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Dieses Forum dient dem Erfahrungsaustausch über den Erhalt und Betrieb historischer Fahrzeuge. Dazu zählen auch Beiträge zu Bahnen, die planmäßig Dampfbetrieb anbieten, sowie Touristikbahnen, die nicht der Definition von Museumsbahnen im strengeren Sinne entsprechen.
Dieses Forum dient NICHT zum Veröffentlichen von Sichtungsbildern - diese gehören in die Bild-Sichtungen. Bildberichte über Museen und historische Fahrzeuge, sowie die damit in Verbindung stehende Infrastruktur sind jedoch willkommen.
Für Veranstaltungsankündigungen bitte die Termine-Seiten verwenden. Weiterführende Informationen sind hier gestattet, Berichte über Veranstaltungen aber bitte auf eine Diskussion je Veranstaltung begrenzen. Berichte über Veranstaltungen aus früherer Zeit (älter als 10 Jahre) sind nach wie vor im Historischen Forum willkommen.
Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB
Hallo,

am 23./24. Mai 2020 findet im Eisenbahnmuseum Weimar die Saisoneröffnung statt. Das Eisenbahnmuseum hat erstmals in diesem Jahr geöffnet.
Es werden alle Museumslokomotiven der Weimarer Sammlung präsentiert. Erstmals wird u. a. die E-Lok 194 178, welche der Verein im Februar 2020 als Leihgabe von Barbara Pirch übernehmen konnte, präsentiert. In den letzten Wochen erfolgten an dieser Lok kleinere Restaurationsarbeiten.
Geöffnet ist das Museum an beiden Tagen jeweils von 9 bis 17 Uhr. Zu erreichen ist das Gelände über die Eduard-Rosenthalstraße mit dem Pkw oder mit der Stadtbuslinie 3 in Richtung Tiefurt bis Haltestalle alte Hufelandklinik.

Beachten Sie bitte, das aufgrund des weiterhin gültigen Veranstaltungsverbotes kein Fahrbetrieb und kein Pendelverkehr stattfinden.
Auch bitten wir um Beachtung, das die aktuell gültigen Hygenievorschriften eingehalten werden müssen wie z. B. 1,50 m Mindestabstand.

Bw Weimar
2020 093.JPG



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.20 11:47.

Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 21.05.20 16:59

Die "echte" 194 178 sah ein kleines wenig anders aus,
wäre auch nett, wenn ein Hinweis käme, dass Eure Lok eigentlich 194 580-7 heisst und nur mit der Nummer 194 178-0 beschriftet worden ist,

ja ja ja das Recht des/r Besitzers/in, seine Lok so zu lackieren und so zu beschriften, wie er/sie es mag.

Hier eines der seltenen Originalbilder der E94 178 als 194 178-0, die leider 1988 zerlegt wurde:
194_178-lssvh-BwMuenchenHbf-19780619-Holzborn-CD692343kl.jpg

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 21.05.20 21:22

So lange man in Weimar nicht auf die "dumme" Idee kommt die Lok wieder grün zu tünchen und 194 580-7 ranzuschreiben ist es mir Recht diese eine Fake 194 178 ansehen zu können.

Frank aus der Prignitz

Eisenschwein

geschrieben von: bahamas

Datum: 22.05.20 00:45

Frank Schönow schrieb:
So lange man in Weimar nicht auf die "dumme" Idee kommt die Lok wieder grün zu tünchen und 194 580-7 ranzuschreiben ist es mir Recht diese eine Fake 194 178 ansehen zu können.

Ein echtes Schwein gehört rosafarben lackiert! :-)

Re: Eisenschwein

geschrieben von: Sral

Datum: 22.05.20 14:10

bahamas schrieb:
Frank Schönow schrieb:
So lange man in Weimar nicht auf die "dumme" Idee kommt die Lok wieder grün zu tünchen und 194 580-7 ranzuschreiben ist es mir Recht diese eine Fake 194 178 ansehen zu können.
Ein echtes Schwein gehört rosafarben lackiert! :-)
Ich kenne nur grüne Krokodile 😁.

DAS waer's dann aber wirklich!

geschrieben von: Peter

Datum: 22.05.20 14:30

Hallo!

bahamas schrieb:
Ein echtes Schwein gehört rosafarben lackiert! :-)
Ein Eisenschwein in rosa waere dann aber wirklich mal "das" Alleinstellungsmerkmal schlechthin!

Waere eigentlich das ideale Zugfahrzeug fuer Kuehlwagen- oder Kuehlcontainerzuege mit Fleischprodukten. ;-)

Und gab es in der Schweiz nicht vor vielen Jahren mal pinke Eaos-Wagen?
In der Mode heisst es doch auch auch stets: Alles kommt wieder...

Man stelle sich mal vor, was rosa fuer 'ne 194 fuer Diskussionen gaebe in der diversen Foren... :-)

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: EP 5

Datum: 22.05.20 14:53

Hallo Klaus,

ich betrachte das Problem mit der umlackierten und obendrein „falsch“ nummerierten 194er ähnlich wie Du. Diese Geschichte ist leider kein Einzelfall, da gibt es ähnliche Beispiele.

Ich hätte es von der Eigentümerin seriöser gefunden, wenn sie die Lok möglichst im Originalzustand belassen hätte. Die Verwandlung des Originals in ein Plagiat finde ich irgendwie verfehlt.

Dieser Verwandlungsvorgang trägt nicht gerade dazu bei, Teilen der Museumsbahnszene, die sich meiner Meinung nach eher an konservatorischen Konzepten orientieren sollten, eine allzu große Seriosität zuzuschreiben.


Schöne Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: leipzig-stoetteritz

Datum: 22.05.20 19:14

Hallo,

für mich als Laie wäre es schon interessant, wenn jemand mal die Unterschiede der beiden Fahrzeuge aufzählen würde.
Mit Bundesbahnmaschinen habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt bzw. auch nicht die Historie der Veränderungen
betrachtet. Auf Anhieb fallen mir nur die Türen an den Stirnseiten auf, wobei man dazu wissen muss wie es auf der anderen
Seite aussieht, da hier einmal Führerstand 1 und einmal Führerstand 2 abgebildet ist. Eigentlich schaue ich auch aufs Detail
aber hier kann man ohne alle Ansichten das nicht so richtig erkennen. Für mich stellt sich auch die Frage, wenn das Original
überlebt hätte, ob ihr im Laufe der Zeit auch Veränderungen widerfahren wären, wer weiß das schon.

