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Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: tkautzor

Datum: 25.04.21 23:04

Twindexx schrieb:
Jetzt muss ich mich aber auch mal diese Einkaufstourismus-Diskussion einbringen.

Wer als Schweizer in Romanshorn ist und im Deutschen einkaufen will, fährt der 44 Minuten Fähre nach Friedrichshafen oder 16 Minuten RE nach Konstanz? -> Es ist definitiv Letzteres. Die Fähre hat für den Einkaufstourismus eine sehr untergeordnete Rolle. Das ist hier praktisch nicht relevant.

Montag bis Freitag sind es in erster Linie Pendler auf der Fähre. Und wegen der Lohnsituation und der Lebenshaltungskosten sind das fast nur Leute, die auf deutscher Seite wohnen und auf Schweizer Seite arbeiten. Steuertechnisch hat die Schweiz da einfach die Quellensteuer, sonst profitiert davon die deutsche Seite.
Ich wohne am anderen Ende der Schweiz und fand es schon ziemlich merkwürdig das von Anfang an spekuliert wurde das der Grossteil der Fährpassagiere Einkaufstouristen statt Deutsche Pendler seien, weil bis jetzt aber niemand dagegen Einspruch gehalten hatte habe ich mir gedacht das dies vielleicht auf dem Bodensee doch so wäre.

Hier auf dem Genfersee dienen die Boote der Schweizer CGN Montag bis Freitag hauptsächlich dazu Pendler aus Frankreich ans Schweizer Ufer zu bringen und in der entgegengesetzten Richtung Wohlstand nach Frankreich. Das Frankreich oder das Departement Haute-Savoie für diese Leistungen irgendetwas zahlt würde mich sehr wundern, ich denke für die ist das eher selbstverständlich.

Gruss, Thomas.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.04.21 23:07.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: oberländer

Datum: 25.04.21 23:15

kaufhalle schrieb:

Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 26.04.21 00:13

oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:

Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.

Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 26.04.21 08:58

Twindexx schrieb:
(und auf Wunsch der deutschen Seite ohne fossile Brennstoffe, wie auch immer eine Batteriefähre den ganzen Tag durchhalten soll ohne nachladen?)

Wer sagt denn, dass die nicht nachgeladen werden? Die Fähren werden an festen Fährbrücken beladen, bessere Voraussetzungen für eine Nachladung während des Aufenthalts im Hafen gibt es ja gar nicht.

Twindexx schrieb:
Ich muss dich korrigieren. Die Fähre Romanshorn-Friedrichshafen wird abgegolten. Sie ist als Teil des Regionalen Personenverkehrs abgeltungsberechtigt durch Bund und Kanton Thurgau. Der Kostendeckungsgrad lag vor der Pandemie bei um die 80%.

Und wer genau finanziert den deutschen Anteil?

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 26.04.21 09:40

kaufhalle schrieb:
oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.
Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.
Der Einkaufstourismus ist in Friedrichshafen aus dem Grund nicht ganz so stark, wie in Konstanz, Singen oder Bregenz, weil es in Friedrichshafen, neben dem großen EDEKA, keine große Vielfalt an Einzelhandelsgeschäften gibt. Ein Einkaufszentrum fehlt komplett.

Es gibt zwar noch Müller, C&A, H&M und ein paar kleinere Geschäfte. Aber das wars auch schon. Wer sich aber dennoch auf den Straßen und in den Parkhäusern umsieht, entdeckt zahlreiche Schweizer Fahrzeuge.

Die Stadt selber finde ich allerdings nicht so "urig" und sehenswert, wie bspw Konstanz oder Lindau.

In Friedrichshafen dürfte der "Museums/Freizeittourismus" die wesentlich größere Rolle spielen: Zeppelin Museum und Dornier Museum in Friedrichshafen und die Spielwelt in Ravensburg. Alle drei sind (oder waren zumindest bis Corona) auch als SBB Railaway Angebot erhältlich.

Neben der Modellbaumesse gibt es noch weitere wesentlich größere Messen, die das Publikum von "drüben" anziehen, die AERO, die Eurobike, die IBO, die Interboot sowie Tuning World und Motorworld Classic Bodensee.

Zudem dürften auch ZF, MTU und Airbus für den ein oder anderen geschäftlichen Verkehr sorgen.

