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Suche Unterlagen und Fotos zu dem Versuchsmotor 8KVD21

geschrieben von: 110 857

Datum: 10.09.19 20:39

Guten Abend,

vielleicht kann hier jemand weiterhelfen. Ich suche zu dem Versuchsmotor 8KVD21 Unterlagen und Fotos. Bekannt ist, das dieser Motor versuchsweise in der V36 und den VT 137 der Deutschen Reichsbahn eingebaut wurde.
Dieser Motor war aber ein Flopp und wurde schnell begraben.
Leider blieben Recherchen zu diesem Motor erfolglos. Vielleicht kann ja das geballte DSO-Wissen weiterhelfen?

Vielen Dank im Voraus!

Thomas
Du meinst bestimmt weit mehr Infos, als das was hier auf Seite 7 zu sehen und zu lesen ist:
[www.cia.gov]
Bitte achte mal auf die Herkunft :-) . Der Motor wurde übrigens auf einigen Boten der Volksmarine der DDR eingesetzt. Vielleicht wirst Du in deren Traditionskreisen eher fündig.
Danke für die Info, die Herkunft ist ja der Knaller!
Ich werde mal in den Marinekreisen nachfragen, mal sehen was da ans Tageslicht kommt.

mfg. Thomas
Hallo Dieter,
das, was Du hier an Material bereitstellst, ist - von der Quelle mal ganz abgesehen - schon sensationell. Auch mir war die um 4 Zylinder abgespeckte und gekürzte Version des 12KVD18/21SVW bisher völlig unbekannt.
Aber machen wir uns nichts vor; selbst wenn der große Bruder des 8KVD21, der 12KVD18/21 bekanntermaßen DER DDR-Diesellokmotor schlechthin war, eine besonders glückliche Konstruktion war er eigentlich nicht.
Manche Hardcore-Fans mögen mich steinigen, aber unvoreingenommene Motorenfachleute werden mir zustimmen: Sein harter Leerlauf, sein relativ hoher Wartungsaufwand, manche Schwachstelle und manche leider nicht angewendete, aber bereits zur Zeit der Entwicklung bekannte technische Lösung waren/sind seine Nachteile. Viel anders wird es seinem Ableger, dem 8KVD21, da bestimmt nicht gegangen sein...
Ich habe davon keine Ahnung und schon gar keine Praxis. Zumal viele hoch moderne und gute Dinge bei uns zwar entwickelt wurden, aber wegen fehlenden Produktionskapazitäten nicht produziert werden konnten.

OT

geschrieben von: Dieter Buddrus

Datum: 11.09.19 11:59

110 857 schrieb:
Danke für die Info, die Herkunft ist ja der Knaller!
Ich werde mal in den Marinekreisen nachfragen, mal sehen was da ans Tageslicht kommt.

mfg. Thomas
Na hoffentlich gibt es da noch Lebende aus der kurzen Einsatzzeit … .
Ich habe damals auch erst um 1986 bei einem DMV-Exkursion in einem Leipziger RAW erfahren, dass die von den NVA gebrauchte Diesel-Motoren für die V200 erhalten haben. Weil diese Dieselmotoren als Neuware an die NVA für deren Schnellbote geliefert wurden. Dort wurden diese Dieselmotoren in den Schnellboten zumeist mit einer sehr hohen Drehzahl genutzt, nach einer relativ kleinen Betriebsstundenzahl ausgebaut und an das RAW in Leipzig als gebrauchter Motor für die V200 geliefert. Die längste Lebensdauer hatten die Motoren dann in den V200.

Re: OT

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 11.09.19 13:24

Hallo Dieter,

Es gab in und "bei" Leipzig zwei Raw, die aber beide keine V 200 gemacht haben. Die wurden in Dessau und danach in Cottbus unterhalten. Auch eine Motorenaufarbeitung in Leipzig wäre mir nicht bekannt...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: OT

geschrieben von: Dieter Buddrus

Datum: 11.09.19 14:11

Wir standen damals in dem Leipziger RAW (oder Bw ?) vor einer V200 in einem kleineren Lokschuppen, deren Motor am Tag vorher "durchgegangen" war. Bestimmt ist Dir bekannt, was damit gemeint ist. Dabei hat man uns damals die Sache mit dem Motoreneinsatz bei der NVA erzählt. Fotografiert habe ich damals nicht. Bf-, Bw- und RAW-Besichtigungen haben mich nie sonderlich interessiert.

8KVD21 in der V200?

geschrieben von: PKP-modelarz

Datum: 11.09.19 21:14

Glaubst Du wirklich, das diese Motoren als Ersatz für die Zweitaktdiesel 14 D 40 in der BR 120 (vulgo Taigatrommel oder Wumme) eingebaut wurden? Zumal die Lok gegen Ende der achtziger auf dem absteigenden Ast waren.
Bekannt ist mir die Remotorisierung der V100 und V60 mit leistungsgeminderten Motoren. Diese Umbauten wurden nach der Ölkrise 1980 technologisch vorbereitet und einige Jahre später erprobt... So richtig hat sich der Umbau nicht rentiert, weil viel zu spät.

