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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

nachdem ein schönes Modell einer ÖBB 1020 bei mir eingetrudelt ist (mit Vor-Computer-Nummer, im Einsatzzustand der 1970er und -80er Jahre), habe ich zwei Fragen zur korrekten Beleuchtung.

Im Netz habe ich dazu leider nicht allzu viel finden können, aber manchmal kommt man auch einfach nicht auf die geeigneten Suchbegriffe.


Am Modell leuchten drei rote Schlussleuchten - was mir komisch vorkommt, auch wenn es dafür ein Vorbild-Beweisfoto (von einer 1044) geben soll. Soweit ich es herausfinden konnte, besagen die österreichischen Vorschriften wohl nur "mindestens ein rotes Licht". Vielleicht ist aber auch das Wort "mindestens" irgendwann hinzugekommen, um beispielsweise "deutsche" Schlussbeleuchtungen zu erlauben.

Viele ältere ÖBB-Reihen bis beispielsweise zur 1042 besitzen neben diesen, ähm, "Suppenteller-Lampen" (selbst erfundener Spitzname, wahrscheinlich gibt es in Österreich einen anderen dafür), die vermutlich nur weißes Licht zeigen können, ja diese "Schluss-Wimmerl" oder "Eiterpickel" (einzelne rote Leuchte); manchmal neben der von außen gesehen rechten unteren Spitzenleuchte, manchmal oben in der Mitte. Die 1042 ebenso wie 1020 und 1044 haben drei von diesen separaten Schlussleuchten.

Der Triebzug der Reihe 4030, der ja auch regelmäßig nach Deutschland kam und den ich früher oft in Garmisch-Partenkirchen beobachten konnte, kann meiner Erinnerung nach (ist das korrekt?) innerhalb der unteren Spitzenleuchten rotes Licht zeigen, hat aber ebenfalls eine rote Leuchte oben. Wenn ich Nachschuss-Fotos von dieser Reihe ansehe, die in Österreich aufgenommen wurden, ist aber immer nur das einzelne obere Schlusslicht eingeschaltet.


Kann es sein, dass an österreichischen Loks mit drei roten Schlussleuchten (wie den Reihen 1020, 1042 oder 1044) innerhalb Österreichs ebenfalls nur das obere Schlusslicht genutzt wurde und die unteren beiden Schlussleuchten speziell für den Betrieb in Deutschland hinzugefügt und (überwiegend) nur dort benutzt wurden? Oder hat das einen anderen Grund oder ist/war die Betriebspraxis eine andere?


Nun zum "Fernlicht":

Ist es richtig, dass alle ÖBB-Loks eine Art "Fernlicht" oder jedenfalls richtige Scheinwerfer haben? DB-Loks hatten ja lediglich "Signallampen", die nicht wirklich erhellen konnten. Fernlicht gab es bei der DB ja erstmals beim ICE.

Wie wurde oder wird das in Österreich gehandhabt? Wird nur bei Bedarf aufgeblendet? Oder ist es umgekehrt Standard, aufgeblendet zu fahren und nur bei Bedarf (Blendungsgefahr) abzublenden?


Ich würde gerne mein Modell der 1020 mit vorbildgerechten Lichtfunktionen konfigurieren. Das betrifft eben sowohl die Schlussbeleuchtung als auch die Grundeinstellung für die Spitzenbeleuchtung (auf- oder abgeblendet).

Danke im Voraus für Eure "sachdienlichen Hinweise"!

Viele Grüße
Manuel
Hallo,

Also der Schluss konnte leuchten wo er wollte, ein rotes Licht war genug.

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MfG

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Grüße dich!

Im Signalbuch der ÖBB (habe hier gerade nur Stand 2018) steht zum Schlusssignal:

- ein rotes Dauerlicht oder
- 2 rote Dauerlichter auf einer Querachse über den Puffern oder
- eine runde rückstrahlende Scheibe mit rotem Kreis mit weißen Rand ("österreichisches Schlusssignal") oder
- ein rechteckiges rückstrahlendes Schild mit 2 seitlichen weißen Dreiecken und 2 roten Dreiecken oben und unten ("deutsches Schlusssignal") oder
- 2 rechteckige rückstrahlende Schilder mit 2 seitlichen weißen Dreiecken und 2 roten Dreiecken oben und unten auf einer Querachse über den Puffern

Einsicht auf historische Vorschriften hab ich leider nicht und zum "dritten roten" kann ich nichts beitragen, auch wenn ich davon und von seinen Gründen schonmal gehört/gelesen habe.