Auch wenn die Lok sehr schön ist und ich mir die auch mal anschauen werde, frage ich mich, warum man für sie keinen
anderen Abstellort in ihrem ehem. Einsatzgebiet gefunden hat? Wollte die keiner haben?

Gruß Jan H.
Guten Abend in die Runde,

Ganz ehrlich, ob Plagiat oder nicht: in Weimar werden die allermeisten Ausstellungsstücke in einem sehenswerten äußeren Zustand präsentiert.
Dabei werden für die Museumsbesucher immer wieder neue Blickfänge geboten, ich denke da z. B. an die blaue S-Bahn E11 oder die weiße Lady,
die auch die "falsche" Betriebsnummer hatten. Das schafft Motivation, um das Museum wiederholt zu besuchen.
Und ganz von selbst erhalten sich die Ausstellungsstücke auch nicht in diesem Zustand.
Deswegen sollten wir vielleicht weniger "rummeckern", sondern vielmehr die geleistete Arbeit auch mal anerkennen.
Ich jedenfalls freue mich auf das kommende Wochenende, auch wenn das Wetter eher wechselhaft werden soll.

Viele Grüße aus Leipzig!

Re: Eisenschwein

geschrieben von: 41 052

Datum: 22.05.20 22:04

Moin.

Bestätige ich glatt!
Ich habe in Australien damals nur grüne gesehen.
Allerdings:
Wenn man so einen 7m "Saltwater" mal im Original gesehen hat, wird einem schon anders.
Auch die Alligatoren in Florida werden auf dem gleichen Level stehen.
Ob die allerdings genau so groß sind, kann ich nicht sagen.
Nur sie haben dort eben einen anderen Namen.

Nice Weekend!
Wieder eine wunderbares stück in der FahrzeugSammlung beim Thüringe Eisenbahnverein Weimar e.V. mehr.
Egal ob Fake oder nicht bitte sie einfach so lassen. Danke.

Ich mag gerne diese Baureihe:

Baureihe der DB, DR und auch ÖBB - E 93, E 94, 194, 254. 1020

[ulrichwalluhn.forumprofi.de]

109 049-7 ex 211 049-2 DR
LEW 13134 / 1970
Thüringer Eisenbahnverein Weimar e.V.

[ulrichwalluhn.forumprofi.de]

[ulrichwalluhn.forumprofi.de]

243 001-5 bzw. 212 001-2 "Weiße Lady"
143 117-0 a. 91 80 6143 117-0 D-DB ex 243 117-9 DR
LEW 18493 / 1986
DB Regio AG Südost Halle (Saale)

[ulrichwalluhn.forumprofi.de]


Mit schönen Grüßen

kbwbln

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Anschlussbahn

Datum: 22.05.20 23:59

Hallo,

> ich betrachte das Problem mit der umlackierten und obendrein „falsch“ nummerierten 194er ähnlich wie Du. Diese
> Geschichte ist leider kein Einzelfall, da gibt es ähnliche Beispiele.
>
> Ich hätte es von der Eigentümerin seriöser gefunden, wenn sie die Lok möglichst im Originalzustand belassen hätte.
> Die Verwandlung des Originals in ein Plagiat finde ich irgendwie verfehlt.
>
> Dieser Verwandlungsvorgang trägt nicht gerade dazu bei, Teilen der Museumsbahnszene, die sich meiner Meinung nach eher
> an konservatorischen Konzepten orientieren sollten, eine allzu große Seriosität zuzuschreiben.

das war keine Museumslok, sondern eine Maschine, die Geld verdient hat.

http://www.muehlenroda.de/bahnbilder/DSC_2655a.JPG

Hier am 13.08.2010 in Rheine Pbf vor einem Zug fuer den Weichentransport.


Als EVU kann ich meine Loks lackieren, wie ich will, meintwegen auch in violett mit rosa Sternchen auf der Seitenwand. Die zahlreichen Loks in Retro-Lackierungen sind eigentlich alle keine Museumsloks. Das gilt auch fuer die 101 in Rheingold-Lackierung.

Aber schoen, dass die Lok in Weimar steht und die sehenswerte Sammlung bereichert. Letztes Jahr hatten wir dort im Schuppen ein Modellbahntreffen und ich war doch erstaunt, was da alles vorhanden ist. Also hinfahren, es lohnt sich.

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Meterspurgleisbauer

Datum: 23.05.20 07:05

EP 5 schrieb:
Hallo Klaus,

ich betrachte das Problem mit der umlackierten und obendrein „falsch“ nummerierten 194er ähnlich wie Du. Diese Geschichte ist leider kein Einzelfall, da gibt es ähnliche Beispiele.

Ich hätte es von der Eigentümerin seriöser gefunden, wenn sie die Lok möglichst im Originalzustand belassen hätte. Die Verwandlung des Originals in ein Plagiat finde ich irgendwie verfehlt.

Dieser Verwandlungsvorgang trägt nicht gerade dazu bei, Teilen der Museumsbahnszene, die sich meiner Meinung nach eher an konservatorischen Konzepten orientieren sollten, eine allzu große Seriosität zuzuschreiben.


Schöne Grüße,
Marc

Äh, die Lok war doch von der Besitzerin meines Wissen nicht als Museumslok unterwegs. Oder hab ich da jetzt was nicht mitbekommen?

Gerald

Re: Eisenschwein

geschrieben von: EMD F-7

Datum: 23.05.20 10:06

Hallo,

nur das der Begriff "Krokodil" der Modellbahnindustrie geschuldet ist... der Historisch Korrekte Spitzname ist Eisenschwein, da sie alles andere als eine lange zierliche Nase hat... nur den Begriff Krokodil für die E94 bekommt man wohl nicht mehr weck...

