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Dieses Forum dient NICHT zum Veröffentlichen von Sichtungsbildern - diese gehören in die Bild-Sichtungen. Bildberichte über Museen und historische Fahrzeuge, sowie die damit in Verbindung stehende Infrastruktur sind jedoch willkommen.
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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

30 Jahre Eisenbahnfreunde Staßfurt (33 Bilder)

geschrieben von: thomas 01.5

Datum: 04.10.20 14:12

Hallo


Am 26.9. + 27.9.2020 feierten die Eisenbahnfreunde Staßfurt ihren 30igsten Geburtstag.
Trotz strömenden Regens am Samstag fanden zahlreiche Eisenbahnfans und Familien den Weg in das Eisenbahnmuseum. Wettertechnisch war der Sonntag der bessere Tag.
Es war dort alles bestens organisiert und es war für jeden Geschmack etwas dabei.
Ein Dankeschön geht an die Aktiven des Eisenbahnmuseums die ein super Programm zusammengestellt haben was leider am Samstag vom Wettergott nicht honoriert wurde.
Die Hygienevorschriften wurden perfekt umgesetzt.

Die Dampfzug Schnupperfahrten mit der 41 1144 waren ebenfalls gut besetzt. Am Sonntag fielen diese leider mangels Nachfrage komplett aus.

Die Aufnahmen entstanden am 26.9.2020 und stammen von meinem Bruder und mir.

Als Gastfahrzeuge waren folgende Fahrzeuge vor Ort :

41 1144 - 9 + 52 1360 - 8 IGE Werrabahn
95 1027 - 2 ArGe Rübelandbahn
312 069 - 8 CLR
LVT 772 312 - 5 / 772 367 - 9 Eisenbahnnostalgie Vogtland
364 531 - 4 VIS
112 364 - 5 LokOst
23 1097 IG 58 3047

Grüße
Thomas

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Das war es mal wieder von mir. Waren diesmal ein paar Aufnahmen mehr wie sonst.


Hinweis:Alle von mir hier gezeigten Bilder, unterliegen dem Urheberrecht.Bei Interesse zu Werbezwecken, bitte nachfragen.

Re: 30 Jahre Eisenbahnfreunde Staßfurt (33 Bilder)

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 04.10.20 17:18

Auch ich war am Sonntag, dem 26.09. dort und bestätige Deine Worte hinsichtlich des Aufgebotes an Fahrzeugen und hinsichtlich der Organisation gerne.

Auch wenn die allgemeine Corona-Hysterie sich merklich auf die Besucherzahlen auszuwirken schien, so war doch immer "was los".

Bemerkenswert ist es daher auch, daß Ihr die Fahrzeuge weitestgehend ohne Besucher ablichten konntet. Das war gewiß eine Frage der Geduld und gefällt den Puristen sicher sehr, auch wenn ich persönlich da eine leicht abweichende Philosophie bevorzuge.

Ich habe es zwar auch nicht gerne, wenn mir permanent irgendwelche Leute zwischen Linse und Lok umhertanzen und vielleicht stundenlang ihre Gurke ins Gestänge stecken (was glauben die da zu sehen?), aber ich finde es im Interesse des Veranstalters immer gut, wenn auch andere anhand von Besuchern im Hintergrund sehen, daß dort echt was los ist. So viele können nicht irren; also muß man dort auch mal hin...
Aber wie gesagt, das ist mein persönliches Empfinden, was Euere schönen Bilder von einer schönen Veranstaltung keineswegs schmälern soll.

Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Michael Dittrich (Admin)

Datum: 05.10.20 13:54

Guten Tag,

in diesem Beitrag wurden einige Beiträge entfernt.
Das ist Forum heißt "15 - Museumsbahn-Forum" und nicht Geschichtsforum der DDR.

Viele Grüße
Michael Dittrich
Administrator

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 05.10.20 14:01

Michael Dittrich (Admin) schrieb:
Guten Tag,

in diesem Beitrag wurden einige Beiträge entfernt.
Das ist Forum heißt "15 - Museumsbahn-Forum" und nicht Geschichtsforum der DDR.