Interessant auch ein Artikel des Südkuriers aus 2018. Nach mehreren Zugriffen auf den Südkurier wird das meine ich kostenpflichtig:
[www.suedkurier.de]

Hier ist allerdings auch von einer schweizer Rentnerin die Rede, die freitags gerne zum Markt nach FN kommt. Im Vergleich zur Bahnfahrt nach Konstanz ist ja alleine eine Schifffahrt schon einladend.

Mit der Einführung eines Halbstundentaktes erhofft(e) man sich in 2018 einen Anstieg um 150.000 Passagiere und Fahrräder, 20.000 Autos und 5.000 LKW und Busse.

Die Katamaran Sparte hat in 2019 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben:
[www.econo.de]

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 26.04.21 10:36

Man fuhr noch bis weit in die 80iger rüber zu Migros, Schololade, Reis, Nudeln und so waren dort damals billiger zu bekommen. Und vor ca. 13 Jahren hatte der Euro seinen Höchststand an Wert zum Franken, damals gab es bis zu 1,66 CHF pro Euro, da war für kurze Zeit das Fenster auch wieder offen und man fuhr zum Shoppen in die Schweiz, da aber damals gerade insbesondere Benzin sehr günstiger war, immer mit dem Auto und dann Tankfüllung plus Reservekanister noch oben drauf.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 26.04.21 22:28

nozomi07 schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Klar, wenn man ausser der rein Schweizer Sicht, wo die Fähre alleine dafür da ist, dass man zum billigen Einkaufen nach Friedrichshafen fahren kann, alles andere ausblendet, dann passt es natürlich. Vielleicht bildet das auch die Realität ab und die meisten Fahrgäste fahren zum Einkaufen nach Friedrichshafen.

Aber ansonsten finde ich die Haltung ziemlich arogant. Es war die Schweiz, die die Fahrplanänderung an der Seelinie wollte, bei dem alle Fahrpläne verschoben werden musste. Aber die nötigen Kosten um die Fähre sauber zu verschieben wollte man dann nicht tragen, sondern führt als Billiglösung einen schiefen Takt ein. Und dann sind die Deutschen Schuld, weil sie nicht mehr zahlen wollten?
Was bitte ist das arrogant? Sollen die Schweizer ihren ganzen Taktfahrplan an den Deutschen orientieren, die nicht zahlen wollen, aber mitreden? Da scheint mir eher die deutsche Seite arrogant.

Twindexx hat doch dargelegt, warum Thurgau sich für diesen Taktfahrplan entschieden hat. Und er hat auch die Lösung benannt, Deutschland müsste sich an der Taktverdichtung der Fähre beteiligen. Im übrigen sei die Frage erlaubt, wie viele Reisenden wirklich vom Zug in die Fähre und wieder in den Zug umsteigen, ein klein wenig akademisch scheint mir die Debatte schon.
Nur warum benennt er nicht wirklich von Anfang an das "Problem": Die Schweiz hat grossflächig den Fahrplan geändert, wollte aber nicht das Geld aufbringen, alle Linien passend zu ändern, daher diese Lösung mit schiefem Takt?

