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 21 - Stuttgart 21 

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In dieses Forum gehören alle Diskussionen und News zum Thema "Stuttgart 21". - Eine dringende Bitte an alle Beitragsverfasser: Sachlich bleiben - ganz gleich, ob man für oder gegen dieses Projekt ist. Beleidigungen und Verleumdungen sind auch in diesem Forum NICHT gestattet!
Moderatoren: Rönshausener - TCB
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Manu Chao schrieb:
Es sollten hier mehrere Dinge die sauber unterschieden werden sollten:
1) Waren die Angebote die eine TBM einsetzen wollten günstiger als die die andere Verfahren nutzen wollten?
2) War das Angebot welches gewonnen hat höher oder niedriger als bis dahin im Finanzplan angesetzt?
3) Was waren die Gründe für die Kostensteigerungen die nach dem das Baulos zugeteilt war anfielen?
Angesichts der real eingetretenen Kostensteigerungen sind die ursprünglichen Angebote und damit die Punkte 1) und 2) ziemlich egal. Insbes. auch deshalb, weil hier diverse Fachleute mehrfach nachdrücklich dargelegt haben, daß nachträgliche Kostensteigerungen eine Art Naturgesetz (zumindest auf dem Territorium dieses Landes) sind. Damit lassen sich die unter 3) gesuchten Gründe angeben: die ursprüngliche Kalkulation war viel zu niedrig.

Das führt zum 1. Hauptsatz über öffentliche Bauaufträge: derjenige kriegt sie, der am dreistesten lügt, ohne daß ihm jemand dabei auf den Schlips tritt.
kmueller schrieb:
Das führt zum 1. Hauptsatz über öffentliche Bauaufträge: derjenige kriegt sie, der am dreistesten lügt, ohne daß ihm jemand dabei auf den Schlips tritt.
Also der, der das billigste Angebot schreibt und dabei überzeugend lügt.

Und ergänzend dazu auf die Fragestellung von Manu Chao: Genau das wurde kommuniziert. Es hiess, dass durch die Möglichkeit, doch eine TBM benutzen zu können - was erst auf Intervention von Herrenknecht passierte, die Kosten nochmal um 100 Millionen Euro sinken würden gegenüber den anderen Angeboten. Damit bekam automatisch nur ein Angebot mit einer TBM den Zuschlag. Die TBM selbst war nicht Gegenstand einer Ausschreibung, konnte also nach Gutdünken ohne Ausschreibung bei Herrenknecht geordert werden.
Manu Chao schrieb:
Es sollten hier mehrere Dinge die sauber unterschieden werden sollten:
1) Waren die Angebote die eine TBM einsetzen wollten günstiger als die die andere Verfahren nutzen wollten?
2) War das Angebot welches gewonnen hat höher oder niedriger als bis dahin im Finanzplan angesetzt?
Zitat
Nach Angaben von Martin Herrenknecht habe die Deutsche Bahn in der Ausschreibung zunächst nur konventionellen Tunnelvortrieb vorgesehen. Auf eigene Kosten habe das Unternehmen ein Gegengutachten erstellen lassen und damit die Zulassung des Maschinenvortriebs erreicht.
Zusammen mit dem Boßlertunnel seien damit 80 bis 100 Millionen Euro eingespart worden.[83] Ein anderer Pressebericht nennt allein für den Fildertunnel Einsparungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro.
[de.wikipedia.org]

Alleine daraus folgt also, dass die TBM als Grund für geringere Kosten angeführt wurde.

Manu Chao schrieb:
3) Was waren die Gründe für die Kostensteigerungen die nach dem das Baulos zugeteilt war anfielen?
Der Grund für die "Kostensteigerung" war, dass man das ganze Projekt durchweg zu niedrig kalkulierte! Die Kosten sind also nicht "gestiegen", die Kalkulationen wurden nur im Vorfeld gesenkt.
Genau das hatte der ARD-Bericht zuletzt thematisiert. Das Land und die Bahn wussten schon vorher, dass es teurer wird, aber Oettinger hielt diese Information zurück und die Bahn rechnete das Projekt anschliessend wieder klein, während ein entsprechender Bericht vom BRH schlicht geleugnet wurde.

