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 15 - Museumsbahn-Forum 

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Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 28.07.25 18:07

Hallo zusammen,

Tom "TRO" regte eine Beitragskette zu aufgeschnittenen Originalfahrzeugen an, die ich gern mit ein paar Bildern beginnen möchte.
Dampfloks waren bei der Bahn über 100 Jahre "Stand der Technik" und jeder der mit ihr umging (und umgeht) sollte natürlich ihre Funktionen und ihre Abläufe im Inneren wirklich kennen.
Deshalb haben die Verantwortlichen immer mal wieder eine Lok aufschneiden lassen um den theoretisch - von Zeichnungen - bekannten "Inhalt" auch begreifbar anschaulich zu machen. Natürlich nahm man dabei keine neuesten Maschinen her sondern solche die sowieso auf dem Schrottplatz gelandet wären.

https://i.ibb.co/sJQWwrhK/DTM-Berlin-002.jpg
Ein spezielles Beispiel ist die 1911 gebaute preußische Schnellzugdampflok 17 008, die bereits 1935 ins Museum kam obwohl damals Mangel herrschte. Aber diese Vierzylinderlok ohne Verbundwirkung hatte sich nicht sonderlich bewährt, hatte aber alle Attribute moderner Dampfloktechnik wie Heißdampf, Vorwärmer mit Speisepumpe usw.

https://i.ibb.co/NdTSL0Cm/DTM-Berlin-021.jpg
Es wurde an ihr nicht nur der Kessel aufgeschnitten

https://i.ibb.co/chV7zc6p/DTM-Berlin-011.jpg
sondern auch seine "Innereien" in vielen Details

https://i.ibb.co/bgzFRCX1/DTM-Berlin-004-Kopie.jpg
Dazu noch sehr viele betriebstechnisch relevanten Bauteile wie hier einer der Zylinderblöcke

https://i.ibb.co/ynR1fkgM/Berlin-Mai-2014-134-2.jpg
oder der Behälter zur Vorwärmung, hier noch mit Umstellhahn zur Umkehr der Durchflussrichtung des Speisewassers. Davon erhoffte man sich geringere Verkalkungsprobleme was jedoch so nicht eintrat.

https://i.ibb.co/WW9cn9gx/DTM-Berlin-013.jpg
Auch ist fast jedes Bauteil bezeichnet

https://i.ibb.co/Rk3C3jVg/Berlin-Mai-2014-133.jpg
mir gefällt an der Lok besonders diese noch sehr vorsintflutliche, mit viel Mechanik bediente Triebwerksbeleuchtung mit den unverglasten Glühbirnen

https://i.ibb.co/35Y8nkHh/Berlin-Mai-2014-127.jpg
Mit diesem Hebel wird die Triebwerksbeleuchtung geschaltet, so steht er auf Ein und würde den Heizer - gewollt - stören

https://i.ibb.co/TDCWCTtb/Berlin-Mai-2014-047-Kopie.jpg
Beim Umlegen des Hebels auf Aus werden die Schutzkappen über die Glühbirnen geschwenkt und der gelbe Schalter bewegt.
Natürlich gibts auch noch eine Verbindungsstange zur anderen Seite. Das alles nur weil man sich scheinbar keine ausreichend stabile Verglasung vorstellen konnte?
Entschuldigt bitte die schlechte Bildqualität.

Habe gestern die eigentlich wichtigste Darstellungsmöglichkeit der 17 008 schlicht vergessen:
Die Lok steht im Deutschen Technikmuseum Berlin auf Rollen und wird mehrmals täglich bewegt, so dass man das Zusammenspiel der Steuerung mit Kolben und Treibstangen beobachten kann.

Wäre schön, wenn sich andere mit Bildern aufgeschnittener Fahrzeuge anschließen würden

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:29:09:33:15.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge - Königin Marie

geschrieben von: Palatino

Datum: 29.07.25 07:40

Hallo Leute,

hier noch eine aufgeschnittene Denkmallok, von der man normalerweise nicht allzu viel liest:

https://up.picr.de/49885078dx.jpg

Es handelt sich um die Lok "Königin Marie", die 1891 für die Pfalzbahn gebaut wurde. Die Lok steht in einer Karlsruher Parkanlage beim KIT Campus Süd. Die Lok ist wohl immer noch Eigentum des DB-Museums, aber leihweise dem Verkehrsmuseum Karlsruhe übergeben. Da dieses nicht über ausreichende Räumlichkeiten verfügt, wurde die Lok schon vor langer Zeit in der Anlage aufgestellt. Mein Bild entstand bereits 1988.

