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 08/02 - Alpenlandforum 

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Vorbereitungen
Teil 1 Einführung
Teil 2 Anreise
Teil 3 Graubünden
Teil 4 Tessin 1/2
Teil 5 Tessin 2/2 und Rückreise

Die Bildernummerierung ist durchlaufend.

Sa, 14. August
Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
  • Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.
  • Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.
  • Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabel
  • Der Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich.

  • Also wie folgt:
    ab 09:16 Laax GR, Rancho (B 81 81150, Richtung: Chur, Postautostation)
    an 09:57 Chur, Postautostation
    ab 10:08 Chur - Gleis 9 (IC 3 566, Richtung: Zürich HB)
    an 11:22 Zürich HB - Gleis 7
    ab 11:33 Zürich HB - Gleis 9 (EC317, Richtung: Chiasso)
    an 13:30 Lugano - Gleis 2
    ab 13:38 Lugano - Gleis 1 (S 90 25970, Richtung: Giubiasco)
    an 13:42 Lamone-Cadempino - Gleis 2
    ab 13:50 Lamone-Cadempino, Stazione (B 444 271, Richtung: Torricella, Naravazz)
    an 13:57 Manno, Paese

    Die 81 kam zur Freude der Kinder wieder als recht leerer Doppelstockbus angefahren. Der Fahrer bestand trotzdem darauf, dass die Koffer in den (in ca. 1,50m Höhe befindlichen) Kofferraum geladen werden, mithelfen wollte er aber nicht. War völllig überflüssig mit den sauschweren Koffern und passte mal wieder ins Bild: Gepäck ist halt nicht wirklich vorgesehen.

    Bild 35: Umsteigen in Zürich. Immer wieder beeindruckend, wie viel in eine Doppeltraktion Twindexx hineinpasst (rund 1.300 Sitzplätze). Die Re 460 gehört wohl zu den Anonymen Zugförderern, jedenfalls sehe ich keine Nummer.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213090105-5b5b0b59.jpg

    Bild 36: Da steht er ja, unser Giruno. Nach längerem Fußmarsch war in der vorderen Garnitur dann auch noch reichlich Platz.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213090106-d8e90e9d.jpg

    Vom Fahrzeug war ich absolut angetan. Durchdachte Raumaufteilung, komfortable Sitze, hervorragende Laufruhe und schnell. Das wäre auch eine gute Alternative zum ICE4 gewesen.
    Bild 37: Innenaufnahme Bordrestaurant - am tollsten finde ich ja das dicke Schweizer Wappen. Man stelle sich Ähnliches in .de vor.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085458-bf0fa0c4.jpg

    Bild 38: Durchfahrt durch den Gotthardtunnel. So ein ganz klein bisschen stolz sind sie darauf ja schon, man beachte die Anschrift auf dem Monitor.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085425-d2f82806.jpg

    Bild 39: noch eine (leider qualitativ schlechte) Innenaufnahme
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085425-7cd3672e.jpg

    Warum der innerschweizerische Zug (Zürich-Chiasso) als EC verkehrte, habe ich nicht verstanden. Kann es sein, dass er sonst nach Mailand weiterfährt und baustellenbedingt auf Chiasso eingekürzt wurde?


    Ein weiteres Rätsel war mir das S-Bahn-Netz im Tessin. Zwischen Bellinzona und Lugano verkehren S10 und S90. Die S90 über die Bergstrecke, die S10 durch den Monte-Ceneri-Tunnel. Allerdings beginnt die S90 erst in Giubasco, was einen Umstieg aus dem Norden auf die Bergstrecke faktisch verunmöglicht. Kann mir das jemand erklären? Ich vermute ja Trassenmangel, aber es ist für den oberen Malcantone einfach nur blöd.

    Am Wochenende gibt es keine direkten Busse von Lugano nach Manno Paese, deswegen haben wir noch eine Schleife mit der S90 eingelegt. Am Busbahnhöfchen fragte ich dann eine Autopostale-Busfahrerin, wo denn unsere 444 abfahre. Sie wusste es interessanterweise auch nicht. Die 444 kam dann aber doch noch angefahren und wartete auf uns. Als einzige hat sie eine separate Haltestelle.

