DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 15 - Museumsbahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Dieses Forum dient zum Erfahrungsaustausch für die Besitzer, bzw. Betreiber historischer Eisenbahnfahrzeuge, sowie für alle Personen, welche sich für den Erhalt und Betrieb solcher Fahrzeuge interessieren.
Es dient NICHT zum Veröffentlichen von Sichtungsbildern - diese gehören ins Sichtungsforum. Bildberichte über Museen und historische Fahrzeuge, sowie die damit in Verbindung stehende Infrastruktur sind jedoch willkommen.
Hinweise auf Sonderfahrten und Veranstaltungstermine sind gestattet, aber bitte nur eine Diskussion je Veranstaltung. Wir behalten uns vor, Beiträge, welche den Eindruck von kommerzieller Werbung erwecken, zu entfernen. In dieses Forum passen auch Beiträge zu Bahnen, welche planmäßig Dampfbetrieb anbieten, sowie zu Touristikbahnen, welche nicht der Definition von Museumsbahnen im strengeren Sinne entsprechen.
Berichte über Veranstaltungen in früherer Zeit (älter als ca. 10 Jahre) sind nach wie vor im Forum Historische Bahn willkommen.
Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

Waldsterben im Harz

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 02.09.19 16:47

Inzwischen nimmt das Absterben der Bäume im Harz selbst in tieferen Lagen zu.

Eine der Ursachen ist natürlich, dass die Fichte, die zu Unmengen zur Jahrhundertwende 1900 hier gepflanzt wurde, schon nach 70-80 Jahren "erntereif" war, was aber aus sicherheitstechnischen Gründen bis 1990 unterblieb. Danach wurde das Gebiet großflächig zum Naturschutzgebiet erhoben (Bündnis 90 / Die Grünen) und alle freuten sich.
Inzwischen sind die Bäume überaltert. Dazu kommt/kam, dass Fichten aufgrund der klimatechnischen Gegebenheiten sowieso nur in Höhen bis etwa 500 Meter (andere sagen 400 Meter) angepflanzt gehörten (das entspräche etwa 700 Meter im Schwarzwald). Dazu kommt, dass die Naturschutzbehörden und Forsten sich seit Jahren auf den Tenor zurückziehen: "Der Wald hilft sich von alleine". Na ja, die ersten Brombeeren und Birken stehen bereits, aber ob das von diesen Leuten so erwartet wurde?!?
Dazu kommen die inzwischen seit 2010 freigeräumten Bereiche, die aus eben vorgenannten Gründen NICHT wieder aufgeforstet wurden. Dazu kommt der größte Fehler aus den Jahren um 1900: Die Bäume wurden viel zu eng gepflanzt. So ist ihre Krone viel zu klein für den inzwischen großen Baum, dazu gelangt kaum noch Regenwasser auf den Waldboden, der natürlich versauert und dem Borkenkäfer eine Angriffsfläche bietet. Besonders die Bäume am Rand der stehen gebliebenen Forste sind besonders betroffen, vor allem, wenn sie in Hanglage stehen und das Regenwasser zwar Zutritt hätte, doch schnellstens bergab läuft (und noch Mutterboden mit sich reisst).

Okay, es gibt nun Leute unter Euch, die wissen alles noch viel viel besser und die können sich austoben, nur bringen tut es gar nichts. Damit wird kein Baum gerettet und ein Umdenken der Forstbehörden findet derzeit auch nicht statt, wie die Presse in Sachsen-Anhalt und Niedersachen berichtet, im Gegenteil. Ganz schlimm ist die Situation entlang der Bundesstraße 4 zwischen Torfhaus und Braunlage und im Brockenbereich der Nord-und Ostlagen über 700 Meter.

Jetzt möchte ich Euch ein paar Fotos zeigen, die die 2016 freigeholzte Stelle im Drängetal (ca. 1,5 km vor dem BÜ der Landstraße in Drei Annen (ehem. Gasthaus):
99_7237-rsP8925-Draengetal-20171106-Holzborn-1849Phd.jpg
So sah es im Herbst 2017 aus, links der Bereich war schon früher freigeholzt worden und die ersten Birken haben sich ausgebreitet und zeigen sich im "Indian Summer". Bis auf einige wenige Fichten, die braun sind, sieht alles noch sehr gut aus.
99_7240-vP8931-Draengetal-20190824-Holzborn-6868Pkl.jpg

vorige Tage sah es an etwa gleicher Stelle so aus: Die Fichten sind zum größten Teil trocken gefallen und selbst erste Birken haben schon braune Blätter, dies ist aber dem trockenen Sommer 2018 und diesem zu verdanken.
99_7237-v(rues)P8933-Draengetal-20180726--Holzborn-J5577kl.jpg
Hier die ehemalige Fotostelle "Bello-Kurve" des ehemaligen Bereiches des Waldbrandes von 1988. Hier wurde alles wieder "rechtzeitig" bis 1990 aufgeforstet und die Bäume (Fichten) im Hintergrund sehen gesund aus, stehen aber wieder viel zu eng beeinander.
99_7239-vP8933-Draengetal-20190824-Holzborn-6962kl.jpg
Diesselbe Stelle vor ein paar Tagen, rechts die Fichten hat's erwischt und selbst bei den jungen Bäumen im Hintergrund sind die ersten schon dabei, braun zu werden, also abzusterben.
99_7247-rwsP8925-Draengetal-20190824-Holzborn-7018kl.jpg

Selbst die Fichten auf dem gegenüberliegenden Bergen fangen an, braun zu werden.


edit Druckfehler



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.09.19 16:54.

Waldsterben im Harz II

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 02.09.19 16:52

99_234-lwsSweit-Draengetal-20190824-Holzborn-6893kl.jpg
Trotz Luftflimmern sehen wir hier den Nordhäuser-Doppelkornzug mit zwei Wagen vor der Kulisse des Thumkuhlentales, hier stirbt ein Baum nach dem anderen ...
Unterhalb und überhalb des Zuges wurde das Gebiet bereits 2010 freigeholzt, es haben sich aber längst nicht überall neue Bäume angesiedelt.

99_234-vS-Draengetal-20190824-Holzborn-6913kl.jpg
und hier noch mal der Nordhäuser Zug etwas näher (so fällt es auch nicht auf, dass nur 3 Wagen dran hängen ...)

Wie gesagt, ich reagiere auf Kommentare nicht. Es ist lediglich eine Bestandsaufnahme mit Bildern.

Eine schöne Zeit ...

Re: Plantagensterben im Harz II

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 02.09.19 17:00

Wie sagte Herr Wohlleben dazu kürzlich: Das ist- oder besser war - kein Wald, sondern eine Plantage mit den Anfälligkeiten für Stresssituationen ...

Alles wandelt sich ... schmeißt Bucheckern und Eicheln u.ä. auf die Freiflächen ...

Muss mich korrigieren: Buchen scheinen auch Flachwurzler zu sein ... jedenfalls machen sie im dürregeplagten Thüringen wohl auch Probleme



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.09.19 18:11.

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 02.09.19 17:16

Schon merkwürdig, Herr Holzborn!

Erst einmal ein nicht gerade belangloses Thema anstoßen, das sicherlich kommentierungsfähig ist, und dann Ihren Beitrag mit diesem Satz : "Wie gesagt, ich reagiere auf Kommentare nicht. " enden zu lassen .


Warum unterziehen Sie sich bei dieser "Kommentareinstellung" überhaupt dieser Mühe?

fragt mit kopfschüttelnden Grüßen freundlich

Helmut Philipp

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
Inhaltsverzeichnisse von weiteren Eisenbahnfreunden
bitte hier anklicken!

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: rekok73

Datum: 02.09.19 17:46

Moin,

um mal bei der Wahrheit zu bleiben:

Zitat Klaus D. Holzborn: Danach wurde das Gebiet großflächig zum Naturschutzgebiet erhoben (Bündnis 90 / Die Grünen) und alle freuten sich.

Zitat Wikipedia: Der Nationalpark Hochharz wurde am 1. Oktober 1990 zwei Tage vor der Deutschen Wiedervereinigung aufgrund eines Ministerratsbeschlusses der DDR-Regierung zum Nationalparkprogramm eingerichtet.

Die "Regierung de Maizière" wurde aus CDU, SPD, BFD und DSU gebildet. Bündnis 90 bzw. Die Grünen hatten an der Nationalparkgründung somit keinen regierungspoltischen Anteil.

Gruß aus Wernigerode, René

Re: Waldsterben im Harz - ...

geschrieben von: andreas +

Datum: 02.09.19 20:02

Helmut Philipp schrieb:
Schon merkwürdig, Herr Holzborn!
...
Warum unterziehen Sie sich bei dieser "Kommentareinstellung" überhaupt dieser Mühe?
Klaus D. Holzborn schrieb:
Zitat:
W.... Es ist lediglich eine Bestandsaufnahme mit Bildern.
Er möchte uns nur seine Bilder zeigen.

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Jürgen aus Stuttgart

Datum: 02.09.19 20:29

Der Herr Holzborn ist ja ein ganz schlauer. Er weiss alles gaaaanz genau.

Blöd nur irgendwie, dass ein paar Threads weiter unten der Harz ganz anders dargestellt wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.09.19 20:32.

Re: Waldsterben im Harz (2B)

geschrieben von: franke-bahn

Datum: 02.09.19 21:18

Hallo,

ich hänge jetzt einfach mal zwei Bilder vom 12. und 13.8.2019 dran. Aufgenommen oberhalb von Schierke.

IMG_8475.JPG


IMG_8757.JPG

Warum der Wald jetzt so aussieht, welche Fehler man vllt. vor Jahren gemacht hat und was jetzt die beste Idee zum Erhalt ist, möchte und kann ich nicht urteilen.

Viele Grüße

Steve

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Sarkana

Datum: 02.09.19 21:24

Nya, kann man ignorieren - Fichte ist nur am Brocken heimisch, schon Torfhaus liegt fast schon zu niedrig. Gegen Birken als Pioniergehölz, das die Bodenerosion verhindernden Brombeeren soweit beschatten, daß andere Bäume wachsen können, ist auch nichts einzuwenden. Wald braucht ne Weile und nicht überall ist natürlicherweise Wald zu erwarten. Das mit der zu engen Pflanzung ist im Übrigen auch Unfug. Das sorgt für astfreie Stämme, für die Holzverarbeitung in Bergbau und zu Brettern hilfreich. Das wird nicht mehr gemacht, weil Pflanzung und Läuterung mehr Geld benötigen, als die Astfreiheit einbringt.