Viele Grüße
Michael Dittrich
Administrator

Ich bin mit dieser Maßnahme nicht einverstanden!
Immerhin darf ich Sachlichkeit zumindest für meinen Beitrag in Anspruch nehmen.
Und immerhin gibt es auch Museumsbahner, die ihren geschichtlichen Hintergrund weder verleugnen wollen, noch können.
Außerdem wären ohne diesen geschichtlichen Hintergrund auch im Museumsbahnwesen manche Dinge nicht so, wie sie sind.
Auch bei mir ganz persönlich nicht! Deshalb empfinde ich dieses "über den Mund" fahren durch Verbot des Kundtuns meines persönlichen geschichtlichen Hintergrundes als persönliche Zurücksetzung!
Nun ja, der Blick über den Tellerrand bzw. das Zulassen des Blickes über den Tellerrand ist wohl noch immer beängstigend...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.10.20 14:13.

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 05.10.20 14:25

Heizer Jupp schrieb:
Michael Dittrich (Admin) schrieb:
Guten Tag,

in diesem Beitrag wurden einige Beiträge entfernt.
Das ist Forum heißt "15 - Museumsbahn-Forum" und nicht Geschichtsforum der DDR.

Viele Grüße
Michael Dittrich
Administrator
Ich bin mit dieser Maßnahme nicht einverstanden!
Immerhin darf ich Sachlichkeit zumindest für meinen Beitrag in Anspruch nehmen.
Und immerhin gibt es auch Museumsbahner, die ihren geschichtlichen Hintergrund weder verleugnen wollen, noch können.
Außerdem wären ohne diesen geschichtlichen Hintergrund auch im Museumsbahnwesen manche Dinge nicht so, wie sie sind.
Auch bei mir ganz persönlich nicht! Deshalb empfinde ich dieses "über den Mund" fahren durch Verbot des Kundtuns meines persönlichen geschichtlichen Hintergrundes als persönliche Zurücksetzung!
Nun ja, der Blick über den Tellerrand bzw. das Zulassen des Blickes über den Tellerrand ist wohl noch immer beängstigend...
Da stimme ich Heizer Jupp voll zu!

Nachdenkliche Grüße
Horst

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 05.10.20 15:03

Ich habe die Beiträge die jetzt gelöscht wurden nicht lesen können. Mich befremdet es aber auch, wenn zum 30. Tag der Wiedervereinigung groß das Emblem eines Unrechtsstaates hochgehängt wird (und zwar ohne historischen Kontext, den man ja durchaus bringen könnte).

Das lässt leider schon daran zweifeln, dass man darüber hinreichend reflektiert hat. Und für mich wäre das durchaus ein Grund, dieses offenkundig sehenswerte Museum nicht zu besuchen.

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Stanica

Datum: 05.10.20 15:39

Ich konnte dieses Jahr leider nicht nach Staßfurt Fahren, aber die Meinung vom Heizer Jupp finde ich in Ordnung !
@Käfermicha, es zwingt Sie niemand nach Staßfurt zu Fahren und aus Ihren Äußerungen schließe ich, das Sie nicht Wissen, das es sich bei den Staßfurter Lokomotiven um solche der ehemaliger Deutschen Reichsbahn handelt. Und die DR gehört mit Ihren Lokomotiven genau so zur Deutschen Geschichte wie alles andere. Wenn Sie ein gezeigtes Emblem eines in Ihren Augen (Unrechtsstaates) monieren, ist das Ihre Meinung und die dürfen Sie gerne für sich behalten.

Gruß Stanica

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: 151 139

Datum: 05.10.20 16:53

Zum Beitrag von Stanica:
Ja,genau so sehe ich das auch.

LG



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.10.20 16:54.

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 05.10.20 17:55

Ich finde, auch "Käfermicha" muß seine Meinung nicht für sich behalten, sondern soll sie genau so frei sagen können, wie jeder andere!
Genau das haben wir ja seinerzeit gefordert.
Und ich finde auch, daß wir das aus dem museumsbahnerischen Kontext nicht herauslösen können und dürfen. Auch die Verhältnisse in der DDR gehören nun mal zur Eisenbahngeschichte.
Nur noch eines zum Einwand von "Käfermicha" mit dem Unrechtsstaat. Recht ist leider immer das, was die Herrscher als solches definieren! Und da macht das hiesige und heutige Gesellschaftssystem keine Ausnahme. Jeder kennt brandaktuelle Vorkommnisse, die unter dem Motto stehen "Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen".
Staatlich legitimierte Rechtsbeugung gab's schon immer, und heute auch. Zur Genüge! Wer entscheidet denn, ob ein Staat ein Unrechtsstaat ist oder nicht? Die Medien? Irgendeine Checkliste? Daß ich nicht lache...!