Re: [AT] "Fernlicht" an ÖBB-Triebfahrzeugen

geschrieben von: JaviElsker

Datum: 25.01.21 22:37

Servus.

Ich kann nicht aus irgendwelchen Vorschriften sprechen, aber in der gelebten Praxis meiner Erfahrung nach:

Fernlicht wird eingeschaltet bei Dunkelheit und in der Regel bei Bahnhöfen und Haltestellen sowie bei entgegenkommenden Zügen abgeblendet.


Die richtige Wirkung entfaltet sich aber nur bei den mit LEDs ausgestatteten oder nachgerüsteten Triebfahrzeugen. Bei alten XX16, 1142 und 1144 ohne LED ist das Fernlicht "eh lieb gemeint".

Ich hoffe, dass das hilft und lass mich gerne von einem Professionisten korrigieren.

Liebe Grüße

Re: [AT] "Fernlicht" an ÖBB-Triebfahrzeugen

geschrieben von: Michael Mikscha

Datum: 26.01.21 07:22

Auf manchen Schmalspurstrecken wurde die Dienstvorschrift der ÖBB übernommen oder zumindest adaptiert. Diese besagte wohl im Original, dass immer das stärkste vorhandene Licht verwendet werden muss, außer in Bahnhof/Haltestelle, wenn Blendgefahr herrscht oder bei entgegenkommenden Zügen. Soviel zum Fernlicht.

Re: [AT] "Fernlicht" an ÖBB-Triebfahrzeugen

geschrieben von: Brennersee

Datum: 26.01.21 11:17

Hallo.

ZumThema "lieb gemeint"
Du darfst nicht von Stand jetzt ausgehen, die genannten Fahrzeuge sind zum Teil über 40 Jahre alt, da war das Fernlicht auch wirklich Fernlicht. Natürlich mit dem heutigen nicht zu vergleichen, das brennt Dir die Augen raus. Wobei so manches LED-Abblendlicht schon mehr als hell genug ist.

Und Fernlicht ist immer zu verwenden, auch bei Tag.
Abzuschalten nur bei Gefahr von Blendungen.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg

IC2083 schrieb:
Zitat:
Im Signalbuch der ÖBB (habe hier gerade nur Stand 2018) steht zum Schlusssignal:

- ein rotes Dauerlicht oder
- 2 rote Dauerlichter auf einer Querachse über den Puffern oder
- eine runde rückstrahlende Scheibe mit rotem Kreis mit weißen Rand ("österreichisches Schlusssignal") oder
- ein rechteckiges rückstrahlendes Schild mit 2 seitlichen weißen Dreiecken und 2 roten Dreiecken oben und unten ("deutsches Schlusssignal") oder
- 2 rechteckige rückstrahlende Schilder mit 2 seitlichen weißen Dreiecken und 2 roten Dreiecken oben und unten auf einer Querachse über den Puffern
Mittlerweile gibt es mit wenigen Ausnahmen nurmehr folgende Varianten:

- 2 rote Dauerlichter auf einer Querachse über den Puffern oder
- 2 rechteckige rückstrahlende Schilder mit 2 seitlichen weißen Dreiecken und 2 roten Dreiecken oben und unten auf einer Querachse über den Puffern
Die runde scheibe kenne ich noch von museums- und schmalspurbahnen.
Bei güterzügen werden zwei (rechteckige) tafeln aufgesteckt; wenn eine fehlt, gilt der schluss weiterhin.
Eine etwas besondere schlusslichtanordnung hat noch die diesellokbaureihe 2068, bei der die schlusslichter relativ eng zu beiden seiten des oberen spitzenlichtes angeordnet sind. Ob aus praktischer notwendigkeit oder designerischer kreativität weiß ich nicht.


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
Hallo Manuel!

