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 04 - Historisches Forum 

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Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 30.08.26 16:03

Hallo miteinander,


nach einer langen Zeit ohne neue Beiträge muss ich ja mal weitermachen und so habe ich heute einmal drei Bilder von Gerd Kleinewefers "ausgegraben", auch wenn es keine Geschichte dazu gibt und es ergo auch kein langer Beitrag wird. Die österreichische 95 ist in diesem Fall die Baureihe 95.1 der ÖBB. 95 113 konnte Gerd Kleinewefers am 26. Juni 1970 in Wiener Neustadt(Edit, nach Hinweis unten) in Bruck an der Leitha Frachtenbahnhof aufnehmen, offensichtlich ist sie gerade mit einem Zug angekommen oder hat G-Wagen rangiert und wird abgekuppelt. Jedenfalls legt das die Reihenfolge der Bilder auf dem Filmstreifen nahe, sie sind nach der Reihenfolge der Filmnummern eingestellt.

https://www.traktionswandel.de/pics/foren/hifo/sammlung/1970-06-26_Bd33_95113-OeBB_WienerNeustadt_GerdKleineswefers_1000.jpg

https://www.traktionswandel.de/pics/foren/hifo/sammlung/1970-06-26_Bd34_95113-OeBB_WienerNeustadt_GerdKleineswefers_1000.jpg

https://www.traktionswandel.de/pics/foren/hifo/sammlung/1970-06-26_Bd35_95113-OeBB_WienerNeustadt_GerdKleineswefers_1000.jpg

Im Gegensatz zu Baureihe 95 der DR war die österreichische 95 ein Leichtgewicht mit 15 t Achslast. In Dienst gestellt wurden sie ab 1922 bei der BBÖ als Baureihe 82. Bemerkenswert finde ich dan Antrieb an der 4. Kuppelachse und die dadurch notwendige lange Kolbenstange, sowie den Giesl-Ejektor mit Klappe - wozu?

Mehr Daten etc. gibts natürlich bei wikipedia: BBÖ Baureihe 82

Ich habe jetzt nicht recherchiert, wie lange die 95 in Wien noch aktiv waren bzw. welche Einsätze sie noch hatten, allzuviel wird es aber nach 1970 nicht mehr gewesen sein. Vielleicht weiß jemand mehr dazu?

Grüße
Rolf





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.08.26 21:38.

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Bw Betzdorf

Datum: 30.08.26 16:54

Hallo Rolf,
Vielen Dank für die Bilder. Sehe diese Baureihe jetzt wirklich bewusst zum ersten Mal. Österreich ist nicht so mein Bereich, obwohl es ja von Augsburg mal gerade so um die Ecke liegt.
Im Gegensaz zur bulligen deutschen Variante gefällt mir diese sogar viel besser. Irgendwie harmonischer.

Christoph

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Steffen Lüdecke

Datum: 30.08.26 17:54

Lieber Rolf,

vielen Dank für diese raren Betriebsbilder der österreichischen 95er.

Dass die Loks den Antrieb auf der 4. Kuppelachse hatten, fiel mir durch Deinen Hinweis erst jetzt auf. Schaut irgendwie tricky aus!

Auch wenn hier im Forum ausländische Loks nicht auf allzu großes Interesse stoßen, so würde ich mich freuen, wenn Du gelegentlich wieder einen Blick nach Österreich wirfst.

Schöne Grüße
Steffen

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Jan A.

Datum: 30.08.26 18:09

Hallo Rolf,

das macht mich jetzt fertig, dass Deine Bilder der 95.113 im Juni 1970 entstanden sind. Ich war ein knappes Jahr vorher, am 30.7.1969, in Wiener Neustadt. Damals verbrachten wir den Sommerurlaub der fünfköpfigen Familie in Österreich, und auf der Fahrt per Pkw vom Neusiedler See nach Graz stießen wir zufällig auf Dampfloks in Wiener Neustadt. Allerdings waren es „nur“ 152, 77 und 93. Die mächtige, uns ganz unbekannte Reihe 95.1 wäre die Krönung gewesen, aber sie war leider nicht zu sehen.

