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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Bahnwärter D.

Datum: 12.02.21 14:10

Hallo zusammen,

als in Karlsruhe gebürtiger Badener mit familiären Bezug zur Baseler Gegend fand ich vor einiger Zeit in den Kleinanzeigen eine badische Länderbahn-Dampfpfeife. Der Großvater des Verkäufers, ein gewisser Franz Suhm, geb 25.03.1888, hatte die Pfeife 1906 während seiner Ausbildung zum Lokomotivführer als Gesellenstück in der Werkstatt der Großherzoglich Badischen Staatsbahn in Basel angefertigt. Mit dabei war eine Erinnerungsplakette zum späteren 25 jährigen Dienstjubiläum als Lokführer, gewidmet am 21.01.1935, von der Fachschaftsgruppe Lokomotivführer im RDB.

https://up.picr.de/40531483rx.jpg

Die Pfeife wurde in den 1980er-Jahren vom Sohn des Lokführers restauriert, auf Hochglanz poliert und teilweise verchromt und unter dem Dach des elterlichen Hauses angebracht um damit z.B. an Sylvester das neue Jahr anzupfeifen. Ansonsten wurde sie durch einen extra angefertigten Stoffsack geschützt. Der Enkel des Erbauers hatte nun kein Interesse mehr daran. Ich wollte sie nun an Sylvester auch mit Druckluft in Betrieb nehmen. Leider war aber der Druckluftanschluß nicht mehr vorhanden und das Anschlußgewinde scheint ein altes Zollgewinde zu sein.

https://up.picr.de/40531513hl.jpg

Eine Gewindekappe aus dem Sanitärbedarf passte nicht ganz und lässt sich nur eine halbe Umdrehung auf das etwas gröbere Pfeifengewinde schrauben und ist dadurch nicht dicht zu bekommen.
Der Gewinde-Außendurchmesser der Pfeife ist 34,1 mm, Kerndurchmesser 32,6 mm, für die Steigung passt am besten eine Whitworth 55°-Lehre mit 10 G 3/4 oder metrisch 2,5 mm. Es könnte vielleicht ein W 36 x 1/10" LON-Gewinde sein, wobei ich nicht weiß, ob diese 1906 schon gebräuchlich waren. Hat jemand eine Ahnung und weiß wo man eine passende Anschluß- oder Dichtkappe bekommen kann, an dem ich einen Druckluftnippel befestigen kann? Ich erinnere mich, dass in der VDMT-Such- und Angebotsliste vor Jahren mal jemand Neuanfertigungen von Bauteilen mit LON-Gewinde angeboten hat, finde aber den Eintrag nicht mehr.

Viele Grüße
Joachim

Re:Bitte löschen (o.w.T)

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 12.02.21 14:27

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.02.21 14:29.

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Armaturenschlosser

Datum: 12.02.21 17:14

Guten Tag,
Gewinde mit metrischen Durchmessern und Flankenwinkel 55° - oft mit der Steigung 10 Gg/1" - waren auch schon vor LON-Zeiten üblich und sind bei der Aufstellung der LON 286 in diese eingeflossen. Mancher Hersteller hat seine eigene "Gewindesuppe" gekocht, wie z.B. Krauß in München, der gerne 11 Gg/1" und ab einem Außendurchmesser von 50 mm auch 9 Gg/1" verwendet hat. Ich habe hier gerade ein Bauteil vorliegen, bei dem der Hersteller gemeint hat, unbedingt eine Steigung von 12 Gg/1" verwenden zu müssen.
Es kann durchaus sein, dass Dein Pfeifenanschlussgewinde dem späteren LON-Gewinde entspricht - allerdings erscheinen mir die Durchmesserangaben etwas fragwürdig. Beim Kerndurchmesser 32,6 mm müsste sich bei einer Gewindetiefe von 1,63 mm ein Außendurchmesser von (rechnerisch) 35,86 mm statt - wie angegeben 34,1 mm - ergeben, was gut zu W 36 x 1/10" paßt (lt. LON 286 darf der Außendurchmesser zwischen 35,95 und 35,74 liegen.
Ich könnte mit einer Überwurfmutter W 36x1/10" nach LON 273 dienen - bei Interesse bitte PN!
beste Grüße
Thomas

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Albert-Bahn

Datum: 12.02.21 17:18

Hallo Joachim,

ein sehr schönes Gesellenstück!
Um ein passendes Anschlußstück für die Pfeife zu bekommen, kontaktierst du am besten mal den User maschinist.

