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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

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39 184

geschrieben von: Bahnwärter D.

Datum: 01.09.19 14:47

Hallo,

hier ein kurzer Bericht vom gestrigen Tag der offenen Tür im ehemaligen LHB-Museum bei Alstom Salzgitter. Leider konnte man nichts Neues zur Zukunft des Museums bzw. seiner wichtigsten Exponate erfahren. Bilder gibt es ja schon reichlich, daher nur ein kleiner Auszug von gestern

https://de.share-your-photo.com/img/fe86bde7f9.jpg

Für mich persönlich DAS Highlight des Museums ist natürlich die P 10! Wenn auch die Darstellung in diesem Epochen-Mischmasch etwas fragwürdig ist, ist es doch eine tolle Maschine! Auch wenn speziell diese Lok nie in Villingen beheimat war, was wäre das doch für ein touristisches Alleinstellungsmerkmal, wenn eine der beiden erhaltenen Loks 39 184 oder 39 230 wieder fahren würden und 01 519 oder 52 7596 auf der Schwarzwaldbahn ablösen könnte. Nichts gegen die 01.5, aber im Schwarzwald und auf einer Gebirgsbahn finde ich sie persönlich doch ziemlich fehl am Platze. Regelmäßige Fahrten mit einer 39er im DB-Outfit auf einer ihrer ehemaligen Einsatzstrecken wäre ein absoluter Traum und wahrscheinlich nicht nur ich, würde dann nur deshalb wieder öfter meinen Urlaub dort verbringen.

https://de.share-your-photo.com/img/d2b701a6d3.jpg

https://de.share-your-photo.com/img/19e8e7324a.jpg

https://de.share-your-photo.com/img/1625b9e07f.jpg

Hier einmal auf der Schwarzwaldbahn am Regler stehen.....

https://de.share-your-photo.com/img/96e7f635e5.jpg

Zumindest auf den ersten Blick wirkt der Zustand der Lok ganz gut. Vielleicht könnte man aus 39 230 und 39 184 eine betriebsfähige Lok und ein Ausstellungsstück zusammenbringen. 39 230 war ja sogar mal in Villingen beheimatet! Dampf im Schwarzwald mit einer P10 auf der Schwarzwaldbahn, 85 007 auf der Höllentalbahn und 78 246 z.B. im Kinzigtal wäre gerade nach Verlust des Museumsbahnbetriebs der Achertalbahn eine echte Bereicherung und stimmige Bespannung und man bräuchte nicht mehr nach Sachsen oders anderswohin zu fahren um originale Baureihen auf ihren ehemaligen Einsatzstrecken erleben zu können. Im reichen Baden Württemberg, wo man selbst so Milliardengräber wie Stuttgart 21 gegen jegliche Vernunft finanzieren will und kann, müsste doch so etwas möglich sein! Wenn man selbst aus DR-Wracks wie 01 066 oder 01 519 wieder fahrfähige edle Renner hinbekommt, muss doch so etwas auch mit einer der schon komplettierten und äußerlich aufgearbeiteten ex DB-Museumsloks hinzubekommen und zu finanzieren sein. Leider wurden aber potentielle Sponsoren, wie z.B. aktuell im Fall 01 118, von uns Eisenbahnfreunden eher verprellt als motiviert....

Abschließend noch einige Eindrücke vom gestrigen Tag. Das Museum war gut besucht, aber nicht so überlaufen wie befürchtet. Das lag sicher auch am heißen Wetter, das einen Museumsrundgang fast zum Saunagang machte, sowie der Tatsache, dass den Wenigsten bewusst war, dass dies einer der letzten Tage der offenen Tür mit der kompletten Sammlung gewesen sein könnte.

https://de.share-your-photo.com/img/a15294f68a.jpg

https://de.share-your-photo.com/img/0d886e25d0.jpg

https://de.share-your-photo.com/img/5a9ab5469c.jpg

Schon kaum noch vorstellbar, dass es in Thüste-Wallensen einst eine Braunkohlengrube gab, wo diese Lok eingesetzt war. Ich kenne noch jemanden, der die Braunkohlenbahn noch erlebt hat, aber Zeitzeugen sterben langsam aus.

