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Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: ChrisM

Datum: 15.09.20 15:17

Anfänglich hat sich der Verkehrsminister ja etwas zurückhaltend zu der Idee geäußert. Nun hat die Landesregierung im Ganzen aber eine andere Haltung eingenommen. Man will dem Bund bei den Prüfungen sogar zur Hand gehen. Das steht so in der Beantwortung einer FDP-Anfrage im Landtag. Darin heißt es u.a.:

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.
Die Anfrage und die Antworten: [www.landtag-bw.de]

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 15.09.20 16:12

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.09.20 16:13.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: ChrisM

Datum: 15.09.20 16:52

graetz schrieb:
Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.
Die Vorstellung der Idee ist noch keine drei Monate alt und das BMVI hat gesagt, dass die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bis Ende des Jahres vorliegt. Keine Ahnung, wie Du auf "jetzt schon lange überfällig" kommst.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 15.09.20 17:04

ChrisM schrieb:
graetz schrieb:
Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.

Die Wirtschaftlichskeitsberechnung ist jetzt schon lange überfällig. Das bleibt spannend.
Die Vorstellung der Idee ist noch keine drei Monate alt und das BMVI hat gesagt, dass die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bis Ende des Jahres vorliegt. Keine Ahnung, wie Du auf "jetzt schon lange überfällig" kommst.
Stimmt. Ich hatte das hier im Kopf:

Zitat
Veröffentlichung der zum Deutschlandtakt zugehörigen Infrastrukturliste im Juli 2020
[www.bmvi.de]

Seite 31

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Traumflug

Datum: 19.09.20 00:22

ChrisM schrieb:
Anfänglich hat sich der Verkehrsminister ja etwas zurückhaltend zu der Idee geäußert. Nun hat die Landesregierung im Ganzen aber eine andere Haltung eingenommen. Man will dem Bund bei den Prüfungen sogar zur Hand gehen. Das steht so in der Beantwortung einer FDP-Anfrage im Landtag. Darin heißt es u.a.:

Zitat
Die Landesregierung hat den Bund darum gebeten, diesen Infrastrukturvorschlag prioritär weiter zu verfolgen und bietet ihre Beteiligung bei den anstehenden Prüfungen an.
Die Anfrage und die Antworten: [www.landtag-bw.de]
Die Bewertung dazu:

Zitat
Die Führung der Gäubahn über den Flughafen ist eine wesentliches Projektziel von S21, daran sind wir gebunden. [...] ich bin mir im Klaren darüber, dass diese „fachliche“ Antwort keineswegs als positiv empfunden wird. Leider lässt sich der Vertrag mit der DB AG schlichtweg nicht wegdiskutieren, an diesen ist das Land gebunden – auch wenn dies eine bittere Pille sein mag.
Deutlicher kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass man im Landesverkehrsministerium gegen die eigene Überzeugung handelt. Ganzer Text: [www.parkschuetzer.de]

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Micha-0815

Datum: 19.09.20 00:55

Traumflug schrieb:
Die Bewertung dazu:

Zitat
Die Führung der Gäubahn über den Flughafen ist eine wesentliches Projektziel von S21, daran sind wir gebunden. [...] ich bin mir im Klaren darüber, dass diese „fachliche“ Antwort keineswegs als positiv empfunden wird. Leider lässt sich der Vertrag mit der DB AG schlichtweg nicht wegdiskutieren, an diesen ist das Land gebunden – auch wenn dies eine bittere Pille sein mag.
Deutlicher kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass man im Landesverkehrsministerium gegen die eigene Überzeugung handelt. Ganzer Text: [www.parkschuetzer.de]
Liest man das vollständig, ohne sinnentstellende Kürzungen, so findet man, dass das Verkehrsministerium also aus fachlicher Sicht beide Tunnel positiv sieht, die politische Rahmen-Antwort dann aber so tut, als ob der Verkehrsminister lieber eine fachlich suboptimale Lösung vertreten würde, wäre er nicht durch Verträge daran gebunden, fachlich sinnvoll zu handeln.

