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Moderatoren: Rönshausener - TCB
Hallo zusammen,

willkommen zum letzten Teil unserer kleinen Rundreise über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See. Im vierten Teil waren wir von Neusiedl zu einer Umrundung des Neusiedler Sees aufgebrochen und waren bis Eisenstadt gekommen, dort setzen wir den Bericht nun fort.

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Nach unserem Spaziergang durch die Landeshauptstadt des Burgenlands kehren wir an den Bahnhof zurück. Mit einem ÖBB-Talent fahren wir auf der Pannoniabahn von Eisenstadt weiter nach Wulkaprodersdorf.

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Die hier eingesetzten Talent-Triebzüge (Reihe 4124) sind Zweisystemfahrzeuge, denn neben den ÖBB-Strecken gibt es hier in der Region auch Strecken der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG (Raaberbahn), wo das ungarische Stromsystem verbaut ist, außerdem kommen die Züge auch nach Ungarn.

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In Wulkaprodersdorf trifft die Pannoniabahn auf die Raaberbahn von Ebenfurth ist ungarische Sopron. Hier heißt es umsteigen; da der REX nach Sopron aber wiederum aus einem 4124er-Talent gebildet ist, spare ich mir das Bild. Auch landschaftlich und beim Wetter hat sich bisher nicht viel geändert.

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Die Raaberbahn ist eine grenzüberschreitende Bahnstrecke zwischen Österreich und Ungarn, sie führt bis Győr (deutsch Raab). Gebaut wurde die Strecke von der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG, die noch heute Eigentümerin der Strecke ist.
Die Geschichte und die Namensgebung sind etwas verworren. Als die Strecke gebaut wurde, lag sie überwiegend in Ungarn, nur ein sehr kurzes Stück führte durch Österreich. 1921 kam es zu einer Umgliederung des Burgenlandes, seither liegt ein wesentlich größerer Teil der Strecke in Österreich. Die Raaberbahn behielt die Konzession; nach dem zweiten Weltkrieg ging die Gesellschaft durch Enteignung in ungarischen Staatsbesitz über. Nachdem Österreich sich später am Ausbau beteiligte, übernahm das Land Aktienanteile der Gesellschaft, auch ein Bauunternehmen hat heute Aktienanteile, die Mehrheit liegt aber weiterhin beim ungarischen Staat.
Die Bahngesellschaft ist in Österreich unter dem Namen Raaberbahn oder manchmal auch unter der alten Abkürzung ROeEE bekannt (R für Raab/Győr, OE für Oedenburg/Sopron, E für Ebenfurth), während sich aus den gleichen Städtenamen in Ungarn die Abkürzung GySEV ergibt. Hier sind wir gerade in Draßburg, der Ort ist seit 1879 an das Bahnnetz angeschlossen.

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Den Verkehr auf der Strecke betreiben die ÖBB und die Raaberbahn in Kooperation. Ich hatte ja eigentlich auf einen der grün-gelben Züge der Raaberbahn spekuliert. Stattdessen scheinen wir aber ganz woanders gelandet zu sein.

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Das flache Land des Neusiedler Sees haben wir mittlerweile verlassen und die Strecke führt durch leicht hügeliges Land nach Sopron. In Sopron verlassen wir den Zug, der weiterfährt bis Deutschkreuz, was schon wieder in Österreich liegt. Zu Zeiten des kalten Kriegs gab es hier einen Korridor-Verkehr durch Ungarn.

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So, jetzt schauen wir uns aber Sopron an – beginnen wir gleich mit dem Wahrzeichen der 60.000-Einwohner-Stadt, nämlich dem Feuerturm. Gut, mit Sonne wäre die Altstadt bestimmt noch schöner, aber sind wir mal froh, dass es wenigstens nicht regnet.

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Eigentlich ist das die Benediktinerkirche, aufgrund einer Ziege auf einem Wappen am Hauptportal trägt sie heute jedoch den Namen Geißkirche. Im 17. Jahrhundert wurden in der Geißkirche die Vizekönige Ungarns gekrönt.

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Mittendrin in der Altstadt liegt die Ursulinenkirche mit Klostergebäuden.

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Schließlich kehren wir an den Bahnhof von Sopron zurück, auch hier dominiert das Grün der GySEV. Wir wollen die Umrundung des Neusiedler Sees fortsetzen, die nächste Etappe geht von Sopron nach Fertőszentmiklós.

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Jetzt fängt es auch noch zu regnen an – aber dafür gibt es etwas Abwechslung zu den sonst allgegenwärtigen ÖBB-Talenten, denn jetzt fahren wir Intercity. Die Werbelok ist dem ungarischen Nationalhelden Franz II. Rákóczi gewidmet, dem Anführer des Aufstands ungarischer Adliger gegen die Habsburger von 1703 bis 1711.