MFG, Thomas




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.05.20 10:07.

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 23.05.20 10:37

Moin Gerald,

das kann man EP 5 zig mal erklären, dass die E 94 von Fr. Pirch nichts anderes war, als ein schlichtes Produktionsmittel bzw. Nutzfahrzeug. Und da hätte das Fahrzeug auch schweinchenrosa oder tiefschwarz daher kommen können.

Jener User stellt an andere stets übelste Anforderungen, was sie zu tun hätten, um irgendwas so original wie möglich zu erhalten. Und tun sie das nicht, werden sie, wie hier z. B., als unseriös betitelt.

Auf die Ansicht des EP 5 sollte man also nicht all zu viel geben. Ich wundere mich über dessen Einlassungen hier auf DSO schon lange nicht mehr.

Um auf den Ursprungsbeitrag einzugehen: Schön, dass die Kollegen in Weimar wieder einen Neuzugang präsentieren können.

Grüße
Jens

... We are not there yet, we have lost our soul, the course has been set, we're digging our own hole, we're going backwards, armed with new technology, going backwards, to a caveman mentality ...
Music and Lyrics Martin L. Gore (Depeche Mode; Album "Spirit" von 2017, Song "Going backwards"); dem ist leider nichts hinzuzufügen




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.05.20 19:43.

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 23.05.20 11:28

Hallo Farbenkritiker,

es ist doch unbenommen die einzige E94 in o/b-Lackierung und diese an einem - absolut vergleichbaren - Orginalfahrzeug sehen (und beurteilen) zu können halte ich für viel wichtiger als noch eine in grün.

https://s12.directupload.net/images/200523/ywazxfhk.jpg
Es ist doch vergleichbar mit den Stomlinien-01.10. Auch die "kannte" man ja nur von Bildern. Erst mit der Wiederherstellung der Stromlinienverkleidung an der 1102 konnte man sich eine tatsächliche, von allen Seiten betrachtbare Vorstellung einer solchen Lok machen.
In beiden Fällen halte ich die "historische Unkorrektheitsduselei" für völlig daneben da beide Lok keine erhaltenswerten Einzelstücke sondern aus Serienfertigungen sind, von denen es noch genug Anschauungsobjekte gibt.

Gruß
Michael

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Albatross91

Datum: 23.05.20 11:30

DuKabina?! schrieb:
Moin Gerald,

das kann man EP 5 zig mal erklären, dass die E 94 von Fr. Pierch nichts anderes war, als ein schlichtes Produktionsmittel bzw. Nutzfahrzeug. Und da hätte das Fahrzeug auch schweinchenrosa oder tiefschwarz daher kommen können.

Jener User stellt an andere stets übelste Anforderungen, was sie zu tun hätten, um irgendwas so original wie möglich zu erhalten. Und tun sie das nicht, werden sie, wie hier z. B., als unseriös betitelt.

Auf die Ansicht des EP 5 sollte man also nicht all zu viel geben. Ich wundere mich über dessen Einlassungen hier auf DSO schon lange nicht mehr.

Um auf den Ursprungsbeitrag einzugehen: Schön, dass die Kollegen in Weimar wieder einen Neuzugang präsentieren können.

Grüße
Jens
Moin Jens ,
Man könnte es auch so nennen, die Lok befindet sich im letzten Betriebszustand .
Das ist auch völlig ok .
Es muss ja nicht alles im Lieferzustand zurück versetzt werden.
Die Kollegin hat Ihre Loks halt so eingesetzt , wie Sie es für richtig hielt .
Als Eigentümer/in der Lok muss man schon gar nix auf das Geschwafel von Irgendwelchen Futzys geben oder sich irgendwie rechtfertigen .
Aber das werden bestimmt Leute nie begreifen .

Ich wünsche den Kollegen aus Weimar weiterhin viel Erfolg .

Gruß Johannes

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Bastelbruder

Datum: 23.05.20 11:40

Hallo,
für mich muß ein Krokodil grün sein.

194 580-7 1991 in Köln
https://up.picr.de/38604457ed.jpg

mfg
Hans
Hallo Eisenbahnfreunde,


hinsichtlich zur anregenden Farbdiskussion beim Neuzugang in Weimar habe ich folgende Frage: Welche Bedeutung maß die Eigentümerin einst dieser E 94 bei?

Hatte die Lok für sie wirklich nur die Bedeutung einer zweckmäßigen, wirtschaftlichen Güterzugmaschine beziehungsweise die Bedeutung eines „schlichten Produktionsmittels“, oder hatte das Fahrzeug für sie eine doch etwas tiefer gehende Semantik?

Mit tieferer Bedeutung meine ich die Faszination der Lokführerin an der alten Technik, die mir durchaus auch aus eigener Erfahrung nachvollziehbar ist. Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass die Wahl auf die E 94 rein rational, aus rein wirtschaftlichen Überlegungen heraus erfolgt ist.

Gab es zur Altbau-E-Lok keine Alternative und war das ganze E 94-Projekt ausschließlich betriebswirtschaftlich motiviert?


Schöne Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 23.05.20 17:34

leipzig-stoetteritz schrieb:Zitat:
für mich als Laie wäre es schon interessant, wenn jemand mal die Unterschiede der beiden Fahrzeuge aufzählen würde.
Das würde mich auch interessieren. Beide Maschinen stammen ja aus der Nachbauserie, sind also reine Bundesbahnloks aus den 50er Jahren.

Heute im Eisenbahnmuseum Weimar

geschrieben von: TU Gruppenleiter

Datum: 23.05.20 17:54

Hallo,

ungeachtet der obigen Diskussion über die "falsche" Loknummer war ich heute in Weimar. Für Herrn Holzborn und andere, am Tfz. steht als Bestandteil der NVR-Nummer die ehemalige Loknummer der Bundesbahn. Damit ist das Triebfahrzeug korrekt beschriftet, da das EBA diese Nummer bei ehemaligen Maschinen der Staatsbahnen immer verwendete (Ausnahmen waren auf Antrag möglich).

Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig die Museen zu unterstützen und soweit es möglich ist zu besuchen. Wer von den Beitragschreibern hier hat es getan? Ich weiß, einige sind selbst aktiv tätig, aber der Rest?

Der Besucherandrang war übersichtlich, so konnte man aber in aller Ruhe die Lokomotiven und ihre Details betrachten. Kein Fuzzi regte sich auf, wenn man vor einer Lok stand, sehr entspannend der Besuch. Am Eingang gab es auch etwas zur Stärkung.

Also besucht am morgigen Sonntag das Museum in Weimar, in Thüringen gilt kein Tourismusverbot. Den Kollegen in Weimar wünsche ich viele Besucher, die auch so verständnisvoll wie heute agieren.

Bis bald im Museum
TU Gruppenleiter

Re: Eisenschwein

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 23.05.20 19:23

EMD F-7 schrieb:
Hallo,

nur das der Begriff "Krokodil" der Modellbahnindustrie geschuldet ist... der Historisch Korrekte Spitzname ist Eisenschwein, da sie alles andere als eine lange zierliche Nase hat... nur den Begriff Krokodil für die E94 bekommt man wohl nicht mehr weck...

Eisenschwein war allerdings auch nur eine lokale Namensgebung. Bei der Bundesbahn hab ich diese Bezeichnung nie gehört.

Frank aus der Prignitz

Frag doch die Eigentümerin selber

geschrieben von: Frank Schönow

Datum: 23.05.20 19:29

Die Kontaktmöglichkeiten zu Frau Pirch sollte selbst ein "EP 5" im Web auftreiben können.

Frank aus der Prignitz

Re: Eisenschwein

geschrieben von: 118 640 - 2

Datum: 23.05.20 20:52

Den Begriff Eisenschwein habe ich das erste Mal in Magdeburg gehört für die E 94 der Deutschen Reichsbahn BR 254.

Gruß Olaf

Re: Hier die "echte" 194 178

geschrieben von: Leinetalbahner2006

Datum: 23.05.20 21:05

Sie wird in Verkehrsrot lackiert, ggf auch in Schwarz im MRCE-Look

Dieser Beitrag wurde aus Corona freien, digital abbaubaren bzw wieder verwertbaren Buchstaben geschrieben,

Re: Eisenschwein und Krokodil

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 24.05.20 19:00

Frank Schönow schrieb:
EMD F-7 schrieb:
Hallo,

nur das der Begriff "Krokodil" der Modellbahnindustrie geschuldet ist... der Historisch Korrekte Spitzname ist Eisenschwein, da sie alles andere als eine lange zierliche Nase hat... nur den Begriff Krokodil für die E94 bekommt man wohl nicht mehr weck...

Eisenschwein war allerdings auch nur eine lokale Namensgebung. Bei der Bundesbahn hab ich diese Bezeichnung nie gehört.

Die beiden falschen Bezeichnungen für diese DB-Loks haben sich dank "Fach"-literatur und Indernett unlöschbar in die nicht vorhandenen Synapsen der Fuzzies eingebrannt.

Da machste nix mehr als e bissi de Kopp schüttele.

;-)
Manfred
Mal ungeachtet der ganzen Diskussion über "Fake" oder nicht, wenn man sich die "194 178-0" in ihrem strahlend-tiefgründigen oceanblau-beigen Lack so ansieht, fragt man sich als Mensch mit Geschmack doch schon, warum die Bundesbahn dereinst nicht mutiger war und die ganze noch vorhandene Flotte - ähnlich wie bei der 144 - in dieses Farbschema versetzte! Diese ja doch eher arg "statisch" gestaltete Baureihe wirkt in diesem flotten "Outfit" wesentlich moderner und dynamischer als im langweilig-konservativem grünen Allerwelts-Anstrich. Schon rein optisch (z.B. im Hinblick auf die lieben Fuzzys) hebt sich die angebliche "Kotzfarbe" viel schöner von der umgebenden Landschaft ab als ständig "Dasselbe in grün". Aber so ist es ja teilweise bis heute innerhalb der so genannten "Eisenbahnfreunde-Szene": Alles was nicht wahlweise altfarben oder verkehrsrot und damit stinklangweilig ist - etwa oceanblau oder mintgrün - wird verdammt und verteufelt. Überrascht aber irgendwie auch nicht weiter, wenn man sich die Leute hinter diesen Aussagen ansieht... wobei ich hiermit auch keine Lanze für Kitsch im "Gaiblingersyle" brechen möchte!


Grüße, Trittbrettfahrer

Renovierung von Museumsloks - Vor- und Nachteile

geschrieben von: EP 5

Datum: 25.05.20 23:01

Hallo Michael,


in meinen Augen gehörst Du zu den eher angenehmen Zeitgenossen hier im Forum, mit denen ich mich gut und gerne über Eisenbahnthemen austausche. Vor allen Dingen schätze ich an Dir, dass Du bei Diskussionen stets sachlich bleibst. Von daher knüpfe ich gerne an Deine Gedanken Deines hier eingestellten Beitrages an.

Wie ich sehe, bist Du ein Befürworter von technischen Rekonstruktionen und dem Herstellen eines Ursprungszustandes bei Museumsfahrzeugen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade in der Museumsbahnszene Exponate allzu gerne renoviert werden. Dein Argument, dass man damit historische Begebenheiten (etwa Stromlinienlok, Lackierungsvarianten) besser erfahrbar macht, leuchtet mir ein.

Andererseits gehen beim Renovieren unvermeidlich auch Spuren der Geschichte unwiederbringlich verloren wie zum Beispiel bedeutende Anschriften am Triebfahrzeug, der letzte Pflegezustand, der ebenfalls einen historischen Mosaikstein im Leben einer Lok bildet. Aufgrund dessen bin ich ein Konservierungsbefürworter.

Aus der Homepage des Eisenbahnmuseums in Wismar geht hervor, dass man die stark ausgeblichene V 200 001 („Taigatrommel“) mit großem zeitlichen Aufwand wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzen möchte, was ich persönlich eher schade finde. Alternativ zum Renovieren schlage ich das Zeigen von Modellen in Vitrinen vor. Von Piko gibt es beispielweise ganz ausgezeichnete Nachbildungen, die sich für das Zeigen des Ursprungszustandes verwenden ließen.

