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Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: ChrisM

Datum: 15.09.20 15:17

Anfänglich hat sich der Verkehrsminister ja etwas zurückhaltend zu der Idee geäußert. Nun hat die Landesregierung im Ganzen aber eine andere Haltung eingenommen. Man will dem Bund bei den Prüfungen sogar zur Hand gehen. Das steht so in der Beantwortung einer FDP-Anfrage im Landtag. Darin heißt es u.a.:

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.
Die Anfrage und die Antworten: [www.landtag-bw.de]

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 15.09.20 16:12

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.20 16:13.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: ChrisM

Datum: 15.09.20 16:52

graetz schrieb:
Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.
Die Vorstellung der Idee ist noch keine drei Monate alt und das BMVI hat gesagt, dass die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bis Ende des Jahres vorliegt. Keine Ahnung, wie Du auf "jetzt schon lange überfällig" kommst.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 15.09.20 17:04

ChrisM schrieb:
graetz schrieb:
Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.
Die Vorstellung der Idee ist noch keine drei Monate alt und das BMVI hat gesagt, dass die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bis Ende des Jahres vorliegt. Keine Ahnung, wie Du auf "jetzt schon lange überfällig" kommst.
Stimmt. Ich hatte das hier im Kopf:

Zitat
Veröffentlichung der zum Deutschlandtakt zugehörigen Infrastrukturliste im Juli 2020
[www.bmvi.de]

Seite 31

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Traumflug

Datum: 19.09.20 00:22

ChrisM schrieb:
Anfänglich hat sich der Verkehrsminister ja etwas zurückhaltend zu der Idee geäußert. Nun hat die Landesregierung im Ganzen aber eine andere Haltung eingenommen. Man will dem Bund bei den Prüfungen sogar zur Hand gehen. Das steht so in der Beantwortung einer FDP-Anfrage im Landtag. Darin heißt es u.a.:

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.
Die Anfrage und die Antworten: [www.landtag-bw.de]
Die Bewertung dazu:

Zitat
Die Führung der Gäubahn über den Flughafen ist eine wesentliches Projektziel von S21, daran sind wir gebunden. [...] ich bin mir im Klaren darüber, dass diese „fachliche“ Antwort keineswegs als positiv empfunden wird. Leider lässt sich der Vertrag mit der DB AG schlichtweg nicht wegdiskutieren, an diesen ist das Land gebunden – auch wenn dies eine bittere Pille sein mag.
Deutlicher kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass man im Landesverkehrsministerium gegen die eigene Überzeugung handelt. Ganzer Text: [www.parkschuetzer.de]

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Micha-0815

Datum: 19.09.20 00:55

Traumflug schrieb:
Die Bewertung dazu:

Zitat
Die Führung der Gäubahn über den Flughafen ist eine wesentliches Projektziel von S21, daran sind wir gebunden. [...] ich bin mir im Klaren darüber, dass diese „fachliche“ Antwort keineswegs als positiv empfunden wird. Leider lässt sich der Vertrag mit der DB AG schlichtweg nicht wegdiskutieren, an diesen ist das Land gebunden – auch wenn dies eine bittere Pille sein mag.
Deutlicher kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass man im Landesverkehrsministerium gegen die eigene Überzeugung handelt. Ganzer Text: [www.parkschuetzer.de]
Liest man das vollständig, ohne sinnentstellende Kürzungen, so findet man, dass das Verkehrsministerium also aus fachlicher Sicht beide Tunnel positiv sieht, die politische Rahmen-Antwort dann aber so tut, als ob der Verkehrsminister lieber eine fachlich suboptimale Lösung vertreten würde, wäre er nicht durch Verträge daran gebunden, fachlich sinnvoll zu handeln.

Allerdings gibt es gar keine Verträge, die das Land zur Mitwirkung bei diesen Tunnel verpflichten würde. Das ist also nur eine kleine Zwecklüge aus dem Ministerbüro, um die potentielle grüne Wählerschaft zu besänftigen...

Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Grunde kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre. Ein Beschleunigung der Schiene durch Tunnel wird also im Verkehrsministerium aus fachlicher Sicht generell sehr positiv gesehen.

PS: Ich habe anders als von graetz unten wahrheitswidrig unterstellt gar keine Aussage zur Gäubahnführung über den Flughafen getätigt, sondern gemäß dem Thema diesen Threads die Antwort des Verkehrministeriums zum Gäubahntunnel erläutert, aus der klar wird, dass die Fachleute im VM die positiven verkehrlichen Auswirkungen der Tunnel generell höher bewerten als deren CO2-Belastungen beim Bau.

Da graetz weiterhin auf derartige Unterstellungen zu Troll-Zwecken nicht verzichten kann, äußere ich mich zu seinem anderen Ansichten nicht. Es kann ja jeder selbst entscheiden, inwieweit er auch diese für Quatsch hält.

#trollcount: >3

Gruß, Micha
Meinungsfreiheit bedeutet, dass man fast alles behaupten darf. Es bedeutet nicht, dass sich jemand den Mist anhören muss.
(Kommentar im Tagesspiegel zu Verschwörungsgläubigen)




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.20 21:14.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 11:45

Micha-0815 schrieb:
Liest man das vollständig, ohne sinnentstellende Kürzungen, so findet man, dass das Verkehrsministerium also aus fachlicher Sicht beide Tunnel positiv sieht, die politische Rahmen-Antwort dann aber so tut, als ob der Verkehrsminister lieber eine fachlich suboptimale Lösung vertreten würde, wäre er nicht durch Verträge daran gebunden, fachlich sinnvoll zu handeln.
In dem Anschreiben ging es um die Abwägung "Einsatz von viel Stahlbeton" vs. Klimaschutz. Ein Thema, das bei S21 nicht neu ist. Vor diesem Hintergrund hat Frau Georgi die neuen Tunnelpläne beurteilt und forderte darüber eine Stellungnahme.

