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 998 - Bildberichte 

Dieses Forum dient für umfangreichere Bildbeiträge, Zusammenfassungen und Jahresrückblicke zum Thema Eisenbahnen in Deutschland. Aktuelle Sichtungsbilder sind in die Bild-Sichtungen einzustellen. ACHTUNG: Dies ist NICHT das Fotoforum, Diskussionen über die Qualität der Bilder sind hier fehl am Platz!
Hauptverantwortliche Moderatoren: Rönshausener

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Hallo zusammen!

Seit Kurzem prangen an den Fahrtzielanzeigern auf dem Regionalbahnsteig in Berlin-Schöneweide nicht nur RB/RE-Fahrtziele wie Eberswalde, Oranienburg, Nauen, Cottbus, Blankenfelde und Ludwigsfelde, sondern an den Wochenenden auch zusätzlich IC-Fahrtziele wie z.B. Dresden Hbf oder Ostseebad Binz. Das ist schon etwas Besonderes, denn Fernverkehr von Berlin-Schöneweide aus gab es zuletzt, so meine Erinnerung, bis Anfang der 1990er-Jahre; von den zahlreichen Dampf-Sonderzügen mal abgesehen.

Seit dem 11.07.2026 wurde aber auch die RB29 "Sommerlinie" von Greifswald nach Lubmin Personenbahnhof reaktiviert, und zwar am allen sechs Sommerferien-Wochenenden in M-V; insgesamt je 6 Zugpaare im bequemen 2h-Takt. Das ist ebenso etwas Besonderes und Grund genug, an jenem Samstag, 11.07.2026 beides miteinander zu kombinieren, so dass es für mich und meinen Bahnkollegen hieß: "Mit dem IC2 von Berlin-Schöneweide zur Sommerlinie RB29 nach Lubmin".


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"Ostseebad Binz" ist schon ein sehr besonderes Fernverkehrsziel in Berlin-Schöneweide am Gleis 2. Sonst liest man hier für gewöhnlich Oranienburg, Eberswalde oder Nauen


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Der große Moment ist gekommen: Pünktlich rollt IC 2472 aus Dresden Hbf zur Weiterfahrt nach Ostseebad Binz herein. Ist zwar "nur" ein IC2 (Platz hätte in Berlin-Schöneweide durchaus ein ICE), aber immerhin Fernverkehr.

Eine Fahrt an einem Sommerwochenende in Richtung Ostsee ist mit dem Fernverkehr um Einiges komfortabler als in den oft überfüllten und an gefühlt jedem "Ziehbrunnen" haltenden RE. Ein großer Temporausch kommt auf der "Vorpommern-Magistrale" aber auch im Fernverkehr nicht zustande. Besonders im Bereich zwischen Pasewalk und Anklam schaukelt man bisweilen mit z.T. 50 - 70 km/h durch diverse Langsamfahrstellen dahin. Selbst großzügige Fahrzeitenpuffer sind da schnell aufgebraucht.


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Alles in allem mit 4 Minuten Verspätung (Ankunft regulär 12.30 Uhr) erreichten wir die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald am Gleis 1. Für uns war es die erste Fahrt mit IC2 nach Greifswald. Doppelstöckig waren wir bis hierher sonst nur mit dem RE3 unterwegs.

Dann wechselten wir den Bahnsteig, denn am Gleis 3 wartete bereits die zweite Besonderheit auf uns:


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Zwei Regioshuttles der "PRESS" (in einem vorherigen Bild-Sichtungs-Beitrag schon hervorragend dokumentiert) bildeten das Gespann der als "Sommerlinie" vermarkteten RB29 von Greifswald nach Lubmin Personenbahnhof. Meine erste und letzte Fahrt auf dieser Bahnstrecke unternahm ich am 13.09.1997, deshalb war die Freude über diese temporäre Reaktivierung dieser Zugverbindung groß.


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Zum Vergleich: Neues (links) und altes (rechts) Farbschema der "PRESS"-Regioshuttles. Beides aber sehr gepflegt, wie auch der übrige Fahrzeugpark der "PRESS". Pünktlich um 12.53 Uhr startete die "Sommerlinie ihre dritte Fahrt des Tages (bzw. überhaupt in dieser Saison) nach Lubmin Personenbahnhof.


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Pünktlich um 13.26 Uhr erreichten wir den Endbahnhof Lubmin Personenbahnhof (früher Lubmin Werkbahnhof). Wir hätten natürlich schon eine Station früher in Lubmin Seebad aussteigen können (denn Badesachen hatten wir ja dabei), aber diese kleine Zeitreise war für uns ein Muss. Überall noch Spuren des einstmals bedeutsamen Werksverkehres für das KKW Lubmin in Form von sehr langen Bahnsteigen, umfangreichen Gleisanlagen und die Zeiten überdauernde, verrostete Stationsschilder.


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Ein besonderes Exemplar davon finden wir am westlichen Bahnsteigende. Der zuletzt geführte Stationsname "Lubmin Personenbahnhof" ist schon so stark verwittert, dass der ursprüngliche Stationsname "Lubmin Werkbahnhof" wieder dominiert.

Zum Vergleich ein Bild vom 13.09.1997:


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Eine sehr interessante Lösung wurde aber für die übrigen Lubminer Stationsschilder gefunden, und zwar für Lubmin Personenbahnhof, Lubmin Mitte und Lubmin Seebad. Man nehme den alten, verrosteten Schilderträger, befestige daran ein Blech und klebe darauf mit Folie den Stationsnamen im alten DR-Design:


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Mit überschaubarem Aufwand perfekt "upcycled" und mit Fahrplan-Aufsteller versehen - so einfach geht "Sommerlinie"! Im Hintergrund die Anlagen des früheren KKW Lubmin.


