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Moderatoren: Rönshausener - TCB
Hallo zusammen,

Streckensammler werden das bestimmt bestätigen können: die großen und weiten Strecken sind keine besondere Herausforderung, die Querstrecken, Gleisdreiecke und Verbindungsbahnen hingegen haben ihre Tücken und hinterlassen Lücken. Eine solche Lücke war für mich bisher die Strecke von Freudenstadt nach Hochdorf bei Horb. Mit diesem Reisebericht möchte ich Euch mitnehmen in den Schwarzwald zum Schließen dieser Streckenlücke.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-00Karte.jpg

Das Befahren jener Strecke ist von Konstanz aus gar nicht so aufwändig, man muss es halt nur mal angehen. Das lässt sich bequem per Tagestour erledigen, mit der Schwarzwaldbahn nach Hausach oder Haslach, mit der Kinzigtalbahn nach Freudenstadt, dann über Hochdorf runter nach Horb und auf der Gäubahn zurück an den Bodensee. Die erstklassige Tour fand im Juni 2018 statt, ergänzt habe ich den Bericht mit einigen Bildern aus diesem Jahr.

Im Rahmen meiner Reiseberichte habe ich ja schon ziemlich viele Verkehrsmittel durch – aber seit letztem Jahr gibt es in Konstanz ein neues Verkehrsmittel: den Wasserbus.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-01Wasserbus-Bodenseeforum.JPG

Ob der Wasserbus ein ernstzunehmender ÖPNV ist, darüber kann man sich streiten. Aber es gibt ein offizielles Haltestellenschild, einen Fahrplan und Verbundfahrscheine sind gültig. Der Wasserbus verbindet einen abseits gelegenen Parkplatz am Seerhein mit dem zentrumsnahen Hafen von Konstanz. In die Fahrplanauskunft ist der Wasserbus nicht eingepflegt.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-02Wasserbus-Fahrplan.JPG

Zielgruppe für den Wasserbus sind (schweizerische Einkaufs-)Touristen, deren Autos man aus der Innenstadt heraushalten möchte. Die Schiffsverbindung soll das Park-and-Ride-Angebot attraktiver machen, der Wasserbus fährt nur samstags und auch nur im Sommerhalbjahr. Im Bürgermeisterwahlkampf gab es auch die Idee, die Strecke mit einer Seilbahn zu überwinden, diese Pläne sind aber wieder in der Schublade verschwunden und der temporäre Wasserbus war einfacher und schneller umzusetzen.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-03MS-Reichenau-innen.JPG

In der Anfangszeit des Wasserbusses wurde das Motorschiff Reichenau eingesetzt. Das Schiff wurde 1961 in Dienst gestellt und hat somit einen gewissen Bahnbezug, denn damals wurde die Bodensee-Schifffahrt noch von der Deutschen Bundesbahn betrieben. Zwischenzeitlich wird auf der Verbindung ein kleineres Schiff eines privaten Unternehmens eingesetzt. Bei Hochwasser ist aber weiterhin der Oldtimer aus Bundesbahn-Zeiten als Wasserbus anzutreffen, da er durch die flache Bauweise auch bei höherem Wasserstand noch unter der alten Rheinbrücke durchpasst.

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Die Fahrzeit dauert 13 Minuten. Der Fahrplan ist recht eng gestrickt, der Wasserbus wurde deshalb auch schon von der Wasserschutzpolizei wegen zu hohen Tempos geblitzt. Wenn im Hochsommer viel Freizeitverkehr auf dem Seerhein herrscht, ist das dem Fahrplan auch nicht gerade förderlich. Es gibt Überlegungen, die Verbindung mittelfristig auf Elektroschiffe umzustellen. Im ersten Jahr wurden pro Tag zwischen 220 und 1.000 Fahrgäste befördert.

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Flussaufwärts erreicht das Schiff nun die Altstadt, rechts der Pulverturm. Der Turm wurde um das Jahr 1250 errichtet, er bildete einen Eckpunkt der inneren Stadtmauer. Der Pulverturm wurde zeitweise auch als städtisches Gefängnis genutzt.