Nein, er meint über den Dingen zu stehen...

geschrieben von: 35 1113-6

Datum: 02.09.19 21:27

...und Kritik jeder Art sei seiner nicht würdig. Arrogant und in einem Forum, wo es um Diskussion geht, schlicht deplatziert - aber das hat Herr Holzborn schon in vergangenen Diskussionen bewiesen. (Übrigens als Antwortender, in einer Rolle, in der sicher Feedback erwartet bzw. den Austausch eines Forums vorausgesetzt hat.)

Beste Grüße aus Leipzig
Martin


"Schaut zu den Sternen und nicht hinab auf Eure Füße. Seid neugierig, und wie schwer auch immer das Leben scheinen mag, so gibt es doch immer etwas, das ihr tun und worin ihr erfolgreich sein könnt. Es kommt darauf an, nicht aufzugeben." (Stephen Hawking)

Auch andern Orts ähnliche Probleme

geschrieben von: Christof 421

Datum: 02.09.19 22:25

Das Problem ist, es war 2018 und auch 2019 zu trocken, es hat nie länger und ergiebig geregnet.
Und wenn, dann riesige Mengen auf einen Schlag, die der trockene Boden nicht aufnehmen kann.

Bei den im Harz und am Brocken vorherschenden Kiefern kommt dann noch der Borkenkäfer dazu, der sich in Wärme sehr wohl fühlt und explosionsartig ausbreitet.

Auch der Winter war im wesentlichen zu trocken.
Auch im Report war das neue Waldsterben bereits Thema.
[www.daserste.de]

Ganz aktuell habe ich einen Link vom Blick.
[www.blick.ch]

Und bei uns hat man die Eschen aus dem Wald geholt, so lange man noch etwas für das Holz bekommt und die Bäume nicht vom Eschentriebsterben befallen werden.

Nachdenkliche Grüsse
Christof 421

Re: Baumarten

geschrieben von: 217 055

Datum: 03.09.19 00:14

Christof 421 schrieb:Zitat:
Das Problem ist, es war 2018 und auch 2019 zu trocken, es hat nie länger und ergiebig geregnet.
Und wenn, dann riesige Mengen auf einen Schlag, die der trockene Boden nicht aufnehmen kann.

Bei den im Harz und am Brocken vorherschenden Kiefern kommt dann noch der Borkenkäfer dazu, der sich in Wärme sehr wohl fühlt und explosionsartig ausbreitet.
Hallo Christof 421,

aber bitte, wo stehen im Harz Kiefern in nennenswerter Anzahl? Da hast Du Dich wohl vertan - es stehen und sterben Fichten, Fichten, Fichten, weiter unten auch Lärchen (die sind besonders massiv betroffen).


Grüße
217 055

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 03.09.19 09:19

Moin René,

formal hast Du Recht,

aber selbstredend sind die nur den Forderungen zuvor gekommen.

Im übrigen haben m.E. diese Leute einen riesengroßenm Anteil daran, dass es heisst: "Der Wald hilft sich selber" .

Denn Niedersachsen führte anschließend ebenfalls ein Naturschutzgebiet ein, allerdings ein wenig cleverer, weil große Teile ausgespart wurden.

So ist es z.B. in Benneckenstein nicht möglich, einen Rodelhang auszuweisen, da dieses Gelände eben Naturpark ist und keinerlei Nutzungsänderung möglich ist.

Okay, aber dazu wäre es mal hilfreich, sich vor Ort mit den BürgermeisterInnen der betroffenen Gemeinden auszutauschen, was hier zu weit führen würde.

DANKE.
...und Kritik jeder Art sei seiner nicht würdig. Arrogant und in einem Forum, wo es um Diskussion geht, schlicht deplatziert - aber das hat Herr Holzborn schon in vergangenen Diskussionen bewiesen. (Übrigens als Antwortender, in einer Rolle, in der sicher Feedback erwartet bzw. den Austausch eines Forums vorausgesetzt hat.)


Siehst Du Martin,

weil es Leute wie Dich gibt, die sinnfreie und nichts zum Thema beitragende Sätze hinzufügen, hatte ich das geschrieben. - Voll ins Schwarze getroffen -

Am Besten Du bewegst Dich mal in Richtung Schierke oder Torfhaus und wanderst mal zum Brocken hoch, bevor Du weitere Worte verlierst ...

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 03.09.19 09:29

Das mit der zu engen Pflanzung ist im Übrigen auch Unfug. Das sorgt für astfreie Stämme, für die Holzverarbeitung in Bergbau und zu Brettern hilfreich.

Was sollen astfreie Stämme wenn die Bäume dadurch sterben ?????

Das wird nicht mehr gemacht, weil Pflanzung und Läuterung mehr Geld benötigen, als die Astfreiheit einbringt.

He?

Re: Baumarten

geschrieben von: Christof 421

Datum: 03.09.19 10:59

Hallo 217 055,

du hast Recht, sind natürlich Kiefern im Harz und am Brocken und die auf den Bildern.
Habe mich da etwas verschrieben.

Und bei uns im Südbadischen sieht der Kiefernwald ähnlich aus.
Nur, wir haben hier grösstenteils Mischwald und keine Monokulturen.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Beeindruckende Bilder

geschrieben von: Peter

Datum: 03.09.19 11:33

Hallo!

Ich finde sowohl die Bilder des Fadenoeffners als auch die Ergaenzungen beeindruckend - dass es so schlimm steht, haette ich nicht gedacht.

Nur werden leider vermutlich wieder die falschen Schluesse gezogen werden und statt besserem Forst-Management wird es heissen: "Weg mit Dampf und Diesel!"

gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: rekok73

Datum: 03.09.19 11:35

Moin Klaus,

Deine Bilder stammen aus dem Nationalpark Harz, vormals Nationalpark Hochharz. Träger ist die Nationalparkverwaltung. Benne liegt nun wieder im Naturpark Harz. Dieser wurde 1992 von den 3 Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gemeinsam gegründet und befindet sich in Zuständigkeit des Regionalverbandes Harz. Nationalpark und Naturpark sind somit voneinander zu trennen. Bei Gründung des Naturparkes durch die 3 Bundesländer regierten in Thüringen und Sachsen-Anhalt die CDU / FDP und in Niedersachsen die SPD. Das eine Oppositionspartei wie Die Grünen die Landesregierungen zu einem Handeln zwingen kann und die Regierungsparteien deshalb nicht für die Entscheidungen verantwortlich zu machen sind, halte ich für eine gewagte These.
Die Fichte ist ein Flachwurzler, der nicht nur bei Sturm schnell umkippt (was die HSB schon häufig leidvoll erfahren musste), sondern in Dürresommern auch nicht vom tiefergelegenen Grundwasser profitiert. Der Baum ist somit in Monokultur anfällig für massiven Borkenkäferbefall. Der Borkenkäfer ist im Harz übrigens schon seit den 1970-er Jahren ein Problem. Der Waldumbau wird laut Aussagen vom Nationalpark einige Jahrzehnte dauern. Es können nicht in der kurzen Zeit seit der Wende die Schäden beseitigt sein, die im Harz seit der Industrialisierung angerichtet wurden. Stichwort: schnellwachsende Monokulturen u.a. für den Bergbau. Wir leben in einer Übergangsphase, wo die Schäden (auch durch Veränderung des Klimas) besonders sichtbar werden. Begegnet kann diesen Schäden nur durch einen nachhaltigen Waldumbau hin zum Mischwald mit anderen Baumarten. Da ist allerdings eine Generation Mensch ein Fliegenschiss in der Geschichte, um es mal alternativ auszudrücken. Die Natur nimmt in ihrer Entwicklung wenig Rücksicht auf die Dauer eines Menschenlebens. Wir werden also in dieser Übergangsphase mit diesem Anblick leben müssen. Vielleicht hilft ein wenig persönliches Engagement im Klimaschutz, um die Schäden wieder schneller in den Griff zu bekommen.

Mit besten Grüßen, René

2 entdeckte Fehlerteufelchen eliminiert



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.09.19 11:46.

Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: MichiS

Datum: 03.09.19 12:11

Klaus D. Holzborn schrieb: "Danach wurde das Gebiet großflächig zum Naturschutzgebiet erhoben (Bündnis 90 / Die Grünen) und alle freuten sich."

rekok73 schrieb: "Der Nationalpark Hochharz wurde am 1. Oktober 1990 zwei Tage vor der Deutschen Wiedervereinigung aufgrund eines Ministerratsbeschlusses der DDR-Regierung zum Nationalparkprogramm eingerichtet. Die "Regierung de Maizière" wurde aus CDU, SPD, BFD und DSU gebildet. Bündnis 90 bzw. Die Grünen hatten an der Nationalparkgründung somit keinen regierungspoltischen Anteil."

"Deine Bilder stammen aus dem Nationalpark Harz, vormals Nationalpark Hochharz. Träger ist die Nationalparkverwaltung. Benne liegt nun wieder im Naturpark Harz. Dieser wurde 1992 von den 3 Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gemeinsam gegründet und befindet sich in Zuständigkeit des Regionalverbandes Harz. Nationalpark und Naturpark sind somit voneinander zu trennen. Bei Gründung des Naturparkes durch die 3 Bundesländer regierten in Thüringen und Sachsen-Anhalt die CDU / FDP und in Niedersachsen die SPD. Das eine Oppositionspartei wie Die Grünen die Landesregierungen zu einem Handeln zwingen kann und die Regierungsparteien deshalb nicht für die Entscheidungen verantwortlich zu machen sind, halte ich für eine gewagte These."


... findet eben schnell ein passendes Feindbild. Eine differenzierte Darstellung von Fakten stört da nur.

In früheren Jahren habe ich die Beiträge von Klaus D. Holzborn als sachlich und fundiert wahrgenommen. Schade, wie sich manche dem (vermeintlichen?) Zeitgeist anpassen

findet

Michi

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 03.09.19 12:17

Drei ca.25 Jahre alte Dias wiedergefunden, genaues Datum leider nicht notiert.

Eckerloch 002 (1024x680).jpg

Dampfzug im Eckerloch von oben gesehen im dichten Nadelwald. Sollte damals eigentlich auf den Müll, heute ein "historisches Motiv."

Eckerloch 003 (1024x680).jpg

NWE 11 oder 13 mit dem Oldtimer kurz vor dem Ziel. Nach diesem schmalen Sehschlitz mußte man damals suchen.

Eckerloch 001 (1024x668).jpg

Planzug im Winter 93/94 (?) Alles nicht die Topqualität, aber so leider unwiederholbar. Man dachte zwischenzeitlich der Wald hätte sich vom sauren Regen erholt, aber jetzt...? Eigentlich kein Thema für ein Eisenbahnforum.

Re: Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 03.09.19 14:48

... heisst MichiS

sorry: Was soll Dein Kommentar? Andere beleidigen, sich selbst als Papst darstellen?