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Der Intercity „Kékfrankos“ besteht aus Wagen der GySEV, die von der ÖBB übernommen und modernisiert wurden und sich innen wie auch außen in der grünen Hausfarbe der GySEV präsentieren. Im Rahmen der Modernisierung wurden die Abteile mit Deckenmonitoren ausgestattet.

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Der Zug fährt bis Budapest, wobei wir am ersten Halt Fertőszentmiklós schon wieder aussteigen. Auf der Karte kann man auch die Strecke der Neusiedler Seebahn erkennen, auf der wir anschließend östlich des Neusiedler Sees weiterfahren.

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Bei Regen sind meisten Strecken eigentlich hässlich.

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Sopron ging ja noch, aber bei Fertőszentmiklós nutze ich besser copy & paste. Hier also der Bahnhof vom Zug aus...

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...und dann der Zug vom Bahnhof aus. Die grünen Wagen der GySEV werden als RaaberCity vermarktet.

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In dem 4.000-Einwohner-Ort Fertőszentmiklós treffen die Raaberbahn von Sopron nach Győr und die Neusiedler Seebahn aufeinander – sonst hätte es uns wohl auch nicht hierher verschlagen. Rund um den Bahnhof gibt es nicht viel, und so warten wir hier unter dem schützenden Dach auf den nächsten Zug.

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Neben einer Gedenktafel zum 100-jährigen Jubiläum der Raaberbahn 1997 gibt es auch einen Monitor mit der Anzeige der nächsten Züge – das erscheint mir doch praktischer als die Dynamischen Schriftanzeiger der DB.

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Schließlich rollt der Zug aus Österreich zur Rückfahrt nach Neusiedl am See ein – auch dies wieder ein ÖBB-Talent.

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Wir befahren nun die 49 Kilometer lange Neusiedler Seebahn von Fertőszentmiklós nach Neusiedl am See. Als die Strecke zwischen 1873 und 1897 geplant und gebaut wurde, lag sie noch vollständig auf ungarischem Gebiet. Seitdem 1921 das Burgenland zu Österreich kam, liegt die Strecke überwiegend in Österreich. Im Kalten Krieg kam der grenzüberschreitende Personenverkehr auf der Strecke zum Erliegen, er wurde 1990 wieder aufgenommen, später wurde die Strecke modernisiert und elektrifiziert, auch hier kommt das ungarische Stromsystem zum Einsatz.

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Bei Pamhagen quert die Strecke die Grenze von Ungarn zu Österreich. Auch hier am Ostufer des Neusiedler Sees wird Wein angebaut.

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Die Strecke gehört heute der Neusiedler Seebahn GmbH – das erklärt auch, warum die Beschilderung nicht dem ÖBB-Design entspricht. Betrieben wird die Strecke von der GySEV/Raaberbahn, wobei in Kooperation mit den ÖBB wiederum deren Mehrsystemfahrzeuge zum Einsatz kommen. Hier sind wir übrigens am Haltepunkt Bad Neusiedl am See ausgestiegen.
Gibt es eigentlich eine Festlegung, welches der niedrigst gelegene Bahnhof in Österreich ist? Ich meine mit 118 Metern über dem Meer ist Bad Neusiedl ganz gut dabei, nur Weiden am See eine Station früher liegt noch einen Meter niedriger.

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Die viele Jahre auf dieser Strecke eingesetzte Lok GySEV 122 hat heute ein Plätzchen als Denkmal am Bahnhof Bad Neusiedl gefunden. Und damit sind wir am Nachmittag schon wieder zurück in Neusiedl am See. Bei der Reiseplanung hatte ich mir das so schön ausgemalt, einen Sommermittag am See, vielleicht ein Fahrrad leihen oder eine Schifffahrt – nur Dauerregen hatte ich nicht auf dem Programm. Aber eines habe ich noch im Sinn, und so fahren wir mit dem Bus nach Podersdorf.

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Der Ort im Seewinkel ist nicht nur bei Wassersportlern beliebt...

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...sondern zieht auch Touristen an, da es hier einen der wenigen Leuchttürme im sonst weniger maritimen Österreich gibt. Der 12 Meter hohe Turm dient tatsächlich der Navigation der Schifffahrt und für Sturmwarnungen, daneben ist er aber auch Fotoobjekt und Touristenanziehungspunkt.

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Nachdem wir dieses Touri-Highlight auch abgehakt haben, fahren wir mit dem Bus zurück nach Neusiedl und lassen den Tag dort ausklingen.


Tag 6: Neusiedl am See – Salzburg – München – Ulm – Radolfzell - Konstanz


So, unser letzter Reisetag ist angebrochen, heute geht es vom Neusiedler See zurück an den Bodensee. Unser Reiseplan ist sehr entspannt, wir starten heute erst nach 11 Uhr.