    Untergebracht waren wir hier, was uns im Grunde gut gefiel (nagelneu, mitten im Ort), aber auch Nachteile hatte: die Beschattung für die großen Südfenster wird wohl erst noch geliefert (Klimaanlage gibt es nicht), die Matratzen spiegelten die Schweizer Liebe zum Beton wieder, und man hört einfach im ganzen Ort permanent die Autobahn.
    Bild 40: der Blick aus dem Fenster macht aber definitiv was her
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085426-e4c9a3ec.jpg

    Wirklich gut (natürlich zu Schweizer Preisen) gegessen haben wir hier: Grotto d´Ortiga. Dass der Ort nicht übermäßig touristisch ist, merkte man daran, dass an den Tischen fast nur Italienisch gesprochen wurde.


    So, 15. August
    Es war heiß, sehr heiß, draußen wie drin. Ich glaube, ich war jeden Tag mindestens dreimal kurz in der Dusche. Wir haben also ein bisschen den Ort erkundet und waren später noch in Lugano.

    Bild 40: Mandarinli der FLP in Lugano (Bild war bereits in den Vorbemerkungen zu sehen)
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085426-b7178058.jpg

    Der Bahnhof in Lugano liegt oberhalb der Stadt, deswegen gibt es eine Standseilbahn (GA gültig). Wir sind gelaufen, dabei kam mir die Zwischenstation vor die Linse. Ja, das Bild ist schief. Die Station wird immer nur bei jeder zweiten Fahrt bedient, was dem System Abt zu verdanken ist.
    Bild 41: Zwischenstation Lugano Cattedrale
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085426-81387e71.jpg

    Man mag anderer Meinung sein, aber auf mich wirkte Lugano wie die katholisch-italienische Variante von Zürich. In Zürich ist auch Geld reichlich vorhanden, aber dank des Calvinismus tut man wenigstens ein bisschen bescheiden. In Lugano gibt es ebensoviel Geld, nur gibt man nicht mal vor, bescheiden zu sein.
    Bilder 42, 43: Lugano
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085757-696926aa.jpg
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085427-c517493f.jpg

    Wir waren dann noch auf dem Monte Brè (GA = Halbtax, Juniorkarte ist gültig). Hier gibt es aber nur ein Foto der unteren Standseilbahn.
    Bild 44: Funicolare Monte Brè
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085427-9b2ec62d.jpg

    Auf dem Rückweg - es war ja Sonntag - wollten wir am Bahnhof in Lugano noch etwas Essbares besorgen. Falls jemand man das gleiche Problem haben sollte: wenn man vor dem Bahnhof steht, ist ganz links ein recht brauchbar sortierter Laden mit zivilisierten Preisen. Die beiden Kioske dagegen kann man vergessen.

    Mo, 16. August
    Hatte ich schon erwähnt, dass es heiß war? Nein? Also: es war heiß und schwül. Niemand hatte Lust zu irgendwas, alle gingen sich auf die Nerven. Irgendwann schaffte ich es dann doch noch, wenigstens 2/3 der Restfamilie und mich selbst dazu zu bewegen, das Haus zu verlassen: [www.komoot.de]
    Unterwegs sah es dann (ziemlich am Anfang) so aus:
    Bild 45: Blick übers Tal
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085458-e200e1dd.jpg

    5km und 520 hm klingen nicht nach viel, bei über 30 Grad und tropischer Luftfeuchtigkeit und mit einem übermüdeten Siebenjährigen im Schlepptau waren wir aber alle froh, als wir endlich in Arosio waren. Dort vorhandene Infrastruktur: eine Kita, eine Bushaltestelle. Mehr nicht. Das unserem Sohn versprochene Eis besorgten wir später im Tal, vor Ort ließ uns ein überaus nettes älteres Ehepaar die Wasserflaschen auffüllen und schenkte uns noch ein paar Pfirsiche. Es gab eine ganze Menge Leerstand ("Affitasi", "Vendesi"), und die beiden alten Leutchen meinten, die Jungen zögen weg. Wundert mich nicht. Der Ort sieht auch nicht übermäßig gepflegt aus.
    Bild 46: Arosio
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085427-abb93f9b.jpg

