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 04 - Historische Bahn 

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Nein – ich bin nicht im falschen Forum. Allenfalls eine Verballhornung des bergischen Ortes Hückeswagen habe ich mir vorwerfen zu lassen. Wie dem auch sei: Vor knapp 30 Jahren bin ich auf dem Weg von Gummersbach zu meiner Studentenbude in Essen-Rellinghausen regelmäßig durch Hückeswagen gekommen. Das ist ein sehr hübscher Ort mit zahlreichen Fachwerkhäusern im typisch bergischen Stil. Eine durchaus sehenswerte Stadt also.

Nach einem Bahnhof wird man in Hückeswagen heute allerdings vergeblich suchen. Wer sich ein wenig umschaut, kann allenfalls noch feststellen, dass eine Trasse mit noch vorhandenem, allerdings stark zugewachsenem Gleiskörper an beiden Enden in die Stadt führt, sich dann aber an einem gigantischen Einkaufszentrum, das nicht einmal Spuren typisch bergischen Baustils aufweist, verliert. Genau hier befand sich einstmals der Bahnhof, der eine den örtlichen Ansprüchen gerecht werdende Gleisanlage sowie ein Empfangsgebäude, eine Ortsgüteranlage mit Portalkran, Laderampen und dergleichen mehr aufwies.

Eine besondere Bedeutung hatte der Bahnhof Hückeswagen nicht. Ein Durchgangsbahnhof halt, dessen Empfangsgebäude in den 50er Jahren neu errichtet wurde – in einem damals sicher modernen Stil, der auch nichts mit bergischer Bauweise zu tun hatte; aber immerhin, der hatte noch was!


http://img236.imageshack.us/img236/975/hckeswagen012uj.jpg

Die Einheit 998 910 + 296 + 798 813 vom Bw Wuppertal verlässt am 31.03.1980 den Bahnhof Hückeswagen als N 6218 (Dieringhausen – RS-Lennep). Der Zug wird gleich die Straßenbrücke passieren, ab dort geht es eingleisig weiter. Hinter dem HP 2 zeigenden Ausfahrtsignal ist das Bahnhofsgebäude zu erkennen.


http://img236.imageshack.us/img236/8708/hckeswagen114xm.jpg

Als Rad- und Fußweg zugeschüttet präsentiert sich das Gleis, auf dem im ersten Bild noch der Schom fährt. Vom Bahnhofsgebäude ist nichts mehr zu sehen. Das ganze Ausmaß des Schreckens präsentiert sich in dieser Gegenüberstellung allerdings noch nicht. Deshalb: Vor dem Weiterscrollen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!


Hückeswagen liegt an der heute längst stillgelegten Verbindung von Remscheid-Lennep über Bergisch Born (Abzweig nach Wermelskirchen/Opladen) nach Wipperfürth (Abzweig nach Anschlag/Halver/Oberbrügge) und weiter nach Marienheide/Dieringhausen.


http://img236.imageshack.us/img236/6522/hckeswagen021hf.jpg

An der Ausfahrt in Richtung Wipperfürth rangier die Wuppertaler 211 101 mit einer Übergabe zum Gleisanschluss Klingelnberg. Die beiden letzten Wagen befinden sich auf der Wupperbrücke, die befahrene Weiche spielt im nächsten Bild noch eine Rolle. Heute ist der Hang vollständig bewachsen, so dass ein aktueller Blick von hier keinen Sinn machen würde.


http://img236.imageshack.us/img236/6921/hckeswagen121zy.jpg

Am unteren Bildrand ist die Weiche zu sehen, die im vorherigen Bild erwähnt wird. Dahinter liegt die Wupperbrücke, die inzwischen – wie auch die Bahntrasse – als Fußweg hergerichtet ist. Alles macht einen reichlich verwahrlosten Eindruck. Links neben der sichtbaren Brücke liegt übrigens eine weitere Blechträgerbrücke, über die früher ein zweites Gleis verlief. Ob es lediglich zum Anschluss Klingelnberg führte, so dass die erwähnte Weiche zu dieser Zeit nicht vorhanden war, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach dem Rückbau blieb das diesseits der Brücke liegende Gleis jedenfalls als Schutzgleis für den Anschluss vorhanden, wie der am linken Bildrand zu erkennende Prellbock belegt.


