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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -
Hallo Eisenbahnfreunde,


um zu erfahren, wie die Zukunft der schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzten Rechteck-Lokhalle des früheren Bw Lübeck aussieht, wandte ich mich am Anfang des Jahres an das Denkmalamt Lübeck. Das hier angesprochene Gebäude lässt sich mit Hilfe dieses Links gut erkennen [www.google.com]. Nach meinem Kenntnisstand wurde das Bauwerk einst von der Lübeck-Büchner-Eisenbahn errichtet.

Zur norddeutschen Eisenbahngeschichte besitze ich nur eine bescheidene Auswahl an Literatur. Anhand dieser wurde mir aber im Laufe der Zeit gewahr, dass die Hansestadt Lübeck eisenbahngeschichtlich in Norddeutschland in vielerlei Hinsicht hervorsticht. Für mich ist zum Beispiel die Lübeck-Büchner-Eisenbahn bemerkenswert, die zu ihrer Zeit mit besonders modernen Schienenfahrzeugen in Erscheinung trat und mit diesen zum Teil deutschlandweit Akzente setzte. Zu nennen wären hier die stromlinienförmigen Doppelstockzüge aus den 1930er Jahren mit Wendezugsteuerung.


IMG_7952.JPG

Nicht zu vergessen sind natürlich die vielen dort einst beheimateten Diesellokomotiven verschiedener Baureihen (V 36, V 60, V 100.20, V 160, V 200, V 200.1), die dort zu Bundesbahnzeiten über mehrere Jahrzehnte hinweg ihren Dienst versahen. Das Bild zeigt ein Roco-Modell der 221 130-8, das die Anschrift „Bw Lübeck“ trägt.

Bemerkenswert fand ich die Antwort vom Denkmalamt Lübeck, aus der hervorging, dass der besagte Rechtecklokschuppen 2019 einer fachlichen Denkmalbewertung unterzogen worden sei und als erhaltenswert eingestuft wurde, allerdings wegen teils starker Schäden als nicht erhaltensfähig. Darüber hinaus - so das Denkmalamt – käme erschwerend hinzu, dass eine Fremd- oder Privatnutzung des Gebäudes wegen dessen Lage zwischen den Gleisen aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei.

Aus dem Schreiben geht außerdem hervor, dass der aus meiner Sicht bedauerliche Abriss des Lokschuppens schon im Januar beginnen sollte.

Vielleicht kann jemand über diesen Sachverhalt mir/uns genauere Auskunft erteilen? Ich würde mich freuen.



Viele Grüße,

Marc


IMG_7360.JPG

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.


Moin!

Die große Halle steht noch. An dem Schuppe, welcher ein paar Meter weiter Richtung Hamburg steht, arbeiten derzeit die Abrissbagger. Der Zustand vom Gebäude war aber auch erheblich schlechter (U.a. großes Loch im Dach und dadurch Wassereintritt).

Die große Halle war eigentlich soweit im recht guten Zustand.

VG

Nico
Hallo Nico,


vielen für Deine Antwort, über deren Inhalt ich mich gefreut habe.

Interessant fand ich, dass Du die thematisierte, scheinbar immer noch existente Rechteckhalle entgegen der Auffassung des Denkmalamtes als relativ gut erhalten einstufst. Gerade der schlechte Erhaltungszustand soll bei der Behörde gegen die Aufnahme des Gebäudes in die Denkmalliste gesprochen haben. Auf dem Satellitenbild sieht sie meines Erachtens auch gar nicht mal so marode aus. Da sind mir andere Eisenbahngebäude bekannt, die stärkere Verfallserscheinungen aufweisen aber unter Denkmalschutz stehen.

Bei meiner Recherche zur die Geschichte des Bw Lübeck stieß ich auch auf die Homepage des „Vereines Historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck e. V.“, der bereits drei beachtliche Dieselloks (V 200 007, V 160 003 und 218 338-2) mit historischem Bezug zum oben genannten Bahnbetriebswerk unterhält.

Darüber hinaus stellte ich überrascht fest, dass der Verein bis Mitte des Jahres 2019 in Lübeck sein Domizil hatte, dieses hat aber räumen müssen (siehe [www.helev.de] und seitdem seine Fahrzeuge im Ringlokschuppen von Neumünster untergebracht hat. Dort sollen künftig sogar verloren gegangene Teile des Ringlokschuppens wieder neu aufgebaut werden.

