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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 86_018

Datum: 09.10.19 11:02

Hallo Freunde der Dampflok

dass Kohle und Wasser zu den Lebenselexieren einer Dampflok gehören ist ja nicht neu und allseits bekannt. Aber die dafür notwendige Infrastruktur (Wasserkräne und Kohlenbansen) wurden im Zuge wgefallenden Planverkehrs mit Dampf immer weniger. Die Umstrukturierung der Staatsbahnen in Ost und West zur DB AG hat dies noch beschleunigt. Für die Veranstalter von Sonderfahrten mit Dampfloks wurde deshalb die Bereitstellung von Speisewasser immer komplizierter. Nur durch kreative Ideen und
Unterstützung verschiedener Organisationen ist es heute möglich solche Sonderfahrten überhaupt noch durchzuführen. Nachdem ich kürzlich von meinem Freund Ulrich Müller aus Adorf Fotos einer Sonderfahrt erhielt kam mir der Gedanke mal etwas tiefgründiger das Thema Speisewasser für Dampfloks in den letzten Jahren zu betrachten.
Nicht nur Sonderfahrten quer durch Deutschland sondern auch ortsgebundene Museumsbahnen mussten sich etwas einfallen lassen.

https://abload.de/img/glau14011dok0a.jpg

Eine elegante Lösung insbesondere für weite Strecken ist ein Hilfstender. Bekannt von der 18 201 und hier für die 01 0509. Wasser und auch Heizöl kann hier mitgeführt werden

https://abload.de/img/slt102etj57.jpg

Für viele Sonderfahrten ist "Löschhilfe" durch die Feuerwehr angesagt. In Schlettau hat die Feuerwehr seit Jahren zu tun um Lokomotiven auf der Strecke
Annaberg-Buchholz - Schwarzenberg zu versorgen. Ein fast schon historische Bild mit noch ausgekreuzten Formsignalen.

https://abload.de/img/sfd8xpjd7.jpg

2004 war die 65 1049-9 auf dem "noch" Bahnhof Schönfeld-Wiesa. Während die Zugfahrgäste die Spur 1 Anlage im Modellbahnland Schönfeld besuchten hatten
die Feuerwehren aus Neundorf und Wiesa genügend Zeit um den Vorrat wieder aufzufüllen. Statt Wasser aus dem am Bahnhof liegenden Teich zu verwenden musste auf einen Hydranten zurückgegriffen werden. Das Teichwasser war wegen starker Verschmutzung nicht geeignet.

https://abload.de/img/meiningen-0514lyjzw.jpg

Ein Jahr später war die gleiche Lok mit weiteren Maschinen auf dem Weg nach Meiningen. Leider war diese Fahrt insbesondere wegen Wasserversorgung total aus dem Fahrplan geraten. In Jena-Göschwitz musste die Lok erst noch hinter den Bahnübergang zurückgedrückt werden um dann von den Jenaer Stadtwerken versorgt zu werden.
Da der Hydrant aber nur wenige Hundert Liter pro Minute abgeben konnte war eine Verspätung von mehr als + 45 die Folge.

https://abload.de/img/meiningen-0511p7ksh.jpg

Am Stadtrand von Erfurt war dann die Zuglok 41 1144-9 dran. Die Erfurter Feuerwehr hatte die Sache besser im Griff. Aber der Fahrplan war nur noch Makulatur.
Mit + 120 kamen wir in Meiningen an. Der Besuch im Raw wurde dann im Dauerlauf absolviert.


https://abload.de/img/shh1201z6k3t.jpg

Die Museumsbahn in Schönheide braucht wegen der Streckenlänge nur eine Wasserstelle. Der Wasserkran hat die Zeit nicht überdauert. Ein Anschluß im Lokschuppen
reicht aber aus.


https://abload.de/img/jh04-1614yukjq.jpg

Auf der Preßnitztalbahn ist man etwas komfortabler ausgestattet. Neben dem schönen Wasserhaus in Steinbach gibt es in Jöhstadt den Wasserkarn am Heizhaus
und noch weitere Quelle am Kohlenlagerplatz. Manche Lokpersonale ziehen dieses Wasser dem aus dem Wasserkran vor.