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Dann unterquert der Wasserbus die alte Rheinbrücke. Hier steht der Rheintorturm, frühere führte eine hölzerne Brücke direkt auf das Tor zu, heute befindet sich die Straßen- und Eisenbahnbrücke einige Meter neben dem mittelalterlichen Turm. An der alten Rheinbrücke fließt der Rhein aus dem Bodensee, hier befindet sich der Rheinkilometer null.

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Die letzte Etappe führt nun über den Bodensee, beim Blick zurück fährt gerade ein Seehas-Zug in Doppeltraktion über die Rheinbrücke. Ein roter Doppelstockzug hätte sich auf dem Bild sicherlich auch gut gemacht – aber bei dem wollen wir schon als Fahrgast mitfahren.

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Jetzt geht es noch vorbei an der Dominikanerinsel, das ehemalige Kloster beherbergt heute ein Hotel...

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...und schließlich fährt der Wasserbus in den Hafen von Konstanz ein. Links das Konzilgebäude, daneben der Turm des Münsters und rechts die Imperia-Statue. Im Hafen liegt auch das Feuerlöschboot LBD Heinz Schäfer.

Und damit endet die Fahrt mit einem doch etwas ungewöhnlichen Verkehrsmittel. Gut, der Straßenbus braucht für die gleiche Strecke nur 6 Minuten, aber bei schönem Wetter ist der Wasserbus eine nette Abwechslung. Durch die Integration in die VHB-City-Zone Konstanz ist der Wasserbus übrigens auch mit City-Ticket nutzbar.

Von der Haltestelle des Wasserbusses im Hafen sind es nun wenige Schritte...

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...bis zum Bahnhof. Mit einem Regionalexpress geht es jetzt gleich weiter auf die Schwarzwaldbahn.

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Hier nun der Blick von der Rheinbrücke auf den Bodensee, kurz zuvor waren wir hier eine Ebene tiefer mit dem Wasserbus unterwegs. Weiter geht es durch die Vulkanlandschaft des Hegaus über die Hegaualb hinauf auf die Baar, wo uns die junge Donau für ein Stück begleitet.

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Der Klassiker ist dann natürlich der spektakulärste Abschnitt der Schwarzwaldbahn zwischen Sankt Georgen und Hornberg, wo sich die Strecke durch mehrere Kehrschleifen und zahlreiche Tunnels durch den Schwarzwald windet. Beim nächsten Bild sind wir in Hornberg, wo der Blick über die Dächer der Stadt zum Schlossberg schweift.

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In Hausach zweigt die Kinzigtalbahn von der Schwarzwaldbahn ab. Eigentlich ist die Kinzigtalbahn unser Ziel, allerdings passen die Anschlüsse in dieser Richtung nicht und in Hausach ist ein 55-Minuten-Übergang ausgewiesen. Da ich Hausach ohnehin schon kenne, verlagern wir das Umsteigen eine Station weiter und fahren entlang der Kinzig bis nach Haslach.

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Haslach ist eine 7.000-Einwohner-Stadt, die im Mittelalter Marktstadt und ein Zentrum des Silberbergbaus im Kinzigtal war. Die mittelalterliche Fachwerk-Altstadt steht unter Denkmalschutz.

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Neben dem mit Fassadenmalereien verzierten Rathaus gibt es im Altstadtkern auch lauschige Straßen und Plätze, überragt vom Turm der Pfarrkirche St. Arbogast. Die Übergangszeit bis zum nächsten Zug lässt sich hier gut verbringen.

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Ist zum Abschluss des Besuchs in Haslach noch ein kleiner Alemannisch-Sprachkurs gefällig?

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Doch nun zurück an den Bahnhof von Haslach. Hier halten nicht nur die Züge der Schwarzwaldbahn zwischen Karlsruhe und Konstanz, sondern auch die Regioshuttles der SWEG, die von Offenburg über die Kinzigtalbahn nach Freudenstadt fahren. Die OSB / Ortenau-S-Bahn war früher ein eigenes Unternehmen, heute wird sie als Marke der SWEG weitergeführt.