SEHT IHR LIEBE LEUTE: Deshalb schreiben hier so wenige, weil's eben immer Leute gibt, die einen unterhalb der Gürtellinie zu erwischen möchten. Hauptsache sie haben ihren Senf dazu getan,

... dabei bräuchte der Thread gar keinen Senf, denn der hilft hier niemanden weiter


okay, gegen Fehlerbeseitigung habe ich nichts, die Sache kam wohl etwas unklar rüber. Aber selbst in der Opposition hatten [und haben (!)] gewisse Leute ziemlich viel Macht.
Und das Schöne daran ist ja, dass sie hinterher daran gar nicht Schuld sein können, weil sie ja eben gerade nicht regiert haben ...
Meine Gespräche schon vor über 10 Jahren mit Leuten der zuständigen Forsten haben aber andere Erkenntnisse rübergebracht.
Und heute kommen junge studierte Leute (die in Freiburg/Brsg studiert haben) und versuchen, die Schwarzwaldverhältnisse im Harz rüberzubringen.
Im Harz ist für Fichten schon bei 500 Metern Schluss, besonders in Nord- und Ostlagen. Im Schwarzwald dagegen erst bei 850 Metern.

Und so sollte der Harz eigentlich oberhalb von 850 Metern überall aussehen:
brocken-steine-brocken-20070922-holzborn-710kl.jpg
Denn die Baumgrenze liegt bei etwa 850 bis 1000 Metern über NN (je nach Hanglage) [im Schwarzwald bei 1400 m]

Re: Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 03.09.19 15:20

Kennen denn Sie alle Bürger dieser Republik, Herr Holzborn, so dass Sie daher in der Lage zu sein scheinen, dadurch einen bestimmten Bürger, nämlich "Michi S" als engagierten Wutbürger zu brandmarken?

Was für ein armseeliger Kommentar...

ohne Gruß

Helmut Philipp

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
Inhaltsverzeichnisse von weiteren Eisenbahnfreunden
bitte hier anklicken!

Re: Waldsterben im Harz (2B)

geschrieben von: Stefan3872

Datum: 03.09.19 15:28

franke-bahn schrieb:
Hallo,

ich hänge jetzt einfach mal zwei Bilder vom 12. und 13.8.2019 dran. Aufgenommen oberhalb von Schierke.

Warum der Wald jetzt so aussieht, welche Fehler man vllt. vor Jahren gemacht hat und was jetzt die beste Idee zum Erhalt ist, möchte und kann ich nicht urteilen.

Viele Grüße

Steve
Hier ein Foto vom 4. September 2017 ungefähr an der gleichen Stelle wie das zweite Bild von Steve. Schon damals waren Teile des Waldes abgestorben. Ich denke das es ein Zusammenspiel von vielen Faktoren ist.

https://farm5.staticflickr.com/4392/36840835056_c2b6b3cc96_b.jpg


Meine Fotos findet ihr auf Flickr oder auf Instagram
[www.flickr.com] + [www.instagram.com]

Re: Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: rekok73

Datum: 03.09.19 15:34

Moin Klaus,

ich halte von persönlichen Angriffen auch wenig. Ich halte aber die Einrichtung von National- und Naturparken für sinnvoll. So müssen sich die Menschen nämlich zwangsläufig mit der Natur auseinandersetzen, auch wenn Ansichten dabei kontrovers sein können, ohne persönlich sein zu müssen. Ohne National- und Naturparke würden die Menschen gedankenlos mit der Ressource Natur umgehen, wie man es in vielen anderen Gegenden dieser Welt sehen kann. Das im Nationalpark immer alles perfekt gemacht wird, behauptet nicht einmal der Nationalpark selbst, denn natürlich ist ein Waldumbau auch immer ein Experimentierfeld. Sollte ein Experiment nicht gleich perfekt funktionieren, ist es immer einfach, als unbeteiligter Laie mit dem Finger auf die Verantwortlichen zu zeigen. Das ist aber zu einfach. Keiner kennt die genauen Auswirkungen des wohl unter intelligenten Menschen unbestrittenen Klimawandels (über dessen genaue Ursachen man auch wieder kontrovers diskutieren könnte). Um also immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, müsste man Hellseher sein. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Insofern kann man nur an bekannten Stellschrauben drehen und hoffen, dass sie langfristig von Erfolg gekrönt sind. Mir gefällt der Zustand des Waldes vor meiner Haustür auch nicht, aber ich würde jetzt nicht unbedingt den Menschen die Schuld dafür geben, die sich für den Schutz von Wald, Umwelt und Klima einsetzen, egal in was für einer Partei oder Organisation sie beheimatet sind. Zukunft bedeutet immer Veränderung, ob nun im Handeln oder im Denken. Dem Wald bekommt aber gewiss nicht, immer nur wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund zu stellen, denn diesem Denken haben wir die Probleme mit den Monokulturen und den bildlich dokumentierten Zustand in der Hauptsache zu verdanken.

Ich hoffe, ich konnte meine Sichtweisen darlegen und habe jetzt am Smartphone nicht zu viele Rechtschreibfehler in den Beitrag eingebaut.

Beste Grüße, René

Re: Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: Peter Illertr

Datum: 03.09.19 16:16

Waldumbau ? Das funktioniert nicht. Es wird auch künftig Wald geben, aber das ist Niederwald mit Pflanzen der anspruchslosesten Spezien. Die Fichte und noch mehr die Tanne sind recht anspruchsvolle Bäume gemessen an ihrer Widerstandskraft bei Belastung - zu anspruchsvoll für die verschärften Klimabedingungen. Herr Wohlleben schreibt sehr populistisch, wenn er auf die Fichte als Kultursünde schimpft. Denn gerade in mittlere Lagen wie im Harz, da gehört sie hin. Die Buchen sterben parallel ja auch ab, wenn auch nicht wegen dem Borkenkäfer. Sie gehen hauptsächlich daran kaputt, dass sie mehr Wasser verdunsten und Sauerstoff abgeben ( womit sie das Klima regulieren) als sie sich wegen fehlendem Wassernachschub und Hitzestress leisten können.
Der Harz als Erholungsgebiet wird durch den Waldverlust viel an touristischer Attraktivität verlieren. Aber dann wird halt mit dem Flugzeug in Gebiete gejettet, wo die Natur noch scheinbar intakt ist - oder gleich eine Städtereise oder Kreuzfahrt gebucht.
Was mich beschäftigt ist die Frage, warum die Schäden zur Dampflokzeit zwar wuchsen, aber insgesamt viel geringer waren als jetzt zur Ölzeit. Unter Tage geförderte Kohle war teurer und wurde sparsamer eingesetzt als Erdöl , vielleicht ist das einer der Gründe.

Re: Der engagierte Wutbürger ...

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 03.09.19 17:35

Nein, der Klimawandel ist verursacht durch die SUMME der CO2 Emissionen der letzten 300 Jahre. Das heißt, die CO2 Steigerung durch die Dampfloks ist da schon drin.

Entscheidend ist, dass die CO2 Emissionen erst einmal gestoppt werden. So schnell es geht. Reduktion kommt dann später.

Re: Waldsterben im Harz - ...

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 03.09.19 17:40

andreas + schrieb:
Helmut Philipp schrieb:
Warum unterziehen Sie sich bei dieser "Kommentareinstellung" überhaupt dieser Mühe?
Klaus D. Holzborn schrieb:
Zitat:
Es ist lediglich eine Bestandsaufnahme mit Bildern.
Er möchte uns nur seine Bilder zeigen.
Warum auch nicht? Das ist hier ein Eisenbahnforum, und die Bilder zeigen ein interessantes Thema mit dem man sich mal auseinandersetzen kann. Die üblichen Troll-Kommentare wurde ja erwartungsgemäß abgeliefert.

Von mir kommt ein Dank an den Beitragsautor.

weil es grad so schön zum Thema passt.
BaWü will Geld für den Wald zur Verfügung stellen.
Allerdings ist noch nicht klar, ob das Geld auch bewilligt wird.
[www.swr.de]

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Nationalpark

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 03.09.19 19:23

Hallo Reko73

ich habe nichts gegen den Nationalpark oder ein Naturschutzgebiet,

ich habe nur etwas dagegen, wenn es Hals über Kopf zusammengeschustert wird ohne Sinn und Verstand.

Dass ein derartiger Park oder ein Gebiet natürlich um zu überleben Tourismus braucht, das zeigen die vielen Beispiele - auch in den USA.

Aber der Tourismus wurde gleich mit der Gründung begraben - und alle freuten sich und keiner merkte es. Das böse Erwachen kam erst hinterher, als nämlich eine Rodelbahn (wieder) eingerichtet werden sollte, dies aber aufgrund der übereilt getroffenen Gesetzeslage nicht mehr möglich war/ist. Auch darf der Bauer seine Viehweide nun nicht etwa für andere Zwecke als vorgegeben verwenden, sie ist praktisch unverkäuflich. Auch eine Bahnverbindung von Hasselfelde nach Benneckenstein scheiterte schon bei Vorgesprächen an diesem Kriterium. Dagegen wäre die Strecke von Elend bis Braunlage möglich gewesen, weil hier nämlich kein geschütztes Gebiet berührt würde. Aber daran hatten ja andere Leute kein Interesse, so wurde kolportiert (und von der HSB nicht widersprochen), dass die jährlichen Betriebskosten nach Fertigstellung für 6 km Strecke über 1 Mio Euro betragen würden (tatsächlich wäre es nur 1/4 - ein Viertel - gewesen), gerechnet natürlich wenn keine Fahrgasteinnahmen entstehen. Aber das ganze Projekt musste ja sterben, obwohl das Geld für den Streckenbau (12 Mio Euro) vorhanden gewesen wäre. --- zurück zum Thema:

Auch fehlen definitiv Gelder und vor allem Mitarbeiter, die den Wald im Park und N.-Gebiet in Schuss halten. Im Anfang wurden noch Fallen für den Borkenkäfer aufgestellt, bis es etwa um 2005-7 hieß: "Der Wald hilft sich selbst".

Dazu kommt, dass die meisten Bäume im Park überaltert sind, also würden sie auch ohne Trockenheit und ohne Borkenkäfer früher oder später absterben, ich habe bei geschlagenen Fichten über 120 Jahresringe gezählt (nach 70 bis 80 Jahren sind sie eigentlich "erntereif").

