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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo,

hier kommt der zweite Teil der spätsommerlichen Schweiztour 2020.
Am Schluss des ersten Teils [KLICK] hatten wir den Abend in Luzern verbracht und für den kommenden Tag zwei verschiedene Pläne bereit gelegt. Abhängig vom Wetter wollten wir uns am Morgen für einen der beiden entscheiden.

Tag 2 – Mistwetter auf beiden Seiten des Brünigpass


Am Morgen war bei einem Blick aus dem Fenster recht schnell klar: Das mit dem „Schönwetterplan“ wird heute nichts. Am vorigen Abend konnte man die Bergstation des Pilatus direkt vom Hotelzimmer aus erblicken, sodass wir eine Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt im Falle guten Wetters eingeplant hatten. Wie dieser Ausflug hätte aussehen können, hat mein Namensvetter (User TD) kürzlich hier bebildert: KLICK
Da dies aber nun ins Wasser (bzw. morgens eher „in den Nebel“) viel, musste der „Schlechtwetterplan“ her.

Nach dem Frühstück ging es also zunächst wieder nach Luzern, wo unser Stadler SPATZ der Zentralbahn bereits für die Rückfahrt nach Giswil vorbereitet wurde. https://abload.de/img/schweiz_2020-2-1mnjvh.jpg


Wenige Minuten später ging es (dem ITF sei Dank) direkt weiter zum kurzen Sprung auf die andere Seeseite. Dort verließen wir den genutzten Voralpenexpress an der Station Luzern Verkehrshaus wieder. Den Vormittag verbrachten wir dann im Verkehrshaus und schauten uns u. a. dieses Mock-Up des Gotthard-Basistunnels an. Aus Gründen der Unfallverhütung scheint die Firma Thales extra für diesen Demonstrator neue Achszähler entwickelt zu haben, welche an der Verbindung zwischen Anschlussgehäuse und Zählpunkt völlig drahtlos arbeiten :-)
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-2w9kg4.jpg


Stellvertretend für den „off-Topic“-Teil des Verkehrshauses ein Foto der ausgestellten Schlittenseilbahn aus Hornberg-Saanenmöser. Wer mehr über dieses Gefährt erfahren möchte, dem sei dieser Artikel im blaublatt empfohlen: KLICK
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-3k8j87.jpg

Eine Halle der Sektion Eisenbahn war leider wegen Umbau geschlossen. Durch den Bauzaun konnte man lediglich den Teil einer Modellbahn - vermutlich die bekannte Gotthard-Modellbahn - erkennen, über deren Erhalt bereits an anderer Stelle diskutiert wurde. Ansonsten war in der Halle nicht viel zu erblicken.

Zurück in Luzern entstand an Gleis 13 mal wieder ein Foto des auf die Abfahrt wartenden Zuges der Zentralbahn nach Engelberg. Anders als im letzten Jahr war Luzern diesmal aber nicht das Ziel, sondern der Anfang unserer Reise über den Brünigpass.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-45qjsw.jpg


Der Ausblick während der Fahrt mit der Zentralbahn gestaltete sich wechselhaft. Ganz und gar ungemütlich war das Wetter am Lungernersee. Rechts im Bild sieht man den Turm der Alten Kirche zu Lungern. Laut Eintrag in einer bekannten „Mitmach-Enzyklopädie“ ist der Rest der Kirche im Jahre 1887 einer Überschwemmung zum Opfer gefallen.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-5z3kc4.jpg


Kurz vor Brünig-Hasliberg wurde im Bahnhof Käppeli mit dem Gegenzug nach Luzern gekreuzt, was ich mit einer kleinen Spielerei auf den Chip bannte.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-6xdk2v.jpg


In Meiringen verließen wir den Zug und schmissen das Gepäck ins Schließfach. Bevor es nämlich nach Interlaken ging, stand noch ein Abstecher auf die im Jahr 2020 noch als eigenständige Bahn betriebene Meiringen-Innertkirche-Bahn (kurz MIB) sowie die Aareschlucht an.
Zu Fuß marschierten wir den Weg vom Bahnhof Meiringen bis zum Haltepunkt Aareschlucht West und überquerten dort die Aare. Der Zugang zum Steg über die Aare führt dabei direkt am Bahnsteigende über die MIB-Strecke. Hierfür wurde einer der kürzesten Strassenbahnbereiche (wenn nicht DER kürzeste) eingerichtet, in welchem gemäß der Schweizer Fahrdienstvorschriften u. a. auf Sicht zu fahren ist.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-6ayyjvo.jpg


