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 15 - Museumsbahn-Forum 

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Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 05.05.26 16:47

Die Krefelder Museumsbahn "Schluff" St. Tönis - Hülser Berg stellt nach Presseberichten voraussichtlich Ende dieses Jahres den Betrieb ein.
Zu den Gründen siehe hier: [www.welleniederrhein.de]

Grüße aus
https://up.picr.de/50435501mm.jpg

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Bw Sangerhausen

Datum: 05.05.26 17:53

4 Jahre ist die HU der Lok erst her und noch sind die 800.000 Euro nicht abbezahlt. Fristen abstehen ist ja nun die mit Abstand schlechteste Art, Geld zu verbrennen.

Vielleicht sollte man die Lok und ggf. die Wagen bis zum Fristablauf vermieten? Ich könnte wir vorstellen, dass es da sach- und fachkundige Interessenten gibt.
Da kommen wenigstens ein paar Euro mehr herein, als bei einem toten Ausstellungsobjekt im Lokschuppen. Da kann man sie später immer noch hineinstellen, wenn die Fristen runter sind...

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus

geschrieben von: HeizDampf

Datum: 05.05.26 19:09

Vielleicht sollte sich der Fahrzeughalter auch mal mit seinem ECM beraten. Die alte 6+1+1 Regel ist ja schon lange nicht mehr zementiert und schon garnicht für 43-Fahrzeuge, die relativ wenig fahren...

HD



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.05.26 19:09.

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Rübenbahner

Datum: 06.05.26 04:16

In dem Zeitungsartikel wird für den unkundigen Leser nicht klar,daß die genannten Kosten zum größten Teil für den Erhalt der Strecke veranschlagt werden. Der "Schluff" wird ja im wesentlichen von den Stadtwerken Krefeld betrieben. Die befahrene Strecke hat außer dem Dampfzug heute kaum noch eine Nutzung, und der damit verbundene Verein ist gerade groß genug, den Verkehrsdienst dafür abzuwickeln. Dennoch gehört sie zu den Dampfbahnendenen es schon lange gelingt, jeden Sonntag im Sommer zu fahren.

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: tmmd

Datum: 06.05.26 06:38

Da werde ich wohl nächste Woche die Gelegenheit nutzen und da mal mitfahren.

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Signal

Datum: 06.05.26 10:14

Zunächst mal: eine sehr traurige Nachricht.

Dann Hochachtung meinerseits dafür, dass man wenigstens gewillt scheint, es nicht "über`s Knie zu brechen", sondern frühzeitig anzukündigen und ein ordentliches Ende für alle Beteiligten zu ermöglichen.

Trotzdem finde ich es doch kurios, dass es nach eigenen Angaben nicht gelingt, mit den hier genannten Zahlen eine Museumsbahn wirtschaftlich zu betreiben. Denn wir reden ja hier nicht von 20 Kilometern Strecke und viele Museumsbahnen dürften weit mehr zu stemmen haben als der "Schluff". Genannt werden allein 700.000 EUR Betriebsdefizit pro Jahr - bei allem Respekt, wie schaffen das dann andere Museumsbahnen? Für mich wäre die Zahl nur erklärbar, wenn man so viel in die Pflege der Infrastruktur steckt, aber bei einem Sanierungsbedarf von 2,5 Millionen EUR für diese kurze Strecke scheint da ja auch einiges zu tun.
Dann verweist man auf die hohen Kosten der HU in 2030 - und will die Dampflok mit gültigen Fristen mehrere Jahre vorher schon vom Gleis nehmen statt die Strecke zumindest noch ein, zwei Jahre länger am Laufen zu halten und noch was Geld mit der Dampflok einzufahren, die immerhin für 800.000 EUR eine HU erhalten hat?