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Bis Hausach geht es nun auf den Gleisen der Schwarzwaldbahn zurück, dann befährt der Zug die eingleisige und nicht elektrifizierte Kinzigtalbahn. Der Name ist Programm, die Strecke folgt dem Fluss Kinzig hinauf in den Schwarzwald. Bitte nicht verwechseln mit dem gleichnamigen Fluss in Hessen.

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Das Ganze ist eine entspannte Tagestour, da kann man den einen oder anderen Zwischenhalt einlegen. Und so verlassen wir schon nach wenigen Kilometern in Schiltach den Zug. Schiltach ist der letzte Bahnhof der badischen Kinzigtalbahn, unweit des Bahnhofs beginnt der württembergische Teil der Kinzigtalbahn. Diese Grenze ist noch heute an der Kilometrierung zu erkennen, die Kilometrierung wechselt hier von Kilometer 14,2 (von Hausach) auf 54,8 (von Eutingen im Gäu). Seit 1886 ist Schiltach an das Bahnnetz angeschlossen, das Bahnhofsgebäude erstrahlt heute in frischem Glanz. Vom Bahnsteig der OSB wechseln wir nun ein paar Meter...

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...zum Bahnsteig der Deutschen Bundesbahn -hier stehen schon drei Schienenbusse bereit. Jetzt aber schnell, nicht dass die ohne uns abfahren.

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Ok, die Eile war umsonst, so schnell fährt hier nichts mehr ab. Wir sind am „Bahnpunkt Schiltach“, einer öffentlich zugänglichen Outdoor-Ausstellung zur Bahngeschichte von Schiltach. Auffälligstes Exponat ist eine Schienenbus-Garnitur des „Roten Brummers“ (VT98 / Baureihe 798) mit Motorwagen, Beiwagen und Steuerwagen. Auf dem Vorplatz des Museumsbahnsteigs dienen Figuren als Zeitzeugen der Geschichte.

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Die ersten beiden Figuren erzählen aus der Perspektive eines Tunnelarbeiters sowie des Baudirektors von Bau und Eröffnung der Strecken im Schwarzwald.

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Die Erschließung des Schwarzwalds durch die Eisenbahn stieß nicht nur auf Begeisterung, 1894 endet die Flößerei auf der Kinzig und der Holzhandel wurde komplett auf die Schiene verlegt.

1889 beschloss der Landtag von Württemberg den Bau einer knapp neun Kilometer langen Stichstrecke von Schiltach nach Schramberg. Die Strecke wurde 1892 eröffnet, sie diente insbesondere auch der Uhrenindustrie in Schramberg.

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Zur Ausstellung gehört auch ein Bahnschotter-Biotop, dem die Trockenheit 2018 allerdings etwas zugesetzt hat. Im Hintergrund kann man einen Tunnel der Kinzigtalbahn erahnen. Die findigen Badner hatten sich damals für einen westlichen Bahnhofsstandort entschieden, so dass die Württemberger auf badischem Gebiet einen weiteren Tunnel finanzieren mussten.

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Die Fahrzeuge haben auch ein Innenleben mit weiteren Exponaten. Die Besichtigung ist mit einer öffentlichen Führung oder dem Ausleihen eines Schlüssels möglich, während unseres Besuchs ermöglicht aber auch ein offenes Fenster einen Einblick.

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Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke von Schiltach nach Schramberg wurde schon 1959 eingestellt - aufgrund der mit der engen und kurvigen Streckenführung verbundenen Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern war der Bahnbus schneller. Nach einem Dammrutsch wurde 1990 der Güterverkehr eingestellt und die Strecke wenig später abgebaut. Wir blicken hier auf das letzte Stück der Strecke mit einer Brücke und einem Tunnel.

