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Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB
Lausitzer Rundschau vom 1.1.2019


... „Wir sind nur noch zwanzig Mitglieder, von denen viele stets anreisen müssen. Wir können einfach den Sanierungsrückstau an der Bahnstrecke nicht bewältigen, sowohl arbeitsmäßig als auch finanziell“ ...

Im Moment gäbe es keine andere Lösung als die Stilllegung der Strecke ab dem 1. Januar. Zur Jahreshauptversammlung des Vereins im Februar wird es eine genaue Analyse geben“ ...

>>> Gesamter Artikel mit Fotos der letzten Fahrt


Gruß,
Marko
Sehr schade für den rührigen Verein aus dem Süden Brandenburgs. Zumal der hervorragend restaurierten Fahrzeuge.

Leider hat der Journalist nicht den Unterschied zwischen einer Betriebseinstellung und einer Stilllegung verstanden. Nach einer Stilllegung nach Allgemeinem Esenbahngesetzt wären für eine Wiederinbetriebnahme hohe Hürden gesetzt.
Hoffen wir also, daß es nur bei einer vorläufigen Betriebseinstellung bleibt und eines Tages wieder Züge rollen.

Grüß,
mirquidi
Warum? Wird der Betrieb auf einer Eisenbahninfrastruktur unbefristet eingestellt, ist dies eine Stilllegung. Handelt es sich um eine nicht-öffentliche Strecke, kann die Stilllegung ad hoc verfügt werden. Andernfalls gilt §11 AEG. An der Stilllegung führt aber LEIDER kein Weg vorbei, wenn der Verein das Handtuch wirft - die Hürden für eine Reaktivierung sind aber auch nicht höher als für den Weiterbetrieb ohnehin. Eine Stilllegung ist nicht mit Entwidmung zu verwechseln (§23 AEG).

Wie in vielen oder fast allen diesen Fällen ist einfach schade, dass die Dinge erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn es zu spät ist. Oft wäre eher was zu retten, wenn ein Verein frühzeitig ankündigt die vermutlich letzte Fahrsaison zu fahren, sodass noch mal Zeit ist, in der sich was entwickeln kann (Fahrgastzahlen steigen und damit Einnahmen, Ratsmitglieder aktiviert werden, vielleicht neue Eisenbahnfreunde hinzu kommen etc.).

Aber so oder so: Anerkennung für das, was geleistet wurde - und irgendwann hat eben alles sein Ende. Leider. Schön war`s auf eurer Bahn!

Gruß vom Signal
Signal schrieb:
Wie in vielen oder fast allen diesen Fällen ist einfach schade, dass die Dinge erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn es zu spät ist. Oft wäre eher was zu retten, wenn ein Verein frühzeitig ankündigt die vermutlich letzte Fahrsaison zu fahren, sodass noch mal Zeit ist, in der sich was entwickeln kann (Fahrgastzahlen steigen und damit Einnahmen, Ratsmitglieder aktiviert werden, vielleicht neue Eisenbahnfreunde hinzu kommen etc.).

Aber so oder so: Anerkennung für das, was geleistet wurde - und irgendwann hat eben alles sein Ende. Leider. Schön war`s auf eurer Bahn!

Gruß vom Signal
Hinsichtlich gesetzlichen Grundlagen scheinst Du gut informiert zu sein, hinsichtlich den Bahn bist Du leider wenig informiert und außerdem negierst Du die realen Fakten.

Hilferufe und Problemmeldungen hinsichtlich der NLME gab es hier im Forum mehrfach und das schon vor Jahren. Suche doch einfach mal nach der NLME. Schon damals befürchteten auch andere Eisenbahnfreunde ein Ende. Dann gab es vor wenigen Jahren einen weiteren konkreten Warnhinweise öffentlich und hier im Forum. Als der Beginn der Fahrsaison verschoben werden musste, weil die Infrastruktur schon damals ein Problem war. Der Verein selbst war in der Öffentlichkeit auch aktiv - wie sonst kam man wohl an die Spende der Sparkasse für die HU der Dampflok? Und wie mir aus vor Jahren mit der Vereinsführung geführten Unterhaltungen u.a. bekannt ist, wurden zu Zeiten der extrem hohen Arbeitslosigkeit in der Region und auch später zu Hartz IV-Zeiten gezielt Leute mit sehr viele Zeit angesprochen. Aber an der Stelle bestätigten viele Angesprochene alle in den Medien so gern publizierten Vorurteile gegen einen Teil der Langzeitarbeitslosen und Unterbeschäftigten …. .
Dazu kommen leider die Eigenheiten des Landes Brandenburg, wo die vielen (unfähigen und extrem selbst verliebten) Verantwortlichen (zumeist Buschzulagen-Westimporte der 3. oder 4. Garnitur) der verschiedenen Entscheidungsebenen lieber mal Betrügern mehrfach den "Roten Teppich" ausrollen oder nur für bestens medientaugliche Kirchturmpojekte zu haben sind. Da genügt schon ein Blick zum längst mehrfach gescheiterten Thema "Spreewaldbahn". Und was nun die Fahrgastzahlen betrifft: also ich habe bei der NLME immer nur volle und übervolle Züge erlebt und gesehen. Bei einem Töpfertag in Crinitz, vor einigen Jahren, hatte ich wegen der unvorstellbaren Überfüllung der Züge nicht mal die Chance einer Mitfahrt. Jedoch erzählten angebliche Vereinsmitglieder (?) am 30.12.2018 etwas von zuletzt zurück gehenden Fahrgastzahlen; wohl nicht nur für mich auch am 30.12.2018 unvorstellbar. Denn auch an dem Tag wurden selbst die Stehplätze langsam knapp. Wobei ich den Fahrpreis der NLME von 10 Euro für eine komplette Runde bei einer Normalspur-Museumsbahn als extrem günstig bezeichnen würde. Da schlagen andere Vereine ganz anders zu … . Na hoffentlich deckte der Fahrpreis wenigstens die Betriebskosten an dem Tag.
*
Übrigens: es gibt anscheinend bei der NLME Vereinsmitglieder, die auch Vereinsmitglieder in dem nebenan für Uckro-Luckau gegründeten relativ Verein sind. Es gibt laut Gerüchten auch schon Gespräche mit anderen Vereinen, hinsichtlich Verkauf von Fahrzeugen. Und wer die schön aufgearbeiteten Fahrzeuge des Vereins lobt, der hat vermutlich den 6 mal so großen Arbeitsvorrat des Vereins nie gesehen - weil er nie vor Ort war.

