Am Sonntag fuhren die Berliner mit Ihrer 52 8177 (ELSE) seit langer Zeit mal wieder zum Bahnhofsfest nach Rheinsberg. Dort gibt es eine kleine Gruppe von Eisenbahnfreunden die im dortigen Lokschuppen ein kleines Eisenbahnmuseum aufgebaut haben. An Fahrzeugen besitzt der Verein eine Kö, einen SKL, mehrere Bauwagen und einen Berliner U-Bahn Wagen. Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder Bestrebungen die Strecke von Löwenberg nach Rheinsberg stillzulegen. Wie die Zukunft aus sieht, ist noch ungewiss.
Neben den Berlinern mit ihrer Dampflok und dem Sonderzug, reisten auch die Berliner Eisenbahnfreunde aus Basdorf mit ihrem VT 95 an. Dieser Triebwagen wurde für Fahrten auf der ansonsten nicht öffentlich zugänglichen Anschlussstrecke zum Kerkraftwerk (KKW) Rheinsberg genutzt. Die etwa 10km lange Strecke zum stillgelegten KKW Rheinsberg wird bis heute benötigt, um verstrahlte Bauteile des KKW mit der Bahn abzutransportieren. Seit 2008 wird das Gebäude und die Restbetriebssysteme zurückgebaut. Das KKW selbst wurde 1966 in Betrieb genommen und 1990 ausgeschaltet. Mit Beginn des Jahres 1991 wurden die Kernnbrennstäbe und anderes radioaktives Material abtransportiert. Im Jahr 2007 wurde der Reaktordruckbehälter mit der Bahn abgefahren. In diesem Zuge musste die DB nocheinmal zwei marode Brücken instand setzen und die ganze Strecke in einem befahrbaren Zustand bringen. Nun zu einigen Bildern:
Das erste Foto im Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen. Der alte Reichsbahner wundert sich darüber was gerade auf dem Nachbargleis eingefahren ist.
Ausfahrt...
Die Strecke von Oranienburg nach Löwenberg wird zu Zeit gebaut. Damit werden leider auch die schönen Flügelsignale wegfallen.
Auf der Strecke von Löwenberg nach Rheinsberg gibt es einen Unterwegshalt in Herzberg (Mark). Die betrieblichen Situationen müssen früher sehr interessant gewesen sein, musste doch das Betriebspersonal auf dem Bahnhof bis zu drei Triebwagen in unterschiedliche Richtungen abfertigen. Im Bild ist der Bahnhof im Hintergrund rechts zu erkennen. Das Einfahrtsignal ist gezogen, der Sonderzug darf einfahren.
Das Bahnhofsgebäude von Herzberg (Mark). Der flache Anbau kann angemietet und z.B. als Wohnung genutzt werden.
Die Signal werden außerhalb des Gebäudes mit Kurbeln bedient.
Warten auf den Triebwagen aus der Gegenrichtung.
Die Lok setzt derweilen um.
Dann ging es im schnellen Tempo Richtung Rheinsberg. Dort waren bei der Ankunft des Dampfzuges unfassbar viele Menschen. Damit war das Fotografieren eine wirkliche Herausforderung und eigentlich garnicht machbar....doch manchmal lohnt sich das Warten, etwas Regen und ein paar Sekunden um ein menschenfreies Bild zu bekommen.
Vor dem Lokschuppen stand eine Kö ohne Bezeichnung. Sie soll aber fahrbereit sein.
Im Lokschuppen gibt es ein kleines Eisenbahnmuseum zur Strecke und zu verschiedensten Werkzeugen bei der Eisenbahn.
Hinter dem Lokschuppen etwas trostlos der Berliner U-Bahn Wagen. Er soll in der nächsten Zeit auch ein Dach bekommen mit Säulen vom abgerissenen Berliner Ostkreuz.
Danach ging es endlich mit dem VT 95 der Berliner Eisenbahnfreunde zum KKW Rheinsberg. Der Triebwagen war übervoll und ich konnte mir geradenoch einen Platz ganz vorn sichern. Hier Ausfahrt aus dem Bahnhof Rheinsberg.
Zuerst ging es eine ganze Weile geradeaus. Ein Bahnübergang muss mit Schlüssel gesichert werden, dann kam etwas Rasengleis wie bei der Straßenbahn und auf dem letzten Bild ein großer Einschnitt, wo der Erdaushub für die nächsten km genutzt wurden.
Eine Rechtskurve, dann ging es auf einen großen Damm, welcher an einigen Stelle bis zu 24m hoch ist. Der einzige Haltepunkt auf der Strecke ist Beerenbusch.
Wieder eine Rechtskurve, dann kam die Einfahrtsweiche zum KKW in Sicht.
Die letzten Meter bis der Bahnhof erreicht ist.
Dort stand der Triebwagen 10 Minuten bis zur Rückfahrt.
Exra für diesen Tag wurden Fahrten auf dieser Strecke zugelassen. In der Regel ist das Gebiet um das KKW Sperrgebiet.
Im Bahnhof Rheinsberg stand noch ein besonderer Transportwagen für die Brennstäbe des KKW. In der Betriebszeit von 1966 - 1990 war dies der einzge Wagen, welches im damaligen sozialistischen wirtschaftsgebiet eine internationale Zulassung für abgebrannte Brennstäbe besaß. Der Container wurde bei VEB Bergmann-Borsig in Berlin gebaut, der 12-achsige Transportwagen wurde im VEB Waggonbau Niesky gebaut.
Gegen späten Nachmittag machte sich der Sonderzug wieder bereit zur Abfahrt.