Die Strecke war in den 70er Jahren noch eine Domäne der VT 98/798 aus Dieringhausen und Wuppertal sowie der 211 aus Dieringhausen und 211/212 aus Wuppertal-Steinbeck. Insbesondere der Schülerverkehr zu den Schulen in Wipperfürth war bis zum Schluss von Bedeutung. Die Stilllegung erfolgte in zwei Schritten: Marienheide – Wipperfürth-Ost wurde zum Sommerfahrplan am 01.06.1985 stillgelegt und anschließend erstaunlich zügig abgebaut, denn ein Lüdenscheider Verein hatte Interesse am Weiterbetrieb als Museumsbahn angemeldet. Die nunmehr als Stichbahn verbleibende Strecke von Lennep nach Wipperfürth-Ost folgte zum 31.05.1986. Ein hier noch vorhandener schwacher Güterverkehr (in erster Linie Schrott und Produkte für die Landwirtschaftsgenossenschaft in Wipperfürth) wurde noch ein paar Jahre weiter betrieben und dann ebenfalls eingestellt.


http://img236.imageshack.us/img236/9673/hckeswagen034fn.jpg

Eigentlich ein Glücksmoment, aber leider zur falschen Zeit: Mit dem Messzug, den 212 266 am 28.05.1980 durch Hückeswagen zieht, hatte der Fotograf nicht gerechnet, und so entstand nur eine reichlich schwache Gegenlichtaufnahme. Hinten steht 211 101, die später den Waggon mit den Kisten nach Lennep bringen wird. Gut zu erkennen ist das Bahnhofsgebäude im Hintergrund. Links vom Güterwagen müssen sich früher noch Stumpfgleise befunden haben, denn noch am Ende der Kantensteine links unten befand sich ein gemauerter Prellbock.


http://img236.imageshack.us/img236/383/hckeswagen134tv.jpg

Von eben diesem erwähnten Prellbock, der heute noch vorhanden ist, entstand dieses Bild. Leider ist alles sehr stark zugewachsen – keine gepflegte Anlage, sondern vielmehr üppig wuchernde Natur zwischen phantasielos asphaltierten Riesenflächen.


Die Bilder geben einen Eindruck vom Bahnhof Hückeswagen, wie er sich um 1980 dem Besucher präsentierte. Die Vergleichsaufnahmen sind erst wenige Tage alt. Alle Versuche, heute möglichst solche Standpunkte exakt wiederzugeben, die auch in den 80er Jahren eingenommen worden waren, scheiterten, denn entweder waren die früheren Standpunkte stark zugewachsen, oder aber es fehlten wegen der jetzigen Bebauung jegliche Bezugspunkte, um die alten Standorte heute einnehmen zu können. So müssen an dieser Stelle abweichende Standpunkte und damit auch nicht übereinstimmende Perspektiven hingenommen werden, will man nicht von vorne herein auf eine vergleichende Dokumentation verzichten. In den einzelnen Bildunterschriften finden sich aber Hinweise darauf, was an „Übereinstimmungen“ überhaupt noch zu erkennen ist.


http://img236.imageshack.us/img236/3429/hckeswagen042vj.jpg

Der Nachschuss auf den Messzug. Leider habe ich keine Ahnung, um was für Fahrzeuge es sich hierbei handelt, aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr darüber zu berichten. Auf diesem Bild erkennt man jedenfalls gut die Straßenbrücke und den Fahrbahndamm, von dem die ersten beiden Aufnahmen in diesem Beitrag entstanden sind.


http://img236.imageshack.us/img236/9752/hckeswagen141ha.jpg

Auch hier lässt das wuchernde Gebüsch nicht zu, den Standpunkt aus dem vorherigen Bild einzunehmen. Das zugeschüttete Gleis ist jedenfalls das Gleis, auf dem der Messzug gefahren ist. Links daneben das ehedem zum Hausbahnsteig führende Gleis. Die Straßenbrücke ist ganz schwach an der lichten Stelle im Gebüsch zu erahnen.


Betrachtet man die nunmehr historischen Aufnahmen, so kommt man sich in der Gegenwart wie nach einem Absturz vor. Die „Hauptseite“ des abgebildeten Einkaufszentrums liegt auf der hier nicht wieder gegebenen Seite des Komplexes, also der Stadt zugewandt. Vor der hier sichtbaren Rückseite des Gebäudeensembles ist eine provisorisch anmutende Teerdecke aufgebracht. Große, teils versiegelte und insgesamt deutlich überdimensionierte Flächen dienen als Wendeplatz, Parkstreifen und Abstellfläche. Eine Tankstelle hat sich etabliert, wo früher nur ein Ladeplatz zu finden war. Noch immer gibt es ein durchgängiges, teilweise aber verschüttetes, möglicherweise abschnittsweise auch entferntes, jedenfalls nicht überall sichtbares Gleis. Theoretisch wäre also eine Trasse für die Bahn noch vorhanden. Ein Gemüsehändler müsste dazu allerdings seinen ambulanten Stand ein wenig verrücken, und auch sonst gäbe es einiges instand zu setzen...


