Vorbemerkungen:
Dies ist ein Reisebericht, kein technisch auch nur ansatzweise perfektes Fotokunstwerk.
Warnung: der Bahnanteil ist deutlich unter 100%.
Ich nehme gerne die eine oder andere Beobachtung oder Eigenheit leicht überspitzt aufs Korn. Es ist nicht meine Intention, jemanden zu verärgern, aber perfekt ist nicht mal die Schweiz.
Ich lasse mich gerne korrigieren, bitte aber um sachliche Kritik.
Alles weitere hat Sören Heise hier deutlich klargestellt - danke dafür!
Nachdem ich mit meiner letzten Beitragsserie über Familienurlaub in der Schweiz (
0 1 2 3 4 5) doch für einige Diskussionen hier im Forum gesorgt habe, nun noch eine zweite Runde Schweiz und Norditalien - diesmal solo. Das Monats-GA ist noch nicht abgelaufen, und so habe ich das Wochenende und die Dienstzeiten meiner Frau so genutzt, dass ich noch mal dreieinhalb familienfreie Tage hatte und diese zum großen Teil in der Schweiz verbracht habe.
Ich hatte ja im Vorfeld schon nach Vorschlägen gefragt. Vielen Dank für alle, die Ideen eingebracht haben - leider habe ich dann doch nur einen kleinen Teil davon umgesetzt, und eine richtige Rundreise ist es nicht geworden. Die Schweiz hat einfach zu viel zu bieten! Und ich habe einfach zu wenig Zeit...
Letztendlich bin ich erst mal nach Luzern gefahren und habe dann von dort nach dem besten Wetter geschaut. Am Ende passten in die drei Tage:
Stuttgart - Luzern - Göschenen - Andermatt - Furka-Basistunnel - längere Wanderung - Brig - Simplon - Centovalli - Locarno - Como - Mailand - Basel - Stuttgart. Familienintern lief das Ganze unter "Operation Nussstängli", denn unsere mitgebrachten Vorräte waren bereits nach einer Woche zu Ende.
Sa, 28. August
Es sollte, wie beschrieben, nach Luzern gehen. Da war ich noch nie, und
das Kapselhotel klang interessant.
Bild 1: Stuttgart Hbf und die Garnitur des IC2264
Bild 2: Der Bistrowagen sah nagelneu überarbeitet aus - ich dachte, die IC1 sind alle kurz vor der z-Stellung?
Los ging es leider, wie man sich die DB gemeinhin vorstellt:
Bild 3: Fährt er oder fährt er nicht?
Ob der Anschluss in Karlsruhe klappen würde oder nicht, blieb unklar, irgendwann meinte die Zugchefin, das werde nichts mehr ("ICE 373 muss pünktlich los und kann nicht warten!"). Letzendlich war es dann eine Paralleleinfahrt, ein Turnschuhanschluss und +3 für ICE 373 ohne erkennbaren Grund. Es gab ein funktionierendes Bistro (Bedienung im Bordrestaurant gibt es ja nicht so richtig), und so kam ich zu einem Abendessen. Und was wäre ein Reisebericht ohne Fresskistenbilder?
Das Bier musste ich aus dem Pappbecher trinken, weil Gläser nicht ausgegeben werden dürfen - dazu am Schluss des Beitrags noch mehr. Der Vorschlag eines Mitreisenden, das Glas einfach zu kaufen, wurde leider auch abgelehnt.
Bild 4: Chili con Carne - durchaus essbar
Für die Weiterfahrt von Basel nach Luzern war die Südostbahn zuständig. Ich grüble noch, warum die Südostbahn die äußerste Nordwestecke der Schweiz bedient. Vielleicht, weil der Südosten fest in der Hand der RhB ist? Wir waren jedenfalls pünktlich in Luzern, und es hat schon was, mit ein paar Schritten vom Bahnhof am See zu sein.
