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 15 - Museumsbahn-Forum 

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[Sn] Jöhstadt, ab Montag verschwindet der Plattenbau

geschrieben von: geselle

Datum: 02.08.26 18:49

[www.pressnitztalbahn.de]

Es sind zwei Webcams eingericht. Der letzte Dienst mit altem Anblick ergab noch dieses Sichtungsbild.

20260801_095057.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.26 18:56.

Meine Bilder dazu ...

geschrieben von: TRO

Datum: 02.08.26 22:15

Hallo,

ja, bei der letzten Mitfahrt habe ich mir im Dezember auch gedacht das paar "Abschiedsbilder" noch sein müssten ...

PXL_20251227_133920287~2.jpg

PXL_20251227_133718642~2.jpg

PXL_20251227_134835658~3.jpg

PXL_20251227_135324248~2.jpg
Hier noch mit Dampflok....

PXL_20251227_153522826.jpg
Das nächste Projekt wenn dann der Bahnhof Jöhstadt wieder komplett aufgebaut ist... Der Wiederaufbau Steinbach- Oberschmiedeberg. Der hier zu sehende Bahnhof Oberschmiedeberg ist seit einiger Zeit bereits fast fertig.

Mfg TRO.

Die neue VDMT- "Such-& Angebotsliste" für Fahrzeuge, Ersatzteile usw. ist jetzt da: [www.vdmt.de]

Hallo,

auch wenn es für den Eisenbahnfreund erfreulich erscheint, dass der Bahnhof wieder seiner ursprünglichen Gestalt näher kommt. Für die Kommune ist diese Entwicklung zweischneidig. Einerseits fördert es den Tourismus, andererseits ist es ein Synonym für die weitere Schrumpfung. Das alles in Symbiose mit weiteren Begleiterscheinungen wie der Schließung von Kindergärten u.ä. Das wird sich auch in der Nachwuchsgewinnung für den Verein Pressnitztalbahn als zukünftige Herausforderung darstellen.

Grüße
Lalu
Moin

Den momentan allgemeinen Trend der Kitaschließungen, deren Gründe und im allgemeinen damit einhergehenden negativen Auswirkungen, wird man aber ganz sicher nicht am Abriß dieses ehem. "DDR - Schönheitsideals" festmachen wollen.
Hallo Lars,

Deine Gedanken sind keinesfalls sooo abwegig! Denn natürlich gab es auch im oberen Erzgebirge aus den bekannten Gründen nach 1990 den Fortzug unserer Jahrgänge und die daraus folgenden Probleme.

ABER: Gerade durch die IGP und durch die PRESS GmbH ist zumindest in Jöhstadt dieser Wegzug verlangsamt. Verein und der GmbH-Sitz sind für die Stadt Jöhstadt also ein absoluter Glücksfall! Ohne beide würde heute gefühlt ein Viertel mehr leer stehen ...

Das bitte beachten und bitte verinnerlichen - eine Museumsbahn kann ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sein!

Herzliche Grüße aus Dresden noch nach Thüringen?

André
Ist es das Thema wert, interessanter wären tiefgründigere Informationen oder Antworten gewesen. Dann macht der Beitrag Sinn
Hallo anonymer P5800,

"Ist es das Thema wert, interessanter wären tiefgründigere Informationen oder Antworten gewesen. "

Da musst du aber auch mal genau sagen welches der angeschnittenen Themen dich genau interessiert ?

PXL_20251227_133835710.jpg

Mfg TRO.

Die neue VDMT- "Such-& Angebotsliste" für Fahrzeuge, Ersatzteile usw. ist jetzt da: [www.vdmt.de]

Re: Gar keine Frage 👍🏻 (o.w.T)

geschrieben von: Kohlenheini

Datum: 04.08.26 13:22

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo Lalu,

in diesem Fall ist aber bekannt, daß die Debatte darüber schon seit über 30 Jahren geführt wird und alle Betroffenen daran mitwirken konnten, wenn sie wollten. Bei meinem ersten Besuch in Jöhstadt 1992 äußerte man sich schon so, daß man darauf hoffte, eines Tages diesen Wohnblock wieder beseitigen zu können. Da war der aber erst wenige Jahre alt, und hat es nun noch weitere 34 Jahre ausgehalten. Ein optischer Fremdkörper ist er aber in Jöhstadt immer geblieben.
Ob dieser strukturellen Verbesserung der Pressnitztalbahn auch eine Steigerung der Erlöse dieser Bahn folgen wird, bleibt abzuwarten.