Und aus der geht hervor, dass unter der Prämisse, dass das Land vertraglich dazu verpflichtet ist, die Führung der Gäubahn über den Flughafen zu unterstützen, der Gäubahntunnel notwendig sei, um die verkehrspolitischen Ziele auch wirklich erfüllen zu können. Oder anders gesagt: "S21" reicht dafür nicht.

Das ist keine Aussage darüber, ob man die Führung über den Flughafen grundsätzlich für "fachlich sinnvoll" hält, so wie du das hier umdeuten willst.

Tatsächlich steht ja in Stellungsnahme des Landes selbst:

Zitat
Im Rahmen der Diskussion über weitere ergänzende Infrastruktur werden vom Verkehrsministerium weitere Optionen,
wie eine unterirdische Ergänzungsstation für Nahverkehrszüge und S-Bahnen,
oder ein Ausbau der S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße diskutiert, um im Störfall
S-Bahn-Züge über die Panoramabahn möglichst nahe an die Verkehrsdrehscheibe
Hauptbahnhof heranführen
zu können. Die Sicherung von Ausbauoptionen und
insbesondere die Realisierung ergänzender Infrastrukturen sind vor allem durch
einen entsprechenden verkehrlichen Bedarf zu begründen.
Sinnvoll wäre es, den Verkehr so "möglichst nah" an den HBF ranzuführen, dass man in sehr kurzer Zeit zu Fuss die Züge dort erreichen kann. Mittnachtstr. ist da zu weit weg. Also bleibt das Land dabei, dass auch die Anbindung der Gäubahn über die Panoramabahn zum HBF "fachlich sinnvoll" ist. Wäre man vertraglich nicht an die Führung über den Flughafen gebunden, wäre das darüber hinaus auch die günstigste und wirtschaftlichste Lösung. Vorschläge, dort die Fahrzeiten zu verkürzen, liegen schon lange vor.

Micha-0815 schrieb:
Allerdings gibt es gar keine Verträge, die das Land zur Mitwirkung bei diesen Tunnel verpflichten würde. Das ist also nur eine kleine Zwecklüge aus dem Ministerbüro, um die potentielle grüne Wählerschaft zu besänftigen...
Stimmt Micha. Das hat auch niemand behauptet. Es geht um die Führung der Gäubahn über den Flughafen an sich. Es gibt also keine "Zwecklüge". Das ist eine freie Erfindung von dir.

Micha-0815 schrieb:
Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Gründe kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre. Ein Beschleunigung der Schiene durch Tunnel wird also im Verkehrsministerium aus fachlicher Sicht generell sehr positiv gesehen.
Auch das stimmt. K21 war ja auch ein Vorschlag die Ziele von S21 mit weniger Mitteln und Aufwand zu erreichen. Eine gute Integrationsmöglichkeit von S21 in den D-Takt war niemals ein Ziel von S21. Deswegen verteuert sich ja der Umbau des Bahnknoten Stuttgarts noch mehr.

Aber ohne das unsägliche "S21" gäbe es auch kein "K21". Dann gäbe es den "W-Fall" und dann könnte man wie in Frankfurt darüber nachdenken, einen Tunnel von Kornwestheim bis zum HBF zu bauen und dann weiter bis zum Flughafen - also genau den Entwurf von Heimerl umzusetzen. Eben auch, weil man in diesem Fall nicht schon 10 Milliarden Euro versenkt hätte. Und natürlich, ohne den Kopfbahnhof danach abzureissen.

Man könnte das auch jetzt noch machen, ohne dabei den Finanzrahmen zu sprengen, indem man sich den Milliardenausbau am Flughafen und für den Gäubahntunnel spart und mit diesen Mitteln die Stadt entschädigt.

S21 blockiert diese Umsetzung mit seinem Ziel der "freien Grundstücke", die schon längst nicht mehr dazu taugen, der Bahn die Mehrkosten für diese Tunnelorgie zu finanzieren, also aus der Sicht der Bahn gar nicht mehr sinnvoll ist.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.20 12:39.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: kmueller

Datum: 19.09.20 13:18

Micha-0815 schrieb:
Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Gründe kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre.
Genauso wie es in Zürich katastrophal schiefging. Nachdem die Schweiz bis 1980 noch ein Beförderungsaufkommen pro Ew über dem deutschen Vergleichswert hatte, liegt man heute schon deutlich unter 50%.

Das kommt davon, wenn man an zu wenigen Stellen im Netz fünf Minuten Fahrzeit herausholt.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 19.09.20 15:04

In Frankfurt(Main) wurden Mrd. von Euros versenkt, und nichts hat sich gebessert. Jetzt soll der Tiefbahnhof es richten.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 15:17

Micha-0815 schrieb:
PS: Ich habe anders als von graetz unten wahrheitswidrig unterstellt gar keine Aussage zur Gäubahnführung über den Flughafen getätigt,
Doch hast du. Du hast versucht zu suggerieren, das Land würde diese für "fachlich sinnvoll" halten. Das geht aber aus dem Text nicht hervor. Es ist nur vertraglich verpflichtet, das zu unterstützen.

Micha-0815 schrieb:
sondern gemäß dem Thema diesen Threads die Antwort des Verkehrministeriums zum Gäubahntunnel erläutert, aus der klar wird, dass die Fachleute im VM die positiven verkehrlichen Auswirkungen der Tunnel generell höher bewerten als deren CO2-Belastungen beim Bau.

