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Moderatoren: Heiko Focken - Th.D.

Re: [B] Machbarkeitsstudie für O-Busse in Spandau (mL)

geschrieben von: Marienfelde

Datum: 13.02.20 20:42


gasbahn schrieb:
Hallo zusammen,

die Berliner Morgenpost berichtet über eine Machbarkeitsstudie der Senatsverwaltung für O-Busse in Spandau: [www.morgenpost.de].
Demnach wird empfohlen, die Linien M32, M49, X49 und X34 auf O-Bus mit Fahrleitungen umzustellen. Auf der M32 sollen dabei Doppelgelenkbusse zum Einsatz kommen.
Die Machbarkeitsstudie (Obacht: Es sind 309 Seiten) ist auch öffentlich zugänglich: [fragdenstaat.de]

Einige (wenige) Zitate daraus (Ich weiß, es ist eine Zumutung, aber nicht ganz unwichtig):

(S. 14): "Der Hybridoberleitungsbus (HObus, Streckenlader) vereint die betriebserprobte und zuverlässige Technik von konventionellen Oberleitungsbussen mit moderner Batteriespeichertechnologie. Er ermöglicht auf diese Weise einen leistungsfähigen und verlässlichen Betrieb ohne Einschränkungen, insbesondere für Linien mit hohem Passagieraufkommen und langen Umläufen. Durch den Einsatz eines Energiespeichers an Bord der Fahrzeuge können Abzweige, Kreuzungen oder Streckenabschnitte, wo eine Elektrifizierung aufwändig oder aus ästhetischen Gründen unerwünscht ist, fahrleitungsfrei ausgeführt werden."

(S. 14-16): "Die Möglichkeiten eines HObusnetzes wurden am Beispiel von Berlin Spandau untersucht. Spandau hat ein großes Omnibusnetz mit stark gebündelten Linien und dichten Takten. Die Fahrgastnachfrage ist hoch, erfordert damit hohe Kapazitäten und wächst kontinuierlich. Der Omnibusbetriebshof liegt in zentraler Lage.

Die Voraussetzungen zum Aufbau eines HObusnetzes sind deshalb günstig. Für das untersuchte Netz mit einer Länge von ca. 235 km und 14 berücksichtigten Buslinien wurden für den Einsatz von bis zu 187 HObussen (Gelenk- und Doppelgelenkbusse) verschiedene Szenarien für die Konfiguration der elektrischen Fahrzeuge mit Energiespeichern und die Ausgestaltung und Dimensionierung der elektrischen DC 750 V Netzinfrastruktur erarbeitet.

Wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass ein HObussystem für Spandau technisch machbar und wirtschaftlich ist. Basierend auf einem Szenario A, das als Ausgangsszenario einen hohen Fahrleitungsanteil hat, wurde ein Szenario B mit einem minimierten Fahrleitungsanteil iterativ entwickelt. In einem dritten Szenario C wurde die gemäß Berliner Nahverkehrsplan 2019-2023 und Wissenschaftliche Beratung des BMVI zur Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie des Landes vorgesehene Implementierung einer Straßenbahn in Berlin-Spandau in Form eines reduzierten Betriebsprogramms für den HObus berücksichtigt.

Einzelne Buslinien wurden dabei als durch die Straßenbahn substituiert angenommen. Ein wesentliches Ergebnis der technischen Untersuchung ist, dass der notwendige Fahrleitungsanteil für die zur Realisierung empfohlenen Varianten zwischen 63% (Szenario B) und 54% (Szenario C) der jeweiligen betrieblichen Netzlänge liegt.

Die Investitionen in die Infrastruktur belaufen sich auf rund 121 Mio. € im Szenario B und 95 Mio. € im Szenario C. Auf Basis der Ergebnisse der technischen Machbarkeit wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Hierzu wurden für die Szenarien des HObussystems die Investitionen und die laufenden Betriebskosten über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren ermittelt.

Diese wurden mit den Betriebskosten eines konventionellen Dieselbusbetriebs und anderer möglicher Elektrobus-Technologievarianten (Depotladung und Gelegenheitsladung an den Endstellen (Endstellenladung)) verglichen. Die dafür notwendigen wirtschaftlichen Kenngrößen für Dieselbusse sowie Depot- und Gelegenheitslader wurden von der BVG für diese Studie bereitgestellt. Im Vergleich der Erstinvestitionen (Summe aus Infrastruktur und Fahrzeuge) liegt der HObus (Gesamtnetz, Szenario B) mit rund 310 Mio. € etwa 50 % über denen des Depot- und Gelegenheitsladers (rund 200 Mio. €).

Im Ergebnis der Gesamtkostenbetrachtung, d. h. der projektspezifischen Lebenszykluskostenrechnung (Investitionen und Betriebskosten über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren) sind die auf den Platzkilometer bezogenen Annuitäten (siehe Abbildung 1-1) der verschiedenen HObusszenarien in vergleichbarer Höhe und trotz höheren Erstinvestitionen niedriger als bei den Elektrobussen in der Ausführung als Depot- und Gelegenheitslader (zwischen 10 % bis zu 20 %).

Wesentliche Gründe dafür liegen im geringeren Fahrzeugbedarf und einem geringeren Betriebsaufwand des HObusses, da durch das Nachladen unter der Fahrleitung während der Fahrt keine zusätzlichen Ladezeiten an den Endstellen oder im Depot erforderlich sind. Zudem fallen bei den Depot- und Gelegenheitsladern wegen der größeren erforderlichen Batterien höhere Kosten beim Auswechseln an (Lebensdauer der Batterien: ca. 6 Jahre). Darüber hinaus ermöglicht das HObussystem den Einsatz von Doppelgelenkbussen, wodurch eine Beförderungsleistung erreicht werden kann, die vergleichbar ist mit einem Straßenbahnsystem. In der Machbarkeitsstudie und in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde der Einsatz von Doppelgelenkbussen auf einzelnen Linien für den HObus unterstellt."

(S. 17/18): "Die Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit eines kleineren HObusnetzes (Szenario C), das ergänzend zu einem unterstellten Straßenbahnsystem in Spandau verkehrt, zeigen vergleichbare wirtschaftliche Kenngrößen, sodass auch eine parallele Entwicklung beider Systeme wirtschaftlich und verkehrlich sinnvoll möglich ist.

Es wird empfohlen, über die Einführung eines Straßenbahnsystems im Untersuchungsgebiet, wie im Nahverkehrsplan Berlin 2019-2023 vorgesehen, aufgrund der längeren Planungs- und Realisierungshorizonte im Vergleich zu einem HObussystem bedarfsorientiert zeitnah zu entscheiden und so die Grundlage zur Festlegung für eines der erarbeiteten Szenarien zu legen.

Die Implementierung eines HObusses in Spandau steht nicht in Konkurrenz zu den Straßenbahnplanungen im aktuellen Nahverkehrsplan des Landes Berlin. Vielmehr ist der HObus eine „schnellere“ Antwort auf die perspektivisch hohe Verkehrsnachfrage. Prinzipiell ist es möglich Unterwerksstandorte und die elektrische Unterwerksausrüstung des HObussystems für zukünftige Straßenbahnprojekte zu nutzen."

So, ich glaube, jetzt ist es mehr als genug - wer "heiß" ist, klicke auf den obigen Link.


Noch einen schönen Donnerstagabend wünscht Euch
Marienfelde



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.20 06:06.
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