Allerdings gibt es gar keine Verträge, die das Land zur Mitwirkung bei diesen Tunnel verpflichten würde. Das ist also nur eine kleine Zwecklüge aus dem Ministerbüro, um die potentielle grüne Wählerschaft zu besänftigen...

Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Grunde kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre. Ein Beschleunigung der Schiene durch Tunnel wird also im Verkehrsministerium aus fachlicher Sicht generell sehr positiv gesehen.

PS: Ich habe anders als von graetz unten wahrheitswidrig unterstellt gar keine Aussage zur Gäubahnführung über den Flughafen getätigt, sondern gemäß dem Thema diesen Threads die Antwort des Verkehrministeriums zum Gäubahntunnel erläutert, aus der klar wird, dass die Fachleute im VM die positiven verkehrlichen Auswirkungen der Tunnel generell höher bewerten als deren CO2-Belastungen beim Bau.

Da graetz weiterhin auf derartige Unterstellungen zu Troll-Zwecken nicht verzichten kann, äußere ich mich zu seinem anderen Ansichten nicht. Es kann ja jeder selbst entscheiden, inwieweit er auch diese für Quatsch hält.

#trollcount: >3

Gruß, Micha
Meinungsfreiheit bedeutet, dass man fast alles behaupten darf. Es bedeutet nicht, dass sich jemand den Mist anhören muss.
(Kommentar im Tagesspiegel zu Verschwörungsgläubigen)




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.20 21:14.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 11:45

Micha-0815 schrieb:
Liest man das vollständig, ohne sinnentstellende Kürzungen, so findet man, dass das Verkehrsministerium also aus fachlicher Sicht beide Tunnel positiv sieht, die politische Rahmen-Antwort dann aber so tut, als ob der Verkehrsminister lieber eine fachlich suboptimale Lösung vertreten würde, wäre er nicht durch Verträge daran gebunden, fachlich sinnvoll zu handeln.
In dem Anschreiben ging es um die Abwägung "Einsatz von viel Stahlbeton" vs. Klimaschutz. Ein Thema, das bei S21 nicht neu ist. Vor diesem Hintergrund hat Frau Georgi die neuen Tunnelpläne beurteilt und forderte darüber eine Stellungnahme.

Und aus der geht hervor, dass unter der Prämisse, dass das Land vertraglich dazu verpflichtet ist, die Führung der Gäubahn über den Flughafen zu unterstützen, der Gäubahntunnel notwendig sei, um die verkehrspolitischen Ziele auch wirklich erfüllen zu können. Oder anders gesagt: "S21" reicht dafür nicht.

Das ist keine Aussage darüber, ob man die Führung über den Flughafen grundsätzlich für "fachlich sinnvoll" hält, so wie du das hier umdeuten willst.

Tatsächlich steht ja in Stellungsnahme des Landes selbst:

Zitat
Im Rahmen der Diskussion über weitere ergänzende Infrastruktur werden vom Verkehrsministerium weitere Optionen,
wie eine unterirdische Ergänzungsstation für Nahverkehrszüge und S-Bahnen,
oder ein Ausbau der S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße diskutiert, um im Störfall
S-Bahn-Züge über die Panoramabahn möglichst nahe an die Verkehrsdrehscheibe
Hauptbahnhof heranführen
zu können. Die Sicherung von Ausbauoptionen und
insbesondere die Realisierung ergänzender Infrastrukturen sind vor allem durch
einen entsprechenden verkehrlichen Bedarf zu begründen.
Sinnvoll wäre es, den Verkehr so "möglichst nah" an den HBF ranzuführen, dass man in sehr kurzer Zeit zu Fuss die Züge dort erreichen kann. Mittnachtstr. ist da zu weit weg. Also bleibt das Land dabei, dass auch die Anbindung der Gäubahn über die Panoramabahn zum HBF "fachlich sinnvoll" ist. Wäre man vertraglich nicht an die Führung über den Flughafen gebunden, wäre das darüber hinaus auch die günstigste und wirtschaftlichste Lösung. Vorschläge, dort die Fahrzeiten zu verkürzen, liegen schon lange vor.

