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Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 23.04.21 11:24

Hallo, hab neulich mit Schrecken festgestellt, dass die Fähre mittlerweile in einer völlig verkorksten Lage fährt. Letztes Jahr im Sommer, als ich das letzte mal fuhr, waren die Anschlüsse nur in Friedrichshafen blöd, nun aber in Friedrichhafen und Romanshorn. Wobei man da zumindest bequem die Zeit an der Uferpromenade verschlendern konnte, auf dem Weg von Stadtbahnhof zum Hafen.
Dass die SBB da kein Interresse hat, den Fahrplan nach Deutschland kompatibel zu halten verständlich, aber auch nicht mehr zur Schweiz?
Oder ist das ein Corronafahrplan, damit Reisen eingeschränkt, unattraktiver wird, bzw. verstärkte Zoll, Coronakontrolle.

Ich wollte eigentlich im Sommer, die Hoffnung stirb zu letzt, bzw. hoffe dass ich in Gruppe2 bis Ende Juni geimpft bin, mal wieder ein paar Ausflüge in die Schweiz machen. Hab noch 20 Freizeittagestickes bis Dezember welche ich eigentlich im Sommer anfangen wollte zu verfahren.
Jetzt mal ein wenig vorplanen wollte und siehe da. AHHHHHH; HILFE; Das kann doch nicht wahr sein.

Will die Fähre wirklich nur noch Schweizer Einkaufstouristen, Mittagstischfahrgäste und LKWs, Radler und PKWs als Kunden, keine Bahnkunden mehr.

Man verliert über den See im Grunde nun 1 zusätzliche Stunde, als im Vergleich zum Fahrplan vor 2 Jahren, bzw. muss zusätzlich umsteigen.
Friedrichshafen an und erst 2 Stunden später Romanshorn ab nach Zürich.
Im Idealfall sollte der Fahrplan ja so aussehen Ankunft in Friedrichshafen Hafen und eine Stunde später Abfahrt in Romanshorn in Richtung Zürich.

Nun hat man nur Anschlüsse ins direkte Umland von Romanshorn, weiterweg, nur noch mit zusätzlichen Umstiegen verbunden.
So wird dass nichts mit der Verkehrswende.
Bleibt somit eigentlich nur noch den Weg um den See, der ist nun leider konkurrenzlos geworden, durch diesen missglückten Fahrplan.

Gibt es da Hoffnung auf wieder Besserung.
Eigentlich wollte man ja Neue Fähren kaufen, für einen evtl. Halbstundentakt. Aber dann kam ja Corona und damit eben auch Einbruch der Reisen und somit auch der Einnahmen.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: theich

Datum: 23.04.21 12:06

Das grosse Problem ist, dass die Besteller nicht kapiert haben, wie ein Taktfahrplan funktioniert. Nämlich mit überall derselben Symmetrieminute.

Weil der Kanton Thurgau aber unbedingt Taktknöten in Romanshorn um 15 und 45 haben möchte, nicht aber für einen dritten Umlauf der Fähre zahlen möchte, gibts dort nun die bescheuerte Situation mit unterschiedlichen Anschlüssen je Richtung.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Manu Chao

Datum: 23.04.21 12:17

junglok13 schrieb:
Hallo, hab neulich mit Schrecken festgestellt, dass die Fähre mittlerweile in einer völlig verkorksten Lage fährt. Letztes Jahr im Sommer, als ich das letzte mal fuhr, waren die Anschlüsse nur in Friedrichshafen blöd, nun aber in Friedrichhafen und Romanshorn. Wobei man da zumindest bequem die Zeit an der Uferpromenade verschlendern konnte, auf dem Weg von Stadtbahnhof zum Hafen.
Dass die SBB da kein Interresse hat, den Fahrplan nach Deutschland kompatibel zu halten verständlich, aber auch nicht mehr zur Schweiz?
Oder ist das ein Coronafahrplan, damit Reisen eingeschränkt, unattraktiver wird, bzw. verstärkte Zoll, Coronakontrolle.
Bei jeder Verschlechterung zu vermuten dass die Verschlechterung per se das Ziel war geht eher schon in Richtung Paranoia.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kentishman

Datum: 23.04.21 16:17

junglok13 schrieb:
Hallo, hab neulich mit Schrecken festgestellt, dass die Fähre mittlerweile in einer völlig verkorksten Lage fährt. Letztes Jahr im Sommer, als ich das letzte mal fuhr, waren die Anschlüsse nur in Friedrichshafen blöd, nun aber in Friedrichhafen und Romanshorn.
Dass die SBB da kein Interresse hat, den Fahrplan nach Deutschland kompatibel zu halten verständlich, aber auch nicht mehr zur Schweiz?
Oder ist das ein Corronafahrplan, damit Reisen eingeschränkt, unattraktiver wird, bzw. verstärkte Zoll, Coronakontrolle.
Das ist kein Coronafahrplan, war ab Dez. 2019 so.
Wie gesagt ist die Fähre jetzt auf den 15er Taktknoten orientiert; von Ulm kommend ist man 20min schneller in Zürich, weil die SBB ihre Züge beschleunigt hat, aber nur alle 2 Stunden (mit IRE). Richtung Ulm bleibt die Stundentakt.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 24.04.21 00:09

Wer bestellt denn die Fährlinie?

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 13:49

junglok13 schrieb:
Hallo, hab neulich mit Schrecken festgestellt, dass die Fähre mittlerweile in einer völlig verkorksten Lage fährt. Letztes Jahr im Sommer, als ich das letzte mal fuhr, waren die Anschlüsse nur in Friedrichshafen blöd, nun aber in Friedrichhafen und Romanshorn. Wobei man da zumindest bequem die Zeit an der Uferpromenade verschlendern konnte, auf dem Weg von Stadtbahnhof zum Hafen.
Dass die SBB da kein Interresse hat, den Fahrplan nach Deutschland kompatibel zu halten verständlich, aber auch nicht mehr zur Schweiz?
Die Fähre bedient in Romanshorn den Anschlussknoten um .15 mit guten Anschlüssen in alle Richtungen. Wo du da in Romanshorn schlechte Anschlüsse siehst, musst du nochmal erklären. Ausserdem betreiben die SBB in Romanshorn ausschliesslich den stündlichen Fernverkehrszug IC 8. Der Regionalverkehr wird vom Kanton Thurgau bestellt und wird auf der Schiene durch die eigenständige SBB-Tochterunternehmung Thurbo erbracht. Die Fähre wird von der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft betrieben, die gehören schon lange nicht mehr den SBB.

Dieser Fähr-Fahrplan gilt so seit Dezember 2018, wo der Anschlussknoten in Romanshorn von 00/30 auf 15/45 verschoben wurde (später wurden einfach noch die zu knappen Umsteigezeiten in Romanshorn um zwei/drei Minuten verlängert, Romanshorn an/ab .05/.24 statt .08/.22). Dies wurde möglich, indem der Fernverkehr von Zürich um wenige Minuten beschleunigt und in eine neue Fahrlage gelegt wurde. Damit konnten die Anschlussknoten um 15 Minuten geschoben werden, womit sich Reisezeitverkürzungen von der Seelinie in den Rest der Schweiz um eine Viertel Stunde ergaben. Die Fähre wurde an dieses neue Knotensystem angepasst mit dem Resultat, dass es in Romanshorn weiterhin gut stimmt, nicht mehr jedoch in Friedrichshafen. Das ist ein Resultat aus der Tatsache, dass Thurgau mehr an die Fähre zahlt als die deutsche Seite; und wer zahlt, schafft an.

junglok13 schrieb:
Man verliert über den See im Grunde nun 1 zusätzliche Stunde, als im Vergleich zum Fahrplan vor 2 Jahren, bzw. muss zusätzlich umsteigen.
Friedrichshafen an und erst 2 Stunden später Romanshorn ab nach Zürich.
Im Idealfall sollte der Fahrplan ja so aussehen Ankunft in Friedrichshafen Hafen und eine Stunde später Abfahrt in Romanshorn in Richtung Zürich.
Nein, verlieren tust du nichts. Da hast du irgendwie nicht richtig nachgesehen.

Ein Vergleich in der Beispielstunde ab 12.00 Uhr:

                              2018   2021 
------------------------------------------
                              IC 8   IC 8
Zürich HB                 ab  12.07  12.05
Romanshorn                an  13.18  13.12

                              Fähre  Fähre
Romanshorn                ab  13.36  13.24
Friedrichshafen Autoquai  an  14.17  14.08
------------------------------------------
                              Fähre  Fähre
Friedrichshafen Autoquai  ab  12.40  12.21
Romanshorn                an  13.21  13.05

                              IC 8   S7
Romanshorn                ab  13.41  13.17
Weinfelden                an    │    13.33
                                │
                                │    IR 75
Weinfelden                ab    │    13.36
Zürich HB                 an  14.51  14.25

Wenn du nicht zusätzlich umsteigen willst in Weinfelden, dann kannst du in Romanshorn auch auf den IC 8 warten, Romanshorn ab 13.48, Zürich HB an 14.55 Uhr. Du verlierst aber keine ganze oder gar zwei Stunden, sondern dann wären es einfach 23 Minuten mehr als früher. Die S7 ist extra als schneller Anschlusszug für den IR 75 in Weinfelden konzipiert worden und verkehrt daher in Schnellzuglage nur mit Halt in Amriswil analog zum IC 8. Damit wird der IC 8 zum durchgehenden Halbstundentakt ergänzt und der 15/45-Knoten in Romanshorn funktioniert vollumfänglich. In Kreuzlingen ist dies leider noch nicht möglich, die S44 in Ergänzung zum IR 75 ohne Halt bis Weinfelden als Anschluss an den IC 8 zu führen. Die dafür nötigen weiteren Ausbauten sind jedoch auf dem Weg und dann kann auch der 15/45-Knoten in Kreuzlingen vollumfänglich halbstündlich funktionieren.

junglok13 schrieb:
Nun hat man nur Anschlüsse ins direkte Umland von Romanshorn, weiterweg, nur noch mit zusätzlichen Umstiegen verbunden.
So wird dass nichts mit der Verkehrswende.
Bleibt somit eigentlich nur noch den Weg um den See, der ist nun leider konkurrenzlos geworden, durch diesen missglückten Fahrplan.