So eine "Gedenktafel" von meinem Urgroßvater hängt auch bei mir an der Wand. Sie ist genau 3 Tage früher datiert.

Viele Grüße von der
Albert-Bahn

"Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme." Thomas Morus

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Michael G.

Datum: 12.02.21 22:40

Hallo,

bei allem Respekt, wenn du schon mittels Steigungslehre das Gewinde und die Gewindeflanken geprüft und die Winkel ermittelt hast, noch dazu den Kern- und Aussendurchmesser kennst dann sollte es kein problem mehr sein das Gewinde zu bestimmen. Noch dazu hast du eine Überwurfmutter verwendet die, ich unterstelle mal, "handelsübliches" Zollgewinde besitzt die dann nicht gepasst hat...
Damit sollte dann klar sein das es sich tatsächlich um Whitworth-Gewinde handelt wobei ich nicht weis ob dieses Gewinde bei Dampfpfeiffen Preußischer Bauart verwendet wurde.

Auf das Ergebnis bin ich sehr gespannt,


Gruss
Michael

https://posten17.de/logo.png

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Jimmo

Datum: 13.02.21 09:38

Hallo,

ich hatte mal vor über zwanzig Jahren eine Einheitspfeife restauriert und betriebsfähig
aufgearbeitet.
Als ich fertig war gab ich 16 Bar Pressluft auf die Pfeife und....NIX!!!
Da Pfeifen ja mit Dampf betrieben werden ist Pressluft völlig quatsch.
Erst eine voll aufgedreht, frische Pressluftflasche mit 160 Bar gab den erwünschten
Erfolg. Sie klang wunderschön und die ganze Belegschaft wusste: Er ist fertig!
Das ist nicht ganz ungefährlich muss man dazu sagen, wir hatten ein Hydraulik-
Abteilung die entsprrechen Schläuche hatten und auch passendes Equipment.
Wenn diese Pfeife also für Naßdampf oder Heißdampf gebaut ist wird es kompliziert!

Schönes Wochenende, Rainer

Druckluft ist nicht völliger Quatsch!

geschrieben von: BRM

Datum: 13.02.21 12:14

Jimmo schrieb:
Hallo,

ich hatte mal vor über zwanzig Jahren eine Einheitspfeife restauriert und betriebsfähig
aufgearbeitet.
Als ich fertig war gab ich 16 Bar Pressluft auf die Pfeife und....NIX!!!
Da Pfeifen ja mit Dampf betrieben werden ist Pressluft völlig quatsch.
Erst eine voll aufgedreht, frische Pressluftflasche mit 160 Bar gab den erwünschten
Erfolg. Sie klang wunderschön und die ganze Belegschaft wusste: Er ist fertig!
Das ist nicht ganz ungefährlich muss man dazu sagen, wir hatten ein Hydraulik-
Abteilung die entsprrechen Schläuche hatten und auch passendes Equipment.
Wenn diese Pfeife also für Naßdampf oder Heißdampf gebaut ist wird es kompliziert!

Schönes Wochenende, Rainer
Hallo, da muss ich dir widersprechen - dann hat wohl bei dir das zur Verfügung stehende Volumen nicht ausgereicht.
Ich habe mal in den 1980er Jahren eine Einheitspfeife mit Druckluft anlässlich eines Schulfestes betrieben - um auf die Echtdampf-Kindereisenbahn aufmerksam zu machen. Die Einheitspfeife war an einen Baustellen-Kompressor angeschlossen. Der Kompressor hat 8 bar Druck gebracht, selbst ein paar wenige hundert Liter Vorratsbehälter, und einen Volumenstrom von um die 40-50 Liter/Sekunde gebracht (schätzungsweise, ich hab das gerade mal mit ähnlichen Geräten im Internet verglichen). Man konnte dann so 5-10 Sekunden pfeifen, dann war Schluss, Luft alle. Luftdruck alleine reicht also nicht, auf die Menge pro Zeit kommt es natürlich an.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 17:40.