Klar sind solche Parks und Gebiete unverzichtbar, aber die entsprechenden Verantwortlichen, egal ob in der Regierung oder Opposition, müssen mitziehen und sich auf ein Konzept einigen. Es gibt Beispiele im Bayerischen Wald und gerade im Erzgebirge im Bereich der Grenze zur Tschechischen Republik, wo auch eine Schmalspurbahn fährt, die zeigen, dass es möglich ist. Aber wem nützt ein Park/Gebiet/Wald, wo es nur abgestorbene, kreuz- und quer-, über- und untereinanderliegende Bäume gibt, die weder CO2 reduzieren noch Sauerstoff produzieren können?

Aber es fehlt insbesondere in Niedersachsen ja an allem, vor allem an guten Willen. Denn wenn ich so die Kommentare von Klaus Merker "Akut können wir dem Wald nicht helfen" (Landesforsten Nds.) höre und lese, wird mir schlecht. Klar ist Nichtstun am einfachsten und alles ist der Klimawandel Schuld. Klar. Ist ja so einfach. Und keiner kann widersprechen, die Tatsachen sprechen ja für sich.
Dass es auch andere Gründe gibt, die ich nicht wiederholen möchte, wird einfach genauso ignoriert wie vieles andere auch.

Klar wird sich in 30 oder 40 Jahren wieder eine neue biotopische Fläche gebildet haben, doch bis dahin haben gewiß viele Touristen keine Lust durch abgestorbene Wälder zu wandern, zumal dabei eine erhebliche Gefahr besteht, dass Äste oder gar ganze Bäume schlagartig abstürzen können. Und ob der sich selbst ausgesäte Wald dann auch noch attraktiv ist, wer weiß ...

Für die Fotografen werden sich in der nächsten Zeit weitere Motive auftun, wenn die toten Bäume letztendlich vom Sturm umgerissen werden.

Danke und eine schöne Zeit

Klaus

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: MS Baden

Datum: 03.09.19 20:53

Hallo allerseits,

ich war schockiert über die Bilder der toten Wälder, die so gar nicht ins idyllische Bild der Eisenbahnfotografie passen wollen. Mich machen solche Bilder depressiv. Wem es auch so ähnlich geht, empfehle ich, sich zu informieren. Auf youtube findet man einige interessante Filme zum Waldsterben.

Baustelle Natur

Aufgrund des Klimawandels und der häufigen Trockenheit breitet sich der Borkenkäfer massiv aus. Die Naturparkidee ist nun, den Wald sich selbst zu überlassen. Der Borkenkäfer wirkt als Abrissunternehmer der Monokulturen aus Fichtenwäldern. Im Nationalpark Bayerischer Wald gab es auch vom Borkenkäfer zerstörte Wälder, aber schon nach 10 bis 15 Jahren hat sich der Wald verjüngt. Es wachsen neue Bäume nach, viel wilder und bieten Tieren einen ganz neuen wertvollen Lebensraum. Wenn man sich mit diesen Veränderungen des Waldes beschäftigt, versteht man, was hier passiert.

Auf youtube gibt es zu Waldsterben, Wald in Gefahr noch weitere sehr lehrreiche, empfehlenswerte Filme.

Jens

Wenn der Wald stirbt (Link)

geschrieben von: delta_t

Datum: 03.09.19 23:00

Hallo Klaus,

passend zu deinen eindrucksvollen Bildern ein link zu Bewegtbildern, die am 10.8. auf SpiegelOnline zu sehen waren: Wenn der Wald stirbt [www.spiegel.de] (die obligatorische Werbung muss man zunächst irgendwie überstehen).

Grüße
Gunnar

http://www.deltat-photo.de/bilder/EZB_4wrr/Signatur-delta_t4.jpg

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: rekok73

Datum: 04.09.19 07:43

Hallo Jens,

schön, dass Du den Link eingefügt hast. Im Video wird sachlich erklärt, was man erreichen möchte. Informieren kann man sich auch in den Nationalparkhäusern, wenn man denn möchte.

Das die Touristiker des Harzes manch ein Problem mit dem Wirken der Natur haben, ist klar. Der Mensch fühlt sich machtlos, wenn er nicht mehr alles zum Untertan werden lassen kann. Gleiches gilt natürlich für die Wirtschaftswälder, wo man einerseits die Auswirkungen des Klimawandels verflucht, den Wald ebenso zum Mischwald umbauen möchte, aber gleichzeitig Kritik am Nationalpark übt, weil sich dort der Borkenkäfer ungehemmt vermehren darf. Das führt zu Interessenskonflikten und zum ideologischen Kampf, ob die Natur dem Menschen zu dienen hat, ihm grundsätzlich nach seinen Wünschen untertänig zu sein hat... oder ob der Mensch ein Teil der Natur ist und somit der freien Entwicklung der Natur ihren Platz einräumt.

Wie heutzutage üblich, wird diese Auseinandersetzung sehr dogmatisch geführt. Das sieht man beim Wald, beim Luchs, beim Wolf, bei Migranten, um nur einige Beispiele zu nennen. Von bestimmten Interessengruppen werden dabei auch gerne Ängste geschürt, die sich dann in Filterblasen verstärken. Die beobachtbaren Abläufe sind immer gleich, nur die Akteure wechseln (manchmal).

Beste Grüße, René



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.09.19 13:13.

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: BOS

Datum: 04.09.19 13:49

So schön das ja alles ist was der Film da zeigt, haben wir wirklich nichts mehr im Hirn um nicht aus all dem "Fortschritt" noch einen Nutzen für die Umwelt, weil für uns, zu schöpfen? Wieso muß ich dem Borkenkäfer den Waldumbau überlassen? Warum entnehme ich nicht selbst (rechtzeitig) die Bäume die ich als Wildnisförderer dort nicht haben will?
Es würde dem Wildnisgedanken nicht widersprechen, wenn ich zum letztenmal das Holz ernte welches unsere Urgroßväter unter großem Aufwand gepflanzt haben.

Statt nun wertschöpfend tätig zu werden, ganz im Sinne von kommender Wildnis und Co, schaue ich lieber dem Borkenkäfer zu und freue mich geradezu darüber, das er endlich da ist, dann fahre ich zu "IKEA" und kaufe noch so ein Billigholzteil welches dafür verantwortlich ist das irgendwo auf der Welt Wildnis zerstört und Wirtschaftswald aufgebaut wird. Ich kaufe ein Billigholzteil was dafür verantwortlich ist, dass der Sondermüllberg noch weiter anwachsen kann, mit all den damit verbundenen Problemen für die Umwelt und ich kaufe ein Billigholzteil das für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich ist, unter der die Mitarbeiter bei der Herstellung in (Zweit-Drittweltländern?) leiden können und später dann auch die Nutzer. (Quellen sind im NET so zahlreich vorhanden, dass ich mir Einzelnennungen hier spare)

Konsequent wäre es aus dem heimischen Holz nach unseren hohen Arbeitsschutzstandards hier im Land zu produzieren. Das würde dem Umwelt-und Klimagedanken gerecht und wäre ein vorzeigbares Modell mit Nachahmcharakter. Es würde Arbeitsplätze schaffen und sichern und es wäre darüber hinaus auch nicht verkehrt endlich von den Billigheimern abzukommen und wieder mehr auf Qualität zu setzen wie man das vom Tischlerhandwerk her kennt. Das auch vor dem Hintergrund mit Greta and Friends!

Dann widerspricht es dem Wildnisgedanken auch nicht, wenn die eine oder andere sinnvolle Bahnlinie ertüchtigt oder erweitert wird.

Diese sinnlose Zerstörung wie in dem Film zu sehen und auf vielen Fotos auch hier im Forum, ist eben ein Beweis wie es in den Köpfen der Macher ideologisch aussieht. Das da mittlerweile zahlreiche Mitbürger von ÖKoterroristen sprechen und schreiben wundert mich nun auch nicht mehr. Das das vielen Menschen gewaltig auf den Senkel geht und sie sich von diesen wichtigen Themen abwenden, ist kontraproduktiv und hilft uns insgesamt nicht weiter!

Könnte es vielleicht sein, dass sich darüber auch das Wahlverhalten in den mitteldeutschen Ländern erklären läßt?

Mit fragendem Gruß von
Unterwegs
BOS

Wenn die GUTEN nichts tun - gehört die Welt den BÖSEN

Wer will, findet Wege. Wer nicht will, sucht Gründe.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.09.19 13:54.

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: rekok73

Datum: 04.09.19 14:28

Moin,

das war aber ein frustrierter Rundumschlag. Alles in einen braunen Topf, kräftig gerührt und schon werden alle Umweltschützer zu IKEA-Billigmöbelkäufern. Wie ist denn das Wahlverhalten in Wernigerode, wo sich die Nationalparkverwaltung für den Harz befindet? Letzte Wahl zum Stadtrat am 26. Mai 2019:

CDU 28,94%
SPD 19,65%
DIE LINKE 16,47%
GRÜNE 12,11%
AfD 11,18%

Da wohl die Parteien CDU, SPD, Die Linke und Grüne von "Ökoterroristen" durchsetzt sind, wählen in Wernigerode 77% der Wähler solche unverantwortlichen Zeitgenossen. Der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode war auch noch über viele Jahre der Chef des Nationalparks Hochharz. Wie die Auflistung der folgenden Organisationen zeigt, ist auch der vom Nationalparkgesetz vorgeschriebenen Nationalparkbeirat von eindeutig "linksgrün-versifften Zeitgenossen" durchsetzt:

Dem gemeinsamen Beirat nach Absatz 1 Satz 4 gehören an:
- für die Landkreise Goslar, Osterode am Harz und Harz je ein Mitglied,
- für die Städte Bad Harzburg, Braunlage, Herzberg am Harz, Ilsenburg, Osterode am Harz, Vienenburg, Wernigerode, die Bergstädte Altenau und Sankt Andreasberg, die Samtgemeinde Oberharz, die Ortschaften Elbingerode, Elend, Schierke und Stapelburg, die Regionale Planungsgemeinschaft Harz und den Zweckverband Großraum Braunschweig je ein Mitglied,
- für das für Naturschutz zuständige Bundesministerium ein Mitglied,
- für die Anstalt Niedersächsische Landesforsten und die für Forsten im Land Sachsen-Anhalt zuständige Verwaltung je ein Mitglied,
- für die für Denkmalpflegeangelegenheiten zuständigen unteren Behörden ein Mitglied,
- für die Handwerkskammern Braunschweig, Hildesheim und Magdeburg ein Mitglied,
- für die Industrie- und Handelskammern Braunschweig, Hannover und Magdeburg ein Mitglied,
- für die Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. und die Arbeitgeberverbände Sachsen-Anhalt e.V. je ein Mitglied,
- für den Deutschen Gewerkschaftsbund, Bezirk Niedersachsen - Bremen -Sachsen-Anhalt ein Mitglied,
- für den Regionalverband Harz e.V. ein Mitglied,
- für den Harzklub e.V. ein Mitglied,
- für die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. ein Mitglied,
- für den Harzer Tourismusverband e.V. ein Mitglied,
- für die Harzer Schmalspurbahnen GmbH ein Mitglied,
- für die Harzwasserwerke GmbH ein Mitglied,
- für den Landessportbund Niedersachsen e.V. und Landessportbund Sachsen-Anhalt e.V. je ein Mitglied,
- für die vom Land Niedersachsen oder vom Land Sachsen-Anhalt anerkannten Naturschutzvereinigungen, die nach ihrer Satzung landesweit tätig sind, soweit sie in ihren satzungsgemäßen Aufgaben berührt sind, vier Mitglieder.