Gruß
Florian

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 26.04.21 23:17

Twindexx schrieb:
Florian Ziese schrieb:
Genauso ja das Problem mit dem RE St. Gallen-Konstanz, das ist ja genauso ein Opfer des neuen Fahrplans in der Schweiz, da der auch ohne Rücksicht auf die grenzüberschreitenden Anschlüsse um 15 min verchoben wurden (allerdings mit üblicher Symmetrie). Die Mehrkosten für einen Erhalt der Fahrlage mit den guten Anschlüssen war der Schweiz dann doch zu teuer. Und du hast hier ja auch schon gejammert, dass der Zug keinen guten Anschluss in Konstanz hätte, weil BaWü keinen zusätzlichen RE bestellen will, um auszugleichen, dass die Schweiz den Anschluss an den eigentlich vorgesehen Anschluss-Zug durch verschieben um 15 min einfach gekappt hat. Gut, durch das Interimskonzept auf der Gäubahn ist die Sache jetzt ungeplant noch komplizierter, da der RE in Singen keinen Anschluss nach Stuttgart mehr hat, ändert am prinzipiellen Problem nichts.
Der RE St. Gallen-Konstanz passt genau in dieser Fahrlage zur Durchbindung über Singen und den Hochrhein nach Basel, wie das nach der Hochrhein-Elektrifikation vorgesehen ist.
Da hat man sich nachträglich diese kuriose Linienführung zusammengebastelt, um irgend eine Möglichkeit zu finden, damit der Zug in der von der Schweiz durchgedrückten Lage nicht im "Nichts" in Konstanz vereendet.
Nach ursprünglicher Planung wäre der Zug ais St. Gallen wenn er denn in Konstanz nach Singen weitergfahren komplett ohnen jeden Anschluss in Singen gewesen (die man auch nicht auch mit dem Seehas erreicht). "Zum Glück" für die Schweiz beschloss man dann in Deutschland die deutlichen Reisezeitverlängerungen an Hochrhein-Bodensee durch Neigezugverzicht, womit sich dann mit dem verlangsamten Zug nach Basel doch noch ein Anschlusszug in Singen auftut.
Nur wusste man das zu dem Zeitpunkt als man in der Schweiz beschloss die Fahrlage zuverschieben aber noch nicht.
Vorausgeangen waren ja ganz andere Überlegungen. Ziel war es mal den Nullknoten in St. Gallen mit dem Nullknoten in Singen zu verbinden. Es gab gar Überlegungen die Schwarzwaldbahn nach St. Gallen durchzubinden (nicht unbedingt so sinnvoll), Ziel war aber der Anschluss des St. Galler Zuges an die Schwarzwaldbahn der dann in Singen Anschluss nach Stuttgart hat. Ziel war eine deutliche Fahrzeitverkürzung nach Stuttgart und Richtung Offenburg. Auch ein Grund warum es für den Ausbau Geld aus dem HGV-Ausbautopf gab.
Träumer dachten gar an eine Durchbindung mit dem Voralpenexpress, was natürlich noch unrealistischer war. Aber zumindest ein interessanter Umsteigeansatz, denn der RE Konstanz-St. Gallen hätte die Verbindung Schwarzwaldbahn <-> Voralpenexpress um einen Stunde verkürzt.
Bis dann die Schweiz lieber eine andere Fahrlage wollte. Dadurch kein direkter Anschluss an die Schwarzwaldbahn und damit erst das Problem der Weiterführung ab Konstanz. Zum Voralpenexpress natürlich ganz mies, viele Jahrzehnte fuhr der nach Romanshorn durch, dorthin hat man jetzt die Verbindung zerstört mit 25 min Umsteigezeit in St. Gallen. Weiter Richtung Schwarzwaldbahn hätte man in St. Gallen gar 50 min Umsteigezeit und dann in Konstanz nochmal 20 min (wegen Gäubahn-Interimskonzept ist das nun gedreht und die 50 min in Konstanz).
Am ursprünglichen Ziel, den Verbindungen nach Stuttgart und Offenburg scheint man das Interesse ganz verloren zu haben, in den letzten ernsthafteren Entwürfen zielte das auf miserable Anschlüsse in Singen. Ursprünglich sollte der RE St. Gallen-Konstanz mal dorthin ein Fahrzeitverkürzung von 30 min bringen. Durch die verschobene Lage waren es schon nur noch 15 min. Und zuletzt war man gar mit einer Fahrzeitverlängerung von 15 min zufrieden (mit dem Nebeneffekt, dass die S-Bahn mit Halt an jedem Misthaufen wieder schneller als der RE wäre).
Problem ist halt, dass der Basler Zug, der in Singen noch brauchbaren Anschluss nach Stuttgart und Offenburg hätte, der ist der sinnvollerweise aus Friedrichshafen kommt. Will man aus St. Gallen unbedingt nach direkt nach Basel muss man zwangsweise zu den völlig miesen Anschlüssen in Singen.
Wobei mir da sowieso nicht klar ist, was dieser Zug denn nun wirklich bringen soll, für St. Gallen (Romanshorn ist ja kaum bedeutend, besonders wenn man dort keine Anschlüsse hat). St. Gallen-Schaffhausen ist längerfristig ein leicht hinkender 15 min-Takt mit einem Umstieg in Winterthur geplant. Wozu benötigt es da noch ums verrecken einen Zug via Konstanz, der nur minimalst schneller ist, dafür aber teurer? St. Gallen ist via Zürich auch schneller.
Und Anschlüsse in Singen will man bei diesem Zug offentichtlich auch nicht mehr. Wie soll man da auf mehr als eine einstellige Zahl durchgehender Reisender pro Zug kommen?

