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Dostos - Meine ersten Innotranseindrücke

geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

Datum: 18.09.18 21:17


Auf der Innotrans stehen jede Menge Dostos. Perfekt zum Vergleichen:

1. Siemens Desiro HC für den RRX
2. Skoda für den München Nürnberg Express
3. Hitachi "Rock" für Italien
4. Stadler Kiss für Mälab (breites Lichtraumprofil)
5. Dostos aus dem DB Bestand

zu 1.) Ich bin positiv überrascht, wie großzügig die Raumwirkung im Siemens Desiro HC geworden ist. Der Luftraum über den Aufgängen wirkt schon bald üppig. Positiv finde ich unten, die Gepäckablagen mit dünnen Profilen, die einerseits halbwegs Platz für Gepäck bieten und andererseits halbwegs die Kopffreiheit wahren. Ebenfalls haben mir die Rampenlösungen gefallen, weil sie kaum auffallen. Ich habe jetzt nicht nachgemessen, aber ob da ein Handgepäckrolli rein passt, mag ich bezweifeln. Da wäre dann an der falschen Stelle gespart. Im Obergeschoss wirkt der Deckenraum unangenehm eingeschnürt. Positiv empfinde ich oben die Seitenwandkonstruktion, die im Fußraum wenig einengt, aber dafür bis ungefähr zur Lehnenhöhe etwas von der Breite nimmt, wo sie kaum stört. Etwas irritiert haben mich im Wagenübergang die Klappbleche, wie man sie aus alten Wagen kennt. Ich hätte hier eher einen modernen Wagenübergang, wie im ICE erwartet.
zu 2.) Den Skoda finde ich vom Innenraumeindruck weniger gut gelungen. Dort nehmen dicke Profile an den Gepäckablagen, in denen Reservierungsanzeigen verbaut zu sein scheinen, wichtige Höhe. Dennoch sind auch hier die Ablagen halbwegs brauchbar. Da die Treppen zwischen den Türen angeordnet sind, fehlt hier der Großraumeindruck, den besonders die Hocheinstiegsdostos von Bombardier bieten. Zudem blockieren die Treppen, Toiletten oder Wände die Durchsicht. Dem Zug fehlt dadurch innen die Übersichtlichkeit und Transparenz. Oben wird das nicht besser. Eine Treppe in das Obergeschoss läuft mittig durch einen langen, schmalen Gang. Ich könnte mir vorstellen, dass da so mancher Platzangst bekommt. Die meisten Treppen und Gänge sind jedoch an der Außenseite geführt, so dass es da auch Fenster gibt. Das wirkt dann schon deutlich angenehmer, obgleich es auch da nicht sonderlich breit ist. Unangenehm ist mir im Obergeschoss der Aufgang an der Seite aufgefallen. Die Wand vom Aufgang zwängt einen Sitz in eine Nische. Das mag dort ein Gefühl von Geborgenheit geben (vgl. ICE1 Sitz hinter der Gepäckablage), aber es stört den Raumeindruck. Auch gab es in einem Wagen oben eine Unterteilung in 1. und 2. Klasse Bereiche. Die daraus entstehenden Räume wirken unangenehm klein. Was ich oben interessant fand, wie sich die Rampe im Unterdeck ausgewirkt hat. Die letzte 3er Sitzbank, die mit dem Rücken zur Decke über dem Eingang zeigt, ist leicht in die Mitte versetzt angeordnet und ruht auf einem Podest. Als Fahrgast hat man von dort den Raum gut im Blick. Die Sitzreihe davor hat noch ungefähr die Hälfte des Fußraums den letzten Teil der Rampe. Auch das finde ich ok. Da habe ich mich gefragt, warum man nicht grundsätzlich auf Rampen im Untergeschoss gesetzt hat. Das Zwischengeschoss an den Wagenenden wirkt angenehm geräumig.
zu 3.) Der Hitachi Rock dürfte für ein sehr kleines Lichtraumprofil ausgelegt sein. Dennoch empfinde ich hier vom Profil her den Raum im Obergeschoss am angenehmsten. Mutmaßlich kommt das daher, dass der Oberstock niedriger liegt und daher die Fenster höher und steiler angeordnet sind. Im Untergeschoss hat es dann auch den für die kleinen Profile typischen vertieften Gang in der Mitte. Was mir beim Hitachi Rock auch noch aufgefallen ist, ist das Obergeschoss vor dem Stromabnehmer, welches nur von vorne erreicht werden kann. Es bildet also eine Sackgasse. Das hatte ich hier ja mal gefragt, ob so eine Sackgasse denkbar sei. Die Sackgasse beginnt im Untergeschoss. Wenn ich richtig gezählt habe, sind in der Sackgasse 50 Sitze verbaut. 5 Sitze davon sind im Zwischengeschoss und 45 Sitze sind im Obergeschoss. Im Bus liegt die Grenze bei 50 Sitzen, bis wohin man das Oberdeck mit nur einer Treppe anbinden darf. Es könnte also sein, dass das auch bei den Zügen gilt.

Das lässt mich spontan wieder für einen Dosto plädieren, der wie der Skoda nur zwischen den Türen einen Oberstock hat und nur durch eine mittige Treppe erschlossen wird. Dort liegt dann jeweils eine Sackgasse im Oberdeck im Übergang zum Türbereich im Untergeschoss zu beiden Seiten. Das bedeutet aber auch, dass man hier gut mit Rampen im Obergeschoss wie beim Skoda arbeiten kann, da dort nur die Fahrgäste auf ihre Plätze kommen müssen, aber kein Durchgangsverkehr besteht. Eine solche Sackgassenanordnung gibt es auch im TGV Duplex im Untergeschoss und in den Endwagen im Obergeschoss (!?). Grundsätzlich hat so eine Sackgassenanordnung im IR und IC Verkehr den Charme, dass sie Bereiche vom Durchgangsverkehr im Zug abklemmt und somit dort mehr Ruhe schafft. Der Verzicht auf eine Treppe bringt zudem mehr Sitze und viele Sitze davon liegen im einstöckigen Teil des Wagens.

zu 4.) Es ist schon beeindruckend, wie viel Ellenbogenfreiheit durch die breiten Wagenkästen entsteht.

zu 5.) Was die Ablagemöglichkeiten für Gepäck anbelangt, sind die neuen deutlich besser. Das fällt hier im Vergleich besonders auf.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:09:18:21:17:51.
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