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Und so bleibt am Morgen noch Zeit, die Ruine Tabor oberhalb von Neusiedl zu besteigen und den Blick über die pannonische Ebene und den Neusiedler See schweifen zu lassen. In der Bildmitte ist ein Zug auf der Neusiedler Seebahn zu sehen, er ist unterwegs zwischen Neusiedl am See Bad (links) und dem Bahnhof Neusiedl am See (rechts).

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Und der Bahnhof Neusiedl am See ist auch unser nächstes Ziel. Die Neusiedler Seebahn trifft hier auf die Pannoniabahn. Der Bahnhof wurde 2015 modernisiert und aufwändig ausgebaut mit einem Personentunnel, Aufzügen, überdachten Bahnsteigen sowie Park&Ride und Bike&Ride-Anlagen.

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Passend zum modernisierten Bahnhof gibt es auch hochwertigen Fernverkehr, saisonal sind Railjetverbindungen von Salzburg über Wien hinaus nach Neusiedl am See verlängert.

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Die Nachfrage ist an unserem Reisetag allerdings überschaubar, von Neusiedl bis Wien haben wir einen ganzen Wagen für uns allein. Wir nutzen den Zug bis Salzburg.

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Gut, die Strecke ist nicht wirklich neu für uns, zunächst fahren wir am Fuße der Leithaberge nach Wien, dann geht es weiter auf der Westbahn.

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Unsere restlichen Schilling investieren wir im Speisewagen – ne, halt, das war bei einer anderen Reise. Es gibt ein Thai-Curry für meinen Bruder und Gnocchi für mich...

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...und hinterher noch einen Marillen-Scheiterhaufen. Ich muss schon sagen, allein der österreichischen Süßspeisen wegen lohnt eine Fahrt mit den ÖBB. Unterdessen fahren wir schon durch das Salzburger Land.

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In Salzburg heißt es umsteigen, mit dem nächsten Railjet geht es weiter nach München. Eigentlich fahre ich von Salzburg lieber über den Arlberg an den Bodensee, aber diesmal läuft es aus verschiedenen Gründen mal wieder auf die deutsche Variante hinaus.

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Mit Blick auf die Festung Hohensalzburg geht es über die Salzach...

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...durch den Chiemgau...

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...und vorbei am Chiemsee nach München.

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Ein längerer Aufenthalt in München mit Besuch der Lounge war im ursprünglichen Plan eigentlich nicht vorgesehen.

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Dass es trotzdem dazu kommt, ist Bauarbeiten mit geänderten Abfahrtszeiten geschuldet. Die von mir favorisierte Variante über Ulm und durch das Donautal funktioniert nicht mehr, stattdessen fahren wir über Ulm und Friedrichshafen.
An der Information schlägt man uns einen RE bis Ulm vor, darauf habe ich aber keine Lust und so steigen wir mit dem „Zugbindung aufgehoben“-Stempel in den nächsten ICE über Augsburg nach Ulm.

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Durch den früheren ICE haben wir jetzt in Ulm noch Zeit für einen kleinen Stadtspaziergang zum Ulmer Münster und ins Fischerviertel.

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Die Heimfahrt wird zwar auch ein Fahrgastrechte-Fall, aber so schlimm dass es einer Hotelübernachtung bedarf, wird es auch nicht. Ich vermute, einen Hotelgutschein für das „Schiefe Haus“, das laut Guinnessbuch schiefste Hotel der Welt, hätte es von der Bahn ohnehin nicht gegeben.

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Und mit der BR 611 geht es dann durch Oberschwaben zurück an den Bodensee. Und damit sind wir auch am Ende dieser kleinen Rundreise angelangt, ich bedanke mich für das Interesse und die Kommentare zu den bisherigen Teilen.


Viele Grüße vom Bodensee


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter http://www.bahnreiseberichte.de

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Bahnreise-Wiki.de | Ein Mitmach-Projekt mit Tipps & Tricks für Bahnreisen im In- und Ausland.

Re: zum Neusiedler See

geschrieben von: andreas +

Datum: 07.08.18 19:49

Boa, hat sich bzw. wurde Neusiedl am See Bad verändert. 1991 war das noch ein typischer Landbahnhof an einer nichtelektrifizierten eingleisigen Strecke, mit ungarischen Dieselloks.

Sehr schöner Bericht, vielen Dank! (o.w.T)

geschrieben von: S-Transport

Datum: 08.08.18 20:52

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Herzliche Grüße

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Danke für das Mitnehmen (o.w.T)

geschrieben von: elbeschaefchen

Datum: 09.08.18 18:10

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Liebe Grüße von Katrin

Vielen Dank, es war eine schöne Tour (o.w.T)

geschrieben von: Tz 4683

Datum: 10.08.18 22:02

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)