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Die obere Bahnhofsbrücke über die Kinzig wurde erhalten, sie ist die einzige sogenannte Parallelgurtbrücke in Süddeutschland und befindet sich noch im Originalzustand.

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An die Brücke schließt sich der Kirchbergtunnel an, dessen Portale teilweise zugemauert sind. Die Strecke führte zwar überwiegend über badisches Gebiet, bezahlt wurde die Strecke aber ausschließlich von den Württembergern um das württembergische Schramberg anzubinden. Und da die Schiltacher keine Bahnstrecke durch ihre Stadt wollten, ließ man die Württemberger auch diesen Tunnel bauen und bezahlen, wodurch sich die Baukosten für die Strecke um 90 Prozent verteuerten. Die ehemalige Bahnstrecke nach Schramberg lässt sich heute per Fahrrad erkunden, aber das lassen wir bleiben.

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Stattdessen drehen wir zu Fuß eine Runde durch Schiltach, ein schmuckes Schwarzwaldstädtchen mit knapp 4.000 Einwohnern. Der Ort liegt am Zusammenfluss der Flüsse Schiltach und Kinzig an der engsten Stelle des Kinzigtals. Auf dem Bild die Schiltach, auch hier wurde früher Flößerei betrieben.

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Die Altstadt rund um den Marktplatz steht unter Denkmalschutz, bekannt ist die Stadt für ihre Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Der Marktplatz wurde nach dem letzten Stadtbrand von 1791 in der heutigen Form errichtet.

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Im Zentrum des Marktplatzes liegt das Rathaus, es ist älter als die anderen Gebäude und stammt von 1593, als einziges Gebäude handelt es sich um einen Steinbau und nicht um einen Fachwerkbau.

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Da ich die Kinzigtalbahn schon kenne, können wir für die nächste Etappe ausnahmsweise auch auf die Straße ausweichen. Der Busfahrplan passt gerade um von Schiltach nach Alpirsbach zu kommen, das bietet die Möglichkeit, auch dort einen kleinen Zwischenstopp einzulegen.

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Die Strecke führt weiter durch das Kinzigtal, teilweise sind Fluss und Bahnstrecke in Sichtweite. Bei Schenkenzell führt die Straße in einem Bogen um einen Umlaufberg, auf dem die Ruine der Schenkenburg thront.

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Dank der Busfahrt ergibt sich nun ein kleiner Aufenthalt in Alpirsbach. Die Stadt im Nordschwarzwald ist überregional für eine Brauerei bekannt. Hier stehen wir vor dem Rathaus. Die Kinzigtalbahn führt mitten durch das Zentrum von Alpirsbach.

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Wer schon mit der Bahn durch Alpirsbach gefahren ist, hat vielleicht auch dieses 900hundertjährige Bauwerk gesehen, die ehemalige Benediktinerabtei mit der Klosterkirche ist auch vom Zug aus gut zu sehen.

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Schließlich geht es mit dem Zug weiter, der Bahnhof von Alpirsbach ist ein Kreuzungsbahnhof. Alpirsbach liegt etwa auf halber Höhe zwischen Hausach und Freudenstadt. Bis zum Endbahnhof geht es nun weiter bergauf.

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Dieses Bild entstand bei der Fahrt durch das Zentrum von Alpirsbach...

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...dann geht es durch Tunnel und über Viadukte weiter das Kinzigtal hinauf nach Loßburg und auf das Hochplateau von Freudenstadt.

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In Freudenstadt leert sich der Zug – Endstation. Die Züge der Ortenau-S-Bahn fahren heute durch von Offenburg bzw. aus dem Renchtal bis nach Freudenstadt, früher fand in Hausach der Wechsel von badischem und württembergischem Fahrdienst statt. Kürzlich wurde bekannt, dass das Land Baden-Württemberg im Netz Ortenau, zu dem die Kinzigtalbahn gehört, zukünftig batterie-elektrische Nahverkehrszüge von Siemens einsetzen möchte.

