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 15 - Museumsbahn 

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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB

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Angemeldet: -

Hallo Eisenbahnfreunde,

heute war ein heißer Tag, den ich unter anderem wieder mit einigen Erinnerungen und Gedankenspielereien verbracht habe. Dabei kam mir der weltweit letzte, im Leipziger Hauptbahnhof aufgestellte Reichsbahnschnelltriebwagen „Bauart Hamburg“ in den Sinn.

Dieser Zug mit seiner markanten Stromlinienform und dem plakativen Anstrich beschäftigt mich als Eisenbahnfreund und als langjähriger Bürger Berlins gedanklich recht oft. Dabei kommt mir häufig ein prägnantes Foto in den Sinn. Es befindet sich im Bildband „Eisenbahn-Zentrum Berlin 1920-1939“ von A. Gottwaldt auf Seite 80 und zeigt den „Fliegenden Frankfurter“ im Jahre 1935 vor der imposanten Kulisse des später verloren gegangenen Anhalter Bahnhofs, wegen Urheberrecht leider hier nicht zeigbar.

Für mich persönlich ist es ein ganz besonderes Foto, denn es hebt symbolisch die historische Bedeutung jener Reichsbahnschnelltriebwagen zu Berlin deutlich hervor!

Noch im letzten Jahr erschien im Museumsmagazin des Deutschen-Technikmuseums-Berlin (Ausgabe 04/18) ein ziemlich interessanter Artikel mit dem Titel „Veränderung als Konstante“, der vom ehemaligen, um 1900 gebauten, 180 m langen Wagenreinigungsschuppen auf dem Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks Anhalter Bahnhof handelt. Von diesem Wagenreinigungsschuppen blieb das Kesselhaus durch Instandsetzungsmaßnahmen bis zum heutigen Tage gut erhalten, die eigentliche Halle hingegen ist nur noch als 55 m lange Ruine aber mit bemerkenswerten Spuren vorhanden, wie man dem Artikel entnehmen kann. Die Autorin favorisiert sogar den Wiederaufbau dieses Gebäudeteils nicht zuletzt wegen seiner historischen Bedeutung. Aus dem oben gennannten Beitrag geht außerdem hervor, dass ab 1935 jene Reichsbahnschnelltriebwagen neben anderen Fahrzeugen in diesem Gebäude abgestellt und gewartet wurden.


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Sollte ein Wiederaufbau des Wagenreinigungsschuppens gelingen, besteht meine große Hoffnung darin, dass eines Tages jener SVT 137 225 „Bauart Hamburg“ aus Leipzig wieder in seiner ursprünglichen Umgebung gezeigt werden kann und damit wieder ein Stück vergangene und vergessene Geschichte lebendig werden lässt. Haargenau dieser Reichsbahnschnelltriebwagen mit der Ordnungsnummer 225 war vom 16.08.1935 bis zum 25.05.1939 beim Bw Anhalter Bahnhof (siehe Deutsche Schnelltriebwagen, Freiburg 2003) beheimatet!

Meinen Kritikern mögen solche Vorstellungen zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht erscheinen. Ich hingegen bin der Auffassung, dass wir Visionen/Ideen als Motor brauchen, um solche Projekte wie den oben genannten Wiederaufbau zu verwirklichen!


Viele Grüße,
Marc (Freund des Anhalters, der Fliegenden Zügen und der Berliner Rundköpfe!)

"Ich war dem Wahnsinn nahe - es fehlte nicht mehr viel (...)" - Edvard Munch




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.19 23:47.
Also ich finde das der SVT besser in die luftige Halle des Leipziger Hbf passt als das er in einem noch aufzubauenden engen Schuppen im DTM vor sich hin mäandert, auch wenn letzteres geografisch passender wäre.
... sehe ich ebenso, d.h. der Standort Leipzig überzeugt eigentlich mehr:
An seinem derzeitigen, optisch übrigen ebenfalls sehr gut passenden, Standort wird der SVT einer breiten Öffentlichkeit präsentiert,.
Auch wenn der SVT ein Berliner ist, so halte ich die öffentliche Präsentation in der Leipziger Bahnhofshalle für wesentlich publikumswirksamer, als in einer Wartungshalle in einem Museumsgelände.
Beide Varianten hätten etwas. Mein Traum aber ist es, mit diesem Ding mal mitfahren zu können. Dann könnte er mal da mal hier.

