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Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: ChrisM

Datum: 24.09.20 19:39

Am Mittwoch hat die Regionalversammlung getagt. Sie ist das politische Entscheidungsgremium des S-21-Projektpartners Region Stuttgart. In der aktuellen Sitzung ging es um den weiteren Schienenausbau in der Region.

Zitat
Einstimmigkeit beim Nordzulauf-Ausbau, Mehrheit für Gäubahntunnel und Ablehnung beim Ergänzungsbahnhof: In der Regionalversammlung wurden mögliche Maßnahmen im Rahmen des Deutschlandtaktes diskutiert
.[www.region-stuttgart.org]

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: mental

Datum: 24.09.20 20:41

ChrisM schrieb:
Am Mittwoch hat die Regionalversammlung getagt. Sie ist das politische Entscheidungsgremium des S-21-Projektpartners Region Stuttgart. In der aktuellen Sitzung ging es um den weiteren Schienenausbau in der Region.

Zitat
Einstimmigkeit beim Nordzulauf-Ausbau, Mehrheit für Gäubahntunnel und Ablehnung beim Ergänzungsbahnhof: In der Regionalversammlung wurden mögliche Maßnahmen im Rahmen des Deutschlandtaktes diskutiert
.[www.region-stuttgart.org]
Ein 10 Milliarden Euro Bahnhof braucht Ausbauten für den Deutschlandtakt. Das ist absoluter Wahnsinn.
Wenn S21 Befürworter auch nur einen Funken Ehr- oder Schamgefühl hätte, würden sie so etwas nicht zitieren sondern im Boden versinken.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: Manu Chao

Datum: 24.09.20 20:46

Zitat
Durch den Gäubahntunnel würde auch der Bau von Infrastrukturelementen, die im Rahmen von Stuttgart 21 vorgesehen waren, entfallen. Dazu gehören die Rohrer Kurve, die Station „3. Gleis“ am Flughafen, der Tunnel Flughafenkurve mit Stutzen zur späteren Anbindung an die Neubaustrecke sowie die Aufweitung des Gleisabstands der bestehenden S-Bahn-Strecke.
Wobei der Gäubahntunnel ja eine eigene ‘Flughafenkurve’ beinhaltet. Und während die Planung 3. Gleis eine Führung Richtung Wendlingen im Prinzip ermöglicht, würde der Gäubahntunnel dafür einen Fahrtrichtungswechsel im neuen Flughafenbahnhof erfordern.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.20 21:10.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: Traumflug

Datum: 25.09.20 02:03

ChrisM schrieb:
Am Mittwoch hat die Regionalversammlung getagt. Sie ist das politische Entscheidungsgremium des S-21-Projektpartners Region Stuttgart. In der aktuellen Sitzung ging es um den weiteren Schienenausbau in der Region.
Na na na. Die Regionalversammlung schickt sich doch nicht etwa an, Dinge wie Nordzulauf und Gäubahntunnel dem Projekt Stuttgart 21 zuzusprechen. Das muss strikt vermieden werden: [www.matthias-gastel.de] (Seite 2)

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 25.09.20 07:04

Ausnahmsweise habe ich es nicht bereuht, einen eurer Startlinks angeklickt zu haben. Stuttgarter Zeitungsartikel aufzurufen, habe ich mir abgewöhnt. Diese Region-Stuttgart -Seite allerdings war gut geschrieben und ausreichend detailliert. Die Inhaltsangaben bzw. Zitate namentlich genannter Redner kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber darauf stürzt ihr euch ja gleich reflexhaft. Da reicht es mir, eure Diskussion zu überfliegen.

Mich interessieren nur die Details der Teilprojekte und die Bewertungen der Regionalversammlung dazu. Welchen prozentualen Anteil hat daran die Stadt Stuttgart? Proportional zur Einwohnerzahl? Oder zur Wirtschaftskraft? Oder nur eine Stimme pro Gemeinde? Egal, das ersetze ich sowieso durch meine eigene private Bewertung aus Sicht eines Außenstehenden.