Die Innenstadt wirkte wie eine verkleinerte Ausgabe der Düsseldorfer Altstadt - eine Beiz, Kneipe, Restaurant an der anderen, und alle gut gefüllt. Dazu lief noch der Straßenmusikteil des
Lucerne Festival, auf dem Kornmarkt war ein Konzert irgendwo zwischen Reggae und Jazz. Ach, was war das schön, mal wieder Live-Musik zu erleben!
Das Kapselhotel ist eine lustige Erfindung. Im Grunde Jugendherberge für die Generation Smartphone. Für den Preis völlig ok (und sauber), ich hätte mir nur die Nasszelle etwas größer gewünscht und weniger Straßenlärm. Mit Menschen hatte ich nie zu tun, die App auf dem Handy musste reichen. Falls mal jemand hinfährt: "Goki" auf dem Handy installieren, sonst kommt man gar nicht erst rein.
Bild 5: Kapselhotel
Es fühlte sich übrigens nicht beengt an, und die Matratze war sehr bequem. Ohrstöpsel wären aber gut gewesen.
So, 29. August
Das Wetter war leider ziemlich trübe, aber ganz ohne Touri-Foto kann ich aus Luzern ja nicht verschwinden. Also das angeblich meistfotografierte Objekt der Schweiz:
Bild 6: Wasserturm und Kapellbrücke in Luzern
Ein kursorischer Stadtrundgang einschließlich Museggmauer musste reichen. Ein bisschen was hate ich am Vorabend ja schon gesehen, und so fürchterlich groß ist die Innenstadt nun auch wieder nicht. Und ich wollte ja noch weiter!
Eine reizvolle Variante wäre es gewesen, mit dem Schiff nach Vitznau und dann mit der Rigibahn über den Rigi zu fahren. Dabei hätte sich sicher auch noch eine nette Wanderung einbauen lassen. Allerdings war das Wetter definitiv nicht danach - und einer der Vorteile des GA ist ja die freie Wahl der Alpenseite. Also nahm ich die Dienste der SBB wieder mal in Anspruch, aber nur bis Arth-Goldau. Wer es nicht kennt: das ist ein durchaus beeindruckend großer Keilbahnhof, der im wahrsten Sinne des Wortes von der Arth-Rigi-Bahn getoppt wird. Sehr praktisch dabei ist, dass besagter Keil mit einem gut sortierten Coop versorgt ist, den ich natürlich gleich genutzt habe. Am Sonntagmorgen war dort gut was los.
Der Traverso, der über die Bergstrecke fährt, hat einen längeren Korrespondenzhalt in Arth-Goldau (um die 10 Minuten). Eigentlich eine gute Lösung, denn so hat man Anschluss von und zu den schnellen Zügen durch den Berg, und wer explizit über die Bergstrecke fahren will, hat es eh nicht wirklich eilig.
Sehe ich es eigentlich richtig, dass erst seit Eröffnung des GBT da oben wieder Regionalzüge fahren?
Bild 7: Traverso "Treno Gottardo" der SOB in Arth-Goldau
Die Gotthard-Nordrampe ist tatsächlich eindrucksvoll, auch wenn ich als Fahrgast sicher nicht alles angemessen würdigen konnte. Immerhin habe auch ich die Kirche von Wassen nun dreimal gesehen. Das Postauto macht übrigens Werbung damit, dass man mit ihnen auch zur Kirche fahren könnte. Keine Ahnung, wie viele das Angebot annehmen.
Bild 8: Kirche von Wassen
Spektakulär sind auch die Bauten der Autobahn, die man aus Bahn-Perspektive naturgemäß besser sieht als die Anlagen der Bahn selbst.
Den Tunnel selbst habe ich nicht mitgenommen, Tunnel sollte es auf dieser Reise noch genügend geben. Ich bin vielmehr in Göschenen aus dem Zug, einmal durchs Bahnhofsgebäude und auf der anderen Seite in dieses urtümlich anmutende Gefährt eingestiegen:
Bild 9: Steuerwagen der Schöllenenbahn
Auch von innen hat die Komposition durchaus historisch anmutendes Flair:
Bild 10: Schöllenenbahn von innen. Mit öffenbaren Fenstern!
