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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.04.21 06:51

Hallo Eisenbahnfreunde,


da beschäftigt man sich schon seit einigen Jahren mit Berliner Eisenbahngeschichte, unternimmt ausgiebige Touren nach Pankow-Heinersdorf, nach Schöneberg etc. und übergeht dabei die Relikte der früheren Borsigwerke, die eigentlich in unmittelbarer Nähe des eigenen Wohngegend liegen und eisenbahngeschichtlich von großer Bedeutung sind.

Gestern fasste ich endlich den Entschluss und stieg bei wolkenverhangenem Himmel auf mein Fahrrad und fuhr nach Tegel, das schon nach etwa 40 Minuten erreicht war.


IMG_0074 - Kopie.JPG

Nach dem Passieren der teils düsteren aber nicht ganz uninteressanten Baulichkeiten der JVA Tegel stieß ich endlich an der Berliner Straße auf das berühmte, 1898 erbaute Borsig-Tor, das einst eine ehrwürdige und fotogene Hintergrundkulisse für neu ausgelieferte Lokomotiven des Unternehmens bildete.


IMG_0083.JPG

Direkt hinter dem Tor befindet sich dieses Kunstwerk von Achim Kühn aus dem Jahre 1989, das auf die frühere Bedeutung des Ortes verweist und laut Informationstafel einst vom Bezirksamt Reinickendorf initiiert wurde.


IMG_0096.JPG

Das Wahrzeichen der Borsigwerke bildet der sogenannte Borsigturm aus dem Jahre 1922, dessen Höhe 65 Meter beträgt. Er gilt als das erste Hochhaus Berlins. Aus Platzgründen erhielt das Bürogebäude die Form eines Turmes. Sein Architekt heißt Eugen Schmohl. Nähere Informationen zum Borsigturm findet man hier: [www.berlin.de].


IMG_0116.JPG

Gut gefallen hat mir dieses Hallenensemble mit ansprechender Fassadengliederung. Diese sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass dort einst tagtäglich viele Menschen vielleicht ihr Leben lang schwere Arbeiten verrichtet haben. Wie unschwer zu erkennen ist, dient das rechte Gebäude heute einem weltweit agierenden Konzern für Fast Food.


IMG_0134.JPG

Bemerkenswert fand ich diesen begehbaren, immer noch modern wirkenden Hallentorso, der zum großen Teil nur noch aus einem Stahlskelett bestand und ohne Mauerwerk auskam. Die noch erhalten gebliebene, gemauerte Stirnseite hingegen weist historisierende Bauformen auf, mit denen das Gebäude einst dem wilhelminischen Zeitgeschmack entsprechend verblendet wurde.

Ein kleines Werksmuseum zur Geschichte des Unternehmens hätte mir vor Ort sehr gut gefallen, ist aber wahrscheinlich nicht finanzierbar.

Dennoch hat sich der Besuch für mich gelohnt, gab es doch viel zu entdecken.



Viele Grüße,

Marc

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.


Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: Micha52

Datum: 19.04.21 12:59

Das Foto mit dem Lok-Kunstwerk erinnert mich eher an das genauso aussehende Kunstwerk im einstigen Berliner Hbf (Ostbahnhof) zwischen 1987 und 199x.
Oder ist es das sogar???

Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 19.04.21 13:15

Micha52 schrieb:
Das Foto mit dem Lok-Kunstwerk erinnert mich eher an das genauso aussehende Kunstwerk im einstigen Berliner Hbf (Ostbahnhof) zwischen 1987 und 199x.
Oder ist es das sogar???
Hallo Micha,

ich bin mir recht sicher, dass das Kunstwerk genau das aus dem einstigen Berliner Hbf (nun seit langem wieder Ostbahnhof) ist.

