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[CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: l0wside

Datum: 07.07.21 17:58

Hallo zusammen,

nach viel Hin und Her haben wir uns nun darauf geeinigt, den Familienurlaub mit unseren beiden Kindern (6 und 10) in der Schweiz zu verbringen: eine Woche in Laax GR, eine Woche in Manno TI. Ich bin eigentlich nicht sonderlich erpicht darauf, mich im Auto über die Autobahn und die Bündner Landstraßen zu quälen. Die Kinder fahren gerne Bahn (sind aber keine Fuzzis), meine Frau ließe sich ggf. zum Bahnfahren überreden.
Die Bahn hat verschiedene Versionen für die Anfahrt von Stuttgart nach Laax, effektiv um die 7h (Auto wären um die 4h). Kosten sind ok, um die 100 EUR für alle vier.

Interessant wird der Aufenthalt vor Ort. Nach Chur bietet mir die SBB eine Busverbindung im Halbstundentakt an, was ja völlig ok ist. Aber hat jemand Erfahrungen damit, ob die interessanten Ziele dort (z.B. Wanderwege, Bademöglichkeiten, bei Schlechwetter auch Museen) realistisch erreichbar sind oder ob das ohne Auto einfach zur Quälerei wird. Hat jemand Erfahrungen? Gibt es eine Wochenkarte o.ä. für Bahn, Bus, Bergbahnen?

Manno TI ist ein Stück außerhalb von Lugano. Mit der Bahn nimmt man effektiv auch nur das Postauto über den Großen St. Bernhard, Dauer 4:20 - Auto um die 2h. Alternativ geht natürlich auch die Gotthardvariante über Disentis - Andermatt - Göschenen - Bellinzona. Von Manno fährt halbstündlich ein Bus nach Lugano.

Auch hier: hat jemand einen Familienurlaub ohne Auto im Tessin mal ausprobiert? Erfahrungen? Fahrkartenempfehlungen?

Ich würde gerne öffentlich fahren, aber ich möchte auch nicht jeden Tag erklären müssen, was wir heute wieder nicht machen können oder doof in der Gegend herumstehen, weil wir kein Auto dabei haben.

Danke für eure Empfehlungen!

Max


EDIT: Reisebericht hier
Vorbereitungen
Teil 1 Einführung
Teil 2 Anreise
Teil 3 Graubünden
Teil 4 Tessin 1/2
Teil 5 Tessin 2/2 und Rückreise



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:09:08:12:04:27.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 07.07.21 18:22

Es ist wohl tatsächlich aus deutscher Sicht unvorstellbar, dass etwas auch ohne Auto geht. ;-D

Willkommen in der Schweiz. Es dürfte eher so sein, dass es mit Auto die grössere Quälerei wäre.


Bezüglich Billett steht Besuchern aus dem Ausland das Swiss Travel System zur Verfügung: [www.sbb.ch]
Bei Kauf in diesem Monat gäbe es auch noch Rabatt: [www.mystsnet.com]

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:07:07:18:27:44.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Kusi

Datum: 07.07.21 18:50

Das ganze ist abhängig davon, was du alles besuchen möchtest. Wenn du den Bus nach Ilanz oder Chur nimmst, steht dir eigentlich alles offen. Eine Ausflug nach Genève könnte etwas schwierig werden, da dies dann doch eine grössere Distanz ist. Aber im Bündnerland oder im Tessin hast du da genügend Möglichkeiten. Zudem bist du von Lugano in 2h in Zürich oder Luzern. Wie Twinddexx schon schrieb, mit Zug/Bus kommst du in der Schweiz zu fast jedem Dorf. Du musst nur entscheiden, wohin du willst.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Manu Chao

Datum: 07.07.21 19:04

l0wside schrieb:
Interessant wird der Aufenthalt vor Ort. Nach Chur bietet mir die SBB eine Busverbindung im Halbstundentakt an, was ja völlig ok ist. Aber hat jemand Erfahrungen damit, ob die interessanten Ziele dort (z.B. Wanderwege, Bademöglichkeiten, bei Schlechwetter auch Museen) realistisch erreichbar sind oder ob das ohne Auto einfach zur Quälerei wird. Hat jemand Erfahrungen? Gibt es eine Wochenkarte o.ä. für Bahn, Bus, Bergbahnen?

