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[CH]: Gotthard: Oben SOB, unten SBB! Teil 1

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 28.01.21 19:31

Gotthard: Oben SOB, unten SBB! Teil 1

Der Schreibende ist nicht unbedingt nur ein Bewunderer des Vergangenen, ihn interessiert auch jetzt noch, was im ÖV - vor allem auf Schienen - so abgeht. So staunt er immer über die Qualität der für Flachlandstrecken erbauten SBB-ICN, welche auch am Gotthard trotz nur eigenventilierten Fahrmotoren mit voller Leistung, aber nicht mal halber Geschwindigkeit den Berg bezwangen! Und: Dass er nie eine Störung erlebte, obwohl sehr viel damit unterwegs. Als Lokführer ist er sich bewusst, dass solche an allen Fahrzeugen vorkommen, mag sein, dass er Glück hatte. Zwar bezichtigte ein Chef ZfW einer 100 km langen Gebirgsbahn ihn mal spasseshalber, dass immer etwas passiere, wenn der Schreibende dabei sei! Als er aber am 29. Dezember in Zürich HB einen ICN nach Lugano bestieg, den IC 861, freute er sich - und wurde nicht enttäuscht. Wieder einmal mehr, kaum merkbare Neigungsveränderung des Fahrzeugkastens.


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Bild 1:
Ja - die Fahrt durch GBT und CBT verliefen angenehm, einzig im CBT bemerkte ich einige Funkenabrisse an der Stromschiene, welche von Furrer & Frey konstruiert und für bis zu 275 km/h zugelassen ist. Und natürlich: In zwei Stunden von Zürich nach Lugano ist ein Riesenschritt, allerdings erkauft durch Tunnelsicht, welche uns den Weg ins Tessin kaum mehr aufzeigt.
In Lugano angekommen, meinte ich an einem Sonntagmorgen angekommen zu sein: Kaum Passanten und nur wenig Reisende. Aber: Kein Grund zum Nichtfotografieren, da eher für beste Schusslinien gesorgt ist!
Dazu gehörte der nordwärtsfahrende Güterzug, welcher den auf seine Abfahrtszeit wartende Flirt überholt.


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Bild 2:
Mein Ziel war es, endlich einmal vor allem die Südseite des erweiterten Bahnhofs Lugano aufzunehmen, da als Hintergrund sich der markante San Salvatore erhebt, dessen Seilbahntrasse man deutlich erkennen kann, den Sendeturm will sich aber partout hinter dem tragseilhaltenden Stabisolator verstecken!


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Bild 3:
Die 524er-Flirts, bei der FS als ETR 524 akzeptiert, zeigen sich nun in einem neuen, markanterem Kleid: Die Farben stellen auch die Landesfarben dar: Das Grün-Weiss-Rot für Italien, Grün-Weiss für die Provinz Lombardei, Blau-Rot für den Tessin und Rot-Weiss für die Schweizerische Eidgenossenschaft. Seit die lombardische Privatbahn Le Nord als TILO-Partner auftritt, funktioniert das grenzüberschreitende Bahnsystem um einiges besser, als mit der Staatsbahn.


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Bild 4:
Den internationalen Verkehr mit Italien haben Stadlers Giruno’s fast vollständig übernommen, hier der püntlich eingetroffene und nun auf die Abfahrtszeit wartende EC 313 von Zürich nach Milano.
Wie zu sehen ist, hatte es am 29.12.2020 bis zu 15 Zentimeter Neuschnee im Sottoceneri gegeben, Tags zuvor mussten Autobahn, Kantons- und Regionalstrassen sowie auch Teilabschnitte der Bahn gesperrt werden. Anzunehmen ist, dass vor allem schneebefrachtete und gefallene Bäume Ursache waren, am Mittag des 28. Dez. aber konnte zumindest die Bahn wieder fahren.
Das Problem heute ist, dass die Kantone genau so wie die SBB zuwenig einsatzfähige Kräfte zum Räumen des Schnee’s zur Verfügung mehr haben, das Bürokader wird man grösstenteils wohl kaum dazu einsetzen können . . .
Weichenheizungen, in der Schweiz vor allem elektrisch bedient, können zwar sehr effektiv Weichen freihalten, allerdings muss der zu Wasser geschmolzene Schnee im Gleisbett versickern oder verdunsten können, gefriert er aber, so wirds heikler.


