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 21 - Stuttgart 21 

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Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: mental

Datum: 09.08.20 08:20

Die StZ wiederholt alte Berichte, darunter den zu Wasserwerfereinsatz. Es bleibt unbegreiflich, wie harmlos die Zeitung dieses schwere Verbrechen ("es fließt Blut") beschrieb:

Zitat
Tränengas und Wasser gegen jugendliche Demonstranten
Die Demonstranten bleiben sitzen, sie wippen auf dem Lastwagen, es sind fast nur Jungen und Mädchen. Es ist ein unwirkliches Bild. Knapp eine halbe Stunde vergeht, bevor die Polizei reagiert. Dann spielen sich im Schlosspark Szenen ab, die der Auseinandersetzung um Stuttgart 21 eine völlig neue Qualität geben. Die Kamerateams, die den Trommlern im Park folgen, filmen zunächst, wie Spezialkräfte der Polizei die Kinder von den Lastwagen herunterziehen. Aber die Fahrzeuge kommen immer noch nicht voran.
Zum ersten Mal setzt die Polizei Pfefferspray ein, wenig später Wasserwerfer. Es werden einzelne Demonstranten aus der heißen Zone von anderen Protestierenden hinausgeschleppt: Ihre Augen haben sie zusammengekniffen, sie lassen sie sich von Parkschützern mit Wasser ausspülen, weil nirgendwo Sanitäter zu sehen sind. Einige Jugendliche rollen Kanalrohre, die für das Grundwassermanagement vorgesehen sind, auf die Wege und nutzen sie als Barrikaden. Im Vorfeld und während der Proteste haben die Parkschützer ihre Aktivisten wiederholt gebeten, friedlich vorzugehen. Doch vieles von dem, was an diesem Herbsttag in den sonst so beschaulichen Anlagen passiert, entzieht sich der Planung und Kontrolle.

Es fließt Blut, Bierbänke werden zu Krankenliegen
Kein anderes Thema ist im Streit um den neuen Tiefbahnhof so mit Gefühlen aufgeladen, wie jenes der uralten Parkbäume, die gefällt werden sollen. Die Bäume sind in den vergangenen Monaten mehr noch als der Nordflügel des Bonatz-Baus zu einem Symbol des Streits geworden. Auch deswegen erreicht die Auseinandersetzung eine in Stuttgart bis dato nicht gekannte Schärfe. Die Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten gehen teilweise in Prügeleien über, Beamte setzen Pfefferspray ein, um den Transportern mit den Absperrgittern Meter für Meter einen Weg durch den Park zu bahnen. Immer neue Einsatzhundertschaften werden aufgeboten, die Beamten tragen inzwischen ihre Helme.
Vor allem die Schüler und Studenten, die nach der Demo in den Schlossgarten geeilt sind, geraten mit der Polizei aneinander. Manche weinen vor Schmerzen, andere werfen in ihrer ohnmächtigen Wut mit Kastanien auf die Polizei. Eine junge Frau trägt eine Platzwunde an der Nase davon, ein blutüberströmter Demonstrant wird von Mitstreitern weggeschleppt, Bierbänke werden zu Krankenliegen. „Aufhören, aufhören“, skandiert die Menge. Die Antwort der Polizei: „Räumen Sie die Wege im Park, wir werden sonst weiter unmittelbaren Zwang gegen Sie anwenden.“

Ein Mann wird vom Wasserwerfer voll getroffen

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.aus-dem-archiv-der-stuttgarter-zeitung-die-raeumung-des-schlossgartens-am-30-september-2010.0e20159f-5779-4ba0-b0ce-df25eb3ff02e.html



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.20 08:55.

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: Traumflug

Datum: 09.08.20 12:49

Naja. Ist ein 10 Jahre alter Artikel. Und aus der Zeit noch einer der besseren.

Für mehr Frieden auf Drehscheibe-Online: DSO peacemaker

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: mental

Datum: 09.08.20 13:04

Traumflug schrieb:
Naja. Ist ein 10 Jahre alter Artikel. Und aus der Zeit noch einer der besseren.
Ja, ich weiß. Aber die völlig falsche Einschätzung dieses kriminellen Einsatzes spricht trotzdem Bände.

halten Journalisten es wirklich für in Ordnung, wenn die Polizei mit Wasserwerfer auf sitzende Kinder schießt?

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: graetz

Datum: 09.08.20 13:17

mental schrieb:
Traumflug schrieb:
Naja. Ist ein 10 Jahre alter Artikel. Und aus der Zeit noch einer der besseren.
Ja, ich weiß. Aber die völlig falsche Einschätzung dieses kriminellen Einsatzes spricht trotzdem Bände.

halten Journalisten es wirklich für in Ordnung, wenn die Polizei mit Wasserwerfer auf sitzende Kinder schießt?
Die Haltung der StZ zum Projekt war damals ja noch eine andere. Und es geht ja um Archiv-Perlen.

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: eberhard49

Datum: 10.08.20 17:11

Ist der Journalist von damals nicht der heutige Sprecher von S21?

gruss eberhard

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: bahnplaner2

Datum: 16.08.20 01:29

mental schrieb:
[...]

halten Journalisten es wirklich für in Ordnung, wenn die Polizei mit Wasserwerfer auf sitzende Kinder schießt?
Einfache Antwort: ja, hängt natürlich vom Kontext ab. Aus konservativer Sicht können auch Folter und Mord okay sein, wenn es um die "gute Sache" oder den Erhalt der herrschenden Ordnung geht.

Wackersdorf, Bolzaneto, die Blutnacht in der Diaz-Schule und die jahrzehntelange Unterstützung von Diktaturen zeigen doch eindeutig dass weder Menschenleben noch Menschenrechte für bürgerliche Regierungen relevant sind. Wenn es um Geschäfte, Ideologie und den Kampf gegen politische Feinde geht kennen sie keine Grenzen.

E49

Re: Berichterstattung zum Wasserwerfereinsatz

geschrieben von: mental

Datum: 16.08.20 12:38

bahnplaner2 schrieb:
mental schrieb:
[...]

halten Journalisten es wirklich für in Ordnung, wenn die Polizei mit Wasserwerfer auf sitzende Kinder schießt?
Einfache Antwort: ja, hängt natürlich vom Kontext ab. Aus konservativer Sicht können auch Folter und Mord okay sein, wenn es um die "gute Sache" oder den Erhalt der herrschenden Ordnung geht.

Wackersdorf, Bolzaneto, die Blutnacht in der Diaz-Schule und die jahrzehntelange Unterstützung von Diktaturen zeigen doch eindeutig dass weder Menschenleben noch Menschenrechte für bürgerliche Regierungen relevant sind. Wenn es um Geschäfte, Ideologie und den Kampf gegen politische Feinde geht kennen sie keine Grenzen.

E49
Das stimmte leider. Die Hoffnung war, dass ein Journalist das anders sieht und seinen Job als "4te Gewalt" erfüllt. Dieser "reprint" zeigt, dass das nicht der Fall war (ist).

"Linke Presse" bezieht sich mit Masse darauf, dass der Durchschnittsjournalist tatsächlich Schwule nicht hasst. Schaut man in den Wirtschaftsteil oder die Chefetage oder auf die "Erfahrenen" die Kommentare schreiben dürfen, so landet man deutlich rechts der Mitte. (nicht ganz zufällig, auch Abonnenten und Werbeinteressen dürften da stehen)



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.20 12:50.