Manno TI ist ein Stück außerhalb von Lugano. Mit der Bahn nimmt man effektiv auch nur das Postauto über den Großen St. Bernhard, Dauer 4:20 - Auto um die 2h. Alternativ geht natürlich auch die Gotthardvariante über Disentis - Andermatt - Göschenen - Bellinzona. Von Manno fährt halbstündlich ein Bus nach Lugano.

Auch hier: hat jemand einen Familienurlaub ohne Auto im Tessin mal ausprobiert? Erfahrungen? Fahrkartenempfehlungen?
Die Bergregionen sind erstaunlich gut mit ÖV erschlossen. Von Zürich aus habe ich inzwischen wohl hunderte Tageswanderungen in fast der ganzen Schweiz allein mit dem ÖV gemacht (nur das Wallis und das Engadin sind dafür zeitlich zu weit entfernt). Nur je rund ein halbes Dutzend waren mit der Kombination ÖV+Carsharing für die letzen Meilen bzw. komplett mit dem Auto. Oft gibt es für diese letzen Meilen auch Ruftaxis die teilweise auch Strecken befahren die für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind. Nur an an den absoluten Rändern des ÖV wie die großen Pässe (Gotthard, Furka, usw) ist die Bedienungsfrequenz etwas mager; typisch sind dort je zwei Verbindungen am Morgen und Nachmittag und eine zwischendrin.

Aber natürlich ist man mit ÖV meist etwas länger unterwegs und man ist zeitlich weniger flexibel; wie groß die Toleranzschwelle von Kindern dafür ist kann ich nicht wirklich beurteilen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:07:07:20:32:36.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: oxmoxtatze

Datum: 07.07.21 20:05

l0wside schrieb:
Interessant wird der Aufenthalt vor Ort. Nach Chur bietet mir die SBB eine Busverbindung im Halbstundentakt an, was ja völlig ok ist. Aber hat jemand Erfahrungen damit, ob die interessanten Ziele dort (z.B. Wanderwege, Bademöglichkeiten, bei Schlechwetter auch Museen) realistisch erreichbar sind oder ob das ohne Auto einfach zur Quälerei wird. Hat jemand Erfahrungen? Gibt es eine Wochenkarte o.ä. für Bahn, Bus, Bergbahnen?
Für Graubünden schau dir den GraubündenPass an - hab ich selbst nie genutzt, da ich mit Halbtax-Biletten in der Regel billiger war oder eine SparTageskarte für den Tag hatte.

Allgemein würde ich sagen, dass du mit RhB und Postauto die Hotspots und die LowSpots sehr gut erreichen kannst.
Bin selbst (außerhalb von Corona) selbst viel in allen Teilen des Bündnerlandes unterwegs ... und besitze noch nicht mal ein Auto - hab also immer die Anreise aus Deutschland dabei.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Herre Elk

Datum: 07.07.21 20:58

Wenn ihr richtig flexibel sein wollt auch mal auf das Monats-GA für 420 sFr schauen. Für eigene Kinder von 6-16 gibt es eine Kindermitfahrkarte für 30 sFr pro Jahr.

Mit Transfer, An- und Abreise und Mobilität vor Ort kann sich das schon rechnen.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: JensH

Datum: 07.07.21 21:33

Hallo,

wenn du im Tessin die richtige Unterkunft gebucht hast, ist der Nahverkehr schon mit drin: Ticino ticket

Gruß
Jens

Meine (Reise-)Berichte DSO:[www.drehscheibe-online.de]


Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Art.1(1) Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: junglok13

Datum: 07.07.21 21:37

Im Tessin klappt dies super, hab ich schon oft gemacht, wenn man sich im Vorfeld ein Hotel mit guter ÖPNV Verbindung raus sucht.
Da gehört für die Übernachtung automatisch, das Tessin Ticket dazu, womit man im Tessin Bus, Bahn, S-Bahn kostenlos nutzen kann. Das Ticket bekommt man im Hotel, bei der Anmeldung, teilweise aber nur auf Nachfrage.
Mehr Infos auf:
Ticino Ticket



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2021:07:07:21:38:05.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: philipp

Datum: 08.07.21 02:41

In Laax bist Du sehr gut an den öV angeschlossen. Wie schon selbst erwähnt, gibt es alle 30 Min einen Bus via Flims nach Chur. Zwischen den Dörfern Falera-Laax-Flims-Fidaz verkehrt zudem alle 30 Min ein Lokalbus, der mit der Gästekarte kostenlos ist. Damit werden auch alle Bergbahnen erschlossen (Falera, Laax Bergbahnen, Flims).