https://de.share-your-photo.com/img/e0040e1da1.jpg

Ein weiteres Schmuckstück ist der SVT

https://de.share-your-photo.com/img/f4bf4ef91b.jpg

Wenn es auch für das Personal, insbesondere hier im Führerstand und auch in der Küche extrem beengt zugeht, würde ich den Reisekomfort auf Federkernsitzen und mit zu öffnenden Fenstern jedem heutigen ICE mit seinen engen Hartschalensitzen und dem Kunststoff-Interieur vorziehen. Damals gab es halt noch so etwas wie Reisekultur. Heute reist man trotz Fall der Berliner Mauer meist zwischen noch höheren Lärmschutzmauern zwar mit etwas höherer Geschwindigkeit, aber hohen Verspätungen, hoher Unzuverlässigkeit und hoher Unbequemlichkeit!

Fotos der anderen Fahrzeuge spare ich mir hier. Es wurde ja schon öfter darüber berichtet. Offen bleibt immer noch die Frage, was aus dieser Sammlung werden wird. Schade, dass es solche Werksmuseen mit einer derartigen Fahrzeugvielfalt nicht auch bei den anderen großen Herstellern gibt.

Nachdenklich Grüße
Bahnwärter D.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.09.19 22:15.

Betriebsfähige pr P 10

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 01.09.19 16:32

Hallo Bahnwärter D.,

davon träumen ganz andere :-)

Gruß
Horst

Re: Betriebsfähige pr P 10

geschrieben von: EP 5

Datum: 01.09.19 21:21

Hallo,

zuerst einmal vielen Dank für die bemerkenswerten Bilder aus dem Alstom-Linke-Hofmann-Werksmuseum in Salzgitter! Mein Dank gilt auch den Betreibern des Museums, die dank ihres Engagements diesen Ausstellungsort überhaupt erst ermöglichen und die Öffentlichkeit an diesen Kulturgütern teilhaben lassen, was in heutigen Zeiten keineswegs mehr selbstverständlich ist.

Ich bin über die hohe Anzahl an interessierten Menschen erstaunt, die den Tag der offenen Tür in Salzgitter nutzten, um sich das Museum anzuschauen. Die Kulanz der Verantwortlichen fand ich beachtlich, dass die Besucher die wertvollen Exponate ungehindert betreten konnten.

Das Interesse an dieser besonderen Technikgeschichte scheint in der Bevölkerung da zu sein, was von vielen – so mein Eindruck – oft übersehen wird.

Leider habe ich persönlich die Erfahrung machen müssen, dass es in Deutschland sehr, sehr schwierig ist, Museumsprojekte zur Eisenbahngeschichte zu verwirklichen. Da lassen die Eigentümer lieber die baulichen Anlagen jahrzehntelang leer stehen und verfallen, als sich neuen Ideen zu öffnen und einem etwas entgegenzukommen.

Ich fände es schade, wenn das Werkmuseum in Salzgitter eines Tages schließen würde. Vielleicht bräuchte es mal einer Überarbeitung der Sammlung und einer Öffentlichkeitsarbeit, die dieses Museum mit seinen einzigartigen Exponaten im Internet präsentiert. Es kann nicht oft genug betont werden, dass man dort als einzige Institution deutschlandweit noch einen fast kompletten Reichbahnschnelltriebwagen „Bauart Köln“ präsentiert!

Einen Motorwagen vom SVT 137 277 würde ich mir persönlich wegen des historischen Bezuges für mein "Berliner Lieblingsmuseum" natürlich sehr wünschen, in Berlin gibt es schon seit Jahrzehnten keinen einzigen SVT mehr.



Viele Grüße,
Marc

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)

Leider leider leider

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 02.09.19 17:29

ist das mit dem Museum in Salzgitter so eine Sache.

Eigentlich bin ich ziemlich sauer auf diese Leute. Und ich sage Euch auch warum:

1965 wurde extra für dieses Werksmuseum die 56 2637 aufgearbeitet und im Bw Duisburg-Hbf hinterstellt. Doch leider, und das hatte damals niemand auf dem Schirm, besaß die 56 2637, die zwar von Linke-Hoffmann gebaut worden war, einen "Fremd"-Kessel (ich glaube von Henschel). Und das stellten die verantwortlichen Leute aus Salzgitter natürlich erst 1969 fest, zu einer Zeit, als leider alle anderen 56.20, die noch In Hohenbudberg und Ruhrorthafen aufgehoben worden waren, verschrottet waren.