Gruß Rübenbahner
Lalu schrieb:
Hallo,

auch wenn es für den Eisenbahnfreund erfreulich erscheint, dass der Bahnhof wieder seiner ursprünglichen Gestalt näher kommt. Für die Kommune ist diese Entwicklung zweischneidig. Einerseits fördert es den Tourismus, andererseits ist es ein Synonym für die weitere Schrumpfung. Das alles in Symbiose mit weiteren Begleiterscheinungen wie der Schließung von Kindergärten u.ä. Das wird sich auch in der Nachwuchsgewinnung für den Verein Pressnitztalbahn als zukünftige Herausforderung darstellen.

Grüße
Lalu
Hallo,

das liest sich als ob alle einstigen Bewohner des Plattenbaus weggezogen wären? Kitas hängen nun mal von der Kinderzahl ab so dass sich oft mehrere Dörfer zusammenschließen müssen um das zu finanzieren.
Bild: Eisenbahnstiftung
https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/102385.jpg
Der Neuaufbau der Gleisanlage rechnet sich wahrscheinlich nicht durch einen Mehrverkauf an Fahrkarten
sondern eher durch die Wiederherstellung dieses historischen Gesamteindrucks.


Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael
Was soll sich da rechnen? Hier geht es ausschließlich um die Wiederherstellung des Ursprungs. Das kostet nur Unmengen an Geld. Abriss, Entsorgung, Wideraufbau usw. Darum geht es in dem Fall aber nicht. Was der Block mit der Kita zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Wir haben ein Demographieproblem. Das kann weder die Politik noch die Press lösen, weil es die Gesellschaft angeht. Schön das der Mist endlich wegkommt!

VG Günter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 15:56.
Lalu schrieb:
Hallo,

auch wenn es für den Eisenbahnfreund erfreulich erscheint, dass der Bahnhof wieder seiner ursprünglichen Gestalt näher kommt. Für die Kommune ist diese Entwicklung zweischneidig. Einerseits fördert es den Tourismus, andererseits ist es ein Synonym für die weitere Schrumpfung. Das alles in Symbiose mit weiteren Begleiterscheinungen wie der Schließung von Kindergärten u.ä. Das wird sich auch in der Nachwuchsgewinnung für den Verein Pressnitztalbahn als zukünftige Herausforderung darstellen.

Grüße
Lalu

Auch ich habe mir meine Gedanken gemacht, wie der Rückbau des Wohnblockes zu bewerten ist. Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass die positiven Aspekte des Rückbaues weit überwiegen.

Ich kann das auch begründen. Gehen wir dazu mal ein bißchen in die Historie. Als die Schmalspurbahn Wolkenstein - Jöhstadt stillgelegt wurde, konnte es den damaligen Sozialismus- und Modernitätsjüngern gar nicht schnell genug gehen, möglichst radikal alle Spuren der für veraltet und überkommen angesehenen Bahn unwiderruflich zu tilgen und sich dafür gegenseitig auf die Schultern zu klopfen.
So muss der Bau des Wohnblockes mitten auf dem Jöhstädter Bahnhofsgelände als eine Art bewusster sozialistischer Kulturbarbarei an der geschichtlichen Bedeutung der Schmalspurbahn angesehen werden.

Man wurde zwar in der DDR nicht müde, Eisenbahnen in abgeschiedenen Gegenden zur Zeit ihrer Entstehung als Motor für die Wirtschaft, als Tor für die Bevölkerung zur großen, weiten Welt und als eine von mehreren Grundlagen zur Herausbildung eines klassenbewussten Proletariats zu preisen. Das war aber plötzlich alles nichts mehr wert, als die Polit- und Parteibonzen von den Folgen ihrer eigenen Sturköpfigkeit und Dogmatik überholt wurden und als damals in der DDR - wie heutzutage übrigens aus ganz ähnlichen Gründen auch - die Infrastruktur zunehmend verfiel.

Stilllegung der Bahn und Bau des Wohnblockes waren also Entscheidungen aufgrund einer heutzutage als total verkorkst anzusehenden politischen Ideologie!