Aus dem Grund musste ich mich tierisch über die Bildunterschrift unseres Museumsgurus EP 5 amüsieren, weil der Urheber dieses Kunstwerkes bei dessen Schaffung wohl kaum an die Bedeutung des von EP 5 besuchten Ortes und der Fa. Borsig im Speziellen gedacht haben dürfte. Folglich gibt es die Kausalität zwischen Ort und Kunstwerk nicht, wie sie der Fadeneröffner hier dem Publikum darlegen möchte.

Was mich aber erstaunt ist, dass dieses Kunstwerk überlebt hat. Schließlich war es von seinem ersten Aufstellungsort irgendwann einfach mal nur verschwunden.

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.21 13:21.

Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: J611

Datum: 19.04.21 15:44

Siehe https://www.berliner-woche.de/bohnsdorf/c-leute/leben-mit-stahl-hans-hickisch-hat-achim-kuehn-ein-filmdenkmal-gesetzt_a90138

"Beim Umzug der „Lok 2000“ aus dem Berliner Ostbahnhof ins Exil in einer Schöneweider Werkhalle und dann zum neuen Standort vor den früheren Borsig-Werken in Tegel"

und
https://www.tagesspiegel.de/berlin/lok-2000-nicht-schick-genug-die-kunst-lok-des-metallkuenstlers-achim-kuehn-wurde-nach-elf-jahren-aus-dem-ostbahnhof-verbannt/155436.html



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.21 15:47.

Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: 65 1057

Datum: 19.04.21 18:35

Ich kann mich als fast um die Ecke wohnender (Wittenau) nicht wirklich an den genauen Zeitpunkt der Eröffnung der Borsighallen als Einkaufscenter erinnern. Die Homepage spricht von 1999. Ich habe da keine genaue Erinnerung, irgendwann waren die Hallen geöffnet und im Umfeld war vieles noch nicht fertig. So auch der Bereich hinter dem Borsigtor auf der linken Seite. Das Kunstwerk wurde wohl recht sang und klanglos dort aufgestellt, jedenfalls war es für mich "plötzlich" da. Ich hatte auch nicht mitbekommen, daß es aus dem Hauptbahnhof verschwunden war.

Was aber kaum Beachtung findet, ist der abgerissene Borsig-Pavillon, der in den 1950er oder 1960er Jahren recht umkommod an das Verwaltungsgebäude angebaut wurde. Neben dem Ausgang des U-Bahnhofs beherbergte der Pavillon den Nachbau der Beuth (?). Wenn das so war, dann müsste diese bereits 1988 in das MVT umgezogen sein und der Pavillon leer gestanden haben. Da habe ich leider keine Erinnerung daran, kannte die Ecke nur vom Vorbeifahren. Dieser wurde mit der "Entwicklung" des Geländes abgerissen, was so ab Mitte der 1990er Jahre begann.

Ein Foto von selbigen habe ich gerade nicht griffbereit und auch nicht im www gefunden, lediglich ein Aquarell:

https://künstlerportal.berlin/wp-content/uploads/2016/03/2112002.jpg

Gefunden auf dieser Seite: künstlerportal.berlin/heinz-sterzenbach/

Noch 'ne Anmerkung: an der Ecke Berliner Str./Veitstr. war damals eine Aral Tankstelle, die dann beim Umbau verlegt wurde.
Von der Tankstelle bis zum Verwaltungsgebäude schloß sich eine aus Backsteinen bestehende Grundstücksmauer an.

Viele Grüße

Manfred


edit: vor die URL gehört ein https:// die Forenoftware hat aber ein Problem mit der Adresse, weil darin ein Ü statt eines UE erscheint
edit: den fälschlicher weise getippten Bf. Lichtenberg durch den Hauptbahnhof ersetzt



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.21 19:52.

Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

geschrieben von: 65 1057

Datum: 19.04.21 20:33

Ich habe mich vorhin dort mal kurz rumgetrieben und einige weitere Fotos mit dem Smartphone gemacht:

https://abload.de/img/img_0957opk8x.jpg
Wegen dem Sonnenstand leider keine Bellingrodt-Perspektive

https://abload.de/img/img_0960xmjgk.jpg
Abgestellt auf der...

https://abload.de/img/img_0958v7jqz.jpg
...kombinierten Gleis- und Fahrzeugwaage.