Gruß Harald

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https://live.staticflickr.com/5806/22822997158_2257b1f0f3_z.jpg

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https://live.staticflickr.com/5601/31001422385_d9556bc442_b.jpg




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.19 10:28.

Re: SVT 137 225, eine Erinnerung

geschrieben von: Pio

Datum: 06.06.19 12:25

Ich finde auch das er dort trocken und jederzeit einsehbar einen guten Platz hat.
Wenn ich mir überlege, das ich den Hamburger damals in Velten aus der Halle herausholen sollte, und neben die Halle stellen sollte.
Da hätte er dort das gleiche Schicksal erlitten wie der 175 003/004.
Ein Anruf bei der HvM, und Meister Schnabel organisierte die Überführung nach Leipzig.
So konnten wir am nächsten Tag mit dem 175 005/006 diesen Zug nach Leipzig überführen.
Es ist nicht schön sich den anderen Verlauf vorzustellen.

Sollte die Halle in Berlin kommen, so sollte dort der der Görlitzer 014/019 einen Platz bekommen.
Auch er war immer ein Berliner, und bei der Hallenlänge passt er auch ungetrennt vollständig dort rein.
Wenn ich es richtig gesehen habe, muß er ja in Dresden geteilt werden.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.19 12:27.
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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Re: In Berlin muß es ja wohl extrem heiß gewesen sein...

geschrieben von: EP 5

Datum: 06.06.19 12:56

"In Berlin muß es ja wohl extrem heiß gewesen sein... (o.w.T)"


Lieber Helmut,

mal eine diskrete Frage: "Kam bei Dir in den letzten vier Wochen wenigstens ein Mal die Sonne zum Vorschein???"


Schöne Grüße,
Marc


P. S. Auf die anderen Beiträge werde ich noch antworten, aber ich muss mich zuerst mal wieder ein wenig abkühlen. Natürlich gehört der "Görlitzer" auch irgendwie zu Berlin. Aber ein solches Exemplar steht ja bereits in Berlin-Lichtenberg und der Anhalter Bahnhof und der "Görlitzer" sind für mich historisch betrachtet "zwei verschiedene Paar Schuhe". Könnte man in Leipzig alternativ zum SVT 137 225 nicht den SVT 137 234 "Bauart Leipzig" oder einen VT 11.5 aufstellen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.19 13:17.

Vielen Dank!

geschrieben von: EP 5

Datum: 06.06.19 16:00

Hallo Eisenbahnfreunde,

zuerst einmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen und für die beiden stimmungsvollen Fotos „unseres“ Zuges in Leipzig!

Das Thema SVT 137 225 scheint doch viele zu beschäftigen. Ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass der momentane Aufstellungsort des SVT 137 225 im Leipziger Hauptbahnhof für einige von so großer Bedeutung ist. Natürlich ist die imposante Halle ein repräsentativer Ort für ein solches Fahrzeug.

Auf der anderen Seite wirkt der Triebzug am jetzigen Standort auf mich auch ein wenig verloren und austauschbar. Ich bin vor vielen Jahren mal dort gewesen und habe diesen irgendwie nur als stummen Zeugen einer vergangenen Epoche wahrgenommen. Vor Ort fehlt meiner Ansicht nach einfach die Möglichkeit, über das Objekt mehr zu erfahren, sich mit ihm einzulassen.

In dieser Hinsicht kann ein gutes Museum als Lern- und Erfahrungsort wesentlich mehr leisten, so dass man beim SVT 137 225 einiges über die spannende Geschichte, ihre Hintergründe und auch etwas zur Technik erfährt. Die Präsentation im rekonstruierten Wagenreinigungsschuppen eventuell zusammen mit einem klassischen Mitropa-Speisewagen aus der Vorkriegszeit könnte durchaus ästhetisch sein.

Den besonderen Reiz jener Zusammenkunft oder Konstellation sehe ich eindeutig in den historischen Bezügen.

Was spräche gegen eine sehenswerte Ausstellung im Reichsbahnschnelltriebwagen zur Geschichte der Fliegenden Züge mit Filmpräsentationen, Modellen, Abbildungen etc.?

Sollte eines Tages der SVT 137 225 seinen Weg zurück nach Berlin finden, müsste man im Leipziger Hauptbahnhof selbstverständlich für adäquaten Ersatz sorgen, ganz klar.