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Wir sind nun am bzw. im Hauptbahnhof von Freudenstadt. An dem Eisenbahnknoten treffen die Strecken aus Eutingen, Hausach und Rastatt aufeinander. In Freudenstadt gibt es mit dem Stadtbahnhof noch einen zweiten, zentrumsnäheren Bahnhof. Da wir Zeit haben, machen wir uns zu Fuß auf den Weg...

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...ins Zentrum. Freudenstadt rühmt sich, den größten umbauten Marktplatz Deutschlands zu haben, er wurde 1599 erbaut und dem Grundriss des Mühlebrettspiels nachempfunden. Der 219 x 216 Meter große Platz sollte eigentlich ein Residenzschloss umgeben, dieses wurde aber schließlich nicht gebaut, so dass die große Freifläche blieb.

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Der Platz zwischen Stadtkirche und Stadthaus wurde zwischenzeitlich mit viel Grün und Wasserspielen aufgewertet und hat nicht den Charakter eines klassischen „Marktplatzes“. Umgeben ist der Marktplatz von Laubengängen.

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In der Nähe der Stadtmitte liegt der Bahnhof Freudenstadt Stadt, er ist der höchstgelegene Bahnhof der Murgtalbahn, die von Rastatt nach Freudenstadt führt. Auf der Strecke verkehrt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit Stadtbahnwagen.

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Wir fahren nun mit der S 8 vom Stadtbahnhof zum Hauptbahnhof, nach dem Fahrtrichtungswechsel dort geht es weiter in Richtung Bondorf. Die Zweisystem-Stadtbahnfahrzeuge verfügen teilweise über ein Regio-Bistro. Wird das Bistro eigentlich noch bewirtschaftet?

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Wir befahren anschließend die Bahnstrecke von Freudenstadt nach Eutingen im Gäu. Die Strecke stellt die Verbindung von Freudenstadt in Richtung Stuttgart her, sie wird auch als „Gäubahn“ bezeichnet und ist eine Zweigstrecke der bekannteren Gäubahn von Stuttgart nach Singen. Die Querverbindung war seit den 1970er-Jahren immer wieder von der Stilllegung bedroht, dann wurde sie jedoch saniert und schließlich auch elektrifiziert. Heute fahren auf der Strecke der RE Freudenstadt-Stuttgart sowie die Stadtbahnen der AVG.
Beim Bau der Bahnstrecke mussten mehrere Täler überwunden werden, dabei entstanden aufwändige Viadukte. Hier fahren wir in 25 Metern Höhe auf dem Ettenbachviadukt durch Wittlensweiler.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-75Fahrt-Dornstetten.JPG

Und hier blicken wir auf die Kirche und die Altstadt von Dornstetten.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-76Fahrt-Gaeu.JPG

Im weiteren Verlauf ändert sich die Landschaft, die Felseinschnitte und Gesteinsformationen werden weniger und wir erreichen die offene Gäu-Hochfläche.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-77Bahnhof-Hochdorf.JPG

In Hochdorf trifft die Bahnstrecke aus Freudenstadt auf die Nagoldtalbahn - ab hier kenne ich die Strecke wieder, denn Horb – Hochdorf - Pforzheim bin ich schon gefahren (z.B. in diesem Reisebericht). Die S 8 fährt von Hochdorf weiter zur Gäubahn Singen-Stuttgart und biegt dort nördlich nach Bondorf ab. Wir wollen aber nach Süden und verlassen deshalb in Hochdorf den Zug.
Hochdorf ist ein Trennungsbahnhof im Grünen, es gibt ein paar Häuser, der namensgebende Ort ist aber anderthalb Kilometer entfernt.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-78DB-Regioshuttle-Hochdorf.JPG

Mit einem Regioshuttle der DB geht es nun weiter nach Horb, der Zug kommt aus Pforzheim. Die Strecke führt zunächst weiter über die Gäuebene, dann biegt der Zug bei Eutingen südwärts auf die Gäubahn ab und fährt hinab ins Neckartal nach Horb.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-79Fahrt-Hochdorf-Horb.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-80Einfahrt-IC2-Horb.JPG

