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[CH] - und wieder Bellinzona

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 26.05.21 12:59

Moin Gemeinde.

Heute Morgen in aller Herr Gottes Frühe zog es mich wieder ins Tessin nach Bellinzona. Im Gegensatz zu den sonstigen Ankunftszeiten dort war es zum einen noch dunkel und zum anderen regnete es mal nicht, was an sich schon eine Seltenheit ist, wenn ich da runter komme. Getreu dem Motto: "Irgendwas ist immer .. !". Aber sei es drum. Der Weg stand fest und so mit ging es zeitweise mit zarten - für DE Verhältnisse ungewohnt, weil doch recht selten - bis zu 120 km/h gen Süden. So konnte mein Vectronator in Form von 193 357 mal dezent ab Flüelen bis kurz vor Claro/Castione-Arbedo mal richtig seinen installierten 6.400 kW/8.500 PS mal richtig freien Lauf lassen. Feststellung des noch jungen Tages zu diesem Zeitpunkt: Das ging richtig fix - und das trotz einem Gesamtgewicht von knapp 1.460 To. Der ankommende Kollege machte sich auch direkt auf den Weg, dass der Zug sein Ziel in Gallarate auch erreicht. Ein paar Impressionen sind wie gewöhnlich festgehalten.

Gefechtsfeldbeleuchtung in Muttenz/Basel RB auf dem Weg zum Zug

Der linke sollte meiner sein, Blick von der örtlichen Zollrampe morgens um 0130 h.

20210526_013039.jpg

Rückblick/Ankunft in Bellenz

Rechts an der Wand hinter der Weiche und Kurve steht irgendwo meine Eisenbahn, Blick also nach Norden. An dem SBB Vectron flog ich im Übrigen in Schwyz/Seewen dezent ohne Halt dran vorbei - warum auch immer selbiger nicht vor mir fahren durfte. Er hätte die höhere Endgeschwindigkeit gehabt. Aber gut, war halt so.

20210526_044005.jpg

Blick nach Süden zum primären Ziel - dem Bahnsteig

20210526_044039.jpg

Blick über das Personenbahnhofsareal nach Süden

20210526_045304.jpg

Und noch nach Norden, zum Beginn der morgendlichen blauen Stunde

20210526_045254.jpg

Feststellung des Tages Nr 2: So arg viel los ist da nicht um diese Uhrzeit - so morgens um +/- 0500 h ...

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"








2-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.05.21 13:01.

Re: [CH] - und wieder Bellinzona

geschrieben von: Railfan

Datum: 26.05.21 22:53

Hallo Christian

Interessanter Bericht
Was für eine Zugreihe bist du dann gefahren? Nur 3.5 h für Basel - Bellinzona mit einem so schweren Güterzug. Respekt. Da hast du ja Mühe um auf deine Dienststunden zu kommen.
Offenbar hat so ein Vectron schon seine Qualitäten.

Gruss Railfan

Es gibt gute und nicht passende Zeiten

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 27.05.21 01:36

Moin.

Naja, ganz so einfach ist es nicht. Es lief gestern morgen einfach nur sau gut. In Basel ab der A-Gruppe beschleunigt und danach bis zum Halt in Bellenz nicht mehr angehalten - eigentlich schon fast ein Novum; allerdings um diese Zeit am Morgen wie hier dargestellt, durchaus machbar. Allerdings sei auch erwähnt, dass ich ca 50 min vor der Planzeit (genau müsste ich nachschauen) eingetroffen war. Die Fährpläne bzw die Fahrordnungen sind durchschnittlich so gestaltet, dass auch mit deiner Fahrordnung mit geringerem Bremsverhältnis die Zeiten gehalten werden können (zugegeben, ich wollte gestern auch mal sehen, was zeitlich möglich ist, wenn fast jede V-Schwelle - wir hatten es jüngst davon - ausgenutzt werden kann). Gestern morgen war ich mit Reihe A 80%/120 km/h unterwegs. Es hat sich vieles geändert die letzten Jahre, das merke ich selber schon und das Wagenmaterial ist auch deutlich besser geworden. Als Beispiel sei hier erwähnt, dass zum Beispiel die Vmax Grenze für Reihe D mit 80 km/h weggefallen ist.

