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Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 13.02.21 13:22

Mein Vater war der Meinung das man heißes Wasser nicht per Strahlpumpe in den Kessel bringt. Ist das richtig? Eine Kaffeemaschine funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und der ist es egal wie warm oder kalt das Wasser das ich in sie schütten ist.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Bergmensch

Datum: 13.02.21 13:36

Pumpen kannst du es, nur nicht ansaugen.

Gruß von ganz oben der Bergmensch.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 13.02.21 14:20

Eine Dampfstrahlpumpe und eine Kaffeemaschine funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien. Ein Vergleich verbietet sich da von selbst.

Da die herkömmliche saugende Dampfstrahlpumpe zum Zuschlagen des Schlabberventils auf eine kondensationsbedingte Volumenverkleinerung der aufeinandertreffenden Medien Dampf und Wasser in der Schlabberkammer angewiesen ist, bedarf es eines möglichst großen Abkühlungseffektes durch das angesaugte Wasser.

Ist das Wasser jedoch zu warm, dann tritt dieser Effekt nicht ein und das heiße Wasser-Dampf-Gemisch wird zum Schlabberventil hinausgedrückt.
Oder das zu warme Wasser verdampft gar bereits beim Ansaugen durch den Unterdruck. Die Strahlpumpe kann also erst gar kein Wasser ansaugen.

Bei einer Kaffeemaschine hingegen läuft das Wasser durch Schwerkraft über ein Kugelventil zum Heizelement. Dort wird ein kleiner Teil des Wassers in Dampf verwandelt, wobei der Druck im Rohr des Heizelementes plötzlich stark steigt und das Kugelventil geschlossen wird. Jetzt kann der Druck nur noch das erhitzte Wasser nach oben in den Auslauf über dem Kaffeefilter drücken, von wo es sich über das Kaffeepulver ergießt.
Läßt dadurch der Druck im Rohr des Heizelementes nach, öffnet das Kugelventil wieder und erneut strömt kaltes Wasser durch Schwerkraft ins Heizelement, wo das Spiel erneut beginnt.
Im Übrigen sollte man auch kein heißes Wasser in den Tank der Kaffeemaschine füllen, da sonst das Verhältnis vom verdampften zum geförderten Wasser nicht mehr stimmt.

Mal was aus der Praxis

geschrieben von: salix

Datum: 14.02.21 16:59

Zitat : ..,das zu warme Wasser verdampft gar bereits beim Ansaugen durch den Unterdruck. Die Strahlpumpe kann also erst gar kein Wasser ansaugen.

Eine mit Wasser angetriebene Strahlpumpe erzeugt unter idealen Bedingungen ein Vakuum von ca. 20 mm Quecksilbersäule. Damit kann man Wasser über ca. 10 m Höhe ansaugen. Welches Vakuum eine Dampfstrahlpumpe erzeugt, kann ich nicht direkt beantworten, aber es reicht um Wasser ca 3 - 4 m anzusaugen. Das entspricht in etwa der Montagehöhe der Strahlpumpe in einer preußischen Lok. Bei üblichen Wassertemperaturen arbeiten diese Pumpen problemlos. Sobald aber das Tenderwasser 35 °C erreicht ist Schluß damit. Die Einheitsloks haben deshalb die Strahlpumpe auch auf Fensterhöhe. 35 °C ist nicht heiß, das ist handwarm. Aber da versagen schon die hoch montierten Strahlpumpen.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: 50 3604-1

Datum: 14.02.21 23:36

Jupp, das man als Lokführer sich neuerdings mit der Wirkungsweiße von Kaffeemaschinen auskennen muß ist mir zwar neu. Aber deine Erklärung ist wirklich lesenswert.
Und es erklärt warum die Lokführer für nen Kaffee immer ins Stellwerk kommen.. eure Pumpen sind zum Kaffeekochen einfach nicht zu gebrauchen.. ;-)