Mein heutiger Spruch lautet: „Sag niemals nie!“


Schöne Grüße,
Marc (Freund des Anhalter Bahnhofs, der Fliegenden Züge und der Berliner Rundköpfe)

"Ich war dem Wahnsinn nahe - es fehlte nicht mehr viel (...)" - Edvard Munch

Dein Enthusiasmus in allen Ehren,...

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 06.06.19 17:20

...aber ein bißchen Realitätssinn - auch wenn das Abfinden mit der Realität oft schwer ist - täte da gar nicht schlecht. Solange das Fahrzeug der großen Keksfabrik gehört, wird sich an den Gegebenheiten nicht ändern. Gäbe es nicht ein paar Unentwegte, die dem Fahrzeug auf dem kleinen Dienstweg viel Gutes tun... - siehe VT in Villingen.

Außerdem sieht es gar nicht mal sooo schlecht aus bezüglich der Reminiszenz an die fliegenden Züge. Der Delitzscher Verein und seine Aktivitäten um den in Privatbesitz befindlichen SVT Bauart Leipzig sind Dir bekannt?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.19 17:20.
EP 5 schrieb:
Zitat:
Könnte man in Leipzig alternativ zum SVT 137 225 nicht den SVT 137 234 "Bauart Leipzig" oder einen VT 11.5 aufstellen?
Ich habe eigentlich die Hoffnung das der "Leipzig" in nicht zu ferner Zukunft seinen Standort selbstständig wechseln kann...

MfG

(Was das Museum am Ahb angeht, wäre meine "überhitzte" Vision eigentlich ein Wiederaufbau des ganzen Bahnhofs... ;-)) Das wäre mal ein Projekt mit Weltmaßstab, in der armen, sexy Stadt aber sicher völlig utopisch... ;-))

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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Hallo Marc!
Das hiesige Wetter der vergangenen Tage kannst Du bequem von daheim eruieren , aber das ist nicht der Grund meiner Antwort.

Ich frage mich vielmehr, welchen Bezug ein VT11.50 der DB zur Stadt Leipzig haben kann, unbeschadet dessen, ob überhaupt ein solcher verfügbar ist. Da sind die "Fliegenden VT", egal welcher Bauart, schon wesentlich "leipzigbezogener".

Berlin ist zwar die Hauptstadt, aber keinesfalls der Nabel der Republik - und das ist auch gut so. Auch andere Städte, wie beispielsweise Leipzig, haben durchaus eine Berechtigung aufgrund ihrer Bahngeschichte, entsprechende Exponate als geschichtliche Erinnerung zu präsentieren. Und wenn für diese Präsentation Objekte genutzt werden, die es in Berlin nicht gibt, dann ist es eben so und kann auch sehr gerne so bleiben.

meint mit freundlichem Gruß

Helmut

(der vermutet, das die Hitzewelle in Berlin immer noch präsent zu sein scheint)

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Hi,
fahrtüchtig ist der bestimmt, nur ne´ offizielle Hu hat er nicht..
Also mir wäre der Leipziger Hbf. mit seinen Betreuern auf Dauer am Liebsten!

Gruß
Jan Heinrich
Wer Berlin heute noch trennt, dem müßte auch bei Leipzig und DB Vt irgendeine Hitzesynapse quergeschaltet worden sein.
Da kann ich kein Logik erkennen.
Und auch wenn die Stadt politisch getrennt war , die Bahn war es nicht.
Und im Schuppen stehen auch V180 und V200 friedlich nebeneinander.
Und das ist für unsere Hauptstadt auch gut so.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!
Hallo Eisenbahnfreunde,

vielen Dank für Eure Beiträge, die ich wieder mit großem Interesse gelesen. Es sind doch einige Aspekte zusammengekommen, auf die ich gerne zum Teil eingehen mag.

@ Jupp: Zu Deiner Aussage: ...aber ein bißchen Realitätssinn – auch wenn das Abfinden mit der Realität oft schwer ist – täte da gar nicht schlecht, möchte ich Dir sagen, dass es mir lediglich um eine Idee ging. Ist denn die Vorstellung, eventuell eines Tages den SVT 137 225 in Berlin auszustellen wirklich so abwegig, fernab jeglicher Realität?