Denn aufgrund der Tatsache, dass Salzgitter eine 56.20 erhalten sollte, war diese Baureihe nicht mehr im "vorgesehenen Museumsbestand" vorhanden, weil 2 Loks einer Gattung ...



Es gab eben 1966 andere Bedingungen.

Auch wurde die 39 009, mein Favorit, nicht aufgehoben, weil ja die 39 184 bereits in Salzgitter war.

OKay, bei der DR gab es ja noch in Kamenz eine 56.20 (2162). Aber unglücklicherweise wurde diese auch verschrottet (die Saalfelder 2009 war schon vorher dran gewesen).

So gibt es heute keine 56.20 mehr in Deutschland. Danke an das Team von Salzgitter.


Nun zur 39er: Ich bin erschrocken über den Zustand des Treibstangenlagers, offensichtlich wurde die Lok unsachgemäß kalt mit Gewalt verschoben.

Zum 150jährigen Jubiläum der DB 1985 hätten wir gerne diese 39er gehabt, Mittel zur Aufarbeitung wären bzw. waren vorhanden. Doch Salzgitter sagte: NEIN.

Dann zog man sich ins Schneckenhaus zurück und nicht einmal mehr Besuche von Privatpersonen waren im Museum möglich.
Ich wartete über 20 Jahre auf einen Termin, der letztendlich kurzfristig abgesagt wurde.

Daher wurde in Trier die 39 230 aufgearbeitet. Nun ist diese 39er aber etwas deutlich anders: Sie hat Hängeeisensteuerung und demzufolge ein anderes Triebwerk.
Daher würden die Stangen zum größten Teil auch nicht passen.

Und Trier hat damals die Stangen nur provisorisch zusammengebastelt (die Originale fehlten bereits, die Lok war Kranprüfgewicht gewesen), die Lagerführungen wurden stumpf aufgeschweißt, halten also keinen Zug aus.
Neue Stangen allerdings wären nur sehr schwierig herzustellen, da diese damals im Gesenk geschmiedet wurden und diese Technik heute für nur eine Lokomotive viel zu teuer wäre.
Denn für die 39 230 war daher von Anfang an vorgesehen, dass diese Lok nur Ausstellungstück bleiben könnte (auch wenn van Kampen und Troche darauf hin arbeiteten, den Kessel betriebsbereit aufzuarbeiten).

So wird aus der Verheiratung von 39 230 und 39 184 nichts. Wenn, dann könnte bestenfalls die 39 184 für viel Geld aufgearbeitet werden.
Aber wie gesagt, ich glaube kaum, dass die VerANTWORTlichen in Salzgitter dem zustimmen werden, falls genügend Geld zusammen käme.

Da wäre es einfacher, den SVT wieder auf die Schienen zu stellen. Das fehlenden Steuerwagenteil wäre ja durchaus herstellbar. Aber wie vor: NEIN. (War auch 1984 schon mal im Gespräch.)

Aber das alles sind Wünsche
56_2637-l_Halle-BwDuisburgHbf-19650526-Holzborn-SN3301kl.jpg

39_230+211_100-rwsS-Kyllburg-19850912-Holzborn-SN697155kl.jpg

LG Klaus

der froh ist, dass auch die 39 230 erhalten wurde



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.09.19 17:33.

Re: Leider leider leider

geschrieben von: 38 1001

Datum: 02.09.19 20:46

Klaus D. Holzborn schrieb:
.

Eigentlich bin ich ziemlich sauer auf diese Leute. Und ich sage Euch auch warum:

1965 wurde extra für dieses Werksmuseum die 56 2637 aufgearbeitet und im Bw Duisburg-Hbf hinterstellt. Doch leider, und das hatte damals niemand auf dem Schirm, besaß die 56 2637, die zwar von Linke-Hoffmann gebaut worden war, einen "Fremd"-Kessel (ich glaube von Henschel). Und das stellten die verantwortlichen Leute aus Salzgitter natürlich erst 1969 fest, zu einer Zeit, als leider alle anderen 56.20, die noch In Hohenbudberg und Ruhrorthafen aufgehoben worden waren, verschrottet waren.