[www.youtube.com]



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.11.20 09:11.
Lieber SpDrS600,

danke für die sehr ausführliche Antwort:
Du hattest zusammengefasst: "Unsere Diskussion beruht ja auf einer Aussage von mir, dass ein solches Verhalten, also das Annehmen von wie auch immer gearteten Posten - nach einem politischen Mandat - mit äußerst üppiger Vergütung, wenn man das einmal mit dem durchschnittlichen Stundenlohn hierzulande vergleicht, "macht unseren Staat kaputt"."

Danach sind wir in der Dikussion in die ein oder andere Richtung abgeschweift, was ja ok ist.
Ich möchte daher nur auf einige wenige Punkte eingehen:

Dich erregt, dass ein Oettinger oder ein Grube über Beratung und Mandate sehr hohe Einkommen beziehen. Ich finde das völlig ok. Beide hatten herausgehobe Managementpositionen, die sie sich hart erarbeitet haben. Für mich ist das legitimes Ausloten seiner persönlichen Möglichkeiten innerhalb des Leistungsprinzips. Und nein das ist nicht Neoliberal, das ist im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft.

Du hattest dann noch von "Otto-Normalverbraucher und Otto-Wenigverbraucher" gesprochen. Ich bin da immer vorsichtig und schere ungern über einen Kamm, weil da die Gefahr besteht in eine partenalistische Sichtweise zu fallen, was gerne linksliberalen auch passiert. Um mal eine Fußballanalogie zu verwenden. Schau die Die Gehaltsspreizung zwischen Championsleague und 3. Bundesliga beim Fußball im Vergleich zur ersten Handballbundesliga an. Man muss diese Unterschiede nicht bejubeln, aber wer einmal im Stadion so eine Glanzstunde einer Millionärstruppe gesehen hat, der kann dafür Verständnis entwickeln. Leistung lohnt sich und wird manchmal auch deutlich zu viel bezahlt.

Dann hattest Du geschrieben: "Er hat aber das Projekt nicht kritisch begleitet, was seine Aufgabe als MP durchaus war..."
Kritische Begleitung eines Projektes ist die Höchstrafe für ein Projekt. Entweder man puscht es oder man schiebt Stöckchen in die Speichen des laufenden Rades. Ein Beispiel ist die kritische Begleitung des Verkehrsministers von BW für das Projekt. Das hat für mich was von einem nörgelnden Möchtegernbundestrainer auf der Tribühne. Für mich ist der Konservative der Progressive. Er lotet aus, was auf Basis von Kompromissen mehrheitsfähig ist und bringt die Gesellschaft so voran. Der Linke ist für mich der Träumer, der versucht die eierlegende Wollmilchsau zu erfinden. Als Ideengeber mag er geeignet sein, aber für den Rest weniger. Schau Dir Stuttgart als Stadt an. Viele sind der Meinung, dass die letzten Jahre 8 Jahre des Stillstands waren. Der Vorgänger Schuster hat trotz aller Kontroversen vieles angestoßen, was erst mit deutlichem Abstand sichtbar wird.

Abschließend noch: "Lieber Chris-S, ich unterliege ganz sicher keinen Denkfehlern bei wirtschaftlichen Zusammenhängen.." Ich habe das lediglich auf die Rolle von Aufsichtsräten bezogen. Sorry wenn ich da manchmal reinhaue, aber ich hab über 10 Jahre unterschiedliche Aufsichtsräte betreut und hab mich da extrem tief in die Materie eingearbeitet.
Chris-S schrieb:
Dann hattest Du geschrieben: "Er hat aber das Projekt nicht kritisch begleitet, was seine Aufgabe als MP durchaus war..."
Kritische Begleitung eines Projektes ist die Höchstrafe für ein Projekt. Entweder man puscht es oder man schiebt Stöckchen in die Speichen des laufenden Rades.
Wie wäre es anstelle von "kritisch begleiten" mit "an Vereinbarungen halten"? Oettinger wusste vor dem 31.12.2009 von Kostensteigerungen. Einfach gemäss der Finanzierungsvereinbarung hätten diese Mehrkosten verbindlich nachverhandelt werden müssen oder das Projekt wäre beerdigt gewesen.