Zitat:
Nun wird der Hochrhein-RE bereits diesen Dezember um 15 Minuten gedreht und hat dann ebenfalls bereits die entsprechende Fahrlage. Das setzt sich so also langsam zu einem Ganzen zusammen
Nur wird es aber auf längere Sicht trotzdem keine solche Verbindung geben. Zum einen passt die Lage nicht (müsste der St. Galler um 30 min verschoben werden) und es gibt keine Trasse für diesen Zug. Er müsste in Konstanz noch vorm Seehas raus und müsste daher ein paar wenige Minuten früher in Konstanz eintreffen und da sehe ich die nötigen Ausbauten in der Schweiz nicht. Zudem kollidiert er auch mit dem zweistündlichen Zug Friedrichshafen-Basel und müsste jede zweite Stunde in Radolfzell enden bzw. dort nach einigem Aufenthalt dem Basler Zug hinterherfahren, umgekehrt analog.
Allgemein sehe ich da auch längerfristig Probleme, vor allem wenn es zum schlimmsten Fall kommen sollte, dass die Gäubahn an Singen vorbeifahren sollte. Für diese Murksplanung kenne ich noch keine Fahrpläne, aber auf den ersten Blick sieht es so aus, dass wenn man dann nicht die Schwarzwaldbahn auch noch gleich deutlich verschlechtert dann wird es mit der Trasse für den Zug St. Gallen-Basel schwer bis unmöglich.
Idee war ja eigentlich, dass Schwarzwald- und Gäubahn in Singen einen Anschlussknoten in Singen machen. Seehas mit im Bahnhof hätte daher einigen Ausbau erfordert, so dass man den Seehas um 15 min verschieben wollte, was natürlich erst mal schlecht ist, aber durch den Fernverkehrsknoten in Singen ausgeglichen worden wäre. Damit wäre dann auch Platz für den RE ab Konstanz gewesen.
Gibt es aber keinen Anschlussknoten in Singen, kann man denn Seehas aber nicht einfach um 15 min verschieben, da er dann voll mit der Schwarzwaldahn-Trasse kollidiert. Entweder bummelt die Schwarzwaldbahn massiv über die Strecke (um die Zeit, die sonst zum Korrespondenzanschluss in Singen verwendet worden wäre) oder der Seehas wird wild verschoben mit katastrophalen Auswirkungen auf die lokalen Anschlüsse in Radolfzell und Singe.
Oder man lässt den Seehas wie er ist minimal verschoben. Würde vor allem zumindest einigermassen brauchbare Anschlüsse in Singen Landesgartenschau herstellen, allerdings eine Weiterfahrt des RE aus St. Gallen in Konstanz erst recht dauerhat verhindern.
Und bei der sehr überschaubaren Zahl an Reisenden aus St. Gallen ist das wohl die einzig realistische Option, wenn man weite Teile des Landkreises nicht noch mehr von Stuttgart abhängen will und die Schwarzwaldbahn mit einem vielfachen an Reisenden massiv ausbremsen.
Fährt der Fernverkehr weiter über Singen sieht es besser aus für den Zug

Zitat:
und irgendwelche Bestrebungen, den RE St. Gallen-Konstanz zwanghaft in die Lage 00 ab St. Gallen zu pressen, wären damit sowieso überflüssig gewesen. Ich hab dir übrigens schonmal versucht zu erklären, dass der RE St. Gallen-Konstanz auch mit einem Haufen Geld nicht in der Lage 00 ab St. Gallen hätte bleiben können. Aber dann bleibst du eben bei deiner Meinung.
Und ich habe dir schon mal dargelegt, warum es doch gegangen wäre, aber die bliebst eben bei deiner Meinung.

Gruß
Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.04.21 23:18.

Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: nozomi07

Datum: 27.04.21 09:16

Florian Ziese schrieb:
Nur warum benennt er nicht wirklich von Anfang an das "Problem": Die Schweiz hat grossflächig den Fahrplan geändert, wollte aber nicht das Geld aufbringen, alle Linien passend zu ändern, daher diese Lösung mit schiefem Takt?
Hat er doch - aber was ändert das? Die Schweiz nuss doch nicht in Deutschland um Erlaubnis fragen, wie sie ihre Züge fährt.