Gruß André

http://www.krawalowa.de/DSO/sig/5036041sig2.png

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 15.02.21 01:40

salix schrieb:
Eine mit Wasser angetriebene Strahlpumpe erzeugt unter idealen Bedingungen ein Vakuum von ca. 20 mm Quecksilbersäule. Damit kann man Wasser über ca. 10 m Höhe ansaugen. Welches Vakuum eine Dampfstrahlpumpe erzeugt, kann ich nicht direkt beantworten, aber es reicht um Wasser ca 3 - 4 m anzusaugen. Das entspricht in etwa der Montagehöhe der Strahlpumpe in einer preußischen Lok. Bei üblichen Wassertemperaturen arbeiten diese Pumpen problemlos. Sobald aber das Tenderwasser 35 °C erreicht ist Schluß damit. Die Einheitsloks haben deshalb die Strahlpumpe auch auf Fensterhöhe. 35 °C ist nicht heiß, das ist handwarm. Aber da versagen schon die hoch montierten Strahlpumpen.
Ich glaub da sind die Einheiten ein wenig davon galoppiert. Also nur nur grob:
Sind 20mmHg nur ~0,27m Wassersäule... sprich du könntes Wasser nur 27cm ansaugen. (Temperatur vom Tenderwasser mit 35°C und Dampfdruckkurve von Wasser jetzt einmal ignoriert!)
10m Ansaughöhe wäre ~ "Normalvakuum" dass bringt unter normalen Umständen nicht einmal ein Luftsauger für die Vakuumbremse her... den das wären 76cmHg!
20cmHg wären ~2,7m Wassersäule... klingt als "gemessener Unterdruck beim Betrieb eines Injektors" kurz vorm Injektor plausibel.

MFG

PS.: Unabhängig von der Ansaughöhe.
Wäre es mal interessant durchzurechnen bei welcher Temperatur und Gegendruck auch nicht saugende Injektoren rein rechnerisch physikalisch versagen.
Ich hatte aber noch nie die Muse dazu es durch zu exerzieren.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 14:38.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 15.02.21 04:11

50 3604-1 schrieb:
Jupp, das man als Lokführer sich neuerdings mit der Wirkungsweiße von Kaffeemaschinen auskennen muß ist mir zwar neu. Aber deine Erklärung ist wirklich lesenswert.
Und es erklärt warum die Lokführer für nen Kaffee immer ins Stellwerk kommen.. eure Pumpen sind zum Kaffeekochen einfach nicht zu gebrauchen.. ;-)

Gruß André

*lach* Ja, da sagst Du was...
Klar, man muß sich damit nicht auskennen. Außer man macht, so wie ich, die "HU" an seiner Kaffemaschine selbst und beschäftigt sich nebenbei noch mit der Reparatur von so ziemlich allem, was einem an defekter Technik in die Finger kommt.
Ob Waschmaschinen, HiFi-Technik, Computertechnik, Heizungssteuerung, Autos, Handmixer, Mikrowellen und noch vieles mehr - überall hatte ich schon meine Pfoten drin. Bei mir wird der Lötkolben selten kalt. Ich habe auch schon Ersatzteile, die es nicht mehr gibt, aus einem Stück gefeilt. Und überall wird bloß "mit Wasser gekocht".
Erstens lebe ich noch, zweitens ist unsere Bude noch nicht abgebrannt und drittens funktionieren die von mir reparierten Sachen heute noch. So eine frühere, handwerklich solide Raw-Ausbildung mit Abi hat als Basis schon allerlei für sich...

Was ich unter den Kollegen schon an Talenten kennengelernt habe, ist unglaublich. Einer z.B. spielt mit anderen zusammen meisterlich Waldhorn und wird damit auch karitativ tätig. Ein anderer ist ein Schach-Genie und trainiert in seiner Freizeit den Nachwuchs. Wieder andere schreiben Bücher, sind richtig erfolgreiche Sportskanonen oder studier(t)en nebenher. Noch andere haben nebenher eine eigene kleine Firma, sind oder waren im Vorstand von Vereinen mit tlw. mehreren 100.000,- € Umsatz im Jahr tätig, engagieren sich ehrenamtlich in Kirchen, Verbänden, bei der Feuerwehr, dem THW oder als Richter...