Sich nicht daran zu halten ist schon moralisch verwerflich. Und genau deswegen ist eine weitere Verquickung mit S21, die hier ja sogar zweimal im Raum steht, auch verwerflich.
Chris-S schrieb:
Lieber SpDrS600,

danke für die sehr ausführliche Antwort:
Du hattest zusammengefasst: "Unsere Diskussion beruht ja auf einer Aussage von mir, dass ein solches Verhalten, also das Annehmen von wie auch immer gearteten Posten - nach einem politischen Mandat - mit äußerst üppiger Vergütung, wenn man das einmal mit dem durchschnittlichen Stundenlohn hierzulande vergleicht, "macht unseren Staat kaputt"."

Danach sind wir in der Dikussion in die ein oder andere Richtung abgeschweift, was ja ok ist.
Ich möchte daher nur auf einige wenige Punkte eingehen:

Dich erregt, dass ein Oettinger oder ein Grube über Beratung und Mandate sehr hohe Einkommen beziehen. Ich finde das völlig ok. Beide hatten herausgehobe Managementpositionen, die sie sich hart erarbeitet haben. Für mich ist das legitimes Ausloten seiner persönlichen Möglichkeiten innerhalb des Leistungsprinzips. Und nein das ist nicht Neoliberal, das ist im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft.

Du hattest dann noch von "Otto-Normalverbraucher und Otto-Wenigverbraucher" gesprochen. Ich bin da immer vorsichtig und schere ungern über einen Kamm, weil da die Gefahr besteht in eine partenalistische Sichtweise zu fallen, was gerne linksliberalen auch passiert. Um mal eine Fußballanalogie zu verwenden. Schau die Die Gehaltsspreizung zwischen Championsleague und 3. Bundesliga beim Fußball im Vergleich zur ersten Handballbundesliga an. Man muss diese Unterschiede nicht bejubeln, aber wer einmal im Stadion so eine Glanzstunde einer Millionärstruppe gesehen hat, der kann dafür Verständnis entwickeln. Leistung lohnt sich und wird manchmal auch deutlich zu viel bezahlt.

Dann hattest Du geschrieben: "Er hat aber das Projekt nicht kritisch begleitet, was seine Aufgabe als MP durchaus war..."
Kritische Begleitung eines Projektes ist die Höchstrafe für ein Projekt. Entweder man puscht es oder man schiebt Stöckchen in die Speichen des laufenden Rades. Ein Beispiel ist die kritische Begleitung des Verkehrsministers von BW für das Projekt. Das hat für mich was von einem nörgelnden Möchtegernbundestrainer auf der Tribühne. Für mich ist der Konservative der Progressive. Er lotet aus, was auf Basis von Kompromissen mehrheitsfähig ist und bringt die Gesellschaft so voran. Der Linke ist für mich der Träumer, der versucht die eierlegende Wollmilchsau zu erfinden. Als Ideengeber mag er geeignet sein, aber für den Rest weniger. Schau Dir Stuttgart als Stadt an. Viele sind der Meinung, dass die letzten Jahre 8 Jahre des Stillstands waren. Der Vorgänger Schuster hat trotz aller Kontroversen vieles angestoßen, was erst mit deutlichem Abstand sichtbar wird.

Abschließend noch: "Lieber Chris-S, ich unterliege ganz sicher keinen Denkfehlern bei wirtschaftlichen Zusammenhängen.." Ich habe das lediglich auf die Rolle von Aufsichtsräten bezogen. Sorry wenn ich da manchmal reinhaue, aber ich hab über 10 Jahre unterschiedliche Aufsichtsräte betreut und hab mich da extrem tief in die Materie eingearbeitet.
Lieber Chris-S,

es war bereits vor Jahren klar, dass wir beide fundamental verschiedene Auffassungen darüber haben, was
a) den Einfluss von Wirtschaft auf die Politik angeht,
b) was politisches und gesellschaftliches Fehlverhalten angeht,
c) was die Kontrolle von beidem angeht.