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 13.02.21 13:15

Folgende Faktoren sind noch zu berücksichtigen.

1. Es steht droben, es ist ein Gesellenstück! Das Ding war nie dazu gedacht auf einer Dampflok zum Einsatz zu kommen. Woraus sich folgendes weiters ergibt.
2. Es weiß niemand ob das Gewinde wirklich etwas mit dem auf den Loks verwendeten zu tun hat. Die Zeichnung wird und wurde für Prüfstücke meistens extra angefertigt, auch wenn das Prüfstück ein realistisches Bauteil darstellt ist es keines. Es wäre nicht ungewöhlich wenn es kleiner skaliert wäre um es auf den Maschinen vor Ort fertigen zu können oder wenn da kein "Normgewinde" verwendet wird, denn dann muss es der Prüfling auf der Drehmaschine herstellen und kann sich nicht in einem unbeaufsichtigten Moment anders behelfen. (auch die Fähigkeit der Berechnung von Kerndurchmesser etc. kann man so überprüfen wenn man kein gewöhnliches verwendet)
3. Weiß niemand ob das Gewinde der Pfeife dem geforderten auf der Werkzeichnung für das Prüfstück entspricht. Im Eifer des Gefechtes einen falschen Durchmesser erwischt oder die falsche Steigung eingestellt und schon ist es passiert. Würde jedoch auch noch für eine Auszeichnung reichen wenn der Prüfling noch z.B. ein Übergangsstück herstellt. Beziehungsweise ist ja die Funktion gegeben ist, es wäre also ein geringer Punkteabzug da das Prüfstück beim Gewinde nicht nach Werkzeichnung erstellt wurde.
4. Ja, Pfeifen können sehr komische Geräusche von sich geben wenn sie nicht mit den Medium betrieben werden für das sie Gedacht sind. Habe selber einmal aus einer original mit Pressluft betrieben Pfeife (von einer E-Lok) Ersatzteile für eine Pfeife auf einer Dampflok gewonnen. Mit Pressluft hat sie gut funktioniert, unter Dampf habe ich dann fast graue Haare bekommen bis sie annähernd den gewünschten Ton von sich gab. (Ringspalt, Anblaskante sowie Abstand der Pfeifenglocke zum Ringspalt unterscheiden sich bei optisch und akustisch gleichen Pfeifen im Pressluft und Dampfbetrieb)
ABER:
Das hier ist ein Prüfstück. Somit wurde die Pfeife auch sicher mit Pressluft auf Funktion geprüft und wurde dafür auch für Pressluft optimiert.

Kurz: Eine sehr schöne Pfeife die du da hast! Und ein Stück handwerkliche Geschichte!
Aber in wie weit dieses Prüfstück einer Pfeife einer badischen Dampflok entspricht kann man erst sagen wenn man die Werkzeichnung einer solchen Pfeife vor sich liegen hat und sie mit den Prüfstück vergleicht.
Einfach ein passendes Anschlussstück fertigen lassen und nicht nach dem gehen was vl. Standart gewesen sei könnte...

MFG



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 13:17.

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Bahnwärter D.

Datum: 13.02.21 14:30

Hallo,

ich habe auch schon daran gedacht, dass damals noch nicht alles so exakt genormt war und selbst wenn, nicht mit der heutigen CNC-Genauigkeit hergestellt werden konnte. Erst recht nicht bei einem Gesellenstück, selbst wenn es äußerlich noch so schön aussieht. Ich habe mir inzwischen mal die Mühe gemacht und die Pfeife zum genaueren Messen nochmals aus der Halterung geschraubt. Mit einer anderen Schiebelehre mit feineren Meßschenkeln komme ich jetzt auf einen Kerndurchmesser von 31,4 mm, statt wie bisher gemessenen 32,6 mm. Aber auch da ist in den mir vorliegenden Gewindetabbellen nichts genau passendes zu finden. Es könnte auch in Richtung W 34 x 1/10" LON gehen. Ich werde wohl den Rat befolgen und mit der Pfeife mal eine geeignete Werkstatt aufsuchen. Leider sind meine bisherigen langjährigen Spezis für solche Sonderanfertigungen inzwischen weggezogen oder verstorben.