Ab Laax verkehrt zudem jede Stunde ein Bus hinunter nach Ilanz. Dort gibt es zur halben Stunde eine Anschlussspinne mit RhB Richtung Chur und Disentis sowie Postautos in alle Richtungen (z.B. Vals, Vrin, Obersaxen)

Ich gehe mal davon aus, dass Du über den S. Bernardino (Bernhardin) ins Tessin weiterfährst. Der Grosse St. Bernhard wäre ein etwas gar arger Umweg ;-) [de.wikipedia.org]

Nebst S. Bernardino und Göschenen gibt es übrigens noch eine dritte Variante via Disentis - Lukmanier - Biasca. Diese ist mit dem öV aber eher umständlich

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: leofink

Datum: 08.07.21 06:33

Hallo
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen.
Auch ich bin wandermässig praktisch nur mit dem OeV unterwegs.
Der Trick ist, jewils von der dünnsten Verbindung zurückrechnen. Dann kommst du gut durch:
Die Site: https://www.fahrplanfelder.ch/de/willkommen.html eignet sich toll dafür.
Beispiel aus dem Mittelland:
Wenn du nach Hersiwil willst, wo auch heute noch 4 Stündige Unterbrüche da sind:
[www.fahrplanfelder.ch]
Dann rechnest du zurück.

Gut ist auch die SBB App, gut ist auch, dass in den Postautos fast überall Wifi verbaut ist.
[www.postauto.ch]
Weiter kann ich dir die Karte empfehlen:
Map.Geo

Oder gegen einen Obolus von 35 Franken, die Schweizmobil, wo du Touren selber erstellen kannst und mit der App auf dem Handy hast.
Gruss Leo

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 08.07.21 11:05

Eine andere Option auf sehr beeindruckende Weise vom Großraum Chur ins Tessin zu kommen wäre per RhB via Albula und Bernina bis Tirano, dann im Zug von Trennord bis Monza und ab hier von Süden kommend via Como-Chiasso wieder in die Schweiz. Fahrpreise in Italien extrem günstig. Man diese Route auch mit einem Abstecher nach Milano noch ein wenig aufwerten, zumindest für einen Besuch vom Dom reicht es.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: woodstock

Datum: 08.07.21 11:28

oxmoxtatze schrieb:
l0wside schrieb:
Interessant wird der Aufenthalt vor Ort. Nach Chur bietet mir die SBB eine Busverbindung im Halbstundentakt an, was ja völlig ok ist. Aber hat jemand Erfahrungen damit, ob die interessanten Ziele dort (z.B. Wanderwege, Bademöglichkeiten, bei Schlechwetter auch Museen) realistisch erreichbar sind oder ob das ohne Auto einfach zur Quälerei wird. Hat jemand Erfahrungen? Gibt es eine Wochenkarte o.ä. für Bahn, Bus, Bergbahnen?
Für Graubünden schau dir den GraubündenPass an - hab ich selbst nie genutzt, da ich mit Halbtax-Biletten in der Regel billiger war oder eine SparTageskarte für den Tag hatte.

Allgemein würde ich sagen, dass du mit RhB und Postauto die Hotspots und die LowSpots sehr gut erreichen kannst.
Bin selbst (außerhalb von Corona) selbst viel in allen Teilen des Bündnerlandes unterwegs ... und besitze noch nicht mal ein Auto - hab also immer die Anreise aus Deutschland dabei.
Für den Sommer gibt es ein BüGa für CHF 115,- Erwachsenen und CHF 85,- Kinder[Büga]. Dafür einen Monat OeV in Graubünden soviel man will.
Auch für den August, dann den ersten Geltungstag auf den 31.7. legen.
Hört sich erstmal viel an, es ist aber zu bedenken das das Postauto Laax-Chur hin und rück für eine Person schon CHF 32,80 kostet.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: tkautzor

Datum: 08.07.21 12:13

Stupor Mundi schrieb:
Eine andere Option auf sehr beeindruckende Weise vom Großraum Chur ins Tessin zu kommen wäre per RhB via Albula und Bernina bis Tirano, dann im Zug von Trennord bis Monza und ab hier von Süden kommend via Como-Chiasso wieder in die Schweiz. Fahrpreise in Italien extrem günstig. Man diese Route auch mit einem Abstecher nach Milano noch ein wenig aufwerten, zumindest für einen Besuch vom Dom reicht es.
Oder viel einfacher mit dem Bernina Express Bus von Tirano direkt nach Lugano:
[www.rhb.ch]
(auch als Rundreise inkl. Gotthard im Angebot).