Gruß vom Signal

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 06.05.26 11:26

Bei der SWK-Strecke, auf der die Museumsbahn fährt, handelt es sich um eine kommunale Schieneninfrastruktur. Und die Stadt Krefeld ist finanziell kurz vor der Haushaltssicherung, nicht zuletzt, weil immer mehr Aufgaben von Land und Bund den Gemeinden aufs Auge gedrückt werden, und die Einnahmen kaum noch für gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben ausreichen (z.B. Schulen, Kindergärten, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales). Eine Museumsbahn, so schön sie auch sein mag, gehört definitiv nicht zu den Kernaufgaben einer Kommune, allenfalls zu den sogenannten "freiwilligen Leistungen".
Da auf der Infrastruktur offensichtlich auch kein nennenswerter sonstiger Verkehr mehr stattfindet, kann die Infrastruktur auch nicht durch Trasseneinnahmen refinanziert werden.
Freiwillige Leistungen sind bei Haushaltssicherung (Nothaushalt) aber als erstes zu streichen. Oder man müsste die kommunalen Steuern (v.a. Grundbesitzabgaben) erhöhen, was sich bei vielen Bürgern sofort im Portemonnaie negativ bemerkbar macht. Wird bei vielen Bürgern nicht gut ankommen, wenn die Stadt z.B. die Grundbesitzabgaben erhöht, trotzdem kaum die notwendigen Dinge wie Schulen oder Kindergärten instandhalten kann, aber als freiwillige Leistung eine Museumsbahn betreibt. [www.wz.de]
Nicht schön, aber nachvollziehbar.
Wenigstens kündigt man es frühzeitig an - denn falls erst einmal der Sparkommissar des Landes die finanziellen Dinge der Stadt übernimmt (der Rat hat dann keine Finanzhoheit mehr), dann würde der Stecker von "jetzt auf gleich" gezogen.

Grüße aus
https://up.picr.de/50435501mm.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.05.26 11:35.

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: T3

Datum: 06.05.26 13:06

Uwe Busch schrieb:
Bei der SWK-Strecke, auf der die Museumsbahn fährt, handelt es sich um eine kommunale Schieneninfrastruktur. Und die Stadt Krefeld ist finanziell kurz vor der Haushaltssicherung, nicht zuletzt, weil immer mehr Aufgaben von Land und Bund den Gemeinden aufs Auge gedrückt werden, und die Einnahmen kaum noch für gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben ausreichen (z.B. Schulen, Kindergärten, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales). Eine Museumsbahn, so schön sie auch sein mag, gehört definitiv nicht zu den Kernaufgaben einer Kommune, allenfalls zu den sogenannten "freiwilligen Leistungen".
Da auf der Infrastruktur offensichtlich auch kein nennenswerter sonstiger Verkehr mehr stattfindet, kann die Infrastruktur auch nicht durch Trasseneinnahmen refinanziert werden.
Freiwillige Leistungen sind bei Haushaltssicherung (Nothaushalt) aber als erstes zu streichen. Oder man müsste die kommunalen Steuern (v.a. Grundbesitzabgaben) erhöhen, was sich bei vielen Bürgern sofort im Portemonnaie negativ bemerkbar macht. Wird bei vielen Bürgern nicht gut ankommen, wenn die Stadt z.B. die Grundbesitzabgaben erhöht, trotzdem kaum die notwendigen Dinge wie Schulen oder Kindergärten instandhalten kann, aber als freiwillige Leistung eine Museumsbahn betreibt. [www.wz.de]
Nicht schön, aber nachvollziehbar.
Wenigstens kündigt man es frühzeitig an - denn falls erst einmal der Sparkommissar des Landes die finanziellen Dinge der Stadt übernimmt (der Rat hat dann keine Finanzhoheit mehr), dann würde der Stecker von "jetzt auf gleich" gezogen.
Trotzdem ist die Stadt als EIU weiterhin der Pflicht!

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Uwe Busch

Datum: 06.05.26 15:00

Die Stadt steht als Eigentümer der Stadtwerke - und damit der Bahn - erstmal in der Pflicht, richtig.
Da aber die SWK sowohl als EIU (Streckeneigentümer) als auch als EVU (Museumsbahnbetreiber, de facto letzter Kunde des EIU) auftritt, stellt sich ein Problem.
SWK (EVU) kann jederzeit den Betrieb einstellen. SWK (EIU) kann dann entweder eine ungenutzte Bahnstrecke weiterhin betriebsfähig halten - was wegen der Haushaltslage der Stadt Krefeld kaum darstellbar sein dürfte - oder das Stilllegungsverfahren nach dem AEG (Abgabe an Dritte oder Stilllegung) einleiten, weil die Strecke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Aber welcher Dritte sollte sich für die kundenlose Strecke wohl interessieren?