Du hast eben falsch "erläutert". Nirgends findet sich eine Formulierung, das Land wäre vertraglich verpflichtet, den Gäubahntunnel zu unterstützen. Das hast du aber hier behauptet und als "Zwecklüge" bezeichnet.

Auch werden die Tunnelbauten an sich nicht "generell" höher bewertet sondern nur im Kontext, dass die Gäubahn Stand heute über den Flughafen geführt werden muss und "S21" da nur Murks abliefert. Deswegen wurde ja auch das Wort "Leider" benutzt. Das Land bemüht sich ja nach wie vor darum, die bisherige Gäubahnführung zu erhalten. Das geht auch direkt aus der Erläuterung des Landes hervor.

Man könnte die Führung über den Flughafen dann gleich lassen. Das würde den Tunnel dort dann einsparen können. Umweltpolitisch die beste Lösung und auch im Sinne des Landes, wenn es ausführt, dass es "leider" zu anderem verpflichtet und der Tunnel erst dann eine Notwendigkeit ist.

Du bist nur deiner eigenen Realitätsblase aufgesessen, in der irgendwie jeder denken müsste, die Umleitung der Gäubahn über den Flughafen wäre "fachlich sinnvoll". Das sagt das Land mit keinem Wort! Und auch ein jüngstes Gutachten attestiert dem jetzt geplanten "Drehkreuz" keinen großen Nutzen.


Micha-0815 schrieb:
Da graetz weiterhin auf derartige Unterstellungen zu Troll-Zwecken nicht verzichten kann, äußere ich mich zu seinem anderen Ansichten nicht. Es kann ja jeder selbst entscheiden, inwieweit er auch diese für Quatsch hält.
Die Entscheidung, wer also da "Quatsch" erzählt, ist leicht zu treffen, da es für deine "Erläuterungen" an Belegen fehlt. Die Quellen hier geben das nicht her.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 15:17

Ersatzsignal schrieb:
In Frankfurt(Main) wurden Mrd. von Euros versenkt, und nichts hat sich gebessert. Jetzt soll der Tiefbahnhof es richten.
Wieviele Milliarden für was?

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 19:21

Ach Micha! Belege doch einfach mal deine Behauptungen mit konkreten Belegen. Also nicht einfach auf eine Quelle zeigen und darüber dann irgendwas behaupten, was du denkst, da lesen zu wollen.

Wo ist z.B. die Formulierung, das Land wäre vertraglich verpflichtet, den Tunnelbau zu unterstützen? Du unterstellst genau das!

Oder wo die Formulierung, das Land würde die Führung über den Flughafen „fachlich richtig“ halten?

Oder die Formulierung, das Land würde auch den Tunnelbau unterstützen in der Abwägung zum CO2-Ausstoss, wenn nicht diese vertragliche Verpflichtung wäre, die Gäubahn über den Flughafen zu führen?

All das denkst du hier rauszulesen - nur steht es nirgends! Da nützt es auch nicht, jeden als Troll zu bezeichnen, der von dir Belege fordert.

Du liegst mal wieder nur völlig daneben mit deiner Sicht der Dinge.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 20:17

Micha, ich sehe schon, du schmollst wieder. Auf konkrete Nachfragen kommen von dir nur wieder deine krankhaften Edits. Du kannst ja gerne deine Meinung hier teilen, aber nur, weil andere deinen "Mist" nicht glauben und deswegen konkret nachfragen, musst du hier niemanden beleidigen. Das macht nämlich einen Troll aus.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Andy0711

Datum: 25.09.20 14:30

Ich habe mir mal Gedanken über einen Gäubahntunnel gemacht - genauer über den Anschluss an den Flughafenbahnhof.


Egal, wie man es dreht und wendet - die Gäubahnzüge müssen immer über eine Schleife in den Bahnhof kommen. Dies ließe sich nur verhindern, wenn sie Kopf machen würden, was aber neben zusätzlichen Gleisen und einem zusätzlichen Bahnsteig Zeit kostet. Da die Infrastruktur für den Bahnsteig aber vermutlich mehr als die zusätzliche Tunnellänge kosten würde, dürfte ein "Einschleifen" zumindest in der Gesamtbetrachtung sinnvoller sein.


Allerdings stellt sich mir da die Frage, ob nicht eine Schleife ausreichen würde, da ein eingleisiger Tunnel günstiger ist als zwei...


Um das zu verdeutlichen, habe ich ein paar Beispiele entworfen. Diese Idee hätte den Vorteil, dass auch Züge aus Stuttgart am Flughafen wenden könnten - z. B. im S-Bahn-Notverkehr (für den ich mir aber lieber die Panoramabahn wünsche) oder falls dies anderweitig betrieblich sinnvoll wäre.


Beispiel 1 - Am einfachsten zu verstehen, aber da der Bahnhof nicht an der Neubaustrecke gewünscht wird, sehr unwahrscheinlich:

.    .    .       _______6____________
.    .    .      /  _____5_____/_     \
Stuttgart < __  / _/____(4)______\____ | _____ < Ulm
Stuttgart > _  / _______(3)___________ | _____ > Ulm
Böblingen < __/    \_____2_______/     |
Böblingen > _____________1______\_____/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von/zur Gäubahn müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 5/6*
- kein Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich (würde 12 statt 8 Weichen erfordern)


* falls nicht, Abfahrten nach Stuttgart nicht immer am selben Bahnsteig bzw. erst vorbeifahren und dann mit weiterem Weg halten, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst oder den verpassten Zug vorbeifahren sieht ...