Die NLME kann vermutlich nur noch ein Wunder retten. Und wer glaubt schon an Wunder … .
Welche realen Fakten soll ich denn konkret negiert haben? Meine Aussage lautete: "Wie in vielen oder fast allen diesen Fällen ist einfach schade, dass die Dinge erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn es zu spät ist. Oft wäre eher was zu retten, wenn ein Verein frühzeitig ankündigt die vermutlich letzte Fahrsaison zu fahren, sodass noch mal Zeit ist, in der sich was entwickeln kann."

Sollte sie missverständlich sein, so konkretisiere ich diese Aussage gern: Mir war noch vor zwei Monaten nicht bekannt, dass zum 31.12. vermutlich Ende sein wird.

Allgemeine Probleme, Warnungen usw., wie sie bei fast jedem 20jährigen Verein mal von Zeit zu Zeit vorkommen, waren mir bekannt - und der Infrastrukturzustand ließ natürlich auch so etwas befürchten.
Aber nur, weil vor Jahren schon mal ein Saisonstart verschoben werden musste, muss deshalb der Ernst der Lage in 2018 nicht automatisch klar sein. Deswegen kam es für mich am Ende durchaus plötzlich.
Ich wäre auch gerne noch einmal mitgefahren, hatte aber zur letzten Fahrt terminbedingt keine Chance.

Dabei steht außer Frage, dass es besser informierte Leute betreffend der NLME gibt - aber es geht ja in solchen Situationen eben auch um die breitere Öffentlichkeit.

Deine Schilderungen zu den vollen bzw. übervollen Zügen teile ich voll und ganz - ich habe auch schon auf der NLME gestanden, sogar die meiste Zeit.

Gruß vom Signal
Dieter Buddrus schrieb:
Und wer die schön aufgearbeiteten Fahrzeuge des Vereins lobt, der hat vermutlich den 6 mal so großen Arbeitsvorrat des Vereins nie gesehen - weil er nie vor Ort war.
Hallo.

Kann es sein, daß da in der Vergangenheit falsche Prioritäten gesetzt wurden? Als vor ein paar Tagen die Meldung über die (mindestens vorläufige) Betriebseinstellung hier auftauchte, musste ich mich auch erst mal über den Verein kundig machen. Anhand der vereinseigenen Internetauftritts sowie des Luftbildes fiel mir gleich die Unmenge an Fahrzeugen auf. Der Bahnhof Kleinbahren ist ja praktisch komplett vollgestellt. Da einige der Fahrzeuge tatsächlich in hervorragendem Zustand zu sein scheinen, steckt da zweifellos viel Arbeit drin. Wenn der Verein über dieser durchaus zu würdigenden Leistung aber nicht rechtzeitig darauf reagiert, daß ihm die Strecke unter den Rädern weggammelt, dann hat das eben Konsequenzen.
Ich mache ja mittlerweile auch in einem Verein mit. Zum Glück haben wir dort nur ein paar hundert Meter Gleis, das dringend zu sanieren ist, zuzüglich ein paar kleinerer Ausbauten. Da sind wir gerade drüber und daher weiß ich, wieviel Arbeit das macht. Und ich fürchte, wir werden in den nächsten Jahren von noch einigen Vereinen mit ähnlichen Problemen hören. Zum Beispiel war ein sehr bekannter Verein mit mehreren ausgewachsenen und teils betriebsfähigen Streckenlokomotiven im Portfolio beim Beseitigen eines simplen Schienenbruchs auf externe Hilfe angewiesen. Von daher: was nützen die tollsten Fahrzeuge, wenn ich kein Gleis habe, auf dem die fahren können?

Gruß Thomas
Grundsätzlich sehe ich einen Bedarf an professionellen Workshops für Arbeiten am Gleis. Vielleicht mal ein Thema für die Verbände?
Das Gleis ist das A und O bei der Eisenbahn, aber man lernt nicht in der Schule, wie man eine Schwelle wechselt. Das sind Aufgaben, die traditionell über Eisenbahner in den Vereinen vermittelt wurden. Im benachbarten Ausland auch häufig eben in solchen Programmen, wozu sich unkundige Vereinsmitglieder mal einmal im Jahr anmelden konnten, um zu lernen.
Nach meinem Eindruck gibt es in Deutschland aber nicht so viele Vereine, die hier noch über das Know how verfügen - die Vereinsstrukturen verändern sich. Auch in Folge des Strukturwandels bei der Eisenbahn und des technischen Fortschritts.
Und ehe der entsprechende Einwand kommt: Ein professioneller Workshop ist nicht anzukündigen jeden Samstag mal die Gleisrotte loszuschicken und zu schauen, was so anliegt.
Gruß vom Signal, der sich durchaus für das Thema interessiert und bislang keine Erfahrung mit Schwellentausch hat.
Ich sehe das Problem etwas anders.
Aber dazu hatte ich vor wenigen Monaten hier schon mal eine entscheidende Frage gestellt und damals nur wenige Antworten bekommen:
welchem gemeinnützigen Museumsbahnverein in der BRD gehören denn ebenfalls 16 km Streckenlänge oder mehr Normalspur-Infrastruktur, welches Baujahr ist der Oberbau, in welchem Zustand befindet sich diese EI, wie wird diese große Menge Infrastruktur unterhalten und wie wird das finanziert?
Jeder Kritiker der NLME braucht sich dazu doch nur mal bei anderen Vereinen umschauen. Und die NLME existiert nun mal nicht in einem Bundesland, welches mal so nebenbei 470 000 Euro für Gleissanierungen oder fast 1,2 Millionen Euro für die Sanierung einer einzigen Brücke rüber reicht. Und ohne die relevante öffentliche finanzielle Unterstützung beim Öchsle würden auch dort keine Züge mehr rollen. Das Schicksal einer noch immer legendären Schmalspurbahn "nebenan" sollte Warnung genug sein. Dagegen existiert die NLME nun mal in einem Bundesland, dessen Kulturministerin lieber 850 000 Euro zum Einmauern von einer Lok und einem Wagen an einem Ort spendiert, zu dem diese Lok und dieser Wagen keinerlei geschichtliche Beziehungen haben.
Die Unterhaltung und Erhaltung von Normalspur-Infrastruktur ist nun mal wesentlich teurer als bei Schmalspurbahnen. Aber selbst die finanzkräftige und mitgliederstarke IG Preßnitztalbahn greift bei der Sanierung auf extra für Schmalspurbahnen bereit gestellte Beihilfen zurück. Wogegen die normalspurige Windbergbahn ohne öffentliche Mittel für die EI überleben muss. Genauso wie der FHWE wohl schon seit 2010 von Fahrten des WEX ab Schönheide Ost träumt und dafür auch fleißig ackert. Während dem FHWE gleichzeitig viele der Schwellen der Infrastruktur zwischen Schönheide-Süd und Muldenberg trotz allem Fleiß weiter verfaulen. Denn wenn man diesen Streckenteil mal zu Fuß genauer besichtigt, dann sieht wohl mancher, das auch dort der Verein mit der EI einer solchen Streckenlänge ohne relevante Förderung überfordert ist. Mich jedenfalls erinnert das Gleis in diesem Streckenteil an so manche DDR-Schmalspurbahn kurz vor der Stilllegung. Nur fand ich auf den Schmalspurbahnen noch etwas mehr Spurstangen :-) .