Seltsamerweise wurde an der Ausweichstelle in der Galerie im Rechtsverkehr gefahren - weiß jemand, warum?
Bild 11: Begegnungsverkehr auf der Schöllenenbahn
Fürchterlich viel sah man unterwegs nicht, bis dann urplötzlich dieses Motiv auftauchte. Das Wetter war auch hier oben zum Fürchten - Meteo Schweiz sprach zwar von Sonne ab 2000m, aber so hoch liegt Andermatt dann auch wieder nicht.
Bild 12: Die Teufelsbrücke
Andermatt als Ort erschien mir nicht weiter erwähnenswert, ein Skiort unter vielen (wobei es wesentlich hässlichere gibt). Ich hatte kurz überlegt, in der halben Stunde Umsteigezeit zur Teufelsbrücke zu laufen, aber das schien unrealistisch. Schade, dass es keinen Haltepunkt dort gibt. Aber man kann nicht alles haben.
Bei schönerem Wetter hätte ich überlegt, Richtung Graubünden zu fahren, aber die Strecke durch die Rheinschlucht kannte ich schon. Natürlich wäre der Oberalppass reizvoll gewesen, aber dann hätte ich das (mir bislang unbekannte) Wallis sausen lassen müssen.
Bild 13: Der hier wäre über den Oberalppass gefahren.
In Andermatt gibt es sogar noch Fallblattanzeiger. Ich wusste gar nicht, dass so etwas in Mitteleuropa noch existiert. Die Geräte sehen (natürlich) gut in Schuss aus und genügen für die paar Ziele, die von dort angefahren werden, sicher vollauf.
Bild 14: Fallblattanzeiger in Andermatt
Die Bahnstrecke durch das Urserental ist ganz nett, aber alleine noch keine Reise wert. Immerhin kam uns unterwegs der (leicht verspätete) Glacier Express entgegen. Für dessen Publikum bin ich aber noch ein Vierteljahrhundert zu jung.
Bild 15: Kreuzung mit dem Glacier Express in Hospental
Im Furka-Basistunnel war es, wie nicht anders zu erwarten, dunkel und laut (und verhältnismäßig langweilig). Zur Unterhaltung kann man sich dann z.B. mit dem ganz und gar nicht langweiligen Bau beschäftigen: [
www.e-periodica.ch]
Bei der Billetkontrolle wollte die Zugbegleiterin dann zum (auf Papier ausgestellten) GA den Ausweis sehen. Natürlich, das Recht hat sie, ich habe trotzdem (freundlich) nachgehakt - immerhin war das in über zwei Wochen erst das zweite Mal.
Ihre Theorie: Frauen kontrollieren gründlicher als Männer. Im weiteren Verlauf der Reise bestätigte sich das: die Damen wollten alle den Ausweis dazu sehen, die Herren waren auch so zufrieden.
Um nicht nur im Zug zu sitzen, wollte ich noch eine längere Wanderung einbauen. Im oberen Rhône-/Rottental gibt es vier im GA inbegriffene Seilbahnen: Fiescheralp, Bettmeralp, Riederalp, Belalp. Daraus musste sich doch etwas basteln lassen, einschließlich der vom Wallis
heftig beworbenen Hängebrücken.
Also in Betten ausgestiegen, im Bahnhof einen Stock höher zur (selbstverständlich auf die MGB abgestimmte) Seilbahn gegangen und zur Bettmeralp hochgefahren. Die Bahn ist deswegen im GA, weil Bettmeralp ein autofreier, ganzjährig bewohnter Urlaubsort ist. Für Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln könnte das ein reizvolles Ziel sein.