Die Fahrgastzahlen des Bahnverkehrs in Thurgau dürften um Größenordnungen höher sein als diejenigen, die Bahn-Fähre-Bahn fahren. Die Eintaktung der Fähre ist da einfach nicht relevant genug. Wer nach Friedrichshafen will oder dort startet, für den ändert sich ja nichts.

Einkaufen in CH war schön

geschrieben von: Packwagen

Datum: 27.04.21 10:40

Stupor Mundi schrieb:
Man fuhr noch bis weit in die 80iger rüber zu Migros, Schololade, Reis, Nudeln und so waren dort damals billiger zu bekommen. Und vor ca. 13 Jahren hatte der Euro seinen Höchststand an Wert zum Franken, damals gab es bis zu 1,66 CHF pro Euro, da war für kurze Zeit das Fenster auch wieder offen und man fuhr zum Shoppen in die Schweiz, da aber damals gerade insbesondere Benzin sehr günstiger war, immer mit dem Auto und dann Tankfüllung plus Reservekanister noch oben drauf.
So ist es. Heute reden alle von den Einkaufstouristen der Schweiz, die nach Deutschland kommen. Viele Jahrzehnte war es andersherum. V.a. war es toll, bei Migros Waren zu bekommen, die man in Deutschland nicht erhält. Café, besondere Reis-Sorten, Brote, Nüdeli usw. Schade, das geht jetzt nicht mehr, weil es so exorbitant teuer geworden ist.

Und zur Fähre: Wäre schön, wenn es neue Fähren geben würde. Es geht ja auch um das Zusammenleben über staatliche und natürliche Grenzen hinweg.

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Bodenseefähre?

geschrieben von: junglok13

Datum: 27.04.21 10:42

kaufhalle schrieb:
oberländer schrieb:
kaufhalle schrieb:
Wenn das wirklich so ist mit dem Einkaufstourismus, ist die unsymmetrische Finanzierung auch gerechtfertigt. Am Einkaufstourismus besteht in Deutschland kein öffentliches Interesse, und eine Finanzierung nach Anteil des Wohnsitzes der Fahrgäste hat schon seine Legitimierung.
Das Interesse ist sehr wohl sehr gross. Dank dem Aufbau der Einkaufszentren direkt an der Grenze profitiert Deutschland durch Arbeitsplätz in den dortigen Läden, bzw. Gebühren von den Ladenketten (Steuern, etc.).
Das Problem ist nur, dass der Einkaufstourismus bei der Fähre keine Rolle spielt. Kein Mensch fährt mit der einmal pro Stunde fahrenden teuren Fähre, wenn er in Konstanz, Singen, etc. ohne diese Kosten einkaufen fahren kann. Das einzige Mal, wo die Fähre mit Schweizer Gästen richtig voll ist, ist an den Modellbau-Ausstellungen in der Messe Friedrichshafen. Ansonsten hält sich die Nachfrage in Grenzen.
Ich habe die Aussage mit dem Einkaufstourismus aufgegriffen, weil es hier so behauptet wurde. Scheint in der Realität nicht so ganz zu stimmen wie in anderen grenzüberschreitenden Relationen. Die öffentlichen Einnahmen auf deutscher Seite halten sich aber trotzdem in engen Grenzen. Es sind in erster Linie die Einzelhandelsunternehmen, die profitieren. Für die Einwohner bleibt da kaum was.
Man muss klar Unterscheiden was für eine Art von Einkaufstourismus, der ist in der Region Oberschwaben/Bodensee ein ganz anderer als Konstanz/Singen.
Bei Konstanz/Singen kaufen in der Regel Familien und U60 Menschen ein, teils auch gerne mit den Zug, sogar teils von Olten, Bern oder Biel, wenn man sich mal die Fahrgäste mit Einkaufstaschen ansieht, aber immer noch wesentlich mehr mit dem Auto. Ein Sandkasten Freund, welcher mittlerweile im Berneroberland wohnt, fährt auch stets min. 1 Monat nach Konstanz oder Singen zum einkaufen, gerne auch kompiniert, mit Gesundheitstourismus, insbesondere Zahnarzt und Augenarzt, da kann eine Schweizer Familie gerne mal ein paar hundert Franken bei einem einzigen Besuch sparen. Bei Konstanz/Singen ist der Hauptgrund nur der Einkauf, sonst meist nichts.
Bei Friedrichshafen, sind es eher die Gemütlichen, welche Zeit Haben, eben hauptsächlich Ü60, welche dort einkaufen, welche es in Konstanz auch einfach zu voll, zuviel Drubel ist. Preislich spielt es keine Rolle da das GA auch nach Friedrichshafen gilt.
Dazu kommen eben wesentlich stärker Ausflugstouristen auf Grunde der Sehenwürdigkeiten, Museen, Spieleland, Messen, welche dann nebenbei noch Groß Einkaufen, nach dem Motto wenn wir schon mal hier sind, können wir am zum Abschluss auch noch einkaufen. Bei Friedrichshafen/Ravensburg da geht das Einkaufen eher nebenher, das eigentliche Ziel ist nicht das Einkaufen selbst. Da kann es einfach sein man verabredet sich mit der Nachbarin für eine Tasse Kaffee am deutschen Ufer und kauft dann eben noch so nebenbei für 20-50 € ein.