Aus diesem Grund ist natürlich müßig hier Grundsatzdiskussionen zu führen.

Was die Ausübung von Beraterverträgen od. andere Tätigkeiten nach der Aufgabe eines politischen Mandates angeht, so ist das einfach eine Form
von Anstand. Manche haben den, andere nicht. Grube und Oettinger gehören der zweiten Sorten an. Ich kann auch nicht erkennen, dass beide
Außerordentliches geleistet hätten, was nur in Ansätzen eine solche Entlohnung rechtfertigen würde. Dein Beispiel mit dem Fußball passt da sehr
gut, denn bei aller guten Leistung muss das Äquivalent gewährleistet sein und das ist weder beim Fußball NOCH bei den Managementgehältern
mehr gegeben. Würden wir heute alle DAX-Vorstände rausscheißen und durch Leute ersetzten, die auch für 10 Prozent dessen, was den alten
gezahlt wurde, den Job machen, so hätten wir morgen womöglich sogar fähigere Vorstände als zuvor, auf jeden Fall keine schlechteren. Dessen bin ich
mir völlig sicher. Wir hatten auch fähige Manager in der Zeit, als die Manager noch das zehnfache dessen verdienten als der Durchschnittslohn der
Belegschaft. Es gibt keinen Grund der Welt das hundertfache oder noch mehr zu bezahlen.

Naja, ob der Konservative der Progressive sein kann, ist ja bereits semantisch problematisch. Dieses Fass sollten wir jetzt nicht auch noch aufmachen.

Schönes Wochenende,

SpDrS600
Lieber SpDrS600,

wenn Du schreibst: "Würden wir heute alle DAX-Vorstände rausscheißen und durch Leute ersetzten, die auch für 10 Prozent dessen, was den alten gezahlt wurde, den Job machen, so hätten wir morgen womöglich sogar fähigere Vorstände als zuvor, auf jeden Fall keine schlechteren. Dessen bin ich mir völlig sicher. Wir hatten auch fähige Manager in der Zeit, als die Manager noch das zehnfache dessen verdienten als der Durchschnittslohn der Belegschaft. Es gibt keinen Grund der Welt das hundertfache oder noch mehr zu bezahlen."

Dann frage ich mich, wer von uns beiden der Konservative ist. Diese Ansicht ist so was von strukturkonservativ. Für mich sind die guten Zeiten nicht in den 50er oder 60er Jahren sondern in der Zukunft.

Deine Art von gesellschaftlicher Kontrolle der Wirtschaft inklusive des Rausschmisses von Dax-Vorständen erachte ich als ganz schön autoritär. Ich finde das fast schon erschreckend zu was für Mitteln du zu greifen bereit bist um die Gesellschaft aus Deiner Sicht zu schützen. Bist Du sicher, dass Du dich mit Deiner Haltung noch auf dem Boden des Rechtsstaats bewegst?

Schönes Wochenende noch
Chris
Lieber graetz:
"Einfach gemäss der Finanzierungsvereinbarung hätten diese Mehrkosten verbindlich nachverhandelt werden müssen oder das Projekt wäre beerdigt gewesen. "

Das ist Spekulation. Da hätten alle Seiten aussteigen wollen müssen und das wollte keiner. Und vermutlich wollte auch keiner verhandeln.

S21 hätte unter der rot/grünen Bundesregierung verhindert werden können. Aber dafür hätte man ein konkretes Gegenprojekt benötigt. Es hätte einfach mit K21 begonnen werden können. Das wurde aber nicht, so wurde es dann eben S21.
Chris-S schrieb:
Lieber graetz:
"Einfach gemäss der Finanzierungsvereinbarung hätten diese Mehrkosten verbindlich nachverhandelt werden müssen oder das Projekt wäre beerdigt gewesen. "

Das ist Spekulation. Da hätten alle Seiten aussteigen wollen müssen und das wollte keiner. Und vermutlich wollte auch keiner verhandeln.

