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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: Railchris

Datum: 19.07.20 21:50

Hallo zusammen,

ich arbeite gerade an der Renovierung des elektrischen Teils eines Gruppe-35-Wagens. Hat von euch jemand Erfahrung mit elektrischen Anlagen in historischen Fahrzeugen?

Ich möchte ihn hinsichtlich Brandschutz nach heutigen Normen verkabeln, maßgeblich bestimmt durch die EN 45545-2. Leider noch nicht ermitteln konnte ich, ob die Verlegung von Einzeladern im Installationsrohr heute noch zulässig ist. Es würde die Sache erleichtern.

Google konnte mir bisher nur bedingt helfen. Weiß von euch jemand, ob diese Verlegeart noch zulässig ist?



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Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: Stefan3872

Datum: 19.07.20 22:43

Grundlegend ist die Installation von Einzeladern im Installationsrohr nicht verboten, aber wird heute kaum noch in Deutschland verwendet. Bei Installation eines Eisenbahnwaggons mit Einzeladern besteht immer die Möglichkeit das diese durch mechanische Einwirkungen kaputt gehen. Daher würde ich zu Mantelleitungen vom Typ NHXMH-J greifen. Wenn der Brandschutz in Waggons es Vorschreibt sogar zu Mantelleitungen mit Funktionserhalt.

Meine Fotos findet ihr auf flickr oder auf Instagram

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: cavemaen

Datum: 20.07.20 09:21

Beachtet bitte auch, dass in Schienenfahrzeuge Sicherungen beidpolig trennen müssen, Automaten aus dem Baumarkt scheiden da aus!

Im Stand darf bei rollenden Fahrzeuge der Anschluß an das Wechselstrom-Ortsnetz nur per Trenntrafo erfolgen - macht bloß keiner...

Gern kann ich alte Unterlagen zu Zuglichtanlagen, Generatoren an Wagen und Zugheizungen als Zip-Datei zusenden, oder als CD.

R.

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: 50 4011

Datum: 20.07.20 11:26

So schön das heute alles sein mag, aber ich würde durch solche "Experimente" nicht den alten Bestandsschutz für ein zulassgelassenes Fahrzeug riskieren. Bau die Elektrik so wieder auf wie sie war. Dann ist es eine Instandsetzung. Ein Neuaufbau kann schnell eine Bauartänderung sein, die gegenüber der Behörde anzeigepflichtig sein kann, was entsprechenden Aufwand nach sich zieht.

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: wostei

Datum: 20.07.20 12:26

Hallo,
sofern die damals verbauten Einzeladern heute noch zugelassen sind könnte man sich auf Bestandsschutz berufen.
Nach meiner Info haben selbst textilisolierte Einzeladern heute noch eine allgemeine EU-Zulassung für 230V.
Inwieweit das sinnvoll ist sollen andere entscheiden, ich würde so ein Zeugs jedenfalls nicht verbauen.
Wolfgang

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 20.07.20 22:52

Hallo Christian,

wenn der Wagen wieder fahren soll, würde ich das mit dem abnehmenden Sachverständigen klären denn, wie hier schon beschrieben, auch noch so gute eigene "Kreationen" könnten eine Abnahme verhindern.

Gruß
und viel Erfolg
Michael

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: V36

Datum: 21.07.20 08:17

Moin,

also heute werden bei Neufahrzeugen wie vor Einzeladern in Kabelkanälen verlegt.
Teilweise, je nach Nutzung, aber auch ummantelte Leitungen. (Bussysteme etc.)

Die Elektrik würde ich auch wieder so bauen, wie das der vorherige Hersteller vorgesehen hat.
Hat sich ja über lange Jahre bewährt.

Ganz original wird man das eh nicht hinbekommen.
Textilummantelte Leitungen sind schwer zu bekommen und auch nicht ratsam.
Gleiches gilt für die ursprünglich verbauten Schmelzsicherungen.

Damit kommt man also eh nicht drum rum, moderne Materialien zu nutzen.
Wenn man das richtig mach, wie schon beschrieben, 2 polige Automaten nutzen, dicke Querschnitte nutzen.
Auch haben sich für die LiMa hochflexible Leitungen bewährt.

Ein Bestandsschutz erlischt nicht, wenn ich modernere Materialien verwende.
Wann ein Umbau eine erneute Zulassung, neudeutsch IGB, erfordert, dazu gibt es lange Listen. Jedoch sind Museumsfahrzeuge ohne kommerziellen Einsatz davon ausgenommen.

Somit einfach an bewährtem und bereits zugelassenem bleiben.
Wichtig: Auf 24 V = bleiben.
230/400 V 50 Hz Versorgungssysteme bringen ganz andere Probleme mit sich. U.a. mögliche Beeinflussung von Signalanlagen auf DB Netz.
Ein EMV-Nachweis möchte bei Museumsbahnen bestimmt niemand führen.


Ein Sachverständiger ist im Regelfall auch nicht nötig aber es ist der Wagenhalter mit einzubinden. Dieser muss den Sachverstand haben und die Vorgaben erstellen.

Der Begriff Sachverständiger ist leider eh nicht geschützt. Was sich darunter tummelt ist schon sehr interessant.


Gruß V36

Nachtrag: In Fahrzeugen sind ausschließlich flexible Leitungen zu nutzen.

Also NYM-Leitung aus dem Baumarkt ist ein Grund so ein Wagen stillzulegen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.07.20 08:25.

Re: Historischen Personenwagen neuverkabeln

geschrieben von: Wagen-Micha

Datum: 21.07.20 12:42

Hallo
Zur Technik des Wagens kann ich nichts beitragen, leider.

Aber die Neugierde weckt mich...
Was für ein Wagen ist es denn ?

Gruppe 35 sind sehr selten geworden

Danke

Wagen-Micha

Sammelantwort

geschrieben von: Railchris

Datum: 01.08.20 01:10

Vielen Dank an euch alle für eure kontruktiven Beiträge! Das hat mich schon mal ein paar wesentliche Schritte weiter gebracht.



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