Vor diesem Hintergrund scheint Lübeck ziemlich leer auszugehen, obwohl diese bemerkenswerte Stadt eisenbahnhistorisch ziemlich herausragt.



Viele Grüße,

Marc


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"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.


Schuppen des ehem. Bw Lübeck

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 14.02.21 22:09

Moin,

wie Nico schon schrieb, wird aktuell der LEU-Schuppen abgerissen, der das älteste dort noch vorhandene Gebäude war. Dort residierte lange auch der HEL e.V., bis dieser in den großen Schuppen ziehen konnte.
Der LEU-Schuppen besaß meines Wissens nicht einmal eine Heizung.

Der große Schuppen wurde bis 2010 noch durch DB Regio genutzt, danach vom HEL e.V.

Das Problem einer Weiternutzung (egal ob bahnfremd oder Bahnmuseum) ist tatsächlich, dass man dort nur über das Streckengleis Lübeck - Hamburg oder durch einen engen Personaltunnel unter den weiteren Streckengleisen auf der anderen Seite. Zudem tankt DB Regio dort noch seine Lint, es ist auf den umliegenden Gleisen also Betrieb.

Wie der bauliche Zustand ist, kann ich nicht sagen. Aber als ich als Jugendlicher da in den 2000er Jahren mal drin war, sah man dem Schuppen schon die über 100 Loks an, die zeitweise dort beheimatet waren. Nun kommt der Schuppen weg - schade, aber ohne die vielen 218 ist es ohnehin nicht das selbe...

Dank des Hafens ist die Bahnwelt in Lübeck ja immer noch spannend und es ist einiges los. Darauf kommt es an.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian

Re: Schuppen des ehem. Bw Lübeck

geschrieben von: EP 5

Datum: 15.02.21 11:02

Sebastian Berlin schrieb:

Wie der bauliche Zustand ist, kann ich nicht sagen. Aber als ich als Jugendlicher da in den 2000er Jahren mal drin war, sah man dem Schuppen schon die über 100 Loks an, die zeitweise dort beheimatet waren.



Hallo,


aber das ist es doch gerade: Die Patina, die diese ehrwürdige, backsteinerne Lübecker Lokhalle noch aus LBE-Zeiten trägt, Spuren von über 100 Loks!!!


Schade schade um das Gebäude und danke für Deine Rückmeldung!



Schöne Grüße,

Marc


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Re: Schuppen des ehem. Bw Lübeck

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 15.02.21 11:38

EP 5 schrieb:
Sebastian Berlin schrieb:
Wie der bauliche Zustand ist, kann ich nicht sagen. Aber als ich als Jugendlicher da in den 2000er Jahren mal drin war, sah man dem Schuppen schon die über 100 Loks an, die zeitweise dort beheimatet waren.

Hallo,

aber das ist es doch gerade: Die Patina, die diese ehrwürdige, backsteinerne Lübecker Lokhalle noch aus LBE-Zeiten trägt, Spuren von über 100 Loks!!!

Schade schade um das Gebäude und danke für Deine Rückmeldung!

Schöne Grüße,

Marc
Moin!

Naja, die DB wird zwischendurch schon mal durchgewischt haben, als die Dieselloks eingezogen sind und die Halle für den Großteiletausch angebaut wurde.

Natürlich ist es schade, aber wie willst du ein Gebäude nutzen, dass für Bahnfremde-Personen nicht erreichbar ist und den Anforderungen an moderne Fahrzeuge und deren Wartung nicht mehr genügt?

Ich hatte erwartet, dass beide Schuppen der neuen Werkstatt für die Wartung der Flirt-Triebzüge, die in Zukunft zwischen Hamburg - Lübeck - Travemünde/Neustadt eingesetzt werden sollen. Aber ob dieser Werkstattbau in Lübeck tatsächlich kommt, weiß ich nicht.