S21 hätte unter der rot/grünen Bundesregierung verhindert werden können. Aber dafür hätte man ein konkretes Gegenprojekt benötigt. Es hätte einfach mit K21 begonnen werden können. Das wurde aber nicht, so wurde es dann eben S21.
Das hat nichts mit „wollen“ zu tun. Auch nichts mit „Spekulation“. Die FV sah eindeutig und unmissverständlich vor, dass es nur zwei Optionen gab: Mehrkosten verbindlich verteilen und für den Fall, das man es nicht macht: Projekt beenden. Projekt weiter laufen lassen ohne Verhandlung war keine Option!
Stattdessen beschloss man, über die Kosten zu lügen.

Den Schaden haben jetzt alle: die Bahn sowieso, auch der Bahnverkehr an sich und auch das Land und die Stadt haben jetzt eine Milliarden-Klage am Hals.

Oettinger hat da seinen Job sehr schlecht gemacht. Wird aber genau dafür belohnt von Profiteuren des Projekts.
graetz schrieb:
Die FV sah eindeutig und unmissverständlich vor, dass es nur zwei Optionen gab: Mehrkosten verbindlich verteilen und für den Fall, das man es nicht macht: Projekt beenden. Projekt weiter laufen lassen ohne Verhandlung war keine Option!
Stattdessen beschloss man, über die Kosten zu lügen.

Den Schaden haben jetzt alle: die Bahn sowieso, auch der Bahnverkehr an sich und auch das Land und die Stadt haben jetzt eine Milliarden-Klage am Hals.
Ich bin immer noch der Meinung, das Verwaltungsgericht könnte sich die Sache sehr einfach machen, indem es das Vertragswerk spätestens ab diesem Zeitpunkt (noch besser: von Anfang an wegen der Verknüpfung öffentlicher und privater Interessen) für sittenwidrig und damit nichtig erklärt. Damit entfiele jede Entscheidung über Kostenverteilung, und alle Beteiligten würden im selbst angerichteten Schlamassel sitzenbleiben. Aber dafür bräuchte man vermutlich Richter, die wie englische denken, und natürlich eine dazu gehörige Rechtspflegekultur.
Lieber graetz:

Du hast geschrieben: "Den Schaden haben jetzt alle: die Bahn sowieso, auch der Bahnverkehr an sich und auch das Land und die Stadt haben jetzt eine Milliarden-Klage am Hals."

Das ist Deine persönliche Interpretation. Ich sehe das andes. ich freue mich jeden Werktag über den Fortschritt an der Baustelle. Ich kann es kaum erwarten, den neuen Bahnhof zu benutzen. Er wird in jeder hinsicht besser sein als das was ich bisher nutzen muss. Das ist meine persönliche Meinung.

Du kannst natürlich gerne in der Rolle des Nörglers und im "ich habe es schon immer besser gewusst" weiter machen. Ich freu mich auf den neune Bahnhof und seine Möglichkeiten.

"Das hat nichts mit „wollen“ zu tun. Auch nichts mit „Spekulation“. Die FV sah eindeutig und unmissverständlich vor, dass es nur zwei Optionen gab: Mehrkosten verbindlich verteilen und für den Fall, das man es nicht macht: Projekt beenden. Projekt weiter laufen lassen ohne Verhandlung war keine Option! "
Sehr offensichtlich war das wohl eine Option. Diese Option haben wohl alle Vertragsparteien stillschweigend gewählt. Eine Vertragsklausel ist dazu da, bei Streit etwas zu regeln. Wenn alle einverstanden sind, brauch ich die Vertragsklausel auch nicht zu ziehen. Das ist der Unterschied zu einem Gesetz.
Chris-S schrieb:
Lieber graetz:

Du hast geschrieben: "Den Schaden haben jetzt alle: die Bahn sowieso, auch der Bahnverkehr an sich und auch das Land und die Stadt haben jetzt eine Milliarden-Klage am Hals."