Der Rest ist nun schnell erzählt, ab Horb fahren wir auf der Gäubahn mit einem IC 2 nach Singen. Die Strecke folgt zunächst dem Neckar, dann erreichen wir bei Tuttlingen wieder das Tal der Oberen Donau.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-81IC2-1Klasse.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-82Fahrt-Gaeubahn-Neckar.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-83Fahrt-Gaeubahn.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-84Monitor-Karte-Gaeubahn.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-85Fahrt-Engen.JPG

Ganz nett anzusehen ist immer auch die Altstadt von Engen. In Singen wechseln wir das letzte Mal den Zug und fahren mit dem Seehas-Flirt zurück nach Konstanz. Und damit schließt sich auch der Kreis, den Seehas hatten wir ja ganz zu Beginn auf der Rheinbrücke in Konstanz gesehen.

http://www.bahnreiseberichte.de/089-Kinzigtal/89-86Seehas-1Klasse.JPG

So, das war‘s. Ich hoffe, diese kleine Heimatkunde-Tour hat gefallen und lässt sich vielleicht auch einfacher wiederholen* als eine Fernreise – ein Länderticket genügt. Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.

*sofern denn nicht gerade Konstanz durch Bauarbeiten von Schwarzwald- und Gäubahn abgehängt ist.

Viele Grüße

Tobias


PS: Meine früheren Bahnreiseberichte gibt’s unter http://www.bahnreiseberichte.de

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Bahnreise-Wiki.de | Ein Mitmach-Projekt mit Tipps & Tricks für Bahnreisen im In- und Ausland.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.08.19 12:48.
Danke für den tollen Reisebericht, schöne Tour die ich gerne mal Nachfahren will!

freu mich auf den nächsten Bericht schon!

Grüße
Hallo,

wieder ein toller Bericht


TD schrieb:
Wir befahren anschließend die Bahnstrecke von Freudenstadt nach Eutingen im Gäu. Die Strecke stellt die Verbindung von Freudenstadt in Richtung Stuttgart her, sie wird auch als „Gäubahn“ bezeichnet und ist eine Zweigstrecke der bekannteren Gäubahn von Stuttgart nach Singen.
Eigentlich ist Stuttgart-Freudenstadt schon DIE Gäubahn, im Laufe der Zeit ging der Name zwischen Eutingen und Freudenstadt eher verloren, dafür riss Eutingen-Singen ihn sich unter den Nagel.
Betrieblich irgendwie verständlich, den als Abkürzungsstrecke zog der Abschnitt Stuttgart-Eutingen natürlich den Verkehr Richtung Rottweil schnell an sich, während der Streckenteil nach Freudenstadt immer weniger Bedeutung hatte. Ursprünglich ging der Weg per Eisenbahn von Stuttgart nach Singen via Plochingen-Tübingen-Horb, dann ging es kurz auch via Calw-Hochdorf, bevor der östliche Teil der Gäubahn eine deutlich schnellere Verbindung ab Stuttgart herstellte.

Viele Grüsse

Florian

Ein sehr interessanter Bericht - Vielen Dank! (o.w.T)

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 09.08.19 10:52

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gruß
Tz 4683
___________________

Mein Youtube-Kanal: [www.youtube.com]

Ein sehr interessanter Bericht - Vielen Dank!

geschrieben von: 146 227

Datum: 09.08.19 16:17

Danke für den schönen Bericht.
Ja Freudenstadt ist eine schöne Kleinstadt.
Zum Wasserbus bin ich mal gespannt wie sich das ganze Weiterentwickelt es war ja auch die Achse vom Bahnhof zum Fährhafen/Staad angedacht da ja die 2 Linien auch gut ausgelastet sind.
Das Konstanzer FLB ist ja auch schon auf einem Absteigenden Ast der Kollege bei den Häflern ist ja schon angekommen.

Vollwertige Wandfensterplätze - im ICE4 - auch in der 1. Klasse!