Hoffentlich fühlen sich jetzt im Forum nicht schon wieder die „Gesinnungswächter“ angesprochen, auf die ich ganz gut verzichten kann.


Viele Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.05.20 12:22.

Da muss man doch gar nicht viel erklären...

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 26.05.20 00:53

...denn der typische "Gaiblingerstyle" spricht doch für - oder besser gegen - sich selbst: Schwülstig-barocke Bildsprache, die nicht zur radikalen Nüchternheit vieler moderner Fahrzeuge passt - übertriebene "Buntheit", also zu heftige Farbkontraste - allgemein unruhig-überladene Aufmachung der "Gesamtkunstwerke".

Übertroffen wird das Ganze aber durchaus noch von einigen Railsystems RP-"Kreationen"! Neben dem löblichen Bemühen, ihre Altfahrzeuge wieder mit würdigen Staatsbahnanstrichen zu versehen (allerdings manche mit den stilistisch leider völlig unpassenden LED-Fernleuchten nachgerüstet), auf der anderen Seite so primitiv-prollige Geschmacklosigkeiten wie "Betty Bomb" und Weitere. Sowas kann doch höchstens noch ein 15-jähriger Sonderschüler, der gerade einen "Antiaggressionskurs Kreatives Gestalten" zwangsweise besuchen muss, wirklich "cool" finden... da sind mir doch die Farbgebungen wie oceanblau-beige oder orientrot/mintgrün aus den "Grafiklaboren der Herren Professoren" wesentlich lieber. Selbst an so etwas scheinbar banalem wie Farbgestaltung offenbaren sich halt noch Unterschiede beim Bildungshintergrund und Intellekt des Gestaltenden!


Grüße, Trittbrettfahrer

Lokwelt Freilassing

geschrieben von: EP 5

Datum: 26.05.20 10:16

Hallo,

aber immerhin sollte ab März diesen Jahres in der Lokwelt Freilassing eine Sonderausstellung über die meiner Ansicht nach bemerkenswerte Designerin beziehungsweise über ihre sicherlich teils nicht ganz unumstrittenen Werke, die nach meiner Beurteilung dennoch eine durchaus beachtliche Leistung darstellen und einen kleinen Teil deutsch/österreichische Eisenbahngeschichte schrieben, gezeigt werden. Die Vernissage wurde leider wegen des importierten Virus auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Meine absolute Favoritin aus der Hand der Künstlerin war die 111er "Bierlok". Die hat mir echt gut gefallen.


Schöne Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin

Trittbrettfahrer schrieb:
Mal ungeachtet der ganzen Diskussion über "Fake" oder nicht, wenn man sich die "194 178-0" in ihrem strahlend-tiefgründigen oceanblau-beigen Lack so ansieht, fragt man sich als Mensch mit Geschmack doch schon, warum die Bundesbahn dereinst nicht mutiger war und die ganze noch vorhandene Flotte - ähnlich wie bei der 144 - in dieses Farbschema versetzte!
Weil man damals noch kostenbewusst agierte und weitere Neulackierungen ob der Nutzungssauer schlicht nicht mehr geplant wurden...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Trittbrettfahrer schrieb:
...denn der typische "Gaiblingerstyle" spricht doch für - oder besser gegen - sich selbst: Schwülstig-barocke Bildsprache, die nicht zur radikalen Nüchternheit vieler moderner Fahrzeuge passt - übertriebene "Buntheit", also zu heftige Farbkontraste - allgemein unruhig-überladene Aufmachung der "Gesamtkunstwerke".

Übertroffen wird das Ganze aber durchaus noch von einigen Railsystems RP-"Kreationen"! Neben dem löblichen Bemühen, ihre Altfahrzeuge wieder mit würdigen Staatsbahnanstrichen zu versehen (allerdings manche mit den stilistisch leider völlig unpassenden LED-Fernleuchten nachgerüstet), auf der anderen Seite so primitiv-prollige Geschmacklosigkeiten wie "Betty Bomb" und Weitere. Sowas kann doch höchstens noch ein 15-jähriger Sonderschüler, der gerade einen "Antiaggressionskurs Kreatives Gestalten" zwangsweise besuchen muss, wirklich "cool" finden... da sind mir doch die Farbgebungen wie oceanblau-beige oder orientrot/mintgrün aus den "Grafiklaboren der Herren Professoren" wesentlich lieber. Selbst an so etwas scheinbar banalem wie Farbgestaltung offenbaren sich halt noch Unterschiede beim Bildungshintergrund und Intellekt des Gestaltenden!
Bekanntlich lässt sich ja über Gemschmack streiten, schön das du jedem mit einem anderen solchen, gleich die Intelligenz absprichst. Ich hoffe du trägst privat auch Maos Einheitsanzug? Letztendlich wiederholt sich die Geschichte doch immer wieder und vieles wird erst in der Retrospektive "schön". War bei van Gogh so und ist es nun bei "blau-beige", beginnt gerade bei "orientrot" und kommt sicher bei "verkehrsrot"... Meine Meinung zu der "Kotzfarbe" wird sich allerdisngs nie mehr ändern, sowohl der Blauton, als auch die Anordnung waren nun mal einfach unterirdisch! Ebenso empfinde ich z.B. das Najbrt-Design der CD zwar recht gelungen, trifft man aber eine größere Ansammlung dieser Fahrzeuge, wirkt das schnell kühl. Letztendlich ist man doch immer dem, was man sehr oft sieht, überdrüssig und sucht das "besondere".

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
EP 5 schrieb:

Aus der Homepage des Eisenbahnmuseums in Wismar geht hervor, dass man die stark ausgeblichene V 200 001 („Taigatrommel“) mit großem zeitlichen Aufwand wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzen möchte, was ich persönlich eher schade finde. Alternativ zum Renovieren schlage ich das Zeigen von Modellen in Vitrinen vor. Von Piko gibt es beispielweise ganz ausgezeichnete Nachbildungen, die sich für das Zeigen des Ursprungszustandes verwenden ließen.