https://abload.de/img/jh-forelle6x5jt6.jpg

2016 gab es ein Jubiläum der Gaststätte Forellenhof. 99 4511-4 fuhr mit einem Sonderzug talwärts nur bis Forellenhof. Mittels Motorpumpe wurde der Vorrat aus dem namensgebenden Gewässer sichergestellt. An diesem Tag hatte die Lok ein extra Schild am Führerhaus. Die "Letzte Neubaulok der DR" war 50 Jahre alt.


https://abload.de/img/150af-scharfwolk14ddkzy.jpg

Bei den Fahrten zum 150 jährigen auf der Strecke Annaberg- Flöha (sä. AF) hatte die 86 1333-3 eine längere Pause in Wolkenstein. Zeit für die Ortsfeuerwehr
den Wasservorrat mittels Tragkraftspritze aus der Zschopau zu ergänzen

https://abload.de/img/wilzschaus187q2jvq.jpg

In Wilzschhaus (Schönheide Süd) steht der Wasserkran an der Schmalspur noch. Das Wasser wird aber dorthin gepumpt.

https://abload.de/img/jh04061927vajm8.jpg

Die I K war dieses Jahr im Sommer wieder in Jöhstadt. Da der Wasserkran am Haus von einer IV K benutzt wurde griff man auf zweite Versorgungsstelle zurück.

https://abload.de/img/slt289193cwkxs.jpg

Bei Fahrten der Erzgebirgischen Aussichtsbahn mit der 86 1333-3 ist in Schlettau ein Wasserhalt notwendig. Die Vorräte der 86 sind zu gering um den ganzen Umlauf bis Schwarzenberg sicher durchzustehen.



https://abload.de/img/adorf-wasser50jyi.jpg

Adorf hat zwar einen Wasserkran, aber vermutlich hat der trockene Sommer die Reserven verschwinden lassen. Schon ein ganz beträchtlicher Aufwand um es in Adorf wieder dampfen zu lassen

https://abload.de/img/adorfwasserc9kex.jpg

Ab 50 3648-8 aus Chemnitz konnte trotzdem versorgt werden.



Ich denke es gab und gibt noch mehr teils originelle Lösungen bei der Versorgung der Loks mit Wasser.

Wasser marsch

Helmut

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: erikelch

Datum: 09.10.19 13:21

Hallo zusammen,


die Chemnitzer hatten bei 65 1049 einen gedeckten Güterwagen als Hilfswasserwagen. In diesem G-Wagen waren 10 oder 12 Gitterboxpaletten mit je 1 Kubikmeter Fassungsvermögen als zusätzlicher Wasservorrat eingebaut. Über einen Schlauchanschluß konnte die Lok dann mittels ihrer lokeigenen Pumpen das Wasser ansaugen.

Bei den Rennsteigbahnern habe ich das gleiche Prinzip Anfang der 2000er Jahre bei den Fahrten mit 94 1292 erleben können. Ob deren G-Wagen als Hilfswasserwagen aktuell bei 94 1538 noch eingesetzt wird, weiß ich nicht.

Selbst das Team von 01 150 hatte eine (auch optisch für die Fotofreunde) prima Lösung: einen umgebauten 26,4-Meter Bundespostwagen in schönem bundesbahnpostgrünen Lack als zusätzlichem Wasserwagen.

Aus Fotografensicht optisch weniger schön, aber betrieblich erforderlich ist inzwischen oft das Mitführen eines zweiachsigen Kesselwagens als "Hilfswassertender", so praktiziert bei 78 468 oder den Fahrten der Eisenbahnfreunde Treysa e.V.