Endlich wurden mir die Augen geöffnet. Vielen Dank!

René

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Sarkana

Datum: 04.09.19 20:42

Alte Forstmaßnahme. Man pflanze drei Bäume je Meter, nicht jeder überlebt das, völlig egal. aber die Stämme sind astfrei, weil die Bäume keine Wahl haben, als rasch nach oben zu streben und die Äste unten schnell aufzugeben (dann kann man sie problemlos entfernen - ist ja trockenes Gedöns). So kann der Bestand aber nicht wachsen, das ist bei großen Bäumen viel zu eng - da werden die später dicker als Pflanzabstand war. Also sind mehrere Läuterungen nötig, bei Kiefer nach ich glaub 30-40 Jahren erstmals, bei Fichte geh ich von aus noch früher. Die Pflanzung ist teuer - nicht nur die Pflanzen sondern auch die Pflanzer müssen bezahlt werden. Jede Läuterung kostet erneut Geld. Demgegenüber stehen halt schöne Stämme - um so früher schon in jungen Jahren die Astfreiheit einsetzt, um so höher ist der Astansatz und um so mehr Geld bringt das. Und wenn man eh Stangenholz produzieren will um Bergwerksgänge auszukleiden z.B. dann braucht man eben auch einfach nur viel und erntet früh. Bergbau im Harz findet aber nicht mehr statt. Die Kosten sind auch höher als der Nutzen.
Wenn man solche Forstbestände sich selbst überläßt ist das aber nicht unproblematisch, weil zum einen Monokultur und zum anderen nicht besonders stabil, weil mehr mit der Konkurrenz beschäftigt als mit der Eigenstabilisierung. Überläßt man das weiterhin sich selbst, entsteht ab einer gewissen Höhe (im Harz ab etwa Torfhaus - im Zuge der Klimaerwärmung vermutlich perspektivisch noch mal mind. 100 meter aufwärts) ein Mischbestand der hauptsächlich aus Mehlbeere und Fichte (ja, die wächst nach wenn sie natürlich vorbeikommt und oft überstehen einzelne Überhälter das Massensterben).
Mit Waldsterben hat das alle jedenfalls nichts zu tun - gegeben hat es das eigentlich eh nie. War so ein deutsches Phänomen für das die Franzosen uns jahrzehntelang belächelt haben (zumal wir das Waldsterben ausgerufen haben, als die Sche mit dem Sauren Regen ihren Höhepunkt überschritten hatte).

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: Sarkana

Datum: 04.09.19 20:59

BOS schrieb:
So schön das ja alles ist was der Film da zeigt, haben wir wirklich nichts mehr im Hirn um nicht aus all dem "Fortschritt" noch einen Nutzen für die Umwelt, weil für uns, zu schöpfen? Wieso muß ich dem Borkenkäfer den Waldumbau überlassen? Warum entnehme ich nicht selbst (rechtzeitig) die Bäume die ich als Wildnisförderer dort nicht haben will?
Warum soll ich das mit großem Aufwand machen, wenn die Natur das selbst erledigt? Nicht mal ein erfahrener Förster kann mit Sicherheit sagen, ob überhaupt und wenn ja welcher Baum als Überhälter stehen bleiben wird. Der Borkenkäfer ist eigentlich kein Problem in gesunden Mischwäldern - und wo es doch passiert gibt es gewisse Bestufen der Bekämpfung. Im Oberharz werden gerade extrem befallenen Strecken komplett weggenommen. Dummerweises ist Kahlschlag die mit großem Abstand schlechteste Form der Waldbewirtschaftung, aber in Wirtschaftswäldern (Forsten also) gelegentlich unumgänglich. Da läßt sich das Holz wenigstens als Brennstoff noch weiterverwenden. Im Nationalpark soll aber ja geraste nicht rausgeschleppt werden, die "Borkenkäferopfer" sind Teil des natürlichen Kreislaufs, als Rohhumus Heimat für Käfer, Pilze usw. und wenn es irgendwann verrottet ist halt neuer Boden. Und wenn die umfallen und in der Gegend rumliegen sind sie ein prima Verbißschutz - kein Hirsch oder Reh ackert sich durch das Chaos um ein paar Jungbäume zu erhaschen. Das ist auch als Schutz vor Erosion ganz gut, zumindest der Wind wird gebrochen. Wenn ich aber gar nicht vorhabe etwas zu entnehmen, dann gebietet schon der Arbeitsschutz die Fällungen sein zu lassen.

Re: Nationalpark

geschrieben von: Sarkana

Datum: 04.09.19 21:16

Klaus D. Holzborn schrieb:
Dazu kommt, dass die meisten Bäume im Park überaltert sind, also würden sie auch ohne Trockenheit und ohne Borkenkäfer früher oder später absterben, ich habe bei geschlagenen Fichten über 120 Jahresringe gezählt (nach 70 bis 80 Jahren sind sie eigentlich "erntereif").
Du redest, leider ohne Ahnung davon zu haben, von zwei völlig verschiedenen Dingen. Eine Rotbuche hat ihre Umtriebszeit ("erntereif") nach etwas 150 Jahren erreicht. Rotbuchen können locker doppelt so alt werden und zeigen guten Holzzuwachs noch bis etwa 250 Jahre Alter. Daten für die Fichte hab ich nicht zur Hand, sind aber nicht grundsätzlich anders.
Die Umtriebszeit ist eine rein forstwirtschaftliche Kenngröße, die mit Überalterung nichts zu tun hat. Bei alten Bäumen steigen aber die Risiken (Rotbuche ist z.B. lichtempfindlich und alte, licht werdende Buchenwälder zeigen daher oft Rindennekrosen. Das mindert der Wert des Holzes, ist für den Wald aber völlig egal (und bis das für den Baum als solches ein Risiko wird, vergehen etliche Jahre). Wenn das Risiko den Wertzuwachs übersteigt ist das wirtschaftlich aber ungünstig. Auch macht es mehr Sinn zu ernten und neu wachsen zu lassen, weil dann der durchschnittliche jährliche Zuwachs viel höher ist als bei alten Bäumen - die wachsen nicht mehr so doll und sind auch schon mal innen hohl - also wieder Wertverlust.
Das Erreichen der Umtriebszeit kann übrigens auch noch weiter weg vom natürlichen Höchstalter sein. Deutsch Eiche hat eine Umtriebszeit von (aus dem Stehgreif, hab keine beleasbare Zahl zur Hand) was um die 300 Jahren. Die Ivenacker Eichen sind über 1000 Jahrr alt ...

Re: Nationalpark

geschrieben von: Brockenhexe

Datum: 04.09.19 23:09

In einen Eisenbahnforum tummeln sich jede Menge Forstexperten.... will ich mal nicht beurteilen.
Wir haben ein Ferienobjekt im Raum Harzgerode (in etwa die Grenze zwischen dem Nördlichen und Südlichen Unterharz).
Im Sommerurlaub im August musste ich auf ca. 400 Meter Meereshöhe mit Schrecken zur Kenntnis nehmen, das schon weite Teile des Waldes tot sind, in nun 20 Jahren habe ich noch nie so viele kahle Hänge gesehen.
An unserem "Wohnort" , Vorort von Harzgerode ca. 450 Meter über Meereshöhe - eine recht niederschlagsarme Gegend - war die Trockenheit nicht ganz so extrem wie 2018, allerdings fielen die Niederschläge nur an wenigen Tagen in nennenswerten Mengen.

Danke, Sarkana, für die interessanten Ausführungen!

geschrieben von: RT

Datum: 05.09.19 09:21

Habe viel gelernt heute morgen.

(Und weil man das hier leider dazu sagen muss: Ich meine das wirklich so; ganz ohne Ironie.)

Viele Grüße,
Ralph

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: Silbergräber

Datum: 05.09.19 12:18

Ich möchte hierzu einige Punkte ansprechen:

1) Der Wald soll sich selbst helfen - soweit, so gut. Zur Zeit kann man beobachten, dass Pioniergehölze wie Birke und Eberesche aus der Waldlaiche im Bereich Sonnenberg hochkommen - und junge Fichten. Wie bekommt man jetzt einen natürlichen Mischwald dahin bzw. wie sieht der aus? Muss der Mensch nicht nachhelfen und Arten, die in den Jahrhunderten der Monokultur gepflanzt wurden, zumindest partiel ansiedeln?

2) Kann der Wald sich vor dem Hintergrund des Klimawandels überhaupt selbst helfen, oder muss ihm mit angepassten Arten auf die Sprünge geholfen werden? Die Borkenkäferplage ist nicht alleinig auf die NP-Jünger zurückzuführen, sondern hängt auch mit der großen Trockenheit 2018 zusammen.

3) Welche Auswirkung hat der tote Wald im Hochharz auf die Wildpopulation: bleiben Rotwild und Luchse noch oder wanden die ab weil sie das Elend nicht mehr ertragen können bzw. keine Nahrung finden?

4) Was viele Anwohner und Stammbesucher stört ist das Gebaren der Nationalpackerwaltung: es werden jahrhunderte alte Wege einkassiert, Schutzhütten abgerissen und die Touristen auf einige wenige Wege kanalisiert. Das alles in Verbindung mit einer nicht zu verleugnenden Hochnäsigkeit und Arroganz der Verantwortlichen ist der Einstellung der Anwohner gegenüber dem NP nicht dienlich.

LG

Jörn

Re: Nationalpark

geschrieben von: matzehbs

Datum: 05.09.19 21:35

Eine Fahrt zum Brocken genügt, um das gewaltige Ausmaß zu begreifen. Ich habe mir in Unkenntnis darüber, wie lange der Einsatz der Baureihe 199.8 andauert, im August 2019 eine Brockenfahrt mit Diesellokbespannung geleistet. Wenn
man aus dem Fenster schaut, denkt man schon, man ist Zeuge einer Apokalypse. Soviel großflächig toten Wald im Harz ist einfach schwer zu begreifen. Man sieht aber tatsächlich stellenweise schon wenige junge gesunde Bäume nachwachsen.

