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 15 - Museumsbahn 

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Dieses Forum dient zum Erfahrungsaustausch für die Besitzer, bzw. Betreiber historischer Eisenbahnfahrzeuge, sowie für alle Personen, welche sich für den Erhalt und Betrieb solcher Fahrzeuge interessieren.
Es dient NICHT zum Veröffentlichen von Sichtungsbildern - diese gehören ins Sichtungsforum. Bildberichte über Museen und historische Fahrzeuge, sowie die damit in Verbindung stehende Infrastruktur sind jedoch willkommen.
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Berichte über Veranstaltungen in früherer Zeit (älter als ca. 10 Jahre) sind nach wie vor im Forum Historische Bahn willkommen.
Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - TCB
Rechtzeitig zum Bahnhofs- und Lokschuppenfest am kommenden Sonntag (10.09.) traf der württembergische
"Fünffensterwagen" Stg 132 in Ochsenhausen ein. Der Wagen wurde von der Maschinenfabrik Esslingen 1896
mit der Fabriknummer 7707 gebaut und fabrikneu an die Federseebahn nach Buchau geliefert. Dort lief er bis
kurz vor dem 2. Weltkrieg, wobei er in dieser Zeit zwischendurch sicher auch auf dem Öchsle eingesetzt wurde.
Danach verkehrte der Wagen im Unterland auf der Zabergäu- und der Bottwartalbahn. 1967 kam er zur SWEG
auf die Jagsttalbahn und wurde dort 1988 in Dörzbach abgestellt. Nach einem längeren Verhandlungsmarathon
mit der heutigen Jagsttal-Museumsbahn konnte schließlich ein Tausch mit dem Schotterwagen 97030 vereinbart
und der Wagen wieder in seine alte oberschwäbische Heimat überführt werden. Somit wird das Fahrzeug nach
einer umfangreichen Aufarbeitung, die sicherlich mehrere Jahre dauern wird, den Württemberger Zug beim Öchsle
ergänzen. Obwohl durch den Neuzugang viel Arbeit auf die Öchsle-Aktiven wartet, ein herzliches Dankeschön an
die Jagsttäler, die sich sicher nicht leicht von dem Fahrzeug getrennt haben. Aber der Wagen kommt mit Sicherheit
in gute Hände und ist nicht mehr dem weiteren Verfall preisgegeben.


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Hier sehen wir die Verladung des Schotterwagens am 06.09. in Warthausen.

DSC_8894_k.jpg

Der Wagen Stg 132 am 07.09. nach der Ankunft in Ochsenhausen.

DSC_8909_k.jpg

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Beim Bahnhofsfest kann der Wagen natürlich besichtigt werden.

Näheres dazu wie immer unter
[www.oechsle-bahn.de]
Hallo,

herzlichen Glückwunsch zum Tausch!

Als Win-Win-Situation wird das sicher nicht jeder Eisenbahnfreund bewerten, aber sicher ist das so für beide Seiten eine gute und nachhaltige Vernunftsentscheidung.

Der pflegeleichte und robuste Schotterwagen kann nun wieder einer Aufgabe nachkommen, und der Personenwagen wird es beim Öchsle gut haben, da bin ich mir sicher!

Weiterhin viel Erfolg!

Schöne Grüße,

Dennis Mellerowitz
Lieber Gerhard und Kollegen!

Herzlichen Glückwunsch, daß es nach so langer Zeit endlich geklappt hat, einen solchen Wagen zum Öchsle zu holen, war es doch der erste Wagentyp, der annodazumal bei der Eröffnung der Öchsle-Strecke vorhanden war. Da steht Euch ja reichlich Arbeit bevor.

Viele Grüße
Ludger
Hallo Gerhard,

vielen Dank für Deine Bilder.

Ja, es erfordert einiges an Arbeit damit der Wagen wieder in Betrieb gehen kann. Das hohe Alter und die lange Abstellzeit des Wagens haben da ganze Arbeit geleistet.

Es freut mich sehr, dass ein Wagen dieser Bauart zukünftig beim Öchsle in Betrieb erlebt werden kann. Wie Ludger schon richtig angemerkt hat, wurde mit zwei Wagen dieser Bauart 1899 das Öchsle eröffnet. Weitere Personenwagen waren in den ersten Jahren in Ochsenhausen nicht vorhanden.
Zudem war von 1899 bis 1964 stets ein Wagen dieser Bauart beim Öchsle vorhanden. Es handelt sich also um einen typischen Öchsle Wagen.

Der Fahrzeugtausch ist für beide Seiten eine Win-Win Situation. Sollten das Eisenbahnfreunde anders sehen, so könnte ich das nicht nachvollziehen. Bei sachlicher Betrachtung sollte eigentlich jeder zu dieser Sicht kommen. Aber natürlich sind bei Fahrzeugabgaben immer auch Emotionen im Spiel.