Gleisunterhalt ist so eine Sache....

geschrieben von: Meterspurgleisbauer

Datum: 02.01.19 21:45

.... das ist ein Knochenjob, an dem man schnell scheitern kann. Es gehört einiges an Erfahrung dazu, das Material so zu bewegen, daß man einigermassen kräfteschonend hinkommt.
Wer zum ersten Mal eine Schwelle ausgräbt, durch eine neue ersetzt und dann wieder verfüllt und stopft, der wird locker einen ganzen Nachmittag damit zubringen und anschliessend fertig sein wie das sprichwörtliche Brötchen.
Mit fortschreitender Erfahrung gehts etwas schneller und man bekommt auch raus, wie das Ausgraben einer Schwelle einfacher wird, aber ab einer gewissen Anzahl hat das ganze in Handarbeit keine Zukunft. Hier wird dann schweres Gerät gebraucht, mindestens ein Bagger mit Schwellenfachgreifer und Personal, das selbigen bedienen kann. Schwere Handarbeit bleibt dann immer noch genügend übrig.
Oder man wechselt die Schwellen gleich Jochweise oder in noch längeren Abschnitten, dann hat man aber mit der Logistik zu kämpfen, da braucht man dann noch LKW zum Materialtransport, Zwischenlager für Altschotter und Neuschotter, Schwellenlager etc.
Und eine Truppe, die die ganzen Arbeitsabläufe hinbekommt und für längere Zeit am Ball bleibt.

Oder man braucht sehr viel Geld, dann kann man die Arbeiten vergeben.

Ich kenne die Bahn jetzt leider nicht, aber vielleicht lässt sich die erforderliche Truppe zusammenstellen. Mit der drohenden Einstellung lässt sich ja vielleicht doch der (oder die) eine oder andere aktivieren.
Getreu dem Motto "Geht nicht gibts nicht. Geht schwer, gibts".

Gerald
Guten Morgen,

mein Kenntnisstand ist von 2006, aber er weicht von dieser Darstellung ab:

Dieter Buddrus schrieb:
welchem gemeinnützigen Museumsbahnverein in der BRD gehören denn ebenfalls 16 km Streckenlänge oder mehr Normalspur-Infrastruktur, ...
2006 gehörte das Gleis noch zu DB Netz, obwohl nicht mehr mit diesem verbunden. Hat sich das geändert? Man muss ja nicht auf DB Netz schimpfen, aber es kann durchaus für die Beschaffung von finanziellen Mitteln in Verbindung mit der eigenen Gemeinnützigkeit problematisch sein.

Beste Grüße

Klaus
@Dieter Buddrus: Ich möchte nur noch einmal betonen, dass ich weder die NLME für das Dilemma kritisiert habe noch hier irgendwelche "Kritiker der NMLE" in diesem Thread wahrgenommen habe. Das von dir angesprochene Dilemma der Kosten der Unterhaltung einer Eisenbahninfrastruktur, die nur durch einige wenige Fahrtage im Jahr genutzt wird, dürfte außer Frage stehen - erst recht in einer Region, in der das Geld nicht vom Himmel regnet.

Ergänzend zu der von Klaus Habermann aufgeworfenen Eigentumsfrage: Du erwähnst nur "Normalspurinfrastruktur" - ist die NMLE noch eine öffentliche Eisenbahninfrastruktur oder "nur" eine Anschlussbahn?

Zu der interessanten Diskussion zu ehrenamtlichen Gleisarbeiten: Ich wohne nicht in der Region und würde daher nicht per se der NLME beitreten. Wenn es darum ginge mal eine Woche Urlaub zu opfern, um nicht nur in die Hände zu spucken, sondern dabei auch interessantes Wissen und Erfahrung im Umgang mit Schwellentausch o. a. zu lernen, könnte ich mir das durchaus vorstellen. Das ist ja das Prinzip, was auch "große Vereine" angewandt haben, die Strecken gekauft bzw. gar in Eigenkraft wieder aufgebaut haben.

Gruß vom Signal
Seien wir bitte realistisch: Deutschland hat, bundesweit betrachtet, ein Überangebot an Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen. Das mag hier zwar niemand gerne hören, aber es ist so. Dem gegenüber steht eine begrenzte Anzahl an Menschen die sich in den jeweiligen Vereinen aktiv engagieren. Vielerorts fehlt es auch an entsprechendem Nachwuchs und somit kann man bald in immer kürzer werdenden Abständen von solchen Dingen wie hier lesen. Die aktiven Vereinsmitglieder werden immer weniger und älter und irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo man die zu erledigenden Arbeiten einfach nicht mehr schafft.

Es ist nicht die erste Museumsbahn die aufgeben muß und es wird nicht die letzte bleiben.
tmmd schrieb:
Vielerorts fehlt es auch an entsprechendem Nachwuchs und somit kann man bald in immer kürzer werdenden Abständen von solchen Dingen wie hier lesen. Die aktiven Vereinsmitglieder werden immer weniger und älter und irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo man die zu erledigenden Arbeiten einfach nicht mehr schafft.