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Bild 5:
Mir ist aufgefallen, dass an diesem Tag zumindest am Morgen mehr Güterzüge in der Nordrichtung unterwegs waren als in der Gegenrichtung, wie hier dieser Autotransportzug.
Und: Hier ist der Sendeturm auf dem San Salvatore nun erkennbar . .


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Bild 6:
Mehr Mühe als mit den Zügen machten den am Bahnhof Fotografierenden dieses Vogelvieh, welche immer wieder frisch am gleichen Ort landeten und im dümmsten Falle vor den aufzunehmend wollenden Zügen aufflattern! Bis zu 30 Exemplare dieses Störefriedes zählte der Berichterstatter, welcher zum Glück nicht von dem Verdauten der hinteren Öffnung getroffen wurde . . . ;-)


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Bild 7:
Der EC 156 nach Basel fährt pünktlich und lautlos in Lugano ein.


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Bild 8:
Ein Bild, das viel aussagt: Mit dem S-Bahnsystem hat der Kanton Tessin viel gewonnen. Der ÖV ist auch im Süden der Schweiz nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Reisende, Pendler und Ausflügler, Schüler und Lehrlinge nutzen die immer besser werdenden Möglichkeiten mit guten Anschlüssen auf städtische und Überlandbusse von Post und regionalen Transportunternehmern zu wechseln. Noch nicht im Endzustand, merkt man aber, dass das Übergangsangebot bis April dieses Jahres gut genutzt wird. Mit der neuen Schlaufe aus dem CBT (Ceneri-Basis-Tunnel) bei Vigana im Bellenzer Ortsteil Camorino wird aus dem Tunnel heraus (Spaltweiche Bretella) eine einspurige Verbindung zur Bahnstrecke (Bellinzona -) Giubiasco - Cadenazzo (- Locarno und - Luino) bei San Antonino hergestellt. Damit wird eine längst gewünschte schnelle Verbindung zwischen Lugano und Locarno ohne Umsteigen möglich! Infolge der Covid-19-Probleme hat sich deren Fertigstellung, sowie die Dreispur zwischen Giubiasca und dem Dragonata- sowie dem Schwyz-Tunnel vor Bellinzona verzögert und kann erst im April 2021, letztere er später in Betrieb genommen werden.


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Bild 9:
In Bellinzona begegnen sich ein TILO-Flirt sowie die südwärts fahrende Re 420 322 im Bahnhof.


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Bild 10:
Abfahrtsbildschirm in der Unterführung des Bahnhof Bellinzona. Den IR 46 will der Schreibende benutzen!


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Bild 11:
Dieses Bild musste geschossen werden: SOB-Traverso RABe 8/20 113/213 (alte Bezeichnung) mit der Chiesa di San Quirico von Daro! Eigentlich ein Markenzeichen: Nun ist die Südostbahn richtig im Süden angekommen, ihrem Namen gerecht werdend!


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Bild 12:
Es wird immer farbiger: Wir Bahnfotografen beklagten vor Jahren, dass die Bahn immer weniger interessant werde, weil die Farben- und Formenvielfalt abnehmen würde. Aber nun wird es doch wieder viel farbenfreudiger - auch wenn man über Design diskutieren kann - und abwechslungsreicher. Tilo-Flirt, BLS-Re 485 012 und SOB-Traverso RABe 526 113/213 treffen sich im Bahnhof Bellinzona.

Jetzt heisst es wohl: "Einsteigen" bitte!

Da der Schreibende gerne einen Hintergedanke hegt, stieg er vorn ein. Ihn interessierte einerseits die Fahrweise des Lokführers, andererseits auch die Schleuder- und Gleittendenzen der Fahrzeuge.


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Bild 13:
Richtig:Zielanzeige in italienischer Sprache! Als viersprachige Nation gehört es sich, dass in der jeweiligen Sprachregion auch die Anzeigen und Durchsagen in dieser Sprache prioritär genutzt wird! "Zurigo" betrachtet der Schreibende als richtig, nicht aber die deutsche Schreibweise für Hauptbahnhof - da gehört der italienische Ausdruck, bezw. deren Abkürzung dazu, genau so gilt "Basilea" nicht mit "SBB", sondern mit "FFS"!
Richtigerweise erschallen die Durchsage im italienisch sprechenden Teil der Schweiz in dieser Sprache, gefolgt von Deutsch, ab Airolo in Richtung Norden wechseln die Anzeige und die Sprachpriorität.
Zumindest, sollte es so sein . . .!