(Anpassungen zu Beispielen 2, 3 und 4 wären natürlich auch hier möglich)


Beispiel 2 - Ebenfalls 8 Weichen, aber direkt am Flughafen und mit Trennung der Gleise nach Böblingen "hinter" dem Bahnsteig:

.    .    .    ____                    ________
Stuttgart < __/___ \  ______________  / __\__  \  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
.    .    .     \     \            /   /        |
Böblingen < ___  \  ___\_____2____/   /         |
Böblingen > ______\__________1_______/_________/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von/zur Gäubahn müssten zum Ausstieg an Gleis 1 halten und zum Einstieg an Gleis 2*
- geringere Gesamtkapazität


* oder einmal durchfahren, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst oder den verpassten Zug vorbeifahren sieht ...




Beispiel 3: 2 zusätzliche Weichen ermöglichen, dass Züge von und zur Gäubahn nicht zweimal am Bahnsteig vorbeifahren (spart Zeit und erhöht die Kapazität):

.    .    .                       ____________
.    .    .    ____              /     __/__   \
Stuttgart < __/___ \  __________/___  / ____\_  |  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
Böblingen < ___ \  __ \  _________ /   /        |
.    .    .      \     \_____2____/   /         |
.    .    .       \__________1_______/          |
Böblingen > _________________________\_________/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Züge von/zur Gäubahn halten nur einmal
- Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" erfordert Bahnsteigwechsel
- kein Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich (mit 4 Weichen und einigen anderen Voraussetzungen möglich)


Beispiel 4: 16 Weichen und 2 Bahnsteige ermöglichen vollste Flexibilität, allerdings müssten Züge von und zur Gäubahn wieder zweimal am Bahnsteig vorbei. Dies verbindet die Nachteile, die auch beim Kopfmachen entstehen würden (2 Bahnsteige), wodurch die ganze Idee absurd wird. Nur der Vollständigkeit halber, daher auch ohne weiteren Kommentar:

.    .    .                       ____________
.    .    .    ____              /     __/__   \
Stuttgart < __/___ \  __________/___  / ____\_  |  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
Böblingen < __  \  ___\______4____ /   /        |
.    .    .      \  \__\_____3____/   /         |
.    .    .       \__________2_______/__        |
Böblingen > _______\_________1______/___\______/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von der Gäubahn nach Stuttgart müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 3/4 (Dann kann man den kleinen Verbindungstunnel von der Schleife nach Stuttgart einsparen), oder Abfahrten nach Stuttgart sind nicht immer vom selben Bahnsteig
- Züge von Stuttgart zur Gäubahn müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 3/4 oder erst vorbeifahren und dann mit weiterem Weg halten, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst ...

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 25.09.20 14:47

Andy0711 schrieb:
Ich habe mir mal Gedanken über einen Gäubahntunnel gemacht - genauer über den Anschluss an den Flughafenbahnhof.

Alle bis auf Variante 1 würden die Kosten maximieren, da unterirdisch zusätzliche Abzweige nötig wären. Und es würde auch ein langer Streit entbrennen, wer dann wieviel Anteil zu bezahlen hat, während aber Fakten geschaffen werden müssen, also der Bau der bisherigen PFA 1.3 weitergehen muss.

Nur Variante 1 könnte das Budget für S21 spürbar entlasten, was als eigentlich dringliches Ziel bisher unter den Teppich gekehrt wird.
Damit müsste man aber auch so bald wie möglich anfangen, damit keine SODA-Tunnel entstehen.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 25.09.20 18:29

Der Gäubahntunnel wird mit 1,5 bis 2 Mrd. Euro zu buche schlagen, ein typischer graetz. Kostensenkung durch Mehrausgaben für einen Tunnel den keiner brauch.

Ach Fakten schaffen, nunja muss wohl sein, wieviel Verzögerung soll denn noch werden ? Das Land kommt seiner Projektförderungspflicht nicht nach. Leider musste ich meine Prognose der Gäubahnsperrung ändern. Aus 3 Jahren werden 30 Jahre, hat der Minister so entschieden, ähm ja "er darf es nicht entscheiden", aber irgendwie wurde es so beschlossen. ;-)

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 25.09.20 19:43

Ersatzsignal schrieb:
Der Gäubahntunnel wird mit 1,5 bis 2 Mrd. Euro zu buche schlagen, ein typischer graetz. Kostensenkung durch Mehrausgaben für einen Tunnel den keiner brauch.

Ach Fakten schaffen, nunja muss wohl sein, wieviel Verzögerung soll denn noch werden ? Das Land kommt seiner Projektförderungspflicht nicht nach. Leider musste ich meine Prognose der Gäubahnsperrung ändern. Aus 3 Jahren werden 30 Jahre, hat der Minister so entschieden, ähm ja "er darf es nicht entscheiden", aber irgendwie wurde es so beschlossen. ;-)
Tja - ich schrieb ja auch über das S21 Budget. Den Gäubahntunnel zahlt der Bund.

Und da die Bahn bereits seit 5 Jahren darauf hin arbeitet, dass man die Gäubahn nicht kappen muss, ist die Bauzeit da zweitrangig.

Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 01.10.20 20:04

Nachdem wie im Ausgangspost beschrieben bereits die Landesregierung ihre Unterstützung für den Gäubahntunnel erklärt hat, hat nun auch der Verkehrsausschuss des Landtags sich hinter das Vorhaben gestellt.