Denn aufgrund der Tatsache, dass Salzgitter eine 56.20 erhalten sollte, war diese Baureihe nicht mehr im "vorgesehenen Museumsbestand" vorhanden, weil 2 Loks einer Gattung ...


Hallo,

ich wusste bisher nicht,daß die 56 2637 für das Werksmuseum bestimmt war.Eine interessante Neuigkeit also für mich.Umso mehr bedauere ich,daß die Erhaltung nur aufgrund eines anderen Kesselherstellers dennoch nicht geklappt hat.
Jetzt stellt sich bei mir die Frage:Besitzen denn 39 184 bzw. 38 1444 einen Linke-Hofmann-Kessel,sodaß diese ausgewählt und Eingang ins Museum bekamen?Kann ich mir nicht so recht vorstellen,wäre ja wirklich ein Zufall.

Viele Grüße
Klaus

Re: LHB-Kessel (m3B)

geschrieben von: Bahnwärter D.

Datum: 02.09.19 21:11

Hallo Klaus,

da kann ich helfen. Hier 39 184:
https://de.share-your-photo.com/img/f8dfbcc62a.jpg

und 38 1444 (Kessel No. 940 von 1913):
https://de.share-your-photo.com/img/fb68afda57.jpg

Bei der Gelegenheit noch eine Vergleichsaufnahme von 39 230 im Aw Offenburg 1977:

https://de.share-your-photo.com/img/70769bf209.jpg

VG
Bahnwärter D.

Re: LHB-Kessel (m3B)

geschrieben von: 38 1001

Datum: 02.09.19 22:08

Hallo Bahnwärter D.,

erstmal danke für die Bilder,auch das der 39 230 vor der Aufarbeitung ist interessant.Es grenzt meiner Meinung nach an ein Wunder,das diese bis zur "Rettung"zum Jubiläum 1985 überlebt hat.

Zweifel kommen mir jedoch beim Kessel der 38 1444.Die Lok ist Baujahr 1913,das ist klar.Ausführung mit Hängeeisensteuerung.Das passt auch. Ist das jedoch wirklich das zugehörige Fabrikschild des Kessels?Denn 1913 gab es die Ausführung des P8-Kessels mit Speisedom noch gar nicht!Der Kessel muß vom Baujahr ca. ab 1920 sein.Mir ist nicht bekannt,daß ältere Kessel nachträglich mit Speisedom ausgerüstet wurden.So lobenswert die Erhaltung der Lok durch LHB ist,aber der dargestellte "Ursprungs"-Zustand passt in keiner Weise.Abgesehen vom Kessel passen auch Führerhaus,Ersatzzylinder mit angegossenen Einströmkästen sowie kleinere Details wie z. B. Pumpen nicht zum Baujahr 1913.Nur ein äußerer Zustand "Deutsche Bundesbahn um 1960"wäre mit dieser Lok wirklich passend.Aber wen interessiert heute schon noch sowas.

Viele Grüße
Klaus

Re: Leider leider leider

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 02.09.19 22:10

Klaus D. Holzborn schrieb:
...
Neue Stangen allerdings wären nur sehr schwierig herzustellen, da diese damals im Gesenk geschmiedet wurden und diese Technik heute für nur eine Lokomotive viel zu teuer wäre.
Denn für die 39 230 war daher von Anfang an vorgesehen, dass diese Lok nur Ausstellungstück bleiben könnte (auch wenn van Kampen und Troche darauf hin arbeiteten, den Kessel betriebsbereit aufzuarbeiten).
...
LG Klaus

der froh ist, dass auch die 39 230 erhalten wurde
Hallo Klaus,

bin auch froh daß neben der 184 auch die 230 erhalten blieb,
daß aber die Neufertigung der Treibstangen ein Problem sein sollen seh ich nicht.

