Hallo zusammen!
Nachdem am letzten Juni-Wochenende die erste große Hitzewelle mit Temperaturen über 40°C über Berlin und Brandenburg hinwegfegte, kam es wenige Tage später zu einer wohltuenden Abkühlung, so dass mein Bahnkollege/Radlerfreund und ich unsere seit Längerem geplante Radtour von Beeskow nach Friedersdorf doch noch verwirklichen konnten.
"Rein zufällig" lagen auf unserer Wegstrecke "Die Drei von der NLE" - sprich: Drei ehemalige Stationen der "Niederlausitzer Eisenbahn" (NLE): Kohlsdorf, Tauche und Briescht. Kurz vor Einstellung des Zugverkehres auf dem Abschnitt Beeskow-Lübben im Jahre 1995 bin ich damals mit meinem "Schülerferienticket", aber leider ohne Kamera, eine Runde mitgefahren. Höchste Zeit also zum Erkunden, wie es im Jahre 2026, also 31 Jahre nach Stilllegung und größtenteils Abbau der Strecke ausschaut.
Zuerst der ehemalige Haltepunkt Kohlsdorf:
Am westlichen Ende von Kohlsdorf: Bahnübergangsreste an der Landstraße von Beeskow nach Tauche, Blickrichtung Tauche.
Und durch eine kleine Lücke im stattlich angewachsenen Dickicht konnte ich doch noch einen kleinen Blick auf die Gleisseite des früheren Stationsgebäudes von Kohlsdorf erhaschen. Als Stationsgebäude, wie auch alle benachbarten ähnlichen Typs wirkten sie seinerzeit recht klein und beschaulich; aber als Wohnhaus sind sie doch ein stattliches Anwesen. Schön, dass es eine gute Nachnutzung erfährt und nicht verfällt.
Weiter ins Nachbardorf Tauche:
Auch hier, fernab von der Ortsmitte am äußersten südlichen Rand von Tauche ein zum Wohnhaus umgenutztes ehemaliges Stationsgebäude.
Aber das, wie ich finde, Schönste der "Drei von der NLE" ist dieses hier:
Briescht. Auch hier wieder in äußerster Randlage (dieses Mal am östlichen Ende), aber ein wunderschön erhaltenes Gebäude-Ensemble. Heute genutzt als Wohnhaus und Atelier.
Und wenn man sich von außen etwas durchs Dickicht an die Gleisseite heranpischt, erhält man diesen Blick auf's Stationsgebäude mitsamt altem Stationsschild.
Doch das wohl schönste Detail ist dieses hier:
Die einst für Briescht charakteristische hölzerne überdachte und weit ausladende Laderampe wurde pfiffig und geschmackvoll zu einer überdachte Sitzecke bzw. halboffene Werkstatt umgebaut. In diesem Idyll kann man in aller Ruhe und Beschaulichkeit seine kreativen Ideen verwirklichen.
In Briescht gibt es aber noch weitere Attraktionen zu bestaunen. Zum Einen die hölzerne Klappbrücke über die Spree. Von dort aus hat man schon einen herrlichen Blick auf die benachbarte Brücke:
Die Eisenbahnbrücke der NLE über die Spree in Briescht.
Ein Trampelpfad führt zu diesem eindrucksvollen Bauwerk.
Naturlich mussten wir auch hier hochkraxeln und genossen von hier die schöne Aussicht inmitten wunderbarer Natur. Wir blicken hier in Richtung Beeskow. Auf dem Streckenabschnitt von Groß Leuthen-Gröditsch nach Beeskow wurden, so auch hier, im Jahre 2013 die Schienen abgebaut.
Dann führte uns unsere Radtour über weite Teile durch bahnfreies bzw. bahnreliktefreies Gebiet, bis wir ein "erfrischendes" Bad im 28°C warmen Wolziger See nahmen, um dann nach strömenden Regen wieder fast trocken unser Ziel zu erreichen:
Bahnhof Friedersdorf an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen - Beeskow - Frankfurt/Oder (heutige RB36)
Die weiteren ehemaligen NLE-Stationen in Richtung Lübben erkunden wir dann schrittweise zu einem späteren Zeitpunkt.
Viele Grüße und Danke fürs Zuschauen
Martin
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.07.26 02:10.