Mithin muss es neben großem Eisenbahnenthusiasmus in gewisser Weise auch als Widerstand, als ein Schnippchenschlagen wider die Obrigkeit und auch ein bisschen als erzgebirgische Sturköpfigkeit bzw. Eigensinn angesehen werden, wenn es hieß: Wir werden es allen Bonzen, Lästerern und Zweiflern zeigen und bauen die Bahn wieder auf, selbst wenn die uns den Wohnblock mitten auf den Bahnhof gepflanzt haben und selbst wenn es Kuhscheixxe regnet!

Zum Wohnblock selbst: Was seinerzeit als moderne sozialistische Errungenschaft der Wohnungs- und Sozialpolitik gepriesen wurde und was es vielleicht sogar auch war, hat sich im Laufe der Zeit überlebt.

Waren diese Wohnungen früher durchaus begehrt, wandelte sich die Klientel im Laufe der Zeit stark. Nicht umsonst gelten großflächige Neubaugebiete in den Städten als soziale Brennpunkte und auch in Kleinstädten und Dörfern wurden Neubaublöcke zunehmend von Angehörigen weniger privilegierter Schichten bevölkert. Man muss es so drastisch sagen: Oft waren Wohnblöcke als Assi-Buden verrufen und es sah innen drin und im Umfeld entsprechend aus.

Auch in meinem Dorf gibt es einen Neubaublock - einst begehrt, heute völlig heruntergekommen, unmodern und zur leerstehenden Waschbärenbehausung verkommen.

Ganz so toll sieht der Wohnblock in Jöhstadt auch nicht mehr aus, und ich wage zu bezweifeln, dass dort umfangreiche Modernisierungen stattgefunden haben, welche die Attraktivität als bevorzugte Wohnstätte hätten erhöhen können.
Einhergehend mit dem demografischen Wandel könnte ich mir gut vorstellen, dass viele Mieter die Hütte bereits aus eigenem Antrieb verlassen haben.

Ich denke also, dass der Abriss des überkommenen Wohnblockes für Jöhstadt - wenn überhaupt - nur ein ganz kleiner Verlust ist, welcher durch die Wiedererstehung der historischen Bahnhofsanlagen und durch die damit einhergehende Vergrößerung der touristischen Attraktivität bei weitem übertroffen wird.

Darüber hinaus sehe ich es als demokratisches Wahrnehmen bürgerlicher Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsrechte an, wenn sich eine nicht ganz unbedeutende Personengruppe einig darin ist, ihr Hobby in den Dienst der Region zu stellen. Dazu gehört auch, dass ja bereits an der Wiederherstellung des nächsten Streckenabschnittes gearbeitet wird. Hut ab und gutes Gelingen!



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 20:59.
Hallo.

Hier noch ein Video vom Beginn des Abrisses: [youtu.be].

Gruß Gunnar
Hallo zusammen,

ich sehe es bei sowas auch noch aus der bautechnischen Sicht...

In meiner Heimatstadt Lübben wurden am Mitte der 1980er Jahre auch bei diversen freien Stellen weitere Wohnblöcke auf die Schnelle hochgezogen. Bei uns hießen die LPC65 (LeichtePlatteCottbus 65m² Wohnfläche) ganze wenige (2 Blöcke) haben meines Wissens überlebt, der große Rest ist geschliffen. Die Gründe lagen vor allem auch darin, daß der Aufwand einer energietechnischen Sanierung viel zu hoch war. Da waren ältere Plattenbauten in einer besseren Bauqualität.

Ich hatte die Ehre, nach meinem ersten Berufsleben 12 Jahre nach der Wende ein bautechnische Fachabitur zu absolvieren. Da hatten wir in Bauphysik (z.B. Wärmedurchgangsberechnung und Ermittlung des Taupunktes) auch dieses Thema... Alleine aus dieser Sicht wäre sowas schlecht sanierbar: ist der Taupunkt irgendwo in der Wand: --> Tauwasser in der Wand --> Schimmelbildung! ...und wir haben bei diesem Thema nur ganz zart an der Oberfläche der Thematik gekratzt...

...und wenn ich nun die Abriss-Bilder sehe, erinnert mich das wieder daran.

Sven

eben - pure Freude!

geschrieben von: 970-222

Datum: 04.08.26 20:45

Hallo Kohlenheini,

genau - da gibt es nichts groß zu analysieren. Es ist niemand vertrieben worden. In Jöhstadt gibt es genug Leerstand. Wer solche Blöcke liebt, zwischen Kap Arkona und Rhön sind bestimmt noch ein paar solche Arbeiterschließfächer preiswert zu erwerben ...