Wie ich den Beiträgen teilweise entnehme wird da schon einiges in Bezug auf Deine Frage zu den 70er- und 90er-Jahren vermischt mit persönlichen Erinnerungen und späterne Gepflogenheiten vermischt.

Die Dienstvorschrift V2 Signalvorschrift verlangte eine Kennzeichnung der Zugschusses mit einem Zugschlußsignal. Dies war in den 70er Jahren eine rote Scheibe mit weißem Rand tagsüber und eine (damals bereits akkubetriebene) Zugschlußlaterne nachts, welche an einem Verschieberhandgriff am letzten Fahrzeug Fahrtrichtung rechts angebracht wurde. Dies galt auch für Reisezüge und diese Praxis entfiel bei letzteren erst mit eingebauten Zugschlußlampen an den Personenwagen. Mit Aufkommen der rückstahlenden Zugschlußscheiben entfiel die rote Laterne nachts, auch bei Zügen mit Fahrzeugen ohne fixem Zugschußsignal.
Rechteckige Tafeln wie beider DB gab es bei den ÖBB nicht!! Sie wurden nur mit Zunahme der durchgehenden Güterzüge ohne Grenzaufenthalt bis zum ersten Zugbehandlungsbahnhof zugelassen und dies war auch in den Zusatzbestimmungen zur Signal-und Verkehrsvorschrift definitiv auf Strecken in Grenzraum beschränkt. Erst Mitte der 90er-Jahre kam es dann geduldetermaßen zu einer Verwasserung, in dem auch die verschiedensten ausländischen Zugschlußsignale auftauchten und geduldet wurden. In manchen Diensträumen gab es sogar fast Sammlungen "exotischer" Zugschlüsse beim Personal. Zugschlüsse, die wohl kam mehr in ihr Heimatland zurückkehrten.

Bei Lokzügen oder Schiebeloks wurde der Zugschluß auf gleiche Art und Weise mit dem runden Zugschußsignal unter dem Puffer gekennzeichnet, so ferne nicht eine Lampe der rückwärtigen Stirnlichter mit einer roten Vorsteckscheibe rot geblendet war (tagsüber musste die Lampe nicht leuchten, es genügte die Blendscheibe). Mit zunehmender Ausrüstung mit eingebauten Zugschlußsignalen genügte dann mindestens eine rote Zugschußleuchte - wobei das mindestens schon besagt, dass es dem Lokführer überlassen war wie viele rote Lichter er aufdrehte. Manche kamen nur mit einer roten Zugschlußleuchte daher, manche drehten den ganze "Christbaum" auf, wie wir im Dienst sagten. Im speziellen Fall der 1020 hast Du somit 3 Varianten zur Auswahl, entweder ein und oder beide roten Lichter am Vorbau oder die eine rote Schlußleuchte über den Führerstandsfenstern! Alles war im Betrieb anzutreffen und nichts ist falsch ;-)

Hinsichtlich der Bemerkung zur 2068 möchte ich ergänzen, dass dies nicht die einzige Baureihe mit zwei knapp nebeneinander angeordneten Schlußlampen war. Auch die Baureihe 1043 hatte eine derartige Situierung, da man bei unveränderter Lichteranordnung gegenüber den schwedischen Rc-Typen (oben zwei Scheinwerfern und einem Zugschluß dazwischen) die Lampenbelegung nur umdrehte und bei den ÖBB einen Spitzenscheinwerfer und zwei Zugschlüsse hatte.

Einen schönen Sonntag wünscht

Traunbahn
Traunbahn schrieb:
Auch die Baureihe 1043 hatte eine derartige Situierung, da man bei unveränderter Lichteranordnung gegenüber den schwedischen Rc-Typen (oben zwei Scheinwerfern und einem Zugschluß dazwischen) die Lampenbelegung nur umdrehte und bei den ÖBB einen Spitzenscheinwerfer und zwei Zugschlüsse hatte.

Stimmt, wurde später auf ein einzelnes rotes schlusslicht unter dem oberen licht umgebaut (standardteil der 1042?) und so auch nach dem verkauf nach Schweden beibehalten.

4010 hatten zeitlebens drei rote lichter und als sie in die Schweiz fuhren, konnten die auch genutzt werden, um das dortige warnsignal zu zeigen.


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