DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

viele ? zu unvollendeter Strecke Moers-Geldern

geschrieben von: Skyliner

Datum: 13.06.05 18:25

Hallo!Auf vielen alten Streckenkarten der 20er Jahre findet man eine im Bau befindliche Strecke von Moers nach Geldern, die - so wie man vor Ort unschwer feststellen kann - zwar fast fertig gestellt war, aber wahrscheinlich nie in Betrieb genommen wurde. Nun drängt sich die erste Frage auf: Lagen dort überhaupt jemals Gleise? Und dann: Wann war Baubeginn? Welchen tieferen Sinn sollte die Strecke haben (etwa strategisch?)?? Wann und warum wurden die Arbeiten eingestellt (Wirtschaftskrise 20er Jahre? Folge der Versailler Veträge? Ruhrbesetzung? Mangelnde Wirtschaftlichkeit?) ? Gab (gibt?) es ein Bahnhofsgäude in Moers-Utfort? Hauptbahn oder Nebenbahn (für ersteres sprächen die aufwändigen Bauten zur kreizungsfreien Aus- und Einfädelung in Moers und Geldern)? Ich bin für jeden Hinweis dankbar - auch und vor allem für Literaturhinweise!

Beste Grüße, Christoph

Re: viele ? zu unvollendeter Strecke Moers-Geldern

geschrieben von: MucCowboy

Datum: 15.06.05 14:58

Hallo Christoph,

ja, sieht nach einer strategischen Bahn aus der Kaiserzeit aus, die als solche a) wohl Aufmarsch und Nachschub sichern sollte, b) im 1. Weltkrieg nicht mehr fertig wurde und c) durch den Versailler Vertrag rückgebaut werden musste. Typisch ist die Auslegung als Hauptbahn (zweigleisig?), die kreuzungsfreien Anschlüsse und die direkte Trassierung, die oft abseits der Siedlungen verläuft.

In anderen Fällen strategischer Strecken konnte die DRG den zivilen Nutzen nachweisen und musste lediglich ein Streckengleis rückbauen. Geldern - Moers war wohl nicht fertig und damit der Nutzen noch gleich Null. Außerdem waren die Siegermächte (hier wohl Frankreich oder Belgien) sicher sehr an ungebrauchtem, im Krieg nicht verschlissenem Bahnmaterial interessiert. Zudem standen Linien in Richtung auf den französisch-sprachigen Raum zu jener Zeit nicht gerade hoch im Kurs.

Dass die Strecke auch nach 1920 oft noch als "im Bau" auf Plänen verzeichnet ist, ist auch nicht ungewöhnlich. Das kommt auch nach 1945 mit Strecken vor, die zu jener Zeit ein ähnliches Schicksal hatten (z.B. im Bereich Remagen - Gerolstein). Da spielt wohl die Hoffnung mit, auf die schließlich vorhandene Trasse mal wieder Schienen legen zu können.

Sind leider nur Vermutungen, da von meiner Heimat aus diagonal auf der anderen Seite der Republik.

Uli

Re: viele ? zu unvollendeter Strecke Moers-Geldern

geschrieben von: Kölner

Datum: 28.06.05 02:57

Ich hab zufällig neulich ne Luftbildaufnahme der nördlichen Moerser Stadtteile gesehen und gesehen, daß es dort wohl mal einen ziemlich schnurgerade verlaufenden Bahndamm Richtung Westen gab, der wahrscheinlich in Utfort aus der Xantener Bahn ausgefädelt wurde und sich dann gerade südlich Repelen und südlich Kamp-Lintfort in die Pampa erstreckte ....

Ich hab das erst für eine alte Straßenbahnstrecke nach Kamp-Lintfort gehalten, mein 1962er Kursbuch gab leider nur noch den Schienenersatzverkehr der Kreisbahnstrecke nach Kamp-Lintfort her, so daß ich den ungefähren Verlauf der Strecke auch danach nicht rekonstruieren konnte ....