Es ist nicht die erste Museumsbahn die aufgeben muß und es wird nicht die letzte bleiben.
Ja, aber deshalb dürfte die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten, das Anlernen von unkundigen Ehrenamtlichen, ein wichtiges Thema für die Szene sein. Denn es sind in der Regel die älteren Vereinsmitglieder, die noch praktische Fähigkeiten haben. Selbst wenn sich junger Mensch für den Verein interessiert, hat er selbst als Triebfahrzeugführer heutzutage nicht unbedingt Ahnung vom Schwellentausch - abgesehen davon, dass sich häufig auch Menschen für die Vereine interessieren, die gar nicht bei der Bahn arbeiten.
Gruß vom Signal

So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: Buckow

Datum: 03.01.19 10:34

Seit Jahren mahne ich wegen mehr Mitarbeit hinter den Kulissen. Es tut sich jedoch nichts. Man freut sich zwar über steigende Mitgliederzahl die aber praktisch nichts nützt. Mit einer Person in der Werkstatt und Sponsoren die mit Ach und Krach versuchen einen Status quo im Streckenunterhalt zu halten tut der Vorstand praktisch nichts um daran etwas zu verbessern. Alles nur Tropfen auf den heißen Stein während der Gammel und Verschleiß am Gleis fortschreitet. Früher gab es ABM und MAE. Die haben viel gemacht zum Teil mit den Mitgliedern. Diese Zeiten sind lange schon vorbei. Gleisunterhalt durch die Mitglieder findet nicht mehr statt. Der Großteil Mitglieder hält Winterschlaf und ist pünktlich zum Saisonstart da als Tf oder Schaffner. Die Wenigen die bisher dafür sorgen das die "Herrschaften" fahren können drehen sich ob der vielen Baustellen im Kreis und werden das Ding so wie es jetzt läuft auf lange Sicht nicht retten können. Die "Herrschaften" schauen dann noch den wenigen arbeitenden Mitgliedern zu bis der nächste Zug fährt 🤢🤢. Proritäten in der Mitgliedersuche und den zu erledigenden Arbeiten wurden und werden falsch gesetzt. Der Gleis und Fahrzeugunterhaltung wird im Haushalt und personell einfach nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet. Das läuft nur noch mit Sponsoren und leider auch mit regulär extern vergebenen Aufträgen. Nachwuchs ist zudem ein ganz schwieriges Thema. Wer will denn schon schwer arbeiten und sich dazu noch dreckig machen. Das Durchschnittsalter in den Vereinen wächst stetig. So auch bei uns. Dazu der fehlende Wille sich mit Hintergrundwissen zum Thema Bahnverkehr zu versorgen. Alles in allem wird es zunehmend schwerer. Öffentliche und private Förderung für den Gleisunterhalt? Fehlanzeige! Neben dem Mitgliederproblem müssten die Fahrpreise exorbitant hoch sein um alles tip top zu halten. Eisenbahn ist halt kein prestigeträchtiger Sportverein sondern verschlingt nur Geld für Dinge die nicht im Vordergrund erscheinen. Als förderungswürdiges Kulturgut wird das Thema nur allzu oft nicht erkannt. Diese Tendenzen lassen sich leider vielerorts erkennen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.19 11:24.
>2006 gehörte das Gleis noch zu DB Netz, obwohl nicht mehr mit diesem verbunden. Hat sich das geändert?

Die gesamte Strecke würde doch schon 1997/98 verkauft.

Besitzverhältnis der Strecke

geschrieben von: LoneStarr27

Datum: 03.01.19 10:58

Niederlausitzer schrieb:
Die gesamte Strecke wurde doch schon 1997/98 verkauft.
Auf der Vereinsseite steht es recht eindeutig:
Zitat
10. September 1997:
Kauf der Eisenbahnstrecke (Finsterwalde –Crinitz) einschließlich Nebenflächen von der Deutschen Bahn AG.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.19 18:09.

Re: So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 03.01.19 13:32

Hallo Andreas
Sprichst hier sehr richtig die Probleme in den Vereinen an.
Denn überall oder fast überall.das Problem, fahren auf dem Zug ja - Freischnitt und Gleisbauarbeiten bitte nein.
Gepaart mit einen Haufen Dummschwätzer,die immer sagen,ich habe es gewusst,dass wird nichts.
Am Rande stehend die einfallslosen Planer für Radwege.
Nur hier wie seltsam finden sich hier Sponsoren und Förderer für jede Brücke und Baumaßnahme.
Die hohen Anforderungen des LfB oder dem EBA sind für kleinere Vereine nicht erfüllbar.
Zudem müssen diese mit finanziellen Mitteln hier auch Leistungen eines EVU oder EIU einkaufen.
Mit denen allen muss dieses durch humanen Fahrpreis alles an laufenden Kosten erwirtschaftet werden.
tmmd schrieb:
Seien wir bitte realistisch: Deutschland hat, bundesweit betrachtet, ein Überangebot an Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen. Das mag hier zwar niemand gerne hören, aber es ist so. Dem gegenüber steht eine begrenzte Anzahl an Menschen die sich in den jeweiligen Vereinen aktiv engagieren. Vielerorts fehlt es auch an entsprechendem Nachwuchs und somit kann man bald in immer kürzer werdenden Abständen von solchen Dingen wie hier lesen. Die aktiven Vereinsmitglieder werden immer weniger und älter und irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo man die zu erledigenden Arbeiten einfach nicht mehr schafft.

Es ist nicht die erste Museumsbahn die aufgeben muß und es wird nicht die letzte bleiben.

Du sprichst mir aus der Seele.

Vereinsleben ist so eine Sache....

geschrieben von: popelchen

Datum: 03.01.19 18:20

Alles richtig! Aber dazu muss man auch mal den Mut haben über den Tellerrand zu schauen und wie Buckow oben schreibt, auch die Bereitschaft, alte verknöcherte Strukturen zu verlassen. Kooperation mit Gleichgesinnten. Angebote gab es im Finsterwalder Raum genug. Potenzial auch. Das Problem ist hausgemacht. Jetzt zu jammern bringt überhaupt nichts.

Frank,

der sich im Raum Finsterwalde/Luckau eigentlich gut auskennt...

Frank S.

Braunkohle - Sichere und preiswerte Energie




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.19 18:25.
tmmd schrieb:

Seien wir bitte realistisch: Deutschland hat, bundesweit betrachtet, ein Überangebot an Eisenbahnmuseen und Museumsbahnen. Das mag hier zwar niemand gerne hören, aber es ist so. Dem gegenüber steht eine begrenzte Anzahl an Menschen die sich in den jeweiligen Vereinen aktiv engagieren. Vielerorts fehlt es auch an entsprechendem Nachwuchs und somit kann man bald in immer kürzer werdenden Abständen von solchen Dingen wie hier lesen. Die aktiven Vereinsmitglieder werden immer weniger und älter und irgendwann ist dann der Punkt erreicht, wo man die zu erledigenden Arbeiten einfach nicht mehr schafft.

Es ist nicht die erste Museumsbahn die aufgeben muß und es wird nicht die letzte bleiben.
Und was hat dann Großbritannien?
Vergleich Äpfel mit Birnen!

Auf der Insel wird der allergrößte Teil der Eisenbahnmuseen und Museumsbetrieb komerziell von Firmen oder firmenählichen Rechtsformen geführt.