Viele Grüße
erikelch

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 09.10.19 14:38

Da muß gut geplant und geprüft werden. Negativbeispiel war am 15.06.96 die Fahrt "Mansfelder Land " . In Staßfurt übernahm 65 1049 den Zug von 01 1100. Bis Artern lief alles mit kleiner Verspätung, dort wusste niemand wie man den Hydranten aufdreht, der Schlauch war so undicht, daß seitlich fast mehr als vorn heraus kam. In Querfurt lief es dann nach querer. In Halle übernahm 01 1100 wieder den Zug, mit 2 1/2 Std Verspätung kam man 23.59 wieder in Braunschweig an,nachdem sich aufgrund der Umleitung über Halle - Bitterfeld wegen des Chemieunfalls in Schönebeck die Fahrzeit ohnehin verlängert hatte. Eine vorherige Überprüfung von Hydrant und Schläuchen hätte das Chaos vermieden. Spätere Pendelfahrten ab Altenbeken und Hameln waren besser organisiert.
Bei der Fahrt 2002 nach Osnabrück war in Bünde für 042 096-8 Wassernehmen am Bahnsteig geplant, tatsächlich landeten wir im Gbf, die Lok mußte in ein Nebengleis fahren. Dort fand die Lokmannschaft unten an der Straße einen Unterflurhydranten, so bremst man Dampfzüge aus. Auch wenn Zusatztender oder Kesselwagen optisch nicht so gut aussehen ist es oft die bessere Alternative. Ähnliche Geschichten kann wohl fast jeder Museumsbahnmitarbeiter erzählen, ob Lokführer oder Minibar-Verkäufer und "Fahrgasttröster".

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 99 741

Datum: 09.10.19 17:02

Hallo,

für die 86 333 nutzt die PRESS ebenfalls einen Kesselwagen. Zur Sommertournee in Norddeutschland waren auch eigene Begleiterwagen dabei, vor einigen Wochen auch ein E-Wagen mit Kohle.

https://up.picr.de/36952182gm.jpg
86 1333-3 auf der Rückfahrt von Prag (?) nach Zwickau in Sehma.


Gruß
Julius

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 86_018

Datum: 09.10.19 17:20

Hallo Julius,

es sieht so aus als hätte die PRESS ihren eigenen Hilfszug mit. Die beiden Gbs stammen wohl aus einem Standardhilfszug.

MfG

Helmut

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: BOS

Datum: 09.10.19 17:41

Es gibt immer wieder Mitmenschen die einen durch stark bebilderte Beiträge wirklich begeistern können. Da werden dann sogar sogenannte Randthemen zur spannenden Unterhaltung.
Aber was wäre eine Zuschrift ohne Kritik ? :)
Ich hätte da 2 Punkte, einmal die Abgelichteten betreffend, einmal die Meinung der lesenden Gemeinde hier.

Auf einem Bild sieht man ein vorzüglich gestaltetes Füllrohr, vorbildlich konstruiert damit es nicht zu unötigen Lackschäden an der schönen "neuen" Lok kommt. Und dann reibt man mit einer Metallleiter gleich daneben über den Lack. Man könnte auch einige alte Lappen um die Leiter wickeln. Es ist doch einfach zu schade diese Risiken einzugehen und irgendwann hat man dann unschöne Unterrostungen die man nur aufwändig wieder beheben kann. Von den Kosten mal ganz zu schweigen.

Und ein Weiters fällt mir auf: Zuerst aber mal mein Bekenntnis zum notwendigen Fahrplan. Während mich im Alltag Verspätungen auch sehr nerven, ist mir das in der Freizeit allerdings so was von egal. Man glaubt es kaum. Natürlich wird das den einen oder anderen Betriebler unruhig werden lassen. Man muß dann auf der Rückfahrt ja wieder zwischen irgendwelche Takte usw . Aber für den Fahrgast sollte so was doch eher ein zusätzliches Abenteuer darstellen, als ein Ärgernis, oder? Zumal es dann meist auch noch mehr zu sehen gibt und man noch mehr schöne Situationsaufnahmen machen kann.

Ich empfinde das so, das die Museumsbahner eine großartige Arbeit machen und wenn es dann hier und da mal klemmt. Nun ja, dann ist das halt so. Besser bei der Freizeitgestaltung einmal eine richtige Verspätung zu der man noch Jahre später eine spannende Geschichte erzählen kann, als jeden Tag unter der Woche und man hat ständig Ärger mit seinen Vorgesetzten weil die Bahn und ihre privaten Konkurrenten ihr Werk einfach nicht in stabilen Bahnen lenken können.

Mit Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.

In England...

geschrieben von: dampfhappi

Datum: 09.10.19 18:02

[www.bellsandtwotones.co.uk]

Die sind unter anderem darauf spezialisiert, Main Line Steam mit ihren Wasser-LKW landesweit zu versorgen.

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 03 188

Datum: 09.10.19 18:22

Hallo Erikelch

Der Postwagen von 01 150 ist aber kein Wasserwagen. 41 360 hatte so einen, heute HDS Stuttgard.