Gibt es da Hoffnung auf wieder Besserung.
Eigentlich wollte man ja Neue Fähren kaufen, für einen evtl. Halbstundentakt. Aber dann kam ja Corona und damit eben auch Einbruch der Reisen und somit auch der Einnahmen.
Der Kanton Thurgau wünscht sich schon länger den Halbstundentakt der Fähre. Diesbezüglich fehlt aber auf deutscher Seite die Zahlungsbereitschaft. Schon jetzt zahlt der Kanton Thurgau mehr als die deutsche Seite.
Verkehrswende funktioniert übrigens tatsächlich so. Die viertel Stunde Reisezeitverkürzung erhöht die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in jedem Fall. Bist du zuvor zum Beispiel in Arbon um 12.17 Uhr abgefahren, dann warst du nach einem Umstieg in Romanshorn um 14.58 Uhr in Bern; heute fährst du in Arbon um 12.34 Uhr ab und bist nach einem Umstieg in Romanshorn weiterhin um 14.58 Uhr in Bern (oder um 12.04 ab Arbon mit Umstieg in Weinfelden und Zürich HB und Ankunft um 14.28 Uhr in Bern) - man hat also 17 Minuten Reisezeit eingespart.
Dazu kommt, dass zwischen Romanshorn und Weinfelden nun ein Schnellzughalbstundentakt mit IC 8 und S7 angeboten wird. Der schlanke Anschluss in Weinfelden ist attraktiv ohne lange Wartezeiten und der Bahnhof Weinfelden wurde dazu extra um eine zweite Unterführung ergänzt. Hier wird Geld in viele kleinere Projekte in der Fläche investiert, die sich zu einem Konzept ergänzen, welches in der Region und dann auch überregional kürzere Reisezeiten und bessere Takte in Verbindung mit besseren Anschlüssen ergibt. Damit wird der öffentliche Verkehr attraktiver und trägt so zu einem Umstieg vom Auto in den öV bei.


theich schrieb:
Das grosse Problem ist, dass die Besteller nicht kapiert haben, wie ein Taktfahrplan funktioniert. Nämlich mit überall derselben Symmetrieminute.
Das ist falsch. Der Kanton Thurgau weiss sehr gut, wie das funktioniert. In Romanshorn hattest du einfach die Wahl zwischen langen Umsteigezeiten oder Verschiebung um 15 Minuten. Im Prinzip handelt sich aus Sicht des Kantons Thurgau auch weiterhin um einen 00-symmetrischen Fahrplan, bei dem einfach 50% des Angebots ausfallen.

theich schrieb:
Weil der Kanton Thurgau aber unbedingt Taktknöten in Romanshorn um 15 und 45 haben möchte, nicht aber für einen dritten Umlauf der Fähre zahlen möchte, gibts dort nun die bescheuerte Situation mit unterschiedlichen Anschlüssen je Richtung.
Das ist falsch. Der Kanton Thurgau zahlt heute schon mehr, obwohl das Verhältnis 50/50 sein müsste. Es ist die deutsche Seite, welche den Halbstundentakt blockiert. Da kommen die unterschiedlichen Vorstellungen über den öffentlichen Verkehr in beiden Ländern zum Vorschein. Das, was in Deutschland der Stundentakt ist, ist in der Schweiz der Halbstundentakt, wenn es ums Thema zeitgemässe Taktintervalle geht.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.21 14:18.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 24.04.21 14:50

Twindexx schrieb:
theich schrieb:
Das grosse Problem ist, dass die Besteller nicht kapiert haben, wie ein Taktfahrplan funktioniert. Nämlich mit überall derselben Symmetrieminute.
Das ist falsch. Der Kanton Thurgau weiss sehr gut, wie das funktioniert. In Romanshorn hattest du einfach die Wahl zwischen langen Umsteigezeiten oder Verschiebung um 15 Minuten. Im Prinzip handelt sich aus Sicht des Kantons Thurgau auch weiterhin um einen 00-symmetrischen Fahrplan, bei dem einfach 50% des Angebots ausfallen.
Nur hat man eben in Romanshorn nicht um 15 min verschoben um in der üblichen Fahrplansymmetrie zu bleiben, sondern eine Richting um 15 und die andere um 45 min, wodurch eben dieser massive Hinketakt herauskomt, wenn irgendwo in der Verbindung sonst noch ein Strecke mit Stundentakt auftaucht, die dann mit der "üblichem" Nullsymmetrie betrieben wird.

Dieser unübliche Takt auf der Fähre auf der Fähre im Prinzip auch nicht nötig, es wäre ein sauberer Stundentakt mit trotzdem schlanken Anschlüssen im .15/.45-Knoten in Romanshorn möglich.
Allein aus Kostengründen weicht man auf der Fähre vom üblichen Stundentakt ab, da man so eine Fähre samt Personal einsparen kann.

Ähnliches beim Seehäsle Radolfzell-Konstanz, das hat zu den Nebenzeiten ebenfalls eine krummen Stundentakt, da man durch die schiefe Fahrplanlage dann einen Lokführer einsparen kann sowie etwas Leerlaufdiesel etc. (Fahrzeuge spart man nicht wirklich, da zur HVZ im Halbstundentakt trotzdem beide Triebwagen benötigt werden und zur Nebenzeit durch den schiefen Takt einer gar nicht fährt und der andere dafür doppelt so viele Kilometer macht).

Gruß
Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.21 14:51.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 15:00

Florian Ziese schrieb:
Dieser unübliche Takt auf der Fähre auf der Fähre im Prinzip auch nicht nötig, es wäre ein sauberer Stundentakt mit trotzdem schlanken Anschlüssen im .15/.45-Knoten in Romanshorn möglich.
Allein aus Kostengründen weicht man auf der Fähre vom üblichen Stundentakt ab, da man so eine Fähre samt Personal einsparen kann.
Das ist ja logisch. Denn mit drei Fähren im Umlauf wäre man dann kostenmässig bereits beim Halbstundentakt, der mit einer Umlaufzeit von 90 Minuten (35 Minuten Fahrzeit bei zehn Minuten Wendezeit, mal zwei) ja mit eben drei Umläufen vorgesehen ist. Und kostenmässig im Halbstundentakt zu sein ohne einen Halbstundentakt zu fahren sprengt nun wirklich jede Wirtschaftlichkeitsrechnung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Kanton Thurgau heute schon finanziell der deutschen Seite unter die Arme greift.
Auch im Kanton Thurgau wird der Verkehr mit Steuergeld bestellt und die Verwaltung hat da gegenüber der steuerzahlenden Bevölkerung eine Verantwortung zum verantwortungsbewussten Umgang. Da gehört ein Stundentakt auf Kostenniveau eines Halbstundentakts nicht dazu. Und es ist auch selbstverständlich klar, dass von einem Halbstundentakt auch die deutsche Seite profitiert, weshalb die deutsche Seite auch in der Pflicht ist, ihren Teil dazu zu zahlen.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.21 15:03.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Rodscha

Datum: 24.04.21 15:11

Twindexx schrieb:Zitat:
Und es ist auch selbstverständlich klar, dass von einem Halbstundentakt auch die deutsche Seite profitiert, weshalb die deutsche Seite auch in der Pflicht ist, ihren Teil dazu zu zahlen.
Wobei hoffentlich auch selbstverständlich klar ist, dass die deutsche Seite sich überlegen darf ob sie vom Halbstundentakt (mindestens) soviel mehr profitiert wie sie mehr zahlen muss. In der Pflicht ist sie nur, wenn sie diesen Halbstundentakt auch will (zumindest moralisch, den Inhalt der Verträge kenne ich leider nicht).

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 15:27

Rodscha schrieb:
Wobei hoffentlich auch selbstverständlich klar ist, dass die deutsche Seite sich überlegen darf ob sie vom Halbstundentakt (mindestens) soviel mehr profitiert wie sie mehr zahlen muss.
Deshalb sollen zwar vier Batteriefähren angeschafft werden (drei für die halbstündlichen Umläufe plus eine Reservefähre), aber der zusätzliche Takt erstmal nur zu Spitzenzeiten geführt werden.

Somit hätten wir dann generell weiterhin Romanshorn an/ab .05/.24 im Stundentakt mit zwei Umläufen. In jenen Stunden mit Halbstundentakt wird dann eine dritte Fähre eingeschert und der Fahrplan wie folgt angepasst: Friedrichshafen an .26 und .56, Friedrichshafen ab .04 und .34, Romanshorn an .09 und .39 sowie Romanshorn ab .21 und .51.

Dort, wo der Halbstundentakt von der deutschen Seite nicht mitbestellt wird, muss man sich dann aber auch von der deutschen Seite aus mit Kritik am Fahrplanangebot entsprechend zurückhalten.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.21 15:29.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Rodscha

Datum: 24.04.21 15:34

Twindexx schrieb:
Zitat:
Dort, wo der Halbstundentakt von der deutschen Seite nicht mitbestellt wird, muss man sich dann aber auch von der deutschen Seite aus mit Kritik am Fahrplanangebot entsprechend zurückhalten.
Dem stimme ich dir, was die Bestellerorganisationen betrifft, durchaus zu.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 24.04.21 16:17

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Dieser unübliche Takt auf der Fähre auf der Fähre im Prinzip auch nicht nötig, es wäre ein sauberer Stundentakt mit trotzdem schlanken Anschlüssen im .15/.45-Knoten in Romanshorn möglich.
Allein aus Kostengründen weicht man auf der Fähre vom üblichen Stundentakt ab, da man so eine Fähre samt Personal einsparen kann.
Das ist ja logisch. Denn mit drei Fähren im Umlauf wäre man dann kostenmässig bereits beim Halbstundentakt, der mit einer Umlaufzeit von 90 Minuten (35 Minuten Fahrzeit bei zehn Minuten Wendezeit, mal zwei) ja mit eben drei Umläufen vorgesehen ist.
Wenn es so logisch ist, warum hast du dann nicht das geschrieben, sondern eine andere positiver wirkende Argumentation vorgeschoben? Grund ist eben nicht, dass ein üblicher Stundentakt nicht ginge oder zu dem 15/45-Knoten in Romanshorn inkompatibel wäre oder längere Reisezeiten erzeugen würde. Der Hinketakt mit zwangsweise unvermeidbaren schlechten Anschlüssen in eine Richtung bei anderen Stundentaktlinien ist allein aus Kostengründen eingeführt worden.
Ist ja an sich nicht so wirklich schlimm, wenn man sparsam ist. Nur sollte das auch so benannt werden.

Gruss

Florian

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: theich

Datum: 24.04.21 17:12

Twindexx schrieb:

theich schrieb:
Das grosse Problem ist, dass die Besteller nicht kapiert haben, wie ein Taktfahrplan funktioniert. Nämlich mit überall derselben Symmetrieminute.
Das ist falsch. Der Kanton Thurgau weiss sehr gut, wie das funktioniert. In Romanshorn hattest du einfach die Wahl zwischen langen Umsteigezeiten oder Verschiebung um 15 Minuten. Im Prinzip handelt sich aus Sicht des Kantons Thurgau auch weiterhin um einen 00-symmetrischen Fahrplan, bei dem einfach 50% des Angebots ausfallen.
Was für eine Argumentation. Da kann man auch sagen, im Prinzip ist jeder Fahrplan ein 00-symmetrischer Taktfahrplan mit Minutentakt bei dem Teile des Angebots ausfallen!

Fakt ist, man hat jetzt Verbindungen nur noch in eine Richtung. Z.B. kommt man von Friedrichshafen nach Heerbrugg, nicht aber umgekehrt. Oder von Rheineck aus gesehen ist es exakt umgekehrt.