http://img236.imageshack.us/img236/6169/hckeswagen058ri.jpg

Bei der Folge dieser Vergleichsbilder wird es ernst. Am 28.05.1980 kreuzen der links stehende N 6207 (RS-Lennep – Dieringhausen, 798 793 + 998 210 + 598, Bw Wuppertal) und N 6208 (Gegenrichtung, 798 815 + 998 295 + 909, ebenfalls Bw Wuppertal) im Bahnhof Hückeswagen. Das Bahnhofsgebäude könnte glatt von Faller oder Klebri stammen. Rechts hinten ist wieder die Straßenbrücke zu sehen, vor dem kleinen Gebäude ganz rechts st schwach der bereits erwähnte gemauerte Prellbock zu erkennen.


http://img236.imageshack.us/img236/9338/hckeswagen0524rp.jpg

Vor etwa acht Jahren (ich habe darüber leider keine Aufzeichnungen, aber vielleicht kann dazu ein Ortskundiger etwas beitragen) entstand dieses Bild aus etwa dem gleichen Blickwinkel. Wegen Bauarbeiten an der B 237 legte man über das ehemalige Bahnhofsgelände kurzerhand eine provisorische Umgehungsstraße. Diese Trasse wurde später als rückwärtige Anfahrt zu dem Einkaufszentrum verwendet, das im übernächsten Bild im aktuellen Zustand zu sehen ist. Hier war es noch nicht einmal im Bau, denn der Bahnhof steht immerhin noch.


http://img236.imageshack.us/img236/2330/hckeswagen0530sb.jpg

Natürlich hat sich niemand die Mühe gemacht, die Gleise vor Beginn der Baumaßnahmen komplett zu entfernen. So ist alles bis heute ein rechtes Durcheinander geblieben, das einfach "zum Kotzen" wirkt. Es wurde einfach zugeworfen und so liegen gelassen, wie und wo es gerade in die Pläne paßte.


http://img236.imageshack.us/img236/3765/hckeswagen150se.jpg

Diese Ansicht bietet sich dem Betrachter heute. Die Straße wirkt auch nach Jahren noch provisorisch, ist inzwischen allerdings etabliert. Der Radfahrer links fährt auf einer wassergebundenen Decke, unter der man mit etwas Mühe wohl noch Gleise finden kann. Auch hier hatte ich den Eindruck, dass das verwahrloste Umfeld des Komplexes offenbar hingenommen wird. Zumindest war bislang niemand bereit, hier etwas Ordentliches entstehen zu lassen. Die am linken Bildrand zu sehenden Fahrzeuge dürften auf der Trasse parken, die für eine Reaktivierung der Bahn noch freigehalten wurde. Wer immer das geplant hat ist aber wohl davon ausgegangen, dass hier nie wieder ein Schienenfahrzeug fahren wird.


Was soll man nun wünschen angesichts der himmelschreienden Differenzen zwischen einst und jetzt? Angenehmes Verweilen bei den Abbildungen könnte als blanker Zynismus gebrandmarkt werden. Einige Besucher dieser Seite könnten mit einigem Recht auch das Fehlen einer Warnung, etwa dergestalt „Vor dem Genuss fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker“, bemängeln. Nundenn: Dann wünsche ich eben eine erkenntnisreiche Verweilzeit hier, um – nahezu – allen Ansprüchen gerecht werden zu können.


http://img236.imageshack.us/img236/3258/hckeswagen066ji.jpg

Hier fährt der weiter oben bereits abgebildete N 6207 am 28.05.1980 in Richtung Wipperfürth. In Höhe des letzten Wagens etwa befindet sich heute die Straßentrasse, die dort nahezu rechtwinkelig die Bahngleise kreuzt. Ganz am linken Bildrand ist die Wupperbrücke zu erkennen, die ja bereits gezeigt wurde. Interessant ist auch der Überladekran. Der Schrottplatz im Hintergrund ist heute komplett entfernt.