Gruss, Thomas.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Schwellenmaus

Datum: 08.07.21 13:56

Schweiz Tourismus und der öV bieten 17.6. - 15.8.2021 für Personen aus der Schweiz oder in einem angrenzenden Nachbarland das Sommer-Generalbonnement an, 1 Monat gültig im üblichen GA-Bereich (vereinfacht Bahn, Bus, Schiff): 2. Klasse 330 Fr., 1. Klasse 480 Fr. (Klassenspanne also bloss 145% statt übliche 175%)
Notwendig ist ein Gutschein, der gratis auf myswitzerland.com bestellt werden kann und an einer bedienten Verkaufsstelle eingelöst werden muss.

Für die Kinder wie bereits erwähnt die Junior-Karte zu 30 Fr. (1 Jahr gültig).

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: l0wside

Datum: 08.07.21 16:01

Hallo zusammen,

danke für alle Antworten (13 Stück bisher!). Ich versuche mich an einer Sammelantwort. Wie gesagt: Ziel ist, meine Familie (lies: meine Frau) davon zu überzeugen, dass wir ohne Auto weder ein Mehrfaches zahlen noch vor Ort aufgeschmissen sind.
Twindexx: so ganz verstehe ich deinen Einwurf nicht. Ich kann mir durchaus vorstellen, ohne Auto zu verreisen und habe das - auch mit Kindern - schon getan. Allerdings ist dieses Angebot auch sehr attraktiv.
Der Swiss Travel Pass ist sicher interessant, würde für uns als Familie aber rund 650 Franken für vier Tage kosten (mit den 25% Rabatt, danke für den Link, immer noch 480 CHF). Das ist zu Hause nicht vermittelbar.
Manu Chao: Die Toleranzschwelle meiner Kinder macht mir weniger Sorgen, die sind diesbezüglich ganz aufgeschlossen. Diejenige meiner Frau schon viel eher - ihre Sichtweise ist grob gesagt "ohne Auto = mehr Geld für weniger Komfort".
oxmoxtatze: Der Graubünden-Pass ist vermutlich die sinnvollste Option, 110 CHF je Erwachsenen ist vielleicht noch verhandelbar. Oder auch die 165 CHF-Version, bei der Bellinzona und Tirano gleich inklusive wären.
Herre Elk, Schwellenmaus: Das Monats-GA kannte ich gar nicht, aber das ist eher etwas, wenn ich mal ohne Kinder einen Monat lang die Schweiz unsicher mache. Preislich weit jenseits der Toleranzschwelle.
jensh, junglok13: Das mit dem Ticino Ticket klingt gut. Muss mal bei der Unterkunft anfragen, ob sie das haben.
philipp: Danke für die Klarstellung mit den verschiedenen St. Bernhard-Pässen. Ich hab´s nicht so mit den Heiligen ;). Lukmanier wäre vielleicht eine Variante fürs Auto.
Stupor Mundi, tkautzor: Die Variante über Tirano wäre eigentlich klasse, aber rund 10 h Reisezeit ist um Faktoren über dem Fuzzibedarf meiner Familie. Obwohl sie zum größten Teil, einschließlich Trenord, im GraubündenPass enthalten wäre.

Insgesamt klingt das so, wie ich mir die Schweiz vorstelle: teuer, aber durchaus machbar. Ich bin gespannt.

Qualität hat halt seinen Preis

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 08.07.21 17:56

Du wirst überrascht sein, wie pünktlich und verlässlich CH-Verkehrsmittel fahren.
Da kann man ganze Tage ÖV fahren und hat keinen Anschlussbruch, keinen Ausfall, keine Störung, keinen verpassten Zug.
Man muss nur wissen, wo man hinlaufen muss in den Bahnhöfen und dann ganz zügig laufen, dies als Tip.