Ich nicht. Das ist die gleiche fragwürdige Einstellung, die jahrelang in Berlin herrschte... Die 120 001 stand da so seit 1992 und wer öfter in MV unterwegs war, dem fiel auf das alle Loks offenbar wegen klimatischer Unterschiede und der Meeresluft, viel schneller ausblichen als im Süden. Will man die Lok erhalten, muss man was dran machen, will man sie in weiteren 20 Jahren zusammenfegen, kann man sie stehen lassen... Irgendwie hast du dir schon die Argumentation irgendwelcher Berufsdenkmalschützer zu eigen gemacht, die ich leider oft nicht nachvollziehen kann. So darf 18 201 zwar S.-A. nicht verlassen, die optischen Veränderungen scheinen aber keinen zu stören. Eine Nebenbahn wird nicht unter Denkmalschutz gestellt, weil sie keine "ingenieurtechnische Meisterleistung" darstellt... Nein, tut sie nicht - es geht um den Erhalt des Stauts Quo.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Hallo Matthias,

ich danke Dir, dass Du auf meine kritischen Gedanken hinsichtlich der bevorstehenden Renovierung von V 200 001 in Wismar eingegangen bist. Da mich die Renovierungsthematik immer wieder beschäftigt, möchte ich gerne auf Deine Ansichten und Einwände eingehen.

Befindet sich das Exponat in der Ringlokhalle, dürfte sie eigentlich kaum weiterrosten. Es sei denn, in der Halle besteht eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Deutschen-Technikmuseum stehen unter anderem recht mitgenommene Lokomotiven, die viele Zeitgenossen nur noch als wertlosen Schrott deuten. Eigentlich muss man diesen Leuten Recht geben, nun steckt aber auch in einer „Schrottlok“ sehr viel Geschichte. Sinn der Ausstellung besteht doch darin, Geschichte oder Entwicklungen aufzuzeigen.

Ich persönlich bin Alfred B. Gottwaldt heute noch dankbar, dass er vor 30 Jahren preußische „Schrottloks“ aus Polen in die Ausstellung geholt hat. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich diese bemerkenswerten Exponate wegen der sie umgebenden, schützenden Halle auch in 20 Jahren noch nicht in Staub verwandelt haben werden.

Der gleiche Sachverhalt dürfte auch auf die V 200 001 zutreffen, vorausgesetzt die Lok steht an einem geschützten Ort.


Schöne Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin

EP 5 schrieb:
Hallo Matthias,

ich danke Dir, dass Du auf meine kritischen Gedanken hinsichtlich der bevorstehenden Renovierung von V 200 001 in Wismar eingegangen bist. Da mich die Renovierungsthematik immer wieder beschäftigt, möchte ich gerne auf Deine Ansichten und Einwände eingehen.

Befindet sich das Exponat in der Ringlokhalle, dürfte sie eigentlich kaum weiterrosten. Es sei denn, in der Halle besteht eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Deutschen-Technikmuseum stehen unter anderem recht mitgenommene Lokomotiven, die viele Zeitgenossen nur noch als wertlosen Schrott deuten. Eigentlich muss man diesen Leuten Recht geben, nun steckt aber auch in einer „Schrottlok“ sehr viel Geschichte. Sinn der Ausstellung besteht doch darin, Geschichte oder Entwicklungen aufzuzeigen.

Ich persönlich bin Alfred B. Gottwaldt heute noch dankbar, dass er vor 30 Jahren preußische „Schrottloks“ aus Polen in die Ausstellung geholt hat. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich diese bemerkenswerten Exponate wegen der sie umgebenden, schützenden Halle auch in 20 Jahren noch nicht in Staub verwandelt haben werden.

Der gleiche Sachverhalt dürfte auch auf die V 200 001 zutreffen, vorausgesetzt die Lok steht an einem geschützten Ort.
Hallo Marc,

Ich unterscheide da. Gegen ein letzten Betriebszustand (118 075 oder die 244) ist erstmal nichts einzuwenden. Im Gegenteil, diese kamen wirklich aus dem Plandienst, ohne Teileklau, ohne Abstellzeit, ohne Kosmetik.
Aber was sollen die P8 oderT9 repräsentieren? 20 Jahre Abstellzeit mit entsprechender Fledderei? Das hat doch mit dem Einsatz nichts mehr zu tun. Ähnlich ist es bei 120 001. Die stand ewig in Güstrow und da stand nicht mal fest das sie erhalten bleibt. So sieht sie halt auch aus...
Und dann war in Berlin noch 50 001... - da passt dann keins der Argumente, auch nur eine Zirkuslok.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: Eisenschwein und Krokodil

geschrieben von: 41 052

Datum: 26.05.20 22:44

Moin.

Das wird ähnlich sein, wie "BR XXX XXX-X"!
Wenn das ein Fuzzy so sagt, weil er es anderswo ständig von den "Modellbahn Herstellern vorgekaut" bekommt, soll das wohl so stimmen.
Das ist ein K(r)ampf "gegen Windmühlen"!

Durchhalten!

Re: Eisenschwein und Krokodil

geschrieben von: cargonaut69

Datum: 26.05.20 23:57

Warum sind denn die Bezeichnungen "falsch"? Nur weil ein Bewohner der alten Bundesländer nie bei der DR zugegen war, wo die Loks in der Tat als "Eisenschwein" bezeichnet wurden? (Die Formulierung "... diese DB-Loks ..." lässt darauf schließen, dass manche Leute hier den Einsatz bei der DR bis Anfang der 90er Jahre irgendwie nicht auf'm Schirm haben.)
Ich kenne übrigens auch einige Bundesbahn-Lokführer, die noch auf dem Teil gefahren sind - auch die verwenden den "falschen" Ausdruck "Krokodil"... Und nun?
Guten Morgen.