Aber noch zu den Pendlern, ja die gibt es, da stimme ich zu. Aber jetzt kommt das große Aber, dass sind zu 90 % Autopendler, fast niemand mehr wo davor oder danach die Züge nutzt. Seit man den großen Parkplatz beim Zoll in Romanshorn gebaut hat, dient er sehr oft dafür dass man dort dann Fährfahrgäste abholt, bzw. die restlichen laufen zu Fuß in ihrer Wohnung nach Romanshorn oder fahren mit dem Bus weiter oder fahren mit dem Velo weiter. Die Fahrgäste welche von Fähre auf den Zug umsteigen, sind ein paar Hansel, da kennt im Grunde Jeder, Jeden mehr auch nicht. Da die Alternativen eben teils mittlerweile schneller oder verlässlicher geworden sind. Entweder bin ich vom Pech verfolgt, den Anschluss nach St. Gallen mit der Fähre, ist für mich zum reinen Sichtanschluss geworden, da die Fähre bei mir grundsätzlich min. 5 Verspätung hat, zum Glück fährt mittlerweile der RE hinterher. Da war auch immer ein Proffesor aus Ravensburg, welcher an der Uni Zürich lehrt, denn hatte ich damals immer im selben Kurs getroffen, aber seit 2 Jahren nun auch nicht mehr. Entweder unterrichtet er nicht mehr in Zürich oder fährt mittlerweile eine anderen Route oder gar Auto. Ich war leider viel zu oft, schon an Board der Fähre, wo Ich der Einzigste Passagier war, und mir selber gedacht habe, Oh Gott ist das unwirtschafltich, hoffentlich fährt die überhaupt, oder es zumindest mehr Personal als Passagiere gab, insbesondere im Winterhalbjahr.
Die Haupteinnahmequelle der Fähre scheinen aktuell wohl LKWs zu sein, neben dem Freizeitverkehr der aber eben stark Schwankend/Wetterabhängig ist und eben nur im Sommerhalbjahr gibt. Witzigerweise bei den LKWs vielfach oberschwäbisches Kies, welches per LKW als Baustoff in die Schweiz gefahren wird, da sind meist 1-2 dieser LKWs, je Kurs, mittlerweile drauf.

Kosten, Relevanz der Fähre - neue Fähren?

geschrieben von: Packwagen

Datum: 27.04.21 10:46

Hallo,

mich wundert es, dass man hier so um Finanzierungsanteile zwischen Nationen streitet. So kleinlich ist man auf staatlicher Ebene erfreulicherweise nicht.

Die Fähre dient zuerst dem Schwerlastverkehr und dem Tourismus. Dann kommt lange nix.

Schon heute werden viele Verbindungen Süd-Baden-Württemberg in die Schweiz via Lindau oder Schaffhausen ausgewiesen.

Aber jeder Ausbau des ÖPNV - auch zu Wasser - wäre toll. Kann hier noch jemand mehr zum Planungsstand neuer Fähren berichten?


Danke

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
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