So, nun mußten die DDR-Eisenbahner inmitten des ideologisch verwalteten Mangels zusehen, daß sie die Eisenbahn am Laufen hielten.

Auch wenn die roten Betonköpfe behaupteten, die Ideen einer gerechteren Gesellschaft für sich gepachtet zu haben (in Wirklichkeit haben sie sie verraten und ins Gegenteil verkehrt!), so waren es doch die Frauen und Männer an der Basis, die versuchten, diese theoretischen Ideale einer besseren Gesellschaft so gut es eben ging mit Leben zu erfüllen und in die Praxis umzusetzen.
Und genau das habe ich oft erfahren, auch während meiner Zeit in Staßfurt. Da gab es manchen Kollegen, der die positiven Ideale der DDR besser umgesetzt hat, als jeder rote Betonkopf. Deshalb dürfen die Staßfurter die Fahne dort mit Fug und Recht hinhängen!

Übrigens gilt analoges auch für die ehemaligen DB-Kollegen. Die haben auch oft das geraderücken müssen, was die höheren Strategen aus ideoloischen Gründen versaut haben.

Und heute ist es nicht anders.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.10.20 18:32.

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 05.10.20 18:34

Hallo,

> Ich habe die Beiträge die jetzt gelöscht wurden nicht lesen können. Mich befremdet es aber auch, wenn zum 30. Tag der
> Wiedervereinigung groß das Emblem eines Unrechtsstaates hochgehängt wird (und zwar ohne historischen Kontext, den man
> ja durchaus bringen könnte).
>
> Das lässt leider schon daran zweifeln, dass man darüber hinreichend reflektiert hat. Und für mich wäre das durchaus
> ein Grund, dieses offenkundig sehenswerte Museum nicht zu besuchen.

es ist nicht verboten die DDR-Flagge zu zeigen. Das Museum kenne ich seit 1990/91. Dort sieht es auch heute noch insgesamt sehr authentisch aus, gerade auch was das ganze Drumherum betrifft. Gut, die Flagge haengt am Kran und nicht am Flaggenmast.

In den 90er Jahren haben wir die dort ebenfalls ausstellenden Modellbahnkollegen aus Bernburg (Staedtpartnerschaft mit meinem Wohnort Rheine) bei den Ausstellungen mehrmals unterstuetzt. Am Aufbautag am Freitag sah alles noch normal aus. Tja und dann war der Samstag halt der 7.Oktober :-)
Also war voller Flaggenschmuck an allen Fahrzeugen usw. angesagt. Die 44er hatte vorne das grosse Schild vom FDJ dran. Die 52er aus Leipzig kam mit der Beschriftung "Parteiaktiv Otto Grothewohl" mit einem Sonderzug an. Da war halt volles Programm angesagt, wie nunmal die Lok und Bahnhoefe zum 1.Mai und 7. Oktober verziert wurden. Das sieht man auf genug alten Fotos aus der DDR-Zeit.

Am Sonntag, dem 8.10. war alles verschwunden. Beim Publikum kam das am 7.10. durchaus gut an. Wenige Jahre vorher war das halt auch so. Wenn Du deshalb wegbleibst, dann mache es.

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 05.10.20 19:25

Anschlussbahn schrieb:
Die 52er aus Leipzig kam mit der Beschriftung "Parteiaktiv Otto Grothewohl" mit einem Sonderzug an. Da war halt volles Programm angesagt, wie nunmal die Lok und Bahnhoefe zum 1.Mai und 7. Oktober verziert wurden.

Ich war übrigens Heizer bei dieser Fahrt und der augenzwinkernde Gag war auf meinem Mist gewachsen. Hatte ich doch diese Schilder in irgendeiner verstaubten Ecke gefunden, als wir seinerzeit die ehem. Einsatzstelle Leipzig-Plagwitz übernahmen.