Das ist Deine persönliche Interpretation. Ich sehe das andes. ich freue mich jeden Werktag über den Fortschritt an der Baustelle. Ich kann es kaum erwarten, den neuen Bahnhof zu benutzen. Er wird in jeder hinsicht besser sein als das was ich bisher nutzen muss. Das ist meine persönliche Meinung.
Nein, das ist die "Interpretation" der Bahn, die S21 nicht mehr bauen würde wegen Milliardenverlust, des BRH, der in S21 eine Kannibalisierung des Netzes sieht und auch der Projektpartner, die nach wie vor noch diese Klage am Hals haben und schon längst wissen, dass zumindest bahntechnisch S21 nicht liefert und erweitert werden muss, wo das Land schon jetzt schon reichlich Geld dazu gibt für notwendige Erweiterungen. Du erkennst die Realität nicht.

Chris-S schrieb:
Du kannst natürlich gerne in der Rolle des Nörglers und im "ich habe es schon immer besser gewusst" weiter machen. Ich freu mich auf den neune Bahnhof und seine Möglichkeiten.
Lutz hat dann auch nur "genörgelt" als er sagte, die Bahn würde S21 nicht mehr bauen?


Chris-S schrieb:
Sehr offensichtlich war das wohl eine Option. Diese Option haben wohl alle Vertragsparteien stillschweigend gewählt. Eine Vertragsklausel ist dazu da, bei Streit etwas zu regeln. Wenn alle einverstanden sind, brauch ich die Vertragsklausel auch nicht zu ziehen. Das ist der Unterschied zu einem Gesetz.
Sehr offensichtlich war das keine Option. Liess dir die Passage nochmal durch. Sie wurde hier oft genug zitiert. Wenn man Kenntnis hat von Mehrkosten vor dem Stichtag 31.12.2009, muss(!) man nachverhandeln. Tut man das nicht bzw. kommt zu keinem Ergebnis, dann muss(!) man das Projekt einstellen. Die Bahn wusste von Mehrkosten, rechnete diese aber klein. Das Land wusste von Mehrkosten, Oettinger aber gab Anweisung, das geheim zu halten. Ein klarer Verstoss gegen die FV. S21 hätte 2009 eingestellt werden müssen, da es keine Einigung über die Mehrkosten gab. Der Beweis ist die Klage, die seit Jahren verhandelt wird. Das Land selbst argumentiert dabei, dass die Bahn von Mehrkosten vor dem Stichtag wusste!

EDIT:
§16, Absatz 16: Änderungen und Ergänzungen zu diesen Vertrag bedürfen der Schriftform. Dann zeig uns mal das Schriftstück, wo man "stillschweigend" sich geeinigt hat!

Ja, es ist ein Vertrag, der diese Dinge genau regelt und an den man sich eben deswegen nicht gehalten hat!



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.20 12:26.
Chris-S schrieb:
Sehr offensichtlich war das wohl eine Option. Diese Option haben wohl alle Vertragsparteien stillschweigend gewählt. Eine Vertragsklausel ist dazu da, bei Streit etwas zu regeln. Wenn alle einverstanden sind, brauch ich die Vertragsklausel auch nicht zu ziehen. Das ist der Unterschied zu einem Gesetz.
Jetzt braucht man nur noch die Gesetze zur Führung öffentlicher Haushalte anzupassen:

§1 Der Bürgermeister (Landrat, Ministerpräsident, Regionalverbandschef, Vorstandschef usw.) ist berechtigt, in unbegrenztem Ausmaß stillschweigende Vereinbarungen zu treffen, die für die Stadt (den Kreis, das Land, den Regionalverband, die AG usw.) Kosten in unbegrenztem Ausmaß bewirken (können).