Edit:
Bezüglich der Erreichbarkeit halte ich das ehem. Bw Neumünster aus diesem Grund für die bessere Alternative, um historische Eisenbahnfahrzeuge zu präsentieren. Die nicht-betriebsfähigen Fahrzeuge der Lübecker standen stets im Schuppen und keiner hat sie gesehen. Und immerhin hat sich das Denkmalamt überhaupt mit dem Schuppen befasst. Die haben in Lübeck ja durchaus etwas mehr zu tun...

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.21 15:06.

Erreichbarkeit

geschrieben von: EP 5

Datum: 17.02.21 09:16

Hallo Sebastian,

jetzt muss ich doch noch mal nachhaken. Nach meinem Kenntnisstand gab oder gibt es da einen Personaltunnel.

Im Bundesbahn-Lexikon 1987 vom Eisenbahn-Kurier steht, dass man das Bahnbetriebswerk Lübeck über eine Unterführung am Ende der Ladestraße der Güterabfertigung in Richtung Hamburg in 10 bis 15 Minuten (vom Bahnhof aus?) erreichen kann.

So eine Unterführung zu einem Museum stelle ich mir aus der Sicht des Museumsbesuchers so als Einstimmung auf die historische Bahnwelt recht spannend vor.

Jetzt kann man natürlich einwenden, dass eine solche Lösung den heutigen Besucherinnen und Besuchern nicht mehr zugemutet werden kann. Vor diesem Hintergrund wäre demnach eventuell auch die Treppenanlage zur Kirchturmspitze des Kölner Doms zu hinterfragen. Darf man den Leuten das Hinaufsteigen zur Aufsichtsplattform – mal abgesehen von den lauernden Gefahren - heutzutage noch zumuten?

Und wie verhält es sich mit unterirdischen, zur Besichtigung freigegebenen Anlagen des Untertagebaues? Ich erinnere mich noch als ich im Rahmen meiner Ausbildung im AW Opladen Anfang der 1990er Jahre während eines Bildungsurlaubes viele, viele Meter unter der Erde durch einen wirklich engen und zugleich langen Tunnel in einem stillgelegten Salzbergwerk Österreichs laufen musste.

Was die Sicherheit wegen den noch genutzten Gleisanlagen anbelangt, stehe ich vor der Frage, ob man das nicht mit Absperrungen lösen kann? Grenzt das Eisenbahnmuseum in Koblenz-Lützel nicht auch direkt an einem Bahngelände an, auf dem noch Zug- oder Rangierfahrten stattfinden? Als ich damals zu meiner Trierer Zeit dieses Museum besichtigt habe, stand ich plötzlich irgendwo vor einer 290. Es handelte sich dabei eindeutig um keine Museumslok, vermutlich hatte ich mich da irgendwie verlaufen...;-)


Viele Grüße,

Marc


IMG_6684 - Kopie.JPG

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.21 10:10.

Re: Erreichbarkeit durch Personaltunnel

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 18.02.21 16:34

Moin!

Ja, den Tunnel gibt es und dessen Zugänge sind auch auf Luftbildern zu erkennen. Anbei mal eingezeichnet auf dem Google-Luftbild.
2021-02-18 16_25_21-Lübeck - Google Maps.png

Oben die Zuwegung über das Streckengleis, unten der Tunnel mit Rampen. Die Problematik ist, dass dieser Tunnel sehr eng ist, sowohl in der Breite, als auch in der Höhe würde ich nicht mehr als 2 Meter schätzen.
Ich weiß, dass ich als Jugendlicher beim aufrecht gehen schon fast an der Decke gekratzt habe.
Ich denke, dass dieser Tunnel nie für Publikumsverkehr zulässig wäre, gerade im Hinblick auf Rettungswege.

Du führst zwar einige Beispiele an, bei denen es ebenfalls eng zugeht, diese sind aber vermutlich alle durch einen Bestandschutz gedeckt. Bei einem neu zu eröffnenden Museum dürfte das nicht mehr gehen.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 16:38.