http://img236.imageshack.us/img236/289/hckeswagen0625lw.jpg

Erkennen Sie den Zusammenhang? Auf diesem nunmehr etwa 8 Jahre alten Bild kreuzt die Umleitungsstraße die Gleise. Das linke Gleis geht noch durch, während das rechte gekappt wurde. Im Hintergrund rechts sind bereits Häuser hochgezogen worden, von denen auf dem letzten Schom-Bild noch nichts zu sehen war. heute ist die Fläche jenseits der Straße als Parkplatz zugeschüttet und eingeebnet worden, die Gleise sind aber liegen geblieben. Im Hintergrund vereinigen sich die Schienen vor der Wupperbrücke.


http://img236.imageshack.us/img236/7058/hckeswagen169bb.jpg

Hier ist die Bahnhofsausfahrt unmittelbar vor der Wupperbrücke in heutigen Zustand zu sehen. Die Anschüttung des Parkplatzes erkennt man am unteren Bildrand. Das rechte Gleis führte früher zum Schrotthandel und zur Ladestraße.


Noch ein Wort in eigener Sache: Ich bin verschiedentlich danach gefragt worden, ob es einen Zusammenhang zwischen mir und dem hier unlängst beworbenen Buch „Die Geschichte der Oberbergischen Eisenbahnen“ gibt. Ich lege Wert auf die Feststellung: Es gibt ihn nicht – und das ist auch gut so!

Beste Grüße vom und aus dem

Bergischen!



Eintrag editiert (24.09.05 16:21)

Jeder Dritte, der nach Bildmaterial zu diesem Beitrags fragt, wird erschossen. Zwei waren schon da...

Wenn es nicht so traurig wäre, ...

geschrieben von: 03 1008

Datum: 24.09.05 19:36

... würde ich sagen: Ein herrlicher Bericht (wie immer)! So bleibt mir nur zu sagen: Vielen Dank für die interessanten Fotos und die Hintergrundinformationen!



Eintrag editiert (24.09.05 20:09)

Messzug

geschrieben von: Heinrich

Datum: 24.09.05 21:53

Moin zusammen,

bei dem Messwagen mit Steuerabteil handelt es sich um:
Fahrzeugnummer: 51 80 99-69 007-6 BZA Minden
Bauart: 318.1
Hersteller: Wegmann / 3214
Baujahr: 1956
Umbau: 1962/63
Ausmusterung: 1982

[bdw001.privat.t-online.de]


Gruß Heinrich

[www.eisenbahndienstfahrzeuge.de]

Trauriger Vergleich!

geschrieben von: riprode

Datum: 25.09.05 00:59

Aber aufschlußreich. Danke!

Rheinisch Bergische Grüße
r.

Aua! und eine OT-Frage

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 25.09.05 10:06

Axel, Deine Vergleiche tun echt weh - aber so ist nun mal der Absturz in die Raelität. da kann ich als wasechter Ruhrpötter auch ein Lied von singen. Dort gibt es Areale en masse, wo mich Nicht-Ruhrpötter ungläubig fragen: Wie? Hier war mal ein(e) Zeche/Hüttenwerk/Stahlwerk???? Da gibt es keinerlei Anhaltspunkte mehr.

OT: Wo hattest Du denn in Rellinghausen Deine Studentenbude? Und hast Du im dortigen Umfeld auch den Fotoapparat betätigt?

fragt (uneigennützig)
Joachim

Re: Messzug

geschrieben von: wr4üe

Datum: 25.09.05 10:30

Heinrich hat geschrieben:

> bei dem Messwagen mit Steuerabteil handelt es sich um:
> Fahrzeugnummer: 51 80 99-69 007-6 BZA Minden

Und der andere? Sieht aus wie ein exWRü-152 oder ein exSalonR.

Gruß
Will

...weitere Vergleiche (m. 9B)

geschrieben von: Kalli

Datum: 25.09.05 20:58

Zunächst einmal meinen allerherzlichsten Dank an den Bergischen für diese einzigartigen historischen Aufnahmen von meiner Hausstrecke! Auch wenn mein Arzt mir zur Betrachtung der heutigen Vergleichsbilder ausdrücklich NICHT geraten hat .... dank einer ordentlichen Portion Beruhigungspillen konnte ich es halbwegs verkraften ;-)

Anbei ein kleiner Nachtrag von mir zum Thema "Bahnen um Heukeshoven" einst & jetzt:

http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/HWanno1898.jpg
Die Bediensteten des Hückeswagener Bahnhofs im Jahre 1898. Obwohl zu dieser Zeit der Bahnhof noch an einer Stichstrecke lag, bot er bereits zu für viele Menschen einen sicheren Arbeitsplatz.