Grüße aus
https://up.picr.de/50435501mm.jpg

Ein paar Zahlen

geschrieben von: bahamas

Datum: 06.05.26 15:18

Uwe Busch schrieb:
Bei der SWK-Strecke, auf der die Museumsbahn fährt, handelt es sich um eine kommunale Schieneninfrastruktur. Und die Stadt Krefeld ist finanziell kurz vor der Haushaltssicherung,

Der SWK-Konzern (Stadtwerke Krefeld) hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Konzern erzielte 2024 einen Überschuss von 49 Millionen Euro.

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Klaus Habermann

Datum: 06.05.26 15:57

Guten Tag,
Uwe Busch schrieb:
... SWK (EIU) kann dann entweder eine ungenutzte Bahnstrecke weiterhin betriebsfähig halten - ... Aber welcher Dritte sollte sich für die kundenlose Strecke wohl interessieren?
Ist diese Strecke tatsächlich ungenutzt? Bekommt Altmann keine Ware mehr auf der Bahn?

Herzliche Grüße

Klaus

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Rübenbahner

Datum: 06.05.26 17:37

Klaus Habermann schrieb:
Ist diese Strecke tatsächlich ungenutzt? Bekommt Altmann keine Ware mehr auf der Bahn?


Ja doch, aber das betrifft nur einen kleinen Teil der vom "Schluff" befahrenen Strecke auf dem Ast nach Sankt Tönis.
Der Anschluß Siempelkamp an der Strecke zum Hülser berg liegt auch noch, erscheint mir aber nicht mehr genutzt zu sein.

Gruß Rübenbahner

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Nordbahnhof53

Datum: 06.05.26 19:14

Guten Abend,

mit leisem Erschrecken und Wehmut habe ich die schlechte Nachricht gelesen.

Ich bin, worauf mein Nutzername anspielt, am Nordbahnhof der Krefelder Eisenbahn ("Schluff") aufgewachsen, habe dort das Ende des Dampfbetriebs in den 1960er Jahren, den Niedergang des Güterverkehrs und die überraschende Renaissance des Dampfbetriebs im Rahmen des Museumszugverkehrs erlebt.

Über den Zustand der Strecke bzw. den Sanierungsbedarf kann ich mir kein Urteil erlauben. Aber sind wirklich Millionen für die Ertüchtigung erforderlich? Wie schafft man es andernorts, Strecken zu moderaten Kosten für den Museumsbetrieb instandzuhalten?

Die Lok sollte bis Fristablauf doch anderswo Verwendung finden können:
1) Wie wäre es mit Sonderfahrten auf der Hafenbahn - am Wochenende, wenn dort kein Güterverkehr stattfindet? (Die Hafenbahn ist ja ohnehin für die Betriebsführung zuständig.)
2) Wie wäre es mit Einsätzen auf den NIAG-Strecken (auf denen die Schluff-Dampflok auch schon gefahren ist)? Um Orsoy herum gab es in früheren Jahren Schienenbusfahrten.
3) Oder wäre es völlig unrealistisch, auch einmal die Hafenbahnen in Neuss oder Mülheim/R. zu befahren (evtl. im Rahmen von Fotoveranstaltungen für gut zahlende Eisenbahnfreunde)?
4) Und wie ist es mit dem Streckenabschnitt zwischen Stadtzentrum und Gleisdreieck? Wenn der Schluff nicht in den Krefelder Hbf einfahren darf, könnte vielleicht auf dem Südbahnhof-Gelände ein einfacher Bahnsteig errichtet werden. Ich stelle mir z. B. eine "Pilgerfahrt" mit dem Schluff vor, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Bahnhöfen Krefeld Süd, St. Tönis, Krefeld Nord und Hüls aus zu Fuß vier bis fünf in der Nähe der Bahnhöfe gelegene Kirchen ansteuern würden, um dort zu beten und/oder Kirchenmusik zu hören.