Viele Grüße
Jan

152.3367 am 30.7.69 in Wiener Neustadt
00082b.jpg

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Erhard Ditz

Datum: 30.08.26 18:09

Hallo Rolf,
das waren zweifellos imposante Maschinen, die ich selbst leider nicht mehr im Einsatz erlebt hatte. Imposant muss zweifellos deren Akustik gewesen sein, wenn sie als Schub- oder Vorspannunterstützung schwere Züge über den Semmering wuchteten.
Viele Grüße
Erhard

Die anderweitige Verwendung der von mir eingestellten Fotos ist nur mit meiner jeweiligen Zustimmung gestattet.

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: LDH2200

Datum: 30.08.26 18:51

95.113 war die letzte betriebsfähige Lok dieser Reihe und wurde mit der 95.112 1972 ausgenustert.

Das Foto entstand aber nicht in Wr Neustadt sondern in Bruck an der Leitha Frachtenbahnhof.

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Klaus Groß

Datum: 30.08.26 20:01

Moin Rolf,

das war eine gute Idee, die Fotos von ÖBB-95ern zu zeigen, zumal solche Bilder hier eher selten zu sehen sind. Ich habe vor ein paar Jahren mal etwas über die Maschinen recherchiert, und bin auf diese Liste gestoßen [www.bahntechnisches-bildarchiv.at], die Daten über die Ausmusterung der Maschinen enthält.

Gruß
Klaus

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Rolf Schulze

Datum: 30.08.26 23:04

Hallo Klaus,

vielen Dank für den Link zum Bahntechnischen Bildarchiv, wirklich eine tolle und informative Seite, die ich mir gleich gespeichert habe.

Grüße
Rolf

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: hmmueller

Datum: 31.08.26 08:22

Zum Deckel habe ich nichts finden können, weder in Slezaks (Werbe-)Schrift zum Gieslejektor (IAL 7) noch in Giesls Büchern. Es mag sein, dass das Hh wegen hölzerner Dachkonstruktion das wollte - ich weiß nicht, ob und welches Funkensieb bei den 95ern vorhanden war, v.a. so spät in ihrer Lebenszeit.
Die lange Treibstange stammt von Gölsdorf, von dem Rihosek das Triebwerk übernommen hat.

H.M.

==== Von Stellwerken und anderen Maschinen: [stellwerke.blogspot.co.at] - Meine Eisenbahnliteratur ====

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Wolfram D.

Datum: 31.08.26 08:58

hmmueller schrieb:
Zum Deckel habe ich nichts finden können, weder in Slezaks (Werbe-)Schrift zum Gieslejektor (IAL 7) noch in Giesls Büchern. Es mag sein, dass das Hh wegen hölzerner Dachkonstruktion das wollte - ich weiß nicht, ob und welches Funkensieb bei den 95ern vorhanden war, v.a. so spät in ihrer Lebenszeit.
Die lange Treibstange stammt von Gölsdorf, von dem Rihosek das Triebwerk übernommen hat.

H.M.
Das ist richtig, die 82 stammt im Laufwerk - wie auch die Rh 81/181 und die Rh 80 direkt von der Rh 180 ab, bei der Gölsdorf sein Prinzip des Bogenlaufs für E-Kuppler verwirklicht hat - 1., 3. und 5. Achse seitenverschieblich, daher musste die Treibachse an die 4. Stelle rücken.
Die Klappe am Giesl würde ich auch als Teil des Mikrofunkenfängers sehen, bei den Schafbergbahn-Lok ist das heute noch gut zu sehen.

Gruß
Wolfram


Wer zehn Stunden lang Formulare ausfüllt, die niemand braucht, ist nicht produktiver als jemand, der nach acht Stunden damit aufhört. (BLZ, 13.08.2026)

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 31.08.26 12:21

Hallo Rolf,

danke für die tollen Bilder, war Ende der 60er mehrfach mit den Eltern im Burgenland an der Pamhagenbahn (St. Andrä), aber die Loks sind mir leider nicht begegnet
Wolfram D. schrieb:
...Die Klappe am Giesl würde ich auch als Teil des Mikrofunkenfängers sehen, bei den Schafbergbahn-Lok ist das heute noch gut zu sehen.

