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 04 - Historische Bahn 

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Pleiten, Pech und Pannen... (12 Bilder)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 26.07.04 21:19

An dieser Stelle mal ein paar Bilder von den nicht ganz so schönen Seiten der Bahn, d.h. Unfälle im Märkischen Kreis, dem Oberbergischen Kreis und dem Kreis Olpe. Leider läuft der Bahnbetrieb nicht immer so pannenfrei ab, wie man sich das wünscht.

Anfang Februar 1996 rammte ein auf der Hönnetalbahn nach Neuenrade eingesetzter 628 an einem Bahnübergang bei Garbeck einen PKW. Der stark beschädigte 928 662 stand noch am 18.02.1996 in Menden (Sauerland).
http://abload.de/img/jul13083k9ses.jpg

Kleine Ursache, große Wirkung: Am 08.08.2003 entgleiste während der Instandsetzung der Strecke Meinerzhagen - Marienheide der letzte Wagen eines Schotterzugs. Leider ist die Entgleisung einer Achse erst aufgefallen, nachdem der Wagen etwa 1.700 Meter fabrikneue Betonschwellen zertrümmert hatte...
http://abload.de/img/jul13079r1sfo.jpg

Den schlimmsten Unfall im Sauerland gab es am 05.12.1991, als ein Güterzug, bespannt mit der 139 310, in voller Fahrt drei Güterwagen rammte, die von einem vorher gefahren Güterzug abgerissen waren und bei Plettenberg-Ohle auf der Ruhr-Sieg-Strecke standen. Bedauerlicherweise kam der Lokführer ums Leben. Mit schwerem Räumgerät und zwei Hilfszügen (unter anderem mit der Siegener 212 019) wurde die Strecke innerhalb von 3 Tagen wieder frei gemacht. Die schwer beschädigte 139 310 wurde wieder aufgearbeitet.
http://abload.de/img/jul130778ts79.jpg

http://abload.de/img/jul13076ujs3m.jpg

http://abload.de/img/jul13078urs0r.jpg

Ein etwas skurriler Unfall ereignete sich am 13.03.1995 in Krummenerl, als sich die 232 288 das Dach an einer zu niedrigen Schotterverladeanlage aufgerissen hat. Teile des Dachs waren nicht mehr profilfrei, die Lok hätte somit weder durch den Schwarzenbergtunnel in Meinerzhagen noch unter dem Stellwerk in Brügge hergepasst. Mit Flex und Seilwinden wurde die 232er wieder streckentauglich gemacht (ein Foto aus Krummenerl, das zweite zeigt den Hilfszug mit 212 313 und der defekten 232 auf dem Rückweg nach Brügge auf der Scherler Brücke bei Meinerzhagen).
http://abload.de/img/jul13086x3sqd.jpg

http://abload.de/img/jul13086ai6sbg.jpg

Etwas heftig auf einen Prellbock geschoben wurde dieser Kbs 442 in Brügge (Westf) Anfang 2000. Am 10.02.2001 stand er da immer noch (und wurde erst im Sommer 2001 mitsamt Prellbock an Ort und Stelle zerlegt).
http://abload.de/img/jul13080egsn6.jpg

Ebenfalls in die Kategorie "Kurioses" fällt diese Panne: Am 09.05.1995 verkehrte ein Schülersonderzug von Bochum nach Olpe, bespannt mit der 41 360. Kurz vor der eigentlich vorgesehen Rückfahrt wurde der abgestellte Zug an den Bahnsteig zurückgedrückt; allerdings wäre es hilfreich gewesen, zuvor die Gleissperre zu öffnen. Da dies nicht geschah, entgleiste der am Zugschluss laufende Reservetender auf der geschlossenen Gleissperre und "parkte" mitten in der Weiche... Erfolg: Zug mattgesetzt, mit 4 Stunden Verspätung erfolgte Abfahrt der rund 400 Schüler mit einer eilig von Dortmund herangeführten 11-Wagen-IC-Garnitur.
http://abload.de/img/jul13082ckske.jpg

Zwischen Dieringhausen und Bergneustadt verkehrten vom 29. bis 31.05.1993 Sonderzüge, bestehend aus 3 Wagen, vorne und hinten bespannt mit den KEG-V60D Nr. 003 und 002. Vermutlich wegen schlechter Gleislage entgleiste am 31.05.1993 der Sonderzug in der Einfahrt des Bahnhofs Derschlag.
http://abload.de/img/jul1308592s05.jpg

http://abload.de/img/jul13084pdskb.jpg

Zuletzt nochmal ein Foto aus Brügge (Westf): Am 15.06.2003 entgleiste die erst eine Woche zuvor frisch hauptuntersuchte V663 der Mittelweserbahn (MWB) auf einer Weiche im Güterbahnhof Brügge, erst einen Tag später konnte sie mithilfe von zwei Autokränen wieder aufs Gleis gehoben werden.
http://abload.de/img/jul130816gsfq.jpg

In der Hoffnung, dass diesen Bildern keine weiteren dieser Art nachfolgen.