Twindexx schrieb:
theich schrieb:
Weil der Kanton Thurgau aber unbedingt Taktknöten in Romanshorn um 15 und 45 haben möchte, nicht aber für einen dritten Umlauf der Fähre zahlen möchte, gibts dort nun die bescheuerte Situation mit unterschiedlichen Anschlüssen je Richtung.
Das ist falsch. Der Kanton Thurgau zahlt heute schon mehr, obwohl das Verhältnis 50/50 sein müsste. Es ist die deutsche Seite, welche den Halbstundentakt blockiert. Da kommen die unterschiedlichen Vorstellungen über den öffentlichen Verkehr in beiden Ländern zum Vorschein. Das, was in Deutschland der Stundentakt ist, ist in der Schweiz der Halbstundentakt, wenn es ums Thema zeitgemässe Taktintervalle geht.

Nein es ist nicht falsch. Wenn der Kanton Thurgau sich für Taktknoten um 15 und 45 entscheidet muss er auch die Konsequenzen tragen. Will er aber offensichtlich nicht. Ob Halbstundentakt oder nicht, es braucht einen dritten Umlauf um die Symmetrieminute wieder auf 00 zu bringen.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 24.04.21 18:30

Twindexx schrieb:
Nein, verlieren tust du nichts. Da hast du irgendwie nicht richtig nachgesehen.
....
Ich hab mal etwas abgekürzt, es braucht kein Vollzitat.

Du hast aber die halbe Reisekette unterschlagen.

Ich sagte zwischen Ankunft mit den Zug in Friedrichshafen und Abfahrt mit den Zug in Romanshorn sind es 2 Stunden.
Im Idealfall sollten es hierbei aber nur 1 Stunde sein.
Daher besteht scheinbar auch seitens der Schweiz da kein Interresse mehr, an Bahnfahrer. Denn früher sind zumindest eine Handvoll Reisenden insbesondere Halbtax Inhaber diese Route gefahren, da für diese Gruppe dieses Routing billiger war, bei etwa fast gleicher Fahrzeit, als um den See.

Bsp.
Ravensburg Ab 9:27 Uhr
Friedrichshafen Hafen An 9:53 Uhr
Friedrichshafen Ab 10:21 Uhr
Romanshorn An 11:05 Uhr
Romanshorn Ab 11:48 Uhr
Zürich An: 12:55 Uhr
Zürich Ab: 13:05 Uhr (Wobei es ab Zürich egal ist welches Endziel ob Lugano, Genf oder Lausanne)
Lugano An 14:58 Uhr


Alternativen mit der selben Fahrzeit gibt es nun auch stündlich mit dem Bus Ravensburg-Konstanz bei 5 min schnellerer Fahrzeit.
Ravensburg Ab 9:35 Uhr
Konstanz An 11:11 Uhr
Konstanz Ab 11:24 Uhr
Weinfelden An 11:54 Uhr
Weinfelden Ab 12:06 Uhr
Zürich An 12:55 Uhr

Schneller geht es mittlerweile nur noch über Schaffhausen
Ravensburg Ab 10:51 Uhr
Schaffhausen An 12:15 Uhr
Schaffhausen Ab 12:47 Uhr
Zürich An 13:23 Uhr
Wobei auch hier die Fahrtzeit schneller gehen könnte wenn der Anschluss in Schaffhausen besser wäre.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.04.21 18:34.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 18:34

Florian Ziese schrieb:
Wenn es so logisch ist, warum hast du dann nicht das geschrieben, sondern eine andere positiver wirkende Argumentation vorgeschoben? Grund ist eben nicht, dass ein üblicher Stundentakt nicht ginge oder zu dem 15/45-Knoten in Romanshorn inkompatibel wäre oder längere Reisezeiten erzeugen würde. Der Hinketakt mit zwangsweise unvermeidbaren schlechten Anschlüssen in eine Richtung bei anderen Stundentaktlinien ist allein aus Kostengründen eingeführt worden.
Diese Stundentaktlinien musst du aber relativ lang suchen. Deshalb stünden die Mehrkosten eines Stundentakts mit drei Fährumläufen ebenfalls in keinem Verhältnis. Mit der unsymmetrischen Fahrlage haben die meisten Fahrgäste dank Halbstundentakt ab Romanshorn keine Nachteile und profitieren damit von der Reisezeitverkürzung.


theich schrieb:
Fakt ist, man hat jetzt Verbindungen nur noch in eine Richtung. Z.B. kommt man von Friedrichshafen nach Heerbrugg, nicht aber umgekehrt. Oder von Rheineck aus gesehen ist es exakt umgekehrt.
Du tust hier gerade so, als wenn es nicht möglich wäre, von Heerbrugg nach Friedrichshafen zu kommen. Das ist sicher falsch. Du hast dir hier natürlich gerade ein sehr unschönes Beispiel ausgesucht, damit es möglichst gut zu deiner Argumentation passt. Wenn du jedoch die Reisendenströme auf der Fähre anschaust, dann ist die Relation Heerbrugg-Friedrichshafen jedoch ziemlich unbedeutend für die Fähre selbst
Ansonsten wird spätestens ab Dezember 2024 der IR 13 zum durchgehenden Halbstundentakt verdichtet. Eventuell könnte es diesen Halbstundentakt auch bereits ab Dezember 2022 im Abschnitt St. Gallen-Heerbrugg geben, das wird aber vom genauen Konzept des Bus-Ersatzverkehrs Altstätten-Buchs während der achtmonatigen Vollsperrung im Jahr 2023 abhängen, welches derzeit in Erarbeitung ist.

theich schrieb:
Nein es ist nicht falsch. Wenn der Kanton Thurgau sich für Taktknoten um 15 und 45 entscheidet muss er auch die Konsequenzen tragen. Will er aber offensichtlich nicht. Ob Halbstundentakt oder nicht, es braucht einen dritten Umlauf um die Symmetrieminute wieder auf 00 zu bringen.
Also zuerst mal ist es nicht der Kanton Thurgau, der die Knotenstruktur hier bestimmt hat. Am Anfang ist immer der 00/30-Knoten Zürich HB, der als Taktgeber für die ganze Schweiz fungiert. Hier nach und über Romanshorn extra 15 Minuten Reisezeit draufzugeben, nur damit die Fähre 00-symmetrisch mit zwei statt drei Umläufen passt, hat mit einem attraktiven öffentlichen Verkehr nichts zu tun. Oben hatten wir es von der Verkehrswende. So funktioniert die nicht. Da musst du diese möglichen 15 Minuten Ersparnis von Zürich her weitergeben, indem du den Knoten von 00/30 auf 15/45 verlegst.
Und nochmal 15 Minuten im Fernverkehr von Zürich nach Romanshorn wird man kaum mit verhältnismässigem Aufwand schaffen können. Somit ist der 15/45-Knoten in Romanshorn praktisch alternativlos, weil das nunmal die Knotenzeit ist, zu der der wichtigste Anschlusszug den Knoten Romanshorn erreicht.

Und ein dritter Fährumlauf ist ohne Halbstundentakt eben wie gesagt nicht zu rechtfertigen. Weil für diese Mehrkosten musst du unbedingt auch einen verhältnismässigen Mehrwert generieren. Und nur wegen der 00-Symmetrie ergibt sich dieser Mehrwert eben nicht bei weitestgehend halbstündlichen Verbindungen.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 18:57

junglok13 schrieb:
Du hast aber die halbe Reisekette unterschlagen.
Und du unterschlägst den Halbstundentakt Romanshorn-Zürich mit S7 und IR 75. Deshalb sieht dein Beispiel nämlich erstmal wie folgt aus:

Ravensburg Ab 09:27 Uhr
Friedrichshafen Hafen An 09:53 Uhr
Friedrichshafen Ab 10:21 Uhr
Romanshorn An 11:05 Uhr
Romanshorn Ab 11:17 Uhr
Weinfelden An 11:33 Uhr
Weinfelden Ab 11:36 Uhr
Zürich An: 12:25 Uhr

Und dann bekommst du die Anschlüsse im 12.30-Knoten statt im 13.00-Knoten Zürich HB. Zwar fährt erst ab 2023 um 12.33 Uhr ein IC 2 ab Zürich HB nach Lugano, aber wenns unbedingt Lugano sein muss, kannst du dich auch einfach eine Stunde früher auf den Weg machen. Bei der Verbindung via Schaffhausen macht es dir ja auch nichts aus, eine nur zweistündliche Verbindung als Beispiel zu wählen:

Ravensburg Ab 08:52 Uhr
Friedrichshafen Stadt An 09:06 Uhr
Friedrichshafen Stadt Ab 09:12 Uhr
Friedrichshafen Hafen An 9:13 Uhr
Friedrichshafen Autoquai Ab 09:21 Uhr
Romanshorn An 10:05 Uhr
Romanshorn Ab 10:17 Uhr
Weinfelden An 10:33 Uhr
Weinfelden Ab 10:36 Uhr
Zürich HB An 11:25 Uhr
Zürich HB Ab 11:33 Uhr
Lugano An 13:30 Uhr

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 24.04.21 20:23

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Wenn es so logisch ist, warum hast du dann nicht das geschrieben, sondern eine andere positiver wirkende Argumentation vorgeschoben? Grund ist eben nicht, dass ein üblicher Stundentakt nicht ginge oder zu dem 15/45-Knoten in Romanshorn inkompatibel wäre oder längere Reisezeiten erzeugen würde. Der Hinketakt mit zwangsweise unvermeidbaren schlechten Anschlüssen in eine Richtung bei anderen Stundentaktlinien ist allein aus Kostengründen eingeführt worden.
Diese Stundentaktlinien musst du aber relativ lang suchen. Deshalb stünden die Mehrkosten eines Stundentakts mit drei Fährumläufen ebenfalls in keinem Verhältnis. Mit der unsymmetrischen Fahrlage haben die meisten Fahrgäste dank Halbstundentakt ab Romanshorn keine Nachteile und profitieren damit von der Reisezeitverkürzung.
Ach, rund um Friedrichshafen gibt es überall schon länger Halbstundentakte...?