https://s17.directupload.net/images/190902/8arnpst6.jpg
Die ursprünlichen Treib- und Kuppelstangen wurden natürlich nicht im Gesenk geschmiedet, sondern einfach aus dem Vollen grob in Form geschmiedet mit einem Dampf- oder Lufthammer

https://s17.directupload.net/images/190902/yxy2ipvr.jpg
und dann allseitig auf Maß gefräst.
Erst (und nur) bei den Kriegsloks ging man einfachere Wege

https://s17.directupload.net/images/190902/temp/55apidjx.jpg https://s17.directupload.net/images/190902/temp/3bo24r6g.jpg
Da wurden die Stangenköpfe im Gesenk geschmiedet und dann im Stumpfpresschweißverfahren an gewalzte Stangenprofile angeschweisst. Mit einem Profilierwerkzeug wurden dann die noch glühenden Schweissgrate entfernt. Wenn man die Bilder vergrössert und genau hinschaut kann man die Schweissstellen erahnen.
Das heisst andererseits für mich daß die geschweissten Treibstangen der 39 230 durchaus verwendbar sein könnten. Da damals H. Troche mit dabei war bin ich mir ziemlich sicher daß die Schweißungen fachgerecht ausgegführt und dokumentiert wurden, so daß man sie sicher auch heute noch entsprechend bewerten könnte.
Die größere Schwierigkeit einer Wiederinbetriebnahme der 230 sehe ich aber beim Besitzer ;-)

Deshalb könnte es vielleicht wesentlich einfacher sein den Besitzer der 39 184 von einer betriebsfähigen Aufarbeitung zu überzeugen, sie kann ja weiterhin in seinem Eigentum bleiben - und für die langjährige Tradition der heutigen Alstom im Eisenbahnfahrzeugbau werben.

@ Klaus "38 1001"
Auch die 39 184 ist mehr DB denn DRG, denke man wollte die Loks einfach farblich - ungefähr - so darstellen wie sie einst die Werkhallen verliessen.

Gruß
Michael



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.09.19 22:20.

Zur P8

geschrieben von: Klaus D. Holzborn

Datum: 03.09.19 08:42

Danke Namensvetter,

klar, die 38 1444 ist nur im Rahmen und Triebwerk "original", Kesselbauart ab 1922 und Führerhaus ebenfalls ab 1921/22 mit Lüfterband, was bei den 38er auf eine Nummer oberhalb von 3500 schließen ließe (der Übergang war fliessend, es gab auch 38 3398 schon mit Fhs mit Lüfterband, 38 3553 dagegen noch ohne). Auch der Tender entstammt einer der letzten Bauserien (ab 1920).

Dabei gab es zu jener Zeit, als die 1444 ins Museum kam (sie war m.E. die Erste 1961) noch viele andere der Ursprungsausführung in besserem "historischen" Zustand, doch die meisten, von denen ich Fotos habe, hatten auch einen Kessel ab Baujahr 1922 bzw. den Übergangskessel ab 1921. Dazu hatten fast alle neuere Tender erhalten, viele sogar Wannentender.
Auf der anderen Seite wäre es 1961, als die Lok erworben wurde, für das AW Trier kein Problem gewesen, die Lok wieder mit "richtigem" Kessel und "richtigem" Führerhaus zu versehen.
Übrigens habe ich Bilder der 38 1444 von 1954, auf denen sie auch schon diesen Kessel, dieses Führerhaus und diesen Tender besaß.

Dazu muss gesagt werden, dass besonders nach 1945 die RAW aus den Resten der übrig gebliebenen Lokomotiven regelrecht neue zusammenbauten. Also alles was passte oder passend gemacht werden konnte, daraus entstand eine neue Lokomotive.
Auf der anderen Seite wurde das offensichtlich schon am Ende des Ersten Weltkrieges (1918/19) genauso gemacht, denn Carl Bellingrodt fotografiert die 38 1079 noch unter preußischer Nummer mit Kuhnscher Schleife, die eigentlich erst Jahre später bei der P8 zum Einsatz kam (erst ab 38 13xx-14xx, dazwischen gab es wiederum Serien mit Hängeeisen).

Ich denke mal, weil hier von Salzgitter "getrickst" werden musste (hinsichtlich des Kesselschildes), war man bei der 56 2637 vorsichtiger.