@ Matthias: Der Wiederaufbau des Anhalter Bahnhofes wäre natürlich ein Ding. Von der Dimension her nicht vergleichbar mit der Rekonstruktion des Wagenreinigungsschuppens und dennoch - auch in Berlin wurde in den letzten Jahren das Unmögliche möglich gemacht: Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Von der Bausubstanz her zwar keine ganz exakte Nachbildung der ursprünglichen Anlage aber immerhin. Ich finde das neue Berliner Stadtschloss von außen recht beeindruckend. Momentan setzt sich in Berlin eine Initiative gegen ein Neubauprojekt am Askanischen Platz ein.

@ Helmut: Historisch mag der SVT 137 225 zu Leipzig einen größeren Bezug haben als ein VT 11.5. Jetzt habe ich aber die Frage, welches Konzept hinter der Fahrzeugschau im Leipziger Hauptbahnhof überhaupt steckt? Warum werden dort ausschließlich Vorkriegsfahrzeuge gezeigt, keine aus der Nachkriegsproduktion oder aus späteren Epochen?

Ich gebe Dir Recht, dass Berlin keinesfalls der Nabel der Republik ist. Trotzdem empfinde ich ein wenig Mitgefühl mit jener Stadt, der wie keiner anderen durch den Zweiten Weltkrieg und durch die Teilung so viel von ihrem einstigen Glanz genommen worden ist. Das größte Unding neben dem Mauerbau, was man sich in der Nachkriegszeit erlaubt hatte, ist für mich der Abriss der fünf alten Berliner Kopfbahnhöfe! Was für ein unwiederbringlicher Verlust an kulturellen Gütern, die einst die Stadt ausmachten. Vor diesem Hintergrund finde ich es besonders wichtig, die verlorengegangenen Dinge wie bei einem Puzzle-Spiel oder Mosaik wieder ein wenig zusammensetzen. Und dieser SVT 137 225 ist für mich so ein Berliner Mosaikstein. Schade, dass nur ein einziges Exemplar der „Bauart Hamburg“ erhalten geblieben ist. Man kann natürlich auch argumentieren: Besser dieser als gar keiner.

@ Piu: Habe ich Berlin getrennt? Ich finde es gut, dass Schienenfahrzeuge von der früheren Reichsbahn-Ost im Lokschuppen des Deutschen-Technikmuseums gezeigt werden. Meines Erachtens müsste man in der Sammlung von jenen Lokomotiven und Triebwagen noch mehr zeigen. Ich halte zum Beispiel eine Lok vom Typ 232 „Ludmilla“ in der Ausstellung für fast unverzichtbar, weil diese aus Russland importierten Maschinen mit ihren Interzonenzügen einen deutlichen Bezug zur Berliner Geschichte aufweisen und wegen ihres für mich leicht „grimmigen“ Aussehens auch diese Zeit irgendwie symbolisieren. Leider besteht das Problem, dass freie Ausstellungsflächen fehlen. Aufgrund dessen steht ein Wiederaufbau des Wagenreinigungsschuppens zur Diskussion und hier wünsche ich mir im Falle einer Verwirklichung ein spezielles Schienen-Fahrzeug mit Bezug zum Anhalter Bahnhof.




Viele Grüße,
Marc

"Ich war dem Wahnsinn nahe - es fehlte nicht mehr viel (...)" - Edvard Munch
EP 5 schrieb:
@ Jupp: Zu Deiner Aussage: ...aber ein bißchen Realitätssinn – auch wenn das Abfinden mit der Realität oft schwer ist – täte da gar nicht schlecht, möchte ich Dir sagen, dass es mir lediglich um eine Idee ging. Ist denn die Vorstellung, eventuell eines Tages den SVT 137 225 in Berlin auszustellen wirklich so abwegig, fernab jeglicher Realität?

Bitte nicht falsch verstehen wollen, eine Idee ist eine Vorstellung, was so alles Realität werden könnte. Deswegen bezog sich der Wunsch nach Realitätssinn weniger auf das, was Du Dir wünschst und vorstellst. Sondern er bezog sich darauf, daß Du höchstwahrscheinlich keine Vorstellungen davon hast, was der Realisierung Deiner Vorstellungen so alles im Wege stehen könnte.

