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?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Schmalspurbahnfreund

Datum: 05.03.20 17:36

Hallo,

In der Eingangssequenz dieses Films sieht und hört man 64 491 der DFS. Nur der Pfeifton klingt eigenartig, erinnert an eine amerikanische Mehrklangpfeife.
Hat die Lok so eine Pfeife?

Kann jemand den Drehort bestimmen? Die Landschaft sieht schon recht fränkisch aus.


[www.ardmediathek.de]

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Jürgen Danner

Datum: 05.03.20 18:40

Mit Sicherheit nicht - schlecht recherchiert.

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: MS Baden

Datum: 05.03.20 19:18

Hallo,

danke für den Hinweis auf den interessanten Film, den ich noch nicht entdeckt hatte.
Die 64 491 hat eine Einheitslokpfeife mit tieferem Ton. Da haben die Geräuschemacher einen falschen Pfeifton unterlegt. Die Bundesbahn-Rauchkammertür passt auch nicht zur dargestellten Epoche, aber man muss schon froh sein, wenn nicht - wie so oft - eine DR-Rekolok für so einen Film herangezogen wird.
Wir als Eisenbahnfreunde können uns das ja in der Phantasie in der passenden Epoche vorstellen.

Jens

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 05.03.20 20:08

Die Aufnahmen müssten zwischen Muggendorf und Behringersmühle entstanden sein. Das Thema Eisenbahn und Spielfilm wurde schon oft diskutiert, selten passt da was zusammen, der normale Zuschauer merkt es nicht.

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: TOC

Datum: 06.03.20 10:19

Da hat man einfach einen Standardlokpfeifton aus der Soundbibliothek genommen (gibt´s bei jedem gängigen Videoschnittprogramm dazu). Hatte man wohl keine Lust für den Vorspann unnötig Arbeit zu investieren....wie oben gesagt, den normalen Filmzuschauer interessiert das nicht die Bohne. Die 64 klingt dadurch allerdings eher wie ein Raddampfer :)

Gruß Thomas

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Holger Drosdeck

Datum: 06.03.20 10:55

Nur mal so ein paar Beispiele für falsche Bahnszenen in Spielfilmen mit historischeem Hintergrund, oftmals mit Bezug zum Thema Nationalsozialismus, das ist ja bei Filmemachern oftmals eines der "beliebtesten" Filmthemen:

In o.g. ARD-Film: Nicht nur der Pfeifton der Lok, nicht nur die Rauchkammertür, sondern auch der Umstand, dass überhaupt ein so kurzer Nebenbahnzug als Deportationszug mit Güterwagen dargestellt wird, ist historisch falsch. Der DB-Keks wurde auch an der Lok gelassen, die Buchstaben offenbar digital retuschiert.

In dem us-amerikanischen Film-Mehrteiler "Holocaust" von 1979, der damals als kleine Sensation von Filmstudios aus den USA teilweise auf dem Gebiet der DDR gedreht werden durfte, fährt eine 52.80 mit DR-EDV-Beschilderung, aber aufgemaltem Hakenkreuzadler an den Führerhausseitenwänden rum.

In Steven Spielbergs "Schindlers Liste" von 1993 fahren polnische 52er in PKP-Beschriftung als Ty 42 durchs Bild.

Und auch in Filmen mit neuerem historischen Hintergrund: Im aktuellen Kinofilm über Udo Lindenberg kommt eine Szene vor, die soll in Gronau in den 1950er oder 1960er Jahren spielen. Es kommt ein unbeschrankter Bahnübergang ins Bild, der ist straßenseitig mit den heutigen Ankündigungsschildern mit E-Lok drauf beschildert. Noch bin in die frühen 1990er Jahre gab es aber noch nur das Schild mit Dampflok drauf.

Die Liste ließe sich sehr lang fortsetzen. Sonstige Requisiten wie Kleidungsstücke, Frisuren usw. sind ja aber oftmals historisch sehr genau nachgebildet für Filmarbeiten. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass eine passende Eisenbahn genau das ist, was beim Film immer für am wenigsten wichtig erachtet wird - da ist es beim Film offenbar nicht anders als in der Verkehrspolitik bzw. allgemein in der Gesellschaft...

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Peter Illertr

Datum: 06.03.20 12:04

Die Klangfarbe der Mehrtondampfpfeife macht sich aus dramaturgischen Gründen in der Sequenz sehr gut, finde ich. In dem Film geht es nun mal primär um menschliche Schicksale, weniger um eine verkehrsgeschichtlich exakte Dokumentation.

Viele Grüsse
Peter

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Gt2x4/4

Datum: 07.03.20 10:22

Die von Baldwin 1899 und 1901 an die K.B.St.B. gelieferten E I (Vauclain) und S 2/5 (Vauclain) hatten nach Angaben Ludwig von Welsers tatsächlich die typische us-amerikanische Dreiklangpfeife, wie sie auch für Dampfschiffe zur Anwendung kam. Seltsamerweise wurde diese Pfeife in den Münchner CW nicht ausgetauscht. Für eine 64er ist sie allerdings in der Tat eine unpassende Sounddatei.

.

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 07.03.20 13:38

Bei der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) soll es eine Dampflok mit Schiffspfeife gegeben haben. Das war vor Jahrzehnten im Eisenbahnkurier (EK) zu lesen. Aber eine solche Pfeife für eine 64er ist ja wie Altbier im Münchner Hofbräuhaus :-(

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 08.03.20 22:21

Hallo,

die Gt 2x4/4 hatte lt. Maffei auch eine "Schiffsirene", nur ob mit Mehrklang ist wohl unklar?
Mehrklang hatte die BR10, eine dieser Pfeifen war mal eine Zeit lang auf einer BR 41-Museumslok.

Gruß
Michael



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.03.20 22:22.

Re: ?64 491 im Film...Pfeifton korrekt?

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 09.03.20 16:30

Lok "Braunschweig" (Hafen 2) des VBV ist auch schon lange mit einem Dampferhorn unterwegs. Soll von einer BSE-Lok stammen.

Dampflok 56 3007

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 10.03.20 15:05

Hallo,

diese Lok hat eine Zweiklangdampfpfeife und steht im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein. Leider ist sie seit Jahrzehnten nicht betriebsfähig. Bei ihren letzten Einsätzen auf der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft im Jahre 1977 war die Dampfpfeife im Zweiklang auch zu hören. Vielleicht hat damals jemand Tonaufnahmen gemacht?
Beim Dampflokabschiedsfest in Stolberg am 03. und 04.04.1977 war allerdings nur eine Dampfpfeife und zwar die mit dem dunkleren Ton zu hören.
Wann diese Veränderungen vorgenommen wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß
Horst