Eintrag editiert (26.07.04 21:24)
Edit: Links reaktiviert


Grüße aus dem Volmetal
Uwe
http://abload.de/img/bahnhofschildmeinerzhy3qro.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:01:05:13:58:45.

Muss das sein?

geschrieben von: Joachim Biemann

Datum: 26.07.04 21:59

Hallo allerseits,

meine Meinung:

Unfall-Bilder möge jeder für sich selbst "privat" fotografieren, falls man so etwas antrifft. In (- sagen wir -) zehn, zwanzig oder noch viel mehr Jahren können die vielleicht veröffentlichbar sein, aber auch dann nur vielleicht (eigentlich nur in ausschließlich fachlich begründbaren Zusammenhängen).

In einem Forum, das in erster Linie dem (i. d. R. "schwelgerischen") Erinnern an die Bahn-Vergangenheit dient, scheint es mir jedoch nicht angebracht, solche Fotos zu bringen. Es sind doch mit den dargestellten Vorfällen für die daran beteiligten Eisenbahner, Fahrgäste und Hilfskräfte extreme Probleme, je nach "Fall" eventuell auch viel Leid verbunden. Aber auch ein Unfall ohne Personenschäden ist doch wohl keine Lappalie für die Beteiligten.

Dies hier nicht zu zeigen hätte für mich nichts mit einer Ausblendung einer (mehr oder weniger historischen) Wirklichkeit zu tun; es gab ja im HiFo bereits zuvor Unfallfotos. Vielmehr geht es um Respekt gegenüber den am Geschehen Beteiligten oder gar den Opfern aus einer noch nicht "in graue Vergangenheit" versunkenen Zeit.

Wer sollte sich an solchen Fotos delektieren, vor allem in dieser fast schon massenhaften Menge?

Es grüßt
Joachim Biemann

P.S.: Der Titel des HiFo-Beitrags "Pleiten, Pech und Pannen..." bezieht sich auf eine TV-Sendung, in der man mehr oder weniger lustige Alltags-Tolpatschereien sehen konnte, jeweils begleitet von einem (vom Band eingeblendeten) Gelächter eines fiktiven Publikums.



--------------------------------------------------

VORSICHT: Falscher oder langzeitiger Gebrauch der Tastatur kann zu körperlichen Schäden führen.

[Zitat aus einem PC-Handbuch von DELL]

Re: Muss das sein?

geschrieben von: 52 2006

Datum: 26.07.04 22:09

Welcome to the real world.

Ansonsten müssten sämtliche Bilder deutscher Lokomotiven der DRG bis 1945 aus dem Forum ausgesperrt werden. Ich nenne nur die Stichworte 'Kriegslokomotive' und 'Deportationen', wieviel Leid verbrigt sich dahinter? Mal angenommen ein Überlebender des Holocausts oder Russlandfeldzuges würde 52 xxxx hier im Forum sehen, und genau wissen, das mit dieser Lok seine Familie abtransportiert wurde? Und hier wird über die Schönheit dieser Lok geschwärmt...



Eintrag editiert (26.07.04 22:56)

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

Es muss (leider) sein.

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 26.07.04 23:02

Zugegeben, die Überschrift ist ein bißchen unpassend. Falls irgendjemand hierdurch seine Gefühle verletzt sieht, möchte ich mich dafür in aller Form entschuldigen.
Wie aber Stefan schon treffend bemerkt - welcome to the real world.

Die Bahn besteht halt leider nicht nur aus schönen Zügen, die bei sonnigem Wetter und blauem Himmel durch Blumenwiesen fahren. Wie auch bei allen anderen Sachen, gibt es da auch die "dunklen" Seiten. Ich würde mir auch wünschen, es wäre anders.

Tatsache ist allerdings, das Unfälle passieren. Das ist auf der Straße so, auf dem Wasser, in der Luft, und halt auch auf der Schiene. Aus diesem Grund halte ich es nicht für falsch, auch mal solche Bilder zu zeigen. (Ich bin da übrigens auch nicht der erste, der solche Fotos postet).

Was ich eigentlich erschreckend finde, ist, dass diese acht kleinen und großen Crashs sich innerhalb von 10 Jahren in diesem doch recht kleinen Gebiet (Oberbergisches Land / Sauerland) zugetragen haben.
Da kann man sich dann so seine Gedanken machen, ob die Bahn das sicherste Verkehrsmittel ist. Sehe ich allerdings in der Presse die Meldungen über Autounfälle, bin ich doch, was die Bahn angeht, einigermaßen beruhigt.

Was tatsächlich nicht in dieses Forum gehört, sind Unfallbilder, bei denen Blut, Verletzte oder gar Tote zu sehen sind. Das hat in einem Forum für Eisenbahnfans nichts zu suchen, und das sollte man, wenn es denn nötig sein sollte, solche Bilder zu zeigen, z.B. der Tagesschau oder so bekannten und dubiosen Internetecken wie rotten.com überlassen.

