der besonders harte Einsatz auf der Nord-Süd-Strecke in der zeit vor der Ölfeuerung besondere betriebliche Eingeheiten mit sich gebracht?

Auch ich hatte schon daran gedacht, . . .

geschrieben von: Hartmut Riedemann

Datum: 22.05.06 11:38

. . . und eben auch wie Bernhard das verworfen, weil auch mir die dickere Variante für einen Griff als zu unhandlich erscheint. Und deswegen hatte ich diese Theorie auch nicht weiter verbreitet.

Aber um dem Gedanken doch einmal zu folgen, wo kletterte man denn ins Innentriebwerk, um dort zu Abzuölen?

Beste Grüße
Hartmut