Klar ist auch die 39 184 in einem Zustand, na ja, museal ist m.E. was anderes. Allein schon die Beschriftung ... ab Werk wurde sie garantiert nicht so ausgeliefert,


Aber das finden wir in etlichen Museen, auch bei Eisenbahnvereinen, auf korrekte Beschriftung mit richtiger und größenrichtiger und farbrichtiger Schrift und Schildern, das ist so eine Sache. Besonders schlimm bei Wagen.
Und dann wundern sich die Modellbahner, wenn es unkorrekt beschriftete Modelle von den Herstellern gibt, die sich natürlich auf ein Museum oder ein Exponat gestützt hatten.
39_184-rws_abg-Trier-19601109-MvanKampen_DLA_Holzborn-CD7208kl.jpg

Der letzte DB-Zustand der 39 184 abgestellt in Trier kurz vor der Überführung nach Salzgitter. Foto: Manfred van Kampen



PS: Stangen der 39er: Laut persönlicher Auskunft von Herrn Troche (und anderen kompetenten Kollegen) müssen diese Treibstangen im Gesenk geschmiedet sein, weil durch den relativ kurzen Antrieb auf dem zweiten Kuppelradsatz hier enorme Kräfte insbesondere in Scher-Richtung auftreten, die eine Schweißung nicht aushält (siehe HSB mit den abgestellten Mallets 5901 und 5902), das heisst mit anderen Worten: Die Treibstange muss aus EINEM Stück geschmiedet sein, und das geht nur im Gesenk. Bei den Kuppelstangen ist das nicht so tragisch, weil hier eine andere Kräfteverteilung auftritt.
Jedenfalls fand sich 1984/85 keine Firma in Westdeutschland, die sich in der Lage sah, diese Treibstangen nach den Originalzeichnungen nachzufertigen.

Re: Zur P8

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 03.09.19 08:50

Hallo,

Der Stangensatz der Nördlinger 22 ist in Polen komplett neu gefertigt worden.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Zur P8

geschrieben von: Jimmo

Datum: 03.09.19 12:06

Hallo,

Zitat

Der Stangensatz der Nördlinger 22 ist in Polen komplett neu gefertigt worden

Hat denn die Nördlinger BR 22 nur Kupplelstangen bekommen, oder eine komplettes Gestänge mit Steuerung?

Gruß, danke, Rainer

Re: 39 184

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 03.09.19 18:02

Sehe ich das richtig, dass die P 10 eine Kupferbüchse hat?

Sehr beeindruckende und seltene Detailbilder aus dem LHB-Museum, herzlichen Dank an den Bahnwärter.

Re: Zur P8

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 03.09.19 19:42

Jimmo schrieb:
Hallo,

Zitat

Der Stangensatz der Nördlinger 22 ist in Polen komplett neu gefertigt worden

Hat denn die Nördlinger BR 22 nur Kupplelstangen bekommen, oder eine komplettes Gestänge mit Steuerung?

Gruß, danke, Rainer

Hallo,

Ich kenne montiert nur die Kuppelstangen. Ob man nun alle machen lassen hat, muss jemand von dort beantworten. Die Zylinder sind (falsche) Attrappen, da sind also noch neue fällig, bis dahin macht die Montage vom Rest wenig Sinn. Gesucht hat man damals eine Zeichnung vom Innenzylinder, die ist inzwischen da.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Zur P8

geschrieben von: Jimmo

Datum: 03.09.19 20:23

Hallo,

das mit dem Zylinder hatte ich auch mal irgentwo gelesen.
Macht sinn mit dem Rest zu warten bis da was Ordentliches dran ist.

Kann man nur warten und hoffen...

Danke , Rainer

Re: Zur P8

geschrieben von: EP 5

Datum: 04.09.19 11:35

Hallo,

ich stehe einer betriebsfähigen Aufarbeitung von 39 184 eher kritisch gegenüber. Meines Erachtens ist die Lok zu schade, um für Sonderfahren verschlissen zu werden.