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Bild 14:
Das Innere des Traverso, zur Zeit sind alle Abteiltüren (bei den meisten Reisezugsfahrzeugen der Schweiz) infolge Covid-19 offen verriegelt, so dass man dies nicht von Hand bedienen muss und das der Luftwechsel der Klimaanlage frei zirkulieren kann. Sicht vom Führerstand nach hinten.


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Bild 15:
Idee war, die Züge in den Bahnhöfen aufzunehmen, nach Konsultation des heruntergeladenen grafischen Fahrplan zeigte sich, dass dies nicht immer so einfach war und man Prioritäten setzen musste. So wurde Biasca schmählich rechts liegen gelassen und die dortigen Rettungs- und Interventionszüge nur eines Blickes gewürdigt.
Bodio bot sich an, zumal die Begegnung zweier Traversos weiter südlich stattfindet und sich kurz hintereinander dem Fotografen in Bodio stellten. Infolge Schnee gestaltete sich das Fotografieren und anschliessend Mitfahren trotzdem nicht einfach.


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Bild 16:
Da in beiden Fahrtrichtungen Verspätungen angesagt wurden und sich die Begegnung der Züge sich damit immer mehr in die Region zwischen Bodio und Pollegio verschieben würde, blieb es nach einem einstündigen Warteprozedere innerhalb weniger Minuten sich so zu plazieren, dass das Fotografieren und Mitfahren sich vereinbaren liessen.


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Bild 17:
Der verspätet eingetroffene Zug fährt in Bodio südwärts aus der Station.


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Bild 18:
Kaum war der aus dem Norden verspätete Zug vorbei, erfolgte die Einfahrt des aus Bellinzona kommenden Zuges, mit dem ich nach Faido fahren wollte.


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Bild 19:
Hier stimmt die Zielanzeige, hingegen werden die Anschlüsse sowie die Ankunftszeit fälschlicherweise in Deutsch angegeben, da lege ich Protest ein!
Somit ist man nicht genügend konsequent an die Umsetzung herangegangen.


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Bild 20:
Den Halt in Lavorgo habe ich ausser Acht gelassen, da mit der Zugsbegegnung oberhalb Faido ja in Kürze der südwärtsfahrende Zug kommen würde und so eine Retourfahrt nach Lavorgo möglich wurde, zog ich dies so durch. Faido mit dem sich in den Bahnhof schlängelden Zug.


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Bild 21:
Genau die Zuglänge der Traversos wurde das Perron von hohem Schnee geräumt, so dass ich auch wusste, wo ich nach dem Aufnehmen einsteigen müsste.


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Bild 22:
Obwohl Lavorgo zwei Aussenperronsa hat, wird immer auf Gleis 1, dem Hausperron eingefahren. Mit dem von unten heraufkommenden Traverso wurde anschliessend Airolo aufgesucht.


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Bild 23:
Noch ist der Übergangsfahrplan gültig und die Züge halten in beiden Fahrtrichtungen 20 Minuten in Airolo, was eine Gruppe Jugendlicher nutzen wollte, um im Dorf Proviant einkaufen zu gehen . . . Der Schreibende machte sich natürlich ans Fotografieren.


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Bild 24:
Ganz vorn, im Sinne zum Gotthardtunnelportal konnte ich feststellen, dass der Mittelperron geräumt wurde. Dies mit einer kleinen Strassenschneeschleuder, für das Freihalten der Gleise hat Airolo einen richtige, kleine Bahnschneeschleuder, falls diese nicht reichen, müssen eben die ganz Grossen ran, eine steht in Biasca.
Noch ist die Abfahrtszeit nicht herangerückt, ab 5. April wird hier der lange Halt entfallen und die RE nur noch kurz halten.