Zwei Gründe bewogen uns damals zu dieser Idee: Erstens war es wirklich historisch, daß man sich so herausputzte. Eine Reko-52er mit einer vierteiligen Doppelstockeinheit am Haken, und das auch noch am 7. Oktober - so war's halt!

Der zweite Grund waren natürlich die dummen Gesichter derer, die meinten, alles über die DDR zu wissen und die blasiert über den Dingen standen, obwohl sie die DDR und auch die Deutsche Reichsbahn und ihre Eisenbahner nie kennengelernt hatten.

Zitat:
Am Sonntag, dem 8.10. war alles verschwunden.

Richtig! Und auch die Schilder mit dem "Parteiaktiv Otto Grotewohl" (man sollte sich übrigens mal näher mit dieser Person beschäftigen!) verschwanden wieder da, wo sie genau genommen hingehörten: In der verstaubten Ecke.

Zitat:
Beim Publikum kam das am 7.10. durchaus gut an.

Das ist noch stark untertrieben. Vor allem, weil niemand damit gerechnet hatte. Denn als wir aus Richtung Güsten kommend am Bw vorbei- und weiter nach Staßfurt Pbf fuhren, gab es zwar das übliche Pfeifkonzert, aber der Zug sah noch völlig neutral aus. Erst beim Richtungswechsel in Staßfurt Pbf brachten wir die Schilder, die Blechfähnchen und die grünen Girlanden an. Als wir dann mit dem geschmückten Zug im Bw einrückten, hätten sich die Fotografen beinahe um die besten Plätze gekloppt!

Re: Beitrag ausgeholzt

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 05.10.20 20:50

Hallo,

> Ich war übrigens Heizer bei dieser Fahrt und der augenzwinkernde Gag war auf meinem Mist gewachsen. Hatte ich doch
> diese Schilder in irgendeiner verstaubten Ecke gefunden, als wir seinerzeit die ehem. Einsatzstelle Leipzig-Plagwitz
> übernahmen.
>
> Zwei Gründe bewogen uns damals zu dieser Idee: Erstens war es wirklich historisch, daß man sich so herausputzte. Eine
> Reko-52er mit einer vierteiligen Doppelstockeinheit am Haken, und das auch noch am 7. Oktober - so war's halt!
>
> Der zweite Grund waren natürlich die dummen Gesichter derer, die meinten, alles über die DDR zu wissen und die
> blasiert über den Dingen standen, obwohl sie die DDR und auch die Deutsche Reichsbahn und ihre Eisenbahner nie
> kennengelernt hatten.

schoen so den Initiator der Aktion kennenzulernen :-)
Wenn mir die Dias unterkommen, um gescannt zu werden, schaue ich mal nach dem Heizer.


> Richtig! Und auch die Schilder mit dem "Parteiaktiv Otto Grotewohl" (man sollte sich übrigens mal näher mit dieser
> Person beschäftigen!) verschwanden wieder da, wo sie genau genommen hingehörten: In der verstaubten Ecke.

Waren die bei der Rueckfahrt noch dran? Ich meine schon, oder?


> Das ist noch stark untertrieben. Vor allem, weil niemand damit gerechnet hatte. Denn als wir aus Richtung Güsten
> kommend am Bw vorbei- und weiter nach Staßfurt Pbf fuhren, gab es zwar das übliche Pfeifkonzert, aber der Zug sah
> noch völlig neutral aus. Erst beim Richtungswechsel in Staßfurt Pbf brachten wir die Schilder, die Blechfähnchen
> und die grünen Girlanden an. Als wir dann mit dem geschmückten Zug im Bw einrückten, hätten sich die Fotografen
> beinahe um die besten Plätze gekloppt!

Wir gehoerte ja auch zum Ausstellungspersonal und waren am Freitagabend nach dem Aufbau der Modellbahnanlage im Gelaende unterwegs. Da sah man noch nichts davon. Das muss wirklich eine sehr geheime Sache gewesen sein. Auch die Bernburger Kollegen bei denen wir uebernachtet hatten, waren etwas ueberrascht, als wir morgens gemeinsam zum Museum fuhren.

Ach ja, es muesste der 7.10.1995 gewesen sein. Auch schon wieder 25 Jahre her...