Grüße aus der Pfalz

Hubert
Meine Erfahrungen aus den Bundesbahnschulen besagt das Selbige etliche Schnittmodelle und Schnittzeichnungen vorrätig hatten, um den Lernenden eine möglichst plastische Anschauung zu teil werden zu lassen. Daneben ging man auch sehr gerne in eine Werkstatt oder wenn möglich in ein Ausbesserungswerk, um sich dort dann einige ausgebaute oder Tausch-Bauteile vor Ort etwas näher anschauen zu können. Bauteile die im täglichen Betrieb eher halb versteckt oder überwiegend versteckt ihren Dienst im Triebfahrzeug verrichteten. So weiß ich zum Beispiel auch das es in einige Bundesbahnschulen ausgemustert und zum Teil aufgeschnittene Dampflokomotivteile als Anschauungsobjekte auf ihrem Gelände stehen hatten. Im günstigsten Fall halt eine komplette Lokomotive. Ja, früher hatte man viel mehr Möglichkeiten wie heute, wo es nur noch wenige Werkstätten oder noch weniger Ausbesserungswerke in unmittelbarer Nähe gibt. Da muss man oft improvisieren, den auch Unterlagen sind heute fast nicht mehr zu bekommen. In einer Zeit wo man Ausbildungsunterlagen fast nur noch digitalisiert bekommt.
Nach dem Motto: Hast du Interesse an deinem Job, dann lies es und wenn du willst drucke es dir zur Anschauung aus. Viel Erfolg.


Beste Grüße
Bernd


Bildschirmfoto 2025-07-29 um 11.03.07.png



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:29:11:05:08.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Rally01

Datum: 29.07.25 11:50

Hallo Michael,

sehr aufschlußreiche Bilder.

Die Abdeckung der Triebwerksbeleuchtung diente hauptsächlich dazu, die Lampen während der Fahrt vor Verschmutzung zu schützen.

Das wurde aber bald wieder fallengelassen, weil es zu aufwändig war.

Dafür gab es dann Lampen mit dickem Schutzglas und auch mit Drahtkorb.

Viele Grüße von Ralf aus

https://rama-lemgo.de/albums/userpics/10002/1/lemgo_2dikuq.jpg

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: opizug

Datum: 29.07.25 12:31

Hallo DSO-Freunde,
ich könnte ein passendes Foto zugeben und zwar von einer aufgeschnittenen Feuerbüchse einer englischen Lok, welche die Besonderheit der zusätzlich eingebauten Wassertaschen besitzt.
Diese steht im Eisenbahnmuseum in York. Welche Baureihe ist mir leider nicht bekannt.

2002.06.25.191.7.4.jpg


MfG Opizug.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 29.07.25 15:13

Hallo Rudolf,

danke für dieses tolle Bild mit der aufgeschnittenen Wassertasche.
Als einstiger Freizeit-Lokschlosser stelle ich mir gerade die Aufgabe vor alle Stehbolzenlöcher freibohren ;-)

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 29.07.25 15:58

Hallo Aufschnitt-Interessierte,

im verkehrshaus Luzern steht eine meterspurige Zahnraddampflok

https://i.ibb.co/Z1xLHmmG/Urlaub-2010-207-Kopie.jpg
von dieser Seite sieht sie eher unbeschnitten aus

https://i.ibb.co/rGgyNpx5/Urlaub-2010-199.jpg
Das vielteilige Triebwerk, hier find ich die Verbindung der beiden gegenläufigen Triebwerke interessant da der Schwingenstein des oben liegenden Zahnradtriebwerks ja stets entgegengesetzt zur unteren Schwinge liegen muss. Die Konstrukteure haben das mit einer Kuhnschen Schleife elegant gelöst

https://i.ibb.co/Fk6bHwdJ/Urlaub-2010-212.jpg
Auf der anderen Seite ist sie wesentlich bunter

https://i.ibb.co/xq0jWMLn/Urlaub-2010-210.jpg
auch an dieser Lok sind alle Funktionen markiert und auf einer Schautafel oder Faltblatt erklärt

https://i.ibb.co/vxLgz8z9/Urlaub-2010-213.jpg
selbst die Schnittkanten sind rot hervorgehoben.

https://i.ibb.co/Dgzh7fmc/Urlaub-2010-275.jpg
Auch diese Lok steht auf Rollen und beide Triebwerke werden mehrmals täglich in Bewegung vorgeführt.