In diesem Sinne: ich wünsche mir persönlich, dass es gar nicht erst zu Gelegenheiten kommt, solche oder ähnliche Fotos zu schießen, da mit den Unfällen zuviel Leid, Trauer, aber auch immense Kosten für alle Beteiligten (wobei dies bei Personenschäden zweitrangig sein sollte), einhergehen.
Wenn es jedoch tatsächlich wieder zu Eisenbahnunfällen kommt, gehört so etwas dann auch in ein solches Forum (im Regelfall natürlich unter News, weniger ins Historische Forum). Das ist halt das wahre Leben, so hart das klingen mag.


[Freiraum zum Nachdenken]



Grüße aus dem Volmetal
Uwe
http://abload.de/img/bahnhofschildmeinerzhy3qro.jpg

Frage zum Unfall bei Plettenberg-Ohle

geschrieben von: SpDrS60

Datum: 26.07.04 23:18

Hi Uwe,

ist Dir näheres zu dem Unglück bei Plettenberg-Ohle bekannt???
Wie konnte es dazu kommen das die Zugtrennung nicht bemerkt worden ist???

mfg. Carsten



Re: Frage zum Unfall bei Plettenberg-Ohle

geschrieben von: Martin Ritzau

Datum: 27.07.04 00:52

Erich Preuß schildert im "Kursbuch des Schreckens" den genauen Hergang des Unfalls. Zusammengefasst kamen mehrere Faktoren zum Tragen:
1) Lokführer hat Zugtrennung nicht erkannt.
2) Fahrdienstleiter Plettenberg erhielt für den betreffenden Streckenabschnitt eine "Rotausleuchtung", d. h. das Gleis gilt als besetzt.
Er dachte jedoch nicht an eine Zugtrennung, sondern vielmehr an eine Störung und beauftragte den Fahrdienstleiter des vorausliegenden Bahnhofs Werdohl eine Räumungsprüfung vorzunehmen (Inaugenscheinnahme des durchfahrenden Zuges hinsichtlich des Vorhandensein des Zugschlusssignals)
3) Fahrdienstleiter Werdohl will angeblich Zugschluss gesehen haben und meldet dies dem Fdl. Plettenberg zurück. Fdl. Plettenberg gibt daraufhin den betreffenden Streckenabschnitt wieder frei.

Kurz danach um 4.05 Uhr fährt der Sgk52042 in die Wagengruppe.

Preuß beschreibt anschließend noch die Rettungsaktion. Da sich zunächst niemand fand, der die herunterhängende Oberleitung abschaltete und erdete, konnte der schwerverletzte Lokführer erst gegen 7 Uhr geborgen werden, der wenige Stunden später in Krankenhaus verstarb.

Re: Frage zum Unfall bei Plettenberg-Ohle

geschrieben von: iw

Datum: 27.07.04 18:13

Hallo,

meiner Erinnerung nach wurde die abgängige Wagengruppe unterwegs angehängt. Bei Temperaturen unter 0 ist die Kupplung bei der Bergfahrt steifgefroren, so dass sie bei einer Bremsung aus dem Haken rutschen konnte. Nach der Zugtrennung bremste die Wagengruppe schneller als der Zug, so dass sich ein gewisser Abstand bildete. Als der Tf nach hinten ging und den Bremshahn schloss, konnte er die Wagen nicht sehen. Außerdem war beim Anhängen der Wagen das Zugschlusssignal nicht entfernt worden. So glaubten sowohl der Tf als auch der Fdl, dass der Zug komplett sei.

Gruß
iw

Re: Weitestgehende Zustimmung

geschrieben von: Andreas

Datum: 27.07.04 21:43

Hallo Uwe,

so "zwischendrin" halte ich Deine Unfallbilder einmal für ganz interessant anzuschauen.
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass jetzt nicht jeder sein Archiv nach so etwas durchforsten soll. Wenn hier angenommen jetzt jeder 3. Beitrag Unfälle zeigt (auch wenn sie meinetwegen 30 Jahre her sind), wird´s langweilig. Schließlich sind solche Vorkommnisse nicht so harmlos, wie etwa ein entgleister Waggon auf der Modellbahn.

Viele Grüße,
Andreas

Re: Frage zum Unfall bei Plettenberg-Ohle

geschrieben von: Carsten Frank

Datum: 27.07.04 22:53

Wenn ich mich recht erinnere trug der letzte Wagen kein Zugschlußsignal, aber eine rötlich ausgebesserte Fläche, die der Fdl Werdohl vermutlich aus Schlußscheibe erkannt haben soll.

Gruß
Carsten



Re: Muss das sein?

geschrieben von: Trainlover

Datum: 30.07.04 11:45

Mal Nachrichten geschaut? Da wird jeden Tag über Kriege, Unfälle, Terroranschläge usw. berichtet! Soll man das auch abschaffen? Die Welt besteht nicht nur aus eitel Sonnenschein. Und die Bilder von den Unfällen hier sind ja wirklich nicht soo schlimm. Wie andere schon sagten, es sind keine Personenschäden zu sehen sondern nur Materialschäden, von daher kann man das ruhig zeigen finde ich. Es ist sogar interessant anzuschauen meiner Meinung nach. Natürlich wünscht sich keiner das sowas passiert, aber es passiert nunmal...