Manch einer hat - dem Wahnsinn nahe - schon gesagt: "Wenn ich gewußt hätte, was da so alles auf mich zukommt, hätte ich die Finger davon gelassen." Er hätte damit sicher genauso Recht, wie einer der sagt: "Wenn's einfach wäre, könnte es ja jeder."

Gute Ideen und Fahrzeuge im Bahneigentum sind allerdings aus eigener Erfahrung immer eine heiße Kiste. Das sind z.B. Realitäten, die Du wahrscheinlich nicht auf dem Schirm hast. Wenn Du natürlich die richtigen Leute bei Bahnens und in der Politik kennst und wenn es Dir gelingt, sie im richtigen Moment (z.B. Wahljahr) von Deiner Idee zu überzeugen... - ja, warum nicht?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.19 14:13.
Hallo Jupp,

danke für Deine Rückmeldung, auf die ich gerne eingehen mag. Der Einfachheit halber führe ich einige Zitate an.



Deswegen bezog sich der Wunsch nach Realitätssinn weniger auf das, was Du Dir wünschst und vorstellst. Sondern er bezog sich darauf, daß Du höchstwahrscheinlich keine Vorstellungen davon hast, was der Realisierung Deiner Vorstellungen so alles im Wege stehen könnte.

Mach Dir da mal keine Sorgen. Was die Realisierung meiner Vorstellungen oder Wünsche in der Vergangenheit angeht und mir dabei im Wege stand, habe ich im Laufe meiner Existenz durchaus erfahren und gehe von daher nicht mehr ganz blauäugig durch die Welt wie vor zwanzig Jahren. Ich bin übrigens über mein Scheitern (?) nicht verwundert in Anbetracht vieler glückloser Entwicklungen.

Was da in der Vergangenheit in unserem Land so alles schon an Geschichte abgerissen und verschrottet wurde, wegen Schusseligkeit auf höchster Ebene an unermesslichen Werten abgebrannt ist, schon seit Jahrzehnten aufgrund von Ideenlosigkeit und dem Festklammern an Althergebrachtem bis zum heutigen Tage trostlos vor sich hin dümpelt, einrostet und einstaubt. Ich denke an die vielen glücklosen, in sich gekehrten Initiativen ohne richtige Konzeption, an die klammen, teils recht konservativ und leidenschaftslos geführten Museen.

Mich wundert nichts mehr in Anbetracht dessen, welche Charaktere sich in der Gesellschaft durchgesetzt haben und Karriere machten. Ganz zu schweigen von jenen Lobbyisten, die in einigen Fällen alles an erhaltenswerter Kultur für ihre profanen Zwecke restlos eliminieren ließen und obendrein auf ihre Leistungen noch stolz sind und dafür belohnt wurden.


Das sind z.B. Realitäten, die Du wahrscheinlich nicht auf dem Schirm hast.

Bist Du Dir da ganz sicher?


Wenn Du natürlich die richtigen Leute bei Bahnens und in der Politik kennst und wenn es Dir gelingt, sie im richtigen Moment (z.B. Wahljahr) von Deiner Idee zu überzeugen... - ja, warum nicht?

Meine Erfahrung dazu: Als Querdenker ohne „Vitamin B“ über Vater, Onkel, Bekannte oder nicht als Frau mit den entsprechenden Proportionen ausgestattet, kommt man in manchen Einrichtungen keinen Schritt weiter… Es gibt natürlich auch diejenigen mit geradlinigen Lebensläufen, die sich ihr Leben lang beruflich bis zu den entsprechenden Positionen hochgeackert haben. Aber glaube mir, aus dieser Ecke kommen auch keine neuen Impulse oder große Ideen, wie auch?


Manch einer hat - dem Wahnsinn nahe - schon gesagt: "Wenn ich gewußt hätte, was da so alles auf mich zukommt, hätte ich die Finger davon gelassen." Er hätte damit sicher genauso Recht, wie einer der sagt: "Wenn's einfach wäre, könnte es ja jeder."

Schöner Vergleich, gefällt mir.



Ich wünsche Dir und den anderen ein schönes Wochenende!