Frank S.

Braunkohle - Sichere und preiswerte Energie

Re: So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: Toralf750

Datum: 04.01.19 00:03

deruerdingerbus schrieb:

Die hohen Anforderungen des LfB oder dem EBA sind für kleinere Vereine nicht erfüllbar.


Und genau DA sehe ich das Problem. Wenn ich mir anschaue, auf was für Gleisen, manchmal sogar "Nudelschienen" im Rest der Welt sogar Planbetrieb abgewickelt wird, dann liegt bei uns was im Argen. Ich kenne kein Land (und habe schon sehr viele bereist), in dem sooo hohe Anforderungen an Gleisanlagen, vorallem auf kleinen Lokal- und Nebenbahnen gestellt werden, wie in Deutschland. Selbst im "Vorzeigeland" Schweiz bin ich schon auf Strecken gefahren, bei dem jeder Wagenteil des 3teiligen Triebzuges eine andere Schräglage einnahm. Und ich hatte NIE Sicherheitsbedenken, egal ob Schweiz, Italien, Polen, Tschechien, Baltikum, Ungarn, Rumänien und vielen anderen Ländern. Zumindest nicht bei den "Nudelschienen".

Und hier liegt unser Grundübel: Der deutsche Vorschriftenwahn!

Viele Grüße
Toralf

Re: So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: LoneStarr27

Datum: 04.01.19 00:20

Toralf750 schrieb:
Und genau DA sehe ich das Problem. Wenn ich mir anschaue, auf was für Gleisen, manchmal sogar "Nudelschienen" im Rest der Welt sogar Planbetrieb abgewickelt wird, dann liegt bei uns was im Argen. Ich kenne kein Land (und habe schon sehr viele bereist), in dem sooo hohe Anforderungen an Gleisanlagen, vorallem auf kleinen Lokal- und Nebenbahnen gestellt werden, wie in Deutschland.
Komisch, sonst gehen die Diskussionen hier im Forum doch eher in die Richtung, daß gerade in Deutschland die Eisenbahninfrastruktur am verrotten ist.
Aber mal ernsthaft. Selbst, wenn Du die Anforderungen ein Stück weit runterschraubst und so einer Vereinsstrecke damit noch eine Fristverlängerung verschaffst, hast Du das eigentliche Problem nur um ein paar Jahre verschoben. Irgendwann sind die Schwellen so sehr zu Humus geworden, daß die auch einem Museumsbetrieb nicht mehr gewachsen sind.

Re: So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: deruerdingerbus

Datum: 04.01.19 01:03

Anmerkung
Der Großteil der von der Bahn verkauften Infrastrukturen haben bereits einige Jahre auf dem Buckel und so auch sind Bauwerke in die Jahre gekommen.
Stahlschwellen mit dem Walzzeichen 1928, Schienen ausgetauscht von anderen Strecken etc.
Bei der Wupperschiene wurde der Abschnitt Anschluss Wuppertal Rauenthal bis Anschlussweiche Papierfabrik Erfurt noch vor Stillegung komplett saniert.
Ein seltener Fall,dass ein Verein eine noch gebrauchsfähige Infrastruktur übernehmen konnte.
Dafür übernahm der Verein in diesem Streckenbereich einen Hangrutsch,1994 u.a. durch einen umgestürzten Baum entstanden und erst 2018 nach aufwendigen Verwaltungsakt beseitigt.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.19 01:19.

Re: So ist es, es wird immer schwieriger...

geschrieben von: Signal

Datum: 04.01.19 10:48

Die Diskrepanzen sind schon je nach Landeseisenbahnaufsicht innerhalb von Deutschland erheblich und auf manchem Gleis, das dir in Deutschland sofort gesperrt wird, wird in benachbarten Ländern noch Jahrzehnte gefahren. Es stimmt, dass sich das Problem nur verschiebt, aber vielen Vereinen wäre sicher auch damit geholfen durch Geschwindigkeitsreduzierungen manche Sanierungsprojekte auf Jahre oder Jahrzehnte verteilen zu können, wo es letztendlich derzeit in der Entscheidungsgewalt einiger, weniger Personen liegt, ob das geht oder nicht.
Gruß vom Signal

So pauschal nicht korrekt

geschrieben von: Peter

Datum: 04.01.19 17:00

Hallo!

deruerdingerbus schrieb:
Hallo Andreas
Sprichst hier sehr richtig die Probleme in den Vereinen an.
Denn überall oder fast überall.das Problem, fahren auf dem Zug ja - Freischnitt und Gleisbauarbeiten bitte nein.
Gepaart mit einen Haufen Dummschwätzer,die immer sagen,ich habe es gewusst,dass wird nichts.
Am Rande stehend die einfallslosen Planer für Radwege.
Nur hier wie seltsam finden sich hier Sponsoren und Förderer für jede Brücke und Baumaßnahme.
Die hohen Anforderungen des LfB oder dem EBA sind für kleinere Vereine nicht erfüllbar.
Zudem müssen diese mit finanziellen Mitteln hier auch Leistungen eines EVU oder EIU einkaufen.
Mit denen allen muss dieses durch humanen Fahrpreis alles an laufenden Kosten erwirtschaftet werden.
So pauschal ist die Aussage nicht korrekt (auch wenn Du "fast" schreibst) - es gibt genug Vereine im In- und Ausland, die alle Sparten (Fahrzeuge, Fahrten, Netz) im Griff haben (oder nur in Ausnahmen Auftraege vergeben, wenn grosser Maschineneinsatz erforderlich ist).

Es ist -wie so oft- eine Frage der Organisation und der Motivation: Wenn der Vorstand nur dem Fahrbetrieb huldigt (ums mal platt zu sagen), dann kann man nichts machen.
Motiviert man aber ALLE Bereiche (d. h. die Streckenbauer/-unterhalter; die Fahrzeugschlosser (und nicht nur fuer die Dampflok, sondern auch fuer Wagen und andere Traktionsarten) und die Zugmannschaften) und foerdert sogar ausdruecklich das Miteinander, dann geht das.

Bei uns im Verein gibt es z. B. eine Rotte, der sogar ein Hirnchirurg angehoerte, der es genoss, auch mal richtig grob arbeiten zu duerfen - er wies immer lachend darauf hin, dass er eben auf seine Haende aufpassen muss.
Und es gibt lange geplante Gleisbau-Wochen, so dass die weiter entfernt wohnenden Mitglieder eben nicht nur fuer einen Tag anreisen, sondern eine ganze Woche gemeinsam verbringen - und entsprechend mehr schaffen - auch weil sich dann auch mal die Anmietung eines Geraetes lohnt, das man nicht 5x fuer je einen Tag mieten will).