Das ist in diesem "grossen Kanton" dann ganz was anderes.
Da hast du auf der Hin- und Rückfahrt praktisch jedes Mal irgend ein Theater, Störung, sonst was.
Bei der DB-AG sind die von mir benützten Züge gefühlt 40% pünktlich, in der Schweiz sind das nahe 100%

Werde morgen mit meinem Kollegen den schweizer ÖV wieder geniesen, im warsten Sinne des Wortes.
Es gibt sogar Mittagessen auf dem Schiff.

Komme mal auf die Grenzbahnhöfe Schaffhausen und Basel SBB, beobachte den Zugverkehr, da stossen dann Welten aufeinander.
Im Übrigen, mit Halbtaxabo und Spartageskarte ist der Schweizer ÖV nicht teurer als diese unzuverlässige DBAG.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: 11652

Datum: 08.07.21 19:38

Hallo Max

Es ist wirklich wichtig, dass alle Reiseteilnehmer/Familienmitglieder zufrieden sind bzw. mit Kompromissen zufrieden sind (Merke: Die Schweiz ist auch das Land der Kompromisse...). Ich finde, dass dir dafür ein grosses Lob gebührt!

Wir sind auch eine Familie (Kinder 9 und 8), wo solche Kompromisse beim Reisen wie in anderen Bereichen gemacht werden müssen... So fuhren wir im März 2020 mit der Bahn in den Skiurlaub (Basel - Arosa) - das ging hervorragend (Twindexx 1. Klasse von Basel nach Chur, dann Allegra hinter dem Lokführer nach Arosa - mit Sicht auf die Strecke! Für die Kinder toll, für mich auch, für meine Frau vernünftig) - Auto hätte "7000" Kurven bedeutet von Chur nach Arosa, dann das Auto eine Woche stehen lassen und die Rückreise wohl wie im Zug dann auch im Stau/überfüllt...

Was ich noch zusätzlich beleuchten will, die Schweiz ist an vielen Orten/in vielen Gegenden kein Land für Autofahrer! Es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen (wohl überall, aber mit freiem Fahren ist dann gar nichts), die Strafen sind drakonisch (vor allem im 30er Bereich), der Regeln sehr viele, Warten an Rotlichter, etc.
All das ist ja auch gut und wichtig für die Verkehrssicherheit - jedoch auch ein starkes zusätzliches Argument für den ÖV! Dazu kommen oft Gebühren u.A. für die Autobahnvignette allein 40.- und für Parkplätze/Parkhäuser, die sich eben auch in hohen Regionen bewegen können - sofern man denn überhaupt welche findet! Dann die Kurven (natürlich sind es nach Arosa auch nicht "7000" - aber viele!) - die sind nicht jedermanns Sache - vor allem eben oft nicht für die Mitfahrer; n.b. ich fahre sehr gerne Auto, unser Familienauto ist Estorilblau - für Insider;-)

Weitere Punkte:
- Wanderungen lassen sich mit dem ÖV anders gestalten - Start und Ziel müssen nicht am gleichen Ort liegen!
- Nach Wanderungen spielt Schmutz weniger eine Rolle als in das eigene Auto einsteigen zu müssen (Im Postauto je nach dem abhängig, wie viel Skrupel man hat oder eben nicht...)
- Mit dem ÖV liegt ein Glas mehr Wein drin als mit dem Auto (sehr vernünftig, dass die Polizei auch in dem Bereich kein Pardon kennt!)

In den letzten Herbstferien im Appenzellerland nutzten wir mit der Familie ebenfalls meist den ÖV. Insbesondere auch für Nachtessen in Appenzell selbst, wo die AB auch bis spät in die Nacht noch fährt. Die Anreise allerdings machten wir mit dem Auto. Diese Regionenkarten (in der Ostschweiz ist es Oskar) bieten sehr viel - insbesondere, wenn die Bergbahnen inklusive sind (die sind sehr teuer, CHF 50.- pro Erwachsenen ist schnell mal erreicht oder überschritten für einen bekannten Berg). Die Karten gibt es auch bei der Anreise mit dem Auto;-)

Dann ist je nach Verbindung sogar immer noch etwas in Richtung Gastronomie auf Schienen zu machen/zu haben...