EP 5 schrieb:
...hinsichtlich der bevorstehenden Renovierung von V 200 001 in Wismar eingegangen bist.
...
Der gleiche Sachverhalt dürfte auch auf die V 200 001 zutreffen, vorausgesetzt die Lok steht an einem geschützten Ort.
Die 120 001-3 ist eine Leihgabe an die Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde in Schwerin und steht trocken und geschützt in einem Lokschuppen, nachzulesen auch hier: [www.eisenbahn-museumsfahrzeuge.com].

Gruß Gunnar -> http://abload.de/img/118104-995kow.jpg
zur Zeit, als bei der DB - also der Deutschen Bundesbahn - sich noch 124 Lokomotiven als E94 im Bestand tummelten und solche Fragen wie Neulackierung noch Utopie waren, da sagte NIEMAND "Krokodil" geschweige denn "Eisenschwein", der Begriff Krokodil wurde von der Modellbahnindustrie, hier Märklin, für die Schweizer BE oder Ce 6/8 geprägt, ihn kannten selbst die schweizer Lokomotivführer vorher nicht.
Als die Mitbewerberfirma Fleischmann anfing, den Modellen eigenartige Spitznamen ("Schwarzer Riese", "Staubsauger", "Steppenpferd", "Bügeleisen")
zu geben, versuchte es Märklin bei seinem Modell der E94, die zu jener Zeit nicht gerade der Renner war, den Namen "Deutsches Krokodil" umzusetzen.
Hat zwar nicht den Abverkauf beflügelt, aber offensichtlich einige Fans, die nichts anderes zu tun haben, als sich um solch eine Spitze der Fahnenstange zu kümmern. Und Fleischmann hat zu allem Überfluss letztendlich das auch noch für sein Modell übernommen.

Eigentlich kamen die Spitznamen erstmals durch die DB-eigene Fan-Zeitschrift PFIFF auf, die Macher stellten in unregelmäßigen Abständen Lokomotiven in Portraitform vor und vergaben solche Namen wie "Steppenpferd" bei der 24er und "Bubikopf" bei der 64er, die absolute Höhe war "Die Namenlose" bei der 78er, weil denen dazu wohl nichts Besseres eingefallen ist.

Bei den Lokführern wurden derartige Namen soweit ich betroffen war oder dabei war, nie verwendet.

Aber auch Fans gaben den Loks Spitznamen, wie der "Zucker-Susi". weil sie zuletzt bei einer Zuckerfabrik im Einsatz stand (gilt aber nur für 98 727, nicht für die 90er bei Pfeiffer und Langen ...).

Ähnliches passiert heute mit der Firma ESU, die unbedingt ihren Class-66-Modell-Lokomotiven die völlig falsche und irreführende Bezeichnung "Class 77" gibt, obwohl die Baureihennnummer 0077 nur für die bei der SNCF zugelassenen Exemplare gilt (weil dort die 66 schon belegt war als die Engländer sich breit machten). Bei der DB AG und dem EBA heißt die NVR-Nummer nach wie vor 266, 2 für Diesel und 66 für die Reihe.

Aber in 50 Jahren glaubt natürlich jeder, es hätte auch eine "Class 77" gegeben.

Also: Den Ball flach halten
Hallo Matthias,


ich führe unseren Meinungsaustausch gerne noch einmal ein wenig weiter, bei dem es mir keinesfalls um bloße Rechthaberei geht, eher um die Klärung eines meiner Ansicht nach wichtigen Sachverhaltes.

Was die vorherige Abstellzeit des Exponates Ok 1-296 (ex. 38 2425) in Polen angeht, erlaube ich mir anfangs eine kleine Korrektur Deiner vorherigen Angabe. Im Ausstellungskatalog „Züge, Loks und Leute – Eisenbahngeschichte in 33 Stationen“ von Alfred B. Gottwaldt heißt es, dass die besagte P 8 in den Jahren 1980/81 in Krzyz (Kreuz) als Heizlok diente, ehe sie im Jahre 1986 ins damalige „Museum für Verkehr und Technik“ nach Berlin kam.

Ein Exponat in diesem Zustand weist meines Erachtens über seine technischen Funktionen hinaus. Es veranschaulicht neben der Konstruktionsgeschichte auch die Zeitlichkeit technischer Artefakte und deren Schicksal. Man kann die P 8 direkt mit der dort angrenzenden 17 008 vergleichen, deren Geschichte ganz anders verlief. So etwas finde ich in Ausstellungen ganz interessant.

Auch die Geschichte der 120 001, die mit einer langen Abstellzeit in Güstrow verbunden ist, ist aus meiner Sicht spannend, weil viele Fragen aufwerfend. Der jetzige Zustand ist Teil dieser Geschichte, die meines Erachtens in einem Museum möglichst sensibel behandelt werden sollte.

Sehr schöne Exponate bilden für mich auch einige 52er in Hermeskeil. Ein solches Relikt kann sich aber erst in einer „richtigen“ Ausstellung auf einer höheren Metaebene sozusagen, wo die Provenienz des Objektes ebenfalls Thema wäre, richtig entfalten. Ein schöner Ausstellungsort wäre Pankow-Heinersdorf, aber der Eigentümer legt leider nur wenig Wert auf die Kultivierung jener Geschichte, möchte sie am liebsten eliminieren…


Viele Grüße,
Marc

"Der Bahnhof Zoo war eine Institution in West-Berlin. Groß, dunkel und schmuddelig hatte er eine düster-erhabene Aura."

Tanja Dückers, Mein altes West-Berlin





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 17:46.

Ok 1-296 (ex. 38 2425)

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 27.05.20 22:59

Eine P8 in dem Zustand zu sehen, hat durchaus dokumentarischen Wert, indem damit z.B. auf das Schicksal alter Technik und auf die Vergänglichkeit menschlichen Schaffens allgemein hingewiesen wird. Außerdem tut es so schön weh...

Ich hätte es aber auch verstanden, wenn jemand die Lok gekauft und betriebsfähig wiederhergestellt hätte - so mit vorher-nachher-Vergleichsbildern.

Nun ist es aber ein ganz unbestreitbarer Vorteil, daß die Lok physisch überhaupt noch existent ist und nicht wie tausende andere gänzlich verschrottet wurde.
Theoretisch könnte sie also wieder fahren. Somit wären bei einer Änderung der Verhältnisse oder der Anschauungen immer noch alle Möglichkeiten offen...