Den Vorschlag, Workshops abzuhalten, so dass auch vereinsuebergreifend Wissen vermittelt werden kann, finde ich sehr gut. In anderen Bereichen (z. B. Lokfuehrer-Ausbildung) klappt das ja auch.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.

Re: So pauschal nicht korrekt

geschrieben von: Michael G.

Datum: 04.01.19 19:05

Hallo Peter,


>So pauschal ist die Aussage nicht korrekt (auch wenn Du "fast" schreibst) - es gibt genug Vereine im In- und Ausland, die alle Sparten (Fahrzeuge, Fahrten, Netz) im Griff haben (oder nur in Ausnahmen Auftraege >vergeben, wenn grosser Maschineneinsatz erforderlich ist).

Genau so ist es.. Ein gutes Beispiel dafür ist die DFB in der Schweiz welche letzten endes auch "nur" ein Verein ist.
Sehens- und beachtenswert was die Leute da selbst unter schwierigsten Bedingungen auf die Beine gestellt haben.
Fronarbeit(er) wurde das/die Leute seinerzeit bei der DFB genannt...
Da bezahlt man dann gern ein "etwas höheres" Beförderungsentgeld.


>Es ist -wie so oft- eine Frage der Organisation und der Motivation: Wenn der Vorstand nur dem Fahrbetrieb huldigt (ums mal platt zu sagen), dann kann man nichts machen.
>Motiviert man aber ALLE Bereiche (d. h. die Streckenbauer/-unterhalter; die Fahrzeugschlosser (und nicht nur fuer die Dampflok, sondern auch fuer Wagen und andere Traktionsarten) und die Zugmannschaften) und >foerdert sogar ausdruecklich das Miteinander, dann geht das.

Auch das kann man nur dick unterstreichen.
Selbstredend ist es nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen und zu stemmen. Wenn man es allerdings von vornherein blockiert und das "Miteinander" mit Füssen tritt, wie es leider in vielen Vereinen mittlerweile
üblich ist, darf man sich nicht wundern wenn die Leute fern bleiben und ihre Freizeit anders/besser nutzen..


Gruss
Michael

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Re: So pauschal nicht korrekt

geschrieben von: Signal

Datum: 04.01.19 22:42

@Michael G.: Danke. An die DFB in der Schweiz hatte ich auch als Beispiel gedacht.
@Peter: Falls diese "Schleichwerbung" hier erlaubt ist, würde mich interessieren, welcher Verein das ist, der das so vorbildlich organisiert? Genau das ist eben das, was nach meinem Eindruck leider vielen Vereinen fehlt, obwohl es natürlich auch hier noch weitere positive Ausnahmen geben wird.
Gruß vom Signal
Guten Morgen.

Zitat
Übrigens: es gibt anscheinend bei der NLME Vereinsmitglieder, die auch Vereinsmitglieder in dem nebenan für Uckro-Luckau gegründeten relativ Verein sind. Es gibt laut Gerüchten auch schon Gespräche mit anderen Vereinen, hinsichtlich Verkauf von Fahrzeugen. Und wer die schön aufgearbeiteten Fahrzeuge des Vereins lobt, der hat vermutlich den 6 mal so großen Arbeitsvorrat des Vereins nie gesehen - weil er nie vor Ort war.

Passend hierzu erschien vor ein paar Tagen folgender Artikel in der LR: „Luzi“ soll wieder rollen

Interessant ist, dass es quasi nebenan einen Verein gibt, der eine verkrautete Strecke, welche sicherlich in keinem besseren Allgemeinzustand ist, wieder auf reaktivieren bringen möchte - während eine andere Strecke stillgelegt wird. Zumal es sich wohl anscheinend teilweise um die gleichen Mitglieder handelt. Wenn man so mit den knappen Personalressourcen haushaltet, ist es kein Wunder, dass nicht alles realisierbar ist.

Ich wünsche den aktiven Mitglieder der NLME viel Erfolg, dass sich ihr Traum doch noch zum positiven wendet.


Gruß Tilo
Ohne die Details zu kennen: Es ist häufig so, dass Menschen für neue Projekte leichter zu begeistern sind als für den Erhalt von dem, was schon geschaffen worden war. Das Neue reizt den Menschen häufig mehr.
Gruß vom Signal

Mitgliederaktivitäten

geschrieben von: Regio ZuB

Datum: 06.01.19 15:39

Moin zusammen,

zu Anfang dieses Jahrtausends wurde in der Festschrift der Mindener Eisenbahnfreunde sinngemäß folgender Lebensweg eines aktiven Vereinsmitglied beschrieben (aus der Erinnerung):
- aktive Zeit als Jugendlicher bis etwa zur Abiturvorbeitung oder Lehre
- keine Aktivitäten während des Studiums bzw. während der ersten Berufsjahre
- kaum Aktivitäten während der Erziehung des eigenen Nachwuchses
- aktive Zeit, sobald der Job gefestigt und der Nachwuchs erwachsen ist.

Erschwerend kommt hinzu, daß für Jugendliche konkurrierende Hobbys (am Mofa rumfummeln, Tanzschule, Sport) und ggf. eine Freundin viel Zeit und ggf. Geld kosten.

Viel Erfolg allen MuBa bei der Rekrutierung neuer aktiver Mitglieder!
Holger

Re: So pauschal nicht korrekt

geschrieben von: Peter

Datum: 06.01.19 21:28

Signal schrieb:
Zitat:
@Peter: Falls diese "Schleichwerbung" hier erlaubt ist, würde mich interessieren, welcher Verein das ist, der das so vorbildlich organisiert? Genau das ist eben das, was nach meinem Eindruck leider vielen Vereinen fehlt, obwohl es natürlich auch hier noch weitere positive Ausnahmen geben wird.
Ich bin Mitglied bei der englischen Ravenglass & Erkdale Railway Preservation Society (vgl. [rerps.co.uk]).
Dort habe ich manchen unbezahlten Urlaub verbracht, tolle Leute kennengelernt und auch in verschiedene Arbeitsbereiche reinschnuppern koennen.

