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Steam, fluid Steel and Stars – Die Lösung (m2B)

geschrieben von: Karabuek

Datum: 24.11.05 22:42

Liebes Forum,
nachdem Helmut-031008 schon mit Hilfe von “Rache für 051444” die Lösung einkreiste, hier die Geschichte dazu:

Sommer 1983 – diesmal in einer veränderten Besetzung war mal wieder die TCDD an der Reihe, nach einer Amokfahrt mit einem VW-Derby und den Beteiligten „Rache für 051444“, „kath. Güterbhf.“, MN (hier noch nicht aktiv) und Karabük als informeller Reiseleiter quer durch den Balkan waren wir nach drei Tagen Fahrt über zum Teil katastrophale Straßen in Karabük (wo sonst?) gelandet. Da auch Karabük nie zuvor mit dem Auto in Karabük war, hatten wir uns bei der Ankuft in der Nacht massiv verfahren und wählten das erstbeste Hotel (anstelle des zweitschlechtesten). Da wir vor Sonnenaufgang das Hotel verließen und erst nach Sonnenuntergang dort wieder einfielen, bekamen wir von der Umgebung zunächst wenig mit.
Es muss wohl am zweiten Tag am Abend gewesen sein, als wir feststellten, dass das Hotel in prominenter Lage sogar einen Blick auf die Randbereiche des Stahlwerkes bot; und wie waren wir erst geplättet, als wir abends gegen 20 h das erste Mal einen Dampfer sichteten. Ein nächtlicher Klobesuch gegen 4 h morgens (ja ja, das gute Efes-Bier) zeigte das Spektakuläre wie im Rätsel.
Am nächsten Tag um 20 h wiederholte sich der Vorgang; diesmal waren wir vorbereitet.

http://www.ifv.uni-karlsruhe.de/~chlond/AKTUELL/Steam_Steel_ohne_Stars_klein.jpg

Auf dem Bild lässt sich rechts hinter den Bäumen erkennen, warum der kath. Güterbhf. mit dem Motiv vielleicht ein Problem haben könnte.

Aus der Regelmäßigkeit und der Zeitdifferenz von 8 Stunden zwischen der abendlichen und der nächtlichen Entladung schlossen wir auf regelmäßige Bedienungen alle 8 Stunden. Folglich bauten wir die Stative auf und fokussierten schon mal auf die Schlackenhalde. Den Wecker auf 3:45 h gestellt und danach erst mal gewartet (Streichhölzer unter den Augenlidern). Und siehe da: Das Ereignis nahm wie geplant seinen Lauf.
Die Maschine schleuderte kurz, kippte den Schlackenwagen und tauchte für Sekunden die Gegend in das hellrote Licht, ein zweiter und dritter Versuch gingen leider schief. Die Maschine bewegte sich ja, um die Schlackenwagenkippeinrichtung auszulösen, und die Belichtung habe ich halt ausprobiert. Am nächsten Tag reisten wir ab.

http://www.ifv.uni-karlsruhe.de/~chlond/AKTUELL/Raetsel_Fluid_Steel_Steam_and_Stars.jpg

Chance erkannt – Chance genutzt. Trotzdem - was gäbe ich dafür, diese Chance noch einmal zu bekommen.…

Zu der Maschinen hat Historiker Joachim Biemann (den ich ja als zweiten in Hauptverdacht hatte) bereits in [iurl]http://s134260722.online.de/drehscheibe-online/forum/read.php?f=17&i=21443&t=21427[/iurl]

den Hinweis gegeben, um welche von zwei infragekommenden Maschinen es sich handeln dürfte.

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geliefert an Gen. Dir. Militärbahn Konstantinopel
Die Maschine entstammt der Lieferung
Henschel 15636 bis 15645 (TCDD 33.01 bis 33.10),
aus der einige Lok zuletzt noch an Werkbahnen kamen (z. B. 15643 und 15645 an TCDF, Karabuk [!] ).

Literatur:
E. Talbot: Steam in Turkey. The Continental Railway Circle 1981.
D. Stresow: Henschel-Lieferliste 1848 - 1998. Lok Report 1999.
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Es grüßt

Karabük

Da lag ich ja total daneben! :-((

geschrieben von: 03 1008

Datum: 25.11.05 07:51

Man lernt halt auf diesem Gebiet nie aus, und das macht das Hobby ja gerade so interessant.

Nochmals vielen Dank für das Klasse Bild!

Re: Steam, fluid Steel and Stars – Die Lösung (m2B)

geschrieben von: heavyduty

Datum: 25.11.05 14:12

Salü Karabuek,

die Bilder sind Spitze und sowas sieht man heute immer noch zum Beispiel bei Saarstahl Völklingen, allerdings mit Dieselloks.

Was da ausgeleert wird ist aber kein flüssiger Stahl, sondern flüssige Schlacke. Entweder aus einem Hochofen oder Stahlkonverter. Nichts für ungut.

Gruss
heavyduty
heieieiei - welche Bilder und welche Geschichte drumherum. Herrlich!

Dass da der aufwändig erzeugte Stahl ...

geschrieben von: Karabük

Datum: 25.11.05 14:43

... nicht einfach in die Landschaft gekippt wird, ist hoffentlich allen klar. Dass das die Schlackenhalde ist , hatte ich versucht, zu verdeutlichen. Die schöne Alliteration "Steam, Steel and Stars" hatte ich in Anlehnung an das berühmte Standdardwerk Winston O. Links gewählt, natürlich wäre auch "Steam, Slags and Stars" möglich gewesen. Aber da "Slag" neben Schlacke zumindest im britischen Englisch auch eine despektierliche Bezeichnung von Damen tätig im horizontalen Gewerbe darstellt, bin ich lieber beim Original geblieben.
Grüße
Karabük