Solche details mal am Rande...

https://abload.de/img/img_0956xbj5u.jpg
Leider geht aus der recht knappen Infotafel nicht hervor, daß das Kunstwerk mal woanders gestanden hat.
Dem Betrachter wird suggeriert, daß es erstmalig dort 1989 aufgestellt und 2006 restauriert wurde.

https://abload.de/img/img_09633tk22.jpg
Der Schrankenbaum verhinderte einst die Zufahrt mittels Straßenfahrzeugen im Gleisbereich.
Das Signal Bü1 sicherte den Bü über die Berliner Straße. Dieser wurde vor ein paar Jahren entfernt.

https://abload.de/img/img_0964jbjm1.jpg
Das Gleis querte die Berliner Str. und führte an dem Gebäude im Hintergrund links vorbei zum Bahnhof Tegel.
Auf alten Aufnahmen sind in der Fahrbahnmitte die Gleise der Straßenbahn nach Heiligensee/Tegelort zu sehen.
Seit 1958 verkehrt eine Etage tiefer die U-Bahn nach Tegel, später in Alt-Tegel umbenannt.

Zum Abschluss des spontanen Ausflugs am Feierabend noch ein paar Detailbilder:

https://abload.de/img/img_0965itkmc.jpg

https://abload.de/img/img_0966g0jt2.jpg

https://abload.de/img/img_0968c7jdp.jpg

https://abload.de/img/img_0969u2jhx.jpg

Und inzwischen benötigt das Fundament auch wieder eine Sanierung...

https://abload.de/img/img_0970uvjov.jpg

Grüße

Manfred

[Forentechnik] unübliche Webadressen: Umlaute

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 19.04.21 23:30

65 1057 schrieb:
edit: vor die URL gehört ein https://, die Forensoftware hat aber ein Problem mit der Adresse, weil darin ein „Ü“ statt „UE“ erscheint
Hallo Manfred,

das ist allerdings teilweise richtig, denn www-Adressen, in denen sich Umlaute befinden, sind allgemein unüblich.

Nur ein „https://“ davorzusetzen, das reicht daher nicht.

Andere Frage: hast Du beim Schreiben den MS-Edge benutzt?

Das gibt dann nämlich auch Probleme, nämlich immer dann, wenn Du die Voreinstellung „BB-Codes nicht mehr anzeigen, sondern sofort umsetzen“ nicht deaktiviert hast. Ich demonstriere das mal mit dem Link ins Testforum:

  • Button „[BBCODE]nicht betätigt erzeugt »Drehscheibe Online Foren :: 99 - Testforum (drehscheibe-online.de)«. In Outlook - oder in ein Word-Dokument eingefügt, funktioniert das natürlich …

  • Button „[BBCODE]“ betätigt lässt die BB-Codes wieder aufscheinen und ändert gleichzeitig die Hintergrundfarbe dieses Schalters von weiß in grau, der Button sieht danach also so: „[BBCODE]“ aus. Die BB-Code-Umsetzung erfolgt bei der Vorschau und natürlich nach dem Absenden. Für DSO interessant ist jetzt aber hauptsächlich, dass der Link-Langtext wie gewohnt eingefügt - und ebenfalls erst nach dem Absenden interpretiert wird, d.h. aus dem eingefügten „https://www.drehscheibe-online.de/foren/list.php?99“ wird nach dem Absenden „[www.drehscheibe-online.de]“.

  • Das Umlautproblem lässt sich damit ebenfalls vermeiden, denn der Browser ist in der Lage, den Umlaut (bzw. in diesem Fall sogar den ganzen Link!) „umzuschreiben“. Er heißt jetzt: „[xn--knstlerportal-wob.berlin]“.

    Möchtest Du aber, dass der Original-Linktext angezeigt wird, dann greife zum Textlinksymbol „Link einfügen“: https://künstlerportal.berlin/heinz-sterzenbach/

    https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=230741

    https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=209931


     





    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.21 23:38.

    Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

    geschrieben von: Lalu

    Datum: 20.04.21 00:55

    Hallo,

    danke für den Beitrag. Der Ursprungsort des Denkmals wurde ja bereits erwähnt. Das „Erklärschild“ liefert dem Unvoreingenommen diese Erklärung leider nicht. Als nächstes wäre noch der Ausflug zum Landgut Borsig zu empfehlen. Dieses stand in enger Verbindung mit dem Fabrikgelände. Es diente u.a. der Versorgung der Belegschaft. Die Bestellungen aus Tegel kamen per Brieftaube in Groß Behnitz an. Führungen werden normalerweise monatlich angeboten. Irgendwann halt wieder. [www.reiseland-brandenburg.de]

    Reisevorschlag: Mit dem Zug bis Nauen. Dann mit dem Fahrrad nach Groß Behnitz zum Landgut. Und über das Schloß Ribbeck mit seinem Birnenbaum zurück nach Nauen. Von Ribbeck aus am besten auf den Spuren der Kleinbahn Rathenow-Senzke-Nauen. [www.bahntrassenradeln.de] Vielleicht auch noch mit einem Abstecher zur Großfunkstation Nauen. [bldam-brandenburg.de] Auch wenn die Gastronomie momentan überall geschlossen hat, es lohnt sich.

    Grüße,
    Lalu



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.04.21 01:06.

    Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

    geschrieben von: Micha52

    Datum: 20.04.21 14:45

    Hallo Jens

    danke für die "Aufgleisung".

    Bei dem Text
    "Direkt hinter dem Tor befindet sich dieses Kunstwerk von Achim Kühn aus dem Jahre 1989, das auf die frühere Bedeutung des Ortes verweist und laut Informationstafel einst vom Bezirksamt Reinickendorf initiiert wurde."
    nimmt man eindeutig an, dass dass das Kunstwerk vom BA initiiert wurde.
    Obwohl auf der Tafel was ganz anderes - siehe Foto weiter unten - steht.

    Ok, das Kunstwerk aus dem Hbf/Ostbahnhof.
    Dahinter sollen sich Teile der 44 227 aus Lichtenberg verbergen...?

    Michael Pinske

    Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

    geschrieben von: DuKabina?!

    Datum: 20.04.21 14:54

    Moin Micha,

    jetzt wo Du es schreibst, ja, so habe ich das auch in der Erinnerung mit der Teilebeschaffung für das Kunstwerk.

    Grüße
    Jens

    ... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
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    Re: Tegel - Besuch bei Borsig!

    geschrieben von: Ladehilfe

    Datum: 20.04.21 23:34

    Das Denkmal kenne ich aus meiner Zeit bei der Bundeswehr. Ich musste immer mal über den Ostbahnhof und Leipzig oder Dresden nach Chemnitz fahren wenn der Dienstschluss nach der Abfahrt vom letzten Interregio in die Heimat war.

    Liebe Leute,

    Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

    Direktlink / Link einfügen

    geschrieben von: Michael Ulbricht

    Datum: 21.04.21 12:28

    65 1057 schrieb:
    edit: vor die URL gehört ein https:// die Forenoftware hat aber ein Problem mit der Adresse, weil darin ein Ü statt eines UE erscheint
    Hallo,

    als Direktlink geht es tatsächlich nicht, aber man kann doch ganz einfach die Schaltfläche "Link einfügen" verwenden und alles ist gut: https://www.künstlerportal.berlin/heinz-sterzenbach/

    Gruß, -mu

    Danke für den Hinweis mit dem Pavillon!

    geschrieben von: EP 5

    Datum: 22.04.21 09:26

    Hallo Manfred,


    danke für Deine Rückmeldung.

    Die Geschichte mit dem mittlerweile abgerissenen Pavillon am Borsig-Tor ist für mich ein interessantes Detail, zumal nach Deiner Bekundung dort einst das bekannte Beuth-Modell aus dem Hamburger Bahnhof vorübergehend untergebracht gewesen sein soll.