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Wizard of Oz

Datum: 09.10.19 19:49

Eine gute Idee, einmal die heutigen Schwierigkeiten und deren Lösungen zusammenzutragen – klasse Beitrag!

Durch "kleine" technische Unzulänglichkeiten kann es in der Tat manchmal etwas länger dauern:

https://img.fotocommunity.com/das-dauert-ja-wieder-6666b116-81c2-4556-a08f-bcb788d779cb.jpg?width=1000


Viele Grüße
Thomas

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Bahnfan-Gera

Datum: 09.10.19 20:19

Sowas kann man auch schon mal von einer Straßenbrücke machen...


https://s17.directupload.net/images/191009/zyh96ccp.jpg

https://s17.directupload.net/images/191009/49utxgn8.jpg

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 09.10.19 20:42

Hallo,

Ich würde mir die Leiter auf dem Bild noch mal genauer ansehen.. ;-)

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Nachfrage zu Bild 9.....

geschrieben von: TRO

Datum: 09.10.19 22:10

Hallo,

hast du zu Bild 9 in Wolkenstein "Fahrten zum 150 jährigen auf der Strecke Annaberg- Flöha (sä. AF) hatte die 86 1333-3" noch mehr Personalbilder? Da war gerade Ablösung und ich bin leider nicht mit zu sehen. Im weiteren Fahrverlauf wurde bis Schwarzenberg (über Zwickau) und mit dem Leerreisezug nach Glauchau noch fünf Mal Wasser genommen.

Mfg TRO

Verkauf von diversen Eisenbahnbüchern, Heften (EK, EJ), Sammelwerken und anderem:
[www.ebay-kleinanzeigen.de]

"Die Erzgebirgische Aussichtsbahn" Schwarzenberg-Annaberg- Ausflugsfahrten mit Dampflok und Dieseltriebwagen
[www.erzgebirgische-aussichtsbahn.de]

Die Such- und Angebotsliste für Eisenbahnfahrzeuge &- Teile des VDMT [www.vdmt.de]



Hallo!
Danke für den schönen Beitrag. Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass es mit einem Wasserverband Probleme bei der Wasserentnahme gab. Gibt es mittlerweile eine einvernehmliche Regelung für die Wasserabgabe, mehrere Kubikmeter sind ja nicht vernachlässigbar. Wird das Wasser kostenlos hergegeben? Könnte ja schwierig werden, wenn die Sommer weiterhin so trocken bleiben...
Carsten Dietrich Brink
82131 Gauting

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 50 3604-1

Datum: 10.10.19 02:05

Hallo Helmut.

Ja das ist der Ex DR 40 50 944 0 672-6 Gerätewagen Ex Hilfzug Meiningen davor Saalfeld und dem ex Falkenberger Energiversorgungswagen 40 50 946 0598-8
DBAG Nummern waren:
40 80 940 0917-7 Gerätewagen
40 80 940 0977-1 Energieversorgungswagen

Gruß André

http://www.krawalowa.de/DSO/sig/5036041sig2.png

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 10.10.19 09:10

Hallo Stefan,

ein auch noch so "vorzügliches" Füllrohr halte ich für die zweitbeste Lösung.
Ein festmontierter, beiderseitiger Wasseranschluß für einen C-Schlauch ist die bessere Lösung. Verborgen unterm Wasserkasten oder in einem Werkzeugkasten erspart er den ganzen Aufwand mit dem Rohrhaken, der bei entsprechendem Druck auch mal auf dem Wasserstrahl wegfliegen kann.

Gruß
Michael

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 86_018

Datum: 10.10.19 09:26

Hallo BOS,

wenn ich zu einer Sonderfahrt unterwegs bin ist mir der Fahrplan i.R. auch egal. Etwas anders ist es wenn man zum Tag der offenen Tür ins Raw Meiningen fährt und davon nur die Hälfte sehen kann ist es etwas anderes. Selbst die Zugbetreiber hatten die Nase voll von den vielen außerplanmäßigen Haltestellen in und vor Bahnhöfen.