Von daher Danke an den Threaderöffner für die Dokumentation und Danke an diejenigen , die zwischen den Pöbeleien die Sachlage erklärt haben.

Beispiel Nationalpark Schwqarzwald

geschrieben von: MS Baden

Datum: 05.09.19 22:44

Hallo allerseits,

wer sich wirklich für das Thema interessiert, kann zum Beispiel auf den Internetseiten des Nationalparks Schwarzwald Wissenswertes finden:

Borkenkäfermanagement

Interessant sind auch die Newsletter zur Entwicklung der Borkenkäfer und der befallenen Bäume.
"Der Borkenkäfer ist im Nationalpark Schwarzwald wichtig für das natürliche Gleichgewicht. Er fördert natürliche Waldstrukturen und schafft so wertvollen Lebensraum für andere Arten.
- Schafft Lebensraum für andere Arten
- Ausbreitung durch Pufferstreifen begrenzt
- Fördert natürliche Waldstrukturen "

Auch im Nationalpark Bayerischer Wald gab es massiv befallene Waldgebiete, die ähnlich wie im Harz aussahen. Hier hat man schon die natürliche Überlassung des Waldes studiert und erforscht. Gerade im Nationalpark Bayerischer Wald kann bereits deutlich gesehen werden, wie sich die Natur nach dem Absterben der Fichten entwickelt hat und wie sich der Wald verjüngt und wilder geworden ist.

Bayern ist übrigens kein Bundesland, in dem eine "linksgrün versiffte" Regierung regiert. Die Nationalparkidee ist keine "ökofaschistische Idee", sondern wurde wissenschaftlich entwickelt.

Ja, es sieht schrecklich aus, wenn man die Bäume durch den Borkenkäferbefall sterben lässt, aber nach einigen Jahren entsteht eine ökologisch wertvolle Landschaft mit neuen Bäumen. Der Borkenkäferbefall reißt Lücken in den Wald aus Monokulturen. Es entstehen wieder Lichtungen, auf denen sich vielfältige Pflanzenarten und Tierarten ausbreiten.

Jens

Re: Beispiel Nationalpark Schwqarzwald

geschrieben von: rekok73

Datum: 05.09.19 23:58

Hallo Jens,

ich hoffe, dass Du erkannt hast, dass mein Beitrag in Teilen ironisch gemeint war und ich bestimmtes Vokabular nur gebraucht habe, um auf eine bestimmte Richtung hinzuweisen, aus der oft substanzlose Kritik kommt.

Ansonsten möchte ich mich für Deinen Beitrag bedanken, auch für den Link. Ich habe mich mit solchen Entwicklungen beschäftigt. Oft kommt man aber mit Argumenten nicht weiter.

Da wird z.B. hier im Thread argumentiert, dass der Rothirsch und Luchs mit dem Verschwinden des Hochwaldes abwandern könnten:

- der Rothirsch kommt in Waldgebieten vor und mag große offene Lichtungen, aber auch in fast baumlosen Gebieten, wie z.B. in Schottland ist er beheimatet. Er ist also bezüglich seines Lebensraumes recht flexibel. Warum sollte er abwandern, wenn der monotone Hochwald stirbt?

- der Eurasische Luchs mag Dickicht und gerne Felsspalten. Er kommt in Wäldern vor, ist aber auch in Steppen, Tundren und gar wüstenähnlichen Landschaften zu Hause.

Ich bin nun im Harz wohnhaft, informiere mich sehr oft im Nationalpark und habe deshalb auch die Entwicklung in den anderen Waldnationalparks im Blick, denn der Nationalpark Harz ist ja vernetzt. Leider meinen aber Laien oft, die besseren Kenntnisse zu haben. Ist eben wie beim Fußball, denn da wissen die Zuschauer als selbsternannte Spezialisten auch meist besser, wie die Mannschaft hätte spielen müssen, denn der Trainer (oder in diesem Fall die Nationalparkverwaltung) hat ja sowieso keine Ahnung.

So kann man den Zustand des Waldes bedauerlich finden und sich sachlich informieren oder man schimpft auf Grüne, auf angebliche Ökoterroristen usw. ganz ohne zu merken, dass man die Leute, die den Klimawandel aufhalten wollen und fordern, dass sich die Allgemeinheit dafür eben doch mal aus der eigenen Komfortzone herausbewegen muss, verunglimpft. Warum die gespielte Empörung? Letztlich um von der eigenen Lethargie ablenken zu können. Daraus resultiert dann die Wut auf die sogenannten Gutmenschen!

Ich persönlich möchte auch gar kein Bösmensch sein. Ich gebe der Natur gerne noch 30 Jahre und viel mehr, um ihr Werk zu vollenden. Vielleicht erlebe ich es nicht mehr, aber die Natur bahnt sich mit Sicherheit einen Weg, wenn man sie denn lässt. Dabei muss die Natur nicht unbedingt das Auge des Menschen erfreuen, denn das ist nicht der Zweck von natürlichen Entwicklungen. Auch so manches Spinnentier erfreut nicht das Auge eines jeden Betrachters und trotzdem hat dieser für Manchen unerfreuliche Anblick seinen Platz in der Biodiversität. Treten die Spinnentiere in Massen in "Monokultur" auf, würden viele Menschen aktiv werden. Die Natur wird eben manchmal auch radikal aktiv, z.B. um sich von den unnatürlichen Wäldern in Monokultur zu befreien. Ihr natürliches Hilfsmittel ist dabei auch der Borkenkäfer, der so lange aktiv ist, bis sich wieder ein natürliches Gleichgewicht eingestellt hat.

Übrigens: Wir sind doch beim Thema Harz. Bei den Harzer Schmalspurbahnen ist die Lage seit Jahren auch nicht optimal. Da können doch bestimmt Leute, die ihre Kompetenz durch den Sucher des Fotoapparates erworben haben, mit besten Ratschlägen helfen?

Beste Grüße, René

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: E-Oldtimer

Datum: 06.09.19 09:45

Sarkana schrieb:
Mit Waldsterben hat das alle jedenfalls nichts zu tun - gegeben hat es das eigentlich eh nie. War so ein deutsches Phänomen für das die Franzosen uns jahrzehntelang belächelt haben (zumal wir das Waldsterben ausgerufen haben, als die Sche mit dem Sauren Regen ihren Höhepunkt überschritten hatte).
Moin,

ganz so richtig ist das nicht. Deutschland ist viel dichter besiedelt als Frankreich, was bedeutet dass in Frankreich große Teile des Waldes viel weniger belastet waren und sind. In der Umgegend starker Besiedlung und Industrie gab es die gleichen Probleme wie hier, d.h. gelächelt haben dort nur die Ignoranten.

Gruß,
Till

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: RT

Datum: 06.09.19 10:04

Hallo Jörn und alle,

> Was viele Anwohner und Stammbesucher stört ist das Gebaren der Nationalpackerwaltung: es werden jahrhunderte alte Wege einkassiert, Schutzhütten abgerissen und die Touristen auf einige wenige Wege kanalisiert. Das alles in Verbindung mit einer nicht zu verleugnenden Hochnäsigkeit und Arroganz der Verantwortlichen ist der Einstellung der Anwohner gegenüber dem NP nicht dienlich.

Das kann ich mir gut vorstellen..... Vor allem das mit dem Kanalisieren auf wenige Wege scheint mir persönlich eher kontraproduktiv. In US-amerikanischen Nationalparks geht man (abseits der Touristen-Highways, die es natürlich auch gibt) teils den umgekehrten Weg: Wanderer im Denali National Park (Alaska) bekommen extra den Auftrag, NICHT hintereinander zu gehen, damit sich keine Schneisen (Trampelpfade) in der Vegetation bilden. Das geht natürlich nur bei sehr geringer Besucherdichte; ich will also keineswegs argumentieren, dass man am Brocken statt auf den Wegen lieber querfeldein gehen sollte. Aber kanalisieren bedeutet auch Schneisenbildung, und da ist eine dicke Schneise sicher schlimmer als viele kleine. Man vergleiche die Wirkung einer Landstraße und die einer Autobahn. Oder - Bahnbezug JETZT - die einer Nebenbahn mit Schotterbettung und die einer Neubaustrecke mit fester Fahrbahn und Lärmschutzwand.

Wir sind hochgradig off-topic, aber es ist der interessante thread seit langem,
findet
Ralph

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: rekok73

Datum: 06.09.19 11:26

Hallo Ralph,

im Nationalpark Harz gibt es ein Wanderwegenetz, welches über 600 km lang ist. Die meisten Besucher sind Tagestouristen. Da sollte dieses Netz völlig ausreichend sein. An den Hot Spots, wie dem Brocken, muss man die Besucher einfach kanalisieren. Wer auf dem Brocken war und die Zeitgenossen beobachtet hat, die trotz der Zäune und Schilder "Gesperrt zum Schutz der Natur" auf den abgesperrten Flächen herumturnen (was leider keine Ausnahme darstellt), der kann ahnen, was im Nationalpark passieren würde, wenn es das Wegegebot nicht geben würde. Sensible Flächen wären Freiwild für Mountainbiker, um nur ein Beispiel zu nennen. Es gibt im Nationalpark dutzende Kilometer Wanderwege, auf denen ich bei meinen Touren über Kilometer hinweg keiner Menschenseele begegne, was sehr erholsam ist. Weicht man hier mal ein paar Meter vom Weg ab, entsteht keine Schneisenbildung. Am Brocken muss man eben mit der Kanalisierung auf wenigen Schneisen leben. Der Harz bietet auch genug Locations für Abenteuerlustige: Rappbodetalsperre, Bodetal bei Thale und Wurmberg. Fakt ist, dass die Touristiker den Harz verschandeln wollen. Beispiel: Millionengrab Wintersport in Schierke, welches den Wernigeröder Haushalt massiv belastet, während für die Sanierung von KiTas und Schulen das Geld knapp ist. Dieses Geld wäre in der Bildung und Projekten der HSB (z.B. Verbesserungen bei Fahrplänen, der Fahrzeugsituation und der Tarifstruktur) besser investiert gewesen, denn auch diese Bahn dient der Kanalisierung von Besuchern des Nationalparks. Der Nationalpark verhindert glücklicherweise so manches Hirngespinst, welches einigen Touristikerhirnen entspringt. Sonst haben wir in 20 Jahren auch keine intakte Natur mehr im Harz, sondern Schneisen (nicht durch das Wegegebot), welche Touristiker für die abenteuerlustige Klientel geschaffen haben, da so manche Zeitgenossen den unbedingten Kick brauchen, um zu spüren, dass sie noch leben. Man kann es ruhig mal so überspitzt formulieren. Ruhe, Naturbeobachtung und Vogelgezwitscher ist die Sache dieser Harztouristen sowieso nicht, übrigens auch nicht die so mancher Zugverfolger. Die Zerstörung der Natur und Landschaft schafft der Mensch also auch gänzlich ohne Borkenkäfer. Oft genug hat es die Menschheit in der Vergangenheit bewiesen. ;-)

Beste Grüße aus dem Harz, René

Zurück zum Anfang

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 06.09.19 13:13

Der Harz ist weder Bayerischer Wald noch Schwarzwald, letztere haben eine Baumgrenze von etwa 1300 Meter (obwohl schon oft viel früher keine Bäume mehr zu finden sind [aber das hat andere Gründe, wie z.B. Skigebiete]),
im Harz liegt sie nur bei 750 bis 900 Metern je nach Hanglage.

