Vorbereitungen
Teil 1 Einführung
Teil 2 Anreise
Teil 3 Graubünden
Teil 4 Tessin 1/2
Teil 5 Tessin 2/2 und Rückreise
Die Bildernummerierung ist durchlaufend.
Mit einer vierköpfigen Familie (Kinder sind 10 und 7) zu verreisen, bringt einiges an Gepäck mit sich. Insbesondere dann, wenn man nicht weiß, wie in diesem grün angestrichenen Winter das Wetter wird. Um das vorwegzunehmen: das Wetter war von bester Schweizer Qualität.
Bild 9: Unser gesammeltes Gepäck nach der Einreise in die Schweiz
So, 8. August: Anreise
Als Referenz: Google Maps gibt mir eine Autofahrzeit von 3:45 aus. Real wären es also vermutlich um die 4:30 bis 5:00. Wegen der Sperrung auf der Gäubahn sind wir über Ulm und den Bodensee gefahren - SEV-Bus fahren wollte irgendwie niemand.
Die Stadtbahnfahrt in Stuttgart ist keiner Rede Wert, die SSB funktioniert meistens in nahezu Schweizer Qualität.
Plan:
Stuttgart Hbf 8.54 IC267
Ulm Hbf 9.56
Ulm Hbf 10.04 IRE3044
Friedrichshafen Stadt 11.06
Friedrichshafen Stadt 11.13 RB17710
Friedrichshafen Hafen 11.14
Friedrichshafen Fähre 11.21
Romanshorn Autoquai 12.05
Realität:
Stuttgart Hbf 8.54 IC267 +2
Göppingen 9.19 +6
Göppingen 9.29 IRE4211
Friedrichshafen Stadt 11.23
(Gepäckschleppen durch Friedrichshafen)
Friedrichshafen Fähre 12.21
Romanshorn Autoquai 13.05
Die Fahrt begann damit, dass unser Gepäckberg nicht so recht mit den Möglichkeiten eines Bvmz kompatibel war und ich mir noch vor Cannstatt einen Anschiss des Zugbegleiters einhandelte. Danke, das wäre auch freundlich gegangen. Es macht, was ich nur immer wieder betonen kann, keinerlei Spaß, 7 Gepäckstücke mit insgesamt sicher 50kg durch die Gegend zu wuchten. Gepäckversand wäre hier ein echter Pluspunkt gewesen. Allerdings wäre das richtig teuer geworden, je Gepäckstück um die 50 Euro. Und dann weiß man nicht, wann und ob es ankommt.
Wie erwartet, funktionierte die Fahrt mit der DB nicht wie geplant. Wir sammelten mit dem (gut gefüllten) IC267 noch ein paar Minuten Extra-Verspätung ein, bis es vor Göppingen dann hieß: "wir halten hier ein bisschen länger wegen einer technischen Überprüfung des Zugs." Den hatte ich auch noch nie, das Prozedere am Zug sah mir nach Heißläuferverdacht am Bistrowagen (ARkimbz) aus.
Die Reisekette war damit Makulatur, also nahmen wir bahnsteiggleich den IRE. Das bedeutete zwar eine Stunde Zeitverlust, aber den hatten wir sowieso gewonnen. Die Laune der Familie näherte sich dem Nullpunkt.
Der IRE kam mit den seit Langem auf der Strecke üblichen Dostos. Voll mit Radfahrern, schmutzig und im Untergeschoss nach Klo stinkend, also wie immer. Die Familie verzog sich nach oben, ich blieb beim Gepäck unten. Die drei Mädels neben mir wollten von Ulm nach Neustadt/Schwarzwald und fuhren dazu sperrungsbedingt über den Bodensee. Irgendeine Auskunft hatte wohl behauptet, dass sie für den SEV-Bus hinter Sigmaringen einen Extra-Fahrschein bräuchten. Ich hoffe, sie sind irgendwann mal angekommen.
In Friedrichshafen war der Anschluss natürlich weg, also sind wir zu Fuß gegangen und haben noch schnell etwas gegessen. Interessanterweise ist eine über die DB gebuchte Fahrkarte mit BC25 wesentlich billiger als eine auf dem Schiff gelöste. Unser GA hatten wir ja noch nicht.
Die Fähre ist entweder auf Autos oder auf Tagesausflügler ohne Gepäck ausgelegt. Ich habe also unsere Gepäckstücke die Treppe hochgeschleppt, die Kinder fanden die Fährfahrt ganz gut. Von der Fähre dann auch endlich mal wieder ein Bild:
Bild 10: Fährfahrt nach Romanshorn
Die Einreisekontrolle in die Schweiz war entgegen meinen Erwartungen schlicht nicht vorhanden.