Damit, dass der in Jöhstadt jetzt verschwindet, geht ein anfangs noch ganz schüchterner Wunschtraum in Erfüllung, den auch ich seit Sommer 1990 hege.

Einfach nur schön!

Herzliche Grüße

André
@ Fahrmotortrennschütz

"Ganz so toll sieht der Wohnblock in Jöhstadt auch nicht mehr aus, und ich wage zu bezweifeln, dass dort umfangreiche Modernisierungen stattgefunden haben, welche die Attraktivität als bevorzugte Wohnstätte hätten erhöhen können."

Ich denke mal, es wurde schon bei Zeiten kommuniziert, dass der Wohnblock kein ewiges Leben haben wird. Deswegen hat man sich Modernisierungen gespart, immerhin war das Gebäude im Wendezeitraum so gut wie neu.
Ich habe nie drauf geachtet aber die Heizung und vielleicht auch die Fenster hat man vielleicht erneuert, aber das wissen nur Leute vor Ort. Am Ende kann man froh sein, dass das Objekt keine Wärmedämmfassade hatte.
Die Entsorgung für solches Material wird schnell zur Kostenfalle. In diesem Fall sieht man fast nur Beton und Holz, dass lässt sich auch noch weiterverwenden. Das Innenleben wurde ja schon vorher fachgerecht entsorgt.

Die Kaste von Menschen, die Bahnflächen so schnell wie möglich einer anderen Nutzung zuführen wollen gibt es heute auch noch. Man gibt sich richtig Mühe einen unwiederbringlichen Zustand herzustellen.
Ich könnte jetzt hier viele Beispiele nennen aber da kommen wir zu weit weg vom eigentlichen Thema. Jedenfalls freue ich mich, dass ich nochmal mit dem Zug vorm Bahnhofsgebäude ankommen darf.
Ich hatte das Glück, 1984 als Stift das Original kennen lernen zu dürfen.

Grüße
Lalu schrieb:
Hallo,

auch wenn es für den Eisenbahnfreund erfreulich erscheint, dass der Bahnhof wieder seiner ursprünglichen Gestalt näher kommt. Für die Kommune ist diese Entwicklung zweischneidig. Einerseits fördert es den Tourismus, andererseits ist es ein Synonym für die weitere Schrumpfung. Das alles in Symbiose mit weiteren Begleiterscheinungen wie der Schließung von Kindergärten u.ä. Das wird sich auch in der Nachwuchsgewinnung für den Verein Pressnitztalbahn als zukünftige Herausforderung darstellen.

Grüße
Lalu
Hallo Lalu,

Meines Wissens musste den Menschen, die im Block gewohnt haben, Ersatz organisiert werden. Das war eine Bedingung für das Projekt. Und wenn der Bahnhof wieder im alten, originalen Glanz erstrahlt, hat Jöhstadt wieder ein Wahrzeichen zurück. Es gibt da oben genug Wohnraum.. dort gibt's außer viel Wald & Wiesen keine Industrie mehr...

Gruß Matthias
etwas Industrie gibt es noch " Dietel Fenster " lt. Homepage 80 Mitarbeiter und die Pumpen- und Feuerlöschtechnik, die früher auch einen Bahnanschluss hatten.

Grüße



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.26 00:24.
Ich weiß, dass das etwas off-topic ist, aber neben der Eisenbahn interessiere ich mich auch sehr für Plattenbauten.

Ich habe inzwischen an mehreren Stellen gelesen, dass der Plattenbau erst kurz vor der Wende errichtet wurde. Die meisten DDR-Typenbauten sind mir eigentlich bekannt, aber bei diesem Gebäude bin ich etwas ratlos. Ein Plattenbau mit Satteldach ist mir bislang vor allem aus der IW-Serie beziehungsweise von den sogenannten „Altneubauten“ bekannt, wobei Letztere streng genommen keine klassischen Plattenbauten waren. Diese stammen allerdings überwiegend aus den 1950er- und 1960er-Jahren.

Kann jemand sagen, um welchen Gebäudetyp es sich hier gehandelt hat? Dann könnte ich gezielt nach weiteren Informationen suchen.

Vielen Dank schon mal!



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