Möglicherweise kennst du dich damit ja etwas besser aus und kannst mir verraten, ob ich mit diesem Damm die von dir erwähnte Strecke meine, oder obs sich dabei um .... was auch immer handelt.
Kölner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich hab zufällig neulich ne Luftbildaufnahme der
> nördlichen Moerser Stadtteile gesehen und gesehen,
> daß es dort wohl mal einen ziemlich schnurgerade
> verlaufenden Bahndamm Richtung Westen gab, der
> wahrscheinlich in Utfort aus der Xantener Bahn
> ausgefädelt wurde und sich dann gerade südlich
> Repelen und südlich Kamp-Lintfort in die Pampa
> erstreckte ....
>
> Ich hab das erst für eine alte Straßenbahnstrecke
> nach Kamp-Lintfort gehalten, mein 1962er Kursbuch
> gab leider nur noch den Schienenersatzverkehr der
> Kreisbahnstrecke nach Kamp-Lintfort her, so daß
> ich den ungefähren Verlauf der Strecke auch danach
> nicht rekonstruieren konnte ....
>
> Möglicherweise kennst du dich damit ja etwas
> besser aus und kannst mir verraten, ob ich mit
> diesem Damm die von dir erwähnte Strecke meine,
> oder obs sich dabei um .... was auch immer
> handelt.

Es ist die geplante Bahnlinie Moers Geldern,die durch die Versailler Vertraege nicht weitergebaut werden durfte
Baubeginn war so 1900 ,dazu wurde,das Baggerloch an der Bahnlinie (Siehst Du westl Repelen) Ausgekiest.
Etwas weiter unterhalb des Baggerlochs,ist der Damm breiter,dort sollte der Bhf Repelen gebaut werden.
Beton Reste sind da ,aber der Unterzeichner weiss es nicht,ob es sich um Reste der Flakstellung handelt
Die ich noch fragen koennte (Und von denen ich viele Weisheiten habe ) sind unterm Torf .
Zu diesem Bahnhof fuehrte von der Moerserstrasse in Repelen die Bahnhofstrasse (Heute Feldmannstrasse )
Im weiteren Verlauf Rchtg Geldern sind noch einige Brueckenbauwerke,ua ist auf diesem Bahndamm die "Moto Cross Strecke Eyller Berg "
Im Sommer werde ich da mal ein paar Bilder einstellen
Bahnhof Repelen nicht zu verwechseln mit dem Bhf Repelen an der Xantener Strecke Heute Bhf Rheinkamp

Ausführliche Antworten zur unvollendeten Strecke Moers-Geldern

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 24.02.14 12:47

Hallo Christoph,

zu Deinen Fragen kann ich ein klein wenig beitragen:

Hallo!Auf vielen alten Streckenkarten der 20er Jahre findet man eine im Bau befindliche Strecke von Moers nach Geldern, die - so wie man vor Ort unschwer feststellen kann - zwar fast fertig gestellt war, aber wahrscheinlich nie in Betrieb genommen wurde.


1) Nun drängt sich die erste Frage auf: Lagen dort überhaupt jemals Gleise?

Nein, nicht wirklich. Schotter lag bereits teilweise, Schwellen und Schienen hat diese Strecke jedoch nie gesehen.

2) Wann war Baubeginn?

Die Planungen für die Bahnstrecke (Oberhausen) - Moers - Sevelen - Geldern begannen 1909 durch einen "überraschenden" Antrag des
preußischen Ministers für öffentliche Arbeiten. Die Inbetriebnahme war für den 1.9.1912 vorgesehen.
Da mit dem Neubau dieser Strecke der heutige (2014) Bf. Geldern auch als Zentralbahnhof für die bis Anfang der 1970er Jahre bestehende Strecke (Venlo) - Straelen - Geldern - Issum - Menzelen - (Wesel) dienen sollte (diese hatte den eigenen Bf. Geldern-Ost), brach in Geldern ein kommunalpolitisches Gezänk um Grundstücke, Grunderwerb, Kosten, Planungen usw. aus, dass die Planungen der Neubaustrecke (Moers - Geldern) jedoch massiv verzögerte.

Als Hauptargument für diese Neubaustrecke führte der pr. Staat die Notwendigkeit einer zusätzlichen Kohlenabfuhrstrecke in die Niederlande an, denn zu jener Zeit verfügten die Niederlande noch über keinen nennenswerten (oder gar keinen) Steinkohlenbergbau in Süd-Limburg und mit dem gerade im Entstehen begriffenen Steinkohlenbergbau um Moers, Neukirchen-Vlyun und Kamp-Lintfort sowie Rheinberg (Rossenray) war mit erhöhtem Kohleaufkommen auf der Schiene zu rechnen.

Da die eingleisige Strecke Rheinhausen - Moers - Kalkar - Kleve sich nicht zur zusätzlichen Aufnahme von schweren Kohlenzügen eignete und zudem die Abfuhr über Moers - Hohenbudberg - Uerdingen - Krefeld - Kempen nach Geldern zu dortigen "Fahrplantrassenschwierigkeiten"
geführt hätte, war eine direkte Abfuhr über Geldern - Goch - Kleve - Nimwegen (Nijmegen) nach "Holland" geplant. Zudem war die Strecke Geldern - Kleve - Nimwegen bereits zweigleisig ausgebaut.