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)

Interessante Relevanz

geschrieben von: Flipp1982

Datum: 06.10.20 09:52

Hallo zusammen,

die Diskussion an sich verwundert mich. Ich glaube es besteht absolute Einigkeit darin, dass es sich beim Eisenbahnmuseum Staßfurt um ein - richtig: Museum handelt.

Nehmen wir ganz unwissenschaftlich Wikipedia:

Ein Museum ist „eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“ Oder viel schöner hat es mal Brune Rebbelmund in der DEV-Zeitschrift DME formuliert: "Aufgabe eines Museums ist es, die Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft zu erhalten".

Zum "Zweck des Studiums und des Erlebens der Zeugnisse" gehört nach dieser Definition der Zeitraum 1857 - 1992. Da fangen wir irgendwann bei Hartmann von Witzleben an, gehen über den ersten Weltkrieg zu den Zwischenkriegspolitikas wie der DDP, machen weil sich keiner aus der Bahnszene so wirklich an das Thema wohl berechtigt drantraut einen Schwenk um die NSDAP und die vom BW Staßfurt bespannten Buchenwald-Züge und kommen folglich in die DDR, die Staßfurt bahnbetrieblich natürlich enorm geprägt hat.

Einerseits möchte ich bei der Verwendung einer Fahne sagen: Who cares? Wen interessierts? Aber man muss es sogar noch deutlicher sehen: Es ist per se die AUFGABE eines Museums, diese Zeit möglichst erlebbar (siehe Definition) zu präsentieren. Man man man. In Grenzstädten zu Polen spielt man immer mal wieder voller beidseitiger (!) Freude den jeweiligen militärischen Einmarsch unter großem Jubel nach (ok, finde ich verrückt, aber macht mal...), und in einem Museum (!) regen wir uns über Fahnen o.ä. auf? Aber: Die Staßfurter scheinen es absolut richtig gemacht zu haben. Denn ein weiteres Ziel von Museen ist bekanntlich, zur Diskussion und zum Meinungsaustausch anzuregen. Das ist gelungen.

Und damit gehört eine solche Diskussion tatsächlich ins Museumsbahnforum. Weil es die museale Darstellung diskutiert, also das jenseits von hübsch polierten Lokomotiven dahinterstehende gesellschaftliche Konzept.

Lasst Euch nicht ärgern. Solange keiner eine Atombombe im Museum aufstellt nur als Erinnerung daran, das gerüchteweise das Uran aus der Hiroshima-Bombe aus Staßfurt kam, ist doch alles ok :-).

Viele Grüße

Bastian

Deutsche Dampflokomotiven im Ausland - (m)ein spannendes Thema. Literaturtipps:

JETZT NEU: "pomnik parowóz - die polnischen Denkmaldampflokomotiven. Ein Reiseführer zu Geschichte, Geschichten und Gegenwart aller normalspurigen Museums- und Denkmaldampflokomotiven in Polen. 536 (!) Seiten, 700 Abbildungen, davon über 200 in Farbe. 33,00 €, ISBN 9783750412019

Auch aus der Reihe: "Preußens Gloria in Siebenbürgen - das Eisenbahnmuseum Sibiu und seine (deutschen) Fahrzeuge" und "Dampfloktechnik heute - Einsatz, Technik & Wartung der deutschen 52er im Jahr 2019 in den KREKA-Minen BiH".

Re: Interessante Relevanz

geschrieben von: Seemann

Datum: 06.10.20 10:40

Anbei einmal eine Zeitungsnotiz aus der Volksstimme zum 1. Dampflokfest 1989, ist mir so beim Lesen des Beitragbaumes in den Sinn gekommen.
Damals das Motto: "Saxonia"- Dampf für Solidarität.

1. Dampflokfest 1989.jpg

Na bitte...!

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 06.10.20 11:11

Da haben wir's doch! Aufgabe des Museums klar umrissen. Gemeinnützigkeit von Anfang an unter Beweis gestellt. Was will man mehr? Was gibt's da noch zu diskutieren?

Ja, es gibt noch was zu diskutieren! Und zwar die vehemente Bigotterie, mit der manche Forenteilnehmer hier diskutieren und (re)agieren, wenn's um das Andenken an und um die Bewahrung von materiellen und immateriellen Dingen aus der DDR geht.