[www.landtag-bw.de]

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: Traumflug

Datum: 01.10.20 20:52

ChrisM schrieb:
Zitat
Ein solcher Tunnel biete deutlich mehr Vorteile für den Schienenverkehr als ein drittes Gleis am Flughafen. Unter anderem würden mit einem solchen Tunnel auch Fahrgäste der Zugstrecke zwischen Stuttgart und Zürich – der sogenannten Gäubahn – in Richtung Ulm und München von der neuen Schnellfahrstrecke profitieren. Damit würden sich die Fahrzeiten verkürzen. Zudem würden Regionalverkehr und S-Bahnen nicht mehr auf denselben Gleisen fahren. Dadurch könnten sowohl mehr S-Bahnen als auch mehr Fern- und Regionalverkehrszüge auf die Strecke gebracht werden. Ein Tunnel würde darüber hinaus die Gemeinden Leinfelden und Echterdingen vollständig vom Lärm der Gäubahn entlasten.
Interessant, was die alles aus einem Strich auf der Landkarte heraus lesen können. Planung gibt's ja noch keine. Oder anders gesagt: man hat aus S 21 nichts gelernt und jagt schon wieder einem Phantom hinterher.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 01.10.20 22:04

Traumflug schrieb:
Zitat
Ein solcher Tunnel biete deutlich mehr Vorteile für den Schienenverkehr als ein drittes Gleis am Flughafen. Unter anderem würden mit einem solchen Tunnel auch Fahrgäste der Zugstrecke zwischen Stuttgart und Zürich – der sogenannten Gäubahn – in Richtung Ulm und München von der neuen Schnellfahrstrecke profitieren. Damit würden sich die Fahrzeiten verkürzen. Zudem würden Regionalverkehr und S-Bahnen nicht mehr auf denselben Gleisen fahren. Dadurch könnten sowohl mehr S-Bahnen als auch mehr Fern- und Regionalverkehrszüge auf die Strecke gebracht werden. Ein Tunnel würde darüber hinaus die Gemeinden Leinfelden und Echterdingen vollständig vom Lärm der Gäubahn entlasten.
Interessant, was die alles aus einem Strich auf der Landkarte heraus lesen können. Planung gibt's ja noch keine. Oder anders gesagt: man hat aus S 21 nichts gelernt und jagt schon wieder einem Phantom hinterher.
Der von Dir zitierte Absatz enthält drei Thesen.

1. erleichtertes Reisen für Reisende von der Gäubahn Richtung Ulm/München. Das ist richtig, denn der Gäubahntunnel führt in die Station NBS, wo bahnsteiggleiche Umstiege in der genannten Relation möglich sind. Der Transfer von der Station Drittes Gleis zur Station NBS entfällt.

2. Entflechtung des Mischverkehrs von S-Bahn und Zügen des Fern- und Regionalverkehrs. Das ist richtig, denn mit dem Gäubahntunnel stehen zwischen Flughafen und der Gäubahnstrecke vier statt nur zwei Gleise zur Verfügung.

3. Entlastung von Leinfelden-Echterdingen. Das ist richtig. Denn Züge die im Gäubahntunnel unter Leinfelden-Echterdingen hindurch fahren, belasten den Ort weniger als solche, die oberirdisch durch den Ort hindurchfahren.


Die getätigten Aussagen haben also Substanz. Ein Phantom sieht nur, wer eines sehen möchte.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 01.10.20 22:10

Hallo Chris
zu Punkt 1, Der Tunnel endet im Nirgendwo.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: graetz

Datum: 01.10.20 22:53

ChrisM schrieb:
1. erleichtertes Reisen für Reisende von der Gäubahn Richtung Ulm/München. Das ist richtig, denn der Gäubahntunnel führt in die Station NBS, wo bahnsteiggleiche Umstiege in der genannten Relation möglich sind. Der Transfer von der Station Drittes Gleis zur Station NBS entfällt.

Ganz sicher. Die steigen dann in die zahlreichen ICEs um, die alle am Flughafen halten.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: rad3m

Datum: 02.10.20 08:14

Wenn ich mich an den Stresstest erinnere: Da waren die Züge, die vom Fildertunnel zum dritten Gleis im Flughafen- S-Bahnhof abbiegen sollen, davon abhängig, dass dieses Gleis frei sein musste. Dort durfte kein (verspäteter) Zug stehen, der darauf wartete, in den überfüllten Tiefbahnhof oder die Warteschlange im Fildertunnel hinunter hineingelassen zu werden. Für kurze Züge hatten wir überlegt, ob der jeweilige Bogen lang genug wäre, um eine Blockstelle, also eine Warteposition vor den Einfahrtsweichen unterbringen zu können.

All dies wäre mit einem zweigleisigen Tunnel als Weststrecke des Bahnhofs neben der SFS kein Thema mehr. Das Beste daran wären die Züge, die nicht wenden und durch den Fildertunnel nach Stuttgart müssten, sondern diesen Engpass meidend die SFS nach Wendlingen befahren können. So wäre die Auslastung gleichmäßiger verteilt. Die Linien müssten natürlich angepasst werden, wobei die S-Bahn- Linien gut ergänzt werden können. Nahverkehr von Böblingen über den Flughafen nach Stuttgart Hbf braucht niemand, denn das macht die direkte S-Bahn-Linie. Im Flughafen- SFS-Bahnhof wenden müsste also nur der Gäubahn- IC. Bei passenden Weichen im neu hinzukommenden Tunnel braucht man auch keine Wendeschleifen. Dieser eine Zug pro Stunde kann am Bahnsteig wenden. Wenn nicht die Mehrzahl der Schweizer, Singener, Tuttlinger, Rottweiler usw. nicht ohnehin lieber nach Ulm-München weiterfahren will. Wer von dort nach Mannheim will, kommt ja nicht über die Gäubahn. Bleiben nur diejenigen mit Ziel Stuttgart und die anderen Regionallinien.