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Nach einem 10-minütigen Aufenthalt steht unser "PRESS"-Regioshuttle-Gespann bereit für die Rückfahrt um 13.36 Uhr nach Greifswald. Die Kundenbetreuung durch die freundlichen PRESS-Mitarbeiter sowie die Fahrgastinformation in Form von Anzeigern, Schildern, Aufstellern, Flyern, Aushängen, Online-Werbung und Ansagen möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich loben! Wir fuhren wieder eine Station zurück nach Lubmin Seebad.

Weiter in Teil 2.
Weiter mit Teil 2:

Vorbei ohne Halt an Lubmin Mitte:


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Ein Schnappschuss bei der Vorbeifahrt aus dem Zugfenster. Auch hier schön sichtbar die "Upcycling"-Version des Stationsschildes (auch wenn die "Sommerlinie" hier nicht hält.)


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Zwischenstopp auf der Fahrt nach Greifswald, und für uns Ausstieg: Lubmin Seebad. Auch hier schön zu sehen: Überlanger Bahnsteig...


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...ein weiteres, aufbereitetes Stationsschild mit Fahrplan-Aufsteller...


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...sowie einer rustikalen, aber ebenso zweckmäßigen Sitzgarnitur.

An diesem herrlich angenehmen Sommertag umwehte uns schon beim Ausstieg die frische Seeluft, zusammen mit einem würzigen Kiefernduft. Von hier aus ist es wirklich nur ein kurzer Fußmarsch, und man ist schon im Ortszentrum von Lubmin, und ein kleines Stück weiter am Strand.

Dabei kommt man unweigerlich an dieser Perle vorbei:


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Das ehemalige Stationsgebäude der früheren Kleinbahn Greifswald - Wolgast. Heute wunderschön restauriert und Teil der Touristinformation von Lubmin.


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Ansicht von der Rückseite. Hier sieht man deutlich die aufwändige und geschmackvolle Gestaltung des Gebäude-Ensembles.


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Gleich daneben ein bemerkenswertes Kleinbahn-Denkmal: Zwei im Jahre 2007 in der Nähe von Moskau gefundene Waggons der früheren Kleinbahn Greifswald - Wolgast. Aufwändig rekonstruiert sind sie als Zeugen einer früheren Eisenbahnepoche in ihrer alten Heimat würdig aufgestellt.

Nach dieser Kleinbahn-Zeitreise war es nur noch ein Katzensprung bis hierhin:


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Bei angenehmen 24°C Außentemperatur und 19°C Wassertemperatur genehmigten wir uns ein erfrischendes Bad im Greifswalder Bodden. Danach noch ein kurzes Sonnenbad und natürlich das obligatorische Fischbrötchen an der Strandpromenade machten diesen sommerlichen Kurzausflug perfekt. Lubmin ist ein kleines, aber feines Seebad mit schönem Sandstrand, Seebrücke, wunderschönen Reetdach-Häusern, ruhiger Lage, familienfreundlich, keineswegs touristisch überlaufen, und mit der "Sommerlinie" nun auch bequem erreichbar - sogar von Berlin aus, mit nur 1x Umsteigen!

Wir hatten noch ein kleines "Restprogramm" zu erledigen, und dazu nahmen wir um 16.20Uhr den Bus 138 in Richtung Greifswald ZOB. Mein Bahnkollege stieg bereits in Eldena aus und erkundete von dort das Fischerdorf Wieck; währenddessen ich noch ein paar Stationen weiter fuhr, um meinem frisch verheirateten Patenkind samt seiner Holden einen Überraschungsbesuch abzustatten. (Die große Hochzeitsfeier findet erst Ende September statt).

So trafen wir uns dann zu vorgerückter Stunde um 19.03 Uhr wieder im Stadtbus Linie 2 nach Greifswald ZOB wieder und fuhren bis zur Endstation.


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Erfreulich, dass die alten, erhabenen "BAHNHOF" Buchstaben auch weiterhin über dem Eingangsportal des Empfangsgebäudes thronen.


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Pünktlich um 19.36 Uhr ging es für uns wieder doppelstöckig zurück in die Heimat - klassisch im RE3, und weil um diese Zeit keine Fernverkehrsverbindung zurück möglich war.

Eigentlich vermeiden wir es tunlichst, gerade am Wochenende die oft übervollen Züge des RE3 oder RE5 zur oder von der Ostsee zu nutzen. Aber um diese Zeit am Samstag waren in diesem Zug ausreichend Sitzplätze verfügbar.

Abschließend bleibt zu sagen, dass dieser besondere Tag mit den besonderen Zügen für uns ein besonderer Genuss war. Es war gut, dass die "Sommerlinie" RB29 in Doppeltraktion gefahren wurde, denn wie man im vorherigen Beitrag gut sieht; erlebt diese Bahnlinie einen regen Zuspruch. So auch bei unserer Zugfahrt. Ich wünsche der "Sommerlinie" weiterhin viel Erfolg und hohen Zuspruch sowie eine gute Unterstützung auf politischer Ebene. Vielleicht bzw. hoffentlich kann sich daraus ein dauerhafter Saisonbetrieb etablieren.

Viele Grüße Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.07.26 00:50.
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