Zum Betrieb von Dampfpfeifen mit Druckluft kann ich folgende Erfahrungen beisteuern. Es ist neben dem zur Verfügung stehenden Luftdruck und Volumen auch sehr von der Bauart und dem Zustand der Dampfpfeife abhängig. Bestes Beispiel ist diese Einheitspfeife:

https://up.picr.de/40538111ts.jpg

Als ich sie vor etwa 40 Jahren bekommen habe, hatte ich in meinem damaligen Hobbykeller einen alten ehemaligen Haushaltsstaubsauger meiner Mutter. Ein tolles Teil im Design der 1950er-Jahre aus Metall mit einer Art Kunstlederbezug. Das Besondere daran war, dass man nicht nur sehr gut saugen, sondern durch umstecken des Schlauches auch sehr gut blasen konnte (Es saugt und bläst der Heinzelmann....) Nun der Schlauch passte exakt in die Öffnung der Pfeife und siehe da, sie pfiff im bekannten tiefen Ton, wenn auch nicht sonderlich laut, da sie auch gegen den düsenjägerartigen Staubsaugerlärm ankämpfen musste. Ich war trotzdem begeistert und habe damals Mitbewohner und Nachbarn lange damit genervt!

Bei der Einheitspfeife eines Freundes, deren Klangkörper nicht aus dünnem Messing sondern aus dickem Stahlblech bestand, funktionierte es aber nicht, selbst nicht mit einem Druckluftkompressor, sondern erst, als wir sie an die Hauptluftleitung unserer Vereinslok anschlossen.

Nun wurde aber der Hobbykeller im Sommer wenig genutzt, so dass ein Wasserrohrbruch erst im Herbst bemerkt wurde. Nicht nur die Modellbahn und besagter Staubsauer, sondern u.a. auch die Metallteile der Pfeife waren korrodiert. Später wurde sie dann noch jahrelang in einer feuchten Garage gelagert und als ich sie Jahrzehnte später mal wieder mit einem großen Kompressor testen wollte, tat sich gar nichts mehr, da sich der Ringspalt durch Rost total zugesetzt hatte. Trotz Fluten mit Caramba und Petroleum gelang es mir auch nicht, die Pfeife zur Reinigung des Spaltes zu zerlegen. Ich habe bei dem Versuch sogar den großen Schraubstock in der Lokwerkstatt meiner damaligen Museumsbahn aus der Halterung gerissen. Seitdem steht die Pfeife stumm auf dem Wohnzimmerregal.

Es ist also gerade bei wenig Luftdruck/Volumen sehr vom Zustand des Ringspaltes und auch von Material, bzw. Stärke und der Resonanzfähigkeit des Klangkörpers abhängig. Meiner neuen Länderbahnpfeife konnte ich mit provisorischer nicht ganz dichter Luftzuführung selbst mit meinem kleinen Airbrushkompressor mit 25l-Behälter und 6 bar deutliche Töne entlocken, die nach Angabe meiner Nachbarn im gesamten Mehrfamilienhaus zu hören waren.

Pfeifende Grüße
Joachim

Re: Badische Dampfpfeife Anschlussgewinde?

geschrieben von: Rialo

Datum: 13.02.21 16:39

Ich habe vor 70 Jahren mal Dreher gelernt. In der Maschinenfabrik, die für die Chemie Pumpen und Armaturen herstellte , war es damals schon als Lehrling,
Sache , verschiedene Gewinde zu kennen und auch herzustellen. Metrisch ,Whitwort und Zoll Gewinde war gang und gebe , auch Trapez, Kordel und weitere mir heute nicht mehr in Erinnerung befindliche ,wurden in der Berufsschule und der Lehrwerkstatt kennen gelernt.
Zu dem Fragesteller seiner Frage , könnte es helfen :Es gibt und ich habe , da ich selbst eine sehr gute Mechaniker Drehbank besitze, Gewinde Spion Lehren !. Mit diesen kann man , die Steigung der Gewindegänge feststellen.
Anmerkung ! Ich habe auch zwei Dampfpfeifen . 1: Eine von einer Regeldampflok wie BR 50 2 . Eine aus MS Pfeifenkörper mit der Größe der einer BR 50 ,aber mit einem Absperrventil am Vierkantflansch.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.21 16:40.