Gruss
Florian

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 24.04.21 21:05

Florian Ziese schrieb:
Ach, rund um Friedrichshafen gibt es überall schon länger Halbstundentakte...?
Das ist nicht das Problem des Kantons Thurgau. Nochmal zur Erinnerung: Der Kanton Thurgau zahlt bereits mehr an den Fährbetrieb als die deutsche Seite, obwohl eine faire Verteilung je Hälftig wäre. Und wer zahlt, schafft an. Damit hat sich der Kanton Thurgau auch durchgesetzt mit der zum Knoten Romanshorn passenden Fahrlage.
Die deutsche Seite darf gerne ihren finanziellen Beitrag erhöhen, um damit mehr Mitsprache in der Angebotsgestaltung zu erhalten.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 24.04.21 21:42

Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprüft.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: oberländer

Datum: 25.04.21 00:06

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Dieser unübliche Takt auf der Fähre auf der Fähre im Prinzip auch nicht nötig, es wäre ein sauberer Stundentakt mit trotzdem schlanken Anschlüssen im .15/.45-Knoten in Romanshorn möglich.
Allein aus Kostengründen weicht man auf der Fähre vom üblichen Stundentakt ab, da man so eine Fähre samt Personal einsparen kann.
Das ist ja logisch. Denn mit drei Fähren im Umlauf wäre man dann kostenmässig bereits beim Halbstundentakt, der mit einer Umlaufzeit von 90 Minuten (35 Minuten Fahrzeit bei zehn Minuten Wendezeit, mal zwei) ja mit eben drei Umläufen vorgesehen ist. Und kostenmässig im Halbstundentakt zu sein ohne einen Halbstundentakt zu fahren sprengt nun wirklich jede Wirtschaftlichkeitsrechnung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Kanton Thurgau heute schon finanziell der deutschen Seite unter die Arme greift.
Es geht nicht nur um Kostenersparnissen, sondern um den Unterhalt der Fähren, welche mit Ausnahme der Euregia alle nicht mehr die jüngsten sind. Mit drei Umläufen sind drei von drei vorhandenen Fähren im Einsatz. Reserve Null. Sobald eine der Fähren in den Unterhalt/Reparatur muss, geht es nicht mehr auf. Der Kanton Thurgau mag den Halbstundentakt wollen, aber entspricht er auch dem Bedürfniss der deutschen Seite?

Aber die Beteiligten müssen sich bei der Flotte ohnehin langsam was einfallen lassen. Zwei der drei Fähren sind 63 (!), bzw. 56 Jahre alt. Aber ob da "Batteriefähren" der Weisheit letzter Schluss sind...

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 25.04.21 02:46

Stupor Mundi schrieb:
Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprüft.
Hat man es denn endlich geschafft den Katamaran in die Nahverkehrstarife zu integrieren? Andernfalls ist das nicht wirklich eine Alternative.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 25.04.21 09:32

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Ach, rund um Friedrichshafen gibt es überall schon länger Halbstundentakte...?
Das ist nicht das Problem des Kantons Thurgau. Nochmal zur Erinnerung: Der Kanton Thurgau zahlt bereits mehr an den Fährbetrieb als die deutsche Seite, obwohl eine faire Verteilung je Hälftig wäre. Und wer zahlt, schafft an. Damit hat sich der Kanton Thurgau auch durchgesetzt mit der zum Knoten Romanshorn passenden Fahrlage.
Die deutsche Seite darf gerne ihren finanziellen Beitrag erhöhen, um damit mehr Mitsprache in der Angebotsgestaltung zu erhalten.
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.

Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Genauso ja das Problem mit dem RE St. Gallen-Konstanz, das ist ja genauso ein Opfer des neuen Fahrplans in der Schweiz, da der auch ohne Rücksicht auf die grenzüberschreitenden Anschlüsse um 15 min verchoben wurden (allerdings mit üblicher Symmetrie). Die Mehrkosten für einen Erhalt der Fahrlage mit den guten Anschlüssen war der Schweiz dann doch zu teuer. Und du hast hier ja auch schon gejammert, dass der Zug keinen guten Anschluss in Konstanz hätte, weil BaWü keinen zusätzlichen RE bestellen will, um auszugleichen, dass die Schweiz den Anschluss an den eigentlich vorgesehen Anschluss-Zug durch verschieben um 15 min einfach gekappt hat. Gut, durch das Interimskonzept auf der Gäubahn ist die Sache jetzt ungeplant noch komplizierter, da der RE in Singen keinen Anschluss nach Stuttgart mehr hat, ändert am prinzipiellen Problem nichts.

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 09:33.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 25.04.21 09:58

junglok13 schrieb:
Hallo, hab neulich mit Schrecken festgestellt, dass die Fähre mittlerweile in einer völlig verkorksten Lage fährt. Letztes Jahr im Sommer, als ich das letzte mal fuhr, waren die Anschlüsse nur in Friedrichshafen blöd, nun aber in Friedrichhafen und Romanshorn. Wobei man da zumindest bequem die Zeit an der Uferpromenade verschlendern konnte, auf dem Weg von Stadtbahnhof zum Hafen.
Dass die SBB da kein Interresse hat, den Fahrplan nach Deutschland kompatibel zu halten verständlich, aber auch nicht mehr zur Schweiz?
Oder ist das ein Corronafahrplan, damit Reisen eingeschränkt, unattraktiver wird, bzw. verstärkte Zoll, Coronakontrolle.

Ich wollte eigentlich im Sommer, die Hoffnung stirb zu letzt, bzw. hoffe dass ich in Gruppe2 bis Ende Juni geimpft bin, mal wieder ein paar Ausflüge in die Schweiz machen. Hab noch 20 Freizeittagestickes bis Dezember welche ich eigentlich im Sommer anfangen wollte zu verfahren.
Jetzt mal ein wenig vorplanen wollte und siehe da. AHHHHHH; HILFE; Das kann doch nicht wahr sein.

Will die Fähre wirklich nur noch Schweizer Einkaufstouristen, Mittagstischfahrgäste und LKWs, Radler und PKWs als Kunden, keine Bahnkunden mehr.

Man verliert über den See im Grunde nun 1 zusätzliche Stunde, als im Vergleich zum Fahrplan vor 2 Jahren, bzw. muss zusätzlich umsteigen.
Friedrichshafen an und erst 2 Stunden später Romanshorn ab nach Zürich.
Im Idealfall sollte der Fahrplan ja so aussehen Ankunft in Friedrichshafen Hafen und eine Stunde später Abfahrt in Romanshorn in Richtung Zürich.

Nun hat man nur Anschlüsse ins direkte Umland von Romanshorn, weiterweg, nur noch mit zusätzlichen Umstiegen verbunden.
So wird dass nichts mit der Verkehrswende.
Bleibt somit eigentlich nur noch den Weg um den See, der ist nun leider konkurrenzlos geworden, durch diesen missglückten Fahrplan.

Gibt es da Hoffnung auf wieder Besserung.
Eigentlich wollte man ja Neue Fähren kaufen, für einen evtl. Halbstundentakt. Aber dann kam ja Corona und damit eben auch Einbruch der Reisen und somit auch der Einnahmen.
Verstehe dein Problem nicht: Von Friedrichshafen Abfahrt Fähre bis Romanshorn Abfahrt Zug vergehen 56min. FN --> ZH 2h4min.
Warum sollte das mit der Verkehrswende nicht funktionieren? In der Schweiz klappen in aller Regel die Anschlüsse.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 25.04.21 10:20

Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.

Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.

RhBDirk schrieb:
In der Schweiz klappen in aller Regel die Anschlüsse.

Das ist so pauschal schlichtweg falsch. Die Erfolgsquote mag recht gut sein, aber auch in der Schweiz scheitern Tag für Tag etliche Anschlüsse.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 10:27.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: tkautzor

Datum: 25.04.21 11:16

kaufhalle schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Am Einkaufstourismus besteht in DE aber ein hohes Individualinteresse, und diejenigen die davon profitieren wissen normalerweise wie man die Politik manipuliert um diesen als öffentlichen Interesse maskiert (Arbeitsplätze, EU-Wohlstand, usw...).

Gruss, Thomas.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 25.04.21 12:45

tkautzor schrieb:
Am Einkaufstourismus besteht in DE aber ein hohes Individualinteresse, und diejenigen die davon profitieren wissen normalerweise wie man die Politik manipuliert um diesen als öffentlichen Interesse maskiert (Arbeitsplätze, EU-Wohlstand, usw...).

Das ist leider so. Aber wenn es darum geht, für Einkaufstouristen Verkehrsleistungen zu bestellen, hört es faktisch dann doch auf. Zum Vergleich in Weil am Rhein: Die Taktverdichtungen, die über jeden zweiten Zug nach Weil hinausgehen (7,5-min-Takt mo - sa nachmittags, 15-min-Takt abends) werden von deutscher Seite nicht bestellt und nicht bezahlt. Wozu auch? Die Einkaufstouristen zahlen ja noch nicht mal die Mehrwertsteuer.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 25.04.21 13:12

MrEnglish schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprüft.
Hat man es denn endlich geschafft den Katamaran in die Nahverkehrstarife zu integrieren? Andernfalls ist das nicht wirklich eine Alternative.
Nein, der Katamaran, bleibt auch weiterhin Privat, hat wohl kein großes Interesse am öffentlich Verkehr, will eher hauptsächlich ein Freizeitangebot und höchstens noch etwas für Geschäftsreisende, welche aber nur von Ufer zu Ufer wollen und nicht darüber hinaus.
Dafür gilt ja im Regiobus 700 DB-Tickets, Bahncard, aber auch die Bodo ECard (CheckIn/CheckOut), wie auch Handyticket wo es jeweils 20 % Rabatt gibt. Und der Bus fährt seit Fahrplanwechsel stündlich von 5-24 Uhr.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 25.04.21 13:23

kaufhalle schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.

Warum soll der Einkaufstourismus verwundern? Stichwort Franken ist mittlerweile doppelt so stark als früher die DM. Ich kenne noch Zeiten da gabs für 100 Mark(50€) 100 Franken, mittlweile ist es aber ja eher für 100 Euro, gibt es etwa 100 Franken, dafür sind die Lebensmittelpreise in Deutschland 30 % billiger. Damals fuhr man jedes 2te Wochenende nach St. Margrethen zum Migros zum Einkaufen, weil es dort billiger war, dort traff man im Grunde nur Deutsche und kaum Schweizer. Heute ist es eben wegen der Währungsunterschiede genau anders rum, nun sind lauter Schweizer auf deutscher Seite, wenn Corona nicht wäre.
Von den Fußgängern an Board, sind zu 50 % Senioren mit Generalabo, welche bis Fridrichshafen gilt, um eben kurz im Edeka, 500m vom Fähranleger entfernt einzukaufen, davor oder danach noch an der Uferpromenade zu Essen, oder sich nur auf einen Kaffee auszuruhen und zu quatschen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 13:27.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 25.04.21 13:26

MrEnglish schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprü
Naja bis jetzt ist es noch nicht sicher ob der Anschluss in Schaffhausen nicht passt, da man heute ja 30 min Wartezeit in Schaffhausen hat, daher, könnte es durch aus noch klappen, dass es passt. Außer eben den zusätzlichen Umstieg.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: netcurli

Datum: 25.04.21 14:07

junglok13 schrieb:
MrEnglish schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprüft.
Hat man es denn endlich geschafft den Katamaran in die Nahverkehrstarife zu integrieren? Andernfalls ist das nicht wirklich eine Alternative.
Nein, der Katamaran, bleibt auch weiterhin Privat, hat wohl kein großes Interesse am öffentlich Verkehr, will eher hauptsächlich ein Freizeitangebot und höchstens noch etwas für Geschäftsreisende, welche aber nur von Ufer zu Ufer wollen und nicht darüber hinaus.
Dafür gilt ja im Regiobus 700 DB-Tickets, Bahncard, aber auch die Bodo ECard (CheckIn/CheckOut), wie auch Handyticket wo es jeweils 20 % Rabatt gibt. Und der Bus fährt seit Fahrplanwechsel stündlich von 5-24 Uhr.
Den Katamaran kann man seit letztem Jahr auch mit der Bodo eCard nutzen.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: bollisee

Datum: 25.04.21 14:19

MrEnglish schrieb:
Wer bestellt denn die Fährlinie?
Man möge mich korrigieren, aber auf dem Bodensee dürfte nur die private Schiffslinie Wallhausen-Uberlingen mit Zuschüssen operieren.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 25.04.21 14:38

Florian Ziese schrieb:
Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Ähm Moment mal. Du verdrehst hier etwas die Tatsachen.