Mir ist aufgefallen, dass man mehrmals die P-Option betont hat. Wie wichtig diese sei, um den Nordzulauf mit einem zusätzlichen Tunnel zwischen Mannheimer SFS und den Feuerbacher Tunneln zu beschleunigen. Weil dies an mehreren Textstellen vorkommt, kann man sich darunter auch etwas Falsches vorstellen. Denn die P-Option ist ja nur in den beiden Cannstatter Tunnelröhren möglich. Denn nur diese liegen in zwei Etagen übereinander, so dass die hinzukommenden bzw. abbiegenden Tunnel kreuzungsfrei verlaufen können. Zwischen Tiefbahnhof und Feuerbach wäre eine Abzweigung nicht möglich. Diesen beiden Tunnelröhren müsste man unter Feuerbach hindurch verlängern und könnte sie wohl auch nicht zusammenführen. Vielmehr müssten sie beide mit Abstand und mit mehreren Rettungs- Querverbindungen im üblichen Abstand voneinander bis zur SFS gehen.

Die P- Option taugt nur zur Anbindung der oberflächlichen Strecken, also Zuffenhausen, Ludwigsburg... Denn wenn die ICEs, von der P-Option des Cannstatter Tunnels kommend, im Tiefbahnhof im Einfahrts- oder Ausfahrts- Gleisvorfeld zum Fildertunnel hinüberwechseln müssen, sind alle Fahrstraßen dieser Seite blockiert. Dasselbe in umgekehrter Richtung. Gleichzeitiges Fahren zweier Züge ist nur möglich, wenn es auf den entfernten Gleisvorfeldern stattfindet. Und wenn die Durchrutschwege eingehalten werden: Mit Tempo 80 bis Bahnsteigende gibt es dann nicht. (Gibt es allerdings auch bei überfüllten Bahnsteigen und dort rollenden Kinderwagen nicht, also streichen wir dieses Argument!)

Eine Variante mit SFS- Tunnel in die P-Option würde also die gesamte Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs deutlich reduzieren. Die Fahrplanmacher würden sich die Haare raufen. Ob der Bund aber bereit ist, einen solch teuren SFS- Nordzufahrtstunnel zu bezahlen, nur um den Deutschlandtakt zu verbessern, bleibt fraglich. Vielleicht, wenn es in Deutschland nur sehr wenige solche Problemfälle gäbe. Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. In einigen Jahren wird man auch aus anderen (im weitesten Sinne Klima-)Gründen vom D-Takt nichts mehr hören. Man wird sich zum Transport der ehemaligen Kurzstrecken- Flugpassagiere stattdessen neue "Blitzzüge" (ICB?) einrichten, die sich ganz andere Wege suchen müssen. Vielleicht garnicht durch Ballungsgebiete mit ihren ÖPNV- Staus, sondern über freie ehemalige Güterstrecken? Keine Ahnung - Wird es das Europanetz für Ferngüterverkehr geben, oder ist das noch so eine Luftnummer wie der D-Takt? Verdammt, ich verzettele mich wieder. Also Schluss und an die Arbeit!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.20 08:18.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: Micha-0815

Datum: 25.09.20 07:15

rad3m schrieb:
Mir ist aufgefallen, dass man mehrmals die P-Option betont hat. Wie wichtig diese sei, um den Nordzulauf mit einem zusätzlichen Tunnel zwischen Mannheimer SFS und den Feuerbacher Tunneln zu beschleunigen.
Dazu Zitat:
Voraussetzung zur Realisierung der Maßnahme ist der Bau der sogenannten P-Option, um die Anschlussbauwerke im Tunnel Feuerbach für den neuen Nordzulauf möglich zu machen.
Ich habe das so verstanden, dass die P-Option wichtig ist, weil während der Bauzeit der Anschlussstutzen im Feuerbacher Tunnel einen Teil des Verkehrs aus Feuerbach dann darüber führen kann. Wobei die P-Option alleine natürlich nicht die gleiche Kapazität hat, mit bauzeitlichen Einschränkungen ist daher dennoch zu rechnen.