Fuer die, die arbeiten kommen, gibt es eine vereinseigene Unterkunft für 1 GBP pro Nacht (fuer Selbstversorger), damit es nicht an den Kosten fuer die Unterbringung scheitert.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.
tobtilo schrieb:
Passend hierzu erschien vor ein paar Tagen folgender Artikel in der LR: „Luzi“ soll wieder rollen

Interessant ist, dass es quasi nebenan einen Verein gibt, der eine verkrautete Strecke, welche sicherlich in keinem besseren Allgemeinzustand ist, wieder auf reaktivieren bringen möchte - während eine andere Strecke stillgelegt wird. Zumal es sich wohl anscheinend teilweise um die gleichen Mitglieder handelt.
Da war doch was! Hier gibt's Railwalkers Bewanderung besagter Strecke zu sehen. So kann sich ein jeder erst mal ein grobes Bild der Lage verschaffen.
Was den Zustand der Strecke anbelangt, scheint der, Bewuchsbeseitigung vorausgesetzt, durchaus brauchbar zu sein. Der Oberbau besteht bis auf anscheinend wenige Ausnahmen aus Betonschwellen und auch ein Schotterbett ist größtenteils zu erkennen. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine Schar engagierter Leute.
Hallo LoneStarr27,

vielen Dank für die Verlinkung.

1996 habe ich die Strecke 2-3 mal von Falkenberg bis Beeskow befahren. Allerdings gab es auf dem Abschnitt Ukro - Luckau jedes mal Schienenersatzverkehr, anfangs noch mit Bus. Am Ende reichte ein Großraumtaxi. Grund hierfür war die Streckensperrung auf Grund des schlechten Zustands. Es sollte dann zwar saniert werden, wurde aber meines Wissens nach dann noch nicht gemacht, weil darauf der Abschnitt von Falkenberg nach Ukro abbestellt wurde und es sich somit nicht mehr lohnte. Zu DRE-Zeiten ist wohl der Triebwagen dann wieder ein paar mal im Schritttempo dort lang gefahren.

Keine Frage, ich würde mich freuen, wenn die Strecke wieder in Betrieb geht. Ich wundere mich nur, dass man sich den Abschnitt ausgewählt hat, der augenscheinlich am Ende am schlechtesten war. Okay - heute fehlt ja ein Großteil der NLE.... also auch nicht besser.

Ich wünschen jedenfalls den Hobbykollegen viel Erfolg. Vielleicht kann man ja auch erstmal von Lübben nach Luckau fahren... die Strecke sah letztes Jahr noch recht frei aus. So bekommt man die Bahn wieder mehr ins Bewußtsein der Bevölkerung und kann gleich mal testen, wie die Ressonanz ist.

VG, Tilo
tobtilo schrieb:
Hallo LoneStarr27,

vielen Dank für die Verlinkung.

1996 habe ich die Strecke 2-3 mal von Falkenberg bis Beeskow befahren. Allerdings gab es auf dem Abschnitt Ukro - Luckau jedes mal Schienenersatzverkehr, anfangs noch mit Bus. Am Ende reichte ein Großraumtaxi. Grund hierfür war die Streckensperrung auf Grund des schlechten Zustands. Es sollte dann zwar saniert werden, wurde aber meines Wissens nach dann noch nicht gemacht, weil darauf der Abschnitt von Falkenberg nach Ukro abbestellt wurde und es sich somit nicht mehr lohnte. Zu DRE-Zeiten ist wohl der Triebwagen dann wieder ein paar mal im Schritttempo dort lang gefahren.

Keine Frage, ich würde mich freuen, wenn die Strecke wieder in Betrieb geht. Ich wundere mich nur, dass man sich den Abschnitt ausgewählt hat, der augenscheinlich am Ende am schlechtesten war. Okay - heute fehlt ja ein Großteil der NLE.... also auch nicht besser.

Das war hier sicher schon mal Thema... es gab zwischen Uckro und Luckau eine schlechte Stelle, das sogenannte Paseriner Loch... Das ist vor eine paar Jahren durch die DRE mal gemacht worden. Ja, das stimmt ich hab selber Fotos des neu geschotterten Bereiches! Wenn dann dürfte es in dem Bereich nur einen kleinen Bereich geben, der nicht gerade gut ist. Das weiß ich jetzt nicht genau... Vol Hörensagen her und von dem, was man von der Straße aus sieht, dürfte der Abschnitt Uckro-Luckau nun auch völlig von Gehölz befreit sein. Wer beim Fratzenbuch ist, kann ja mal schauen:
[www.facebook.com]


Sven

Meine Beiträge Merkbuch Wagen (DV 939d der DR): [www.drehscheibe-online.de]
ß
popelchen schrieb:
Vergleich Äpfel mit Birnen!

Auf der Insel wird der allergrößte Teil der Eisenbahnmuseen und Museumsbetrieb kommerziell von Firmen oder firmenähnlichen Rechtsformen geführt.
Was hat denn ein angebliches "Überangebot" mit der Rechtsform, in der eine museale Bahn betrieben wird, zu tun? Und was ist bitte eine "firmenähnliche" Rechtsform?

Im eher wirtschaftsschwachen Brandenburg überhaupt eine Museumsbahn zu betreiben, ist natürlich ambitioniert, hat aber rein gar nichts mit einem Überangebot an Museumseisenbahnen zu tun. Zwischen Berlin und Radeberg ist doch sonst so gut wie nichts, wenn ich mich nicht irre.
Christian Kehr schrieb:
Im eher wirtschaftsschwachen Brandenburg überhaupt eine Museumsbahn zu betreiben, ist natürlich ambitioniert, hat aber rein gar nichts mit einem Überangebot an Museumseisenbahnen zu tun. Zwischen Berlin und Radeberg ist doch sonst so gut wie nichts, wenn ich mich nicht irre.
In gewisser Weise schon. Ich war selbst 9 Jahre ehrenamtlich bei der Mansfelder Bergwerksbahn aktiv tätig. Die aktiven Mitglieder kamen nur zu einem Teil aus der Region. Einige reisten regelmäßig aus weiter entfernten Gegenden an: Berlin, Eilenburg und ich später aus Frankfurt (Main). Und die Gesamtzahl der aktiven Museumseisenbahner in Deutschland ist für die existierenden Museumsbahnen und Museen einfach zu gering und wird eher ab- als zunehmen. Der demographische Wandel schlägt auch hier zu.
deruerdingerbus schrieb:
Erkläre Überangebot in Deutschland an Museumsvereinen.
Sagen wir so: rund ein Drittel der jetzigen Museumsbahnen und Museen wird mittelfristig nicht überleben können, weil die Zahl der aktiven Museumseisenbahner stetig sinkt und es nicht genug Personal gibt um alle Aufgaben zu erfüllen.