    Als langjähriger Museumsführer am Deutschen-Technikmuseum-Berlin hatte ich mit diesem bedeutenden Exponat beruflich oft zu tun. Man konnte an ihm ausgezeichnet die fünf Hauptbauteile einer Dampflok aufzeigen und deren Funktionsweise erklären.

    Interessanterweise stand an dem Exponat nicht die Büste von August Borsig, dem Konstrukteur der Lok, sondern jene von Peter Beuth, dem „Vater“ der preußischen Gewerbeförderung.

    Zur Präsentation ihrer Kleinserienmodelle der Epochen I und II, deren Vorbilder bei Borsig hergestellt wurden, fertigte die Firma Reitz einst ein kleines aber feines Diorama vom Borsig-Tor im Maßstab 1:87 an. Dieses wurde vor langer Zeit (80er/90er Jahre?) im Magazin Eisenbahn-Kurier vorgestellt. Ausgerechnet diese Ausgabe ist nicht mehr in meinem Besitz, da ich sie vor ein paar Jahren einem Bekannten überlassen habe.

    Ich weiß gar nicht, was aus dem Diorama geworden ist, das aus meiner Sicht ein tolles,symbolträchtiges Artefakt zur Geschichte der Firma Borsig darstellte.



    Viele Grüße,

    Marc

    "Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

    Wilhelm II.


    Danke für den Tourentipp!

    geschrieben von: EP 5

    Datum: 22.04.21 09:32

    Hallo Lalu,


    danke für Deine Rückmeldung mit einem interessanten Tourentipp für Radfahrerinnen und Radfahrer zur Erschließung von Stätten sehenswerter Industriekultur in der Mark Brandenburg. Wenn es meine Zeit erlaubt, werde ich diese Tour mal abfahren.

    Brandenburg hat wunderschöne Seiten, wie ich erst vor einigen Wochen bei meiner Wanderung durch die Uckermark festgestellt habe. Auch Potsdam kann ich viel abgewinnen.


    Viele Grüße,

    Marc


    IMG_7360.JPG

    "Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

    Wilhelm II.


    Re: Danke für den Hinweis mit dem Pavillon!

    geschrieben von: 65 1057

    Datum: 22.04.21 20:15

    Hallo,

    ich habe mich heute nochmals mit dem Pavillon beschäftigt.
    So richtig habe ich leider nichts darüber gefunden, dabei aber irgendwo aufgeschnappt, daß der Bü in der Berliner Straße im Herbst 2011 entfernt wurde.

    Mir liegen jedoch zwei Broschüren über Berlin-Reinickendorf vor, in denen interessante Bilder in Werbeanzeigen der Firma Borsig (1976 und vermutlich 1986) enthalten sind.
    Weil ich beide Hefte aus Angst vor dem Aufbrechen der Klebebindung nicht auf den Scanner legen wollte, habe ich die Bilder abfotografiert.

    https://abload.de/img/img_1001e9k4c.jpg
    Aufnahme aus dem 1976er Heft "Berlin-Reinickendorf - grüner Bezirk einer Weltstadt"

    https://abload.de/img/img_1002a3kto.jpg
    Hier die Aufnahme aus dem 1986er Heft "Berlin-Reinickendorf" - ohne weiteren Titel.
    Zum Zeitpunkt der Aufnahme gehörte Borsig zum Babcock-Konzern.

    Gut zu erkennen ist, daß der Zugang zum U-Bahnhof zunächst in den Pavillon führt und von dort durch den Glaskasten zum Verteilergeschoß.
    Im Bogen des Tores hängt noch heute -leider letztens nicht fotografiert- eine Laterne mit der Hausnummer 27. Diese ist aber auf beiden Bildern nicht vorhanden.
    Um eine Vorstellung der Größe des Pavillons zu bekommen, noch nachstehendes Bild. Der Pavillon reichte bis an das alte Verwaltungsgebäude heran.

    https://abload.de/img/img_1003tgk93.jpg
    Leider nur ein Ausschnitt aus einem ganzseitigen Foto. Zum Zeitpunkt der Aufnahme fanden wohl Bauarbeiten am Zugang zur U-Bahn statt.
    Schemenhaft ist ein hölzerner Bauzaun zu erkennen.