Andere Gäubahn- und Freudenstadt- Züge, vielleicht auch von Leonberg oder Nagold könnten oben bleiben und auf Ziele am oder jenseits des oberen Neckars verteilt werden. Nachbarregionen werden also sicher auch zustimmen.

Wenn Stuttgart Hbf durch Reduktion der dortigen Linien um den Bau eines Zusatzbahnhofs herumkäme, würde man es dort vielleich verschmerzen. Die Filder würde statt als Knoten mit Flugverkehr als kleiner Knoten des ÖPNVs viel nützlicher. Wo dann, oh Wunder, vielleicht doch ein ICE halten wird.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 08:16

Ersatzsignal schrieb:
Hallo Chris
zu Punkt 1, Der Tunnel endet im Nirgendwo.
Das sieht hier [gecms.region-stuttgart.org] (Abbildung 4, Seite 6) anders aus.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 08:20

rad3m schrieb:
Wenn ich mich an den Stresstest erinnere: Da waren die Züge, die vom Fildertunnel zum dritten Gleis im Flughafen- S-Bahnhof abbiegen sollen, davon abhängig, dass dieses Gleis frei sein musste.
Der Stresstest fand 2011 statt. Das Konzept Drittes Gleis wurde 2015 beschlossen. Irgendwas an Deiner Aussage kann nicht stimmen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: graetz

Datum: 02.10.20 08:34

rad3m schrieb:
Wo dann, oh Wunder, vielleicht doch ein ICE halten wird.
Die werden da nach wie vor nicht halten. Man würde die Kantenzeiten nicht mehr schaffen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 08:42

graetz schrieb:

Die werden da nach wie vor nicht halten. Man würde die Kantenzeiten nicht mehr schaffen.
Es hält ein zweistündlicher FV Richtung Ulm und ein zweistündlicher FV Richtung Gäubahn. Hier ist nichts über den Fahrzeugtyp gesagt. Dazu kommen noch etliche stündliche Linien des beschleunigten RV. Kann man im finalen D-Takt-Entwurf nachlesen - oder weiter vorgestanzte Textbausteine absondern.
Thema hier war ja die breite politische Akzeptanz des Gäubahntunnels.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 02.10.20 08:52

Das sieht immer schick aus auf den Bildern. Nur wird keiner auf die Risiken und Nebenwirkungen hinweisen.

Um diesen Tunnel zu realisieren ist es zwingend notwendig,

1) Baustopp sofort bei der NBS-Station und ändern der Planfeststellung
2) Neuplanung der Ein und Ausschleifung der Strecke zum Fildertunnel

Nebenwirkungen durch diese Massnahme.

Unterbrechung der Gäubahn realistisch geschätzt für 20 Jahre ( 1 Jahr Raumordnung, 15 Jahre Plandiskussion, 4 Jahre Bau)
Verzögerung Fertigstellung NBS Station um mindestens 15 Jahre.

Will man diese Nebenwirkungen vermeiden. Ist auch ganz einfach, einfach so weiterbauen, und auch das 3.Gleis realisieren. Ist zwar Murks, aber besser als solche Unterbrechungen und Verzögerungen.


Ironie, bei der Variante Flughafenstrasse, ist die Einbindung der Gäubahn, schon vorgesehen. Und würde durch den S-Bahn nahen Trassenverlauf, auch günstig für diesen Tunnel sein.

Ironie 2, durch die Einsparung des Tunnels, bekommt man kein moralisches Problem mit beschädigten Häusern.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.10.20 08:58.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: graetz

Datum: 02.10.20 09:21

ChrisM schrieb:
graetz schrieb:
Die werden da nach wie vor nicht halten. Man würde die Kantenzeiten nicht mehr schaffen.
Es hält ein zweistündlicher FV Richtung Ulm und ein zweistündlicher FV Richtung Gäubahn. Hier ist nichts über den Fahrzeugtyp gesagt. Dazu kommen noch etliche stündliche Linien des beschleunigten RV. Kann man im finalen D-Takt-Entwurf nachlesen - oder weiter vorgestanzte Textbausteine absondern.
Thema hier war ja die breite politische Akzeptanz des Gäubahntunnels.
Man kann den ja akzeptieren, aber schon seit 2016 will die Bahn dort kaum Fernverkehr halten lassen und die ICEs werden auch in Zukunft nicht dort halten, weil es die Kantenzeiten zerstört. Es sind nur zwei FV, die nach Ulm oder München fahren. Der Rest fährt am Flughafen vorbei aus guten Gründen.

Der neue Tunnel dient auch nicht der Verbesserung des Drehkreuz am Flughafen sondern auch der Erreichung von Kantenzeiten und der Entmischung auf den Fildern. Da reden sich das die Herren nur schön, dass man jetzt deutlich über 2 Milliarden ausgeben muss für ein "Drehkreuz" mit zwei zusätzlichen Bahnhofsgleisen.
Das "Drehkreuz", um das es den D-Takt-Planern geht, liegt 8 Fahrminuten weiter in Stuttgart und der Umweg über den Flughafen stört da nur, ist aber politisch gewollt, weswegen man jetzt diesen Aufwand betreiben will, der wirtschaftlich völliger Blödsinn ist.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 09:22

Ersatzsignal schrieb:
Das sieht immer schick aus auf den Bildern. Nur wird keiner auf die Risiken und Nebenwirkungen hinweisen.