Aber das ist ja in anderen Berufen oft ebenso...

Ansaughöhe

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 15.02.21 05:11

Hallo zusammen,

aus dem Gartenbau weiss ich dass da in der Regel bei 8 Meter Schluss ist.

Gruß
Horst

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: salix

Datum: 15.02.21 11:32

Bei mir ist nichts durcheinander geraten, aber vielleicht in deiner Interpretation von Druck und Unterdruck.

Wie ich schon schrieb, Beobachtungen aus der Praxis. Das einzige, was ich korrigiere, ist eine Satzstellung, da sie mißverständlich ist.

Damit kann man Wasser über ca. 10 m Höhe ansaugen. Soll heißen Damit kann man Wasser etwa 10 m hoch ansaugen. Diese Aussage hat Horst bestätigt und gleichzeitig präzisiert er spricht von 8 Metern.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: salix

Datum: 15.02.21 11:35

Könnte es sein, daß der Kollege Baßposaune spielt?

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 15.02.21 11:42

Diese 8 Meter sind in der Gebrauchsanweisung meiner Saugpumpe angeben. Sicherlich dürfe es auch etwas mehr sein, jedenfalls um 10 Meter zu erreichen muss man auf Meereshöhe sein. Soviel weiss ich noch aus der Schulzeit. Wie ist es dann wenn man unter dem Meeresspiegel sich befindet? Da könnten ein paar cm noch drin sein - theoretisch zumindest.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.21 11:43.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Christoph Zimmermann

Datum: 15.02.21 12:55

Heizer Jupp schrieb:
Eine Dampfstrahlpumpe und eine Kaffeemaschine funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien. Ein Vergleich verbietet sich da von selbst.
Ja, eine normale Kaffeemaschine. Meine hat neben den von dir beschriebenen Einrichtungen auch noch einen Milchaufschäumer. Und dieser müsste von der Funktion her eine Dampfstrahlpumpe sein.

Grüße

-chriz

--
Rückfragen ersparst du dir oft viel, nennst du sofort dein Reiseziel.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 15.02.21 15:47

salix schrieb:
Könnte es sein, daß der Kollege Baßposaune spielt?

Auch so einen habe ich in meiner "Raupensammlung"... ;-)

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 15.02.21 15:52

Christoph Zimmermann schrieb:
Heizer Jupp schrieb:
Eine Dampfstrahlpumpe und eine Kaffeemaschine funktionieren nach völlig unterschiedlichen Prinzipien. Ein Vergleich verbietet sich da von selbst.
Ja, eine normale Kaffeemaschine. Meine hat neben den von dir beschriebenen Einrichtungen auch noch einen Milchaufschäumer. Und dieser müsste von der Funktion her eine Dampfstrahlpumpe sein.

Naja, das könn'wer gerade so gelten lassen... ;-)
Wobei das Wesen der herkömmlichen, mit Frischdampf betriebenen Dampfstrahlpumpe im eisenbahntechnischen Sinne im Gegensatz zum Milchaufschäumer ja darin besteht, ein kleines Wunder zu bewirken: Mit Druck aus dem Kessel denselben Druck zu überwinden und dabei auch noch Wasser zu fördern.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 15.02.21 18:34

Heizer Jupp schrieb:
Ist das Wasser jedoch zu warm, dann tritt dieser Effekt nicht ein und das heiße Wasser-Dampf-Gemisch wird zum Schlabberventil hinausgedrückt.
Ich meine mich zu erinnern, dass wir da im Hochsommer schon mal Probleme hatten und ich größere Mengen Wasser aus dem Schlabberrohr ausgespuckt habe weil die Pumpe nicht richtig saugen wollte. Wenn der Tender stundenlang durch die Sonne fährt, wärmt er sich schön auf.