    Gemäß "Züge, Loks und Leute", dem Ausstellungskatalog vom MVT, Nicolai 1990, stammt der Nachbau der Beuth im MVT aus dem Jahre 1912. 1924 ging dieser Nachbau ins Deutsche Museum München und kam 1984 als Dauerleihgabe zurück nach Berlin. Könnte also dort gestanden haben. Oder war das ein Nachbau oder recht großes Modell der ersten 1841 von Borsig gebauten Lokomotive "Borsig" für die Berlin-Anhaltische Eisenbahn?

    Klaus Schlickeiser schreibt in "Entdecken Sie Reinickendorf - Spaziergänge in Tegel", Förderkreis für Bildung, Kultur und internat. Beziehungen Reinickendorf e.V., 2006, S. 74, daß das Bezirksamt Reinickendorf 1990-92 das Tor restaurierte. Das Verwaltungsgebäude wurde durch die Borsig GmbH bis 1987 genutzt. Danach als Aussiedlerheim genutzt, im Jahr 2000 renoviert und als Bürogebäude vermietet.
    Vom Pavillon und seinem "Innenleben" bislang keine Spur, als wenn es diesen nie gegeben hätte.

    Viele Grüße

    Manfred



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.04.21 20:16.

    Welchen Zweck erfüllte einst der Pavillon?

    geschrieben von: EP 5

    Datum: 23.04.21 20:08

    Hallo,


    danke für das Zeigen der historischen Aufnahmen des leider verlorengegangenen, am Borsig-Tor angrenzenden Pavillons aus den 1960er Jahren.

    Das Gebäude scheint auf einer Seite zumindest mit einer größeren Fensterfläche ausgestattet zu sein, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann. Sollte hinter dieser tatsächlich mal die „Beuth“ gestanden haben, so würde ich vermuten, dass der Pavillion einst eventuell zur Präsentation von Dingen möglicherweise aus der Produktion des dort ansässigen Unternehmens diente.

    Nun frage ich mich natürlich, warum der Anbau wieder entfernt worden ist? War er baufällig, war er mit Asbest belastet, wollte man das ursprüngliche Aussehen der historischen Gebäudeformation wieder in etwa herstellen, oder fand man für ihn in späteren Jahren einfach keine Verwendung mehr?


    IMG_0181.JPG

    Um etwas über die Geschichte der Borsigwerke zu erfahren, wurde immerhin auf der rück-wärtigen Seite des bereits im Eröffnungsbeitrag gezeigten Werkhallenkomplexes, eine Art Folienwand aufgezogen. Diese aus meiner Sicht dekorativ gestaltete Informationsfläche enthält in den Nachbildungen von Muttern (nur die unteren!) sowohl Texte zur Werkschronologie als auch historische Aufnahmen zu dieser.



    Viele Grüße,

    Marc


    IMG_8554.JPG

    "Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

    Wilhelm II.


    Re: Welchen Zweck erfüllte einst der Pavillon?

    geschrieben von: Achsbruch

    Datum: 25.04.21 01:04

    Hallo,

    das "O" Logo in Borsig kommt von Babcock in Oberhausen. Habe einige Zeit dort gearbeitet. Dieses "O" nannte man dort die "Babcock Pflaume".

    Wenn man sieht, was aus den Firmen geworden ist: Babcock hat Borsig übernommen. Und auch Steinmüller in Gummersbach. Ausserdem noch weitere.

    Alle Firmennamen sind verschwunden. Nun gibt es Hitachi in Duisburg, die das weiterführen. Oder heissen die heute auch schon anders?

    Grüße von mir.