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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: reiba

Datum: 16.06.20 19:39

Hallo,

unter "Aktuelles" hier zu lesen: [www.localbahnverein.de]

Gruß

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: M. Laukenmann

Datum: 16.06.20 20:57

Hallo Reiner,
das ist ja interessant,…..obwohl die Lok vor 15 Jahren in Meiningen einen Neubaukessel erhalten hatte, welcher Anfang 2011 von einer Fachfirma in Deggendorf erneut instandgesetzt wurde.
Quelle:
[www.eisenbahn-museumsfahrzeuge.com]
Viele Grüße
Michael L.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: geselle

Datum: 16.06.20 21:32

Da rächt sich die DB Einkaufsstrategie im DLW, Billigstahl aus dem Ausland, damit haben viele zu kämpfen....

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: hfb312

Datum: 17.06.20 10:10

...bin ganz sicher kein Fan der Meininger Neubaukessel. Aber vor einseitiger Schuldzuweisung wäre zu prüfen, ob sich nicht (auch) eine ungenügende Wasseraufbereitung, Nichtnutzen des Abschlammventils, mangelhaftes Auswaschen und das Abstellen der Lok mit Wasser im Kessel "gerächt" haben könnte?! Interessant wäre, was die offizielle Untersuchung des Vereins selbst dazu ergeben hat?

Also ich kenne jedenfalls Meininger Neubaukessel, die mit guter Pflege auch nach 20 Jahren nicht erneuerungsbedürftig sind.

Gruß Rüdiger



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.20 10:20.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: geselle

Datum: 17.06.20 10:33

Es mag positive Beispiele geben, aber negative Beispiele überwiegen gefühlt. Mir ist das Ergebnis einer Materialprobe eines zu der Zeit dort gebauten Kessels bekannt. Im meinem Umfeld gab es heftige Probleme mit Langkesseln, Rauch- und Heizrohre. Zum Glück gibt es andere zertifizierte Materialzulieferer.
Damit lässt sich zumindest dieses Problem lösen. Die anderen von dir aufgezählten Punkte zur Behandlung von Kessel sind absolut zutreffend.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.20 11:04.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: M. Laukenmann

Datum: 17.06.20 11:43

Hallo Rüdiger,
das ist schon richtig, dass es auch gut gehen kann. Z.B.: Die 98 886 erhielt 1999 in Meinigen einen neuen Kessel und war dann beim Rhön-Zügle bis Oktober 2014 problemlos im Einsatz, bevor die Lok zwischen November 2015 und September 2017 in Krefeld eine HU erhielt ( ohne Kesselneubau ), d.h. der Meininger Neubaukessel ist seit 21 Jahren ( abzüglich insges. knapp vier Jahren Pause ) in Betrieb.
Viele Grüße
Michael.
p.s.: Hier ist die Untersuchung des Vereins zu lesen:
[www.localbahnverein.de]
BLV.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.20 11:53.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 17.06.20 19:59

Die Fladunger GtL 4/4 und auch einige wenige (!) andere Länderbahnmaschinen mögen eine Außnahme sein, die eventuell auch tatsächlich mit der "Einsatzbelastung" im Museumsbahn-Betrieb zusammen hängen mag, aber bekanntermaßen ist Meinigen bei vielen Konstruktionen, auf denen nicht ganz groß Einheits- Reko- oder DR-Neubaulok "draufsteht" in allen lokomotivbautechnischen Belangen schon immer ein wenig überfordert gewesen, was sich in den letzten Jahren wohl noch verstärkt haben dürfte...

Ich möchte immer noch an die Begebenheit von vor 20 Jahren erinnern, als mir der damalige stellvertretende Werksleiter stolz einen großen Riß der DB-Neubaulok-Reihe 82, welcher in einer der Hallen hing, ganz stolz als 94 bzw. preußische T16.1 vorstellte - mehr braucht man wohl nicht zu sagen.....

Just my 50 cents, Trittbrettfahrer

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: hfb312

Datum: 18.06.20 11:49

Hallo,

mich würde interessieren woher die Erkenntnis stammt, dass der rostzerfressene (Lochfrass?!) Langkesselboden nachweislich aus einem Materialproblem resultiert....