Wenn sich also in Bayern oder Baden der Wald in 800 Metern erholt,
so tut er das noch lange nicht im Harz in gleicher Weise.


Und ob die wenigen sich selbst ausgesäten jungen Fichten überleben werden, ist dann noch die ganz große Frage.



Tatsache ist und bleibt, dass im Harz die verantwortlichen Forstverwaltungen über 10 Jahre lang die Hände in den Schoß gelegt haben.
Und wenn wer nachfragte, dann kamen die vorgenannten klugen Sätze.

Die Verjüngung des Waldes kam auch anders durchgeführt werden, zumal die umgestürzten Bäume nicht nur Wege (z.B. den Bahnparallelweg von Drei Annen nach Elend direkt in der ersten Kurve) versperren, sondern Jahrhunderte brauchen, bis sie abgebaut und zersetzt sind. Und das dauert noch dazu aufgrund des raueren Klimas im Harz deutlich länger als im Schwarzwald.
Aber lassen wir das, wie ich schon eingangs vermutete, bringen all die Diskussionen uns nicht weiter.

Im Gegenteil,

und wer gerade regiert oder Ratschläge gibt, ist egal.

Die Politiker und die Forstverwaltungen müssen reagieren ... (egal aus welchem Lager)



Ciao
Klaus

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: RT

Datum: 06.09.19 16:46

Hallo René,

Du brauchst mich nicht zu überzeugen, dass ein Schutzgebiet gut ist :) Vor allem hinsichtlich der "Kick"-Phantasien (denen nach Möglichkeit Einhalt zu gebieten ist) sind wir uns hochgradig einig. Und dass es am Brocken ohne Wege (und Wegegebot) nicht geht, ist völlig klar. Ich bezog mich mehr auf, sagen wir mal "Überregulierung", z.B. die von meinem Vorschreiber angesprochenen Wegeschließungen und Abriss von Schutzhütten. Wenn die Hütte schon da steht, und der Weg schon da liegt, dann sollte beides, so denke ich, so stehen / liegen bleiben. Wenn jemand dagegen einen Skilift auf den Brocken bauen und einen schönen Abfahrtshang freiroden will (ich phantasiere), so gehören ihm die Ohren lang gezogen und die Nationalparkbestimmungen vorgelesen.

Letztlich habe ich nicht genügend Wissen, um mich hier dem einen oder dem anderen Standpunkt anzuschließen. Aber ich finde es sehr informativ, die Standpunkte dargelegt zu bekommen. Dafür auch Dir vielen Dank.

Viele Grüße,
Ralph

Re: Zurück zum Anfang

geschrieben von: rekok73

Datum: 06.09.19 19:03

Hallo Klaus,

im Harz sind aber wegen seiner Lage verschiedene Forstverwaltungen zuständig. Scheinbar haben alle diese Forstverwaltungen die gleichen Entscheidungen getroffen, ob nun im National- oder den Harzer Naturparks. Meinst Du nicht, dass man sich in den Fortstverwaltungen der verschiedenen klimatischen Bedingungen in Harz, Schwarzwald und Bayerischen Wald bewusst ist? Deshalb denke ich, dass die Verantwortlichen schon einen Plan haben. Das natürlich Erfahrungen bei der Veränderung eines über Jahrhunderte genutzten Wirtschaftswaldes zu einem naturnahen Wald erst gewonnen werden müssen, stellen wohl auch die Verantwortlichen nicht rigoros in Abrede. Wie schon geschrieben: Auch ich finde den Zustand des Waldes bedenklich, aber ich vertraue auf die Experten. Als Laie in diesem Bereich informiere ich mich, halte mich aber mit Ratschlägen und Anschuldigungen an die Verantwortlichen zurück. Ich kann nur ungenügend beurteilen, ob der Zustand des Waldes am Klimawandel liegt (dessen Auswirkungen auch die Forstverwaltungen logischerweise erst erforschen müssen) oder an bewussten Fehlentscheidungen der Forstverwaltungen. Ich möchte mir als Laie eine solche Einschätzung einfach nicht erlauben.

Aber nun wünsche ich trotz kontroverser Diskussion ein schönes Wochenende. Letztlich vereint uns ja der Wunsch nach einer intakten Natur.

Beste Grüße, René

Jetzt widme ich mich wieder meinem auch nicht unnützen Hobby: Tierpark Petersberg ;-)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.09.19 19:08.

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Pascal. W

Datum: 06.09.19 22:12

Hallo,

ich sehe das bei uns auch sehr stark, wohne ja auch am Harz. Man muss nur mal kurz rausgehen zum spazieren gehen und selbst am Stadtrand wo die ersten Bäume beginnen, haben schon ganze Reihen kahle und herunterhängende Äste.
Ich war im Juni einige male in Bad Lauterberg, bin dort öffters um den Wiesenbecker Teich gewandert und von etwas oberhalb kann man die ganzen grauen Baumstreifen im Wald sehen.

Der Harz ist besonders stark betroffen im Vergleich zu den übrigen größeren Waldgebieten in Deutschland. Es gab dann auch überlegungen wieder Mischwälder einzuführen, die Klima beständiger sind.


In letzter Zeit werden in meiner Gegend regelmäßig Holzzüge beladen, z.B. in Münchehof (Harz) und in Herzberg am Harz.




Trotzdem, schöne Bilder sind es in dem Beitrag

Gruß

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: rekok73

Datum: 06.09.19 23:09

Hallo Pascal,

die verstärkte Abfuhr von Holz aus dem Harz in den letzten Monaten ist auch noch dem Orkantief Friederike von Anfang 2018 geschuldet, dem dann als absolutes i-Tüpfelchen der Dürresommer folgte. Ein bisschen viel Stress für den Wald. So wurde auch in Oker seit dem Sturm viel Holz verladen. Wegen Bauarbeiten im dortigen Bahnhof findet die Holzverladung derzeit in Klein Mahner (Strecke Salzgitter Bad - Börßum) statt.

Beste Grüße, René

Re: Nationalpark

geschrieben von: Sarkana

Datum: 07.09.19 21:08

Brockenhexe schrieb:
In einen Eisenbahnforum tummeln sich jede Menge Forstexperten...
Als Forstexperte würde ich mich nicht bezeichnen, auch ich als Baumpfleger schon in gewisser Weise ähnliche Probleme sehe. Aber immerhin hab ich mal Forstwirt gelernt. Damit bin ich am Forstexperten wahrscheinlich zumindest näher dran, als sie meisten anderen hier.

Zitat:
An unserem "Wohnort" , Vorort von Harzgerode ca. 450 Meter über Meereshöhe - eine recht niederschlagsarme Gegend - war die Trockenheit nicht ganz so extrem wie 2018, allerdings fielen die Niederschläge nur an wenigen Tagen in nennenswerten Mengen.
Im Unterharz ist die Fichte nicht heimisch (im harz m.W. nur im Hochharz), der Waldumbau aber sowohl von privaten als auch staatlichen Eigentümern nicht intensiv genug angegangen worden. Andererseits ist die Personaldecke der Forstämter drastisch geringer als die der StFB in der DDR. Und sowas kostet halt auch Geld und wenn es frisch gepflanzt ist, versucht man eigentlich zu warten bis der Forst alt genug ist und man es z.B. mit Unterbau verändern kann. Der Klimawandel scheint die Sache nun dringlicher zu machen - grundsätzlich ist das erwartbar gewesen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.09.19 21:09.

Re: Waldsterben im Harz

geschrieben von: Sarkana

Datum: 07.09.19 23:28

E-Oldtimer schrieb:
ganz so richtig ist das nicht. Deutschland ist viel dichter besiedelt als Frankreich, was bedeutet dass in Frankreich große Teile des Waldes viel weniger belastet waren und sind. In der Umgegend starker Besiedlung und Industrie gab es die gleichen Probleme wie hier, d.h. gelächelt haben dort nur die Ignoranten.
Es ist schon völlig korrekt, daß es Probleme gab mit saurem Regen, aber auch Extremfrostereignis anno 1978/79. Auch wenn zweifellos ganze Bestände gekippt sind, hektarweise sogar, hatte das mit einem tatsächlich systematisches Waldsterben nichts zu tun. Das ist und bleibt ein deutscher Panikbegriff. Kritisiert wurde das auch schon von Anfang an - aber da die kritische Stimmen von der Politik aus den Expertengremien rausgeworfen wurden und die Forstleute letztlich Geld bekamen, hielt sich das. Und bis die Presse denn dann irgendwann mal anfing das alles zu hinterfragen sind bald 20 Jahre vergangen. Da Lächeln hatte zu keinem Zeitpunkt etwas mit Ignoranz zu tun, es hat gute Gründe warum es kein französisches Wort gibt und die Franzosen 'le Waldsterben' bis heute nicht übersetzen und nie so recht für voll genommen haben.
Ich empfehle den eigentlich sehr guten Zeit-Artikel Chronik einer Panik - leider hinter Bezahlschranke.

