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Moderatoren: Heiko Focken - Th.D.

Re: [SG] Neues vom Obusbetrieb - altes geht und neues kommt

geschrieben von: K66

Datum: 07.09.21 21:03


Tz 4683 schrieb:
Hej,

danke für die Bilder - Schade um die Berkhof und Van Hool - Aber so ist das halt...

Besonders die Berhof fand ich interessant wegen dem Sound, aber beide Typen haben gemein, das die unglaublich eng bestuhlt sind und ich in Reihensitzen nur schräg sitzen kann.
Nun ja, aber man muß auf der anderen Seite auch sehen: „Welche Busserie bringt es schon auf über 1 Million Kilometer pro Fahrzeug (Van Hool) und mehr als 20 Jahre Einsatzdauer (Berkhof und Van Hool)“?

Ich meine - nicht allzu viele - oder? Und nach einem so erfüllten Einsatzleben können zum einen bestimmte Ersatzteile rarer werden und zum anderen auch die Fahrzeuge es langsam mal „über haben“. Das dürfen sie dann auch und sie haben ihren Zweck damit mehr als erfüllt.

Das gute ist aber, das es jetzt endlich auch wieder - nicht nur neue - sondern auch „zeitgemäßere“ Fahrzeuge gibt. Denn auch die Obustechnik hat in den letzten 20 Jahren einen Sprung gemacht. Und - die Berkhof und Van Hool waren seinerzeit nach den sehr beliebten und bewährten MAN Obussen aus den 80er Jahren ein Kompromiss. Ein Kompromiss, der den Fortbestand des Obusbetriebs überhaupt möglich machte. Denn Mitte der 90er Jahre galt die Zukunft in Solingen plötzlich für den Obus gar nicht mehr als „so sicher“. Mit verschiedenen Einsparungsmaßnahmen (u.a. Flottenverkleinerung durch Verkauf von 7 Fahrzeugen und Reduzierung des Reservebestand) und letztlich dem Beschluß durch Beitritt zu Einkaufsgemeinschaften mit anderen Obusbetrieben günstigere Einkaufskonditionen zu erzielen, war der Kauf neuer Obusse erst durch die Politik wieder abgesegnet worden. Da in diesen Einkaufsallianzen zunächst Arnheim und später Esslingen und Salzburg Partner waren, mußte man sich letztlich auch deren Interessen ein Stück weit beugen. Arnheim kaufte vom Typ Berghof Premier AT 18 22 Stück - Solingen wollte im ersten Beschaffungslos für insgesamt 35 Fahrzeuge aber erst einmal nur 15 Wagen beschaffen. So kam dieser damals neue Obustyp in die Klingenstadt - quasi vom Reissbrett weg - ohne das die besonderen Solinger Belange ausreichend Berücksichtigung gefunden hätten (wie z.B. eine zweite angetriebene Achse wegen der besonderen Topographie, wie sie zuvor etwa die MAN Obusse hatten).

Beim Van Hool AG 300 T verhielt es sich auch nicht viel anders - außer, das dieser Hersteller schon verschiedene Fahrzeuge für diverse Kunden im Ausland als Referenz vorweisen konnte.

Aber, beide Serien waren letztlich ein Kompromiss und quasi der Preis dafür, das man am Obus festhalten konnte. Erst mit den 15 Hess Swisstrolley, die verhältnismäßig spät nach den Van Hool und Berkhof Fahrzeugen als Ersatz für die letzten MAN Solo-Obusse kamen, erlaubte man sich wieder einen richtig guten Obustyp, der sich insbesondere in den harten Wintern 2009 und 2010/11 direkt bewährte, da seine Wintertauglichkeit als Schweizer Qualitätsprodukt deutlich mehr gegeben war als die der Van Hool und Berkhof Obusse. Das es damals noch nicht Solaris sondern Hess wurde hatte aber auch preisliche Gründe, denn durch einen damals günstigen Kurs des Schweizer Franken zum Euro waren diese Obusse erstaunlicherweise günstiger zu beschaffen.
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 Re: [SG] Neues vom Obusbetrieb - altes geht und neues kommt
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07.09.21 21:03