Micha-0815 schrieb:
Allerdings gibt es gar keine Verträge, die das Land zur Mitwirkung bei diesen Tunnel verpflichten würde. Das ist also nur eine kleine Zwecklüge aus dem Ministerbüro, um die potentielle grüne Wählerschaft zu besänftigen...
Stimmt Micha. Das hat auch niemand behauptet. Es geht um die Führung der Gäubahn über den Flughafen an sich. Es gibt also keine "Zwecklüge". Das ist eine freie Erfindung von dir.

Micha-0815 schrieb:
Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Gründe kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre. Ein Beschleunigung der Schiene durch Tunnel wird also im Verkehrsministerium aus fachlicher Sicht generell sehr positiv gesehen.
Auch das stimmt. K21 war ja auch ein Vorschlag die Ziele von S21 mit weniger Mitteln und Aufwand zu erreichen. Eine gute Integrationsmöglichkeit von S21 in den D-Takt war niemals ein Ziel von S21. Deswegen verteuert sich ja der Umbau des Bahnknoten Stuttgarts noch mehr.

Aber ohne das unsägliche "S21" gäbe es auch kein "K21". Dann gäbe es den "W-Fall" und dann könnte man wie in Frankfurt darüber nachdenken, einen Tunnel von Kornwestheim bis zum HBF zu bauen und dann weiter bis zum Flughafen - also genau den Entwurf von Heimerl umzusetzen. Eben auch, weil man in diesem Fall nicht schon 10 Milliarden Euro versenkt hätte. Und natürlich, ohne den Kopfbahnhof danach abzureissen.

Man könnte das auch jetzt noch machen, ohne dabei den Finanzrahmen zu sprengen, indem man sich den Milliardenausbau am Flughafen und für den Gäubahntunnel spart und mit diesen Mitteln die Stadt entschädigt.

S21 blockiert diese Umsetzung mit seinem Ziel der "freien Grundstücke", die schon längst nicht mehr dazu taugen, der Bahn die Mehrkosten für diese Tunnelorgie zu finanzieren, also aus der Sicht der Bahn gar nicht mehr sinnvoll ist.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.09.20 12:39.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: kmueller

Datum: 19.09.20 13:18

Micha-0815 schrieb:
Die Aussage, dass eine "klimaschonende Fahrzeit" von 45 Minuten leider keine Verlagerung (von Verkehr auf die Schiene) bringen wird scheint konsequent weitergedacht ja zu bedeuten, dass mit K21 aus dem gleichen Gründe kein solcher Effekt zu bewerkstelligen gewesen wäre.
Genauso wie es in Zürich katastrophal schiefging. Nachdem die Schweiz bis 1980 noch ein Beförderungsaufkommen pro Ew über dem deutschen Vergleichswert hatte, liegt man heute schon deutlich unter 50%.

Das kommt davon, wenn man an zu wenigen Stellen im Netz fünf Minuten Fahrzeit herausholt.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 19.09.20 15:04

In Frankfurt(Main) wurden Mrd. von Euros versenkt, und nichts hat sich gebessert. Jetzt soll der Tiefbahnhof es richten.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 15:17

Micha-0815 schrieb:
PS: Ich habe anders als von graetz unten wahrheitswidrig unterstellt gar keine Aussage zur Gäubahnführung über den Flughafen getätigt,
Doch hast du. Du hast versucht zu suggerieren, das Land würde diese für "fachlich sinnvoll" halten. Das geht aber aus dem Text nicht hervor. Es ist nur vertraglich verpflichtet, das zu unterstützen.