Gruß, Micha
Meinungsfreiheit bedeutet, dass man fast alles behaupten darf. Es bedeutet nicht, dass sich jemand den Mist anhören muss.
(Kommentar im Tagesspiegel zu Verschwörungsgläubigen)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.20 07:19.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 25.09.20 08:35

So kann man es verstehen, in der Tat: Man baue, möglichst nicht gerade in der kritischen quellfähigen Höhenlage, zwei jeweils voneinander weg führende Abzweigungen. Für das Gleis Richtung Feuerbach schon etwas weiter unten, denn der Abzweigungstunnel muss dann unter den Feuerbacher Röhren hinweg nach Westen schwenken. Bei der Unter/Obertürkheimer Abzweigung kann man sehen, wie das räumlich aussehen würde. Irgendwo unter Feuerbach wären die neuen Tunnelröhren wieder so nahe beieinander, dass man mit den Rettungs- Verbindungsstollen beginnen könnte.

Wenn man also, statt nur die Feuerbacher Tunnel Richtung SFS-Mannheim zu verlängern, Abzweigungsweichen zwischen Tiefbahnhof und Feuerbach spendieren will, habe ich natürlich nichts dagegen. Das würde die Fahrstraßen des Tiefbahnhof- Gleisvorfeldes hervorragend ergänzen.

Die Regionalversammlung wird das ganz schnell vergessen, wenn sie auch nur wenige Prozent der Baukosten übernehmen müsste.

Als Steuerzahler wäre ich stocksauer, wenn für den hoffnungslosen Deutschlandtakt, hier also nur für wenige ICEs, soviel gezahlt werden müsste. So sehr ich es mir rein aus technischer Sicht auch wünschen würde. Nein, die Milliarde braucht man für Güternetz und/oder ÖPNV, je nach Ausgang der Krisen.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: graetz

Datum: 25.09.20 09:58

ChrisM schrieb:
Am Mittwoch hat die Regionalversammlung getagt. Sie ist das politische Entscheidungsgremium des S-21-Projektpartners Region Stuttgart. In der aktuellen Sitzung ging es um den weiteren Schienenausbau in der Region.

Zitat
Einstimmigkeit beim Nordzulauf-Ausbau, Mehrheit für Gäubahntunnel und Ablehnung beim Ergänzungsbahnhof: In der Regionalversammlung wurden mögliche Maßnahmen im Rahmen des Deutschlandtaktes diskutiert
.[www.region-stuttgart.org]
Zusammengefasst wird alles begrüßt, was die S21-Projektpartner nicht selbst zahlen müssen. Bestes Beispiel ist der Gäubahntunnel, den der Bund komplett zu zahlen hätte und PFA 1.3b komplett einsparen würde. Gleiches gilt für den Tunnel bis Feuerbach. Die "lange links liegengelassenen" Engpässe in den Zuläufen werden endlich vom Bund übernommen, nachdem man diese erst mit S21 aktiv verschlechtert hatte.

Da wo der Bund schon längst kein Interesse mehr hat, nämlich der Bahnverkehr in Stuttgart selbst, will man natürlich keinen Bedarf sehen. Hier würde ja auch kein Geld vom Bund kommen, um die Gleise wieder (woanders) aufzubauen, die man mit S21 erst überteuert vernichten will.

Mich würden mal die angeblich "mehrfachen" Nachweise interessieren, dass der Trogbahnhof ausreichend ist. Bis auf eine Studie im Auftrag der Regionalversammlung selbst (die die aktuelle Entwicklung beim Zielfahrplan nicht berücksichtigt) ist mir keine bekannt. Bekannt ist mir nur, dass die Stadt Schwanhäußer und Heimerl aus dem letzten Jahrhundert angeführt hatte. Aber beide haben inzwischen ihre Meinung darüber geändert. Wenn hier also keine weitere Nachweise vorgelegt werden, dann halte ich mich weiter an das Land, das nach wie vor dort einen Bedarf sieht und unterstelle der Regionalversammlung, einfach dort kein weiteres Geld mehr geben zu wollen.

Zitat
Zusätzliche Investitionen in einen Ergänzungsbahnhof seien indes nicht notwendig – und auch in keiner Weise finanziert.

Genau der letzte Teil drückt das aus. Der Bund wäre nämlich bei dieser Finanzierung nicht im Boot.