Zuerst mal wünscht der Kanton Thurgau den Halbstundentakt der Fähre, was nun sicher keine Billiglösung darstellt, sondern ein ziemlich komfortables Zielkonzept für beide Seiten. Der Kanton Thurgau kann sich auch weiterhin vorstellen, daran etwas mehr als die Hälfte zu zahlen. Zwischen dem, was die deutsche Seite aktuell zahlt und dem, was sie dann aber trotzdem noch zusätzlich zahlen müsste, gibt es jedoch eine ungedeckte Differenz. Nun haben wir aber das Problem, dass die Vorstellungen für guten öV auf der deutschen Seite etwas andere sind und deshalb der deutsche Beitrag dazu fehlt. Nun forderst du praktisch, dass dann bitte die Schweizer Seite dafür einspringen soll? Gehts noch? Genau das wäre nun nämlich arrogant von deutscher Seite (wenigstens verlangst nur du das hier im Forum und nicht die offiziellen Stellen auf deutscher Seite).

Weil wenn du nämlich auf drei Umläufe aufstockst, hast du nämlich die Kosten eines Halbstundentakts. Und ich habe gestern schon geschrieben, dass es schlicht nicht geht, kostenmässig bei einem Halbstundentakt zu liegen ohne den auch zu fahren. Und von einem Halbstundentakt profitieren definitiv beide Seiten und deshalb hat auch die deutsche Seite ihren Anteil dazu beizusteuern. Es kann nicht sein, dass die deutsche Seite profitiert ohne den Beitrag zu leisten, der rechnerisch auf sie abfällt. Das kann und darf nicht Aufgabe des Kantons Thurgau sein.

Der Einwand von oberländer kommt da noch dazu. Du kannst nicht drei Umläufe fahren ohne vier Fähren zu haben. Und wie er ebenfalls anmerkte, sind die bisherigen Fähren schon recht alt. Deshalb sollen ja sowieso neue Fähren angeschafft werden (und auf Wunsch der deutschen Seite ohne fossile Brennstoffe, wie auch immer eine Batteriefähre den ganzen Tag durchhalten soll ohne nachladen?).
Der Kanton Thurgau wird genau die Hälfte davon finanzieren. Wenn von deutscher Seite nun nicht mindestens zwei Fähren bezahlt werden, wird es auch keine total vier Fähren geben und somit kann es auch keine drei Umläufe geben. Und solange es nur zwei Umläufe gibt und der Kanton Thurgau weiterhin den grösseren Beitrag an den Betrieb zahlt, bleibt es somit beim Stundentakt, der im Romanshorner 15-Knoten festgemacht ist.


Florian Ziese schrieb:
Genauso ja das Problem mit dem RE St. Gallen-Konstanz, das ist ja genauso ein Opfer des neuen Fahrplans in der Schweiz, da der auch ohne Rücksicht auf die grenzüberschreitenden Anschlüsse um 15 min verchoben wurden (allerdings mit üblicher Symmetrie). Die Mehrkosten für einen Erhalt der Fahrlage mit den guten Anschlüssen war der Schweiz dann doch zu teuer. Und du hast hier ja auch schon gejammert, dass der Zug keinen guten Anschluss in Konstanz hätte, weil BaWü keinen zusätzlichen RE bestellen will, um auszugleichen, dass die Schweiz den Anschluss an den eigentlich vorgesehen Anschluss-Zug durch verschieben um 15 min einfach gekappt hat. Gut, durch das Interimskonzept auf der Gäubahn ist die Sache jetzt ungeplant noch komplizierter, da der RE in Singen keinen Anschluss nach Stuttgart mehr hat, ändert am prinzipiellen Problem nichts.
Der RE St. Gallen-Konstanz passt genau in dieser Fahrlage zur Durchbindung über Singen und den Hochrhein nach Basel, wie das nach der Hochrhein-Elektrifikation vorgesehen ist. Nun wird der Hochrhein-RE bereits diesen Dezember um 15 Minuten gedreht und hat dann ebenfalls bereits die entsprechende Fahrlage. Das setzt sich so also langsam zu einem Ganzen zusammen und irgendwelche Bestrebungen, den RE St. Gallen-Konstanz zwanghaft in die Lage 00 ab St. Gallen zu pressen, wären damit sowieso überflüssig gewesen. Ich hab dir übrigens schonmal versucht zu erklären, dass der RE St. Gallen-Konstanz auch mit einem Haufen Geld nicht in der Lage 00 ab St. Gallen hätte bleiben können. Aber dann bleibst du eben bei deiner Meinung.


junglok13 schrieb:
Naja bis jetzt ist es noch nicht sicher ob der Anschluss in Schaffhausen nicht passt, da man heute ja 30 min Wartezeit in Schaffhausen hat, daher, könnte es durch aus noch klappen, dass es passt. Außer eben den zusätzlichen Umstieg.
Das sieht eigentlich schon nach der Lage Basel Bad Bf (00) - Waldshut (30) - Schaffhausen (00) - [...] aus. Damit wird der Anschluss in Basel Bad Bf von und nach den ICE von/nach Mannheim um eine Viertel Stunde entspannt und damit deutlich zuverlässiger, was ja das Ziel der ganzen Übung ist. Die Umsteigezeit in Schaffhausen verkürzt sich damit zwar von einer halben auf eine viertel Stunde, dafür gibt es dann neu in Friedrichshafen Stadt im dortigen 30-Knoten eine Umsteigezeit von einer viertel Stunde auf den Dosto-RE weiter nach Ulm.


bollisee schrieb:
Man möge mich korrigieren, aber auf dem Bodensee dürfte nur die private Schiffslinie Wallhausen-Uberlingen mit Zuschüssen operieren.
Ich muss dich korrigieren. Die Fähre Romanshorn-Friedrichshafen wird abgegolten. Sie ist als Teil des Regionalen Personenverkehrs abgeltungsberechtigt durch Bund und Kanton Thurgau. Der Kostendeckungsgrad lag vor der Pandemie bei um die 80%.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 14:52.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 25.04.21 14:43

junglok13 schrieb:
Warum soll der Einkaufstourismus verwundern?

Er verwundert nicht. Aber er ist zumindest auf Seite des besuchten Lands nicht subventionswürdig.

junglok13 schrieb:
Stichwort Franken ist mittlerweile doppelt so stark als früher die DM. Ich kenne noch Zeiten da gabs für 100 Mark(50€) 100 Franken, mittlweile ist es aber ja eher für 100 Euro, gibt es etwa 100 Franken

Das ist 1. nicht der entscheidende Punkt und 2. sachlich falsch. Um Franken gegen DM 1:1 zu haben, musst Du schon 50 Jahre zurückgehen. Darüber hinaus stimmt weder DM zu EUR 2:1, noch sind EUR zu CHF heute 1:1. Vor allem aber haben solche Währungsdifferenzen nur kurzfristige Wirkungen. Der Schweizer Franken war mal per definitionem wertgleich mit italienischer Lira und spanischer Peseta. Relevanz für heute: exakt null.

junglok13 schrieb:
dafür sind die Lebensmittelpreise in Deutschland 30 % billiger.

Internationale Discounterware, die auch bei Migros und Coop einen großen Teil des Sortiments ausmachen, kostet so etwa 50% mehr als in Deutschland. Bei anderen Artikeln kann man durchaus auf den Faktor 2 kommen, gern auch noch mehr.

junglok13 schrieb:
Damals fuhr man jedes 2te Wochenende nach St. Margrethen zum Migros zum Einkaufen, weil es dort billiger war, dort traff man im Grunde nur Deutsche und kaum Schweizer.

Wann soll das denn gewesen sein? In den 70er Jahren?

junglok13 schrieb:
Heute ist es eben wegen der Währungsunterschiede genau anders rum

Nicht wegen der Währungsunterschiede, wegen des Preisniveaus.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 25.04.21 15:36

junglok13 schrieb:
MrEnglish schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Zumal die Verbindung via Schaffhausen mit dem kommenden Fahrplanwechsel wegfällt, dann keine Direktzüge Ravensburg-Schaffhausen mehr und keine passenden Anschlüsse mehr in Friedrichshafen Stadt. Eventuell noch eine Option mit der Fähre Friedrichshafen-Konstanz als eventuelle Alternative zum Bus nach Konstanz, habe jetzt aber die Fahrzeiten nicht extra geprüft.
Hat man es denn endlich geschafft den Katamaran in die Nahverkehrstarife zu integrieren? Andernfalls ist das nicht wirklich eine Alternative.
Nein, der Katamaran, bleibt auch weiterhin Privat, hat wohl kein großes Interesse am öffentlich Verkehr, will eher hauptsächlich ein Freizeitangebot und höchstens noch etwas für Geschäftsreisende, welche aber nur von Ufer zu Ufer wollen und nicht darüber hinaus.
Dafür gilt ja im Regiobus 700 DB-Tickets, Bahncard, aber auch die Bodo ECard (CheckIn/CheckOut), wie auch Handyticket wo es jeweils 20 % Rabatt gibt. Und der Bus fährt seit Fahrplanwechsel stündlich von 5-24 Uhr.
Privat ist auf dem Bodensee im Schiffslinienverkehr kaum was.
Letztlich steckt bei allen deutschen Linienschiffen die Stadtwerke Konstanz dahinter. Aufgeteilt dann aber wiederum in mehrere Betriebsgesellschaften.

KAT = 50/50% Stadtwerke Konstanz und Friedrichshafen
BSB = Betreibergesellschaft Linienschifffahrt unter dem Dach der Stadtwerke Konstanz, bei der Fähre nach Romanshorn 50% Beteiligung BSB (andere 50% SBS) an der Fähre KN<-->FN.
Fähre Meersburg/Konstanz = Stadtwerke Konstanz. Aber selbst hier ist die Fähre nicht direkt in den Konstanzer Tarif inkludiert. Es muss immer noch ein "Fähreticket" zusätzlich gelöst werden (Ausnahme Kombiticket).