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: geselle

Datum: 29.07.25 16:58

Sehr interessant, gab es bei der CSD auch.
Danke

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Palatino

Datum: 29.07.25 18:11

Bei der aufgeschnittenen Dampflok im National Railway Museum von York handelt es sich um die 2'C1'h3-Lok der Merchant Navy Class No. 35029 "Ellerman Lines".

[collection.sciencemuseumgroup.org.uk]

Grüße aus der Pfalz
Hubert

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 30.07.25 09:20

Moin allerseits,

da einige Forenkollegen schon mit Beispielen aus dem Ausland aufwarteten, hier noch eines (ohne Bild).

Das Museum in Koscierzyna (Berent) in Polen hat als "Schnittmodell" die TKt 48 179 in seiner Sammlung.

Übrigens verfügt das Museum über eine recht ansehnliche Lokomotivsammlung.

Grüße
Jens

"You won't do well to silence me, with Your words or wagging tongue, with Your long tall tales of sorrow, Your song yet to be sung ..."
Aus: "Wagging tongue" aus dem Album "Memento Mori" von Depeche Mode, geschrieben von Dave Gahan & Martin L. Gore
Ab und zu hier ganz gut passend, dieses Textzitat.
R.I.P. Andrew "Fletch" Fletcher. * 08.07.1961, + 26.05.2022; Du warst das Rückgrat der Band. Danke dafür.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 30.07.25 10:03

Hallo Jens,

ihr habt ja in euren "heiligen Hallen" in Schöneweide zwar keine aufgeschnittenen Loks

https://i.ibb.co/0j4DZ1DJ/Berlin-Mai-2014-149.jpg
aber höchst interessante Lokausrüstungen

https://i.ibb.co/TBBDN3R5/Berlin-Mai-2014-161.jpg
deren Erhalt und Pflege genau so wichtig ist wie die aufgeschnittenen Loks

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael
Hi Hubert,

es handelt sich um die Krauss-Lokomotive (aus dem Stammwerk im Marsfeld), Fabr.Nr. 2421, Bauj. 1891.

Grüße aus dem rechtsrheinischen Bayern,
Reiner

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 30.07.25 10:41

Hallo Michael,

Gott bewahre uns vor aufgeschnittenen Loks. :-)

Grüße
Jens

"You won't do well to silence me, with Your words or wagging tongue, with Your long tall tales of sorrow, Your song yet to be sung ..."
Aus: "Wagging tongue" aus dem Album "Memento Mori" von Depeche Mode, geschrieben von Dave Gahan & Martin L. Gore
Ab und zu hier ganz gut passend, dieses Textzitat.
R.I.P. Andrew "Fletch" Fletcher. * 08.07.1961, + 26.05.2022; Du warst das Rückgrat der Band. Danke dafür.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 30.07.25 11:11

Hallo Jens,

es geht mir eigentlich um historische "Aufschnitte"
aber andererseits konnte irgend so eine Schrottlok ohne Zukunft durchaus noch als Anschauungsobjekt dienen statt dass sie ganz zerfällt?
Aber in Berlin steht ja schon die 17 008.

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: DuKabina?!

Datum: 30.07.25 11:56

Michael Staiger schrieb:
Hallo Jens,

...
aber andererseits konnte irgend so eine Schrottlok ohne Zukunft durchaus noch als Anschauungsobjekt dienen statt dass sie ganz zerfällt?
Aber in Berlin steht ja schon die 17 008.
Moin,

naja, die bei uns in Schöneweide wohnenden Maschinen haben in der jetzgen Form ihre Zukunft und da wird auch keine zerfallen.

Grüße
Jens

"You won't do well to silence me, with Your words or wagging tongue, with Your long tall tales of sorrow, Your song yet to be sung ..."
Aus: "Wagging tongue" aus dem Album "Memento Mori" von Depeche Mode, geschrieben von Dave Gahan & Martin L. Gore
Ab und zu hier ganz gut passend, dieses Textzitat.
R.I.P. Andrew "Fletch" Fletcher. * 08.07.1961, + 26.05.2022; Du warst das Rückgrat der Band. Danke dafür.
Hier der aufgeschnittene Kessel der Dampflok 50 1397 im Eisenbahnmuseum Bahnwelt Darmstadt-Kranichstein (vgl. bahnwelt.de).