Mit der Einstellung des Schluff-Betriebs würde etwas verlorengehen, das für viele Krefelderinnen und Krefelder Teil der Stadtidentität ist. Seit vielen Generationen gehört das Wald- und Sumpfgebiet am Hülserberg zu den beliebtesten Ausflugszielen.

Ich zeige vier Bilder, die erkennen lassen sollen, wie meine Beziehung zu dieser Bahn ist.

DSO4_BE_KRE_KEG_FdE_Kind_Nord_Topo__152_01.jpg
1
Eines der ersten Fotos, die ich als Kind gemacht habe; es zeigt die letzte Dampflok der Krefelder Eisenbahn kurz vor ihrer Ausmusterung (Nordbahnhof, 1965).

DSO4_Lob_Top100_KEG_FdE_038_01_DSO80.jpg
2
Einer der ersten Nikolauszüge nach dem Beginn des Museumsbetriebs (1980) mit der "neuen" Dampflok "GRAF BISMARCK"; in Hüls führt die Schluff-Strecke in einem weiten Bogen am Friedhof entlang.

DSO4_LI_KEG_FdE_LR_100_01_DSO68.jpg
3
1968 einer der Jubiläumszüge am Hülserberg. Zum Einsatz kam eine aus Neukirchen-Vluyn ausgeliehene Zechenbahnlok.

DSO4_Geb_ceweMV_Schl_2150_01.jpg
4
Ein Bild aus jüngerer Zeit, entstanden während eines schönen Fahrradausflugs mit Margret. So sieht es aus, wenn der Schluff sonntags durch das Hülser Bruch dampft.

Aus Gladbeck grüßt
Joachim

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Signal

Datum: 06.05.26 20:58

Uwe Busch schrieb:
Die Stadt steht als Eigentümer der Stadtwerke - und damit der Bahn - erstmal in der Pflicht, richtig.
Da aber die SWK sowohl als EIU (Streckeneigentümer) als auch als EVU (Museumsbahnbetreiber, de facto letzter Kunde des EIU) auftritt, stellt sich ein Problem.
SWK (EVU) kann jederzeit den Betrieb einstellen. SWK (EIU) kann dann entweder eine ungenutzte Bahnstrecke weiterhin betriebsfähig halten - was wegen der Haushaltslage der Stadt Krefeld kaum darstellbar sein dürfte - oder das Stilllegungsverfahren nach dem AEG (Abgabe an Dritte oder Stilllegung) einleiten, weil die Strecke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Aber welcher Dritte sollte sich für die kundenlose Strecke wohl interessieren?
Handelt es sich denn um eine öffentliche Eisenbahninfrastruktur? Dann wäre ja seitens des EIU ohnehin jetzt erst mal das Stilllegungsverfahren fällig und abzuwarten. Sollte hier eine Netzzugangspflicht bestehen, würde mich auch nicht wundern, wenn vor dem Hintergrund eines solche der ein oder andere Sonderfahrtenbetreiber hier Netzzugang wünschen und "Abschiedsfahrten" durchführen wollen würde.

Für mich bleibt es wie oben geschrieben dabei, dass 700.000 EUR eine ganze Menge sind, welche der Betrieb jährlich gekostet haben soll. Das wirft für mich weiterhin Fragen auf, wie da die SWK vorgegangen sind, weil so kaum eine Museumsbahn überleben würde.

Gruß vom Signal

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: MaxSchmied

Datum: 06.05.26 21:51

Danke für diesen sentimentalen und Beitrag mit seltenen Fotos aus dem privatem Archiv!

Ich frage mich, warum bisher niemand die Möglichkeit erwägt, den Schluff und seine Strecke nach einigen Jahren der Pause wiederzubeleben, wenn die Haushaltslage der Stadt nicht mehr ganz so kritisch ist und eventuell durch private Spenden zusätzliches Geld zusammengekommen ist?