Und der ÖV funktioniert bei uns wirklich toll, da dürfen wir einmal zu Recht stolz sein und das auch gerne unseren Gästen empfehlen, ja ans Herz legen:-)

Gruss Christian

Meine Fotos; Eisenbahnen (Schwerpunkt Gotthard-Nord) und Dampfschiffe: [www.flickr.com]

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: Manu Chao

Datum: 08.07.21 20:45

11652 schrieb:
Wir sind auch eine Familie (Kinder 9 und 8), wo solche Kompromisse beim Reisen wie in anderen Bereichen gemacht werden müssen... So fuhren wir im März 2020 mit der Bahn in den Skiurlaub (Basel - Arosa) - das ging hervorragend (Twindexx 1. Klasse von Basel nach Chur, dann Allegra hinter dem Lokführer nach Arosa - mit Sicht auf die Strecke! Für die Kinder toll, für mich auch, für meine Frau vernünftig) - Auto hätte "7000" Kurven bedeutet von Chur nach Arosa.

Dann die Kurven (natürlich sind es nach Arosa auch nicht "7000" - aber viele!) - die sind nicht jedermanns Sache - vor allem eben oft nicht für die Mitfahrer.
Für Interessierte, es sind rund 350 Kurven auf rund 30 km Strecke.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: aloisnegrelli

Datum: 09.07.21 07:47

Ich finde super, dass du dir das überlegst. Ich kann dir aus meiner Erfahrung (sehr viel unterwegs in der Schweiz mit Kind - immer ohne Auto)

Laax
Hier ist es klar: das funktioniert problemlos mit dem öffentlichen Verkehr. Ich bin viel im Kanton Graubünden unterwegs und bin noch nie irgendwo nicht mit Bahn, Bus oder Seilbahn hingekommen.

Manno
Zur Eröffnung des Ceneri-Basistunnels ist das Angebot des öffentlichen Verkehrs im Tessin deutlich ausgebaut worden. Es gibt - aus meiner Erfahrung - immer noch einzelne Ziele, die man nicht so gut erreichen kann. Gleichzeitig sind aber auch die Strassen im Tessin (besonders zwischen Bellinzona und Locarno sowie in und um Lugano) häufig überlastet, so dass das Auto fahren auch keinen Spass macht.
Meine Empfehlung: überlege dir, was ihr alles besuchen möchtet und schau mal, wie gut die Verbindungen ab Manno sind. Wenn für die meisten Ziele gute Verbindungen bestehen, dann passt es.
Meine Empfehlung 2: Wenn ich mit meiner Familie im Tessin unterwegs bin, sind wir auch hauptsächlich mit Bahn, Bus und Schiff unterwegs. Wenn wir mal für einen Tag ein Auto brauchen, nutze ich CarSharing. Mobility hat nicht nur in Lugano, sondern auch am Bahnhof Lamone-Cadempino einen Standort. (Bei den Tarifen beachten: Treibstoff ist inbegriffen). Bedingt natürlich, dass ihr für die Kinder diese einfachen Kindersitze dabei habt, die man gut transportieren kann.
Meine Empfehlung 3: die neue RE-Linie 80 (Locarno - Lugano - Como - Milano). Eignet sich prima für einen Tagesausflug nach Como oder Mailand.

Allgemein: keine Angst vor Verbindungen mit viel Umsteigen. Das funktioniert eigentlich immer. Und wenns mal nicht funktioniert, ist 30min später (oder im schlimmsten Fall 60 min) später die nächste Fahrmöglichkeit.

Re: [CH] Graubünden und Tessin ohne Auto?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 09.07.21 08:08

l0wside schrieb:
Stupor Mundi, tkautzor: Die Variante über Tirano wäre eigentlich klasse, aber rund 10 h Reisezeit ist um Faktoren über dem Fuzzibedarf meiner Familie. Obwohl sie zum größten Teil, einschließlich Trenord, im GraubündenPass enthalten wäre.
Die Berninabahn hat rein gar nichts mit Fuzzibedarf zu tun. Das ist Bahn fahren in spektakulärer Landschaft und entspanntes Reisen. Wenn deine Familie dem schon nichts abgewinnen kann, dann würde ich mir an deiner Stelle ernsthaft überlegen, warum du das viele Geld für eine Schweizreise überhaupt ausgibst. Zum Berninaexpress werden, wie zum Glacier, die Busgruppen angekarrt. Die Touris fahren dann mit dem Zug über den Pass, während die Busse teilweise leer nebenher fahren.
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