Kein Mensch kommt auch nur ansatzweise auf den Gedanken, sich z.B. über Mittelaltermärkte und andere das Mittelalter verklärende Veranstaltungen aufzuregen.

Wo wir doch alle wissen, daß das Mittelalter eine absolut finstere Zeit war. Pest und Cholera; Hinrichtungen durch Pfählen, Rädern, Vierteilen; Hexenverbrennungen; grausame Schlachten; fette Pfaffen als falsche Sachwalter und Mißbrauchende des wahren Glaubens in Tateinheit mit Pfeffersäcken und prassendem Adel auf orgiastischen Gelagen - all das sind doch unsere Vorstellungen vom Mittelalter. Das bißchen Minne und Kunst reißt's da auch nicht mehr raus...

Aber man kleidet sich in seltsame Gewänder, rennt zu Mittelaltermärkten, hält Ritteressen ab, säuft Met aus Tonbechern; und selbst die schwärzestgekleideten, gespenstich geschminkten Todesanbeter feiern fröhliche Urständ'...

Nicht, daß ich was dagegen hätte. Meinetwegen. Jeder soll doch nach seiner Façon selig werden bei der Gegenwartsbewältigung mit Hilfe retrospektiver Vergangenheitsverklärung. Solange da nicht Mord, Menschen- und Völkerverachtung verharmlost oder verherrlicht wird...

Dann aber bitte eben auch gerecht sein gegenüber allen Epochen deutscher Geschichte. Es reicht ja schon, wenn wir uns verschämt irgendwie um die NS-Zeit herumdrücken, wie die Katze um den heißen Brei.
Aber das wäre wieder ein anderes Thema...



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.10.20 13:25.

Re: Na bitte...!

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 08.10.20 13:50

"Dann aber bitte eben auch gerecht sein gegenüber allen Epochen deutscher Geschichte. Es reicht ja schon, wenn wir uns verschämt irgendwie um "die NS-Zeit herumdrücken, wie die Katze um den heißen Brei. "

Ist ja auch richtig so. Ich kann jedenfalls gut darauf verzichten, dass Leute "Räder müssen rollen für den Sieg" draufschreiben oder am besten gleich Viehwaggons an die 52er heften.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.20 13:57.

Re: Na bitte...!

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 08.10.20 15:51

Käfermicha schrieb:
"Dann aber bitte eben auch gerecht sein gegenüber allen Epochen deutscher Geschichte. Es reicht ja schon, wenn wir uns verschämt irgendwie um "die NS-Zeit herumdrücken, wie die Katze um den heißen Brei. "

Ist ja auch richtig so. Ich kann jedenfalls gut darauf verzichten, dass Leute "Räder müssen rollen für den Sieg" draufschreiben oder am besten gleich Viehwaggons an die 52er heften.

Da stimme ich vollkommen mit Dir überein. Deshalb schrieb ich ja ganz ausdrücklich: "Solange da nicht Mord, Menschen- und Völkerverachtung verharmlost oder verherrlicht wird...".
Wobei es allerdings auch aus dieser Zeit ganz bemerkenswerte technische Entwicklungen auf dem Gebiet des Eisenbahnwesens gibt, die zwar aus propagendistischen Gründen vereinnahmt worden sein können, aber eigentlich mit dem Ungeist der Zeit rein garnichts zu tun haben. Deshalb gibt es auch aus dieser Zeit bewahrenswerte Exponate.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.20 15:56.

Re: Na bitte...!

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 08.10.20 16:30

Die gab es ja gerade auch in der DDR - die Rekoloks waren ja ein hervorragendes Zeugnis ostdeutscher Ingenieurskunst.

Versteht mich auch nicht falsch - ich bin nicht dafür DDR Historie zu streichen. Aber ich erkenne schon eine gewisse Tendenz zur Verharmlosung und Idealisierung wenn man diese alten Zeichen unreflektiert veröffentlicht. So kommt es einfach bei mir rüber.

Dass gerade auf Arbeitsebene bei der Reichsbahn eine große Kameradschaft und ein großer Zusammenhalt bestand, und dass man die harte Arbeit der Leute würdigen darf, das stelle ich gar nicht in Frage.