Den Fahrscheinkauf (Monats-GA) habe ich ja schon geschildert. Mit der Familie würde ich das nächste Mal ins
Hafenrestaurant gehen. Direkt gegenüber vom Bahnhof ist übrigens ein Geldautomat.
Den Taktanschluss auf die S-Bahn haben wir nicht geschafft, da es doch mehr als 5 Minuten dauerte, bis ich die beiden GA und die Junior-Tickets hatte. Also ging es wie folgt weiter (Soll = Ist, wir sind ja in der Schweiz):
Romanshorn 14.16 S7 11753
Rorschach 14.36
Rorschach 14.39 IR13 3269
Chur 15.48
Chur 15.58 Postauto 81
Laax, Rancho 16.33
Unseren Gepäckhaufen vor dem GTW gab es ja schon oben. Also hier nur ein Bild der Innenbestuhlung:
Bild 11: GTW als S-Bahn von innen
Interessant fand ich die Bestuhlung. 3+2 habe ich außerhalb Japans noch nie bewusst gesehen. Trotzdem fühlte es sich nicht beengt an (allerdings war es auch ziemlich leer). Ist der GTW hier breiter als üblich, oder kam mir das nur wegen der Leere nicht beengt vor?
Der Umstieg in Rorschach war leider nicht bahnsteiggleich. Dafür haben die 3 Minuten Umstigeszeit problemlos gereicht, alle Beteiligten waren pünktlich.
Der (so gut wie leere)
Twindexx kam bei der Familie gut an, vor allem die sofaähnlichen Längssitze und die Laufruhe. Da alle oben sitzen wollten, habe ich die Koffer eben nach oben geschleppt und dann in Chur wieder runter.
Die Kombination Fahrrad/Bahn scheint auch in der Schweiz nicht völlig unbekannt zu sein. Allerdings war das das einzige Mal, dass mir größere Mengen Fahrräder unterkamen, von den zahlreichen Mountainbikes in Laax abgesehen.
Bild 12: Buchs SG
In Chur pünktlich angekommen, haben wir das Gepäck und die Familie ausgeladen und dann erst mal den Bus gesucht. Das war gar nicht so einfach, denn der Bahnhof Chur ist für die nicht Ortskundigen erst mal etwas verwirrend: [
www.sbb.ch]
Gleis 3 und Gleis 6 existieren nicht. Gleis 1 und 2 sind vor der Tür (RhB von und nach Arosa). Gleis 4 ist ein Stumpfgleis. Die Stadtbusse fahren vor der Tür, während die Postautos auf einer Art Brücke quer über den Gleisen abfahren. Nach einer unfreiwilligen Bahnhofsbesichtigung haben wir es dann auch gefunden, Anbindung über (nicht stinkende, funktionierende) Aufzüge.
Das leidige Aufzugsthema haben die Schweizer übrigens ganz pragmatisch gelöst: zu jeder Treppe gibt es gegenüber eine lange Rampe. Die geht nicht kaputt und bietet wesentlich mehr Kapazität als jeder Aufzug.
Durch das etwas chaotische Umsteigen gibt es keine Bilder. Oben angekommen, war der Bus (Linie 81) dann aber unproblematisch zu finden und hatte auch ausreichend große Gepäckfächer. Der Expressbus ist zwar fix in Flims, verliert bis Laax aber durch die Schleife in Flims locker 10 Minuten. Das ist nicht schlimm, nervt aber irgendwann.
Untergekommen waren wir im
Peaks Place. Das ist ein Zwischending zwischen Hotel und Ferienwohnungsanlage. Wir hatten eine große, neue Wohnung mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern(!). Leider konnte man auf dem Balkon quasi nicht sitzen, weil die stark befahrene Durchgangsstraße direkt vor der Tür vorbeiführt. Beim nächsten Mal sind wir schlauer.
Dafür war unser Sohn vom Schwimmbad hin und weg, vermutlich hätte er den ganzen Urlaub dort verbringen können.
Bild 13: Blick vom Balkon
Faktisch waren wir etwas über 8h unterwegs.
Mo, 9. August: Ortsbesichtigung
Ich kann es kurz machen und auf zwei Punkte beschränken:
Wer einen Skiort kennt, kennt alle. Das gilt auch für Flims-Laax-Falera. Der Badebereich und der Spielplatz am Laaxer See sind aber sehr schön gestaltet.
Am
"Baumwipfelpfad" lohnt sich nur die Rutsche. Der Rest ist nur eine ewig lange Holzbrücke, die weit unterhalb der Baumwipfel verläuft und voll von Touristen ist. Die Wanderwege sind meines Erachtens weitaus attraktiver und gratis.
ÖV jeder Art haben wir heute nicht geutzt.
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2024:07:24:21:58:10.