Für den D-Takt an sich ist das nicht so wichtig. Da reicht es, die Fernzüge irgendwie so schnell wie möglich durch den Stuttgarter Bahnknoten zu bekommen. Dass dabei in Stuttgart selbst Anschlüsse nicht funktionieren, haben sich dann die Stuttgarter selbst eingebrockt mit ihrer Entscheidung, "freien Grundstücken" den Vorrang zu geben. Oder anders: Man streicht einfach Stuttgart aus dem Deutschlandtakt wie es genau einer der Verkehrswissenschaftler ausgedrückt hatte, den die Stadt als angeblichen Nachweis gegen eine Ergänzung anführt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.20 10:00.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: Traumflug

Datum: 25.09.20 19:25

ChrisM schrieb:
Am Mittwoch hat die Regionalversammlung getagt. Sie ist das politische Entscheidungsgremium des S-21-Projektpartners Region Stuttgart. In der aktuellen Sitzung ging es um den weiteren Schienenausbau in der Region.

Zitat
Einstimmigkeit beim Nordzulauf-Ausbau, Mehrheit für Gäubahntunnel und Ablehnung beim Ergänzungsbahnhof: In der Regionalversammlung wurden mögliche Maßnahmen im Rahmen des Deutschlandtaktes diskutiert
.[www.region-stuttgart.org]
In L-E gibt's auch so komisches Zeug:

Zitat
„Die Tunnellösung würde alle Probleme in L.-E. lösen.“ Die CDU sieht mehrere Vorteile: „kein Mischverkehr auf der S-Bahn zwischen Rohr und Flughafen/Messe, kein Erdlager zwischen Oberaichen und Musberg, keine baubedingte einjährige Sperrung der S-Bahn-Strecke von Echterdingen nach Filderstadt und kein Schienenersatzverkehr zwischen Echterdingen und Flughafen/Messe“. Mit dem Tunnel könne man eine Fahrgaststeigerung auf der Schiene um 50 Prozent erreichen.
[www.stuttgarter-nachrichten.de]

Im Detail:

- "Die Tunnellösung würde alle Probleme in L.-E. lösen." ==> Dafür neue Probleme schaffen.

- "kein Erdlager zwischen Oberaichen und Musberg" ==> Dafür ein deutlich grösseres Erdlager, bei Oberaichen oder anderswo. Es fällt bekanntlich deutlich mehr Aushub an.

- "Mit dem Tunnel könne man eine Fahrgaststeigerung auf der Schiene um 50 Prozent erreichen." ==> Eine freie Erfindung. Weniger Fahrgäste sind eher wahrscheinlich, weil der Zug nicht mehr im Flughafengebäude hält, sondern 10 Minuten Fussweg angesagt sind.

Die CDUler sind naiv wie Kleinkinder.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 26.09.20 09:34

graetz schrieb:

Mich würden mal die angeblich "mehrfachen" Nachweise interessieren, dass der Trogbahnhof ausreichend ist...

Ist doch einfach zu beantworten: Da ist natürlich der "Stresstest" mit seinem passend "vorgegebenen" Fahrplan und den angeblich so zukunftsicheren, alle ÖPNV- Wünsche erfüllendem Liniennetz gemeint. Aus Sicht des Ingenieurs ein vorbildliches "Gesamtkunstwerk."

Ich bewundere die hellseherische Weitsicht aller daran Beteiligten. Wie konnten sie wissen, dass in relativ wenigen Jahren alle Extrapolationen und optimistische Prognosen bezüglich Zunahme von Fahrgästen, Zugzahlen und Pendlerverhalten zerplatzen würden? Ist das Ausdruck gewesen von grenzenlosem Vertrauen in die Lobbyarbeit der Autoindustrie? Wer hatte erahnt, dass der erste Ministerpräsident der Grünen fast als erste Amtshandlung den Entscheidern in seinem nächsten Autokonzern seine ehrerbietige Aufwartung machen würde, statt sie zu sich zu zitieren? Nun ja, andere Konzerne waren ungeschickter. "Unsere" haben Glanz und Gloria etwas länger durchhalten können. Schließlich hat der Dieselskandal jedoch alle erwischt und damit das erste Bröckeln am Fundament der Autostadt Stuttgart ausgelöst. Dass dann, (vielleicht ausgelöst durch undankbare Kundschaft, weitgehend im Ausland?) die "überhastete" Umstellung auf E- Autos in dieselbe Kerbe schlug, hat sich selbst die genannte Lobby nicht träumen lassen. Nun wankt das Fundament bedenklich. Wenn es einstürzt (zumindest bezüglich Verkehr), hat man sogar - oh Glück des Schicksals! - eine mächtige Ausrede geschenkt bekommen: Die Coronakrise (natürlich wieder nur bezüglich Verkehr gemeint!)