Weiter addieren sich die Fahrtzeitreserven, wenn es ohne Halt eben nonstop durchgeht. Und wenn dann noch so wie gestern bei mir ab Flüelen bis Claro durchgehend mit 120 km/h gefahren werden kann, dann macht sich das schon bemerkbar in der Gesamtsumme. Ob da jetzt ein Vectron davor geklemmt war oder ob es eine Re 10 oder 185 gewesen wäre, wäre schlicht egal gewesen. Wenn die Signale "offen gemeldet" sind - ab durch die Mitte. Und wenn sich dann die unterschiedlichen Güterbahnen noch einig wären und wir vom ausführenden fahrenden Personal gerade in der verhältnismässig kleinen Schweiz die Züge anderer EVU mitnehmen könnten, wenn wir selber keine Last auf einem der Wege haben - was wäre da alles möglich bei Verspätungen oder angesagten Dienstfahrten/Verspätungen. Wir könnten soviel reissen. Wenn es nur gewollt wäre - aber ich schweife schon wieder in die Träume ab …

Allerdings sieht der Aussenstehende auch nicht, was da noch alles drumrum erledigt wird. Sei es die Kontrolle der Bremsstellung oder teilweise auch der Wagenreihung, etc. Da bist ganz schnell mal noch am Umrunden des Zuges und machst Kilometer im Schotterbett noch vor der Zugfahrt. Dafür gibt es auch auf der anderen Seite das Dilemma, wenn Züge verspätet sind. Dann geht es schon mal was länger und du legst zeitlich eben drauf. Oder es gibt bei Ankunft im Heimatdepot eben noch einem Kollegen eine Lok abzunehmen und wegzustellen. Da gibt es vielfälltige Möglichkeiten.

Und was so am Tage passiert, wenn der Regionalverkehr dazwischen klemmt: Wenn du da zum Beispiel in Altdorf aus dem Tunnel kommst und knapp hinter der vollen Stunde bist, dann kannst davon ausgehen, dass du alle drei S-Bahnen findest (als Beispiel: spät. ab Flüelen Nr. 1 / ab Rotkreuz Nr. 2 / ab Frick/Stein-Säckingen dann Nr. 3) und "dann ist es ganz schnell vorbei mit der durchgehenden Raserei" und du legst Zeit drauf. Danach sind die eben Fahrordnungen konzipiert - da sind diese Dinge eben mit eingeplant.

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Re: Es gibt gute und nicht passende Zeiten

geschrieben von: Railfan

Datum: 27.05.21 10:32

Hallo

Das finde ich eben auch sehr erstaunlich, dass die privaten EVU nicht besser zusammenarbeiten. Man könnte so doch Leerfahrten von Personal und Lokomotiven vermeiden und noch effizienter arbeiten. Der Konkurrent der Eisenbahn ist doch der LKW (und in D das Kanalschiff). Die EVUs könnten dann noch mit besseren Angeboten mehr Verkehr auf die Schiene holen, was ihnen, der Umwelt und auch der schweizerischen Verkehrspolitik nützen würde.

Die gute Infrastrukturen in den Alpen sind jetzt da. Jetzt sollen sie ausgelastet werden.

Meint Railfan

Absolut meine Worte!

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 27.05.21 11:12

Da gibt es nix hinzuzufügen. Das zieht sich hoch ins Rheintal bis nach Mannheim.

Grüsse, Krischan.

"Theoretisch müsste ich mich eigentlich aufregen - aber der Gesundheit zu liebe ist es mir völlig egal!"




Re: [CH] - und wieder Bellinzona

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 27.05.21 15:31

Du schaffst es sogar unter 3h, das hat mit der Krücke von Siemens aber nichts zu tun, A80 ist meistens drin, auch wenn wir nur 100 km/h fahren... Seit Corona ist aber z.B. ein Halt vor dem Loch die große Ausnahme.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.21 15:33.