Insgesamt eine tolle Sache. Wäre schön, wenn öfter in der Museumsbahnszene zum beiderseitigen Nutzen vergleichbar zusammen gearbeitet werden würde.

Der Jagsttalbahn ein Dickes Dankeschön für die Bewahrung des Wagens über viele Jahre und die nunmehrige gute Entscheidung.

Beste Grüße

ME Esslingen
Prima, dass es mit diesem Wagen wieder aufwärts geht. Es wäre schade, wenn er noch länger dem Verfall ausgesetzt gewesen wäre.

Gruß

Rübezahl
Hallo ME Esslingen!

Genau diese Zusammenarbeit meinte ich, als ich kürzlich mit meinem Freund WL über die Aspekte bei der Verleihung des Dieter-Junker-Preises sprach: Wie kompatibel ist der Verein? Wie kollegial geht er mit anderen Vereinen um? Wie Du ja weißt, zählen in diesem Jahr hierbei noch rein sachliche Aspekte, aber eine Einbeziehung des Punktes "Zusammenarbeit" würde ich mir bei künftigen Auswahlen wünschen. Da kenne ich hier im Norden ganz tolle Beispiele.

Viele Grüße
Ludger
Hallo Gerhard,
Danke für das Einstellen der wie gewohnt schönen Bilder vom Anfang und Abschluß der Transport-Aktion. ( Ich hatte mich bewußt gestern morgen mit dem Einstellen von Bildern zurückgehalten um Dir oder Andreas den Vortritt zu lassen. Kann wenn gewünscht am Wochenende noch Bilder vom "Zwischendrin" in Dörzbach einstellen).

An beide beteiligten Vereine meinen Glückwunsch zum sinnvollen Tauschgeschäft. Und für die "Tropfsteinhöhle" ( nach der jahrzehntelangen Abstellzeit noch zu SWEG-Zeiten hing der Lack der Deckenuntersicht in gefühlt vielen hundert Streifchen herunter und erinnerte durchaus an den Anblick in einer Tropfsteinhöhle.. ) ist endlich eine klare Zukunft im betriebsfähigen Zustand gefunden und der Wagen eine von vielen lang ersehnte Ergänzung der Typensammlung Württembergischer Wagen beim Öchsle. Klasse!

Und eine kleine Anekdote so nebenbei - in gewisser Weise schließt sich auch ein anderer Kreis..: ein "Fünf-Fenster-Wagen (-kasten) war auch das erste "Fahrzeug", um das sich der damals gerade im Entstehen befindliche Öchsle-Verein gekümmert hat: der Aufbau des KBi 175 stand in Alberweiler bei einem Bauern als Gartenlaube, später Hasenstall. Nachdem der Altbauer in diesem Wagen fahrend seine spätere Frau kennengelernt haben soll ( wie uns der Sohn damals erzählte.. ) hatte man den Wagenaufbau nach der Ausmusterung als preisgünstigen "Schopf" ( oberschwäbische Bezeichnung für eine kleine Lagerhütte ) von der Bundesbahn abgekauft und von Warthausen nach Alberweiler gekarrt.
Nach langen Jahren war der ohne Rahmen aufgestellte Wagenkasten verbraucht und sollte, da auch die beiden mit dem Wagen emotional verbundenen Eltern inzwischen verstorben waren, über den Winter abgebrochen werden. Peter Hepp (+), eines der Öchsle-Urgesteine, hatte den Wagen entdeckt und um Mitstreiter für eine Übernahme des Wagens gesucht. Und einen gefunden..
An zwei Tagen wurde der Wagenkasten zur Gewinnung möglichst vieler Teile zerlegt und die Teile -der Lokschuppen oder anderes standen noch nicht zur Verfügung- in einer ehemaligen Ulmer Kasernengebäude auf dem Dachboden gelagert.
Am zweiten Tag waren auch die Albinger-Geschwister dabei und halfen fleißig mit.

Und was die damals im Schulalter stehenden Akteure sich noch wünschten, andere eher noch darüber lachten, ist bekanntlich in der Zwischenzeit durch viel Engagement und Geld der beteiligten Personen und vieltausende Arbeitsstunden der Württemberger AG und der Vereinsaktiven Wirklichkeit geworden:
Die Erschaffung eines betriebsfähigen Württemberger Zuges .

Und nun erfreulicherweise auch mit einem ( irgendwann auch restaurierten ) " Fünf-Fenster-Wagen ".

Danke für das Engagement der Beteiligten!

Es freut sich

der Schwellenleger