Für alle drei [www.stadtwerke-konstanz.de]

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 25.04.21 16:45

kaufhalle schrieb:
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung
Natürlich hat Deutschland ein Interesse am Einkaufstourismus, wer denn sonst? Die Einzelhändler zahlen ihre Steuern (wenn nicht, dann hängt das nicht mit der Herkunft der Kunden zusammen), und auch die Angestellten zahlen ihre Einkommenssteuer in Deutschland. Wer kein Interesse daran hat, das ist die Schweiz. Die abfließende Kaufkraft fehlt dem Einzelhandel und der zahlt weniger Steuern. Natürlich holen sich die Schweizer die Mehrwertsteuer zurück, aber sie führen dann nicht die schweizer Mehrwertsteuer ab, wie es eigentlich sein müsste. Wundert mich ehrlich gesagt, dass man sich da so schwer tut was gegen diese Form der Steuerhinterziehung zu unternehmen. Kann ja nicht so schwer ein die Rückerstattung der einen an die Zahlung der anderen Verbrauchssteuer zu koppeln. Aber gut, die Motivation in Deutschland in der Schweiz Steuerhinterziehung zu verhindern dürfte äußerst begrenzt sein.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Rodscha

Datum: 25.04.21 17:11

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Ähm Moment mal. Du verdrehst hier etwas die Tatsachen.

Zuerst mal wünscht der Kanton Thurgau den Halbstundentakt der Fähre, was nun sicher keine Billiglösung darstellt, sondern ein ziemlich komfortables Zielkonzept für beide Seiten. Der Kanton Thurgau kann sich auch weiterhin vorstellen, daran etwas mehr als die Hälfte zu zahlen. Zwischen dem, was die deutsche Seite aktuell zahlt und dem, was sie dann aber trotzdem noch zusätzlich zahlen müsste, gibt es jedoch eine ungedeckte Differenz. Nun haben wir aber das Problem, dass die Vorstellungen für guten öV auf der deutschen Seite etwas andere sind und deshalb der deutsche Beitrag dazu fehlt. Nun forderst du praktisch, dass dann bitte die Schweizer Seite dafür einspringen soll? Gehts noch? Genau das wäre nun nämlich arrogant von deutscher Seite (wenigstens verlangst nur du das hier im Forum und nicht die offiziellen Stellen auf deutscher Seite).
Ich kann deiner provokanten Haltung auch wenig abgewinnen, die deutsche Seite hätte gefälligst die Wünsche vom anderen Ufer zu bezahlen.

Und ja, ich bin stark dafür dass es perspektivisch einen Halbstundentakt gibt und die deutsche Seite sich finanziell anteilig an diesem beteiligt. Allerdings nicht unter Zwang.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 25.04.21 17:47

MrEnglish schrieb:
Natürlich hat Deutschland ein Interesse am Einkaufstourismus, wer denn sonst? Die Einzelhändler zahlen ihre Steuern (wenn nicht, dann hängt das nicht mit der Herkunft der Kunden zusammen), und auch die Angestellten zahlen ihre Einkommenssteuer in Deutschland.

Die beteiligten Einzelhandelsunternehmen profitieren, aber der Effekt für die Allgemeinheit ist minimal. Das rechtfertigt keine Subventionierung, auch nicht in Form von Bestellung von Nahverkehr.

MrEnglish schrieb:
Wer kein Interesse daran hat, das ist die Schweiz. Die abfließende Kaufkraft fehlt dem Einzelhandel und der zahlt weniger Steuern.

Das ist die verlogene Theorie, die alle hochhalten - und dann doch klammheimlich im Ausland einkaufen. Als Deutschland die (an sich lächerlich niedrige) Bagatellgrenze von 50 Euro Warenwert eingeführt hat, gab es zumindest in der Basler Lokalpolitik einen Aufschrei der Entrüstung über diese Maßnahme, die besonders Bezieher kleinerer Einkommen besonders hart träfe.

MrEnglish schrieb:
Natürlich holen sich die Schweizer die Mehrwertsteuer zurück, aber sie führen dann nicht die schweizer Mehrwertsteuer ab, wie es eigentlich sein müsste. Wundert mich ehrlich gesagt, dass man sich da so schwer tut was gegen diese Form der Steuerhinterziehung zu unternehmen. Kann ja nicht so schwer ein die Rückerstattung der einen an die Zahlung der anderen Verbrauchssteuer zu koppeln. Aber gut, die Motivation in Deutschland in der Schweiz Steuerhinterziehung zu verhindern dürfte äußerst begrenzt sein.

Es gibt keine Kopplung der Mehrwertsteuerzahlungen in beiden Ländern. Der Eigenimport unterliegt den recht üppigen Freibetragsgrenzen, so dass es in den weitaus meisten Fällen legal ist, sich die Mehrwertsteuer erstatten zu lassen und in der Schweiz keine zu zahlen. Ebenso gibt es keine Doppelbesteuerungsregeln, so dass es (theoretisch) vorkommen könnte, dass man in beiden Ländern zahlt.

Im übrigen ist ein Verkauf im deutschen Einzelhandel an Ausländer mit Absicht des Eigenexports kein "Verkauf ins Ausland". Welche Erstattungsuntergrenzen man ansetzt bzw. ob man überhaupt erstattet, ist eine Frage nationalen Rechts bzw. unterliegt Regeln der EU. Derzeit wären 175 Euro als Bagatellgrenze möglich. Unabhängig davon muss Deutschland die Abfertigung von Warenausfuhren nicht an jedem Grenzübergang durchführen. Es ist also keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass die Schweizer keine Mehrwertsteuer zahlen. Wenn sie sie zahlen müssten, sähe das mit dem öffentlichen Interesse schon anders aus. Zumindest etwas.

Rodscha schrieb:
Ich kann deiner provokanten Haltung auch wenig abgewinnen, die deutsche Seite hätte gefälligst die Wünsche vom anderen Ufer zu bezahlen.

Und ja, ich bin stark dafür dass es perspektivisch einen Halbstundentakt gibt und die deutsche Seite sich finanziell anteilig an diesem beteiligt. Allerdings nicht unter Zwang.

Man darf hier schon danach fragen, wo die Fahrgäste eigentlich wohnen und wo sie Steuern zahlen. Demnach könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass ein (zeitlich symmetrisch passender) Stundentakt das Basisangebot im gemeinschaftlichen Interesse darstellt und von beiden Seiten anteilig zu finanzieren ist, während der Halbstundentakt fahrplantechnisch von Schweizer Seite erzwungen wurde und in erster Linie wegen des Einkaufstourismus angebracht wäre, also auch allein von Schweizer Seite zu finanzieren wäre. Somit wäre ein Halbstundentakt mit 75% Schweizer Finanzierung eine faire Lösung. Gerecht heißt nicht, dass alle das gleiche zahlen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 17:48.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 25.04.21 19:42

Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.

Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Was bitte ist das arrogant? Sollen die Schweizer ihren ganzen Taktfahrplan an den Deutschen orientieren, die nicht zahlen wollen, aber mitreden? Da scheint mir eher die deutsche Seite arrogant.

Twindexx hat doch dargelegt, warum Thurgau sich für diesen Taktfahrplan entschieden hat. Und er hat auch die Lösung benannt, Deutschland müsste sich an der Taktverdichtung der Fähre beteiligen. Im übrigen sei die Frage erlaubt, wie viele Reisenden wirklich vom Zug in die Fähre und wieder in den Zug umsteigen, ein klein wenig akademisch scheint mir die Debatte schon.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Twindexx

Datum: 25.04.21 19:44

Jetzt muss ich mich aber auch mal diese Einkaufstourismus-Diskussion einbringen.

Wer als Schweizer in Romanshorn ist und im Deutschen einkaufen will, fährt der 44 Minuten Fähre nach Friedrichshafen oder 16 Minuten RE nach Konstanz? -> Es ist definitiv Letzteres. Die Fähre hat für den Einkaufstourismus eine sehr untergeordnete Rolle. Das ist hier praktisch nicht relevant.

Montag bis Freitag sind es in erster Linie Pendler auf der Fähre. Und wegen der Lohnsituation und der Lebenshaltungskosten sind das fast nur Leute, die auf deutscher Seite wohnen und auf Schweizer Seite arbeiten. Steuertechnisch hat die Schweiz da einfach die Quellensteuer, sonst profitiert davon die deutsche Seite.
Am Wochenende hat es dann einfach viele Tagesausflügler, und zwar von beiden Seiten. Da kann man also nicht sagen, dass da eher die Schweizer oder deutsche Seeseite mehr profitiert. Das hält sich hier die Waage.

Was es sonst noch hat, sind jeweils Messebesucher nach Friedrichshafen und sonstige Reisende.

Ein spannender Punkt ist noch die Hotelsituation. Viele Leute, die in der Region Urlaub machen und dafür in Hotels absteigen, tun das eher auf der deutschen Seite und besuchen dann die Ostschweiz in Form von Tagesausflügen über den See. Der Hauptgrund ist hier übrigens nicht der Preis, sondern das Panorama. Von der deutschen Seite aus kann man sich eher am schönen Bergpanorama erfreuen als auf der Schweizer Seite des Sees. Deshalb sind Hotelnächte auf deutscher Seite gefragter (ja, das weiss man aus Erhebungen). Das würde aber natürlich ohne Fährangebot im gut nutzbaren Taktfahrplan über den See in der Form viel weniger gehen und dann müssten die Leute für die Ostschweiz eben tatsächlich ein Hotel auf der Schweizer Seite des Sees suchen. Also profitiert auch hier die deutsche Seite des Sees erheblich von der Bodenseefähre.

Unter dem Strich muss ich aber nochmal betonen: Einkaufstourismus spielt hier bei der Angebotsgestaltung nicht die geringste Rolle.
Trotzdem ist der Nutzen der Fährverbindung für die deutsche Seite klar nachgewiesen.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Fastrider

Datum: 25.04.21 21:26

MrEnglish schrieb:
Natürlich holen sich die Schweizer die Mehrwertsteuer zurück, aber sie führen dann nicht die schweizer Mehrwertsteuer ab, wie es eigentlich sein müsste. Wundert mich ehrlich gesagt, dass man sich da so schwer tut was gegen diese Form der Steuerhinterziehung zu unternehmen. Kann ja nicht so schwer ein die Rückerstattung der einen an die Zahlung der anderen Verbrauchssteuer zu koppeln. Aber gut, die Motivation in Deutschland in der Schweiz Steuerhinterziehung zu verhindern dürfte äußerst begrenzt sein.

Wenns nach mir ginge, dann sollten Einfuhren für den privaten Gebrauch unbegrenzt möglich sein (keine Weitergabe gegen Entgelt). Voraussetzung ist allerdings, dass keine Rückerstattung von Steuern in Anspruch genommen wurde und alle Verbrauchs- und Verkausfsteuern im Kaufland abgeführt wurden. Würde sich dann internationale Einkaufsunion nennen.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: tkautzor

Datum: 25.04.21 23:04

Twindexx schrieb:
Jetzt muss ich mich aber auch mal diese Einkaufstourismus-Diskussion einbringen.

Wer als Schweizer in Romanshorn ist und im Deutschen einkaufen will, fährt der 44 Minuten Fähre nach Friedrichshafen oder 16 Minuten RE nach Konstanz? -> Es ist definitiv Letzteres. Die Fähre hat für den Einkaufstourismus eine sehr untergeordnete Rolle. Das ist hier praktisch nicht relevant.