Dagegen betrachtet man gut 100 Jahre später die Bahnstrecke nur noch als "entzündeten Blinddarm" (original-Zitat eines städt. Angestellten!!!).

http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/Abbruch_HW.jpg
Artikel der Bergischen Landeszeitung vom 29. Juli 2000


Aber nicht nur am Hückeswagener Bahnhof wurden Tatsachen geschaffen - auch auf anderen Abschnitten der Strecke auf Hückeswagener Stadtgebiet:

http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/HoehsieperT_Westportal1995.jpg
Das Westportal des Höhsieper Tunnels noch zu besseren Zeiten im Frühjahr 1995. Die Strecke wurde noch bis Jahresende von Güterzügen befahren.

Hier nochmal ein Warnhinweis für Menschen mit schwachem Nervengerüst: Bitte das folgende Bild überspringen! ;-)

Im Jahre 2003 entstand vor dem Westportal dieses grausame Bild:
http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/HoehsieperT_Westportal2003.jpg
Irgendwann um das Jahr 2000 wurde still und heimlich (und von der Presse nicht dokumentiert) das Westportal abgerissen und vor der Röhre ein Erdwall aufgehäuft. Auf dem Bild kann man aber noch die obersten Randsteine der Röhre im Sonnenlicht erkennen.

Zum Vergleich das Ostportal:
http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/HoehsieperT_Ostportal1995.jpg
wieder im Jahre 1995...

http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/HoehsieperT_Ostportal2003.jpg
...und im Herbst 2003. Der provisorische Bauzaun wurde von irgendwelchen "Tunnelbewohnern" bereits vor geraumer Zeit beseitigt. Verglichen mit dem ersten Bild vom Tunnel ist hier nun fast kein Licht mehr am anderen Ende zu sehen.... aber auch nur fast... ;-) Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung? Zu schön um wahr zu sein... :-/

... denn spätestens im späten Herbst 2003 hat dann die Verwaltung der Stadt Hückeswagen zum wohl entgültigen finalen Todesstoß für die ehem. KBS 412 ausgeholt:

http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/Winterhagen2003.jpg
Dieser kurze Tunnel der B237 unter dem hohen Bahndamm bei Hückeswagen-Winterhagen war ein zu großes Hindernis für die LKW, welche das neue Industriegebiet Winterhagen/Bergisch Born ansteuerten.

So kam was kommen musste: mit gewaltigem finanziellen Aufwand (1 Million € - auf Kosten des Bundes / H'wagen hätte niemals diese Mittel zur Verfügung gehabt!) wurde dieser Engpass entfernt. Und wie er entfernt wurde! Anfänglich war in der Presse nur von einer Verbreiterung der Fahrbahn die Rede. Es sollte nur soviel vom Damm abgetragen werden wie dies unbedingt erforderlich sein sollte. Tatsächlich wurde der Damm auf gut 100m komplett abgetragen!

Der entstandene Einschnitt ist so groß, dass man ihn nur sehr schwer auf ein Foto bannen könnte:
http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/Winterhagen2004_1.jpg
http://home.arcor.de/kallicompany/Bahn/Winterhagen2004_2.jpg
Stand der Arbeiten kurz vor deren Abschluss im Frühjahr 2004. Das Schild im Vordergrund stand zwar schon so lange vor diesem Damm wie ich denken konnte... sein wirklicher Zweck hat sich mir jedoch erst jetzt erschlossen:

Das Kind (bzw. die Bahnstrecke) ist nun endgültig in den Brunnen gefallen!

Mit Wehmut grüßt Kalli.... :-(



R.I.R. exKBS 412 Remscheid-Lennep -- Wipperfürth -- Marienheide
(Ruhe in Radwegen)

Mahnendes Musterbeispiel einer durch und durch vermurksten Verkehrspolitik!

Danke...

geschrieben von: Der Bergische

Datum: 25.09.05 22:27

...für Deine sehr informativen Ergänzungen, auch wenn sie das Maß an Traurigkeit weiter erhöhen. Ich denke, als nächstes werde ich (noch einmal) was über Wipperfürth "nachlegen"!

Gruß vom und aus dem

Bergischen!

Re: Danke...

geschrieben von: Kalli

Datum: 25.09.05 22:48

Nachschub ist immer willkommen!

Und nochmals danke!



R.I.R. exKBS 412 Remscheid-Lennep -- Wipperfürth -- Marienheide
(Ruhe in Radwegen)

Mahnendes Musterbeispiel einer durch und durch vermurksten Verkehrspolitik!