    Bild 47: Ganz hübsch und gepflegt (und vermutlich viel zu groß) präsentiert sich die Dorfkirche.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085428-02635d56.jpg

    Wirklich böse war niemand von uns dreien, als der stündliche Bus dann kam. Er schaukelte uns dann eine ganze Anzahl an Kehren hinunter. Unterwegs ließ er immer wieder die Autos hinter sich überholen. Ein größeres Fahrzeug hätte in den ganzen Kehren sicher seine liebe Mühe gehabt.
    Bild 48: Hess-Bus zurück nach Manno
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085428-0918f8bf.jpg

    Der Tag hatte immerhin ein Positives: in der Nacht auf Dienstag regnete es mehrmals heftig. Anschließend waren die Temperaturen dann eigentlich sehr angenehm.

    Di, 17. August
    Nach der schweißtreibenden Tour am Vortag war für heute etwas Ruhigeres angesagt. Die Kinder vermissten bereits das Hotel-Schwimmbad in Laax. Also fuhren wir auf den Berg, um ins städtische Freibad von Lugano zu kommen. Aus Gründen, die ich nicht so recht verstehe, ist das zweite Freibad nämlich oben auf dem Berg in einem kleinen Teilort namens Carona. Ich vermute mal, dass das irgendwie mit der Eingemeindung zusammenhängt, ähnliche Effekte gab es ja auch hierzulande.
    Die Anfahrt erfordert ein Umsteigen von Autopostale zu Autopostale. Der Busbahnhof in Lugano heißt nicht umsonst "Autosilo Balestra". Oben Parkhaus in atemberaubender Scheußlichkeit, unten im Keller ein Busbahnhof der Sorte "Hauptsache, man sieht ihn nicht."

    Bild 49: Brutalismus pur: das Parkhaus von außen. Ist "Autosilo" eigentlich ein Helvetismus?
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085758-b05bd4d2.jpg

    Bild 50: Die Busse hat man in den Keller verbannt und das Konstrukt dann auch noch so gestaltet, dass die Busfahrer aus der Bucht rückwärts rausfahren müssen. Grauenhaft.
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085429-af3c82ea.jpg

    In Carona muss der Bus dann durchs Stadttor. Da bleibt rechts und links jeweils tatsächlich nur eine Handbreit, in jedem Fall deutlich unter 10 cm. Leider habe ich nur ein Foto eines Fotos - selbst saß ich ja im Bus.
    Bild 51: Kamel durchs Nadelöhr, Bus in Carona
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085459-e7a8494e.jpg

    Das unten referrenzierte Angebot - 1 CHF Rabatt im Schwimmbad bei öffentlicher Anreise - bekommt man theoretisch nur, wenn man sich beim Busfahrer einen Gutschein holt. Meine freundliche Anfrage an der Kasse mit Vorzeigen der GA genügte aber auch.
    Aber auch hier: trotz dieses eigentlich guten Angebots ist der Parkplatz vor der Tür, vom Bus muss man ein paar 100m laufen. Nicht schlimm, aber einer der vielen Punkte, den ich in den Vorbemerkungen mit Stadtplanung meinte.

    Im Schwimmbad hat es uns eigentlich gut gefallen - viel Grün, viel Platz, und tolle Aussicht. Selbst die Eintrittspreise waren halbwegs zivil. Den 10m-Turm haben wir aber nicht genutzt. Auch hier: Empfehlung!
    Bild 52: Schwimmbad Carona
    https://bilder.familie-gauger.de/upload/2023/12/13/20231213085429-3b90f9c6.jpg

    Wir waren anschließend noch im Parco San Grato. Mein Interesse an Botanik ist überschaubar, aber es ist eine schöne Anlage, und das Restaurant oben sah auch nicht schlecht aus. Auch Carona selbst ist ein sehr nettes Örtchen mit ein paar verlockend aussehenden Lokalen, aber Uhrzeit und Preise...