Inwieweit die Bahn auch strategischen "Planspielen" dienen sollte, ist mir bisher nicht bekannt - eine ähnlich hohe strategische Bedeutung wie die diversen Bahnstrecken in Richtung des damaligen "Erzfeind" Frankreich (z.B. die bekannte Kanonenbahn oder die unvollendete Strecke von Neuss-Holzheim in Richtung Eifel) hatte sie jedenfalls nicht.

Anfang 1914 begannen nach langen Verzögerungen endlich die Bauarbeiten, wurden mit Kriegsbeginn zunächst eingestellt, später wieder aufgenommen und erst am Ende des 1. WK endgültig eingestellt.


3) Und dann: Welchen tieferen Sinn sollte die Strecke haben (etwa strategisch?)??

Siehe Antwort zu 2) : Kohlenabfuhrstrecke aus dem Ruhrgebiet bzw. aus dem linksrheinischem Kohlenrevier (als westlichster Teil des Ruhrgebietes) in die Niederlande. Diese Strecke sollte vor allem die südlichen Niederlande und ihre Seehäfen mit Deutschland (Ruhrgebiet) verbinden - quasi eine frühe Form der "Betuwe-Linie".


4) Wann und warum wurden die Arbeiten eingestellt (Wirtschaftskrise 20er Jahre? Folge der Versailler Veträge? Ruhrbesetzung? Mangelnde Wirtschaftlichkeit?) ?

Nachdem der erste Weltkrieg 1918 endete kam es zum berüchtigten Versailler Vertrag: § 43 jenes Werkes sagte, dass "die Beibehaltung aller materiellen Vorkehrungen für eine Mobilmachung auf dem linken Ufer des Rheins und westlich einer 50 Km östlich dieses Stroms verlaufenden Linie untersagt ist".
Darunter fiel auch der Weiterbau (sprich: Vollendung) der Strecke Hamborn - Moers - Geldern, deren Bauarbeiten im Jahre 1918 "kriegsbedingt" zum Erliegen kamen.
Ebenso kam es zur Einstellung der Planungen zur zweigleisigen Gz-Strecke Osterrath - Krefeld - Kerken - Alpen - Menzelen.


5) Gab (gibt?) es ein Bahnhofsgäude in Moers-Utfort?

Ja und nein - an der "Unvollendeten" gab es kein Empfangsgebäude, wohl aber im Bereich des Utforter "Schienenkreuzes" an der heutigen Strecke Duisburg - Moers - Xanten. Dort gibt es ein Empfangsgebäude an einem ex-Hp Utfort, der wohl bis in die 1980er Jahre (mind. bis Frühjahr 1981) in Betrieb war - das privatisierte EG wird heute von einem DB-Lokführer bewohnt.

6) Hauptbahn oder Nebenbahn (für ersteres sprächen die aufwändigen Bauten zur kreizungsfreien Aus- und Einfädelung in Moers und Geldern)? Ich bin für jeden Hinweis dankbar - auch und vor allem für Literaturhinweise!

Hauptbahn



Quellen:

Eigene Unterlagen
Rolf Swoboda: Venloer Bahn Haltern - Wesel - Venlo , VBN Verlag, Berlin, 2010
Thomas Barthels, Armin Möller, Klaus Barthels: Bahnen am Niederrhein, Thomas Barthels Druck-Agentur, Mönchengladbach, 2007
Autorenkollektiv: Eisenbahn am Niederrhein, Stadt Wesel, 2005 (Begleitbuch zu den diversen Eisenbahnausstellungen in Wesel in 2005-2006)

Ich hoffe, es hat weitergeholfen,

in diesem Sinne: Glück Auf!

Schluff

Ah, super!

geschrieben von: Skyliner

Datum: 24.02.14 16:47

Genau das hatte ich gesucht. Besten Dank, auch allen anderen, die sich beteiligt haben.