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Bild 25:
Die Abfahrtszeit ist längst vorbei, aber der Zug fährt und fährt nicht ab, leider sehe ich von meinem Fotostandpunkt nicht an ein Haupt- oder Zwergsignal, um eine gestellte Fahrstrasse zu erkennen. Langsam habe ich das Gefühl, dass die im Dorf einkaufenden Jugendlichen nicht rechtzeitig zurück kamen und die Weiterfahrt durch ihre im Zug verbliebenen Mitfahrer verhindert wird. Der Tunnel ist längst wieder doppelspurig befahrbar, was ich auch bei meiner Fahrt eine Stunde später feststellen konnte. Doch - irgendwann wird er abfahren, aber dann kann ich den im Tunnel "kreuzenden" Zug der Gegenrichtung nicht so aufnehmen, wie gewünscht! Ja - so kam es auch - vergebene Liebesmühe . . .


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Bild 26:
Mir passte km 85.9 und der Schnee, auch wenn ich mir zuerst einen standfesten Raum zurechtstampfen musste!


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Bild 27:
Und es kam, wie es kommen musste! Der Gegenzug kam rechtzeitig und die Zugsbegegnung fand genau vor meinem Augen am Tunnelportal Süd statt! Habe vorhin von "kreuzenden" Zügen geschrieben, was fachtechnisch falsch ist: Kreuzen zweier Züge gibt es nur auf Einspurstrecken oder im Falle des Einspurbetriebs auf Doppelspuren, der Normalfall auf Doppelspurstrecken nennt sich "Begegnen ", da sich die Züge nicht ausweichen müssen!


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Bild 28:
Immerhin gelang noch ein Nachschuss beider Züge, was mich aber nicht so leicht trösten konnte.


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Bild 29:
Nochmals ein Nachschuss, da mir der Vordergrund mit dem Geländer des Baches sowie der Schnee auf dem Dienstgebäude als Motiv passte.


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Bild 30:
Mit etwas Ingrimm im Magen eilte ich dann den Weg zurück durch den ehemaligen Autoverlad zur Unterführung. Da hatte ich wenigstens Zeit genug, den stehenden Zug und Anderes aufzunehmen.


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Bild 31:
Auf der Zweitklass-Seite des Traverso fand diese Tür meine Aufmerksamkeit, nicht unbedingt der Kinderwagen oder der Covid-19-Kleber, sondern Meister Reineke, welcher auf ein Spielabteil hinwies, was auch im Wageninnern an den Wänden erkennbar ist.


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Bild 32:
Weiter interessierte mich fotografisch vor allem die technischen und betrieblichen Beschriftung der Züge, welche ich in Einsiedeln in der IBS-Phase so nie anständig aufnehmen konnte. Im CH-Raster wären allerdings nur drei Angaben nötig: LBT, NBS und GBT (Lötschberg-Basistunnel, Neubaustrecke und Gotthard-Basistunnel), das CBT (Ceneri-Basistunnel) wäre nicht nötig, da der CBT dem GBT entspricht und die gleichen Vorschriften gelten. Ausnahme ist einzig die Stromschiene anstelle der konventionellen Fahrleitung im GBT.


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Bild 33:
Der 94 85 7 526 112/212 CH-SOB bei der stiebenden Wegfahrt ins Gefälle nach Bellinzona ab Gleis 2.


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Bild 34:
Sehr viel Schnee lag am 29.12.2020 in Airolo nicht, vor ein paar Jahren hat der Autor einiges mehr erlebt, so dass das Perrondach zusätzlich unterstützt werden musste. Eine Baudienstrotte schaufelte damals auf dem Dach den Schnee auf abgestellte Niederbordwagen hinab, denn dieser lag ungefähr 2 Meter hoch. Mit dem Baudienstraktor wird dann der verladene, saubere Schnee wohl auf einer der Brücken in den Fluss Ticino abgeladen.
Als Erstes aber muss jeweils derjenige Teil, welcher der Öffentlichkeit zugänglich ist, vom Schnee geräumt werden, was dann zu solchen Haufen führt.