Zukunft Museumsbahnen?

geschrieben von: bahamas

Datum: 10.01.19 15:27

tmmd schrieb:
rund ein Drittel der jetzigen Museumsbahnen und Museen wird mittelfristig nicht überleben können, weil die Zahl der aktiven Museumseisenbahner stetig sinkt und es nicht genug Personal gibt um alle Aufgaben zu erfüllen.

Ein nicht geringer Teil der MuBa hat aber auch Reaktivierungschancen im täglichen Personenverkehr - also nicht so schwarz sehen! Wenn das passiert, kann man sagen "Auftrag erfüllt" und bei anderen mitmachen.

Re: Zukunft Museumsbahnen?

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 11.01.19 02:49

bahamas schrieb:
tmmd schrieb:
rund ein Drittel der jetzigen Museumsbahnen und Museen wird mittelfristig nicht überleben können, weil die Zahl der aktiven Museumseisenbahner stetig sinkt und es nicht genug Personal gibt um alle Aufgaben zu erfüllen.
Ein nicht geringer Teil der MuBa hat aber auch Reaktivierungschancen im täglichen Personenverkehr - also nicht so schwarz sehen! Wenn das passiert, kann man sagen "Auftrag erfüllt" und bei anderen mitmachen.
Ist es der Auftrag einer Museumsbahn, die Strecke wieder einer Reaktivierung in einem Dschungel aus Beton und Kunststoff zuzuführen?

"Weiss jemand ob DR Kesselwagen auch durch die BRD gefahren sind. Von Güterwagen weiss ich, dass sie auch in der BRD unterwegs waren, aber Kesselwagen ?"
Aus: [www.stummiforum.de]
(:-O???)
meine aktuelle Hymne: [www.youtube.com]

Re: Zukunft Museumsbahnen?

geschrieben von: bahamas

Datum: 11.01.19 10:45

Matthias Muschke schrieb:
bahamas schrieb:
tmmd schrieb:
rund ein Drittel der jetzigen Museumsbahnen und Museen wird mittelfristig nicht überleben können, weil die Zahl der aktiven Museumseisenbahner stetig sinkt und es nicht genug Personal gibt um alle Aufgaben zu erfüllen.
Ein nicht geringer Teil der MuBa hat aber auch Reaktivierungschancen im täglichen Personenverkehr - also nicht so schwarz sehen! Wenn das passiert, kann man sagen "Auftrag erfüllt" und bei anderen mitmachen.
Ist es der Auftrag einer Museumsbahn, die Strecke wieder einer Reaktivierung in einem Dschungel aus Beton und Kunststoff zuzuführen?

Das eine bedingt nicht das andere. Bei einer zu reaktivierenden Museumsbahn bestehen (insbesondere wenn Denkmalschutz besteht) auch viel höhere Chancen, dass keine Betonwüste entsteht. Der Grundgedanke einer MuBa hat aber wenig mit der Gestaltung zu tun, denn es geht ums Fahren und Erhalten der Strecke; ansonsten wäre es ein Museum. Übrigens zeigen auch Museumsbahnen meist nicht das, was man eigentlich erhalten will, denn sie bieten mit viel üppigerer Vegetation als früher und allerlei "störender" neuer Randbebauung ohnehin kein Abbild dessen, was man zu erhalten gedenkt.

was soll das?

geschrieben von: popelchen

Datum: 11.01.19 13:02

wen will man da hinlocken? Weder am Streckenanfang noch am -Ende irgendetwas Eventiges, was den gemeinen Touri auch nur ansatzweise dahinlockt. Die Gesamtstrecke (Beeskow-Falkenberg) hatte früher strategische Bedeutung als sogenannte "Rochadestrecke" und wurde deshalb gut erhalten.
Den Freaks aus Uckro wird spätestens dann die "Lampe angehen" wenn ihre Eisenbahnspielerei mal vom EIU oder den Aufsichtsbehörden hinterfragt wird. Einen Museumszug oder gleichartiges sehe ich dort absehbar nicht fahren. Der Abschnitt Lübben/Lübben-Süd bis Luckau erlebt wohl derzeit eine Reaktivierung durch ein Berliner Unternehmen, das in Zusammenarbeit mit regional ansässigen Unternehmen das Bw Luckau als ihren Fahrzeugstandort reaktiviert und instandsetzt. Damit in Verbindung, ist später auch möglicherweise auch wieder etwas Güterverkehr in Aussicht. Potenzielle Kunden wären in Luckau und Alteno ja da. Aber Museumsbahn, nee, da ist kein Potenzial.
Eher sollte man die Aktivitäten zu Gunsten der Spreewaldguste bündeln. Das hätte sicher, unter vernünftiger Planung und Führung, auch eine Zukunft... Aber das ist nur meine Meinung.

Frank S.

Braunkohle - Sichere und preiswerte Energie




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.01.19 13:05.

Re: was soll das?

geschrieben von: gehasstverdammtvergöttert

Datum: 11.01.19 13:45

Interessante Meinung, die offensichtlich ohne viel Hintergrund Informationen gebildet wurde... Gratulation!

Das ganze ist sehr amüsant zu lesen... Ist der Begriff " Freaks" abwertend gemeint oder wie darf man das verstehen?
Hallo,

zähle mich auch dazu, denn wenn man im Museumsbahnbereich etwas auf die Beine - besser auf die Räder - stellt ist man neben den vielen Textern und Besserwissern schon sehr freakig ;-)
Diese Beitragskette zeigt das schon mal wieder deutlich.

Gruß
Michael
Dein Beitrag erschliesst sich mir nicht ganz? Was willst Du uns sagen?

Frank S.

Braunkohle - Sichere und preiswerte Energie

Re: was soll das?

geschrieben von: popelchen

Datum: 11.01.19 18:58

"die offensichtlich ohne viel Hintergrund Informationen"

offensichtlich ist eben nicht bestimmt. Woher nimmst Du denn Deine Informationen? Ich bin näher dran, als Du denkst, was ich Dir auch gerne beweise. Nur nicht hier und nicht öffentlich.

Frank S.

Braunkohle - Sichere und preiswerte Energie

Re: was soll das?

geschrieben von: gehasstverdammtvergöttert

Datum: 11.01.19 19:08

Du musst mir nichts beweisen...passt schon! Wie gesagt, ich fand es ja sehr amüsant zu lesen. Du kannst gerne, wenn du möchtest,mir eine PN schicken. Für andere Varianten der Kommunikation habe ich leider nicht soviel Zeit, da ich mich aktiv bei einem Verein einbringe. Ich bitte dies zu entschuldigen!

Ich wünsche noch einen schönen Abend.