Soweit meine Gedanken
Viele Grüße
Christian

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Re: 8KVD21 in der V200?

geschrieben von: 110 857

Datum: 11.09.19 23:11

Um auf Dieter zurück zu kommen, er war mit Sicherheit im Bw Leipzig Süd. Hier hat man so ziemlich alles an den Dieselloks gemacht, also Motortausch, Getriebetausch etc.. Hier liefen auch Dieselloks in der Langzeiterprobung.
Zu Christian:
Der 8KVD21 war als Ersatz für die abgängigen Dieselmotoren der VT und V36 geplant . Definitiv wurden der VT 137 101, VT 137 700 und V36 080 umgerüstet. Für die V100 gab es keine Leistungsgeminderte Variante, hier ging es praktisch mit der Leistung nur nach oben. Angefangen bei 736KW und Ende bei 1100KW.
Nur für die BR V60 wurde die gedrosselte Version des 12KVD 18/21 geschaffen. Diese Loks liefen dann als BR 104/344 durch die Lande.

mfg. Thomas

Re: 8KVD21 in der V200?

geschrieben von: 772er

Datum: 12.09.19 06:51

Hallo, wobei diese gedrosselt Variante nichts anderes war als das der Motor nicht mehr mit 1500U/min betrieben wurde und ein anderes Getriebe verbaut war

Re: 8KVD21 in der V200?

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 12.09.19 07:03

Hallo Christian,

Der 14D40 ist ein Schiffsmotor. Ich denke eher, die Marine hat neue Motoren bekommen und diese dann zur Restnutzung an die DR weitergereicht.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Re: 8KVD21 in der V200?

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 12.09.19 07:48

Matthias Muschke schrieb:
Hallo Christian,

Der 14D40 ist ein Schiffsmotor. Ich denke eher, die Marine hat neue Motoren bekommen und diese dann zur Restnutzung an die DR weitergereicht.


Wobei diese Motoren - übrigens cremefarben lackiert - so ohne weiteres zum Einbau in die Taigatrommel gar nicht geeignet waren und einige Umbauten erfordert hätten. Z.B. gab es den 7RC2-Regler gar nicht, sondern nur Handhebel und eine maschinentelegrafähnliche Scheibe. Außerdem sollen diese Schiffsmotoren in ihrer Laufrichtung direkt umsteuerbar gewesen sein.
Ich denke, bei der Abgabe der Schiffsmotoren an die DR ginng es letztendlich nur um die Ersatzteilgewinnung für den Auslaufbetrieb der "Taigatrommeln". Besonders die Laufbuchsen und die Kolben samt Pleuel fanden da Verwendung.
Im Bw Leipzig-Wahren standen solche Motoren auch im Freien herum, um dann größtenteils doch in den Schrott zu wandern.
Ein Umbau dieser Schiffsmotoren und schließlich ein Einbau in die Lokomotiven fand m.W. nicht statt.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.19 07:52.
Die ersten 12KVD waren ja alles andere als Bahnfest. Besonders gerne rissen die Einspritzleitungen im Bereich des Ringelschwänzchens.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Re: 8KVD21 in der V200?

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 12.09.19 22:17

Der Goldbroiler wurde allerdings in wenigen Exemplaren mit einem 6-Zylindermotor ausgerüstet. Da er sich nicht bewährte (mangelnde Bahnfestigkeit) wurden die Loks ganz schnell auf den gedrosselten 12KVD4 umgerüstet.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Re: OT

geschrieben von: bitti

Datum: 12.09.19 22:47

Dieter Buddrus schrieb:
110 857 schrieb:
Danke für die Info, die Herkunft ist ja der Knaller!
Ich werde mal in den Marinekreisen nachfragen, mal sehen was da ans Tageslicht kommt.

mfg. Thomas
Na hoffentlich gibt es da noch Lebende aus der kurzen Einsatzzeit … .
Ich habe damals auch erst um 1986 bei einem DMV-Exkursion in einem Leipziger RAW erfahren, dass die von den NVA gebrauchte Diesel-Motoren für die V200 erhalten haben. Weil diese Dieselmotoren als Neuware an die NVA für deren Schnellbote geliefert wurden. Dort wurden diese Dieselmotoren in den Schnellboten zumeist mit einer sehr hohen Drehzahl genutzt, nach einer relativ kleinen Betriebsstundenzahl ausgebaut und an das RAW in Leipzig als gebrauchter Motor für die V200 geliefert. Die längste Lebensdauer hatten die Motoren dann in den V200.
Als VM-Gedienter kann ich dir sagen, dass die Geschichte Blödsinn ist. Die großen Schnellboote waren mit Stern-Motoren M503A (42 Zylinder) und später M 504 und M 520 (52 Zylinder) bestückt. Die D40 hätten da gar nicht rein gepasst. Die kleinen Schnellboote verfügten über den Motor M 50.

Der D40 lief in Doppelausführung in den Minensuch- und Räumschiffen Projekt 89.1 und 89.2. Davon hatte die Grenzbrigade Küste bzw. die Volksmarine 21 Schiffe/30 Schiffe im Bestand.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.19 23:02.