    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:07:24:21:59:08.
    l0wside schrieb:
    [/url]...[url=https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?106,9779589]

    Sa, 14. August
    Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
  • Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.
  • Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.
  • Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabel
  • Der Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich.
  • ...
    Die 81 kam zur Freude der Kinder wieder als recht leerer Doppelstockbus angefahren. Der Fahrer bestand trotzdem darauf, dass die Koffer in den (in ca. 1,50m Höhe befindlichen) Kofferraum geladen werden, mithelfen wollte er aber nicht. War völllig überflüssig mit den sauschweren Koffern und passte mal wieder ins Bild: Gepäck ist halt nicht wirklich vorgesehen.
    ...
    Wenn die Laufzeit in Ordnung ist, kannst du für 12 CHF/Gepäckstück das Ganze transportieren lassen [Gepäck-Bahnhof zu Bahnhof].
    Es geht auch in zwei Etappen, den einen Teil zwei Tage vorabschicken, den Rest bei der Abreise. Der erste sollte zu deiner Ankuft da sein.



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:08:25:15:33:53.
    Hallo,
    die 460 hat nach Neulackierung die Nummer nur noch am Rahmen-in der Nähe des hinteren Führerstandes-angeschrieben.
    Ist für Statistiker natürlich schlecht.Diese wird wohl inkognito bleiben,denn Alukreuze haben viele.
    Beste Grüsse,danke für den Bericht.
    Olaf
    l0wside schrieb:
    Umsteigen in Zürich. Immer wieder beeindruckend, wie viel in eine Doppeltraktion Twindexx hineinpasst (rund 1.300 Sitzplätze). Die Re 460 gehört wohl zu den Anonymen Zugförderern, jedenfalls sehe ich keine Nummer.
    Die Nummer steht an der Seite. Vorne braucht es keine. Bei Triebzügen des Fernverkehrs steht vorne ja auch keine Nummer dran und niemand hat sich bisher gross daran gestört.

    Übrigens ist das ein IC2000-Pendel und kein Twindexx. Twindexx sind Triebzüge, die fahren ohne Lok.


    l0wside schrieb:
    Innenaufnahme Bordrestaurant - am tollsten finde ich ja das dicke Schweizer Wappen.
    Dieses Wappen wird dann bei der Zugstaufe ersetzt durch das Wappen, auf das er getauft wird. Die ersten 26 Giruno werden nach den 26 Schweizer Kantonen getauft und die drei übrigen auf Gotthard, Monte Ceneri und Simplon.


    l0wside schrieb:
    Warum der innerschweizerische Zug (Zürich-Chiasso) als EC verkehrte, habe ich nicht verstanden. Kann es sein, dass er sonst nach Mailand weiterfährt und baustellenbedingt auf Chiasso eingekürzt wurde?
    Das ist Corona-bedingt. Trenitalia hat das vollständige Angebot noch nicht wieder aufgenommen. Die SBB fahren das volle Angebot bis zur Schweizer Grenze.

    Italienisches Personal kontrolliert in allen durchgehenden EC den Pass, das Covidzertifikat und die ausgefüllte Selbstdeklaration, warum man unterwegs ist. Die Italiener wollten ursprünglich, dass die SBB dies machen sollen, was die SBB verweigert hatten. Nun müssen es die Italiener mit eigenem Personal selber machen und dabei in Chiasso den ganzen Zug auseinandernehmen.

    Normal sind es täglich zehn EC ab Zürich HB, davon von 07:33 bis 19:33 sieben EC im Zweistundentakt nach Milano Centrale, sonst noch um 06:33 nach Bologna Centrale, um 08:33 nach Genova PP und um 10:33 nach Venezia SL.


    l0wside schrieb:
    Allerdings beginnt die S90 erst in Giubasco, was einen Umstieg aus dem Norden auf die Bergstrecke faktisch verunmöglicht. Kann mir das jemand erklären? Ich vermute ja Trassenmangel, aber es ist für den oberen Malcantone einfach nur blöd.
    Die Linie Bellinzona-Giubiasco soll dreispurig ausgebaut werden. Das dauert allerdings noch, da es wie man unschwer erkennen kann, nicht ganz so einfach ist.

    https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:08:25:17:18:15.
    Guten Abend!