Der nächste Zug ließ auch nicht lange auf sich warten und so entstand bei eher bescheidenem Wetter dieses Beweisfoto beim Durchfahren des eben erwähnten Strassenbahnbereichs.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-7hojpa.jpg


Während der Zug die Aareschlucht in einem parallelen Tunnel umfährt, kann man als gemeiner Tourist die Schlucht schon seit dem 19. Jahrhundert besichtigen. Dabei geht es teilweise recht eng zwischen den Felsen durch, wie man hier sehen kann.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-80mjbt.jpg


Weiter südöstlich öffnet sich die Schlucht dann zunehmend und man ist dem weiterhin von oben kommenden Regen wieder etwas mehr ausgesetzt. Zum Glück gibt es ja passende Regenjacken für so ein Wetter.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-9nvkhu.jpg

Hinweisschilder machen an einer Stelle auf künstlich angelegte, ehemalige militärisch genutzte Kavernen aufmerksam, welche neben einem Zugang von der Schlucht aus auch direkt mit dem Tunnel der Bahnstrecke verbunden wurden.
Am östlichen (geografisch eher südöstlichen) Ende verlässt man die Schlucht dann doch einige Meter über dem Wasser, nur um anschließend direkt wieder bergab zur östlichen Bahnstation Aareschlucht Ost zu laufen. Die Rückfahrt ist dabei im Preis für den Eintritt mit inbegriffen (wenn man nicht eh mit entsprechenden Billets ausgestattet ist).
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-109mjh4.jpg


Der erst im Jahr 2003 in Betrieb genommene Haltepunkt Aareschlucht Ost dürfte recht weit bekannt sein, da dieser inmitten des die Aareschlucht umfahrenden Tunnels liegt und nur bei bereits eingefahrenem Zug betreten werden kann... Bahnsteigtüren der etwas anderen Art..
Trotzdem reicht es beim Einsteigen für einen „Schuss aus der Hüfte“, um dieses Kuriosum auch im Innern des Tunnels festzuhalten.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-11hhk5k.jpg


Der GTW der MIB bringt uns zurück bis nach Meiringen. Vor der Ankunft bereiten wir uns aufgrund der Verspätung von ca. 2 min und der noch notwendigen Abholung des Gepäcks auf einen recht kurzen Umstieg vor. Doch ungeplant wird es etwas gemütlicher.. der Interregio nach Interlaken Ost hat noch 10 Minuten mehr Verspätung als unser Zug. Eher ungewohnt für Schweizer Verhältnisse :-)
Aufgrund der Verspätung kommt es dann noch kurzfristig zum Gleiswechsel, da auf dem Hausbahnsteig bereits der Gegenzug nach Luzern erwartet wird. Bei schmuddeligstem Wetter fährt der Zug in den Bahnhof ein. Merkwürdigerweise besteht dieser aus einem dreiteiligen Fink sowie einem „Viersiebtel“ eines sonst siebenteiligen Adlers. Kennt hier jemand die Hintergründe zu dieser Komposition?
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-12d2kwv.jpg


Vor dem Einsteigen entsteht noch schnell dieses Foto vom eingefahrenen IR nach Interlaken Ost sowie dem auf die nächste Fahrt nach Innertkirchen wartenden Triebwagen der MIB. Dazwischen liegt die Systemtrennstelle zwischen der mit 15 kV betriebenen Zentralbahn sowie der mit Gleisspannung von 1200 V ausgerüsteten MIB. Wer weiß wie lange diese Trennstelle noch Bestand haben wird. Aufgrund der Übernahme der MIB durch die Zentralbahn zum 01.01.2021 wird wohl ein Umbau der MIB auf 15 kV sowie eine Durchbindung der bisher von Interlaken aus in Meiringen endenden Züge bis nach Innertkirchen geprüft.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-13sejrt.jpg


Vor dem Einchecken ins Hotel reservieren wir uns direkt im Außenbereich (mit Dach!) unserer Wunschlocation noch einen Platz zum Abendessen, um dort bei einer großen Portion Rösti uns für den nächsten Tag zu stärken.
Damit geht auch dieser Tag bereits zu Ende.
Für den nächsten Tag ist dann zum Glück wieder besseres Wetter (zumindest ohne Regen) angesagt. Damit steht unserer Rundtour über Brig – Göschenen – Gotthard-Südrampe – Locarno – Centovalli - Domodossola und zurück wohl nichts im Weg.