Viele Grüße,
Marc (Provokateur)

"Ich war dem Wahnsinn nahe - es fehlte nicht mehr viel (...)" - Edvard Munch
Hallo,
um so besser, wenn Du nicht blauäugig bist und weißt, welche nervenaufreibenden Dinge mit durchaus guten Ideen verbunden sein können.
Außerdem: Wenn unsere Altvorderen nicht geträumt und hochfliegende Ideen gehabt hätten, würden wir wohl heute noch mit der Postkutsche oder dem Milchkarren über unbefestigte Feldwege rumpeln.
Also träume weiter (im positiven Sinne gemeint!) und verzweifle nicht, wenn sich vielleicht mal gar nichts oder nur klitzekleine Bruchstücke von den Träumen verwirklichen lassen.
Bzgl. des VT 137 225 muß man natürlich sehen, daß man der bisherigen Pflegetruppe nicht auf den Schlips tritt...
Frohe Pfingsten
Jupp

Re: Konzept am Museumsgleis Leipzig Hbf

geschrieben von: MD 612

Datum: 08.06.19 15:42

EP 5 schrieb:
Jetzt habe ich aber die Frage, welches Konzept hinter der Fahrzeugschau im Leipziger Hauptbahnhof überhaupt steckt?
Die drei E-Loks sowie die SVT gehörten schon zu tiefsten DDR-Zeiten zum Historischen Fahrzeugpark der DR. Die E-Loks wurden und werden heute noch von Freizeitgruppen ihrer ehemaligen Heimat-Bw (E04 und E44 => Bw Leipzig Hbf West, E94 => Bw Engelsdorf) betreut und gepflegt, die heute beim Bahnsozialwerk angesiedelt sind. Sie waren allesamt noch bis Anfang der 2000er Jahre betriebsfähig und für Sonderfahrten im Einsatz. Der SVT kam wie schon geschrieben Anfang der 90er nach Leipzig, wurde im Bw Leipzig Hbf Süd aufgearbeitet, ebenfalls noch bis Ende der 90er für Sonderfahrten genutzt und seit seiner Aufarbeitung ebenfalls von einer anfangs beim Bw Leipzig Hbf Süd angesiedelten Freizeitgruppe des Bahnsozialwerkes betreut und gepflegt. Mit dem Bahnhofsumbau Ende der 90er entstand dann die Idee, das nicht mehr nutzbare Gleis 24 für die Aufstellung der bis dahin in den hiesigen Lokschuppen abgestellten Fahrzeuge zu nutzen. Das einerseits, um sie nicht im Schuppen zu verstecken, sondern dem interessierten Publikum zu zeigen, andererseits weil schon damals abzusehen war, dass die hiesigen Lokschuppen eines Tages für diese Zwecke nicht mehr in vollem Umfang zur Verfügung stehen werden. Dieses Fahrzeugensemble wurde dann bei der endgültigen Gestaltung des Museumsgleises noch durch die im Eigentum des EMBB stehenden 52er ergänzt. Sowohl die E-Loks als auch der SVT sind nach wie vor voll funktions- bzw. fahrfähig, haben aber allesamt mangels Finanzen und Bedarf keine gültigen Fristen mehr.

EP 5 schrieb:
Warum werden dort ausschließlich Vorkriegsfahrzeuge gezeigt, keine aus der Nachkriegsproduktion oder aus späteren Epochen?
Das könnte daran liegen, dass die DR zur Wendezeit keine historischen Fahrzeuge der Nachkriegszeit im Bestand hatte, die in Leipzig beheimatet waren. Die im Bw Leipzig Hbf Süd beheimateten Loks 112 457 und 118 802 wurden erst nach 1995 für die Erhaltung auserkoren. Warum die beiden allerdings nicht ebenfalls auf dem Museumsgleis ihre neue Heimat fanden, sondern zwischenzeitlich nach Halle umgezogen sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß Peter

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Indianische Weisheit

Re: Konzept am Museumsgleis Leipzig Hbf

geschrieben von: 9. Bauserie

Datum: 08.06.19 20:49

Eine zeitlang war auch ein Nachkriegsfahrzeug auf Gleis 24 abgestellt. Nur ging das Fahrzeug dann bei einem neuen Betreiber wieder in Betrieb:

http://www.roter-brummer.de/798/bilder/772342-Leipzig1-050708.jpg
Terkelfaxi 772 342

Den SVT habe ich 91 noch im Einsatz erlebt, als die DR ihn auf Westbesuch nach Hamburg schickte.

http://bahnarchiv.roter-brummer.de/137225SVT-Hamburg-Hauptbahnhof.jpg

http://bahnarchiv.roter-brummer.de/SVT137225Prospekt.jpg

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