Re: Druckluft ist nicht völliger Quatsch! Stimmt !

geschrieben von: Essenberger

Datum: 13.02.21 21:08

Moin,
vor viiieelen Jahren gab es mal ein Fußballspiel unserer
Feuerwehr gegen eine andere Hobbymannschaft im Rheinstadion in Duisburg- Homberg

Ich hatte meine Dampfpfeife einer Zechenlok (1/2" Rohrgewinde), mehrer Druckluftflaschen
von unseren Pressluftatmern und ein Druckminderventil 160 auf 6 bar zum anfeuern unseres Teams mit

Hat prima geklappt....

Bis zu dem Moment, wo der Rangierer vom benachbarten Rheinpreussenhafen anmarschiert kam und mir ein paar
auf die Backen hauen wollte.

Sein Lokführer war wohl leicht verstört ob der Pfeifsignale...

Wir haben dann später auf Druckluftläutewerk umgestellt ;-)

Glück Auf,

Rüdiger

Re: Druckluft ist nicht völliger Quatsch! Stimmt !

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 14.02.21 06:09

Hallo zusammen,

da habe ich auch schon einige Tests durchgeführt. Beim Befüllen des Kessels mit Wasser habe ich manchmal die Luft nicht entweichen lassen und gewartet bis der Manometer was anzeigt. Dann den Pfeifenzug betätigt und es hat immer, wenn auch schwach funktioniert. Also das Volumen ist entscheidend und nicht allein der Druck.
Gruß
Horst

Re: Druckluft ist nicht völliger Quatsch! Stimmt !

geschrieben von: salix

Datum: 17.02.21 12:38

Ein in Dampflokkreisen allseitsbekanntes Phänomen. Die Geschwindigkeit am Labium sorgt für die Tonhöhe und die Menge für die Lautstärke.Weil die Pfeifenglocken nicht auf den richtigen Abstand zum Ringspalt eingestellt sind, klingen sie mehr oder weniger gut bis garnicht. Es ist richtig, daß Dampf eine andere Dichte als Luft hat, das beeinflußt bei richtig eingestelltem Abstand aber nur die Tonhöhe.
Werter Joachim!

Noch eine kleine Bemerkung zu Deiner einmaligen Pfeife: miss nochmal ganz genau Außen- und Kerndurchmesser, Steigung sowie Flankenwinkel nach. Die von Dir gemessene Steigung harmoniert nicht mit den von Dir angegebenen Durchmessern (Spitzenhöhen). Auch verwenden die heute genormten Rohrgewinde keine Steigung von 10 G/". Allerdings gab es 1908 eine unglaubliche Anzahl von genormten und vor allem ungenormten Gewinden. sog Fabrikgewinden. Für einen Dreher, der noch "konventionell" drehen kann, ist die Anfertigung des passenden Übergangsstückes eine leichte Übung von weniger als einer Stunde Arbeits- und Rüstzeit. Vielleicht kennst Du einen.

Was den Druck für die Pfeife betrifft, wäre zu sagen, dass nicht der Druck alleine ausschlaggebend für die gute Funktion ist, sondern auch ganz wesentlich der Rohrquerschnitt. Mein unten abgebildeter Uhu ist eine einstufige Pfeife mit Entwässerung einer 50er für 16 bar und hat als Zuleitung ein 1"-Rohr und sie tönt noch bei 6 bar so laut, dass im nahegelegenen Friedhof noch Scheintote geweckt würden. Sie funktioniert mit Druckluft ab 6 bar einwandfrei, natürlich bei ausreichendem Luftvorrat. Nicht umsonst ist bei den Einheits-E-Lok ein zusätzlicher Sonder(Pfeifen-)luftbehälter unter den Führerständen vorhanden. Auf der Dampflok ist die Zuleitung ca. 2" und so kurz wie möglich gehalten, da die Pfeife ja warm stehen soll wegen der Kondensation. Die Pfeife einer Lok soll ja auch noch bei starkem Dampfmangel funktionsfähig bleiben, auch sieht man am Kesselmanometer jede Betätigung des Pfeifenzuges. Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.


2021-02-22 001.JPG

Windschalenmesser

geschrieben von: salix

Datum: 25.02.21 20:20

oder besser gesagt der Windlöffelmesser ist genial !!