Micha-0815 schrieb:
sondern gemäß dem Thema diesen Threads die Antwort des Verkehrministeriums zum Gäubahntunnel erläutert, aus der klar wird, dass die Fachleute im VM die positiven verkehrlichen Auswirkungen der Tunnel generell höher bewerten als deren CO2-Belastungen beim Bau.

Du hast eben falsch "erläutert". Nirgends findet sich eine Formulierung, das Land wäre vertraglich verpflichtet, den Gäubahntunnel zu unterstützen. Das hast du aber hier behauptet und als "Zwecklüge" bezeichnet.

Auch werden die Tunnelbauten an sich nicht "generell" höher bewertet sondern nur im Kontext, dass die Gäubahn Stand heute über den Flughafen geführt werden muss und "S21" da nur Murks abliefert. Deswegen wurde ja auch das Wort "Leider" benutzt. Das Land bemüht sich ja nach wie vor darum, die bisherige Gäubahnführung zu erhalten. Das geht auch direkt aus der Erläuterung des Landes hervor.

Man könnte die Führung über den Flughafen dann gleich lassen. Das würde den Tunnel dort dann einsparen können. Umweltpolitisch die beste Lösung und auch im Sinne des Landes, wenn es ausführt, dass es "leider" zu anderem verpflichtet und der Tunnel erst dann eine Notwendigkeit ist.

Du bist nur deiner eigenen Realitätsblase aufgesessen, in der irgendwie jeder denken müsste, die Umleitung der Gäubahn über den Flughafen wäre "fachlich sinnvoll". Das sagt das Land mit keinem Wort! Und auch ein jüngstes Gutachten attestiert dem jetzt geplanten "Drehkreuz" keinen großen Nutzen.


Micha-0815 schrieb:
Da graetz weiterhin auf derartige Unterstellungen zu Troll-Zwecken nicht verzichten kann, äußere ich mich zu seinem anderen Ansichten nicht. Es kann ja jeder selbst entscheiden, inwieweit er auch diese für Quatsch hält.
Die Entscheidung, wer also da "Quatsch" erzählt, ist leicht zu treffen, da es für deine "Erläuterungen" an Belegen fehlt. Die Quellen hier geben das nicht her.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 15:17

Ersatzsignal schrieb:
In Frankfurt(Main) wurden Mrd. von Euros versenkt, und nichts hat sich gebessert. Jetzt soll der Tiefbahnhof es richten.
Wieviele Milliarden für was?

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 19:21

Ach Micha! Belege doch einfach mal deine Behauptungen mit konkreten Belegen. Also nicht einfach auf eine Quelle zeigen und darüber dann irgendwas behaupten, was du denkst, da lesen zu wollen.

Wo ist z.B. die Formulierung, das Land wäre vertraglich verpflichtet, den Tunnelbau zu unterstützen? Du unterstellst genau das!

Oder wo die Formulierung, das Land würde die Führung über den Flughafen „fachlich richtig“ halten?

Oder die Formulierung, das Land würde auch den Tunnelbau unterstützen in der Abwägung zum CO2-Ausstoss, wenn nicht diese vertragliche Verpflichtung wäre, die Gäubahn über den Flughafen zu führen?

All das denkst du hier rauszulesen - nur steht es nirgends! Da nützt es auch nicht, jeden als Troll zu bezeichnen, der von dir Belege fordert.

Du liegst mal wieder nur völlig daneben mit deiner Sicht der Dinge.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 19.09.20 20:17

Micha, ich sehe schon, du schmollst wieder. Auf konkrete Nachfragen kommen von dir nur wieder deine krankhaften Edits. Du kannst ja gerne deine Meinung hier teilen, aber nur, weil andere deinen "Mist" nicht glauben und deswegen konkret nachfragen, musst du hier niemanden beleidigen. Das macht nämlich einen Troll aus.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Andy0711

Datum: 25.09.20 14:30

Ich habe mir mal Gedanken über einen Gäubahntunnel gemacht - genauer über den Anschluss an den Flughafenbahnhof.