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 16.02.21 01:26

Markus Heesch schrieb:
Wenn der Tender stundenlang durch die Sonne fährt, wärmt er sich schön auf.
Nachteil der schwarzen Farbe 😐.

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: 707

Datum: 16.02.21 16:42

salix, der Kollege hat schon recht. 20mm (=2cm) Quecksilbersäule reichen weder für 10m noch für 8m Wassersäule. Egal, ob angesaugt oder hochgedrückt.

Mache es dir so klar: Das spezifische Gewicht von Quecksilber ist ungefähr 13,5 g/cm³, das von Wasser 1 g/cm³. Entsprechend kannst du mit 2cm Quecksilbersäule Wasser um 13,5 * 2cm = 27 cm anheben.

-707

Re: Heißes Wasser kann man nicht pumpen?

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 16.02.21 18:42

Danke für die Aufklärung.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 16.02.21 21:30

salix schrieb:
Bei mir ist nichts durcheinander geraten, aber vielleicht in deiner Interpretation von Druck und Unterdruck.
Ich glaube schon.
Wie auch 707 richtig dargestellt hat.
Deinen Annahmen müssten auf 20cmHg basieren und nicht 20mmHg.

Zum Thema Meereshöhe:
Die Meereshöhe kann man vernachlässigen weil im System (Bis zum Injektor) kein Atmosphärischer Druck sondern Unterdruck herrscht. Es beeinflusst die Wärme des Wassers jedoch die maximal ansaugbare Höhe.
Bei den angenommenen 35° ist das jedoch nicht viel und kann man praktisch vernachlässigen. (steigt jedoch exponentiell, ich habe nur eine ganz schlechte Tabelle für die Dampfdruckkurve zur Hand da sich meine Bibliothek auf zwei Wohnsitze verteilt , nachdem müsste Wasser mit 35°C bei 0.06 ata verdampfen, bitte selber in einem besseren Mollier-Diagram oder einer Dampfdrucktabelle nachsehen)
Bei den Temperaturen wo der sinkende Dampfdruck des Wassers im Bezug auf die Ansaughöhe tragend werden würde, funktioniert jedoch das System "Injektor" nicht mehr. (man braucht 4m Wassersäule zum ansaugen... bei dem Unterdruck wird Wasser ab ca 85°C gasförmig)
Nicht Saugende Injektoren funktionieren bei zu warmen Wasser auch nicht, was jedoch andere physikalische Gründe hat.

Wie sich jedoch das verdünnen der Luft mit einem zu heißen Injektor theoretisch gestaltet hab ich noch nicht theoretisch durchdacht...
Man müsste also mit einem funktionieren saugenden Injektor (entkalkt und die Düsen so wie sie vom Hersteller gedacht waren und nicht überhitzt durch Fehlbedienung) eigentlich Wasser bis zu der Temperatur ansaugen können wo auch ein nicht saugender Injektor versagt.
Das heißt er würde ansaugen aber dann abschlagen. (Das Phänomen gibts, kenne ich in der Praxis...)

Bei welcher Temperatur das System Injektor theoretisch versagt (saugend wie nicht saugend) weis ich nicht und habe ich, wie gesagt, noch nie durchexerziert.
Praktisch ist wird es auch bei nicht saugenden Injektoren bei 40°C-45°C kritisch das man sie noch zum laufen kriegt.

MFG

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: salix

Datum: 17.02.21 02:02

O ihr klugen und weisen Leut. Was bedeutet ein Unterdruck von 20 mm = 2 cm Quecksilbersäiule?