Geworden ist es dann diese Tour: [
www.komoot.de] (der Weg von der Bettmeralp zur Riederalp ist hier nicht dabei, effektiv war es noch knapp 1h mehr). Ich war am Ende platt wie eine Flunder - ob es am schweren Rucksack, der Luft in > 1500m oder dem Schlafmangel lag, weiß ich nicht. Meine Wasserflasche hatte ich im Zug vergessen, schwerer Fehler...
Im
Hotel Belalp habe ich dann so gut wie teuer gegessen. Aber manchmal muss das einfach sein: das Essen war gut, der Ausblick gigantisch, und ich hatte das Gefühl, es mir verdient zu haben. Und der slowakische Kellner freute sich über das "děkuju" zum Schluss auch noch.
Nur drei Bilder von unterwegs:
Bild 16: Aletsch-Brücke
Ganz wohl war mir nicht, obwohl ich doch deutlich weniger wiege als die ca. 100t Traglast, für die die Brücke zugelassen ist. 80m tief durch einen Gitterrost zu schauen, ist auch nicht jedermanns Sache.
Bild 17: Die Zunge des Aletsch-Gletschers
Leider reichte die Zeit definitiv nicht mehr, um noch zum Gletschertor zu laufen. Man kann eben nicht unendlich viel in einen Tag packen.
Bild 18: Nach der Wanderung
Die Belalp-Bahn und dann die Postauto-Fahrt von Blatten nach Brig habe ich nicht verewigt. An der Bergstation musste ich mich erstmal bemerkbar machen, bis mich der Mitarbeiter dann (anstandslos) durch die Sperre ließ - Papier-GA kommen da wohl nicht alle Naselang vor. Ob eine SwissCard mit GA für den Leser genügt hätte, weiß ich nicht.
Der Coop im Bahnhof Brig schließt um 21.00 Uhr. Der Bus kam planmäßig 21.02 an, war aber 4 Minuten vor Plan. "1 Minute!" hieß es, als ich durch die Coop-Tür segelte. Reichte für zwei Getränke, einmal zusammen lachen und den Wunsch für einen schönen Feierabend.
Dass so gut wie jeder nicht ganz kleine Bahnhof eine Einkaufsmöglichkeit hat, gehört mit zu den großen Pluspunkten des Schweizer ÖV-Systems.
Übernachtung dann hier: [
www.st-ursula.ch] - sehr zentral gelegen, blitzsauber und für Schweizer Verhältnisse recht bezahlbare Preise.
Am nächsten Tag dann noch eine kursorische Besichtigung von Brig. Das
Stockalperschloss macht schon was her, aber ich wollte ja noch weiter. Richtung Genfer See wäre auch reizvoll gewesen (endlich mal wieder Französisch hören und sprechen), aber es ging ostwärts weiter.
Bild 19: Bahnhof Brig. Die MGB fährt auf dem Bahnhofsvorplatz, die Anlagen im Bahnhof sind alle der Normalspur vorbehalten.
Auf dem Bahnsteig dann die Wahl zwischen Heimat und Ferne. Für heute noch durfte es das linke Gleis sein.
Bild 20: (keine) schwere Entscheidung in Brig
Es kam ein Astoro angefahren, bei dem man merkte, dass die Fahrzeuge auch schon über 10 Jahre auf dem Buckel haben. Er war gut gepflegt, aber verflixt eng (auch wenn Sitz- und Fensterteiler zusammenpassten). Für die halbe Stunde durch den Simplon war es mir egal, aber bis Venedig hätte ich so nicht sitzen wollen.
Weiter bis Domodossola. Ich habe keine Ahnung, ob sich eine Ortsbesichtigung gelohnt hätte, denn ich war nur ein paar Minuten im Bahnhof. Der Anschluss wartete bereits im Untergrund:
Bild 21: Centovallibahn in Domodossola
Ich hatte pflichtgemäß eine (für mich kostenlose) Reservierung gelöst, allerdings ist der Einzelsitz nicht für Menschen mit meinen eher unitalienischen 1,86m ausgelegt. Der Umzug in eine Vierergruppe im Nachbarwagen störte auch niemanden. Angeblich sollte für die Panoramazüge noch CHF 1,50 Zuschlag erhoben werden, kassiert wurde der aber nicht. Die Fahrzeuge sehen wirklich originell aus, ist das ein spezielles Lichtraumprofil?