Gruß
Wolfram
Hallo Wolfram,

Die Schornsteinklappe scheint mir Blech, kein Sieb? Diese 95er (ÖBB 82) waren ja zunächst Schiebeloks am Semmering, deshalb nur 15t Achslast. Dort mussten sie bestimmt öfters unter Dampf in Mürzzuschlag auf die nä. Leistung warten. Um den Saugzug und damit den Kohlenverbrauch zu mindern hat man wohl mit der Klappe den Schornstein abgedeckt?
95 112 steht als Denkmal in Payerbach

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: hmmueller

Datum: 31.08.26 15:14

Hm ... den Saugzug braucht man doch nicht "mindern": Wenn der Regler zu ist und der Hilfsbläser auch, geht überhaupt kein Dampf durch den Schornstein, d.h. es gibt keinen Saugzug und keinen Energie=Kohlenverbrauch (naja - außer was eine Dampflok sonst so an Energie verbraucht - z.B. Injektor, Luftpumpe, Dynamo - und verliert - Kesselabstrahlung, ...).

Funkenfänger seh ich an dem Deckel auch nicht - und wäre auch nicht sinnvoll: Ein Funkenfänger im Schornstein soll ja kein Deckel sein, sondern möglichst offen, also ein Rahmen mit Gittereinsatz.

Hm ... H.M.

==== Von Stellwerken und anderen Maschinen: [stellwerke.blogspot.co.at] - Meine Eisenbahnliteratur ====




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.08.26 15:15.

Re: Die österreichische 95er (3 B.)

geschrieben von: ICE

Datum: 31.08.26 15:21

Moin,

als Schiebeloks standen die Loks viel herum, die Klappe verhindert Wärmeverluste. Der Giesl dürfte auch im Stillstand durch natürlichen Wind ordentlich Zug gemacht haben, was natürlich unerwünscht ist.

Spekulierende Grüße - Helmut (ICE)

Vielen Dank für die Bilder!

geschrieben von: Josef Radulnig

Datum: 31.08.26 22:07

Vielen Dank für die wunderbaren Bilder!

Ein Bekannter von mir ist während seiner Ausbildungszeit und später als Heizer in den 1960er-Jahren noch auf den 82ern gefahren. Ich schreibe bewusst „82er“, weil er eigentlich immer von der 82er gesprochen hat und nie von der BR 95.
Er hat jedenfalls regelrecht von ihnen geschwärmt. Angeblich waren sie gemeinsam mit den 52ern im Umlauf eingesetzt, und man war immer froh, wenn man keine 52er erwischte. Im Winter wurden die 82er scheinbar auch im Schneeräumdienst mit Klima-Schneepflügen rund um Wien eingesetzt.

Rolf Schulze schrieb:
Giesl-Ejektor mit Klappe - wozu?

Das ist einfach der Kamindeckel, der dort mit Scharnieren befestigt ist.

Der kommt auf den Kamin, wenn die Lok beispielsweise über Nacht oder länger abgestellt wird, damit sie nicht so rasch auskühlt. Die meisten Loks hatten so einen Deckel immer mit, wenn längere Wende- oder Aufenthaltszeiten zu erwarten waren.
Untergebracht wurde er irgendwo am Umlauf, im Rahmenbereich oder am Wasserkasten. Bei Loks mit Rundkamin, etwa der Reihe 93, auch gerne einmal am Sanddom. So spart man sich zumindest, das schwere Ding jedes Mal irgendwo hinaufheben zu müssen.

Zur Feuerführung, bevor der Deckel draufkam, habe ich im Laufe der Jahre die verschiedensten Anekdoten und Methoden gehört. Ebenso zu den Dingen, die sich bei solchen Aufenthalten sonst noch abgespielt haben.

Aber nachdem das vermutlich alles nicht ganz der deutschen Norm entspricht, werde ich hier lieber nicht näher darauf eingehen. Ich weiß ja inzwischen, wie so etwas hier ausgeht...

Viele Grüße Josef



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.08.26 22:11.

Re: Vielen Dank für die Bilder!

geschrieben von: lokstatistik

Datum: 01.09.26 21:05

Bahnmedien.at hat 2021 einen Bildband zur Gänze der ÖBB-Reihe 95 gewidmet. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob noch Exemplare des Buches erhältlich sind.
ISBN 978-3-903177-39-0
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