Dann will ich es euch mal erklären Herr Torricelli hatte mal ermittelt, das der normale Luftdruck 760 mm beträgt. Nebenbei gesagt ich weiß auch, daß man das heute in Hektopascal angibt. Nur damit ihr nicht erneut meckert. Zurück zum Thema. 760 mm wird durch den Luftdruck diese Säule hochgedrückt. Welcher Druck herrsch nun wenn die Quecksilbersäule nur 20 mm hoch gedrückt wird? Mit ner simplen Dreisatzrechnung kommt ihr drauf. Das sind nur noch 2,6 % des normalen Drucks und ein 97,4 %iges Vakuum läßt eine Wassersäule ca. 8 m steigen. Und jetzt ist Schluß, sonst ist Schluß mit Lustig und ich fahre euch vor die Wand.

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 18.02.21 11:51

salix schrieb:
O ihr klugen und weisen Leut. Was bedeutet ein Unterdruck von 20 mm = 2 cm Quecksilbersäiule?

...ein 97,4 %iges Vakuum läßt eine Wassersäule ca. 8 m steigen.
Muss hier nachträglich noch was einfügen:
Weil es mir spanisch vorkommt... nach meiner Logik wären deine 2cmHg, meine 74cmHg...
760Torr sind 10,33mWS... heißt deine 2cmHg/20mmHg/20Torr sind 10,06m Wassersäule... und nicht 8m!

Gerundet sind für mich 10m Wassersäule "~100% Vakuum"
also hätte ich gesagt das man 80% Vakuum braucht um Wasser 8m steigen zu lassen...
Wenn 97,4% Vakuum 8m Wassersäule sind, wären 100% 8,2m Wassersäule und das stimmt nicht!
Genau ist ein mWS mit 73,556 Torr definiert.
8 mWs sind also 588,4 Torr was jedoch meiner Rundung, den 80% von 760Torr sind 608Torr, trotzdem Nahe kommt.

Irgendwo ist da unabhängig vom folgenden bei deiner Annahme der Hund drinnen, auch wenn du Null als absolutes Vakuum definierst!



Ok dann hast du recht wie du es geschrieben hast.


ABER:

Dann sind auf ALLEN (wirklich ALLEN!!!) Dampfloks mit Vakuumbremse Manometer montiert die falsche Angaben machen bzw. verkehrt sind!
Und ebenso Schmalspurkloks, Tramways, Dampfschiffen mit Kondensator und in alten Wärmekraftwerken. Grade bei Kondensatoren in Kraftwerken gab es oft die Angabe mmHG bis vor ein paar Jahren alles auf Pascal oder bar umgestellt wurde. Aus dem Bereich komme ich ursprünglich und gerade da gabs an Manometern fast alles an Einheiten welche man sich vorstellen konnte, bis man sich vor einigen Jahren einig wurde alles auf die neue Norm umzustellen oder die Kraftwerke generell stilllegte. -atü, ata, atu, -bar, -kp/cm², mmHg, cmHg, cm/WS, -hPa, etc. Die verrückteste Einheit die mir untergekommen ist waren "kilo Pond absolut" kpa/cm²

Die Manometer welche ich kenne und bei "normal-Vakuum" also "100% Vakuum" mit 0 starteten hatten die Einheit ata und eben kpa/cm². Ich habe jetzt auch keine Bilder zur Hand oder Bücher wo solche Manometer abgebildet sind.
Ich kenne leider kein Manometer mit mmHg welches bei absoluten Vakuum mit 0 beginnt und bei Atmosphärischen Druck mit 760 endet.
Wenn die Definition so stimmt wie du es dargelegt hast, und ich es jetzt nachgelesen habe, dass 1atm= 760mm Quecksilber sind, müsste es genau so wie bei den Atmosphären (ata, atü, atu) eine Unterteilung in Absolut, Überdruck und Unterdruck geben.
Und eigentlich müssten dann die Manometer mit cmHg und mmHg wenigstens negative Vorzeichen haben, habe ich aber auch noch nie gesehen.
Also sind alle alten Manometer falsch?
Für mich war klar dass, wenn man von Unterdruck, Vakuum spricht, oder die Messinstrumente eindeutig beschriftet sind das es sich um Unterdruck handelt, der abgelesene Wert mit einem negativen Vorzeichen zu verstehen ist. Negativ von 0 weg. Was anderes habe ich an noch keinem technischen Artefakt gesehen. Nicht einmal bei Melkmaschinen oder in Labor-Ausrüstungen etc.
Ich konnte jetzt auch NICHTS finden dass Null Torr mit absolutem Vakuum definiert ist!