Die Fahrt war nett. Auf der italienischen Seite beim Aufstieg ist links mehr zu sehen, auf der schweizerischen Seite beim Abstieg dann rechts. Darf man mit dem GA eigentlich in Italien unterbrechen, oder ist nur reiner Transitverkehr zulässig?
Bild 22: Bild aus dem Fenster kurz vor Locarno
In Locarno kommt man dann wieder unterirdisch an:
Bild 23: Ankunft in Locarno
Aus Locarno nur zwei Bilder:
Bild 24: Lago Maggiore in Locarno
Bild 25: Gleisreste auf der Piazza Grande - historische Bilder z.B. hier.
Und zum Abschluss des Tages noch ein Foto eines Flirt in Locarno. So ein bisschen stolz auf ihre Tunnel sind sie ja schon...
Bild 26: ETR 524 in Locarno
Den Abend und den nächsten Vormittag habe ich in Mailand verbracht. Da das eindeutig nicht in den Alpen liegt, ist der Bericht auch nicht im Alpenlandforum.
Di, 31. August
Viel zu früh geht es zurück, und zwar wie folgt:
ab 12:43 Milano Centrale (RE 80 25518, Richtung: Locarno)
an 13:58 Lugano - Gleis 4
ab 14:02 Lugano - Gleis 3 (IC 21 680, Richtung: Basel SBB)
an 16:56 Basel SBB - Gleis 6
ab 18:13 Basel SBB - Gleis 9 (ICE 272, Richtung: Hamburg-Altona)
an 20:01 Karlsruhe Hbf
ab 20:29 Karlsruhe Hbf (TGV 9579, Richtung: Stuttgart Hbf)
an 21:04 Stuttgart Hbf
Nur ein Bild aus Mailand:
Bild 27: Freccie und Italos in Milano Centrale - was ein Anblick!
Der Flirt Richtung Locarno war pünktlich unterwegs, auch meine Befürchtung, dass eine Grenzkontrolle in Chiasso uns ausbremsen könnte, war unbegründet. Bei einem knappen Anschluss in Lugano kann man ja schon mal etwas unruhig werden. Die SBB-App wies übrigens einen Vierminutenanschluss aus, die (sehr gut eingedeutschte) italienische FS-App einen 64-Minuten-Anschluss.
In Chiasso kam dann aber der Deutsche-Bahn-Moment der SBB. "Technische Störung am Fahrzeug". Ich vermute mal, dass der Zug die Sprachumstellung von Italienisch auf Schweizer ETCS nicht vertragen hat - jedenfalls konnte man als Fahrgast schön nachvollziehen, wie ein Zug neu gebootet wurde. Half aber auch nichts, die Kiste rührte sich keinen Meter mehr. Als meine Alternativplanung losfuhr (siehe unten), stand er immer noch traurig in der Gegend rum.
Bild 28: der liegengebliebene Flirt in Chiasso. Die Ausfahrt wurde später wieder zurückgenommen.
Immerhin war ich so mal in Chiasso. Der Ort ist nicht groß, aber sehr gepflegt. Wenn ich daran denke, wie gammelig Grenzorte ganz gerne mal sind, fällt das umso mehr auf. Aus dem Bahnhof kommend, fällt man quasi ins Straßenzollgebäude - kein Wunder, die Bahnhofsausfahrt Richtung Como liegt teilweise schon in Italien, wenn ich die Karte richtig interpretiere.