Gruß

Rüdiger



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.20 11:50.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: Farjado

Datum: 18.06.20 12:00

In den 90er Jahren betreute ich mit die im Bw Arnstadt/hist. zusammengezogenen Dampflokomotiven. Damals stellten wir auch plötzlich fest, dass an Kessel plötzlich starke Korrosionsschäden in einem Maße auftraten, welche man früher im normalen Betrieb nicht kannte. Insbesondere die Rauch und Heizrohre wiesen bereits nach einem Jahr oft Schäden auf, dass sie in größerer Anzahl gewechselt werden mussten. Im früheren Regelbetrieb waren solche Fälle die Ausnahme.
Wir gingen der Sache nach und stellten fest, dass die langen kalten Abstellzeiten zu einer Aufsäuerung (Sauerstoff wird im Wasser gelöst) des Kesselinhaltswassers führten. Das hat eine Sauerstoffkorrosion (Lochfraß) im Kesselmaterial zur folge. Wir haben damals das Problem gelöst, indem wir im Zusammenarbeit mit dem Werk Meiningen auf die Leitung zwischen Strahlpumpe und Kesselspeiseventil eine Dosiereinrichtung bauten mit welcher beim letzten Speisen des Kessels vor dem kalten Abstellen der Lok Sauerstoffbindemittel zudosiert wurde.
Nach Aussage eines früheren Vertriebsleiters des Werkes Meiningen wurde den Museumsbahnen, im Rahmen von Revisionen, zwar auch der Einbau angeboten, stieß aber kaum auf Interesse. Ich bin nun in der Museumsbahnscene lange nicht mehr aktiv, gehe aber davon aus, dass unsere Erkenntnisse von damals, auch im Werk Meiningen, längst in Vergessenheit geraten sind.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: Roststab

Datum: 19.06.20 13:45

Diese Sichweise hat einige Schwachstellen. Wenn mit z.B. Skiantan und Soda gearbeitet wurde, ist das Kesselwasser alkalisch, was einer starken Lochfraßkorrosion durch Sauerstoff entgegensteht. Durch Speisen mir der Kolbenpumpe wird in der Tat sauerstoffhaltiges Wasser dem Kessel zugeführt. Im Betrieb des Kessels kein Problem, da Sauerstoff sofort ausgekocht wird und mit dem Dampf aus dem System Kessel entschwindet. Und wer nimmt im Abschlußdienst schon die Kolbenpumpe? Bis zu einer gewissen Temperatur des Speisewassers wird auch mit dem Injektor noch Sauerstoff aus dem Speisewasser getrieben und sammelt sich im Dampfraum des Kessels. Ohne Bewegung wird er sich aber nicht ohne weiteres wieder im Wasser lösen. Es kommt somit zu einer Korrosion an der Grenzfläche zwischen Wasser- und Dampfraum nicht zu einer Lochfraßkorrosion an den Heizrohren. Eine Zugabe von z.B. Natriumsulfit ist deshalb immer zu empfehlen.und ich kenne einige Museumsbahnen, die dies machen. Wasserseitige Korrosion ist grundsätzlich nicht zu vermeiden. Wird aber durch falsches Dosieren (falsche Mittel, falsche Mengen) und Stahl mit hohem Anteil an Gefügefehlern begünstigt.

Umfangreiche Aufarbeitung

geschrieben von: max194

Datum: 19.06.20 14:03

Die Lok wird wirklich sehr aufwendig restauriert.
Nicht nur der Kessel ist später neu.
Wenn man auf der Seite weiterliest erfährt man, dass auch die Achslager erneuert wurden, die Zylinder aufgearbeitet werden, die Lok neu lackiert wird, und und und.
Hinterher steht also eine "(fast) neue" Lok da.

Viele Grüße!

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: hfb312

Datum: 19.06.20 15:56

Hallo Roststab und Farjado,

ihr bestätigt ja meine Vermutung einer Stillstandskorrosion als wahrer Ursache. Warum lässt man nicht einfach des noch warme Wasser am Tag nach dem letzten Betrieb ab? Antwort: Zu aufwendig es vor dem nächsten Betriebstag wieder aufzufüllen! Aber jeder Kessel dankt es dem Eigner...oder rächt sich dafür!

Gruß

Rüdiger

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: Roststab

Datum: 20.06.20 14:31

Das bedeutete bei einer Vielzahl von Kesselbaustählen den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Durch den Zutritt von Luft an den warmen und feuchten Stahl setzt erst recht. Lochfraßkorrosion ein.

Re: 70 083 bekommt erneut einen neuen Kessel

geschrieben von: Cargoknipser

Datum: 20.06.20 16:24

Das bestätigt erst einmal überhaupt nichts. Die Lok ist ja meistens gefahren. Und selbst bei unsachgemäßer Pflege sind die Schäden nach so kurzer Zeit immens. Das wird wohl noch der ganze Russenstahl vom Ende der 80er Jahre gewesen sein, mit dem Meiningen viele Vereine noch bis weit nach dem Jahrtausenwechsel beglückt hat. Sowas hätte nie verbaut werden dürfen!

VG Günter

Re: Umfangreiche Aufarbeitung

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 21.06.20 10:21

... da fragt man sich, warum man diese Großinvestition nicht in die eigene ex TAG - Lok steckt ...

Re: Umfangreiche Aufarbeitung

geschrieben von: tegernseebahn

Datum: 21.06.20 21:35

Weil das zum einen deutlich teurer wäre und zudem ursprünglich nur ein Rohrtausch vorgesehen war.