Vielleicht kann jemand bessere Bilder nachliefern den ich kann nur mit diesem scheußlichen dienen, auf die Idee das ich so etwas fotografiere bin ich leider nie gekommen.


v2.PNG

Hier noch welche im Netz:

[cache.willhaben.at]

[www.menzels-lokschuppen.de]


PS.:
auf all diesen Manometern beruhte meine Annahme dass du dich verschrieben hast und statt 20mmHg, 20cmHg schreiben wolltest. Der wie gesagt dem statischen gemessenen Ansaugdruck eines Injektor schon nahe kommen dürfte.

PPS.:
Dann sind auch ALLE Angaben zum Rauchkammervakuum in ALLEN Publikationen FALSCH.
Denn auch wenn die in mmWS angegeben sind folgen sie der selben Logik wie die Manometer mit cmHg.
Publikationen zu Vakuumbremse habe ich leider keine, aber die wären dann wahrscheinlich auch falsch.

PPPS.:
Zumindest stehe ich dann mit meiner falschen Annahme von Unterdruck in einer Reihe mit den "O klugen und weisen Leuten"
Giesl-Gielingen, Porta, Chapelon etc.
Damit kann ich leben.... ;-)



salix schrieb:
Zitat:
Und jetzt ist Schluß, sonst ist Schluß mit Lustig und ich fahre euch vor die Wand.

ICH BITTE DARUM

Denn ich bin IMMER bereit etwas zu lernen!!




11-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 13:57.

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 18.02.21 14:09

Ich denke, daß man sich bei allen Bezeichnungen von Druck und Unterdruck erst einmal einigen muß, wo denn der "Startpunkt" der Berechnungen ist.

Leider machen manche den Fehler und behandeln Drücke ähnlich wie Temperaturen.
Und wie bei den willkürlich auf die Gefrier- (und Siede)temperatur von Wasser ausgelegte Celsius-Gradskala beziehen sie sich bei Druck- und Unterdruckangaben auf den ständig vorhandenen atmosphärischen Luftdruck als Fußpunkt. Genau das ist der Fehler und sorgt schon für die ersten Verwirrungen.
20mm Wassersäule bei "salix" meint hier eben nicht 0,002 bar "Sog" - also Verminderung des normalen Luftdruckes! Damit könnte man in der Tat beim Wasserpumpen nichts ausrichten.
Vielmehr ist hier ein absoluter Druck gemeint. Und dieser kommt dem perfekten Vakuum schon sehr nahe...

Re: Mal was aus der Praxis

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 18.02.21 15:11

Heizer Jupp schrieb:
20mm Wassersäule bei "salix"
Falsch er schreibt von 20mm Quecksilber-Säule welche Wasser 8m steigen lässt.

Aber nachdem salix mich (uns) vor die Wand fahren will, will ich es jetzt schon genau wissen wie er es gemeint hat.
Kann ja sein dass ich mich wirklich täusche. Ist mir schon öfter passiert.
Genau genommen bin ich ja mittlerweile nur mehr ein "Künstler" der die Grundrechnungsarten und das Lesen beherrscht und sich zum Spaß manchmal noch mit "toter Technik" beschäftigt.
Aber derzeit kann ich seine Zahlen, und seine Aussage mit "vor die Wand fahren" nicht im geringsten nachvollziehen.
Ich wollte nur dargestellten wie ich zu meinen Zahlen gekommen bin und das ich die Annahme eines Nullpunktes bei "100% Vakuum" weder aus der Praxis kenne noch praktisch finde.
Denn Vakuum zu definieren ist auch nicht soo einfach....