Re: Erreichbarkeit durch Personaltunnel

geschrieben von: bahamas

Datum: 18.02.21 18:59

Sebastian Berlin schrieb:
Die Problematik ist, dass dieser Tunnel sehr eng ist, sowohl in der Breite, als auch in der Höhe würde ich nicht mehr als 2 Meter schätzen.
Ich weiß, dass ich als Jugendlicher beim aufrecht gehen schon fast an der Decke gekratzt habe.
Ich denke, dass dieser Tunnel nie für Publikumsverkehr zulässig wäre, gerade im Hinblick auf Rettungswege.
Du führst zwar einige Beispiele an, bei denen es ebenfalls eng zugeht, diese sind aber vermutlich alle durch einen Bestandschutz gedeckt. Bei einem neu zu eröffnenden Museum dürfte das nicht mehr gehen.

Tunnel und Gebäude haben aber hier auch schon Bestand - wie in einem Bergwerk oder alten Wohnhaus, was vorher kein Museum war. Von daher ist sowas durchaus vergleichbar. Wer mit einem kleinen Tunnel nicht klar kommt, braucht ja nicht reingehen. Und wer größer als 2 m ist, muss halt den Kopf einziehen, das ist in vielen anderen Situationen genauso und bei einem Tunnel sogar mit vorheriger Höhenkontrolle ABGESICHERT. Ein Tunnel plus höhengleicher Übergang im Notfall ist auch ideal, es sei denn man will irgendwelche Paragraphen reiten und nur alles verhindern, was nicht der Norm entspricht.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 19:00.

Re: Erreichbarkeit durch Personaltunnel

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 18.02.21 20:09

bahamas schrieb:
Tunnel und Gebäude haben aber hier auch schon Bestand - wie in einem Bergwerk oder alten Wohnhaus, was vorher kein Museum war. Von daher ist sowas durchaus vergleichbar. Wer mit einem kleinen Tunnel nicht klar kommt, braucht ja nicht reingehen. Und wer größer als 2 m ist, muss halt den Kopf einziehen, das ist in vielen anderen Situationen genauso und bei einem Tunnel sogar mit vorheriger Höhenkontrolle ABGESICHERT. Ein Tunnel plus höhengleicher Übergang im Notfall ist auch ideal, es sei denn man will irgendwelche Paragraphen reiten und nur alles verhindern, was nicht der Norm entspricht.
Ich muss dazu sagen, dass ich die Regularien nicht kenne. Trotzdem wäre ich mir nicht sicher, inwieweit ein so enger Zugang zulässig wäre, wenn sich die grundlegende Nutzung des Geländes ändert.
Ich werde morgen mal versuchen, die aktuelle Situation aus dem Zug zu fotografieren.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
Moin!

Ich habe heute aus dem RE aus Hamburg ein paar Bilder von der aktuellen Situation gemacht.

Der LEU-Schuppen wurde komplett abgerissen und dort ist nun eine freie Fläche. Die Gleise sind noch zu erkennen.
Moin!

Aus dem RE von Hamburg habe ich heute versucht ein paar Bilder zu machen.
Der LEU-Schuppen wurde abgerissen, dort ist nun eine freie Fläche.
IMG_20210219_161936.jpg

Daran angrenzend folgt die noch genutzte Tankstelle. Früher waren die Zapfsäulen auf der dem Hauptbahnhof zugewandten Seite des großen Schuppens angeordnet.
IMG_20210219_161943.jpg

Nun kommt der große Rechteckschuppen inklusive des später angebauten Großtauschs. Im Vordergrund ist die Rampe zum Personaltunnel zu erkennen.
IMG_20210219_161954.jpg

Hier kann man die Position des Tunnels erahnen - dort, wo die Verstärkung zwischen den Gleisen angeordnet sind.
IMG_20210219_161957.jpg

Das Bild von der dem Hauptbahnhof zugewandten Front ist leider nichts geworden.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
Hallo,


vielen Dank für das Zeigen der aktuellen Aufnahmen der noch vorhandenen und nicht mehr existenten baulichen Anlagen des früheren Bw Lübeck, die dem Beitrag eine fast schon dramatische Form verleihen und bei mir noch einmal einige Gedanken ausgelöst haben.

Aufgrund der Antwort des Lübecker Denkmalamtes komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass da ein Missverständnis vorliegen muss. Die Behörde geht in ihrem Schreiben ausschließlich auf den „LEU-Schuppen“ ein, den ich nicht meinte. Dieser wurde vermutlich tatsächlich im letzten Monat (?) abgerissen, wie mir die Institution mitteilte.