    Echt jetzt, das ist kein Scherz?! Ein Urlauber befindet sich in einem der schönsten Landschaftsräume Europas, die Eidgenossen haben unter Inkaufnahme vieler Todesopfer eine berauschende und - NOCH! - am offenen Fenster erfahrbare Bahnstrecke ins Gebirge gesetzt, diese trotz unentwegtem Entlangschrammens am Ruin bis zum heutigen Tag in Betrieb gehalten ... Und was macht der Urlauber? Fährt mit einem anonymen Triebzug ins stickige Zürich, um sich anschließend mit einem "Tunneltampon" dieser ganzen Schönheit komplett zu entziehen?! Ich bin fassungslos. Da fällt mir nun nichts mehr ein.

    Gruß
    Daniel

    "Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
    Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabelDer Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich."
    brejlovec750 schrieb:
    Guten Abend!

    Echt jetzt, das ist kein Scherz?! Ein Urlauber befindet sich in einem der schönsten Landschaftsräume Europas, die Eidgenossen haben unter Inkaufnahme vieler Todesopfer eine berauschende und - NOCH! - am offenen Fenster erfahrbare Bahnstrecke ins Gebirge gesetzt, diese trotz unentwegtem Entlangschrammens am Ruin bis zum heutigen Tag in Betrieb gehalten ... Und was macht der Urlauber? Fährt mit einem anonymen Triebzug ins stickige Zürich, um sich anschließend mit einem "Tunneltampon" dieser ganzen Schönheit komplett zu entziehen?! Ich bin fassungslos. Da fällt mir nun nichts mehr ein.

    Gruß
    Daniel

    "Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
    Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabelDer Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich."
    Hallo
    Na ja, es sind halt keine Fuzzi Ferien :-)
    über 10 Stunden mit Kindern und Gepäck wäre auch nicht meins gewesen.
    Dass man den Basistunnel besichtigen wollte, kann ich auch verstehen! Und dass man den Tunneltampon so kennen gelernt hat, wird Spuhler freuen :-)
    Mein Favorit wäre aber die Postautoverbindung Chur - Bellenz gewesen.
    Da muss man wissen, dass die Post hier das modernste Material einsetzt, die Busreisecars durchaus das Wasser reichen können.
    Zudem ist die Fahrt durch die Via Mala und die Roflaschlucht auch ein Erlebnis, und das Dreiklanghorn kommt hier nicht zum Einsatz. :-)

    Gruss Leo




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:08:26:09:32:49.
    leofink schrieb:
    Mein Favorit wäre aber die Postautoverbindung Chur - Bellenz gewesen.
    Da muss man wissen, dass die Post hier das modernste Material einsetzt, die Busreisecars durchaus das Wasser reichen können.
    Zudem ist die Fahrt durch die Via Mala und die Roflaschlucht auch ein Erlebnis, und das Dreiklanghorn kommt hier nicht zum Einsatz. :-)
    OK, dazu zwei Anmerkungen: in der Via Mala-Schlucht war ich vor zwei Jahren mit den Kindern (Durchfahrt mit dem Auto), auch die weitere Route über die A13. Und was ich in Bellinzona an Bussen aus Chur stehen sah, löste bei mir nun kein dringendes Mitfahrbedürfnis aus. Abgesehen davon: die Fahrt entlang der diversen Seen (Walensee, Zürichsee, Zugersee, Vierwaldstättersee) ist auch sehr nett. Dafür können wir jetzt dagen, dass wir durch den GBT gefahren sind.

    Viamala

    geschrieben von: Supercity

    Datum: 26.08.21 10:33

    leofink schrieb:
    Mein Favorit wäre aber die Postautoverbindung Chur - Bellenz gewesen.
    Da muss man wissen, dass die Post hier das modernste Material einsetzt, die Busreisecars durchaus das Wasser reichen können.
    Zudem ist die Fahrt durch die Via Mala und die Roflaschlucht auch ein Erlebnis, und das[url=https://de.wikipedia.org/wiki/Bergpoststrasse] Dreiklanghorn kommt hier nicht zum Einsatz. :-)

    Nun, meine Wahl für die Reise wäre zwar auch auf den Bus nach Bellinzona gefallen. Aber die schnellen Verbindungen fahren ja auch über die A13. Wenn man im Bereich Viamala etwas mehr sehen will, empfiehlt es sich, einen "Lumpensammler"-Bus zu nehmen.