Einen Dusel hatten die Planer, keine Weitsicht!! Die verschüchterte Bahnkundschaft wird dann froh sein, wenn das Pendeln zwischen bezahlbarer Wohnung und neuem, entferntem Arbeitsplatz mit viel Geduld noch möglich ist. Ein unflexibles Netz erfordert flexible Nutzer. Corona schafft diese.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 26.09.20 10:17

Traumflug schrieb:
Zitat:
Im Detail:

- "Die Tunnellösung würde alle Probleme in L.-E. lösen." ==> Dafür neue Probleme schaffen....
Warum eigentlich ein Tunnel? Die Tunnelplanerei ist ja schon krankhaft! Der Tunnel als Allheilmittel nach dem Motto: "Aus den Augen, aus dem Sinn."

Weil die Oberfläche der Filder dort relativ eben ist, könnte stattdessen auch eine Strecke auf Stelzen geplant werden. Im Osten, wo einige kleine Täler beginnen, wäre das sogar einfacher und billiger. Aber der Lärmschutz?

Aus den Ohren - aus dem Sinn: Heute kein Argument, zumindest nicht bei den Entscheidern und Nachkommen, alle schon in der Kindheit durch überlaute Musik im Ohrhörer schwerhörig geworden. Freut euch nicht zu früh! Überall fühlen sich Leute unwohl, können nicht schlafen und jammern über andauernde tiefe Töne, dauerndes Rumpeln usw.. So langsam beginnt man, systematischer nach den Quellen des Körperschalls durch Boden und Fundamente bis in die Betonhäuser zu suchen und findet Überraschendes. Bei mir z.B. ist es die Kanalisation unter der Hauptstraße rund 60m entfernt, wo wegen des Gefälles in den riesigen Rohren viele meterhohe Kaskaden sind. Wenn der Hauptstrang regelmäßig gespült wird, was man lange in der Nacht machte, weil dann das Trinkwassernetz mehr Reserven hat, klingt es, als ob ein Tunnel gebohrt wird. Seit ich das Geräusch als Wasserrauschen identifiziert hatte, höre ich es jetzt manchmal am Tag, wenn der Straßenlärm gerade Pause hat. Tunnel werden hier keine mehr gebaut, der Albabstegstunnel ist fast fertig.

Fast fertig ist auch das Neubaugebiet Ulm-Lehr knapp 50m direkt darüber. Viele habe dort Kellerwohnungen gebaut. Studentenzimmer? Die Studienzeiten werden im Schnitt länger, oder die Examensnoten schlechter, wenn die SFS in Betrieb geht.

Gut, dort gab es nicht die Alternative, stattdessen ein Viadukt zu bauen. Aber durch die Fildergemeinden wäre es die ehrlichere Lösung. Aber die ganze Idee hat sowieso keine Realisierungs- Chance. Außer man will parallel zur Autobahn8 eine Güter-Fern- Umgehungsstrecke unter Einbeziehung von Wendlingen-Ulm-Augsburg bauen...