Um diesen Tunnel zu realisieren ist es zwingend notwendig,

1) Baustopp sofort bei der NBS-Station und ändern der Planfeststellung
2) Neuplanung der Ein und Ausschleifung der Strecke zum Fildertunnel

Nebenwirkungen durch diese Massnahme.

Unterbrechung der Gäubahn realistisch geschätzt für 20 Jahre ( 1 Jahr Raumordnung, 15 Jahre Plandiskussion, 4 Jahre Bau)
Verzögerung Fertigstellung NBS Station um mindestens 15 Jahre.

Will man diese Nebenwirkungen vermeiden. Ist auch ganz einfach, einfach so weiterbauen, und auch das 3.Gleis realisieren. Ist zwar Murks, aber besser als solche Unterbrechungen und Verzögerungen.


Ironie, bei der Variante Flughafenstrasse, ist die Einbindung der Gäubahn, schon vorgesehen. Und würde durch den S-Bahn nahen Trassenverlauf, auch günstig für diesen Tunnel sein.

Ironie 2, durch die Einsparung des Tunnels, bekommt man kein moralisches Problem mit beschädigten Häusern.
Laut dieser Antwort auf eine Bundestagsanfrage reicht ein Änderungsverfahren für 1.3a für den Abschluss des Gäubahntunnels und ist derzeit auch noch nicht zeitkritisch.

Zitat
Nach Auskunft der DB AG würde es eines Planänderungsverfahrens bedürfen. Auf die gerade begonnenen Baumaßnahmen im PFA 1.3a entstehen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auswirkungen.

Stammt von hier: [dipbt.bundestag.de] Frage/Antwort 21

Tatsächlich wird der Flughafentunnel ja von Westen aufgefahren. Da ist man zwar schon im Berg aber noch ein gutes Stück von der möglichen Einschleifung des Gäubahntunnels. Der Vortrieb von Osten befasst sich derzeit ausschließlich mit der Querung der Autobahn in offener Bauweise.

Warum meinst Du, dass vom Gäubahntunnel die Ausgestaltung der westlichen Ausfädlung an der NBS betroffen sein könnte?

Ich halte Deine Prognosen zum Zeithorizont was die Plandiskussion angeht für zu pessimistisch.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: graetz

Datum: 02.10.20 09:27

Ersatzsignal schrieb:
Das sieht immer schick aus auf den Bildern. Nur wird keiner auf die Risiken und Nebenwirkungen hinweisen.

Um diesen Tunnel zu realisieren ist es zwingend notwendig,

1) Baustopp sofort bei der NBS-Station und ändern der Planfeststellung
2) Neuplanung der Ein und Ausschleifung der Strecke zum Fildertunnel

Nebenwirkungen durch diese Massnahme.

Unterbrechung der Gäubahn realistisch geschätzt für 20 Jahre ( 1 Jahr Raumordnung, 15 Jahre Plandiskussion, 4 Jahre Bau)
Verzögerung Fertigstellung NBS Station um mindestens 15 Jahre.

Will man diese Nebenwirkungen vermeiden. Ist auch ganz einfach, einfach so weiterbauen, und auch das 3.Gleis realisieren. Ist zwar Murks, aber besser als solche Unterbrechungen und Verzögerungen.


Ironie, bei der Variante Flughafenstrasse, ist die Einbindung der Gäubahn, schon vorgesehen. Und würde durch den S-Bahn nahen Trassenverlauf, auch günstig für diesen Tunnel sein.

Ironie 2, durch die Einsparung des Tunnels, bekommt man kein moralisches Problem mit beschädigten Häusern.
Auch die Bahn sagt, dass die Finanzierung sehr schnell stehen muss, weil da ja bereits gebaut wird.
Und genau wegen der längeren Bauzeit darf man die Panoramabahn nicht kappen. Da muss die Stadt endlich einlenken, sollte der Tunnel wirklich kommen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 11:19

graetz schrieb:
Da muss die Stadt endlich einlenken, sollte der Tunnel wirklich kommen.
Mag ja sein, dass Du das so siehst. Es gibt aber keinerlei Anzeichen dafür. Stadt, Region und Land treiben den Nordhalt voran. Neben den drei S-Bahnlinien und den drei Stadtbahnlinien, die dort schon halten, könnte noch eine Buslinie dazu kommen. Wir wissen ja, dass nur der kleinste Teil der Gäubahnreisenden zum FV wollen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: graetz

Datum: 02.10.20 12:27

ChrisM schrieb:
Wir wissen ja, dass nur der kleinste Teil der Gäubahnreisenden zum FV wollen.
Und deswegen plant man einen milliardenteuren Tunnel, damit dieser "kleinste Teil" in Zukunft pünktlich seine FV-Anschlüsse bekommt.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: Traumflug

Datum: 02.10.20 12:30

ChrisM schrieb:
Die getätigten Aussagen haben also Substanz.
Der Tiefbahnhof im Tal wurde auch irgendwann mal für schlüssig und nur Vorteile bringend angesehen. Je mehr man sich mit der konkreten Planung beschäftigt hat, desto mehr stellten sich diese Vorteile als nicht durchführbar heraus oder wurden von erst später entdeckten Nachteilen aufgewogen oder gar überwogen.

Es ist immer eine blöde Idee, sich schon vor Planungsbeginn auf eine bestimmte Lösung zu versteifen.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: kmueller

Datum: 02.10.20 15:16

ChrisM schrieb:
Der von Dir zitierte Absatz enthält drei Thesen.