Egal, wie man es dreht und wendet - die Gäubahnzüge müssen immer über eine Schleife in den Bahnhof kommen. Dies ließe sich nur verhindern, wenn sie Kopf machen würden, was aber neben zusätzlichen Gleisen und einem zusätzlichen Bahnsteig Zeit kostet. Da die Infrastruktur für den Bahnsteig aber vermutlich mehr als die zusätzliche Tunnellänge kosten würde, dürfte ein "Einschleifen" zumindest in der Gesamtbetrachtung sinnvoller sein.


Allerdings stellt sich mir da die Frage, ob nicht eine Schleife ausreichen würde, da ein eingleisiger Tunnel günstiger ist als zwei...


Um das zu verdeutlichen, habe ich ein paar Beispiele entworfen. Diese Idee hätte den Vorteil, dass auch Züge aus Stuttgart am Flughafen wenden könnten - z. B. im S-Bahn-Notverkehr (für den ich mir aber lieber die Panoramabahn wünsche) oder falls dies anderweitig betrieblich sinnvoll wäre.


Beispiel 1 - Am einfachsten zu verstehen, aber da der Bahnhof nicht an der Neubaustrecke gewünscht wird, sehr unwahrscheinlich:

.    .    .       _______6____________
.    .    .      /  _____5_____/_     \
Stuttgart < __  / _/____(4)______\____ | _____ < Ulm
Stuttgart > _  / _______(3)___________ | _____ > Ulm
Böblingen < __/    \_____2_______/     |
Böblingen > _____________1______\_____/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von/zur Gäubahn müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 5/6*
- kein Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich (würde 12 statt 8 Weichen erfordern)


* falls nicht, Abfahrten nach Stuttgart nicht immer am selben Bahnsteig bzw. erst vorbeifahren und dann mit weiterem Weg halten, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst oder den verpassten Zug vorbeifahren sieht ...


(Anpassungen zu Beispielen 2, 3 und 4 wären natürlich auch hier möglich)


Beispiel 2 - Ebenfalls 8 Weichen, aber direkt am Flughafen und mit Trennung der Gleise nach Böblingen "hinter" dem Bahnsteig:

.    .    .    ____                    ________
Stuttgart < __/___ \  ______________  / __\__  \  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
.    .    .     \     \            /   /        |
Böblingen < ___  \  ___\_____2____/   /         |
Böblingen > ______\__________1_______/_________/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von/zur Gäubahn müssten zum Ausstieg an Gleis 1 halten und zum Einstieg an Gleis 2*
- geringere Gesamtkapazität


* oder einmal durchfahren, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst oder den verpassten Zug vorbeifahren sieht ...




Beispiel 3: 2 zusätzliche Weichen ermöglichen, dass Züge von und zur Gäubahn nicht zweimal am Bahnsteig vorbeifahren (spart Zeit und erhöht die Kapazität):

.    .    .                       ____________
.    .    .    ____              /     __/__   \
Stuttgart < __/___ \  __________/___  / ____\_  |  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
Böblingen < ___ \  __ \  _________ /   /        |
.    .    .      \     \_____2____/   /         |
.    .    .       \__________1_______/          |
Böblingen > _________________________\_________/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Züge von/zur Gäubahn halten nur einmal
- Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" erfordert Bahnsteigwechsel
- kein Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich (mit 4 Weichen und einigen anderen Voraussetzungen möglich)


Beispiel 4: 16 Weichen und 2 Bahnsteige ermöglichen vollste Flexibilität, allerdings müssten Züge von und zur Gäubahn wieder zweimal am Bahnsteig vorbei. Dies verbindet die Nachteile, die auch beim Kopfmachen entstehen würden (2 Bahnsteige), wodurch die ganze Idee absurd wird. Nur der Vollständigkeit halber, daher auch ohne weiteren Kommentar:

.    .    .                       ____________
.    .    .    ____              /     __/__   \
Stuttgart < __/___ \  __________/___  / ____\_  |  _______ < Ulm
Stuttgart > _______ \  ____________  / _______  |  _______ > Ulm
.    .    .    \     \              /   /       |
Böblingen < __  \  ___\______4____ /   /        |
.    .    .      \  \__\_____3____/   /         |
.    .    .       \__________2_______/__        |
Böblingen > _______\_________1______/___\______/


+ Wenden aus Stuttgart möglich (S-Bahn-Notverkehr; andere betriebliche Gründe)
+ Verkehr zwischen Böblingen und Ulm möglich
+ Umstieg zwischen "Ulm" und "Böblingen" am gleichen Bahnsteig möglich
- Züge von der Gäubahn nach Stuttgart müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 3/4 (Dann kann man den kleinen Verbindungstunnel von der Schleife nach Stuttgart einsparen), oder Abfahrten nach Stuttgart sind nicht immer vom selben Bahnsteig
- Züge von Stuttgart zur Gäubahn müssten dazu zum Ausstieg an Gleis 1/2 halten und zum Einstieg an Gleis 3/4 oder erst vorbeifahren und dann mit weiterem Weg halten, was blöd ist, wenn man deshalb das Flugzeug verpasst ...

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 25.09.20 14:47

Andy0711 schrieb:
Ich habe mir mal Gedanken über einen Gäubahntunnel gemacht - genauer über den Anschluss an den Flughafenbahnhof.

Alle bis auf Variante 1 würden die Kosten maximieren, da unterirdisch zusätzliche Abzweige nötig wären. Und es würde auch ein langer Streit entbrennen, wer dann wieviel Anteil zu bezahlen hat, während aber Fakten geschaffen werden müssen, also der Bau der bisherigen PFA 1.3 weitergehen muss.

Nur Variante 1 könnte das Budget für S21 spürbar entlasten, was als eigentlich dringliches Ziel bisher unter den Teppich gekehrt wird.
Damit müsste man aber auch so bald wie möglich anfangen, damit keine SODA-Tunnel entstehen.

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: Ersatzsignal

Datum: 25.09.20 18:29

Der Gäubahntunnel wird mit 1,5 bis 2 Mrd. Euro zu buche schlagen, ein typischer graetz. Kostensenkung durch Mehrausgaben für einen Tunnel den keiner brauch.

Ach Fakten schaffen, nunja muss wohl sein, wieviel Verzögerung soll denn noch werden ? Das Land kommt seiner Projektförderungspflicht nicht nach. Leider musste ich meine Prognose der Gäubahnsperrung ändern. Aus 3 Jahren werden 30 Jahre, hat der Minister so entschieden, ähm ja "er darf es nicht entscheiden", aber irgendwie wurde es so beschlossen. ;-)

Re: Das Land setzt auf den Gäubahntunnel

geschrieben von: graetz

Datum: 25.09.20 19:43

Ersatzsignal schrieb:
Der Gäubahntunnel wird mit 1,5 bis 2 Mrd. Euro zu buche schlagen, ein typischer graetz. Kostensenkung durch Mehrausgaben für einen Tunnel den keiner brauch.

Ach Fakten schaffen, nunja muss wohl sein, wieviel Verzögerung soll denn noch werden ? Das Land kommt seiner Projektförderungspflicht nicht nach. Leider musste ich meine Prognose der Gäubahnsperrung ändern. Aus 3 Jahren werden 30 Jahre, hat der Minister so entschieden, ähm ja "er darf es nicht entscheiden", aber irgendwie wurde es so beschlossen. ;-)
Tja - ich schrieb ja auch über das S21 Budget. Den Gäubahntunnel zahlt der Bund.