Glückauf, Christoph



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:02:24:16:48:11.
Ich möchte zu Schluffs richtigen Aussagen noch etwas ergänzen:

Es wird hier immer von der Strecke Moers - Geldern gesprochen. Das ist nicht richtig, denn es handelt sich um die Strecken Oberhausen - Geldern, die 1912 im Abschnitt Oberhausen - Abzw Baerl verwirklicht wurde (ab da dann weiter nach Hohenbudberg). Zu diesem Zeitpunkt war die Ausfädelung der Strecke nach Hohenbudberg in Baerl bereits fertiggestellt. Die Verlängerung von Abzw Baerl in Richtung Geldern wurde bis zum Ende des ersten Weltkriegs unterbaumäßig fertiggestellt - so wie Schluff es beschrieben hat. Der Unterbau dieser Strecke war zweigleisig ausgelegt, allerdings sollte erst nur ein Gleis gelegt werden (ich besaß mal einen Gleisplan des geplanten Bahnhofs Repelen, der mir leider durch Umzug abhanden gekommen ist - aus diesem ging das hervor). Letztlich gab es abschnittweise Schotter, aber keine Gleise...

Im Rahmen der ersten Neuordnung der Eisenbahnen am linken Niederrhein wurde der Abschnitt von Abzw Baerl bis kurz vor dem Haltepunkt Utfort mit einer Verbindungskurve in Richtung Moers gebaut und 1929 in Betrieb genommen. Die Verbindungskurve in Richtung Moers mündet in der Abzw Meerbeck in die Strecke von Rheinhausen über Moers nach Kleve ein und ist heute noch in Betrieb (im Gegensatz zur Strecke von Abzw Baerl nach Hohenbudberg, die Ende der 60er außer Betrieb genommen wurde).

Die restliche Strecke bis Geldern wurde nie fertiggestellt. Heute noch sind diverse Überführungsbauwerke dieser Strecke vorhanden, ebenso Teile des Bahndamms (Gestern noch bin im Bereich westlich Utfort noch auf dem Bahndamm spazieren gewesen...).

Utfort: Der Haltepunkt Utfort an der Strecke Rheinhausen - Moers - Kleve wurde 1978 außer Betrieb genommen, gleichzeitig mit dem Personenzughalt im Bahnhof Rheinkamp - also nicht Anfang der 80er.

Der Haltepunkt Utfort war als ein doppelter Haltepunkt in zwei Ebenen geplant, also ein "Turm-Haltepunkt", wobei es diese Begrifflichkeit bei der Bahn nicht gibt. Es war eine Treppen-Verbindung zwischen den beiden Ebenen vorgesehen. Beide Strecken sollten im Bereich Utfort keine Weichen besitzen, weswegen Utfort auch betrieblich nie Bahnhof werden sollte. Die angesprochenen Treppen waren bis Ende des Personenverkehrs in Betrieb, da die Bahnsteige als Außenbahnsteige angelegt waren und kein Tunnel unter den Gleisen existierte.

Das Empfangsgebäude des Doppel-Haltepunkts wurde Anfang der 90er an einen Privatmann verkauft und steht heute noch an alter Stelle, es sollte auch für die obere Strecke dienen. Es gab also nie eine Planung für ein Empfangsgebäude für die obere Strecke!

Letztlich noch ein Hinweis zu den Verbindungskurven: Es waren nur zwei der vier möglichen Verbindungskurven geplant gewesen: Von Abzw Baerl kommend in Richtung Moers zur Abzw Meerbeck (heute noch in Betrieb) und von Abzw Meerbeck in Richtung Geldern (nie in Betrieb gegangen). Mit der letztgenannten Verbindungskurve sollte sichergestellt werden, dass Moers aus und in beiden Richtungen angebunden ist.

Leider gibt es noch das Märchen, dass es eine Verbindungskurve aus Richtung Abzw Baerl nach Norden zum Bahnhof Rheinkamp in Betrieb gewesen sein soll. Leider gibt es außer einem grauen Strich im berühmten "Strecken-Atlas" aus dem Hause Schweers&Wall keinen Beweis dafür. Dass der Bahndamm für diese Kurve gebaut wurde, ist dank eines Bildes von LEWI hier im Forum unstrittig, nur lagen dort nie Schienen drauf.

Moto-Corss-Bahn in Kamp-Lintfort: Sie wurde schon angesprochen und wer diese besucht, wird dort Brückenwiderlager finden. Unten sollte "unsere" Strecke Oberhausen - Geldern langführen, oben die strategische Strecke von Meerbusch-Osterath nach Alpen.

Auf dieser Karte aus dem Jahr 1917 ist die Strecke zu erkennen:

https://dl.dropboxusercontent.com/u/71868891/Utfort%201917.jpg


Auf der Direktionskarte des Jahres 1944 sah unser "Knoten" Utfort so aus:

https://dl.dropboxusercontent.com/u/71868891/Utfort%201944%20sw.jpg

Auf beiden Karten ist die Kurve nach Rheinkamp als geplant gekennzeichnet...