-----------------
Max Schmied

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Anbeku

Datum: 07.05.26 07:45

Uwe Busch schrieb:
Da auf der Infrastruktur offensichtlich auch kein nennenswerter sonstiger Verkehr mehr stattfindet, kann die Infrastruktur auch nicht durch Trasseneinnahmen refinanziert werden.
Freiwillige Leistungen sind bei Haushaltssicherung (Nothaushalt) aber als erstes zu streichen. Oder man müsste die kommunalen Steuern (v.a. Grundbesitzabgaben) erhöhen, was sich bei vielen Bürgern sofort im Portemonnaie negativ bemerkbar macht. Wird bei vielen Bürgern nicht gut ankommen, wenn die Stadt z.B. die Grundbesitzabgaben erhöht, trotzdem kaum die notwendigen Dinge wie Schulen oder Kindergärten instandhalten kann, aber als freiwillige Leistung eine Museumsbahn betreibt. [www.wz.de]
Nicht schön, aber nachvollziehbar.
Ist nicht ganz von der Hand zu weisen, aber ist es nicht trotzdem sehr kurzsichtig gedacht, jetzt etwas kaputt zu machen, das über Generationen zur Stadt gehört hat, weil es mal schlecht läuft? Wie wird man da in 10 oder 20 Jahren drauf zurück blicken?

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: Anbeku

Datum: 07.05.26 07:49

Ich komme aus Krefeld und für mich war der Schluff etwas, dass immer da war und ich hätte mir nie vorstellen können, das es mal anders wäre. Viele schöne Kindheitserinnerungen aus den 80ern und 90ern verbinde ich damit und wenn heute meine Kinder Oma und Opa besuchen, fahren sie da auch öfter mit. Der Schluff hat mich und meine Kinder deutlich geprägt. Krass, dass das jetzt alles weg sein soll, weil 2,5 Millionen fehlen.

Danke für die Bilder!

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 07.05.26 08:37

Da sind ja echte Schätze dabei - gleich Bild 1 ist der Hammer. Es zeigt die Lok 2 (3. Besetzung) der Krefelder Eisenbahn, eine Maschine der Krupp Type Rheinhausen:

Krupp 2819 1950 Rheinhausen Dn2t 1435 08.12.1950 Krefelder Eisenbahn-Gesellschaft AG "2'''" (1965 a)

Die "Leihlok" von der Zeche Niederberg zum 100-jährigen war aber eine ex Krefelder Lokomotive, von daher war der Einsatz der Maschine historisch korrekt:

Krupp 2404 1949 Hannibal Ch2t 1435 17.05.1949 Krefelder Eisenbahn Gesellschaft AG, Krefeld "1V" /1965 Zeche Niederrhein I/II/V, Neukirchen-Vluyn "NBAG II´´" + 03.03.1969

Auch die Bilder aus der Frühzeit stimmen melanchloisch - ich hatte den Start des Museumsbetriebes etwas später als 1980 verortet. Egal, es sind über 45 Jahre Museumsbetrieb, die da einfach abgestellt werden sollen. Eine bittere Entscheidung fürwhr.

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seit dem 24.II.2022 bittere Wahrheit in Europa

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: HKR

Datum: 07.05.26 12:56

Moin,

eben diesen Artikel dazu gezeigt bekommen:
WZ

Frage:
Wenn doch nicht die Kosten für den Zug das Problem sind, sondern die für die Erhaltung der Strecke, wie soll dann die Nutzung durch andere Museumszüge anstelle (!) des Schluffs die Lösung sein?

Was habe ich (unterwegs auf dem mobilen Mäuseklavier) übersehen?

Gruß
HKR

Re: Krefeld: "Schluff" vor dem Aus (mL)

geschrieben von: spixi

Datum: 07.05.26 13:12

Könnte man aus der Strecke nicht eine normalspurige Stadtbahn machen?

Fahrtverlauf wäre St. Tönis - Krefeld Nord - Hüls - Hülser Berg - Niep - Kapellen - Holderberg - Moers Bahnhof.

Zwischen St. Tönis und Preußenring würde die neue Linie, nennen wir sie mal U74, parallel zur Tram 041 fahren
Zwischen Moritzplatz und Hüls parallel zur Tram 044, wobei sie im Gegensatz zur 044 auch das Zentrum von Hüls erreicht.
Zwischen Hüls und Hülser Berg existiert derzeit gar keine ÖPNV-Verbindung, ebenso wie es von Hülser Berg und Niep keine Verbindung nach Moers gibt.
Zwischen Kapellen und Moers würde die stark frequentierte Buslinie 052 entlastet werden.
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