Und da die Bahn bereits seit 5 Jahren darauf hin arbeitet, dass man die Gäubahn nicht kappen muss, ist die Bauzeit da zweitrangig.

Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 01.10.20 20:04

Nachdem wie im Ausgangspost beschrieben bereits die Landesregierung ihre Unterstützung für den Gäubahntunnel erklärt hat, hat nun auch der Verkehrsausschuss des Landtags sich hinter das Vorhaben gestellt.

[www.landtag-bw.de]

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: Traumflug

Datum: 01.10.20 20:52

ChrisM schrieb:
Zitat
Ein solcher Tunnel biete deutlich mehr Vorteile für den Schienenverkehr als ein drittes Gleis am Flughafen. Unter anderem würden mit einem solchen Tunnel auch Fahrgäste der Zugstrecke zwischen Stuttgart und Zürich – der sogenannten Gäubahn – in Richtung Ulm und München von der neuen Schnellfahrstrecke profitieren. Damit würden sich die Fahrzeiten verkürzen. Zudem würden Regionalverkehr und S-Bahnen nicht mehr auf denselben Gleisen fahren. Dadurch könnten sowohl mehr S-Bahnen als auch mehr Fern- und Regionalverkehrszüge auf die Strecke gebracht werden. Ein Tunnel würde darüber hinaus die Gemeinden Leinfelden und Echterdingen vollständig vom Lärm der Gäubahn entlasten.
Interessant, was die alles aus einem Strich auf der Landkarte heraus lesen können. Planung gibt's ja noch keine. Oder anders gesagt: man hat aus S 21 nichts gelernt und jagt schon wieder einem Phantom hinterher.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Nach Landesregierung auch der Landtag

geschrieben von: ChrisM

Datum: 01.10.20 22:04

Traumflug schrieb:
Zitat
Ein solcher Tunnel biete deutlich mehr Vorteile für den Schienenverkehr als ein drittes Gleis am Flughafen. Unter anderem würden mit einem solchen Tunnel auch Fahrgäste der Zugstrecke zwischen Stuttgart und Zürich – der sogenannten Gäubahn – in Richtung Ulm und München von der neuen Schnellfahrstrecke profitieren. Damit würden sich die Fahrzeiten verkürzen. Zudem würden Regionalverkehr und S-Bahnen nicht mehr auf denselben Gleisen fahren. Dadurch könnten sowohl mehr S-Bahnen als auch mehr Fern- und Regionalverkehrszüge auf die Strecke gebracht werden. Ein Tunnel würde darüber hinaus die Gemeinden Leinfelden und Echterdingen vollständig vom Lärm der Gäubahn entlasten.
Interessant, was die alles aus einem Strich auf der Landkarte heraus lesen können. Planung gibt's ja noch keine. Oder anders gesagt: man hat aus S 21 nichts gelernt und jagt schon wieder einem Phantom hinterher.
Der von Dir zitierte Absatz enthält drei Thesen.

1. erleichtertes Reisen für Reisende von der Gäubahn Richtung Ulm/München. Das ist richtig, denn der Gäubahntunnel führt in die Station NBS, wo bahnsteiggleiche Umstiege in der genannten Relation möglich sind. Der Transfer von der Station Drittes Gleis zur Station NBS entfällt.

2. Entflechtung des Mischverkehrs von S-Bahn und Zügen des Fern- und Regionalverkehrs. Das ist richtig, denn mit dem Gäubahntunnel stehen zwischen Flughafen und der Gäubahnstrecke vier statt nur zwei Gleise zur Verfügung.

3. Entlastung von Leinfelden-Echterdingen. Das ist richtig. Denn Züge die im Gäubahntunnel unter Leinfelden-Echterdingen hindurch fahren, belasten den Ort weniger als solche, die oberirdisch durch den Ort hindurchfahren.


Die getätigten Aussagen haben also Substanz. Ein Phantom sieht nur, wer eines sehen möchte.
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