Abb. 1: Sehr anschaulich die Kessel-„Innereien“ dank farblichen Markierungen. Beeindruckend die Vielzahl an Stehbolzen rundum, den starken Temperaturschwankungen der Feuerbüchse geschuldet.
Edit: Stehbolzen, die auf allen Wasserflächen der Feuerbüchse in großer Stückzahl zu finden sind, verankern diese nach außen gegen den Stehkessel und dienen der Stabilisierung der Seitenwände von Feuerbüchse und Stehkessel, um sie als ebene Flächen auf Grund des Dampfdrucks stabil in Form zu halten. Aufgrund des durch die Stehbolzen gegebenen Abstands zwischen Stehkessel und Feuerbüchse kann die Feuerbüchse vom Speisewasser zur Kühlung wie auch zur Dampferzeugung umspült werden. Stehbolzen gleichen zudem die starken Temperaturschwankungen der Feuerbüchse aus. (Edit dank User 'Bogenlaufuntersuchung' per pn. Der Kollege schrieb mir: Sehr geehrter Forumskollege, die Hauptaufgabe der Stehbolzen besteht darin, die Feuerbüchse gegen den Stehkessel abzustützen (Abschätzung der Kräfte für ein Stehbolzenfeld mit 10 cm x 10 cm Fläche und dem Stehbolzen in der Mitte des Stehbolzenfeldes : Zugkraft im Stehbolzen = Kesseldruck x Fläche des Stehbolzenfeldes = 16 atü x 10 cm x 10 cm = 1600 Kilopond = 1,6 Tonnen (in den alten Einheiten gerechnet)). – Der Unterschied zwischen Kalt und Warm erfordert dann eine gewisse Beweglichkeit = Durchbiegung / Gelenkigkeit der Stehbolzen (am oberen Ende der Stehkesselrückwand sind die halbkugelförmigen druckdichten Abdeckungen der Gelernkstehbolzen erkennbar). – MfG

20230715_160951.jpg




Abb. 2: Rauchkammer, u.a. mit Funkenfänger und Aussparung für Vorwärmer. Links/weiß die Überhitzerrohre, die den Heißdampf zum Dampfsammelkasten leiten.
Vgl. auch de.wikipedia.org/wiki/Überhitzer, dort auch Foto des aufgeschnittenen Dampfkessels der Lokomotive 99 232 der Bad Doberaner Schmalspurbahn „Molli“.

20230715_161024.jpg


Ein Bericht über die Bahnwelt findet sich z.B. hier:
http://www.foerderverein-svt.de/museum-bahnwelt.

Viele Grüße
Axel



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:10:31:51.

Hier noch zwei bayerische Schätze

geschrieben von: cw

Datum: 30.07.25 18:37

Interessantes Thema, da fallen mir auch gleich zwei Exemplare ein, die ich schon einmal vor die Kamera bekommen habe.

Im Eisenbahnmuseum Neustadt/Weinstraße steht diese bayerische Malletlok Gattung BBI, die sogar noch kurzfristig in der Baureihe 55 einsortiert war, wenn ich mich nicht täusche:

Maffei1802_NeustadtWeinstrasseDGEG_IMG_8008.JPG


Maffei1802_NeustadtWeinstrasseDGEG_IMG_8022.JPG


Maffei1802_NeustadtWeinstrasseDGEG_IMG_7970.JPG


Maffei1802_NeustadtWeinstrasseDGEG_IMG_7966.JPG


Und im DB-Museum Nürnberg steht eine weitere bayerische Güterzuglok, die NORDGAU:

IMG_7639.JPG


IMG_7633.JPG


Bei ihr wurde sogar der Tender aufgeschnitten:

IMG_7634.JPG


IMG_7645.JPG


Christopher

Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt wie eine Gelegenheit, die sich täglich bietet.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: sh2

Datum: 30.07.25 19:09

Hallo Michael, alle Bild Einsteller und fachliche Ratgeber,

vielen Dank für die "schnittigen Bilder" von historischen Originallokomotiven und Originalteilen.

Bin mal gespannt was noch alles dazukommt.
Kann momentan keine Bilder einstellen, sonst hätte ich jetzt gerne vom französischen Museum in Mulhouse noch ein Bild von
einem einseitig offenen (nicht geschnittenen) Personenwagen eingestellt.

Grüße Sven

Mind the gap!?




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:30:19:28:38.

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 30.07.25 20:05

Mühlhausen?

da hab ich noch was:

https://i.ibb.co/mVWcFD82/IMG-1195.jpg
Bei dieser 232 werden die Vorgänge im Kessel durch LED-Lichterreihen beschrieben

https://i.ibb.co/SXgSNmRr/IMG-1199.jpg
Auch hier gibts aufgeschnittene Rohre, Zylinder und Schieber

https://i.ibb.co/5gssVsn9/IMG-1199-Kopie.jpg
An dieser h4v-Lok finde ich besonders die Flachschieber an den Innenzylindern interessant.

https://i.ibb.co/TM1z3MxC/IMG-6318-Rainer-Hipp-7-Kopie.jpg
Zwar nicht aufgeschnitten aber umgeschmissen hat man eine140 A, in erster Linie zwar zur Darstellung der Französischen Bahnen am Ende des II. WK
aber auch um eine Lok von unten zu zeigen.