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Bild 35:
Einfahrt "meines" Zugs, mit welchem ich den Gotthardtunnel befahren will. Aber warum hat er bei der Einfahrt vor dem Perron das Gleis gewechselt? Ich hätte ihn auf dem rechten Gleis, dem Nr. 3 erwartet, was auch üblich ist? Als ich micht umdrehte, bemerkte ich, dass ein Mitarbeiter mit der kleinen Schneeschleuder auf dem Perron auf diese Seite wechselte, wobei aus Sicherheitsgründen das Gleis 3 gesperrt wurde. Wieder hatte ich 20 Minuten Zeit, wobei keine Fahrgäste Proviant einkaufen gingen, eher einige zum Fotografieren ausstiegen. andere wiederum machten draussen eine Rauchpause. Als Nichtraucher ist dem Schreibenden nicht klar, ob der Bahnhof Airolo nicht als Rauchfrei gilt!


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Bild 36:
Etwas Umgebung sollte dann schon noch auf’s Bild, was in den Bergen nicht immer sehr leicht möglich ist, wenn Nebel und Wolken in den Täler hangen. Zum Glück hat der Baudienst-Kollege die nördliche Perronseite tiptop sauber und frei gemacht; allerdings musste man schon noch aufpassen, unter dem Schnee hat sich Eis gebildet.

Anschliessend gestattete ich mir, wiederum vorn einzusteigen und es mir gemütlich zu machen, etwas Essen und zu Trinken mir zu genehmigen. Und: Wir fuhren pünktlich ab, die ominöse Zugsbegegnung fand planmässig im Tunnel statt!
Mühsam ist aber die stroboskopartig sich anfühlende neue Tunnelbeleuchtung in stromsparender LED-Beleuchtungstechnik, wobei ich immer das Gefühl hatte, ich würde nach draussen sehen, ins Urserental, wobei es mir bekannt ist, dass dieses 400 Meter höher liegt.

Nach der Abfahrt sollte Göschenen der nächste Halt sein.

Urs Nötzli

Re: [CH]: Gotthard: Oben SOB, unten SBB! Teil 1

geschrieben von: 44 115

Datum: 28.01.21 22:37

Freu'mich auch über Deine aktuellen Bilder,Urs!
Gelungen die Aufnahmen in Bellinzona mit der bekannten Kirche!Hab'noch ein altes Poster von C 5/6 mit Kirchlein.
Vielen Dank!
Olaf

Re: [CH]: Gotthard: Oben SOB, unten SBB! Teil 1

geschrieben von: Twindexx

Datum: 29.01.21 08:23

Urs Nötzli schrieb:
So staunt er immer über die Qualität der für Flachlandstrecken erbauten SBB-ICN, welche auch am Gotthard trotz nur eigenventilierten Fahrmotoren mit voller Leistung, aber nicht mal halber Geschwindigkeit den Berg bezwangen!
Das erstaunt nicht. SBB und Bombardier hatten das ja damals vorgängig abgeklärt und es war schnell klar, dass das keine Probleme machen würde.

Relevant ist der Typenpunkt der Motoren und nicht ob er mit voller Leistung mit halber Geschwindigkeit fährt. Der Typenpunkt der ICN-Fahrmotoren liegt unter 80 km/h. Du kannst also bedenkenlos die Gotthardbahn mit mindestens 80 km/h hochfahren soviel du lustig bist. Das wird den ICN nicht jucken. Weil oberhalb des Typenpunktes ist die Kühlung auch bei eigenventilierten Motoren jederzeit sichergestellt.

Urs Nötzli schrieb:
Wieder einmal mehr, kaum merkbare Neigungsveränderung des Fahrzeugkastens.
Weil Zürich-Lugano nach Reihe R befahren wird und nicht mehr nach Reihe N. Da kommt die Neigung klar nicht mehr so zur Geltung.

Im Prinzip fahren die ICN nur noch auf der Gotthardroute, weil die Giruno teilweise zu wenig Sitzplätze aufweisen. Aus diesem Grund kommen ab April auch einzelne FV-Dosto auf den Linien IC 2 und IC 21 zum Einsatz, obwohl die FV-Dosto dafür eigentlich nicht beschafft wurden. Entsprechend wird man auch nach vollständiger Ablieferung aller 62 FV-Dosto nicht mehr am Gotthard einsetzen können, obwohl man wegen dem BehiG die ICN eigentlich abziehen müsste, man sie aber auf einigen Umläufen nicht durch Giruno ersetzen kann wegen der Anzahl Sitzplätze.

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