1. erleichtertes Reisen für Reisende von der Gäubahn Richtung Ulm/München. Das ist richtig, denn der Gäubahntunnel führt in die Station NBS, wo bahnsteiggleiche Umstiege in der genannten Relation möglich sind. Der Transfer von der Station Drittes Gleis zur Station NBS entfällt.
Ach, baut man jetzt endlich aus demselben Grund auch die Anbindung aus Richtung Tübingen an die NBS in Richtung Ulm und München bei Wendlingen? Da ließe sich mit einer simplen Kurve noch viel mehr Zeit rausholen.

Und auch die folgenden Argumente sprächen dort dafür.

Zitat:
2. Entflechtung des Mischverkehrs

3. Entlastung von Leinfelden-Echterdingen anderen Orten entlang des aktuellen Wegs.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: kmueller

Datum: 02.10.20 15:26

graetz schrieb:
ChrisM schrieb:
Wir wissen ja, dass nur der kleinste Teil der Gäubahnreisenden zum FV wollen.
Und deswegen plant man einen milliardenteuren Tunnel, damit dieser "kleinste Teil" in Zukunft pünktlich seine FV-Anschlüsse bekommt.
Wie man unter Projektbetreibern und -befürwortern mittlerweile denkt, hat das Ersatzsignal weiter oben (zur Begründung einer anderen Option) wie folgt wiederholt:

Zitat:
Ist zwar Murks, aber besser als solche Unterbrechungen und Verzögerungen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 17:43

kmueller schrieb:
Ach, baut man jetzt endlich aus demselben Grund auch die Anbindung aus Richtung Tübingen an die NBS in Richtung Ulm und München bei Wendlingen? Da ließe sich mit einer simplen Kurve noch viel mehr Zeit rausholen.



Wenn eine solche Kurve für das Erreichen der Ziele des D-Takts sinnvoll und notwendig wäre, hätte sie es in die Liste der für den D-Takt notwendigen Infrastrukturprojekte geschafft. Das scheint nicht der Fall zu sein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.10.20 17:43.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 02.10.20 17:46

graetz schrieb:

Und deswegen plant man einen milliardenteuren Tunnel, damit dieser "kleinste Teil" in Zukunft pünktlich seine FV-Anschlüsse bekommt.
Man plant den Tunnel, um auf der Gäubahn D-Taktkompatible Reisezeiten zu bekommen. Dies dürfte dann den heute doch recht überschaubaren Anteil der FV-Reisenden erhöhen.

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: kmueller

Datum: 02.10.20 19:05

ChrisM schrieb:
kmueller schrieb:
Ach, baut man jetzt endlich aus demselben Grund auch die Anbindung aus Richtung Tübingen an die NBS in Richtung Ulm und München bei Wendlingen? Da ließe sich mit einer simplen Kurve noch viel mehr Zeit rausholen.
Wenn eine solche Kurve für das Erreichen der Ziele des D-Takts sinnvoll und notwendig wäre, hätte sie es in die Liste der für den D-Takt notwendigen Infrastrukturprojekte geschafft.
Wenn ich hier im Forum zeitlich etwas zurückgehe, dann finde ich haufenweise Beiträge, nach denen im Raum Stuttgart Takte (und insbes. ITF-gerechte Durchfahrtzeiten) kontraproduktiv seien, während schnelle Durchbindungen äußerst wichtig sind. Angeblich ist das Tiefbahnofprojekt vollständig so ausgerichtet.

Kommt jetzt die nächste Totalumplanung mit der Leitlinie 'jetzt doch integrierter Takt statt schneller Durchbindungen'?

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: rad3m

Datum: 02.10.20 19:07

Nach der heute angehängten Diskussionsrunde wird immer klarer, dass wir uns im Kreise drehen. Dabei kommt so oder so nichts Sinnvolles heraus. Mein Beitrag, den Ihr gerne vergessen dürft, kam genauso wenig zu einem nützlichen Ende. Stattdessen hätte ich mich auf zwei Sätze beschränken können: Rein theoretisch könnte der Entwurfsstrich, als Tunnel für Gäubahnzüge interpretiert, begrüßenswerte Verkehrsmöglichkeiten eröffnen. In der Praxis hat das aber keine Realisierungschancen. Denn auch dazu müsste man allen Murks der bisherigen Planungen offenlegen. Als ob das dritte Gleis im Flughafenbahnhof die Rettung sein könnte ?! Eine zweigleisige Strecke müsste auch dort zweigleisig sein. Von einem vierten Gleis habe ich nie etwas gehört. Die neue Idee mit Anschluss an den SFS- Filderbahnhof wäre in dieser Hinsicht besser, aber nur wenn auch dieser Tunnel zweigleisig ausgeführt würde. Wünschen kann man sich viel...

Noch kurz zu einem Rand-Detail: Es mag sein, dass das dritte Gleis im Flughafenbahnhof erst spät in offiziellen Unterlagen auftauchte. Dass der Stresstest mit einem primitiven Einschleifen in die S-Bahn-Gleise dort nicht funktionieren kann, war schon in den Wochen nach Vorstellung des Stresstest-Fahrplans hier im Forum Thema. Wenn ich mehr Zeit investieren würde, könnte ich das wiederfinden. Damals habe ich sowas bei mir abgespeichert. Die richtige Festplatte zu finden, oder der Forums- Suchfunktion die richtige Frage zu stellen, oder diese Wochen einzeln durchzuforsten, alles braucht Zeit, die ich z.Z. nicht habe. Und es würde im Hauptthema auch nicht weiterhelfen. Selbst mit weiteren Milliarden würde aus der Gäubahn keine den üblichen Ansprüchen genügende Fernstrecke in die Schweiz. Besser ein ganz anders gearteter Neuanfang! Mal abwarten, was die Schweiz vorschlägt (Neues Thema im News-Forum).