Re: Ok 1-296 (ex. 38 2425)

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 28.05.20 08:01

Hallo,

immerhin ist die P8 eine der wenigen noch mit den originalen, von der DRG nachgerüsteten Windleitblechen

https://s12.directupload.net/images/200528/cd5eajku.jpg
Diese Windleitbleche waren ja eine Art Abausatz. Ein entsprechend zum vorhandenen Umlauftragwinkel geboges U-Profil wurde dazu an den Tragwinkel geschraubt um das Windleitblech möglichst weit aussen an der Umrissgrenze anzubringen.

https://s12.directupload.net/images/200528/geuyprjn.jpg
Das vorgeschraubte U-Profil von hinten unten gesehen, wobei das Windleitblech parallel zur Seitenlinie verlief und dadurch weniger Wirkung zeigte als als die nach hinten dann näher an den Kessel verlaufenden großen Bleche bei den Einheitsloks. Auch die Wittebleche sind hinten näher am Kessel als vorne um die anströmende Luft entlang des Kessels zu beschleunigen um ein eindringen des Rauchs in diesen Bereich zu erschweren.

https://s12.directupload.net/images/200528/mkqbuhue.jpg
Nur die auf dem vorderen Umlauf (noch mit original preussischem Riffelblech) angebrachten schräg nach oben gerichtete Leitbleche wurden abgebaut, wohl um den großen polnischen Laternen Platz zu machen?

https://s12.directupload.net/images/200528/vuv5ozgp.jpg
Auf diesem Bild der Eisenbahnstiftung erkennt man diese waagerechten, schräg nach oben gerichteten Leitbleche.

Man sieht, auch an einer heruntergekommenen, dreckigen Lok lässt sich noch so manches erkennen.

Gruß
Michael

Re: Eisenschwein und Krokodil

geschrieben von: Frankfurter

Datum: 28.05.20 19:41

cargonaut69 schrieb:
Warum sind denn die Bezeichnungen "falsch"? Nur weil ein Bewohner der alten Bundesländer nie bei der DR zugegen war, wo die Loks in der Tat als "Eisenschwein" bezeichnet wurden? (Die Formulierung "... diese DB-Loks ..." lässt darauf schließen, dass manche Leute hier den Einsatz bei der DR bis Anfang der 90er Jahre irgendwie nicht auf'm Schirm haben.)
Ich kenne übrigens auch einige Bundesbahn-Lokführer, die noch auf dem Teil gefahren sind - auch die verwenden den "falschen" Ausdruck "Krokodil"... Und nun?

Gude, cargonaut69,

Da mir an anderer Stelle vorgeworfen wird, ich hätte zumindest derzeit Probleme mit dem Lesen und Verstehen von Texten, versuche ich mich mal an Deinem Beitrag. Zu allererst möchte ich mit einem (Fake)-Zitat vom Staatsratsvorsitzenden Adenauer antworten: "Niemand hat die Absicht, ein Eisenschwein als Krokodil zu bezeichnen." Donald T. bürgt für die Echtheit des Zitats. Hat er mir selbst getwittert. Wann? Ab sofort! Oder habe ich da was falsch verstanden?


Mal Butter bei die Nordseefische! Gabs die übrigens auch in der SBZ? ;-)

Einigen von uns Älteren hier im Forum ist durchaus noch erinnerlich, daß es im vergangenen Jahrtausend zwei Staatsbahnen zur gleichen Zeit auf deutschem Gebiet in den Grenzen von 1949 gab. Dazwischen lagen ein paar kleine Stückchen Stacheldraht oder so. Wieso sollten also Wessi-Bahner eine DB E 94 "Eisenschwein" nennen, nur weil Ihnen unbekannte Ossi-Bahner das bei ihren DR E 94 taten. Ob das dunnemals dort schon eine bekannte Bezeichnung war, oder auch nur ne Mär wie die von KDH dargestellten West-Fantasienamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Behauptet wird viel, auch und gerade bei DSO.

>>(Die Formulierung "... diese DB-Loks ..." lässt darauf schließen, dass manche Leute hier den Einsatz bei der DR bis Anfang der 90er Jahre irgendwie nicht auf'm Schirm haben.)<<

Ob hier jemand etwas nicht auf irgendeinem Schirm hat, maße ich mir nicht an zu behaupten. Das viele EF im Westen nichts von Loks der DR wußten, ok Zustimmung. Das lag aber daran, das für viele (Achtung, noch ein Vorurteil) das Interesse an Eisenbahnfahrzeugen spätestens hinter dem Tender einer Dampflok endete und sich das Interesse außerdem auf das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkte. Was mich persönlich angeht, ging mein Interesse schon in den ersten Hobbyjahren in den 60er Jshren des letzten Jahrhunderts des vergangenen Jahrtausends weiter, in Bezug auf Dampfloktenderpuffer und auf Staatsgrenzen und Kontinente. Das bedeutet aber nicht, daß nur, weil ein "Westbürger" eine DB E 94 nicht "Eisenschwein" nannte, dieser keine Ahnung von der Existenz der DR E 94 hatte! Und wenn er von den Loks wußte, wieso sollte er deren Spitznamen auf "seine" Loks anwenden. So schön ist der nun auch nicht. Es kam ja auch niemand auf die Idee, den Bundeskanzler Adenauer als Staatsratsvorsitzenden zu bezeichnen. ;-)) Das wäre doch absurd,oder?

Und die Bezeichnung von DB 194ern als "Krokodil" durch einige DB-Lokführer zeigt, daß es auch in diesem Beruf Märklinisten gab, die im Märklin-Katalog geschmökert haben. Ich habe genug Eisenbahner und Eisenbahnfreunde (West) - keine "Fuzzies" - kennengelernt, die eine E 94 einfach "94er" nannten und sonst nichts.

So viel zu "falschen" Bezeichnungen für die falschen Objekte.

Noch en Gude,
Manfred

Bleibt gesund!