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: cs

Datum: 27.09.20 17:31

rad3m schrieb:
So kann man es verstehen, in der Tat: Man baue, möglichst nicht gerade in der kritischen quellfähigen Höhenlage, zwei jeweils voneinander weg führende Abzweigungen. Für das Gleis Richtung Feuerbach schon etwas weiter unten, denn der Abzweigungstunnel muss dann unter den Feuerbacher Röhren hinweg nach Westen schwenken.
Das stimmt so nicht ganz.
Da der vorgeschlagene Tunnel schneller befahren werden soll als der aktuelle Feuerbacher Tunnel, wird er in einem sehr weiten Bogen geführt werden müssen, d. h. das Gleis Richtung Feuerbach kann am Beginn der "Linkskurve", also kurz vor dem Zwischenangriff Prag tangential abzweigen und dann in einem weiten Bogen unter der Bestandsstrecke im Bereich Pragtunnel, dann unter Feuerbach Ost und Zuffenhausen hindurch (immer östlich der Bestandsstrecke), Querung der Bestandsstrecke irgendwo zwischen nördlichem Bahnhofsende Zuffenhausen und Abzweig Salzweg und dann westlich der Bestandsstrecke unter Stammheim hindurch in Richtung westliches Tunnelportal des Tunnels "Langes Feld".
Die Gegenrichtung müsste dann den Feuerbacher S21-Tunnel kurz hinter dem Feuerbacher Tunnelportal unterqueren und irgendwo unter der Kunstakademie in die Weströhre des Feuerbacher Tunnels einmünden.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 28.09.20 12:30

Hallo cs,
da dürftest du recht haben. Ich habe es mir nicht auf den Karten bezüglich der Kurvenradien angesehen, sondern mir nur die Oberflächenform vorgestellt. Wo ich schon mit dem Fahrrad unterwegs war, bleiben mir die Steigungen gut in Erinnerung. Von der Ortsmitte Zuffenhausens zum Beginn der SFS Richtung Mannheim geht es ordentlich hinauf. Je weiter der Bogen aus dem Bereich Prag-Tunnel kommend nach Norden verschoben werden muss, desto tiefer die Täler. Bei der Schusterbahn schließlich ist sogar ein Viadukt erforderlich.

Ich hatte schon an den Tunnellärm erinnert. Unter Wohnbebauung sollten SFS-Tunnel mindestens 50m tief liegen, je nach Bodenbeschaffenheit. Welche Bedingungen für feste Fahrbahn "auf Gummi zwecks Körperschallisolation" gelten, kenne ich nicht. Denkbar wären dafür noch größere Radien für vorgegebene Geschwindigkeit. Solange ich keine Details dazu kenne, hatte ich mir diese Tunnel unter den Bergen, und nicht unter Tälern vorgestellt. Vielleicht muss man direkt vom Tiefbahnhof unter südlichen Teilen Feuerbachs hindurch zur SFS zielen, mit noch 1-2km längeren Tunnelröhren.

___________

Je länger wir über dieses Projekt diskutieren, desto klarer wird mir, dass diese Idee ursprünglich von der P-Options Abzweigung ausging. Und sich zu halbwegs erträglichen Kosten nur dort realisieren lässt. Diese Abzweigungen liegen näher am Tiefbahnhof, so dass die Fahrgeschwindigkeit dort niedriger sein kann. Wichtig ist auch die niedrigere Höhenlage, weil man von dort nur wenig hinunter muss, um unter Zuffenhausen mit Abstand hindurch zu kommen.

Dunkel kam mir in Erinnerung, dass ich mich vor zehn Jahren mit ähnlichen Projekten beschäftigt habe. Damals für einen Hauptbahnhof in Bad Cannstatt, den ich natürlich auch direkt mit der Mannheimer SFS verbinden wollte. Dabei war es mir ganz mit Tunnel, ohne Viadukt, nicht gelungen, obwohl Bad Cannstatt noch niedriger liegt. Aber man unterschätzt die Höhe des SFS-Endes. Natürlich kann man dieses Ende untertunnel, verschiebt dabei die Probleme allerdings nach Nordwesten.