Gab es überhaupt einen „LEU-Schuppen“? In der Publikation „Heimat für Lokomotiven – Bahnbetriebswerke der BD Hamburg“ (Hamburg 1985) von Ulf Heitmann existierte neben der Lübeck-Büchner Eisenbahn (LBE) nur noch die Eutin-Lübecker Eisenbahn, die mit ELE abgekürzt wird.

Von einem „LEU-Schuppen“ ist sonderbarerweise auch auf Wikipedia „Bw Lübeck“ [de.wikipedia.org] die Rede. Dieses Gebäude wurde wahrscheinlich wegen einer projektierten Neubausiedlung abgerissen. Falls das zutreffen sollte, bin ich schon etwas erstaunt darüber, dass in diesem Fall das angerenzende Bahngelände gar kein Problem mehr darstellt.

Mich würde interessieren, weswegen der „Verein Historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck“ sein Domizil im Jahre 2019 räumen musste? Was hat die Deutsche Bahn mit dem Gelände vor, welchem Projekt wird die sechsgleisige, anscheinend noch recht gut erhaltene „LBE-Lokhalle“ weichen? Ist ihr Abriss in nächster Zeit überhaupt vorgesehen?



Viele Grüße,

Marc


IMG_6684 - Kopie.JPG


P. S. Das Eisenbahn-Journal-Sonderheft (2016) "Schleswig-Holstein - Eisenbahn zwischen den Meeren" von Udo Kandler zeigt auf Seite 33 eine hervorragende Panorama-Aufnahme von 1966, das einen tollen Überblick über die früheren Anlagen des Bw Lübeck wiedergibt.

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.02.21 11:47.

Re: kleine Lübecker Schuppenkunde

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 20.02.21 12:57

Moin!

Es gab dort früher drei Lokschuppen.

1) der LEU-Schuppen. Dies dürfte der älteste Schuppen gewesen sein. Er wurde von der ELE erbaut und vor kurzem abgerissen. Die Lage war zwischen den Hamburger Streckengleisen.

2) der LBE-Rechteckschuppen. Dieser Schuppen wurde bis zum Ende des Bw Lübeck von der DB genutzt, aktuell werden lediglich die Außengleise von der DB genutzt. An diesen Schuppen wurde in den 70er oder 80er Jahren noch der Großrausch angebaut. Drei Gleise durchqueren den Schuppen komplett.
Auch dieser Schuppen liegt zwischen den Hamburger Streckengleisen.

3) der LBE-Rundschuppen. Der Ringlokschuppen lag zwischen dem Güterbahnhof und den Streckengleisen von/nach Bad Kleinen, Lüneburg und Hamburg. Er wurde vergangenes Jahr (?) abgerissen, da auf dem Gelände des Gbf ein neues Wohnviertel entsteht, dem auch einige Gebäude des ehem. Gbf weichen müssen. Der Ringlokschuppen ist schon seit mehreren Jahrzehnten ohne Gleisanschluss gewesen und wurde zuletzt als Lager für das Bw Lübeck genutzt. Der alte Wasserturm steht noch und soll erhalten bleiben.

Der Verein Historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck residierte zunächst im LEU-Schuppen und später im großen Rechteckschuppen. Was die DB dort plant, weiß ich nicht. Meine Theorie war, dass auf der Fläche beider Rechteckschuppen die neue Werkstatt für die Flirt-ET des Netz Ost entstehen könnte.
Ob die ursprünglich für Lübeck angedachte Werkstatt aber wirklich kommt, weiß ich nicht.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
Hallo,


hinsichtlich der noch existenten Rechteckhalle in Lübeck, erhielt ich von der dafür zuständigen Behörde jetzt die gute Nachricht, dass das Gebäude noch von der Deutschen Bahn für Wartungsarbeiten genutzt werde und ein Abriss der baulichen Anlage weder bevor stünde, noch beabsichtigt sei.

Aufgrund der angeblich weiterhin bestehenden betrieblichen Nutzung der Lokhalle konnte der „Verein Historische Eisenbahnfahrzeuge Lübeck“ vermutlich seine Fahrzeuge dort nicht unterstellen und musste wohlgedrungen im Jahre 2019 mit seiner Sammlung nach Neumünster umziehen. Aus Neumünster soll auch das hervorragende 1:10-Modell des in den 1930er Jahren revolutionären Doppelstockzuges der L.B.E. des Deutschen Technikmuseums (siehe Magazin Deutsches Technikmuseum Berlin, Ausgabe 05/12) stammen.