Aber eigentlich ist es mir egal.... wollte es nur für Mitleser verständlicher machen.
Die Zeit hätte ich mir sparen können.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 15:29.

Meine letzte Wortmeldung.

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 18.02.21 16:26

Eines möchte ich jetzt noch sagen bevor ich dieses Forum verlasse, was ich schon 2009 mit der Niederlegung meiner Aktivitäten bei einem Eisenbahnverein machen hätte sollen.

Der Ton und die Art mit welchem in dieser ganzen "Eisenbahn-Freunde-Community" untereinander kommuniziert wird ist meiner Meinung nach unter jeder Sau!
Hauptsächlich sind es Egomanen die bei der geringste technischen, fachlichen Diskussion persönlich werden und komplett Amok laufen statt sich in einem fachlichen Diskurs auszutauschen.
Die meisten Vereine reden nicht untereinander, sind zerstritten oder sich gegenseitig etwas neidig.
Ganz zu schweigen von den Zuständen IN den meisten Vereinen!
Das man gemeinsam etwas voran bringt, gemeinsam an der Lösung der Probleme arbeitet die zukünftig in ganz Europa auf einen Betreiber von Dampfloks zukommen werden gibt es nicht!
Jeder igelt sich in seinem gar nicht so prächtigem kleinem Kleinod ein.
Und dass schlimmste ist wenn man selber aktiv an so einem Schrotthaufen arbeitet und dazu Informationen braucht.
Da wird alles im Kämmerlein gehortet. Bilder, Pläne, Dokumentationen. Wenn man irgendwie darauf Zugriff haben möchte muss man den Egos schmeicheln sie umwerben und bis zum Anschlag in den @#$%& kriechen.
Nicht einmal Kopien von den Originaldokumenten werden rausgerückt!
Wenn das ganze Projekt dann vor einem Abschluss steht, oder abgeschlossen ist, kommen dann aus allen Ecken und Winkeln "Eisenbahnfreunde" und zeigen einem ihre "ach so prächtigen Sammelscheiß" oder ziehen in diversen Foren (nicht nur hier) darüber her was alles falsch gemacht wurde.
Ohne diejenigen vorher mit ihrem Material unterstützt zu haben geschweige den sich selber die Hände schmutzig gemacht zu haben.

Ich habe viel zu viel Zeit mit dieser Thematik unter solchen Umständen vergeudet, und ich werde das jetzt endgültig beenden.
Zwar bin ich froh in meinen jungen Jahren, zur Jahrtausendwende, noch eine kurze Zeit mit kompetenten und netten Kollegen aktiv Dampfloks zu betrieben und aufgearbeitet zu haben.
Und das auf einem glaub ich gutem Niveau, aber diese Zeiten sind vorbei. Und wenn ich mir die Entwicklungen bei den Vereinen, Gesetzen und Schienen-Infrastruktur-Betrieben anschau, kommt das auch so nicht mehr.

Es bringt mir keine Freude mehr. Ich habe die letzten Jahre hier keine Diskussion verfolgt welche mich bereichert hätte.
Selbst mein berufliches Umfeld in welchen ich mich jetzt befinde bereitet mir viel mehr Freude und interessantere Diskussionen.
Und dafür vergeude ich viel zu viel Zeit in diesem Medium.

Um es mit Marie Kondo zu sagen, muss ich mich jetzt nach fast 14 Jahren fragen: "Does it spark joy?"

Ähmm....

Adieu!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.21 16:28.

Ich geb's auf

geschrieben von: salix

Datum: 18.02.21 16:34

Wie heißt es bei Schller? "Mit Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens!"