MfG
Helmut
Hallo Carsten Dietrich,

ob Wasserzweckverbände oder Stadtwerke, jeder ist heute angehalten jeden m³ Wasser zu verkaufen, deshalb wird meist eine Wasseruhr dazwischen geschaltet. Ein weiteres Problem ist die Bedienung der Hydranten. Schlagartiges öffnen und schließen können je nach Lage im Netz zu Schäden im Rohrnetz führen. Wenn ein Hydrant am Ende eines Rohrnetzes liegt kann es zu Druckverlusten führen, die zu Beschwerden von Anwohnern führen. Weiterhin muss dafür gesorgt werden, dass kein Wasser aus dem Schlauch wieder ins Netz zurückläuft (Verunreinigung). Wasserentnahme aus Hydranten ist nicht nur für Dampflokbetreiber sondern auch für die Feuerwehr in manchen Gegenden zu einer schwer zu beherrschenden Wissenschaft geworden.

MfG
Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 09:46.

Re: Nachfrage zu Bild 9.....

geschrieben von: 86_018

Datum: 10.10.19 10:04

Hallo Tom,

ich habe noch ein Bild gefunden, auf dem ein anderer Kollege zu sehen ist. Den Personalwechsel habe ich dort auch mitbekommen. Habe mich dann noch längere Zeit mit einem Kollegen aus Raschau unterhalten.

https://abload.de/img/150af-scharfwolk161nksz.jpg

MfG
Helmut

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 10.10.19 10:13

Wasser ergänzen während der Fahrt ging auch...

Ja diese Möglichkeit gab es auch. In GB war das wohl
nichts besonderes. Hier auf dem Kontinent war es
schon eine Ausnahme.
Dabei wurde bei schneller Fahrt aus einem zwischen
den Schienen angelegten mehrere huntert Meter langen
mit Wasser gefüllten Trog das Wasser mit einer Art
Schöpflöffel/Schöpfrohr aufgenommen.
Nur da musste man schon aufpassen, wo der Schöpf-
löffel abgelassen und auch wieder angehoben werden
musste. Sonst gabs wohl div. Probleme.

Da ich so etwas noch nie in natur erlebt habe, muß ich
auf das www verweisen:
[de.wikipedia.org]

Wünsche was

Willi

Willi Ess - Der Lemgoer

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 10.10.19 13:31

Hallo,

Gab es auch in Frankreich, sieht man gut im Museum in Mulhouse und in Action in "Bestie Mensch" (auch sonst absolut empfehlenswerter Film!).

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 10.10.19 13:43

Hallo Willi,

in Frankreich gab es die Tenderbefüllung während der Fahrt auch häufig, da dort von Schnellzügen auch Streckenabschnitte mit 300km ohne Halt durchfahren wurden.

https://s17.directupload.net/images/191010/eo57cxs3.jpg
Im Eisenbahnmuseum Mulhouse gibt es einen Tender mit Aufnahmerüssel, der über dem dargestellten, flachen Metallkanal mittels Kurbel abgesenkt und rechtzeitig vor dem Kanalende wieder angehoben wurde. Es standen da entsprechende Signaltafeln am Gleis. Wie man sieht war der Kanal recht nieder und lag auf den Schwellen auf, so musste der Rüssel nur wenige Zentimeter eintauchen und die Kanalenden waren natürlich angeschrägt. Durch die Fahrgeschwindigkeit wurde das Wasser in den Rüssel getrieben und strömte von oben in den Wasserkasten. Es war wohl die "zügigste" Art, Wasser zu fassen.
Die Kanäle wurden unter zwischenschaltung eines Wasserbehälters (mit Wasserreiniger) aus natürlichen Gewässern gespeist.

Gruß
Michael



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 15:28.

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: Peter

Datum: 10.10.19 14:59

Hallo!

Ja - diese "Ruessel-Methode" praktizierten die britischen Eisenbahnen auch (z. B. "Mallard").

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.

Doch, Dampfloks (Dsp) fahren ohne Wasservorrat!

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 10.10.19 16:17

Dampfspeicherloks erhalten ihren Dampf von einer Fremdanlage, füllen ihren Kessel damit ab und sind dann einsatzbereit, denn sie müssen den Dampf nicht selbst erzeugen und benötigen daher kein Wasser im flüssigen Aggregatzustand.

Gruß

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
Inhaltsverzeichnisse von weiteren Eisenbahnfreunden
bitte hier anklicken!