Etwas irritiert hat mich in diesem Zusammenhang die Angabe zu einem Bild in der vorläufig letzten Ausgabe des Magazins BAHNEpoche auf Seite 19. Zu sehen ist dort die besagte Rechteckhalle im Jahre 1982. Im Bildtext ist zu lesen, dass dort die Triebfahrzeugunterhaltung im Jahre 2010 aufgegeben worden sei und seitdem das Bauwerk verfalle.



Viele Grüße,

Marc


IMG_6684 - Kopie.JPG

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.


EP 5 schrieb:
Hallo,
...
Etwas irritiert hat mich in diesem Zusammenhang die Angabe zu einem Bild in der vorläufig letzten Ausgabe des Magazins BAHNEpoche auf Seite 19. Zu sehen ist dort die besagte Rechteckhalle im Jahre 1982. Im Bildtext ist zu lesen, dass dort die Triebfahrzeugunterhaltung im Jahre 2010 aufgegeben worden sei und seitdem das Bauwerk verfalle.

Viele Grüße,

Marc
Moin!

Das Bw Lübeck wurde 2010 geschlossen und die Instandhaltung von Triebfahrzeugen nach Kiel konzentriert. Soweit stimmt die Aussage.
In wieweit DB Regio den Schuppen seitdem noch genutzt hat, kann ich nicht sagen. Vielleicht zur wettergeschützten Abstellung von Triebfahrzeugen?

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.02.21 17:31.
IMG_7360.JPG

"Hier in Berlin kamen wir uns immer fast wie Gefangene vor... Wie groß war daher unsere Freude, wenn es im Frühling nach Potsdam ging."

Wilhelm II.


Re: Halle leer? Ja, jetzt mit drei Bildern

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 21.02.21 19:06

Moin!

Am Samstag war ich mal am ehemaligen Bw. Da die Rampe zum Tunnel mit Bauaggregaten verstellt war, konnte ich leider keine Maße nehmen.
Die Halle war, soweit es von außen ersichtlich ist, komplett leer. Durch den Tunnel lief eine Schlauchleitung.
Einmal die Seitenansicht des Schuppens, das Schild "Bw Lübeck" wurde scheinbar irgendwann abgebaut:
IMG_4322.JPG

Neben der ehemaligen Tankstelle standen zwei SKL und 218 473 von DB Regio.
IMG_4320.JPG

Und hier noch ein Blick in die andere Richtung auf den Standort des ehemaligen Ringlokschuppens. Das Gelände hier wird mit einem Wohnviertel überbaut. Erhalten bleiben wohl die aktuell auch noch stehenden Hallenkomplexe des Güterbahnhofs. Die deutlich neuere Stückguthalle (aus den 70ern?) wurde schon vor einiger Zeit ebenfalls abgerissen.
IMG_4323.JPG

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.02.21 09:11.

Re: Halle leer? Ja, jetzt mit drei Bildern

geschrieben von: 215 122-3

Datum: 22.02.21 17:38

Die SKL könnten ein Indiz dafür sein, das DB Netz die Lokhalle zumindest mitnutzt. Weil Lübeck ja inzwischen an das E-Netz angeschlossen ist, wäre auch mindestens eine Flk oder gleich Flm im Bw Lübeck denkbar.

Re: Halle leer? Ja, jetzt mit drei Bildern

geschrieben von: Sebastian Berlin

Datum: 22.02.21 18:39

Moin!
Das sind jedoch keine DB-Fahrzeuge.
Eine Nutzung durch DB Netz halte ich für eher unwahrscheinlich. Baumaterial wird in der Regel an der Meier-Brücke (bei Google St.Lorenz-Brücke) gelagert bzw. an den Gleisen in Richtung Laderampe. An der Straße "Am Güterbahnhof" wachsen auch alte Lichtsignale immer weiter ein, die dort irgendwann abgelegt wurden.

Grüße aus dem Nordwesten
Sebastian
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