    LG

    https://i.postimg.cc/6pLrNrrr/cheb.jpg

    Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto - Familienurlaub mit ÖV. 4: Tessin 1/2

    geschrieben von: ehemaliger Nutzer

    Datum: 26.08.21 12:46

    brejlovec750 schrieb:
    Echt jetzt, das ist kein Scherz?! Ein Urlauber befindet sich in einem der schönsten Landschaftsräume Europas, die Eidgenossen haben unter Inkaufnahme vieler Todesopfer eine berauschende und - NOCH! - am offenen Fenster erfahrbare Bahnstrecke ins Gebirge gesetzt, diese trotz unentwegtem Entlangschrammens am Ruin bis zum heutigen Tag in Betrieb gehalten ... Und was macht der Urlauber? Fährt mit einem anonymen Triebzug ins stickige Zürich, um sich anschließend mit einem "Tunneltampon" dieser ganzen Schönheit komplett zu entziehen?! Ich bin fassungslos. Da fällt mir nun nichts mehr ein.

    Gruß
    Daniel

    "Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
    Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabelDer Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich."

    Wann war, jetzt einmal kurz abgesehen vom Tessin, Chur - Göschenen zuletzt umsteigefrei im Regelfahrplan,
    auf welcher Spurweite auch immer?

    Gruß, ULF
    Zitat:
    Man mag anderer Meinung sein, aber auf mich wirkte Lugano wie die katholisch-italienische Variante von Zürich. In Zürich ist auch Geld reichlich vorhanden, aber dank des Calvinismus tut man wenigstens ein bisschen bescheiden. In Lugano gibt es ebensoviel Geld, nur gibt man nicht mal vor, bescheiden zu sein.

    Wenn schon dank Zwingli.

    Genau dieses selbstbewusst dargebotene Halbwissen, lässt viele Schweizer empfindlich auf Deutsche reagieren

    Bello è affrontar la morte
    Gridando libertà!
    Amor di patria impavido
    Mieta i sanguigni allori,
    Poi terga i bei sudori
    E i pianti la pietà.

    Vincenzo Bellini, "I Puritani"
    Ernani schrieb:
    Wenn schon dank Zwingli.

    Genau dieses selbstbewusst dargebotene Halbwissen, lässt viele Schweizer empfindlich auf Deutsche reagieren
    Du hast natürlich Recht. Zwingli, nicht Calvin. Falls ich damit die (Deutsch-)Schweizer Seele verletzt haben sollte, tut es mir Leid.
    Die mehr als nüchterne Atmosphäre des Zürcher Grossmünsters werde ich nie vergessen, dagegen ist der hiesige Pietismus ja regelrecht farbenfroh.

    Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto - Familienurlaub mit ÖV. 4: Tessin 1/2

    geschrieben von: ehemaliger Nutzer

    Datum: 29.08.21 07:48

    l0wside schrieb:
    Vorbereitungen
    Teil 1 Einführung
    Teil 2 Anreise
    Teil 3 Graubünden

    Die Bildernummerierung ist durchlaufend.

    Sa, 14. August
    Für die Weiterfahrt ins Tessin gab es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Richtig toll war keine von ihnen:
  • Die Busfahrt Chur-Bellinzona wäre im GA enthalten gewesen, aber Bus fahren wollte niemand.
  • Die Variante über Ilanz-Disentis-Andermatt-Göschenen wäre zwar toll gewesen, aber in Anbetracht der zahlreichen Umstiege (insgesamt 7 bis Manno: Laax posta, Ilanz, Disentis, Andermatt, Göschenen, Bellinzona, Giubasco, Lamone-Cadempino) mit dem vielen Gepäck war auch auf diese Lösung niemand aus.

  • Du hast acht Umstiege genannt, von denen einer gar keiner ist.

    Etwas später am Tag hättet Ihr Varianten mit fünf Umstiegen gehabt, langsamer, R- und zuschlagpflichtig,
    mit Glacier.

    l0wside schrieb:
  • Über das Engadin und Tirano hätte 10 1/2 Stunden gedauert - indiskutabel
  • Der Hinweis meiner Frau "was ist denn mit dem Basistunnel?" brachte mich dann auf die für uns beste Lösung: ein großer Haken über Zürich.
  • [...]