Gruß aus https://i.ibb.co/0Gcj6V0/Lichtenstein-Kurbelstellwerk-4.jpg
Michael

Re: Aufgeschnittene Originalfahrzeuge

geschrieben von: Schlußscheibe

Datum: 31.07.25 18:22

Moin,

als Eisenbahningenieur restauriere ich privat Autos und Fahrräder, wobei ich versuche, möglichst viel Substanz zu erhalten und Originalteile zu verwenden, wo es geht.
Da schaudert es mich jedes Mal, wenn historische Maschinen aufgeschnitten werden, nur um Menschen mit eklatantem Mangel an Phantasie die Funktion begreiflich zu machen.
Für mich fehlt da etwas, was ersetzt und rekonstruiert werden muss, damit daraus wieder eine Maschine wird.

Das "Lehrmodell" kann ich besonders wenig nachvollziehen. Früher hat man Lehrlinge 1:10 Modelle bauen lassen, das war bestimmt lehrreicher.
Ansonsten würde ich sagen, wer die Funktion einer Dampflok nicht anhand von Zeichnungen nachvollziehen kann, ist für den Job ohnehin nicht geeignet, denn die Zeichnung ist und bleibt die Sprache der Technik.
Für technikunkundiges Publikum gibt es schon immer andere Darstellungsmöglichkeiten (siehe "Mit Dampf, Strom & Tempo" oder "WAS ist WAS"), heute wären 3D-Simulationen möglich, die man auch auf eine intakte Lok projizieren könnte. Also, was soll der Scheiß?

Den Erstellern historischer Schnittmodelle ist zugute zu halten, dass sie einfach nur ausmusterungsreife Loks dafür genommen haben - dass kein weiteres Exemplar erhalten bleiben würde, konnten sie nicht ahnen, und nur die Funktion als Anschauungsmodell hat diese Loks bis heute bewahrt.

Anders sieht es aus, wenn den Leuten klar gewesen sein muss, dass sie etwas historisches für die Nachwelt aufheben. Eine pr. T13 im 21. Jahrhundert noch aufzuschneiden ist didaktisch vollkommen unnötig und technisch-moralisch gesehen einfach nur ein Verbrechen.

Bei einer 50.35 oder 52.80 habe ich nichts dagegen, davon gibt es mehr als genug. Wenn davon eine als Teilespender geopfert wird, ist es sicher OK, den Rest wieder einigermaßen mit den defekten Teilen zu komplettieren und dann aufzuschneiden. Es spricht auch nichts dagegen, abgelegte Komponenten zu zersägen, wie z.B. nach einem Kesseltausch - das ist viel sinnvoller, als alles einfach in den Hochofen zu werfen. Aber etwas technisch altes, seltenes und grundsätzlich intaktes zersägen? Geht gar nicht!

Weiterhin meine ich, auch historische Schnittmodelle müssen nicht als "Denkmal" auf ewig in diesem Zustand bewahrt werden, so etwas wieder rückgängig zu machen, ist schlicht eine Reparatur. Wo sich jemand findet, der so eine Lok komplettieren will, sollte es daher getan werden. Respekt vor der Leistung der "Aufschneider" ist keinesfalls angebracht, denn komplett ist eine Lok immer schöner und lehrreicher als zerschnitten - am allerschönsten und allerlehrreichsten natürlich, wenn sie aus eigener Kraft fährt; und das ganz speziell wenn es die letzte Lok ihrer Baureihe ist.

Ein ganz anderer Fall wäre ein Schnittmodell, das bereits neu als solches hergestellt wurde. Das ist von Autoherstellern früher öfters zu Werbezwecken gemacht worden, z.B. hat Porsche mal einen der seltenen 959 direkt so gebaut, dem stand ich mal völlig unerwartet in einem Museum gegenüber. Der gehört keinesfalls komplettiert, denn er war niemals zum Fahren gedacht, ebenso der im gleichen Raum befindliche für eine damalige VW-Print-Werbung in Einzelteile zerlegte Golf. Das müsste beides im "EFA Mobile Zeiten" in Amerang gewesen sein, da es dort auch eine große Spur II-Anlage im Keller gab.

LG,
Schlußscheibe



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2025:07:31:18:25:13.
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