Re: Waldsterben im Harz II

geschrieben von: Sarkana

Datum: 07.09.19 23:46

Silbergräber schrieb:
Wie bekommt man jetzt einen natürlichen Mischwald dahin bzw. wie sieht der aus?
Ja das ist einen interessante Frage. so wie ob ein nach einem Vulkanausbruch vernichteter See sich selber helfen kann und wie das geht. Im Detail nicht immer geklärt, aber es klappt - dauert nur. Im Hochharz gab es schon immer Sorbus, die kann durch Vögel super verbreitet werden, da gibt es kein Problem und an Fichten mangelt es ja nicht. Aussehen tut der halbwegs natürliche Mischwald immer anders und natürlich ist immer relativ. Die ausgedehnten Buchenwälder, allesamt naturverjüngt in der wer weiß wie vielten Generation sind meist das Ergebnis menschlichen Eingriffs - Germanen und Römer die zu viele Eichen abgeholzt haben und den Buchen die Möglichkeit gaben sich auszudehnen - und wenn der alt genug ist, kommt da auch keine Eiche mehr hoch. Ein Problem ist die genetische Vielfalt. Die Fichten die es jetzt überleben sind 'Sorten' die an Trockenheit gut angepaßt sind. Ein Sommer wie 2018 in Berlin mit teils 300 % Niederschlag über dem längjährigen Mittel könnten solchen Fichten nun wieder extrem zusetzten. Letztlich ist das aber der Lauf der Natur. Aber grundsätzlich sieht der Michwald je nach Standort und Region völlig anders aus - Wind und Tiere sorgen schon dafür, daß hinkommt was hingehört - dann setzt sich halt durch, was eh dahin gehört (meistens)

Zitat:
Kann der Wald sich vor dem Hintergrund des Klimawandels überhaupt selbst helfen
Ja.
Etwas Anderes sind die Forsten, die weiter wirtschaftlich genutzt werden sollen - da ist nicht die Zeit da und manches ist unbrauchbar - kein Mensch kauft Holz von Sorbus, das wird ja nicht mal dick genug. Aber in Deutschland sind rund 90 Baumarten heimisch - ausreichend.

Zitat:
Welche Auswirkung hat der tote Wald im Hochharz auf die Wildpopulation
Kann ich nicht sagen, vermutlich unterschiedlich. Ist aber eh nicht zu ändern - Bäume wachsen nun mal langsam.

Zitat:
das Gebaren der Nationalpackerwaltung
Kann ich als Nicht-Einwohner schwer beurteilen - aber ich sage immer 'man muß die Menschen mitnehmen'. Wenn das der Nationalparkverwaltung nicht gelingt, leistet sie mittelfristig einen Bärendienst.

Sucher des Fotoapparates

geschrieben von: Sarkana

Datum: 07.09.19 23:55

rekok73 schrieb:
Übrigens: Wir sind doch beim Thema Harz. Bei den Harzer Schmalspurbahnen ist die Lage seit Jahren auch nicht optimal. Da können doch bestimmt Leute, die ihre Kompetenz durch den Sucher des Fotoapparates erworben haben, mit besten Ratschlägen helfen?
Nya, manchmal haben die einen Blick über den Tellerrand oder kennen zumindest verschiedenen Telleränder - manche Hinweise sind daher nicht völlig fehl am platze. Warum z.B. die Selketalbahn nicht im, Hatix enthalten ist, bleibt auch mir unverständlich. Wenn die Kurztaxe statt 1,40 (ich erinnere mich noch an 1 € - so lang ist das nicht mehr) 1,70 oder 1,90 beträgt und dafür die HSB oder zumindest die leider schlecht genutzte Selketalbahn mitnutzbar wäre, würde das finanziell der HSB sicher nicht schaden.

Re: Zurück zum Anfang

geschrieben von: Sarkana

Datum: 08.09.19 00:15

Klaus D. Holzborn schrieb:

Wenn sich also in Bayern oder Baden der Wald in 800 Metern erholt,
so tut er das noch lange nicht im Harz in gleicher Weise.

Doch tut er, die grundsätzlichen Abläufe sind die selben, das Ergebnisse wird sicher etwas anders sein, aber vom Grundsatz her ist es das selbe.

Zitat:
Und ob die wenigen sich selbst ausgesäten jungen Fichten überleben werden, ist dann noch die ganz große Frage.
Wander mal von Torfhaus aus zum Brocken hoch - wenig sind das nun wahrlich nicht. Vielfach werden sie es wohl überstehen - es gibt jedenfalls nichts, was mit menschlichem Eingriff besser zu machen wäre.

Zitat:
Tatsache ist und bleibt, dass im Harz die verantwortlichen Forstverwaltungen über 10 Jahre lang die Hände in den Schoß gelegt haben.
Das sollte mich verwundern. Es mangelt den Forstverwaltungen überall an Personal und Geld - im Ramen des möglichen waren an sich alle recht aktiv. Und wenn wer als Förster z.B. einen 30 jährigen Kiefernbestand übergeholfen bekommt der vielleicht die erste Läuterung schon hinter sich hat, der wird den einfach in Ruhe lassen. Hat er einen bekommen, der alte genug ist, kann schon Unterbau erfolgen, oder bei hiebsreifen Beständen Voranbau vorbereitet werden. Wald und damit auch Forst ist eine langfristige Sache - Panik ist da nicht hilfreich.

Zitat:
Die Verjüngung des Waldes kam auch anders durchgeführt werden
Stimmt, pflanzen geht schneller, aber Naturverjünguing ist standortgerecht und letztlich effektiver. Dauert nur länger und macht mehr Arbeit bei der Läuterung. Im Bericht von Schutzgebieten macht Pflanzung fast nie Sinn.

Zitat:
umgestürzten Bäume nicht nur Wege (z.B. den Bahnparallelweg von Drei Annen nach Elend direkt in der ersten Kurve) versperren
Ja das ist ein Problem. im halben Unterharz liegen Bäume in der Gegend rum - keiner räumt die Wanderwege frei. Das bindet leider Kapazitäten, die die Politik nicht vorgesehen hat - manchen Reviere haben gerade noch zwei angestellte Forstwirte. Und bei privaten dauert es bis die Ausschreibung durch ist.

Zitat:
sondern Jahrhunderte brauchen, bis sie abgebaut und zersetzt sind.
Stimmt, aber wo ist das Problem? Natürlicher Wald braucht auch totes Holz.

Re: Zurück zum Anfang

geschrieben von: Wizard of Oz

Datum: 08.09.19 02:00

Zitat:
Zitat:
sondern Jahrhunderte brauchen, bis sie abgebaut und zersetzt sind.
Stimmt, aber wo ist das Problem? Natürlicher Wald braucht auch totes Holz.

Eine nach wie vor sehr interessante Diskussion, doch "sondern Jahrhunderte brauchen, bis sie abgebaut und zersetzt sind" stimmt in unseren Breiten nicht! Ich habe z.B. schon Ahorn-Stämme mit ehem. 120 cm Umfang 15 Jahre nach der Fällung als total verrotteten "Humus" verteilt. 50 Jahre alte Pappeln kippen fast von selbst um und sind in weniger als zehn Jahren einfach nicht mehr vorhanden. Fichten, Tannen, Kiefern und Pinien verrotten anfangs wegen des Harzes (nicht geografisch gemeint) zuerst etwas langsamer, doch nach zwanzig Jahren ist auch kaum noch etwas vorhanden.

Selbst in Sibirien war 80 Jahre nach mehreren Explosionen (wahrscheinlich Meteoriteneinschlag) vom 30. Juni 1908 in Tunguska kaum noch etwas von den Waldzerstörungen in etwa der Größe des Saarlandes zu erahnen...

https://static.geo.de/bilder/d6/1d/6317/colorbox_image/e6d95b0579913506a8163621ef7865cc.jpg

Foto: picture-alliance/KPA/TopFoto


Abschliessend noch einen lieben und erhellenden Kommentar einer Betrachterin meines Bildes aus Wernigerode vom 8. Februar 1982:

https://img.fotocommunity.com/als-es-in-wernigerode-noch-oelte-bc230b88-421a-4dc1-b1ac-7bd95924a0c9.jpg?width=1000


"Hallo,
die Harzbahn fuhr und fährt eben verläßlich bei jedem Wetter.
Im Unterschied zu den kohlegefeuerten Lokomotiven hob sich der Qualm der ölgefeuerten wunderschön vom strukturlos-hellgrauen Himmel ab. Das hatte aber auch eine Kehrseite: Der fettige Ruß klebte im Umkreis von 200 m hartnäckig auf allem, was heller als schwarz sein sollte. Deshalb waren wir doch sehr froh, als die Maschinen wieder auf Kohlefeuerung umgerüstet wurden."


Nochmals vielen Dank Iris für Deine Anmerkung.

Viele Grüße
Thomas

Re: Sucher des Fotoapparates

geschrieben von: rekok73

Datum: 08.09.19 09:47

Moin Sarkana,

ich gestehe jedem eine Meinung zu, die man diskutieren kann und werfe selbst gerne einen Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Als Eisenbahner mache ich auch regelmäßig Erfahrungen mit dem Fachwissen so manches Laien. Ich finde, dass Jedermann eine Meinung äußern darf, aber wenn Laien den Fachleuten pauschal Unwissen und Untätigkeit zur Last legen, sehe ich da schon eine gewisse Tendenz zur Selbstüberhöhung. Spätestens wenn daraus ein gefestigtes Weltbild resultiert, welches sich nicht mehr mit fachlichen Argumenten entkräften lässt, wird es problematisch. Wichtig ist immer auch die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Diesen Beitrag möchte ich bitte als allgemeine Äußerung verstanden wissen, welche nicht auf spezielle Personen gemünzt ist.

Beste Grüße aus Wernigerode, René

P.S.: Thomas, danke für das sehenswerte Bild von der Westerntorkreuzung.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.09.19 09:49.

Passend zum Thema ein Fernsehbeitrag auf N3

geschrieben von: nachtbahner

Datum: 09.09.19 01:29

Innerhalb einer mehrteiligen Reihe über Norddeutschland im Klimawandel ging es diesmal um den Harz: [www.ndr.de]

Gruß
Thorsten

"Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt." (Albert Einstein)

Re: Sucher des Fotoapparates

geschrieben von: Sarkana

Datum: 09.09.19 20:04

Moins

rekok73 schrieb:
aber wenn Laien den Fachleuten pauschal Unwissen und Untätigkeit zur Last legen, sehe ich da schon eine gewisse Tendenz zur Selbstüberhöhung.
Dem würde ich nicht widersprechen - der eine oder Andere neigt da gern zu. Interessanterweise sind gerade Forstverwaltungen und Grünflächenämter der oft betroffen. Bei der HSB scheint es mir einer Beobachtung von Problemen zu entspringen, die eher mehr denn weniger zu werden scheinen - was natürlich noch kein Grund ist den Verantwortlichen ständig Idiotie zu unterstellen.

Re: Zurück zum Anfang

geschrieben von: Sarkana

Datum: 09.09.19 20:09

Wizard of Oz schrieb:
Eine nach wie vor sehr interessante Diskussion, doch "sondern Jahrhunderte brauchen, bis sie abgebaut und zersetzt sind" stimmt in unseren Breiten nicht!
Nya, das ist halt unterschiedlich. Es wird Stämme geben die nach 100 Jahren nicht verrottet sind, anderes ist nach 5 Jahren nicht mehr erkennbar. Letztlich ist das aber genau das was der Wald braucht - das verrottende Bruchholz vermindert ja auch die Verdunstung und erhöht damit die Bodenfeuchtigkeit. Damit verrottet es besser dun die neu wachsenden Bäume haben weniger Trockenstreß.