Alfred B. Gottwaldt äußerte sich zum Thema „Aufarbeitung“ im Artikel „Restaurierung von Eisenbahnobjekten“ (in Deutsches Technikmuseum Berlin, 2009) kritisch: „Gleichwohl weiß in den Museen jede(r) Mitarbeiter(in), dass die Benutzung und Vorführung eines Objektes dessen Untergang als historische Quelle bedeutet. (…). Offenbar gibt es in dieser Frage keine reine Lehre, sondern nur ein Leben mit offenen Fragen und mit spürbaren Widersprüchen.“

Ich habe lange Zeit in Euskirchen (Voreifel) gelebt und als Eisenbahnfreund aufgrund dessen ebenfalls einen Bezug zur preußischen P 10. Jene Lokomotiven - „Eifel-P10“ - vom Bw Jünkerath kamen dort zwischen 1926/27 bis 1966 von einigen kurzen Unterbrechungen abgesehen tagtäglich durch den Bahnhof. 39 184 gehörte übrigens auch mal (1959) zum Unterhaltungsbestand jener Betriebsstelle.

Ich finde es schade, dass man in Ermangelung an erhalten gebliebenen Originalmaschinen und aufgrund des Rückbaues der einst vorhandenen Eisenbahninfrastruktur keine P 10 in Jünkerath ausstellen kann.


Schönen Gruß,
Marc

„Alles, was ihm von diesem Augenblick in Erinnerung blieb, war ein vorbeigehender Eisenbahnarbeiter, der eine Kiste voll toter Ratten unter dem Arm trug.“ (Albert Camus; Die Pest)

Alles echt???

geschrieben von: Willi Ess

Datum: 04.09.19 14:40

Hallo zusammen

Das mit der 56.20 ist ja ein "Ding", welches man nur mit kopfschütteln
"hinnehmen" muß.
Da möchte ich mir die Nieten der Kesselschilder der 38 + 39 nicht aus
der Nähe ansehen mögen.
Oder war da evtl jemand sehr schnell, was bei der 56.20 nicht geklappt
hat? .... ;-)
Da würden mich jetzt ja die beiden Betriebsbücher mal interessieren...

Trotzdem danke ich allen Schreibern für diese Infos.

Gruß vom etwas nachdenklichen Willi

Willi Ess - Der Lemgoer

Re: 39 184

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 04.09.19 15:59

Ja - deutlich am Grünspan zu sehen.
Aber bitte nicht weitersagen, sonst kommen die Buntmetalldiebe ;-)

Re: Alles echt???

geschrieben von: 50 4011

Datum: 04.09.19 16:12

Hallo,

"Da möchte ich mir die Nieten der Kesselschilder der 38 + 39 nicht aus der Nähe ansehen mögen."


Keine Sorge, das haben andere bereits gemacht und feststellen müssten, dass beide nicht gestempelt sind... Was das heißt, darf sich jeder selbst ausmalen.

Gruß

Re: Alles echt???

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 04.09.19 17:54

50 4011 schrieb:Zitat:
Keine Sorge, das haben andere bereits gemacht und feststellen müssten, dass beide nicht gestempelt sind... Was das heißt, darf sich jeder selbst ausmalen.
Das eine Hauptuntersuchung wohl etwas schwieriger werden dürfte als gedacht.

Re: Alles echt???

geschrieben von: 38 1001

Datum: 04.09.19 19:41

50 4011 schrieb:
Hallo,

"Da möchte ich mir die Nieten der Kesselschilder der 38 + 39 nicht aus der Nähe ansehen mögen."


Keine Sorge, das haben andere bereits gemacht und feststellen müssten, dass beide nicht gestempelt sind... Was das heißt, darf sich jeder selbst ausmalen.

Gruß
Hallo,

Welche Kessel sich nun tatsächlich auf der P8 sowie der P10 befinden,wird wohl nur den Betriebsbüchern zu entnehmen sein,soweit diese überhaupt noch existieren.Sollten sie beim Eigentümer vorhanden sein,heißt das natürlich noch lange nicht,daß jemand Einsicht darin bekommt...Wie ich weiter oben schon vermutete,wäre es ein großer Zufall,wenn beide Maschinen tatsächlich bei Ausmusterung durch die Deutsche Bundesbahn mit LHB-Kesseln ausgerüstet waren.
Ein spannendes Thema ist dies aber auf jeden Fall!
Viele Grüße
Klaus

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