Bild 29: Hauptstraße (Corso San Gottardo) in Chiasso
Ich hatte wegen der Operation Nussstängeli ausreichend Puffer eingeplant, war also für mich nicht schlimm. Planänderung:
ab 14:05 Chiasso - Gleis 1 (EC 318, Richtung: Zürich HB)
an 16:27 Zürich HB - Gleis 8
ab 16:34 Zürich HB - Gleis 12 (IC 3 576, Richtung: Basel SBB)
an 17:28 Basel SBB - Gleis 5
ab 18:13 Basel SBB - Gleis 9 (ICE 272, Richtung: Hamburg-Altona)
an 20:01 Karlsruhe Hbf
ab 20:29 Karlsruhe Hbf (TGV 9579, Richtung: Stuttgart Hbf)
an 21:04 Stuttgart Hbf
Der Schweizer ITF, der erlaubt, eine Reiseplanung quer durchs Land mal eben eine halbe Stunde nach hinten zu verschieben, ist schon toll.
Bild 30: noch mal GBT
Die teilweise Bummelei (bis runter auf 70 km/h) zwischen Erstfeld und Zürich steht in scharfem Kontrast zum Hochgeschwindigkeitsverkehr im Tunnel. Vermutlich ließe sich dort noch mal durch ausreichend Neubaustrecken eine halbe Stunde einsparen - allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass hier noch mal Milliarden investiert werden. Und zwei Stunden von Zürich nach Lugano sind auch so konkurrenzlos.
Noch drei Bilder aus Basel:
Bild 31: Combino der Linie 1
Bild 32: Detail der Türsteuerung. Insbesondere die Reset-Stellung fand ich nach meinem Erlebnis vorher interessant. Setzt das die Tür oder das Fahtzeug zurück?
Bild 33: Es fahren tatsächlich noch ein paar NPZ. Viele gesehen habe ich aber nicht mehr.
Der Bahnhof Basel SBB ist schon schick. An die Grandezza von Milano Centrale kommt er aber nicht heran. OK, das schafft (vielleicht mit Ausnahme der Gare de Lyon) auch kein anderer mir bekannter Bahnhof.
Sollte noch jemand den Auftrag haben, in der Schweiz einzukaufen: im Bahnhof Basel SBB gibt es einen riesengroßen, sehr gut sortierten und ziemlich schicken Migros. Der Coop gegenüber kann dagegen einpacken. Allerdings hat der Rivella, was es bei Migros vermutlich nur als Mivella gibt, oder?
Der ICE 272 begann seine Fahrt dann natürlich mit technischen Problemen - Türstörung, damit +15. War mir aber egal, in Karlsruhe war ja genügend Umstiegszeit. Also zum Abschluss noch zwei Fresskistenbilder:
Bild 34: Ein Bier mit Glas!
Das mit dem Glas braucht ein bisschen Erläuterung, denn das ist reif für extra3. In Deutschland dürfen im Bordrestaurant (mit Selbstbedienung) nur Pappbecher ausgegeben werden. In der 1. Klasse mit Bedienung am Platz dagegen gibt es Gläser. Der Herr am Nachbartisch wollte kurz vor Freiburg ein Weizen und zog extra in die Erstklasshälfte um, dort war das Glas dann wohl risikolos. Im Restaurant hätte er das Weizen aus dem Pappbecher trinken müssen.
Die Schweizer machen es weniger kompliziert, dort sind Gläser erlaubt. Nachdem die Mitarbeiterin und ich uns (vor der Abfahrt in SBB) darauf geeinigt hatten, dass Basel SBB definitiv noch in der Schweiz liegt, bekam ich dann auch ein Glas (und musste es auch nicht im Bad Bf wieder abgeben).
N.B.: Ich mache dem Personal keinerlei Vorwurf, sie haben entsprechend ihrer Anweisungen gehandelt. Das führt bloß manchmal zu absurden Situationen, und diese gehörte definitiv dazu.
Bild 35: Gulasch nach Art der DB
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:07:24:21:59:53.