Bis dahin müsst ihr euch aber noch einige Tage bis zum dritten Teil gedulden.

Vielen Dank an dieser Stelle noch für die zahlreichen Rückmeldungen/Ergänzungen zum ersten Teil.

Viele Grüße
Tobias
Hallo Tobias,

der 7-teilige Adler besteht aus drei Teilen, siehe beigefügtes Datenblatt.

Beste Grüße
Gunther
Beim Haltepunkt "Aareschlucht Ost" gefällt mir ganz besonders, dass Zugang mitten in einer Gletschermühle ist.
Andernorts ein geologisches Naturwunder, hier einfach nur der Wartebereich mit einem Billett-Automat...

Gruss Pelzer
DB-189 schrieb:
Am Morgen war bei einem Blick aus dem Fenster recht schnell klar: Das mit dem „Schönwetterplan“ wird heute nichts. Am vorigen Abend konnte man die Bergstation des Pilatus direkt vom Hotelzimmer aus erblicken, sodass wir eine Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt im Falle guten Wetters eingeplant hatten. Wie dieser Ausflug hätte aussehen können, hat mein Namensvetter (User TD) kürzlich hier bebildert: KLICK
Da dies aber nun ins Wasser (bzw. morgens eher „in den Nebel“) viel, musste der „Schlechtwetterplan“ her.
Hallo Tobias,

vielen Dank für diesen interessanten Teil, schade, dass Ihr so ein Wetterpech hattet. Ich hatte da natürlich einen kleinen Vorteil, weil ich die Pilatustour flexibel als Tagestour machen konnte abhängig vom Wetterbericht. Die Aareschlucht fehlt mir dafür noch.

Ich wusste ja von Deinem Teil 1, dass es bei Dir ab Luzern weitergehen würde. Ehrlich gesagt hatte ich die Sorge, dass es bei Dir auch zum Pilatus gehen könnte und dann im unglücklichsten Fall zeitgleich bzw. überschneidend die Pilatusbahn inflationär im Forum auftauchen würde. Insofern bin ich einerseits froh und erleichtert, dass ich Dir den Pilatus nicht "weggeschnappt" hatte, andererseits hätte ich Dir natürlich auch besseres Wetter gegönnt.

Viele Grüße

Tobias

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Hallo Gunther,

die technische Konzeption war mir durchaus schon bekannt. Vielen Dank trotzdem für die Verlinkung.
Vielleicht war meine Frage zu ungenau beschrieben, deshalb hier noch ein Foto dazu.
Mir ging es darum, ob diese Zusammensetzung (3-Teilig Adler + Speisewagen + 3-Teiler Fink) so längere Zeit fuhr, z. B. aufgrund längerem Ausfall eines "Teiladlers", oder ob es doch eher eine kurzzeitige Ausnahme war.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-komment7jqy.jpg


Viele Grüße
Tobias
DB-189 schrieb:
Hallo Gunther,

die technische Konzeption war mir durchaus schon bekannt. Vielen Dank trotzdem für die Verlinkung.
Vielleicht war meine Frage zu ungenau beschrieben, deshalb hier noch ein Foto dazu.
Mir ging es darum, ob diese Zusammensetzung (3-Teilig Adler + Speisewagen + 3-Teiler Fink) so längere Zeit fuhr, z. B. aufgrund längerem Ausfall eines "Teiladlers", oder ob es doch eher eine kurzzeitige Ausnahme war.
https://abload.de/img/schweiz_2020-2-komment7jqy.jpg


Viele Grüße
Tobias
Das ist normal, Gestern fuhren einige Züge auch so.

Gruss, Thomas.
Normal ist vielleicht etwas übertrieben - es kommt aber regelmässig vor, nämlich immer dann wenn ein Halbadler in Revision oder Reparatur ist. Der Bestand an Adler reicht gerade aus für die Abdeckung der Umläufe, es gibt aktuell keinen Reserveadler. Reserve wird durch die Fink gestellt, welche dann eben so in Kombination eingesetzt werden.

veni vidi vici :-)

meine Beiträge bei DSO:
[www.drehscheibe-online.de]