Dampfloks (Dsp) fahren auch mit Wasservorrat!

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 10.10.19 16:25

Hallo Helmut,

das ist jetzt so nicht richtig:

Dampfspeicherlok-Technik

Gruß
Michael
und ich freu mich schon auf kommende Beiträge von Dir



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 16:30.

Re: Dampfloks (Dsp) fahren auch mit Wasservorrat!

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 10.10.19 17:18

Moin Michael!

Danke für den Link!

Mit Gruß aus dem Norden

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
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Danke....

geschrieben von: TRO

Datum: 10.10.19 22:11

Hallo Helmut,

Danke für das Einstellen des Bildes.

Mfg TRO.

PS: Weil ja auf einigen Bildern der Bildern der Bahnhof Schlettau zu sehen ist, da hat man die 86er die auf der Crottendorfer Schiene eingesetzt waren auch nur noch mit einem C- Schlauch mit Wasser versorgt.
Die Wasserversorgung im allgemeinen war ja bis in die 90er Jahre vielerorts noch einsatzfähig weil ja die V100 Wasser für ihre Heizkessel zum heizen der Reisezugwagen und zum vorwärmen der Motoren benötigten.

Verkauf von diversen Eisenbahnbüchern, Heften (EK, EJ), Sammelwerken und anderem:
[www.ebay-kleinanzeigen.de]

"Die Erzgebirgische Aussichtsbahn" Schwarzenberg-Annaberg- Ausflugsfahrten mit Dampflok und Dieseltriebwagen
[www.erzgebirgische-aussichtsbahn.de]

Die Such- und Angebotsliste für Eisenbahnfahrzeuge &- Teile des VDMT [www.vdmt.de]



Von einem Museumsbahnverein in den 90er Jahren kenne ich es so, dass man mit einem eigenen Standrohr und C-Schläuchen aus dem nächstbesten Hydranten Wasser gefasst hat, und hinterher die Stadtverwaltung angeschrieben hat und um eine Rechnung über soundsoviel Kubikmeter Wasser ersuchte. Dabei wurde immer erwähnt, dass Abwasser nicht anfallen würde, da es ja verdampft wird.....Oft erfüllte sich die heimliche Erwartung, und es kam keine Rechnung, oder man erhielt das Wasser geschenkt.

Einmal wurde in einem kleinen Ortsteil Wasser gefasst, dessen separate Wasserversorgung nur einen kleinen Hochbehälter (10 oder 20 Kubikmeter) hatte, was aber die Lokmannschaft nicht wusste. Der Inhalt des Hochbehälters verschwand im Tender, die Anwohner saßen auf dem Trockenen, wie sich später herausstellte.

Zu den Wasserwagen möchte ich noch den Kesselwagen der ZHL für die 97 501 ergänzen. Diesen kann man nicht komplett mit Wasser füllen, sonst wird er zu schwer. Es war ursprünglich ein Wagen für Alkohol, und der hat ein geringeres spezifisches Gewicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.19 02:14.

Schlettau noch zu DR-Zeiten

geschrieben von: 86_018

Datum: 11.10.19 08:26

Hallo Tom,

hier die Schlettauer Waserstation aus den frühen 80er Jahren.

https://abload.de/img/cro-gmp5q2j7c.jpg


MfG
Helmut

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 86_018

Datum: 12.10.19 20:28

Hallo Michael,

Deine Anregung zum fest montierten Wasseranschluß ist natürlich auch an der 86 1333-3 realisiert worden. Nach dem bei der Wasserlieferung in Schlettau in meinem Ausgangsbeitrag der Feuerwehrkamerad eine ordentliche Dusche bekommen hatte, war beim 130-jährigen Jubiläum an diesem Wochenende die elegantere Variante gewählt worden.

https://abload.de/img/130-bsg5oekby.jpg

Beim Dosieren gab dann der Lokführer eine Probe seiner Gelenkigkeit.

https://abload.de/img/130-bsg7bpjmf.jpg

MfG
Helmut

edit: Hatte ein Bild vergessen



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.19 10:58.