So, das nur mal so zum Feierabend zu den aufgeworfenen Fragen ergänzt.


Gruß vom Niederrhein
Stefan P.

Spur 0 - was sonst?

Meine Beiträge im HiFo: [www.drehscheibe-foren.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:03:06:22:49:29.
Besten Dank! Ich selbst hatte keinerlei konkrete Unterlagen oder auch nur Literatur gefunden. Ich muss aber auch gestehen, dass ich nur äußerst oberflächlich gesucht habe ;-)


Beste Grüße, Christoph



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:02:24:19:53:14.

Haltepunkt Utfort

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 25.02.14 00:51

Hallo Stefan,

Du hast vollkommen Recht, im mir vorliegenden DB-Kursbuch Gesamtausgabe Winter 1980/81 als "Dienststück" habe ich bei der Strecke Nr. 475 das kleine Autobus-Symbol übersehen und so die Einträge als Zughalte fehlinterpretiert. Beim erneuten Hineinschauen in das Kursbuch fällt mir auf, dass 1980/81 schon erschreckend viele Autobus-Symbole in der Tabelle zur KBS 475 auftauchen, waren das schon erste Vorboten der berühmten DB-Stillegungs-Salamitaktik?
Liege ich richtig, wenn ich vermute, dass die Autobusse die Bahnbusse aus dem Kbw Geldern (Außenstelle von Düsseldorf) waren oder wurden die Fahrgäste damals schon in NIAG-Busse gescheucht?

Grüße in das Gebiet des ehemals geplanten VEBA-Großchemiewerk

Schluff

Re: Haltepunkt Utfort

geschrieben von: stefan p.

Datum: 25.02.14 10:48

Hallo,

Schluff schrieb:
-------------------------------------------------------
> Liege ich richtig, wenn ich vermute, dass die
> Autobusse die Bahnbusse aus dem Kbw Geldern
> (Außenstelle von Düsseldorf) waren oder wurden die
> Fahrgäste damals schon in NIAG-Busse gescheucht?

Du liegst richtig, die DB-Nachfolger der Bahnbusse fahren da heute noch über die B57, diese Linie immer noch ist "NIAG-freies Territorium".

Gruß aus Rheinberg
Stefan
Hallo,
hier ein Bild vom Haltepunkt Utfort aus dem Jahr 1957.


Weitere Bilder zur Bahnstrecke im Forum unter "Utfort"
[www.drehscheibe-foren.de]
HaltepunktUtfort1957.jpg

Mit freundlichen Grüßen

LEWI



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:03:06:20:37:25.

Falls es noch jemand interessiert ....

geschrieben von: co2430

Datum: 24.03.14 12:38

In einer alten Bauakte der Philip Holzmann & Cie. von 1914 bin ich auf folgenden Plan gestoßen, von dem ich einen Ausschnitt zeigen will.
In dieser Akte geht es um eine geplante, aber auf Grund des des Ersten Weltkriegs nie gebaute Schachtanlage III der Zeche Friedrich Heinrich.
Diese Anlage ist nicht identisch mit der 1929 errichteten Schachtanlage Norddeutschland, Schacht III.

Mittig der Karte erkennt man den geplanten Staats-Bahnhof Kamp-Lintfort, sowie im Niephauserfeld einen Zechenbahnhof, erstaunlicherweise nicht
nur für die Zeche Friedrich Heinrich sondern auch für die Rheinpreussen Schächte. Bezeichnet als Aufstellungsbahnhof, rot eingezeichnet.

Nichts davon ist jemals realisiert worden. Gruß Dieter

http://img534.imageshack.us/img534/4302/6qhe.jpg

Re: Falls es noch jemand interessiert ....

geschrieben von: Skyliner

Datum: 24.03.14 13:38

Aber natürlich interessiert mich das! Erstaunlich, wie detailiert die Bahnhofsgleise schon eingetragen sind. Ob die Strecke heute wohl noch in Betrieb wäre?

Beste Grüße, Christoph

Re: Falls es noch jemand interessiert ....

geschrieben von: Andre Joost

Datum: 24.03.14 14:51

Interessanterweise ist der Turmbahnhof mit der stategischen Nord-Süd-Strecke von Büderich nach Holzheim westlich von Haus Eyll eingezeichnet.

Diese nur geplante Nord-Süd-Strecke ist dann einfach mal mitten durch den Dachsberg gezeichnet. Als ob der Niederrhein nicht groß genug wäre, um den Bergen auszuweichen ;-)

Gruß,
André Joost