Montag bis Freitag sind es in erster Linie Pendler auf der Fähre. Und wegen der Lohnsituation und der Lebenshaltungskosten sind das fast nur Leute, die auf deutscher Seite wohnen und auf Schweizer Seite arbeiten. Steuertechnisch hat die Schweiz da einfach die Quellensteuer, sonst profitiert davon die deutsche Seite.
Ich wohne am anderen Ende der Schweiz und fand es schon ziemlich merkwürdig das von Anfang an spekuliert wurde das der Grossteil der Fährpassagiere Einkaufstouristen statt Deutsche Pendler seien, weil bis jetzt aber niemand dagegen Einspruch gehalten hatte habe ich mir gedacht das dies vielleicht auf dem Bodensee doch so wäre.

Hier auf dem Genfersee dienen die Boote der Schweizer CGN Montag bis Freitag hauptsächlich dazu Pendler aus Frankreich ans Schweizer Ufer zu bringen und in der entgegengesetzten Richtung Wohlstand nach Frankreich. Das Frankreich oder das Departement Haute-Savoie für diese Leistungen irgendetwas zahlt würde mich sehr wundern, ich denke für die ist das eher selbstverständlich.

Gruss, Thomas.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 23:07.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: oberländer

Datum: 25.04.21 23:15

kaufhalle schrieb:

Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 26.04.21 00:13

oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:

Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 26.04.21 08:58

Twindexx schrieb:
(und auf Wunsch der deutschen Seite ohne fossile Brennstoffe, wie auch immer eine Batteriefähre den ganzen Tag durchhalten soll ohne nachladen?)

Wer sagt denn, dass die nicht nachgeladen werden? Die Fähren werden an festen Fährbrücken beladen, bessere Voraussetzungen für eine Nachladung während des Aufenthalts im Hafen gibt es ja gar nicht.

Twindexx schrieb:
Ich muss dich korrigieren. Die Fähre Romanshorn-Friedrichshafen wird abgegolten. Sie ist als Teil des Regionalen Personenverkehrs abgeltungsberechtigt durch Bund und Kanton Thurgau. Der Kostendeckungsgrad lag vor der Pandemie bei um die 80%.

Und wer genau finanziert den deutschen Anteil?

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 26.04.21 09:40

kaufhalle schrieb:
oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.
Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.
Der Einkaufstourismus ist in Friedrichshafen aus dem Grund nicht ganz so stark, wie in Konstanz, Singen oder Bregenz, weil es in Friedrichshafen, neben dem großen EDEKA, keine große Vielfalt an Einzelhandelsgeschäften gibt. Ein Einkaufszentrum fehlt komplett.

Es gibt zwar noch Müller, C&A, H&M und ein paar kleinere Geschäfte. Aber das wars auch schon. Wer sich aber dennoch auf den Straßen und in den Parkhäusern umsieht, entdeckt zahlreiche Schweizer Fahrzeuge.

Die Stadt selber finde ich allerdings nicht so "urig" und sehenswert, wie bspw Konstanz oder Lindau.

In Friedrichshafen dürfte der "Museums/Freizeittourismus" die wesentlich größere Rolle spielen: Zeppelin Museum und Dornier Museum in Friedrichshafen und die Spielwelt in Ravensburg. Alle drei sind (oder waren zumindest bis Corona) auch als SBB Railaway Angebot erhältlich.

Neben der Modellbaumesse gibt es noch weitere wesentlich größere Messen, die das Publikum von "drüben" anziehen, die AERO, die Eurobike, die IBO, die Interboot sowie Tuning World und Motorworld Classic Bodensee.

Zudem dürften auch ZF, MTU und Airbus für den ein oder anderen geschäftlichen Verkehr sorgen.

Interessant auch ein Artikel des Südkuriers aus 2018. Nach mehreren Zugriffen auf den Südkurier wird das meine ich kostenpflichtig:
[www.suedkurier.de]

Hier ist allerdings auch von einer schweizer Rentnerin die Rede, die freitags gerne zum Markt nach FN kommt. Im Vergleich zur Bahnfahrt nach Konstanz ist ja alleine eine Schifffahrt schon einladend.

Mit der Einführung eines Halbstundentaktes erhofft(e) man sich in 2018 einen Anstieg um 150.000 Passagiere und Fahrräder, 20.000 Autos und 5.000 LKW und Busse.

Die Katamaran Sparte hat in 2019 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben:
[www.econo.de]

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 26.04.21 10:36

Man fuhr noch bis weit in die 80iger rüber zu Migros, Schololade, Reis, Nudeln und so waren dort damals billiger zu bekommen. Und vor ca. 13 Jahren hatte der Euro seinen Höchststand an Wert zum Franken, damals gab es bis zu 1,66 CHF pro Euro, da war für kurze Zeit das Fenster auch wieder offen und man fuhr zum Shoppen in die Schweiz, da aber damals gerade insbesondere Benzin sehr günstiger war, immer mit dem Auto und dann Tankfüllung plus Reservekanister noch oben drauf.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 26.04.21 22:28

nozomi07 schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.

Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Was bitte ist das arrogant? Sollen die Schweizer ihren ganzen Taktfahrplan an den Deutschen orientieren, die nicht zahlen wollen, aber mitreden? Da scheint mir eher die deutsche Seite arrogant.

Twindexx hat doch dargelegt, warum Thurgau sich für diesen Taktfahrplan entschieden hat. Und er hat auch die Lösung benannt, Deutschland müsste sich an der Taktverdichtung der Fähre beteiligen. Im übrigen sei die Frage erlaubt, wie viele Reisenden wirklich vom Zug in die Fähre und wieder in den Zug umsteigen, ein klein wenig akademisch scheint mir die Debatte schon.
Nur warum benennt er nicht wirklich von Anfang an das "Problem": Die Schweiz hat grossflächig den Fahrplan geändert, wollte aber nicht das Geld aufbringen, alle Linien passend zu ändern, daher diese Lösung mit schiefem Takt?

Gruß
Florian

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 26.04.21 23:17

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Genauso ja das Problem mit dem RE St. Gallen-Konstanz, das ist ja genauso ein Opfer des neuen Fahrplans in der Schweiz, da der auch ohne Rücksicht auf die grenzüberschreitenden Anschlüsse um 15 min verchoben wurden (allerdings mit üblicher Symmetrie). Die Mehrkosten für einen Erhalt der Fahrlage mit den guten Anschlüssen war der Schweiz dann doch zu teuer. Und du hast hier ja auch schon gejammert, dass der Zug keinen guten Anschluss in Konstanz hätte, weil BaWü keinen zusätzlichen RE bestellen will, um auszugleichen, dass die Schweiz den Anschluss an den eigentlich vorgesehen Anschluss-Zug durch verschieben um 15 min einfach gekappt hat. Gut, durch das Interimskonzept auf der Gäubahn ist die Sache jetzt ungeplant noch komplizierter, da der RE in Singen keinen Anschluss nach Stuttgart mehr hat, ändert am prinzipiellen Problem nichts.
Der RE St. Gallen-Konstanz passt genau in dieser Fahrlage zur Durchbindung über Singen und den Hochrhein nach Basel, wie das nach der Hochrhein-Elektrifikation vorgesehen ist.
Da hat man sich nachträglich diese kuriose Linienführung zusammengebastelt, um irgend eine Möglichkeit zu finden, damit der Zug in der von der Schweiz durchgedrückten Lage nicht im "Nichts" in Konstanz vereendet.
Nach ursprünglicher Planung wäre der Zug ais St. Gallen wenn er denn in Konstanz nach Singen weitergfahren komplett ohnen jeden Anschluss in Singen gewesen (die man auch nicht auch mit dem Seehas erreicht). "Zum Glück" für die Schweiz beschloss man dann in Deutschland die deutlichen Reisezeitverlängerungen an Hochrhein-Bodensee durch Neigezugverzicht, womit sich dann mit dem verlangsamten Zug nach Basel doch noch ein Anschlusszug in Singen auftut.
Nur wusste man das zu dem Zeitpunkt als man in der Schweiz beschloss die Fahrlage zuverschieben aber noch nicht.
Vorausgeangen waren ja ganz andere Überlegungen. Ziel war es mal den Nullknoten in St. Gallen mit dem Nullknoten in Singen zu verbinden. Es gab gar Überlegungen die Schwarzwaldbahn nach St. Gallen durchzubinden (nicht unbedingt so sinnvoll), Ziel war aber der Anschluss des St. Galler Zuges an die Schwarzwaldbahn der dann in Singen Anschluss nach Stuttgart hat. Ziel war eine deutliche Fahrzeitverkürzung nach Stuttgart und Richtung Offenburg. Auch ein Grund warum es für den Ausbau Geld aus dem HGV-Ausbautopf gab.
Träumer dachten gar an eine Durchbindung mit dem Voralpenexpress, was natürlich noch unrealistischer war. Aber zumindest ein interessanter Umsteigeansatz, denn der RE Konstanz-St. Gallen hätte die Verbindung Schwarzwaldbahn <-> Voralpenexpress um einen Stunde verkürzt.
Bis dann die Schweiz lieber eine andere Fahrlage wollte. Dadurch kein direkter Anschluss an die Schwarzwaldbahn und damit erst das Problem der Weiterführung ab Konstanz. Zum Voralpenexpress natürlich ganz mies, viele Jahrzehnte fuhr der nach Romanshorn durch, dorthin hat man jetzt die Verbindung zerstört mit 25 min Umsteigezeit in St. Gallen. Weiter Richtung Schwarzwaldbahn hätte man in St. Gallen gar 50 min Umsteigezeit und dann in Konstanz nochmal 20 min (wegen Gäubahn-Interimskonzept ist das nun gedreht und die 50 min in Konstanz).
Am ursprünglichen Ziel, den Verbindungen nach Stuttgart und Offenburg scheint man das Interesse ganz verloren zu haben, in den letzten ernsthafteren Entwürfen zielte das auf miserable Anschlüsse in Singen. Ursprünglich sollte der RE St. Gallen-Konstanz mal dorthin ein Fahrzeitverkürzung von 30 min bringen. Durch die verschobene Lage waren es schon nur noch 15 min. Und zuletzt war man gar mit einer Fahrzeitverlängerung von 15 min zufrieden (mit dem Nebeneffekt, dass die S-Bahn mit Halt an jedem Misthaufen wieder schneller als der RE wäre).
Problem ist halt, dass der Basler Zug, der in Singen noch brauchbaren Anschluss nach Stuttgart und Offenburg hätte, der ist der sinnvollerweise aus Friedrichshafen kommt. Will man aus St. Gallen unbedingt nach direkt nach Basel muss man zwangsweise zu den völlig miesen Anschlüssen in Singen.
Wobei mir da sowieso nicht klar ist, was dieser Zug denn nun wirklich bringen soll, für St. Gallen (Romanshorn ist ja kaum bedeutend, besonders wenn man dort keine Anschlüsse hat). St. Gallen-Schaffhausen ist längerfristig ein leicht hinkender 15 min-Takt mit einem Umstieg in Winterthur geplant. Wozu benötigt es da noch ums verrecken einen Zug via Konstanz, der nur minimalst schneller ist, dafür aber teurer? St. Gallen ist via Zürich auch schneller.
Und Anschlüsse in Singen will man bei diesem Zug offentichtlich auch nicht mehr. Wie soll man da auf mehr als eine einstellige Zahl durchgehender Reisender pro Zug kommen?