Dann sind wir uns ja weitestgehend einig

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 08.10.20 18:16

Nur ein paar Gedanken über die DDR-Fahne möchte ich dann doch noch loswerden. Damit der Beweis erbracht wird, daß dieses DDR-Symbol nicht unreflektiert bleibt.

Schwarz-Rot-Gold ist klar; ich glaube, darüber müssen wir nicht reden.

Aber in der DDR-Fahne gab es noch den Hammer, den Zirkel und den Ährenkranz - und zwar als Symbole für diejenigen, die die Arbeit im Lande machen.

Der Hammer steht für die Werktätigen in der Industrie.
Arbeiter, die mit ihrer Hände Tagewerk teils unter widrigen Bedingungen und mit veralteter Substanz Werte schaffen mußten.
Der Hammer - Eine Hommage an höchst ehrenwerte Menschen also.

Der Zirkel steht für die Wissenschaftler. Abgesehen davon, daß sich auch die Ideologen als "Geistes"wissenschaftler sahen und ich die hier mal ausnehmen möchte, gab es sehr gute Wissenschaftler in der DDR. Wenn man bedenkt, unter welchen Umständen anerkannte medizinische Leistungen für's Volk völlig kostenfrei erbracht wurden...
Wenn man bedenkt, daß die Ingenieure damals weit mehr, als nur Trabi und Wartburg gekonnt (aber nicht gedurft) haben...
Wenn man bedenkt, daß in der DDR entwickelte (und auch 'eingedeutschte') Loks zuverlässig waren, sich bewährt haben, nach der "Wende" auch "im Westen" Anklang fanden und heute noch laufen...
Der Zirkel - eine Hommage an höchst ehrenwerte Menschen also.

Der Ährenkranz steht für diejenigen, ohne die jedes Land verhungern würde - die Bauern. Und im Gegensatz zu heute war der Bauernstand in der DDR anerkannt und wertgeschätzt. Ok, ich möchte die Zwangskollektivierungen nicht gutheißen, wie ich vieles nicht gutheißen will, was den Menschen aus ideologischen Gründen von roten Betonköpfen übergestülpt und von manchen á la Stockholm-Syndrom auch mitgemacht wurde...
Aber nur mal eine theoretische Frage: Wäre das Kleinbauertum mit einer Kate, einer Kuh, einem Pferd und zwei Leuten an der Sense in der Lage gewesen, ein Land mit wachsenden Bedürfnissen auf Dauer adäquat zu ernähren? Ein Zusammenschluß der Klein- und Einzelbauern in irgendeiner Form wäre zur dringend notwendigen Produktivitätserhöhung ohnehin unumgänglich geworden.
Der Ährenkranz - auch er eine Hommage an äußerst ehrenwerte Menschen.

Da waren in der DDR-Fahne kein Stacheldraht, keine Maschinenpistole und auch keine Schnüffelnase als Symbole der Menschenverachtung und der Freiheitsberaubung abgebildet, für die man sich zu Recht hätte schämen müssen.

Klar, daß die Fahne mit den höchst ehrenwerten Symbolen auch bei großem Mist und bei Ablehnungs- und Verabscheuungswürdigem vorangetragen und damit mißbraucht wurde.
Doch wie ist das heute? Wird unsere heutige Flagge immer nur bei ehrenwerten Aktivitäten aufgezogen oder vorangetragen? Oder gibt es nicht auch Anlässe, wo man arge Zweifel haben darf, daß diese wirklich und nur den Interessen des Volkes dienen?

Fazit: Eine Fahne kann nichts für ihren Mißbrauch und für die Perversion der durch sie symbolisierten Ideale.
Es gibt noch immer genügend Menschen, die die Ideale, die durch die DDR-Fahne symbolisiert werden, ehrlichen Herzens verkörpern. Und das sind eben eigener Hände Arbeit, Einsatz der Intelligenz zum Wohle aller und die Sorge darum, daß jeder im Lande sich gut und angemessen ernähren kann.
Den Lug und Trug, die Selbstbeweihräucherung seniler Tattergreise und die Freiheitsberaubung gegen ein ganzes Volk lehnen wir genau so ab. Aber die werden ja auf der DDR-Fahne auch nicht heroisiert, sondern dabei wurde die Fahne nur mißbraucht.