    Ein weiteres Rätsel war mir das S-Bahn-Netz im Tessin. Zwischen Bellinzona und Lugano verkehren S10 und S90. Die S90 über die Bergstrecke, die S10 durch den Monte-Ceneri-Tunnel. Allerdings beginnt die S90 erst in Giubasco, was einen Umstieg aus dem Norden auf die Bergstrecke faktisch verunmöglicht.

    Nicht, wenn Du von Göschenen kommst. Dann kannst Du den Umstieg Bellinzone gepflegt streichen.
    Seit einiger Zeit verkehrt da nämlich der SOB-IR mit Traverso, auch wenn seine Haltfolge abchnittsweise
    S-Bahn-mäßig anmutet.

    Es gibt auch extrem früh am Morgen durchgehende S-Bahnen von Bellinzona nach Lamone-Cadempino.

    l0wside schrieb:
    Kann mir das jemand erklären? Ich vermute ja Trassenmangel, aber es ist für den oberen Malcantone einfach nur blöd.

    Am Wochenende gibt es keine direkten Busse von Lugano nach Manno Paese, deswegen haben wir noch eine Schleife mit der S90 eingelegt. Am Busbahnhöfchen fragte ich dann eine Autopostale-Busfahrerin, wo denn unsere 444 abfahre. Sie wusste es interessanterweise auch nicht. Die 444 kam dann aber doch noch angefahren und wartete auf uns. Als einzige hat sie eine separate Haltestelle.

    Zumindest am Nichthandy kannst Du in der SBB-Auskunft den Fußweg anklicken und bekommst
    ihn dann im Ortsplan gezeigt.

    l0wside schrieb:
    Untergebracht waren wir hier, was uns im Grunde gut gefiel (nagelneu, mitten im Ort) [...]





    Mo, 16. August
    Hatte ich schon erwähnt, dass es heiß war? Nein? Also: es war heiß und schwül. Niemand hatte Lust zu irgendwas, alle gingen sich auf die Nerven. Irgendwann schaffte ich es dann doch noch, wenigstens 2/3 der Restfamilie und mich selbst dazu zu bewegen, das Haus zu verlassen: [www.komoot.de]
    Unterwegs sah es dann (ziemlich am Anfang) so aus:
    Bild 45: Blick übers Tal
    [abload.de]

    5km und 520 hm klingen nicht nach viel, bei über 30 Grad und tropischer Luftfeuchtigkeit und mit einem übermüdeten Siebenjährigen im Schlepptau waren wir aber alle froh, als wir endlich in Arosio waren. Dort vorhandene Infrastruktur: eine Kita, eine Bushaltestelle. Mehr nicht. Das unserem Sohn versprochene Eis besorgten wir später im Tal, vor Ort ließ uns ein überaus nettes älteres Ehepaar die Wasserflaschen auffüllen und schenkte uns noch ein paar Pfirsiche. Es gab eine ganze Menge Leerstand ("Affitasi", "Vendesi"), und die beiden alten Leutchen meinten, die Jungen zögen weg. Wundert mich nicht. Der Ort sieht auch nicht übermäßig gepflegt aus.
    Bild 46: Arosio
    [abload.de]

    Nun, der Ort, Arosio bestand eigentlich immer aus Unter- und Oberdorf, hat vor längerer
    Zeit seine Selbständigkeit verloren.

    l0wside schrieb:
    [...]

    Wirklich böse war niemand von uns dreien, als der stündliche Bus dann kam. Er schaukelte uns dann eine ganze Anzahl an Kehren hinunter. Unterwegs ließ er immer wieder die Autos hinter sich überholen. Ein größeres Fahrzeug hätte in den ganzen Kehren sicher seine liebe Mühe gehabt.
    Bild 48: Hess-Bus zurück nach Manno
    [abload.de]

    Jetzt frage ich mich nur, welche Linie/Fahrt das gewesen sein könnte. Auf Dokumentseite 6,
    zoombar, findet sich auf den ersten, zweiten und dritten Blick keine durchgehende Linie
    nach Manno:
    [www.fahrplanfelder.ch]
    Kann natürlich sein, daß Manno nicht in jedem Haltestellennamen auf Gemeindegebiet auftaucht.
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