Die folgenden Skizzen können vielleicht ein wenig die Verhältnisse andeuten, wenn man sich den Schwanz nach Bad Cannstatt wegdenkt und durch einen Bogen zur P-Option ersetzt ("Feuerbach" in Blau ist dort der Bach in Zuffenhausen Ortsmitte!) :
SFS-Ende oberhalb von Zuffenhausen

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: graetz

Datum: 28.09.20 14:48

rad3m schrieb:
Je länger wir über dieses Projekt diskutieren, desto klarer wird mir, dass diese Idee ursprünglich von der P-Options Abzweigung ausging. Und sich zu halbwegs erträglichen Kosten nur dort realisieren lässt.
Das, was zum Schluss als "P-Option" verkauft wurde, war ja nur die halbe Umsetzung der entsprechenden Variante der Planung.
Zum Schluss wurde Null berücksichtigt, dass man die Gleise ja bis über Zuffenhausen führen müsste. Das sieht man ja schon daran, dass in Feuerbach genau diese Gleise bis Zuffenhausen die alten Gleise kreuzen müssten. Dafür gibt es aber keine Bauvorleistung mehr.
Das war mal Thema im News-Forum.

Das war also nur eine Beschwichtigung um irgendwie eine Zukunftsfähigkeit zu suggerieren, obwohl damit nur eine zweigleisige Anbindung auf den letzten Metern wieder viergleisig würde.

Auf jeden Fall würde eine Verlängerung der P-Option weitgehend der vorhanden Gleisführung folgen müssen, was wegen der Kurvigkeit im Sinne der Kantenzeiten nur suboptimal wäre. Daher die neue Anbindung unterm Killesberg mit einem sehr direkten Tunnel bis über Zuffenhausen hinaus. Also ziemlich genau das, was Heimerl bereits 1988 vorschlug.

Hätte man S21 tatsächlich zukunftsfähig geplant, hätte man auch diesen Tunnel gleich in dieser Form mit planen müssen. Das durfte Heimerl ja letztes Jahr schon in seinem Videofeature erklären. Das hätte aber zu offensichtlich den politischen Preis gesprengt.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: rad3m

Datum: 28.09.20 18:36

Ohne Nutzung der P-Options- Abzweigungen sind die Cannstatter Röhren aber unnötig teuer geworden, weil sie in zwei Etagen gebaut werden mussten. Dadurch wurden die Rettungs- Verbindungstunnel mit Rampen recht teuer, weil Einzelanfertigungen und nicht nach Plänen, wie sehr oft in den parallelen Tunnelführungen.

Man sollte also irgendwann zwischen P-Abzweigungen und Feuerbach doch die kurzen Tunnel bauen, um viergleisig zwischen SFS- Ende und Tiefbahnhof fahren zu können. Damit wäre wenigstens die künftig benötigte Leistungsfähigkeit erreicht, wenn auch ohne die zeitweise angepeilte Beschleunigung der ICEs. Bald wird man die Ansprüche an den Deutschlandtakt sowieso an das Machbare anpassen. Oder der Deutschlandtakt wird wie der Atommüll- Endlagerplatz endlos weiter wie die Karotte am Angelhaken vor uns Eseln baumeln.

Re: Die Regionalversammlung diskutiert Ausbauoptionen

geschrieben von: graetz

Datum: 28.09.20 19:03

rad3m schrieb:
Ohne Nutzung der P-Options- Abzweigungen sind die Cannstatter Röhren aber unnötig teuer geworden, weil sie in zwei Etagen gebaut werden mussten. Dadurch wurden die Rettungs- Verbindungstunnel mit Rampen recht teuer, weil Einzelanfertigungen und nicht nach Plänen, wie sehr oft in den parallelen Tunnelführungen.

Man sollte also irgendwann zwischen P-Abzweigungen und Feuerbach doch die kurzen Tunnel bauen, um viergleisig zwischen SFS- Ende und Tiefbahnhof fahren zu können. Damit wäre wenigstens die künftig benötigte Leistungsfähigkeit erreicht, wenn auch ohne die zeitweise angepeilte Beschleunigung der ICEs. Bald wird man die Ansprüche an den Deutschlandtakt sowieso an das Machbare anpassen. Oder der Deutschlandtakt wird wie der Atommüll- Endlagerplatz endlos weiter wie die Karotte am Angelhaken vor uns Eseln baumeln.
Die P-Option kann dann gut von den Regionalzügen benutzt werden. Sonst kreuzen die ja am Schluss doch noch den FV. Eng wird es dann nur noch im Trog selbst.