Re: Ohne Wasser........fährt keine Dampflok

geschrieben von: 0815kotter

Datum: 12.10.19 20:58

Interessanter Beitrag!
Da ich das Problem von beide Seiten (Feuerwehr sowie Lokpersonal) kenne möchte ich hier noch ein paar Sachen erwähnen da es bei einem zu langen Wasserhalt zu 95% an der vorausgegangen Kommunikation scheitert.
Meistens passiert das wenn über mehrere "Hausecken" z.B. einem zwischengeschalteten Veranstalter die Infos an eine Feuerwehr gehen.

Der meist gemachte Fehler:
"Wir brauchen einen C-Schlauch zum Wasserfüllen" > weil der "Rüssel" einen C Anschluß hat.
(wie schon erwähnt, besser ist es an der Lok oder Tender gleich fix einen einen B Anschluß zu verbauen und diverse Übergangsstücke auf der Lok mitzuführen)

Für einen Feuerwehrler heißt diese Information: C-Schlauch = C-Rohr - Betriebsdruck 5bar - mit Mundstück 100l/min, ohne 200l/min. Er rechnet also damit dass er max. 200l/min an die gewünschte Stelle bringen muss!!
Das wären bei 20m³ gleich einmal gemütliche 100min...
Bei der Info "Wir brauchen einen B-Schlauch zum Wasserfüllen" sieht das schon anders aus... da sind wir immerhin schon bei 400l/min bzw. 800l/min.

Der nächste Fehler besteht darin gleich auch noch einen Wunschhydranten anzugeben weil dieser so bequem gleich neben dem Gleis steht...
Unter Umständen wird der nur von einer Stichleitung mit DN80 versorgt, was wiederum heißt das dieser max. 700l/min liefert. Wenn dieser dann noch in einer Gegend mit geringer Nutzungsdichte steht, stehen dann womöglich nicht mehr 20m³ Wassermenge zur Verfügung.

Die Richtige Information ist also.
"Wir brauchen in 15 Minuten 20m³ Wasser für unsere Lok und wir haben einen B-Anschluß"
Und da sind wir in einem Szenario das jeden Feuerwehrmann die Haare zu Berge stehen lässt denn das sind Mengen für einen Großbrand.
Und meines Wissens nach gibt es auch keine Wasseruhren die einer solchen Durchflussmenge gewachsen sind! (die Wasseruhren die von Wasserwerken vorgehalten werden sind dafür gedacht an einen Nachmittag seinen Pool mit 6-7000 Liter Wasser zu füllen...)
Da kommt man selbst wenn man aus einem Gewässer (Fluss etc.) ansaugt, ein paar Höhenmeter überwinden muss und ein paar Schlauchlängen braucht mit einer Tragkraftspritze an die Grenze!
(Mit einer FoxII von Rosenbauer, welche eine sehr verbreitete Pumpe ist, stößt man hier bei gerade einmal nur 100m Schlauch (fünf B-Längen) einer Förderhöhe von 10m (Achtung Tender Oberkannte!) und 3m Ansaughöhe (zum Wasserspiegel) an die Grenze. Bei dieser Menge beträgt schon alleine der Reibungsverlust in den fünf Schläuchen 5 bar!

Es macht also auf jeden Fall Sinn die Feuerwehren ein paar Wochen vorher vor zu warnen, ihnen die Entscheidung zu überlassen wie sie die gewünschte Menge Wasser zur Verfügung stellen (denn das können sie) und vl. den einen oder anderen Wasserhalt an einer "unromantischen" Stelle einzuplanen wenn dort die bessere Wasserversorgung besteht.

Ansonsten muss ich sagen das die Versorgung mit Wasser in meinen Fällen quasi immer problemlos abgelaufen sind wenn die Infos in der Vorbereitung richtig weiter gegeben wurden.

Viele Grüße



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.19 21:02.

Film: "Die Bestie Mensch" oder "la bête humaine"

geschrieben von: MS Baden

Datum: Heute, 13:16:19

Hallo allerseits,

in dem Film: "Die Bestie Mensch" oder "La bête humaine" mit Jean Gabin werden ausgezeichnete Eisenbahnszenen von Dampfzügen, in Bahnhöfen, in Bahn-Depots und auf dem Führerstand gezeigt. Unter anderem wird die Wasserentnahme aus dem Wasserkanal während voller Fahrt gezeigt. Den Film kann ich schon aufgrund der vielen ausgezeichnet gefilmten Eisenbahnszenen empfehlen.

Jens