(das gab es schon; damals entschieden Kaiser, Könige usw.)
Chris-S schrieb:
Lieber SpDrS600,

wenn Du schreibst: "Würden wir heute alle DAX-Vorstände rausscheißen und durch Leute ersetzten, die auch für 10 Prozent dessen, was den alten gezahlt wurde, den Job machen, so hätten wir morgen womöglich sogar fähigere Vorstände als zuvor, auf jeden Fall keine schlechteren. Dessen bin ich mir völlig sicher. Wir hatten auch fähige Manager in der Zeit, als die Manager noch das zehnfache dessen verdienten als der Durchschnittslohn der Belegschaft. Es gibt keinen Grund der Welt das hundertfache oder noch mehr zu bezahlen."

Dann frage ich mich, wer von uns beiden der Konservative ist. Diese Ansicht ist so was von strukturkonservativ. Für mich sind die guten Zeiten nicht in den 50er oder 60er Jahren sondern in der Zukunft.

Deine Art von gesellschaftlicher Kontrolle der Wirtschaft inklusive des Rausschmisses von Dax-Vorständen erachte ich als ganz schön autoritär. Ich finde das fast schon erschreckend zu was für Mitteln du zu greifen bereit bist um die Gesellschaft aus Deiner Sicht zu schützen. Bist Du sicher, dass Du dich mit Deiner Haltung noch auf dem Boden des Rechtsstaats bewegst?

Schönes Wochenende noch
Chris
Lieber Chris-S,

Du kannst schon zwischen Konjunktiv und Indikativ unterscheiden, oder?

Im Übrigen spiegelt sich die Fähigkeit von Managern keineswegs an deren Gehalt und schon gar nicht am Unterschied dessen zum Durchschnittsgehalt der Beschäftigten. In diesem Sinn war die Entlohnung
in den 50er und 60er Jahren durchaus in einem Rahmen, den die meisten Arbeiter und Angestellten, mithin diejenigen, die im Wesentlichen die Produktivität erwirtschafteten, noch als angemessen empfanden.
Das ist heute nicht mehr der Fall.

Chris-S, nochmal: Ich habe hier den Konjunktiv benutzt! Rechtsstaatlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass Regierung und Verwaltung nur im Rahmen bestehender Gesetze handeln dürfen. Gesetze kann man
ändern. Unsere Gesellschaft muss Gehaltsexzesse definitiv nicht dulden. Natürlich muss sich Leistung lohnen, aber das muss auch bei Krankenschwestern oder Lokführern gelten! Die Balance der Einkommensverteilung
muss stimmen, aber das tut sie einfach nicht mehr.

Ich bin schon manchmal erstaunt, was Du aus meinen Beiträgen so alles herausliest.

Gruß und einen schönen Sonntag

SpDrS600
Ohne die Expertise und den persönlichen Einsatz von Herrn Oettinger wäre das Jahrhundertprojekt S 21 niemals so zügig in die Phase der Realisierung eingetreten wie es nun begrüßenswerterweise geschehen ist. Daher ist es vollkommen nachvollziehbar, dass sich führende Firmen von Weltruf die Mitarbeit von Herrn Oettinger sichern wollen. Zu hoffen bleibt, dass die ebenso verdienstvolle Arbeit von Herrn Mappus, insbesondere sein aufreibendes Engagement für die Vereinbarkeit von S 21 mit der Lebenswelt des Juchtenkefers, eine ebensolche Anerkennung finden wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.11.20 13:58.
ServiceStore schrieb:
Ohne die Expertise und den persönlichen Einsatz von Herrn Oettinger wäre das Jahrhundertprojekt S 21 niemals so zügig in die Phase der Realisierung eingetreten wie es nun begrüßenswerterweise geschehen ist. Daher ist es vollkommen nachvollziehbar, dass sich führende Firmen von Weltruf die Mitarbeit von Herrn Oettinger sichern wollen. Zu hoffen bleibt, dass die ebenso verdienstvolle Arbeit von Herrn Mappus, insbesondere sein aufreibendes Engagement für die Vereinbarkeit von S 21 mit der Lebenswelt des Juchtenkefers, eine ebensolche Anerkennung finden wird.
Genau, wo kämen wir hin wenn korrupte Politiker nicht von den Firmen belohnt werden von denen sie Geld genommen haben.
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