Zitat:
Nun wird der Hochrhein-RE bereits diesen Dezember um 15 Minuten gedreht und hat dann ebenfalls bereits die entsprechende Fahrlage. Das setzt sich so also langsam zu einem Ganzen zusammen
Nur wird es aber auf längere Sicht trotzdem keine solche Verbindung geben. Zum einen passt die Lage nicht (müsste der St. Galler um 30 min verschoben werden) und es gibt keine Trasse für diesen Zug. Er müsste in Konstanz noch vorm Seehas raus und müsste daher ein paar wenige Minuten früher in Konstanz eintreffen und da sehe ich die nötigen Ausbauten in der Schweiz nicht. Zudem kollidiert er auch mit dem zweistündlichen Zug Friedrichshafen-Basel und müsste jede zweite Stunde in Radolfzell enden bzw. dort nach einigem Aufenthalt dem Basler Zug hinterherfahren, umgekehrt analog.
Allgemein sehe ich da auch längerfristig Probleme, vor allem wenn es zum schlimmsten Fall kommen sollte, dass die Gäubahn an Singen vorbeifahren sollte. Für diese Murksplanung kenne ich noch keine Fahrpläne, aber auf den ersten Blick sieht es so aus, dass wenn man dann nicht die Schwarzwaldbahn auch noch gleich deutlich verschlechtert dann wird es mit der Trasse für den Zug St. Gallen-Basel schwer bis unmöglich.
Idee war ja eigentlich, dass Schwarzwald- und Gäubahn in Singen einen Anschlussknoten in Singen machen. Seehas mit im Bahnhof hätte daher einigen Ausbau erfordert, so dass man den Seehas um 15 min verschieben wollte, was natürlich erst mal schlecht ist, aber durch den Fernverkehrsknoten in Singen ausgeglichen worden wäre. Damit wäre dann auch Platz für den RE ab Konstanz gewesen.
Gibt es aber keinen Anschlussknoten in Singen, kann man denn Seehas aber nicht einfach um 15 min verschieben, da er dann voll mit der Schwarzwaldahn-Trasse kollidiert. Entweder bummelt die Schwarzwaldbahn massiv über die Strecke (um die Zeit, die sonst zum Korrespondenzanschluss in Singen verwendet worden wäre) oder der Seehas wird wild verschoben mit katastrophalen Auswirkungen auf die lokalen Anschlüsse in Radolfzell und Singe.
Oder man lässt den Seehas wie er ist minimal verschoben. Würde vor allem zumindest einigermassen brauchbare Anschlüsse in Singen Landesgartenschau herstellen, allerdings eine Weiterfahrt des RE aus St. Gallen in Konstanz erst recht dauerhat verhindern.
Und bei der sehr überschaubaren Zahl an Reisenden aus St. Gallen ist das wohl die einzig realistische Option, wenn man weite Teile des Landkreises nicht noch mehr von Stuttgart abhängen will und die Schwarzwaldbahn mit einem vielfachen an Reisenden massiv ausbremsen.
Fährt der Fernverkehr weiter über Singen sieht es besser aus für den Zug

Zitat:
und irgendwelche Bestrebungen, den RE St. Gallen-Konstanz zwanghaft in die Lage 00 ab St. Gallen zu pressen, wären damit sowieso überflüssig gewesen. Ich hab dir übrigens schonmal versucht zu erklären, dass der RE St. Gallen-Konstanz auch mit einem Haufen Geld nicht in der Lage 00 ab St. Gallen hätte bleiben können. Aber dann bleibst du eben bei deiner Meinung.
Und ich habe dir schon mal dargelegt, warum es doch gegangen wäre, aber die bliebst eben bei deiner Meinung.

Gruß
Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.04.21 23:18.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 27.04.21 09:16

Florian Ziese schrieb:
Nur warum benennt er nicht wirklich von Anfang an das "Problem": Die Schweiz hat grossflächig den Fahrplan geändert, wollte aber nicht das Geld aufbringen, alle Linien passend zu ändern, daher diese Lösung mit schiefem Takt?
Hat er doch - aber was ändert das? Die Schweiz nuss doch nicht in Deutschland um Erlaubnis fragen, wie sie ihre Züge fährt.

Die Fahrgastzahlen des Bahnverkehrs in Thurgau dürften um Größenordnungen höher sein als diejenigen, die Bahn-Fähre-Bahn fahren. Die Eintaktung der Fähre ist da einfach nicht relevant genug. Wer nach Friedrichshafen will oder dort startet, für den ändert sich ja nichts.

Einkaufen in CH war schön

geschrieben von: Packwagen

Datum: 27.04.21 10:40

Stupor Mundi schrieb:
Man fuhr noch bis weit in die 80iger rüber zu Migros, Schololade, Reis, Nudeln und so waren dort damals billiger zu bekommen. Und vor ca. 13 Jahren hatte der Euro seinen Höchststand an Wert zum Franken, damals gab es bis zu 1,66 CHF pro Euro, da war für kurze Zeit das Fenster auch wieder offen und man fuhr zum Shoppen in die Schweiz, da aber damals gerade insbesondere Benzin sehr günstiger war, immer mit dem Auto und dann Tankfüllung plus Reservekanister noch oben drauf.
So ist es. Heute reden alle von den Einkaufstouristen der Schweiz, die nach Deutschland kommen. Viele Jahrzehnte war es andersherum. V.a. war es toll, bei Migros Waren zu bekommen, die man in Deutschland nicht erhält. Café, besondere Reis-Sorten, Brote, Nüdeli usw. Schade, das geht jetzt nicht mehr, weil es so exorbitant teuer geworden ist.

Und zur Fähre: Wäre schön, wenn es neue Fähren geben würde. Es geht ja auch um das Zusammenleben über staatliche und natürliche Grenzen hinweg.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 27.04.21 10:42

kaufhalle schrieb:
oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.
Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.
Man muss klar Unterscheiden was für eine Art von Einkaufstourismus, der ist in der Region Oberschwaben/Bodensee ein ganz anderer als Konstanz/Singen.
Bei Konstanz/Singen kaufen in der Regel Familien und U60 Menschen ein, teils auch gerne mit den Zug, sogar teils von Olten, Bern oder Biel, wenn man sich mal die Fahrgäste mit Einkaufstaschen ansieht, aber immer noch wesentlich mehr mit dem Auto. Ein Sandkasten Freund, welcher mittlerweile im Berneroberland wohnt, fährt auch stets min. 1 Monat nach Konstanz oder Singen zum einkaufen, gerne auch kompiniert, mit Gesundheitstourismus, insbesondere Zahnarzt und Augenarzt, da kann eine Schweizer Familie gerne mal ein paar hundert Franken bei einem einzigen Besuch sparen. Bei Konstanz/Singen ist der Hauptgrund nur der Einkauf, sonst meist nichts.
Bei Friedrichshafen, sind es eher die Gemütlichen, welche Zeit Haben, eben hauptsächlich Ü60, welche dort einkaufen, welche es in Konstanz auch einfach zu voll, zuviel Drubel ist. Preislich spielt es keine Rolle da das GA auch nach Friedrichshafen gilt.
Dazu kommen eben wesentlich stärker Ausflugstouristen auf Grunde der Sehenwürdigkeiten, Museen, Spieleland, Messen, welche dann nebenbei noch Groß Einkaufen, nach dem Motto wenn wir schon mal hier sind, können wir am zum Abschluss auch noch einkaufen. Bei Friedrichshafen/Ravensburg da geht das Einkaufen eher nebenher, das eigentliche Ziel ist nicht das Einkaufen selbst. Da kann es einfach sein man verabredet sich mit der Nachbarin für eine Tasse Kaffee am deutschen Ufer und kauft dann eben noch so nebenbei für 20-50 € ein.

Aber noch zu den Pendlern, ja die gibt es, da stimme ich zu. Aber jetzt kommt das große Aber, dass sind zu 90 % Autopendler, fast niemand mehr wo davor oder danach die Züge nutzt. Seit man den großen Parkplatz beim Zoll in Romanshorn gebaut hat, dient er sehr oft dafür dass man dort dann Fährfahrgäste abholt, bzw. die restlichen laufen zu Fuß in ihrer Wohnung nach Romanshorn oder fahren mit dem Bus weiter oder fahren mit dem Velo weiter. Die Fahrgäste welche von Fähre auf den Zug umsteigen, sind ein paar Hansel, da kennt im Grunde Jeder, Jeden mehr auch nicht. Da die Alternativen eben teils mittlerweile schneller oder verlässlicher geworden sind. Entweder bin ich vom Pech verfolgt, den Anschluss nach St. Gallen mit der Fähre, ist für mich zum reinen Sichtanschluss geworden, da die Fähre bei mir grundsätzlich min. 5 Verspätung hat, zum Glück fährt mittlerweile der RE hinterher. Da war auch immer ein Proffesor aus Ravensburg, welcher an der Uni Zürich lehrt, denn hatte ich damals immer im selben Kurs getroffen, aber seit 2 Jahren nun auch nicht mehr. Entweder unterrichtet er nicht mehr in Zürich oder fährt mittlerweile eine anderen Route oder gar Auto. Ich war leider viel zu oft, schon an Board der Fähre, wo Ich der Einzigste Passagier war, und mir selber gedacht habe, Oh Gott ist das unwirtschafltich, hoffentlich fährt die überhaupt, oder es zumindest mehr Personal als Passagiere gab, insbesondere im Winterhalbjahr.
Die Haupteinnahmequelle der Fähre scheinen aktuell wohl LKWs zu sein, neben dem Freizeitverkehr der aber eben stark Schwankend/Wetterabhängig ist und eben nur im Sommerhalbjahr gibt. Witzigerweise bei den LKWs vielfach oberschwäbisches Kies, welches per LKW als Baustoff in die Schweiz gefahren wird, da sind meist 1-2 dieser LKWs, je Kurs, mittlerweile drauf.

Kosten, Relevanz der Fähre - neue Fähren?

geschrieben von: Packwagen

Datum: 27.04.21 10:46

Hallo,

mich wundert es, dass man hier so um Finanzierungsanteile zwischen Nationen streitet. So kleinlich ist man auf staatlicher Ebene erfreulicherweise nicht.

Die Fähre dient zuerst dem Schwerlastverkehr und dem Tourismus. Dann kommt lange nix.

Schon heute werden viele Verbindungen Süd-Baden-Württemberg in die Schweiz via Lindau oder Schaffhausen ausgewiesen.

Aber jeder Ausbau des ÖPNV - auch zu Wasser - wäre toll. Kann hier noch jemand mehr zum Planungsstand neuer Fähren berichten?


Danke

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
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